{"id":75640,"date":"2023-03-12T18:29:26","date_gmt":"2023-03-12T16:29:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=75640"},"modified":"2023-03-12T18:29:26","modified_gmt":"2023-03-12T16:29:26","slug":"kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-behindertes-kind-pflegegeld-unterhaltsanspruch-gegenueber-dem-ehegatten-des-behinderten-kindes-bfh-urteil-vom-20-oktober-2022-iii-r-13-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-behindertes-kind-pflegegeld-unterhaltsanspruch-gegenueber-dem-ehegatten-des-behinderten-kindes-bfh-urteil-vom-20-oktober-2022-iii-r-13-21\/","title":{"rendered":"Kindergeldanspruch f\u00fcr ein vollj\u00e4hriges behindertes Kind; Pflegegeld; Unterhaltsanspruch gegen\u00fcber dem Ehegatten des behinderten Kindes &#8211; BFH-Urteil vom 20. Oktober 2022, III R 13\/21"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.201022.IIIR13.21.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH III. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 63 Abs 1 S 2, EStG \u00a7 32 Abs 4 S 1 Nr 3, BGB \u00a7 1360, BGB \u00a7 1360a, BGB \u00a7\u00a7 1569ff, BGB \u00a7 1569, BGB \u00a7 1609, BGB \u00a7 1612b Abs 1 S 1 Nr 1, DA-KG 2022 Abschn 19.5 S 2, EStG VZ 2018 , EStG VZ 2019<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG N\u00fcrnberg, 25. Februar 2021, Az: 4 K 392\/19<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Das f\u00fcr ein behindertes Kind gezahlte Pflegegeld ist bei den dem Kind zur Verf\u00fcgung stehenden finanziellen Mitteln als Bezug zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Bei der Pr\u00fcfung, ob dem behinderten Kind gegen\u00fcber seinem Ehegatten ein Unterhaltsanspruch zusteht, mindern die vom Ehegatten auf sein Einkommen geleisteten Steuern (Lohnsteuer, Solidarit\u00e4tszuschlag, Kirchensteuer) und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge das diesem zur Unterhaltsleistung zur Verf\u00fcgung stehende Einkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Der vom Ehegatten des behinderten Kindes an ein (gemeinsames oder nicht gemeinsames) minderj\u00e4hriges Kind geleistete Unterhalt mindert die diesem f\u00fcr den Ehegattenunterhalt zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4gerin werden das Urteil des Finanzgerichts N\u00fcrnberg vom 25.02.2021 &#8211; 4 K 392\/19 und der Aufhebungsbescheid der Beklagten sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 21.02.2019 aufgehoben, soweit sie das Kindergeld f\u00fcr die Monate Januar und Februar 2019 betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insoweit wird die Familienkasse verpflichtet, Kindergeld zugunsten der Kl\u00e4gerin festzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00dcbrigen \u2011\u2011hinsichtlich der Monate November und Dezember 2018\u2011\u2011 ist die Revision unbegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens tragen die Beklagte und die Kl\u00e4gerin zu je 1\/2.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist Mutter einer im M\u00e4rz 1987 geborenen Tochter (T), deren Schwerbehindertenausweis einen Grad der Behinderung von 70 und das Merkzeichen&nbsp;G aufweist. T war im Streitzeitraum \u2011\u2011November 2018 bis Februar 2019\u2011\u2011 verheiratet und hatte mit ihrem Ehemann einen im Jahr 2017 geborenen Sohn (E), den Enkel der Kl\u00e4gerin. Der Ehemann ist zudem Vater eines weiteren Kindes aus einer fr\u00fcheren Beziehung (X), f\u00fcr das er Unterhalt in H\u00f6he von monatlich 305&nbsp;\u20ac zahlt.