{"id":75620,"date":"2023-03-12T18:13:56","date_gmt":"2023-03-12T16:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=75620"},"modified":"2023-03-12T18:13:56","modified_gmt":"2023-03-12T16:13:56","slug":"zur-entstehung-und-berichtigung-der-umsatzsteuer-bei-ratenweiser-verguetung-einer-ausgefuehrten-lieferung-bfh-beschluss-vom-28-september-2022-xi-r-27-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zur-entstehung-und-berichtigung-der-umsatzsteuer-bei-ratenweiser-verguetung-einer-ausgefuehrten-lieferung-bfh-beschluss-vom-28-september-2022-xi-r-27-20\/","title":{"rendered":"Zur Entstehung und Berichtigung der Umsatzsteuer bei ratenweiser Verg\u00fctung einer ausgef\u00fchrten Lieferung &#8211; BFH-Beschluss vom 28. September 2022, XI R 27\/20"},"content":{"rendered":"\n<p>Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 28.09.2022 XI R 28\/20 <\/p>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:B.280922.XIR27.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH XI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>UStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 Buchst a S 1, UStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 Buchst b, UStG \u00a7 17 Abs 1, UStG \u00a7 17 Abs 2 Nr 1, UStG VZ 2011<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnchen, 25. Oktober 2018, Az: 14 K 2379\/16<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Die Steuer entsteht auch dann mit der Leistungsausf\u00fchrung (\u00a7 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 1 UStG), ohne dass es zu einer Steuerberichtigung (\u00a7 17 Abs. 2 Nr. 1 und Abs. 1 Satz 1 UStG) kommt, wenn der Unternehmer f\u00fcr die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit dessen Betreiber vereinbart, dass das Entgelt hierf\u00fcr nur insoweit geschuldet wird, als es durch Einnahmen aus der Stromeinspeisung beglichen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 25.10.2018 &#8211; 14 K 2379\/16 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist eine GbR, die am 20.09.2011 gegr\u00fcndet wurde.<\/li><li>Sie unterliegt nach R\u00fccknahme der Gestattung, ihre Ums\u00e4tze nach vereinnahmten Entgelten gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;20 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in der f\u00fcr das Jahr 2011 (Streitjahr) geltenden Fassung zu besteuern (sog. Ist-Besteuerung), der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten i.S. des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG (sog. Soll-Besteuerung; vgl. dazu Urteil des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 11.11.2020&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;40\/18, BFH\/NV 2021, 668).<\/li><li>Mit Vertrag vom 15.11.2011 verkaufte die Kl\u00e4gerin der \u2026 GmbH (A) Wechselrichter f\u00fcr eine Photovoltaikanlage (Kaufpreis: 1.002.000&nbsp;\u20ac zzgl. Umsatzsteuer). Der Kaufpreis sollte jeweils nur insoweit zur Zahlung f\u00e4llig werden, als er vom K\u00e4ufer aus den laufenden Einnahmen aus der Stromeinspeisung beglichen werden konnte.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin stellte A unter dem 20.12.2011 f\u00fcr die noch im Streitjahr ausgef\u00fchrte Lieferung der Wechselrichter 450.000&nbsp;\u20ac zzgl. Umsatzsteuer in Rechnung. Hierauf gingen am 21.12.2011 auf dem Konto der Kl\u00e4gerin 114.240&nbsp;\u20ac ein.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin gab in ihrer Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr Ums\u00e4tze zu 19&nbsp;% in H\u00f6he des vereinnahmten Entgelts von (netto) 96.000&nbsp;\u20ac an. Dieser zu einer Steuerverg\u00fctung f\u00fchrenden Steueranmeldung stimmte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) nicht zu. Das FA nahm die Gestattung der Ist-Besteuerung nach \u00a7&nbsp;130 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 und 4 der Abgabenordnung mit Wirkung f\u00fcr die Vergangenheit zur\u00fcck und ermittelte die Steuer nach vereinbarten Entgelten. Es setzte mit Bescheid vom 23.08.2012 die Umsatzsteuer f\u00fcr das Streitjahr auf 76.380&nbsp;\u20ac fest. Dabei ging es bei den Ums\u00e4tzen zu 19&nbsp;% von einer Bemessungsgrundlage von (netto) 1.002.000&nbsp;\u20ac aus. Der Einspruch hatte keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 13.07.2016).<\/li><li>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab.<\/li><li>Mit ihrer Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 13.07.2016 aufzuheben sowie den Umsatzsteuerbescheid f\u00fcr 2011 vom 23.08.2012 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Umsatzsteuer f\u00fcr 2011 auf .\/.&nbsp;95.760&nbsp;\u20ac festgesetzt wird.<\/li><li>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Entscheidung ergeht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h\u00e4lt einstimmig die Revision f\u00fcr unbegr\u00fcndet und eine m\u00fcndliche Verhandlung nicht f\u00fcr erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/li><li>Die Revision der Kl\u00e4gerin ist zwar zul\u00e4ssig (vgl. dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2021, 668, Rz&nbsp;15&nbsp;ff.), jedoch unbegr\u00fcndet und deshalb zur\u00fcckzuweisen. Das FG hat zu Recht dahin erkannt, dass die Umsatzsteuerfestsetzung f\u00fcr das Streitjahr vom 23.08.2012 rechtm\u00e4\u00dfig ist, und die Klage zu Recht abgewiesen. Die vertragliche Abrede, dass der f\u00fcr die Lieferung der Wechselrichter, die zur Errichtung einer Photovoltaikanlage bestimmt waren, vereinbarte Kaufpreis der Kl\u00e4gerin jeweils nur zur Zahlung f\u00e4llig werden sollte, als er von A aus den laufenden Einnahmen aus der Stromeinspeisung beglichen werden konnte, f\u00fchrt weder zur Einschr\u00e4nkung der Soll-Besteuerung nach \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG noch begr\u00fcndet sie insoweit eine Uneinbringlichkeit der Entgeltforderung i.S. des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG.<\/li><li>1. Die Kl\u00e4gerin, die noch im Streitjahr die Wechselrichter an A im Inland lieferte, hat hierdurch eine steuerbare Lieferung i.S. des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG ausgef\u00fchrt. Dies steht zwischen den Beteiligten nicht im Streit.<\/li><li>2. Die Steuer f\u00fcr die gelieferten Wechselrichter ist mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums entstanden, in dem die Lieferung ausgef\u00fchrt worden ist. Der Senat verweist insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom gleichen Tag XI&nbsp;R&nbsp;28\/20 (zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt).<\/li><li>3. Die Vereinbarung der Ratenzahlung begr\u00fcndet dar\u00fcber hinaus keine Uneinbringlichkeit i.S. des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG. Der Senat verweist auch insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom gleichen Tag XI&nbsp;R&nbsp;28\/20.<\/li><li>4. Die H\u00f6he der vom FA auf Grundlage der Sollbesteuerung festzusetzenden Umsatzsteuer steht zwischen den Beteiligten nicht im Streit.<\/li><li>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><li>6. Der Senat hat die Entscheidung in einer Videokonferenz unter den hierf\u00fcr von der BFH-Rechtsprechung (Urteil vom 10.02.2021&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;35\/19, BFHE 272, 152) aufgestellten Voraussetzungen getroffen.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 28.09.2022 XI R 28\/20 ECLI:DE:BFH:2022:B.280922.XIR27.20.0 BFH XI. Senat UStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 Buchst a S 1, UStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 Buchst b, UStG \u00a7 17 Abs 1, UStG \u00a7 17 Abs 2 Nr 1, UStG VZ 2011 vorgehend FG M\u00fcnchen, 25. 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