{"id":7610,"date":"2012-12-02T16:07:10","date_gmt":"2012-12-02T14:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7610"},"modified":"2012-12-02T16:07:10","modified_gmt":"2012-12-02T14:07:10","slug":"iii-r-17-07-kindergeld-warten-auf-ausbildungsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-17-07-kindergeld-warten-auf-ausbildungsplatz\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;17\/07 &#8211; Kindergeld: Warten auf Ausbildungsplatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.1.2010, III R 17\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld: Warten auf Ausbildungsplatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihre am 1. Februar 1985 geborene Tochter (T) Kindergeld. Mit Bescheiden vom 16. Dezember 2004 hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r Februar bis August 2003 sowie ab November 2003 auf und forderte das gezahlte Kindergeld in H&ouml;he von 1.078 EUR (Februar bis August 2003) und 1.386 EUR (November 2003 bis Juli 2004) zur&uuml;ck. Die Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidungen vom 6. und 7. April 2005 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte sie aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Zeitraum Februar bis August 2003, in dem T in einem Friseursalon gearbeitet habe, stehe der Kl&auml;gerin kein Kindergeld zu, weil T nicht f&uuml;r einen Beruf ausgebildet worden sei, sondern eine mehr als nur geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung als Friseurgehilfin ausge&uuml;bt habe. Nach der Bescheinigung der Arbeitgeberin habe die w&ouml;chentliche Arbeitszeit 32 Stunden betragen und der monatliche Verdienst mehr als 400 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab November 2003 habe die Kl&auml;gerin keinen Anspruch mehr auf Kindergeld, da T ab 27. Oktober 2003 nicht mehr als arbeitsuchend registriert gewesen sei. Sie habe sich zuletzt am 9. September 2003 bei der Arbeitsvermittlung arbeitslos gemeldet und sei trotz Aufforderung am 27. Oktober 2003 und danach nicht mehr erschienen. Ebenso wenig sei sie bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes als Bewerberin gef&uuml;hrt worden. Zwar sei am 8. August 2003 (von einer Tante der T) um einen Gespr&auml;chstermin f&uuml;r T gebeten worden, T habe diesen Termin am 15. Dezember 2003 jedoch ohne Begr&uuml;ndung nicht wahrgenommen. Andere Nachweise dar&uuml;ber, dass T sich ernsthaft um eine Berufsausbildung bem&uuml;ht habe, l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. T habe von Februar bis August 2003 kein als Berufsausbildung anzusehendes Praktikum absolviert. F&uuml;r eine Berufsausbildung spreche zwar die Bescheinigung des Friseursalons vom 12. Mai 2003, nach der T vom 1. Dezember 2002 bis Juli 2004 ein Praktikum geleistet habe. Dagegen habe die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rt, dass ihre Tochter im Zeitraum Februar bis August 2003 in einem Arbeitsverh&auml;ltnis als Shampooneuse gestanden habe. Die als Zeugin vernommene T habe ausgesagt, sie habe in dem Friseursalon am 1. Dezember 2002 ein Praktikum von vier bis sechs Wochen begonnen. Das Praktikum sei daher auch nach Aussage von T sp&auml;testens Mitte Januar 2003 beendet gewesen. Ebenfalls f&uuml;r ein Arbeitsverh&auml;ltnis spreche das der T am 25. M&auml;rz 2004 ausgestellte Zeugnis, in dem sie ausdr&uuml;cklich als Friseurgehilfin bezeichnet und als K&uuml;ndigungsgrund ein Kundenr&uuml;ckgang angegeben werde. Auch habe T im Einspruchsverfahren ausdr&uuml;cklich best&auml;tigt, dass sie keine Ausbildung absolviere, sondern einen festen Arbeitsplatz habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin habe die Familienkasse nicht wider besseres Wissen Kindergeld gezahlt und dieses dann treuwidrig zur&uuml;ckgefordert. Aufgrund der Praktikumsbescheinigung vom 12. Mai 2003 habe die Familienkasse von einer Berufsausbildung in Form eines Praktikums ausgehen k&ouml;nnen. Erst mit der Vorlage des Zeugnisses vom 25. M&auml;rz 2004 habe sie Zweifel an der Ausbildung haben m&uuml;ssen, was schlie&szlig;lich zur Aufhebung der Kindergeldfestsetzung und R&uuml;ckforderung des gezahlten Kindergeldes gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab November 2003 sei T nicht mehr als Arbeitsuchende registriert gewesen. Zwar habe sie sich nach der K&uuml;ndigung Ende August\/Anfang September 2003 arbeitsuchend gemeldet. Die Erkl&auml;rungen von T und der Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung, ihnen seien Einladungen des Arbeitsamtes zum 27. Oktober und 26. November 2003 nicht bekannt, w&uuml;rden durch die von der Familienkasse vorgelegte Kindergeldakte nicht best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1, Nr. 2 Buchst. a und Buchst. c des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG) sowie einen Verfahrensversto&szlig; gegen &sect; 76 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Sie tr&auml;gt im