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin erhielt aufgrund eines Bescheides vom 28.01.2014 laufend Kindergeld. Nach dem Eingang angeforderter Belege \u00fcber die finanzielle Situation der Familie der T hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes ab November 2018 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf und wies den Einspruch der Kl\u00e4gerin mit Einspruchsentscheidung vom 21.02.2019 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/li><li>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ermittelte durch Addition des anteiligen Grundfreibetrages sowie des von T bezogenen Pflegegeldes in H\u00f6he von monatlich 316&nbsp;\u20ac einen Bedarf der T f\u00fcr November und Dezember 2018 in H\u00f6he von 1.066&nbsp;\u20ac und f\u00fcr die Monate Januar und Februar 2019 in H\u00f6he von 1.080&nbsp;\u20ac.<\/li><li>Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge der T setzte das FG wie folgt an:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;November 2018&nbsp;&nbsp;Dezember 2018&nbsp;&nbsp;Januar 2019&nbsp;&nbsp;Februar 2019&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Elterngeld150&nbsp;\u20ac&nbsp;150&nbsp;\u20ac&nbsp;150&nbsp;\u20ac&nbsp;150&nbsp;\u20ac&nbsp;Familiengeld250&nbsp;\u20ac&nbsp;250&nbsp;\u20ac&nbsp;250&nbsp;\u20ac&nbsp;250&nbsp;\u20ac&nbsp;Pflegegeld316&nbsp;\u20ac&nbsp;316&nbsp;\u20ac&nbsp;316&nbsp;\u20ac&nbsp;316&nbsp;\u20ac&nbsp;&#8211;&nbsp;Kostenpauschale-&nbsp;15&nbsp;\u20ac-&nbsp;15&nbsp;\u20ac-&nbsp;15&nbsp;\u20ac-&nbsp;15&nbsp;\u20acEhegattenunterhalt783&nbsp;\u20ac&nbsp;650&nbsp;\u20ac&nbsp;392&nbsp;\u20ac&nbsp;392&nbsp;\u20ac&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Summe&nbsp;1.486&nbsp;\u20ac1.351&nbsp;\u20ac1.093&nbsp;\u20ac1.093&nbsp;\u20ac<\/li><li>Die von der Familienkasse ermittelten Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge der T lagen somit im November 2018 um 420&nbsp;\u20ac, im Dezember 2018 um 285&nbsp;\u20ac und im Januar und Februar 2019 um jeweils 13&nbsp;\u20ac \u00fcber dem \u2011\u2011unstreitigen\u2011\u2011 Bedarf.<\/li><li>Bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts zog das FG die Lohnsteuer, den Solidarit\u00e4tszuschlag und die Kirchensteuer vom Einkommen des Ehemannes der T ab und wies darauf hin, dass der Bundesfinanzhof (BFH) die Frage, ob bei dieser Berechnung das Einkommen des Ehemannes um die abgef\u00fchrten Betr\u00e4ge zu mindern ist, zuletzt offengelassen habe (Senatsurteil vom 23.11.2011&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;76\/09, BFHE 236, 79, BStBl II 2012, 413, Rz&nbsp;13). Die vom Arbeitgeber des Ehemannes gew\u00e4hrten verm\u00f6genswirksamen Leistungen in H\u00f6he von monatlich 26,59&nbsp;\u20ac wurden einkommenserh\u00f6hend und die im November 2018 bezogene Jahressonderzahlung sowie das Urlaubsgeld jeweils anteilig mit einem Zw\u00f6lftel im Monat des Zuflusses und den nachfolgenden elf Monaten ber\u00fccksichtigt. Im Gleichklang damit zog das FG auch die darauf entfallenden Steuern und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge mit jeweils einem Zw\u00f6lftel im Monat der Zahlung und den nachfolgenden elf Monaten ab. Unterhaltsleistungen an E und an X zog das FG nicht ab, weil es anderenfalls im Sinne des Senatsurteils vom 09.02.2012&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;73\/09 (BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463) zu einer doppelten Ber\u00fccksichtigung des Bedarfs des Kindeskindes k\u00e4me.<\/li><li>Zur Begr\u00fcndung ihrer Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung materiellen Bundesrechts.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>das FG-Urteil sowie den Bescheid vom 28.11.2018 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21.02.2019 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f\u00fcr die Monate November 2018 bis Februar 2019 zugunsten der Kl\u00e4gerin festzusetzen.