{"id":7620,"date":"2012-12-02T16:12:23","date_gmt":"2012-12-02T14:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7620"},"modified":"2012-12-02T16:12:23","modified_gmt":"2012-12-02T14:12:23","slug":"x-r-32-09-beerdigungskosten-als-dauernde-last-abziehbarkeit-von-wiederkehrenden-leistungen-als-dauernde-last-im-rahmen-der-vermoegensuebergabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-32-09-beerdigungskosten-als-dauernde-last-abziehbarkeit-von-wiederkehrenden-leistungen-als-dauernde-last-im-rahmen-der-vermoegensuebergabe\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;32\/09 &#8211; Beerdigungskosten als dauernde Last &#8211; Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als dauernde Last im Rahmen der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2010, X R 32\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Beerdigungskosten als dauernde Last &#8211; Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als dauernde Last im Rahmen der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Hat sich der Verm&ouml;gens&uuml;bernehmer gegen&uuml;ber dem Verm&ouml;gens&uuml;bergeber verpflichtet, die Kosten einer standesgem&auml;&szlig;en Beerdigung zu tragen, sind die Bestattungskosten dann nicht als dauernde Last i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1a EStG abziehbar, wenn er Alleinerbe des Verm&ouml;gens&uuml;bergebers wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Eltern des Kl&auml;gers und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) &uuml;bertrugen diesem auf der Grundlage eines Hof&uuml;bergabevertrages ihren landwirtschaftlichen Betrieb im Wege der vorweggenommenen Erbfolge. Im Gegenzug verpflichtete sich der Kl&auml;ger, seinen Eltern auf Lebenszeit ein Altenteil zu gew&auml;hren. U.a. sollte er den &quot;Eltern nach deren Tod ein standesgem&auml;&szlig;es und christliches Begr&auml;bnis bereiten und f&uuml;r die &uuml;bliche weitere Grabpflege Sorge tragen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vater des Kl&auml;gers verstarb im Januar 2004. Seine Alleinerbin, die Mutter des Kl&auml;gers, verstarb im April 2004. Der Kl&auml;ger ist Alleinerbe nach seiner Mutter. Die Beerdigungskosten f&uuml;r die Mutter des Kl&auml;gers beliefen sich auf insgesamt ca. 5.100 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2004 machten die Kl&auml;ger die Beerdigungskosten beider Elternteile als Sonderausgaben geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte diese Kosten nicht. Beerdigungskosten seien keine dauernden Lasten, sondern au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen. Da die Aufwendungen aus dem Nachlass bestritten werden k&ouml;nnten, k&auml;me ein Abzug nach &sect; 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren erkannte das FA die Kosten f&uuml;r die Beerdigung des Vaters als abziehbare Sonderausgaben an. Hinsichtlich der Beerdigungskosten f&uuml;r die Mutter des Kl&auml;gers wies es den Einspruch zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1377 ver&ouml;ffentlichtem Urteil statt. Auch einmalige Aufwendungen, die &#8211;wie die Kosten f&uuml;r die Beerdigung und ein angemessenes Grabmal des Altenteilers&#8211; nach dem Zivilrecht zum Inbegriff &quot;typischer&quot; Versorgungsleistungen geh&ouml;rten, seien als Sonderausgaben abziehbar. Sie geh&ouml;rten zu einer zusammenh&auml;ngenden steuerrechtlichen Einheit von verschiedenartigen Versorgungsleistungen, bei der sich eine isolierte Betrachtung einmalig zu erbringender Leistungsbestandteile verbiete. Beerdigungskosten seien solche Leistungsbestandteile; sie l&auml;gen zeitlich am Ende einer Reihe unterschiedlicher laufender Zuwendungen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15. Februar 2006 X R 5\/04, BFHE 212, 450, BStBl II 2007, 160).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Abziehbarkeit der Beerdigungskosten stehe auch nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger als Alleinerbe seiner Mutter die Beerdigungskosten nach &sect; 1968 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) h&auml;tte tragen m&uuml;ssen. Die Verpflichtung im Altenteilsvertrag &uuml;berlagere die erbrechtliche Verpflichtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Das FG habe nicht ber&uuml;cksichtigt, dass der Abziehbarkeit der Aufwendungen f&uuml;r den Letztversterbenden das Prinzip der korrespondierenden Besteuerung der Leistungen entgegenstehe (Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect; 10 EStG Rz 109). Im Fall des Letztversterbenden k&ouml;nnten die Aufwendungen, die der Verpflichtete leiste, an niemanden mehr erbracht werden, da kein Berechtigter aus dem Altenteilsvertrag mehr vorhanden sei. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Altenteilsverpflichtete Alleinerbe sei. Zudem werde in der Literatur auch die Auffassung vertreten, Beerdigungskosten seien nicht als Sonderausgaben abziehbar, da sie nur einmalig anfielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom FA vorgetragene Grundsatz der materiell-rechtlichen Korrespondenz sei erstmalig mit dem Jahressteuergesetz 2008 (JStG 2008) kodifiziert worden und demzufolge im Streitjahr 2004 nicht anwendbar. Zudem ende die Abziehbarkeit der dauernden Last nicht, wenn der Altenteilsverpflichtete zugleich Alleinerbe des &uuml;berlebenden Altenteiler-Ehegatten werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Unrecht ist das FG davon ausgegangen, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Beerdigung der Mutter des Kl&auml;gers als Sonderausgaben abziehbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Als Sonderausgaben abziehbar sind die auf besonderen Verpflichtungsgr&uuml;nden beruhenden Renten und dauernden Lasten, die nicht mit Eink&uuml;nften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, die bei der Veranlagung au&szlig;er Betracht bleiben (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 1a EStG). Handelt es sich steuerrechtlich um eine dem Vertragstypus des &quot;Versorgungsvertrages&quot;\/&quot;Altenteilsvertrages&quot; vergleichbare Verm&ouml;gens&uuml;bergabe, sind die &#8211;grunds&auml;tzlich schon aufgrund der Rechtsnatur des Vertrages ab&auml;nderbaren&#8211; wiederkehrenden Leistungen in der Regel als &quot;dauernde Last&quot; abziehbar (ausf&uuml;hrlich hierzu Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 5. Juli 1990 GrS 4-6\/89, BFHE 161, 317, 328, BStBl II 1990, 847; zusammenfassend Senatsurteil vom 25. August 1999 X R 38\/95, BFHE 190, 302, BStBl II 2000, 21, mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zutreffend ist das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats davon ausgegangen, dass das b&uuml;rgerlich-rechtliche Altenteil Versorgungsleistungen verschiedener Art umfasst, die durch die gemeinsame Zweckbestimmung, den Berechtigten ganz oder teilweise zu versorgen, zu einer rechtlichen Einheit verbunden sind, und dass auch die Kosten f&uuml;r die Beerdigung des Altenteilers Bestandteil dieser Leistungen sind (vgl. Senatsurteil in BFHE 212, 450, BStBl II 2007, 160, m.w.N.). Das FG ist der Rechtsprechung des erkennenden Senats auch insoweit gefolgt, als es die generelle Abziehbarkeit der Beerdigungskosten als Sonderausgaben &#8211;obwohl nicht wiederkehrend&#8211; aus deren Zugeh&ouml;rigkeit zum &quot;Inbegriff der Versorgungsleistungen&quot; folgert. Zudem ist das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats davon ausgegangen, dass im Streitfall der Altenteilsvertrag als Verm&ouml;gens&uuml;bergabe gegen Versorgungsleistungen zu werten ist (Senatsurteil vom 25. M&auml;rz 1992 X R 196\/87, BFHE 167, 408, BStBl II 1992, 1012).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die aufgrund der getroffenen vertraglichen Verpflichtung geschuldeten und erbrachten Aufwendungen f&uuml;r die Beerdigungskosten des letztversterbenden Altenteilers sind jedoch &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nicht als dauernde Last abziehbar, wenn dieser Alleinerbe ist (so auch HHR\/Kulosa, &sect; 10 EStG Rz 79; St&ouml;cker in Bordewin\/Brandt, &sect; 10 EStG Rz 225, sowie Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect; 10 EStG Rz 152, die allerdings beide darauf abstellen, dass Beerdigungskosten nicht laufend gezahlt werden, sondern nur einmalig entstehen k&ouml;nnen; anderer Ansicht S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 10 Rz D 196; Kanzler, Finanz-Rundschau 2006, 743).