{"id":7615,"date":"2012-12-02T16:12:24","date_gmt":"2012-12-02T14:12:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7615"},"modified":"2012-12-02T16:12:24","modified_gmt":"2012-12-02T14:12:24","slug":"x-b-32-09-verrechnung-von-kirchensteuererstattung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-32-09-verrechnung-von-kirchensteuererstattung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;32\/09 &#8211; Verrechnung von Kirchensteuererstattung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.1.2010, X B 32\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verrechnung von Kirchensteuererstattung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wenden sich gegen die Verrechnung erstatteter Kirchensteuer mit gezahlter Kirchensteuer im Erstattungsjahr, da sich die entrichtete Kirchensteuer im Zahlungsjahr wegen eines negativen Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte steuerlich nicht ausgewirkt hatte. Das Finanzgericht (FG) hat ausgef&uuml;hrt, die Verrechnung sei zu Recht erfolgt, da die Kl&auml;ger in H&ouml;he der Erstattung nicht wirtschaftlich belastet seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer auf den Gesichtspunkt der Fortentwicklung des Rechts gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde machen die Kl&auml;ger geltend, dass nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. Februar 2005 XI R 68\/03, BFH\/NV 2005, 1304) erstattete Kirchensteuer mit der im Zahlungsjahr geleisteten Kirchensteuer zu verrechnen sei, soweit sie nicht mit gezahlter Kirchensteuer im Jahr der Erstattung verrechnet werden k&ouml;nne. Das bedeute aber folgerichtig, dass die Verrechnung im Erstattungsjahr nur stattfinden d&uuml;rfe, wenn die Aufwendungen sich steuerlich zu Gunsten ausgewirkt h&auml;tten. Sonst wirkten sich Kichensteuer-Zahlungen m&ouml;glicherweise gar nicht als Sonderausgaben aus, obwohl eine tats&auml;chliche und endg&uuml;ltige wirtschaftliche Belastung vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Ein Bed&uuml;rfnis nach Fortentwicklung des Rechts besteht nicht; die von den Kl&auml;gern bef&uuml;rwortete Einschr&auml;nkung der Verrechnung kommt nach gefestigter Rechtsprechung nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsf&auml;hig und besitzt deshalb keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), wenn sie bereits h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt oder aus anderen Gr&uuml;nden eindeutig ist oder wenn die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat (vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 27. Januar 2006 II B 6\/05, BFH\/NV 2006, 908, sowie Senatsbeschluss vom 16. Januar 2007 X B 38\/06, BFH\/NV 2007, 757). F&uuml;r die Rechtsfortbildungsrevision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 Alternative 1 FGO gilt dieser Ma&szlig;stab entsprechend (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Juni 2008 X B 210\/05, BFH\/NV 2008, 1649).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH einschlie&szlig;lich des beschlie&szlig;enden Senats (vgl. Entscheidungen vom 26. Juni 1996 X R 73\/94, BFHE 181, 144, BStBl II 1996, 646; in BFH\/NV 2005, 1304; vom 28. Juni 2006 XI B 163\/05, BFH\/NV 2006, 1836; vom 2. September 2008 X R 46\/07, BFHE 222, 215, BStBl II 2009, 229; vom 16. September 2008 X B 267\/07, BFH\/NV 2009, 5; vom 26. November 2008 X R 24\/08, BFH\/NV 2009, 568, und vom 3. M&auml;rz 2009 X B 145\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht) sind aus Gr&uuml;nden der Praktikabilit&auml;t erstattete Kirchensteuern im Jahr der Erstattung vorrangig mit den in diesem Jahr gezahlten Kirchensteuern zu verrechnen und mindern den Sonderausgabenabzug nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) im Erstattungsjahr. Nur wenn die Erstattung die gezahlten Kirchensteuern im Erstattungsjahr &uuml;bersteigt, mindert der Erstattungs&uuml;berhang &#8211;und nur dieser&#8211; &uuml;ber &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung den Sonderausgabenabzug im Zahlungsjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verrechnung im Erstattungsjahr findet mithin stets statt, wenn und soweit sie m&ouml;glich ist. Sie h&auml;ngt nicht davon ab, ob sie auch im Zahlungsjahr m&ouml;glich gewesen w&auml;re oder wie sich der Sonderausgabenabzug im Zahlungsjahr ausgewirkt hatte. Die im Streitfall vorgenommene und durch das FG best&auml;tigte Verrechnung der Erstattung im Erstattungsjahr entspricht deshalb gefestigter Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit ihrer Rechtsansicht, die Verrechnung im Erstattungsjahr setze umgekehrt eine steuerliche Auswirkung des Sonderausgabenabzugs im Zahlungsjahr voraus, setzen die Kl&auml;ger zu Unrecht die Verrechnungsm&ouml;glichkeit mit der steuerlichen Auswirkung gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtsprechung kn&uuml;pft die Verrechnung des Erstattungs&uuml;berhangs im Zahlungsjahr nicht daran an, dass der Erstattungs&uuml;berhang sich im Erstattungsjahr nicht steuerlich auswirkt, sondern daran, dass im Erstattungsjahr keine Zahlungen vorhanden sind, mit denen eine Verrechnung m&ouml;glich w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Richtig ist, dass sich bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze in bestimmten F&auml;llen Kirchensteuer-Zahlungen nicht steuerlich auswirken, obwohl eine tats&auml;chliche und endg&uuml;ltige wirtschaftliche Belastung vorliegt. Dies ist, wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, systemimmanent, weil Grund und Umfang der steuerlichen Auswirkungen des Sonderausgabenabzugs von der H&ouml;he des zuvor zu ermittelnden Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte nach &sect; 2 Abs. 3 EStG abh&auml;ngen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Andererseits ist allerdings darauf hinzuweisen, dass sich bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze einschlie&szlig;lich der unter 1. dargestellten Verrechnungsmethode in bestimmten F&auml;llen auch Kirchensteuer-Erstattungen nicht steuerlich auswirken, obwohl die Kirchensteuer-Zahlung sich ausgewirkt hat. Dazu kann es kommen, wenn im Erstattungsjahr zwar Kirchensteuer-Zahlungen vorhanden sind, die eine Verrechnung erm&ouml;glichen, der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte jedoch so gering ist, dass sich der Sonderausgabenabzug und hieraus folgend auch die den Abzug mindernde Verrechnung nicht auswirkt. Die Verrechnungsmethode ist daher unter systematischen Gesichtspunkten zu Gunsten und zu Lasten der Steuerpflichtigen belastungsneutral.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.1.2010, X B 32\/09 Verrechnung von Kirchensteuererstattung Tatbestand 1&nbsp; I. 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