<\/li><li>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist begr\u00fcndet, soweit sie das Kindergeld f\u00fcr die Monate Januar und Februar 2019 betrifft; insoweit wird die Familienkasse verpflichtet, Kindergeld festzusetzen. Im \u00dcbrigen, also hinsichtlich der Monate November und Dezember 2018, wird sie als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/li><li>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, \u00a7&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 S\u00e4tze&nbsp;1 und 2 i.V.m. \u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG besteht f\u00fcr ein Kind, das das 18.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat, ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k\u00f6rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au\u00dferstande ist, sich selbst zu unterhalten, und die Behinderung vor Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahres eingetreten ist, sofern nicht aufgrund der \u00dcbergangsregelung des \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;40 Satz&nbsp;5 EStG i.d.F. des Steuer\u00e4nderungsgesetzes 2007 vom 19.07.2006 (BGBl I 2006, 1652), inzwischen \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;32 Satz&nbsp;1 EStG, weiterhin die vorher geltende Altersgrenze (Vollendung des 27.&nbsp;Lebensjahres) ma\u00dfgeblich ist.<\/li><li>Das Tatbestandsmerkmal &#8222;au\u00dferstande [&#8230;] , sich selbst zu unterhalten&#8220; wird im Gesetz nicht n\u00e4her umschrieben. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH ist ein behindertes Kind dann au\u00dferstande, sich selbst zu unterhalten, wenn es seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann (z.B. BFH-Urteil vom 15.10.1999&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;183\/97, BFHE 189, 442, BStBl II 2000, 72, unter 1.b; Senatsurteile vom 05.02.2015&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;31\/13, BFHE 249, 144, BStBl II 2015, 1017, Rz&nbsp;13, und vom 13.04.2016&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;28\/15, BFHE 253, 249, BStBl II 2016, 648, Rz&nbsp;10, m.w.N.). Die F\u00e4higkeit zum Selbstunterhalt ist dabei anhand eines Vergleichs zweier Bezugsgr\u00f6\u00dfen zu pr\u00fcfen, n\u00e4mlich des aus dem Grundbedarf und dem behinderungsbedingten Mehrbedarf bestehenden gesamten existenziellen Lebensbedarfs des Kindes einerseits und seiner finanziellen Mittel andererseits (z.B. Senatsurteile in BFHE 253, 249, BStBl II 2016, 648, Rz&nbsp;10; vom 19.01.2017&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;44\/14, BFH\/NV 2017, 735, Rz&nbsp;29, und vom 27.11.2019&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;28\/17, BFHE 268, 13, BStBl II 2021, 807, Rz&nbsp;16). Diese Pr\u00fcfung hat f\u00fcr jeden Monat gesondert zu erfolgen (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 11.04.2013&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFHE 241, 499, BStBl II 2013, 1037).<\/li><li>Der behinderungsbedingte Mehrbedarf umfasst Aufwendungen, die gesunde Kinder nicht haben. Dazu geh\u00f6ren alle mit einer Behinderung zusammenh\u00e4ngenden au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen, insbesondere solche f\u00fcr Hilfen bei den gew\u00f6hnlichen und regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrenden Verrichtungen des t\u00e4glichen Lebens (Senatsurteil in BFHE 268, 13, BStBl II 2021, 807, Rz&nbsp;19). Diese k\u00f6nnen einzeln nachgewiesen oder mit dem ma\u00dfgeblichen Pauschbetrag (\u00a7&nbsp;33b Abs.