Wesentlichen vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Februar bis August 2003 bestehe ein Anspruch auf Kindergeld nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG. Nach den Grunds&auml;tzen der Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Juni 1999 VI R 50\/98 (BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706) und VI R 16\/99 (BFHE 189, 113, BStBl II 1999, 713) sei die T&auml;tigkeit von T als Praktikum und damit als Berufsausbildung zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils vom 15. Juli 2003 VIII R 77\/00 (BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845) seien auch die Voraussetzungen des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG gegeben, da mit der T&auml;tigkeit von T in dem Friseursalon die Erwartung verkn&uuml;pft gewesen sei, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Sie habe sich daher ernsthaft um einen f&uuml;r sie objektiv geeigneten Arbeitsplatz bem&uuml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab November 2003 sei T nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG zu ber&uuml;cksichtigen, unabh&auml;ngig davon, ob sie nach dem 24. Oktober 2003 eine Einladung zu dem Vorstellungsgespr&auml;ch am 26. November 2003 erhalten habe. Denn die Wirkung der Meldung eines Kindes als arbeitsuchend k&ouml;nne nicht durch einseitiges Verwaltungshandeln der Agentur f&uuml;r Arbeit erl&ouml;schen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen werde ein Versto&szlig; gegen &sect; 76 Abs. 1 FGO ger&uuml;gt. T habe bei ihrer Vernehmung als Zeugin erkl&auml;rt, ihr sei kein Einladungsschreiben zugegangen. Die Agentur f&uuml;r Arbeit habe den Zugang nicht nachweisen k&ouml;nnen. Insoweit beruhe das Urteil des FG hinsichtlich des Zeitraums November 2003 bis Juli 2004 auf einem falschen Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Bescheide der Familienkasse vom 16. Dezember 2004 sowie die Einspruchsentscheidungen vom 6. und 7. April 2005 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision hat bez&uuml;glich des Kindergeldanspruchs f&uuml;r November 2003 Erfolg. Im &Uuml;brigen ist die Revision unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zeitraum Februar bis August 2003<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Anspruch auf Kindergeld gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG scheidet schon deshalb aus, weil T nicht beim Arbeitsamt als Arbeitsuchende gemeldet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Anspruch gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG besteht nicht, weil T nicht f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet. Dieser Vorbereitung dienen alle Ma&szlig;nahmen, bei denen Kenntnisse, F&auml;higkeiten und Erfahrungen erworben werden, die als Grundlagen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs geeignet sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 2. April 2009 III R 85\/08, BFHE 224, 546, BStBl II 2010, 298, m.w.N.). Hierzu z&auml;hlen auch berufsspezifische Praktika, z.B. ein Anwaltspraktikum eines Jurastudenten (BFH-Urteil in BFHE 189, 113, BStBl II 1999, 713) oder eine Volont&auml;rt&auml;tigkeit, die ausbildungswillige Kinder vor Annahme einer vollbezahlten Besch&auml;ftigung gegen geringe Entlohnung absolvieren (BFH-Urteil in BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706). Voraussetzung in diesen F&auml;llen ist, dass der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht und es sich nicht lediglich um ein gering bezahltes Arbeitsverh&auml;ltnis handelt (BFH-Urteil in BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706, unter 2. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung unter Einbeziehung der Aussage der als Zeugin vernommenen T zu dem Ergebnis gelangt, dass es sich bei der T&auml;tigkeit der T als Friseurgehilfin nicht um ein Praktikum, sondern um ein gering bezahltes Arbeitsverh&auml;ltnis als Shampooneuse gehandelt hat. Da die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen ist und auch nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, ist sie f&uuml;r den BFH als Revisionsgericht nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindend, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist (z.B. Senatsurteil vom 19. November 2008 III R 105\/07, BFHE 223, 365, BFH\/NV 2009, 638, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso wenig liegen die Voraussetzungen des &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach besteht ein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, aber noch nicht 27 Jahre altes Kind, wenn es eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Hierbei ist ein Kind nicht nur dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn es noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt antreten kann (BFH-Urteil in BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat nicht nachgewiesen, dass sich T z.B. durch Bewerbungen ab Februar 2003 ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht hat oder sich bei der Ausbildungsvermittlung des Arbeitsamtes (seit 1. Januar 2004 Agentur f&uuml;r Arbeit) als Ausbildungsuchende gemeldet hat (vgl. Senatsurteil vom 19. Juni 2008 III R 66\/05, BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005). Die Kl&auml;gerin hat auch nicht nachgewiesen, dass T w&auml;hrend ihrer T&auml;tigkeit als Friseurgehilfin eine Zusage auf sp&auml;tere &Uuml;bernahme in ein Ausbildungsdienstverh&auml;ltnis von ihrer Arbeitgeberin erhalten hat. Ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 14. September 2006 hat T auf Vorhalt des Gerichts erkl&auml;rt, dass sie nach Ablauf des Praktikums Mitte Januar 2003 eine ca. sechsmonatige Probezeit habe absolvieren sollen. Ihre Chefin habe dann gewollt, dass sie richtig bei ihr arbeiten solle. Erst anschlie&szlig;end habe sie eine Lehre machen sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unverbindliche Aussicht auf einen Ausbildungsplatz gen&uuml;gt jedoch nicht f&uuml;r die Anwendbarkeit des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG. T h&auml;tte sich bei dieser unsicheren Situation auch um andere Ausbildungspl&auml;tze bem&uuml;hen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Monate Februar bis August 2003 gem&auml;&szlig; &sect; 70 Abs. 2 EStG aufgehoben wurde, hat die Kl&auml;gerin das Kindergeld ohne rechtlichen Grund erhalten und es deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung zu erstatten. Der R&uuml;ckforderung des Kindergeldes steht der Grundsatz von Treu und Glauben schon deshalb nicht entgegen, weil die Familienkasse fr&uuml;hestens mit der Vorlage des Zeugnisses von der Arbeitgeberin f&uuml;r T vom 25. M&auml;rz 2004 Kenntnis davon erlangt hat, dass es sich nicht um ein berufsspezifisches Praktikum gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hindert der Grundsatz von Treu und Glauben nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH die R&uuml;ckforderung zuviel gezahlten Kindergeldes nicht schon dann, wenn die Familienkasse trotz Kenntnis von Umst&auml;nden, die zum Wegfall des Kindergeldanspruchs f&uuml;hren, zun&auml;chst weiterhin Leistungen erbracht hat. Erforderlich sind vielmehr besondere Umst&auml;nde, die die Geltendmachung des R&uuml;ckforderungsanspruchs als illoyale Rechtsaus&uuml;bung erscheinen lassen (BFH-Urteil vom 14. Oktober 2003 VIII R 56\/01, BFHE 203, 472, BStBl II 2004, 123).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zeitraum November 2003 bis Juli 2004<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) November 2003<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Monat November 2003 besteht gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG ein Kindergeldanspruch. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung wirkt die Meldung eines vollj&auml;hrigen, aber noch nicht 21 Jahre alten arbeitslosen Kindes als arbeitsuchend bei der Arbeitsvermittlung des Arbeitsamtes f&uuml;r drei Monate fort (Senatsurteil vom 19. Juni 2008 III R 68\/05, BFHE 222, 349, BStBl II 2009, 1008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG hat sich T Anfang September 2003 zuletzt arbeitslos gemeldet. Danach besteht der Kindergeldanspruch bis einschlie&szlig;lich November 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dezember 2003 bis Juli 2004<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r einen Kindergeldanspruch gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG liegen nicht vor. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin muss sich das Kind nach Ablauf der Drei-Monats-Frist erneut als Arbeitsuchender melden, da sonst der Kindergeldanspruch entf&auml;llt. Wegen der Begr&uuml;ndung im Einzelnen wird auf das Senatsurteil in BFHE 222, 349, BStBl II 2009, 1008 verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann offen bleiben, ob T von dem vom Arbeitsamt f&uuml;r den 26. November 2003 anberaumten Vorsprachetermin Kenntnis erlangt hat, jedenfalls hat die Kl&auml;gerin nicht behauptet oder gar nachgewiesen, dass sich T im Streitzeitraum erneut als Arbeitsuchende beim Arbeitsamt gemeldet hat. Insoweit geht auch die Verfahrensr&uuml;ge wegen Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) ins Leere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.1.2010, III R 17\/07 Kindergeld: Warten auf Ausbildungsplatz Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihre am 1. Februar 1985 geborene Tochter (T) Kindergeld. Mit Bescheiden vom 16. Dezember 2004 hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r Februar bis August 2003 sowie ab November 2003 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-17-07-kindergeld-warten-auf-ausbildungsplatz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;17\/07 &#8211; Kindergeld: Warten auf Ausbildungsplatz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}