&nbsp;1 bis 3 EStG) angesetzt werden. Wird Pflegegeld gezahlt, welches den Behinderten-Pauschbetrag \u00fcbersteigt, so ist zu vermuten, dass mindestens ein Mehrbedarf in H\u00f6he des gezahlten Pflegegeldes besteht (Senatsurteil vom 27.10.2021&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;19\/19, BFHE 275, 44, BStBl II 2022, 469, Rz&nbsp;16). Da im Streitfall das Pflegegeld in H\u00f6he von monatlich 316&nbsp;\u20ac den anteiligen monatlichen Pauschbetrag f\u00fcr Menschen mit Behinderungen in H\u00f6he von 74,17&nbsp;\u20ac \u00fcbersteigt, ist es vom FG zu Recht als Mehrbedarf angesetzt worden.<\/li><li>2. Das FG hat das Pflegegeld zutreffend bei den T zur Verf\u00fcgung stehenden finanziellen Mitteln als Bezug ber\u00fccksichtigt.<\/li><li>a) Bez\u00fcge sind alle Zufl\u00fcsse in Geld oder Naturalleistungen, die nicht im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Eink\u00fcnfteermittlung erfasst werden (zuletzt Senatsurteil in BFHE 275, 44, BStBl II 2022, 469, Rz&nbsp;17, m.w.N.). Sozialleistungen, mit deren Hilfe das Kind seinen existenziellen Grundbedarf oder behinderungsbedingten Mehrbedarf decken kann, sind zu ber\u00fccksichtigen, soweit das Kind nicht vom Sozialleistungstr\u00e4ger zu einem Kostenbeitrag herangezogen wird. Dies gilt auch f\u00fcr nachrangige Sozialleistungen, soweit der Sozialleistungstr\u00e4ger nicht bei den Eltern Regress nimmt (Senatsurteil in BFHE 268, 13, BStBl II 2021, 807, Rz&nbsp;23 und 24, m.w.N., betreffend Eingliederungshilfeleistungen nach \u00a7\u00a7&nbsp;53&nbsp;ff. des Zw\u00f6lften Buches Sozialgesetzbuch und Hilfe zum Lebensunterhalt).<\/li><li>b) Bez\u00fcge, die nicht zur Bestreitung des Lebensunterhalts des Kindes bestimmt oder geeignet sind, werden allerdings nicht als dem Kind zur Verf\u00fcgung stehende Mittel ber\u00fccksichtigt. Schmerzensgeld nimmt \u2011\u2011unabh\u00e4ngig davon, ob es in einem Einmalbetrag oder in Rentenform gezahlt wird\u2011\u2011 eine Sonderstellung innerhalb der sonstigen Einkommens- und Verm\u00f6gensarten ein, da es einen Ausgleich f\u00fcr Sch\u00e4den und Lebenshemmungen nicht verm\u00f6gensrechtlicher Art bieten und zugleich Genugtuung verschaffen soll. Wegen dieser Sonderfunktion, immaterielle Beeintr\u00e4chtigungen zu mildern oder auszugleichen, ist eine Schmerzensgeldrente nicht als Bezug des Kindes zu ber\u00fccksichtigen (Senatsurteil in BFHE 253, 249, BStBl II 2016, 648, Rz&nbsp;16&nbsp;ff.).<\/li><li>Pflegegeld kommt dagegen \u2011\u2011wie auch dem Blindengeld und anderen Sozialleistungen, die besonderen Bedarf abdecken sollen\u2011\u2011 eine derartige besondere Funktion nicht zu. Es ist daher als ein f\u00fcr den Unterhalt geeigneter Bezug anzusetzen. Die Ber\u00fccksichtigung derartiger Sozialleistungen als Bez\u00fcge ist auch sachgerecht. Denn bei vollj\u00e4hrigen behinderten Kindern wird hinsichtlich der Frage der Unf\u00e4higkeit zum Selbstunterhalt immer an die tats\u00e4chlich verwirklichten Verh\u00e4ltnisse und somit an die tats\u00e4chlich gezahlten Sozialleistungen angekn\u00fcpft (Senatsurteil in BFHE 275, 44, BStBl II 2022, 469, Rz&nbsp;18); die materielle Lage eines Kindes, dessen behinderungsbedingter Mehrbedarf durch eine Leistung wie das Pflegegeld abgedeckt wird, ist g\u00fcnstiger als die eines Kindes mit einem Mehrbedarf in gleicher H\u00f6he, das diese Leistung nicht erh\u00e4lt. Infolge des Pflegegeldes ist T mithin in geringerem Ma\u00dfe auf Mittel der Kl\u00e4gerin angewiesen.<\/li><li>3. Bei der Ermittlung der Unterhaltsleistungen, die T von ihrem Ehemann bezogen hat, hat das FG dessen Steuern und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge zu Recht abgezogen.<\/li><li>a) Zu den dem behinderten Kind zur Verf\u00fcgung stehenden eigenen finanziellen Mitteln geh\u00f6ren auch Leistungen Dritter, soweit diese zur Bestreitung des Lebensunterhalts bestimmt und geeignet sind (z.B. Senatsurteile in BFHE 253, 249, BStBl II 2016, 648, Rz&nbsp;17, und vom 09.02.2012&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 236, 417, BStBl II 2014, 391, Rz&nbsp;11). Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie aufgrund einer tats\u00e4chlich bestehenden zivilrechtlichen Verpflichtung (z.B. \u00a7&nbsp;1615 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuches \u2011\u2011BGB\u2011\u2011), einer vermeintlichen Verpflichtung oder freiwillig erbracht werden (z.B. Senatsurteile vom 11.04.2013&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;24\/12, BFHE 241, 255, BStBl II 2013, 866, und vom 12.09.2013&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;55\/12, BFH\/NV 2014, 36, Rz&nbsp;12, betreffend Unterhaltsleistungen des Kindsvaters als Bez\u00fcge).<\/li><li>b) Unter den Begriff der Bez\u00fcge sind daher auch Unterhaltsleistungen des verheirateten oder geschiedenen Ehegatten (\u00a7&nbsp;1360, \u00a7&nbsp;1360a, \u00a7&nbsp;1361, \u00a7\u00a7&nbsp;1569&nbsp;ff. BGB) zu fassen. Diese k\u00f6nnen bei Ehepartnern, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, regelm\u00e4\u00dfig nur gesch\u00e4tzt werden. Dabei ist von folgenden Grunds\u00e4tzen auszugehen:-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bei einer kinderlosen Ehe flie\u00dft nach der Lebenserfahrung dem nicht verdienenden Ehepartner etwa die H\u00e4lfte des gemeinsamen verf\u00fcgbaren Nettoeinkommens in Form von Geld- und Sachleistungen als Unterhalt zu, sofern dem unterhaltsverpflichteten Ehepartner ein verf\u00fcgbares Einkommen in H\u00f6he des steuerlichen Existenzminimums verbleibt (Senatsurteile in BFHE 236, 79, BStBl II 2012, 413, Rz&nbsp;10, und in BFHE 241, 255, BStBl II 2013, 866, Rz&nbsp;15; BFH-Urteil vom 25.02.2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;14\/13, BFH\/NV 2015, 836, Rz&nbsp;17).-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Verf\u00fcgt das Kind auch \u00fcber eigene Mittel, so ist zu unterstellen, dass sich die Eheleute ihr gemeinsames verf\u00fcgbares Einkommen teilen. Haben die Ehegatten eigene Kinder, so werden die Eink\u00fcnfte desjenigen Ehegatten, f\u00fcr den Kindergeld begehrt wird, durch dessen Unterhaltsleistungen an sein eigenes Kind grunds\u00e4tzlich nicht gemindert (Senatsurteil in BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463, Rz&nbsp;18 ff.).<\/li><li>Soweit nach der oben dargestellten Rechtsprechung des Senats eine Halbteilung der verf\u00fcgbaren Mittel durch die in intakter Ehe zusammenlebenden Partner anzunehmen ist, wird zugunsten des erwerbst\u00e4tigen Ehegatten kein Erwerbst\u00e4tigenbonus abgezogen (ebenso Nieders\u00e4chsisches FG, Urteil vom 03.09.2020&nbsp;&#8211; 1&nbsp;K&nbsp;129\/17, juris, Rz&nbsp;46; a.A. FG M\u00fcnster, Urteil vom 21.02.2013&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;1968\/11&nbsp;Kg, Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 790).<\/li><li>Reichen die so verteilten Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des Ehepartners \u2011\u2011allein oder zusammen mit Eink\u00fcnften und Bez\u00fcgen des behinderten Kindes\u2011\u2011 f\u00fcr den vollst\u00e4ndigen Unterhalt des behinderten Kindes aus und liegt kein weiterer Ber\u00fccksichtigungstatbestand gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 und 2 EStG vor, so entf\u00e4llt der Kindergeldanspruch.<\/li><li>c) Bei der Ermittlung des Unterhaltsanspruchs der T hat das FG die Lohnsteuer, den Solidarit\u00e4tszuschlag und die Kirchensteuer vom Einkommen des Ehemannes der T bei der Ermittlung ihres Unterhaltsanspruchs zu Recht abgezogen. Diese Posten mindern das zur Verf\u00fcgung stehende &#8222;Nettoeinkommen&#8220; im Sinne der Senatsurteile in BFHE 236, 79, BStBl II 2012, 413, in BFHE 241, 255, BStBl II 2013, 866 und in BFH\/NV 2015, 836 und stehen f\u00fcr den Verbrauch tats\u00e4chlich nicht zur Verf\u00fcgung (ebenso A&nbsp;19.5 Satz&nbsp;2 der Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem EStG 2022). Die auf das Einkommen entfallenden Steuern mindern im \u00dcbrigen \u2011\u2011unbeschadet der Obliegenheit, Steuervorteile in zumutbarem Rahmen in Anspruch zu nehmen\u2011\u2011 auch zivilrechtliche Unterhaltsanspr\u00fcche (z.B. Unterhaltsgrunds\u00e4tze des Oberlandesgerichts Frankfurt, Stand: 01.01.2022, unter 10.1; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25.06.1980&nbsp;&#8211; IVb&nbsp;ZR&nbsp;530\/80, Neue Juristische Wochenschrift 1980, 2251).<\/li><li>Soweit der Senat zur Grenzbetragsberechnung (\u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F.) entschieden hat, dass die Eink\u00fcnfte durch Steuern nicht gemindert werden (Senatsurteil vom 26.09.2007&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;4\/07, BFHE 219, 112, BStBl II 2008, 738), beruhte dies darauf, dass die Einkommensteuer erstattet wird, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag nicht \u00fcbersteigt und ein Kind einbehaltene Lohnsteuer unter den Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;42b EStG schon im Rahmen des Lohnsteuer-Jahresausgleichs durch den Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung f\u00fcr den letzten im Ausgleichsjahr endenden Lohnzahlungszeitraum zur\u00fcckerhalten konnte. Auf die Ermittlung eines Unterhaltsanspruchs des Kindes gegen seinen steuerpflichtige Eink\u00fcnfte erzielenden Ehegatten, bei dem eine Steuerschuld verbleibt, ist das nicht zu \u00fcbertragen.<\/li><li>d) Die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge des Kindes sind ebenfalls nicht zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt, da sie von Gesetzes wegen dem Kind oder dessen Eltern nicht zur Verf\u00fcgung stehen (Senatsurteil vom 19.10.2006&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;55\/06, BFH\/NV 2007, 420). Werden die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge vom Ehegatten des Kindes geleistet, so stehen sie dem Ehegatten gleichfalls weder f\u00fcr den eigenen Verbrauch noch f\u00fcr den Ehegattenunterhalt zur Verf\u00fcgung. Das FG hat sie daher zu Recht bei der Ermittlung des Ehegattenunterhalts abgezogen.<\/li><li>4. Das FG hat jedoch die Unterhaltszahlungen des Ehemannes f\u00fcr sein Kind X bei der Ermittlung des Ehegattenunterhalts an T zu Unrecht unber\u00fccksichtigt gelassen.<\/li><li>a) Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des behinderten Kindes, f\u00fcr das Kindergeld begehrt wird, nicht wegen Unterhaltsverpflichtungen des Kindes gegen\u00fcber seinem Kind, d.h. dem Enkel der Eltern des behinderten Kindes, zu k\u00fcrzen sind. Denn eine unmittelbare Ber\u00fccksichtigung der vom Enkelkind ausgel\u00f6sten Unterhaltslasten im Rahmen der Pr\u00fcfung der behinderungsbedingten Unf\u00e4higkeit zum Selbstunterhalt ist ausgeschlossen, weil sich die behinderungsbedingte Unf\u00e4higkeit zum Selbstunterhalt danach bestimmt, ob Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des behinderten Kindes dessen existenziellen Lebensbedarf decken. Der Unterhaltsbedarf des Kindeskindes vermindert jedoch weder die Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des behinderten Kindes noch erh\u00f6ht er dessen existenziellen Lebensbedarf.<\/li><li>Der Senat hat in seinem Urteil in BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463, Rz&nbsp;20 zudem darauf hingewiesen, dass nach \u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG nur Kinder, die mit dem Steuerpflichtigen im ersten Grad verwandt sind, ber\u00fccksichtigt werden und Belastungen f\u00fcr den Unterhalt eines Enkelkindes bei der Einkommensbesteuerung der Gro\u00dfeltern als Steuerpflichtige deshalb nicht ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden; anderenfalls w\u00e4ren Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des Kindes faktisch bis zur doppelten H\u00f6he des Existenzminimums unsch\u00e4dlich, n\u00e4mlich f\u00fcr das Kind selbst und f\u00fcr das Kindeskind. Die vom Enkelkind ausgel\u00f6sten Unterhaltslasten w\u00fcrden ausschlie\u00dflich durch den f\u00fcr dieses (Enkel-)Kind bestehenden Anspruch auf Kindergeld oder die Freibetr\u00e4ge des \u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG abgegolten.<\/li><li>b) Im Streitfall geht es jedoch nicht wie im Senatsurteil in BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463 um die Frage, ob der Grundsatz des Vergleichs des gesamten existenziellen Lebensbedarfs des behinderten Kindes einerseits und seiner finanziellen Mittel andererseits in der Weise zu modifizieren ist, dass entweder dessen Lebensbedarf \u00fcber den eigenen Grundbedarf und behinderungsbedingten Mehrbedarf hinaus um den Bedarf seines Kindes \u2011\u2011des Kindeskindes\u2011\u2011 erh\u00f6ht oder aber die Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des behinderten Kindes wegen seiner Unterhaltsverpflichtung um einen besonderen Abzugsposten vermindert werden. Ma\u00dfgeblich ist vielmehr, ob die als Bezug der T anzusetzenden Unterhaltsleistungen ihres Ehemannes durch dessen Unterhaltspflicht gegen\u00fcber X beeinflusst werden.<\/li><li>Der vom Ehemann an X gezahlte Unterhalt mindert danach den an T zu leistenden Unterhalt. Dies gilt unabh\u00e4ngig davon, ob insofern auf die tats\u00e4chlich zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel oder auf die Zivilrechtslage abgestellt wird. Denn der Anspruch des Ehegatten auf Ehegattenunterhalt ist gegen\u00fcber dem Unterhaltsanspruch minderj\u00e4hriger Kinder rechtlich nachrangig (\u00a7&nbsp;1609 BGB), und tats\u00e4chlich stehen Mittel, die vom Ehegatten an ein nicht im gemeinsamen Haushalt lebendes Kind gezahlt werden, auch nicht f\u00fcr den Unterhalt des Ehegatten und weiterer Haushaltsmitglieder zur Verf\u00fcgung.<\/li><li>Das Existenzminimum von X wird damit kindergeldrechtlich nicht unzul\u00e4ssig sowohl bei X als auch bei T ber\u00fccksichtigt, sondern mindert in H\u00f6he der H\u00e4lfte des vom Ehemann gezahlten Unterhalts den Ehegattenunterhalt, der bei T als Bezug zu erfassen ist. Dieser T als Bezug zuzurechnende Ehegattenunterhalt mindert sich somit um die H\u00e4lfte der vom Ehemann monatlich gezahlten 305&nbsp;\u20ac, also um monatlich 152,50&nbsp;\u20ac. Die Revision ist bereits aus diesem Grunde f\u00fcr die Monate Januar und Februar 2019 begr\u00fcndet.<\/li><li>5. Eine unmittelbare Ber\u00fccksichtigung der Belastung der T mit Unterhaltsleistungen f\u00fcr das gemeinsame Kind E hat das FG ebenfalls zu Recht abgelehnt. Eine mittelbare Ber\u00fccksichtigung der Unterhaltslasten f\u00fcr E infolge geminderten Ehegattenunterhalts wird durch die Grunds\u00e4tze des Senatsurteils in BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463 jedoch nicht ausgeschlossen.<\/li><li>a) Beide Elternteile sind ihrem mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden unverheirateten minderj\u00e4hrigen Kind gleicherma\u00dfen zum Unterhalt verpflichtet; diese Verpflichtung geht der zum Unterhalt des Ehepartners vor (\u00a7&nbsp;1609 BGB). F\u00fcr den Streitfall ergibt sich daraus, dass T von ihrem Ehemann keinen Unterhalt beanspruchen kann, soweit dieser mit seinen Mitteln E unterhalten muss. Tats\u00e4chlich stehen die vom Ehemann notwendig f\u00fcr den Kindesunterhalt aufgewendeten Betr\u00e4ge f\u00fcr seinen und den Unterhalt der T auch nicht zur Verf\u00fcgung.<\/li><li>b) Der notwendige finanzielle Aufwand f\u00fcr den Unterhalt von E kann nach dem Mindestunterhalt der D\u00fcsseldorfer Tabelle bemessen werden; das waren im Jahr 2018 f\u00fcr bis zu 5&nbsp;Jahre alte Kinder monatlich 348&nbsp;\u20ac. Unerheblich ist, dass der sich daraus ergebende Jahresbetrag in H\u00f6he von 4.176&nbsp;\u20ac unter dem (doppelten) Freibetrag f\u00fcr das s\u00e4chliche Existenzminimum eines Kindes in H\u00f6he von 4.788&nbsp;\u20ac liegt (\u00a7&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG). Denn der Freibetrag differenziert nicht nach dem Alter des Kinder, w\u00e4hrend der Mindestunterhalt nach der D\u00fcsseldorfer Tabelle entsprechend dem typischen Unterhaltsbedarf mit dem Alter des Kindes zunimmt und den Freibetrag bereits bei Kindern im Alter von 6 bis 11&nbsp;Jahren erreicht und ihn bei mindestens 18&nbsp;Jahre alten Kindern deutlich \u00fcbersteigt.<\/li><li>c) Der Senat neigt dazu, in Anlehnung an die Zivilrechtslage (\u00a7&nbsp;1612b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BGB) und weil das Kindergeld auch der Deckung des Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarfs dient, von dem f\u00fcr den Barunterhalt erforderlichen Betrag lediglich das halbe Kindergeld abzuziehen.<\/li><li>Da dies f\u00fcr den Streitfall im Ergebnis unerheblich ist (s. unten II.5.d), kann jedoch dahingestellt bleiben, ob der f\u00fcr den Barunterhalt erforderliche Betrag nicht sogar um das volle Kindergeld zu k\u00fcrzen ist, weil es f\u00fcr Zwecke der Ermittlung des Ehegattenunterhalts nur auf die Verteilung der zur Verf\u00fcgung stehenden Geldmittel innerhalb der Familie ankommt.<\/li><li>Die dem Ehemann f\u00fcr sich und f\u00fcr T zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel vermindern sich wegen des Unterhalts f\u00fcr E damit \u2011\u2011bei Abzug des vollen Kindergeldes\u2011\u2011 h\u00f6chstens um weitere 154&nbsp;\u20ac und der Ehegattenunterhalt der T somit um die H\u00e4lfte dieses Betrages, also um monatlich 77&nbsp;\u20ac.<\/li><li>d) Der bei T als Bezug zu erfassende Ehegattenunterhalt mindert sich mithin aufgrund der Belastung ihres Ehemannes f\u00fcr X in H\u00f6he von 152,50&nbsp;\u20ac und f\u00fcr E in H\u00f6he von h\u00f6chstens 77&nbsp;\u20ac, zusammen also monatlich in H\u00f6he von 229,50&nbsp;\u20ac.<\/li><li>Der vom FG f\u00fcr November und Dezember 2018 in H\u00f6he von jeweils 1.066&nbsp;\u20ac ermittelte Bedarf der T wird demnach auch bei einer Verringerung der Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge um monatlich 229,50&nbsp;\u20ac f\u00fcr November von 1.486&nbsp;\u20ac auf 1.256,50&nbsp;\u20ac und f\u00fcr Dezember von 1.351&nbsp;\u20ac auf 1.121,50&nbsp;\u20ac gedeckt; die Revision ist insofern unbegr\u00fcndet.<\/li><li>6. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.201022.IIIR13.21.0 BFH III. Senat EStG \u00a7 63 Abs 1 S 2, EStG \u00a7 32 Abs 4 S 1 Nr 3, BGB \u00a7 1360, BGB \u00a7 1360a, BGB \u00a7\u00a7 1569ff, BGB \u00a7 1569, BGB \u00a7 1609, BGB \u00a7 1612b Abs 1 S 1 Nr 1, DA-KG 2022 Abschn 19.5 S 2, EStG VZ 2018 , EStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-behindertes-kind-pflegegeld-unterhaltsanspruch-gegenueber-dem-ehegatten-des-behinderten-kindes-bfh-urteil-vom-20-oktober-2022-iii-r-13-21\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kindergeldanspruch f\u00fcr ein vollj\u00e4hriges behindertes Kind; Pflegegeld; Unterhaltsanspruch gegen\u00fcber dem Ehegatten des behinderten Kindes &#8211; BFH-Urteil vom 20. 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