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats kennzeichnet die Verm&ouml;gens&uuml;bergabe gegen Versorgungsleistungen, dass sich der Verm&ouml;gens&uuml;bergeber Teile der nunmehr vom Verm&ouml;gens&uuml;bernehmer zu erwirtschaftenden Nettoertr&auml;ge vorbeh&auml;lt. Der Vorbehalt der Ertr&auml;ge stellt sich dar als ein &quot;Transfer steuerlicher Leistungsf&auml;higkeit&quot;. Dieser wird in der Weise rechtstechnisch verwirklicht, dass die Aufwendungen beim &Uuml;bernehmer nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1a EStG abziehbar und die entsprechenden Zufl&uuml;sse beim &Uuml;bergeber nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 1 EStG steuerbar sind, und bedingt eine materiell-rechtliche Korrespondenz zwischen Abzugs- und Besteuerungstatbestand (vgl. z.B. Senatsurteil vom 11. Oktober 2007 X R 14\/06, BFHE 219, 160, BStBl II 2008, 123). Die materiell-rechtliche Korrespondenz von Abziehbarkeit und Steuerbarkeit ist dem Rechtsprinzip des Vorbehalts der Verm&ouml;gensertr&auml;ge immanent. Deshalb kommt es entgegen dem Vorbringen der Kl&auml;ger im Revisionsverfahren nicht darauf an, ob erstmalig mit dem JStG 2008 vom 20. Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) das Korrespondenzprinzip kodifiziert wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Qualifizierung der Beerdigungskosten als dauernde Last scheitert nach Auffassung des erkennenden Senats im Streitfall an der fehlenden Korrespondenz zwischen Abziehbarkeit und Steuerbarkeit. F&uuml;r die Abziehbarkeit der dauernden Last ist die normleitende Vorstellung ma&szlig;geblich, dass der &Uuml;bergeber &quot;das Verm&ouml;gen &#8211;&auml;hnlich wie beim Nie&szlig;brauchsvorbehalt&#8211; ohne die vorbehaltenen Ertr&auml;ge, die ihm nunmehr als Versorgungsleistungen zuflie&szlig;en, &uuml;bertragen hat&quot; (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 12. Mai 2003 GrS 1\/00, BFHE 202, 464, BStBl II 2004, 95, unter C.II.2.c). Da die Versorgungsleistungen somit als vorbehaltene Verm&ouml;gensertr&auml;ge zu charakterisieren sind, kommt eine Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als Sonderausgaben nur dann in Betracht, wenn die vorbehaltenen Ertr&auml;ge in Gestalt der Beerdigungskosten einem Empf&auml;nger als wiederkehrende Eink&uuml;nfte (&sect; 22 Nr. 1 Satz 1 EStG) zugerechnet werden k&ouml;nnen. Diese Voraussetzung war in dem dem Senatsurteil in BFHE 212, 450, BStBl II 2007, 160, zugrunde liegenden Streitfall erf&uuml;llt, da aus dem Altenteilsrecht beide Ehegatten anspruchsberechtigt waren und somit der &uuml;berlebende Ehegatte steuerbare Eink&uuml;nfte bezog. Daran fehlt es aber im Streitfall. Die Beerdigungskosten der letztverstorbenen Mutter des Kl&auml;gers k&ouml;nnten h&ouml;chstens dem Kl&auml;ger selbst als dem Alleinerben seiner Mutter zugerechnet werden. K&ouml;nnte dieser die wiederkehrenden Leistungen als Sonderausgaben abziehen, w&uuml;rden die Beerdigungskosten als vorbehaltene Ertr&auml;ge bei ihm zu nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 1 EStG steuerbaren Eink&uuml;nften f&uuml;hren. Forderung (Anspruch auf Entlastung von den Beerdigungskosten, die der Erbe nach &sect; 1968 BGB zu tragen hat) und Schuld (Verpflichtung aus dem Altenteilsvertrag zur Tragung der Beerdigungskosten) vereinen sich in einer Person und f&uuml;hren zur Konfusion mit der Folge, dass Forderung und Schuld erl&ouml;schen und dementsprechend weder der Ansatz von steuerbaren Eink&uuml;nften noch der Abzug von Sonderausgaben in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der so verstandenen materiell-rechtlichen Korrespondenz zwischen Abziehbarkeit und Steuerbarkeit wiederkehrender Leistungen steht nicht der Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 202, 464, BStBl II 2004, 95 entgegen. Auch wenn &#8211;worauf der Gro&szlig;e Senat zutreffend hinweist&#8211; sich dem EStG nicht die generelle Geltung eines Korrespondenzprinzips entnehmen l&auml;sst und sich die Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als Sonderausgaben und ihre Steuerbarkeit als wiederkehrende Bez&uuml;ge nur mit der Unentgeltlichkeit der Verm&ouml;gens&uuml;bertragung rechtfertigen lassen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 202, 464, BStBl II 2004, 95, unter C.II.2.d), f&uuml;hrt doch die &Uuml;berlegung, dass der Verm&ouml;gens&uuml;bergeber das Verm&ouml;gen &#8211;&auml;hnlich wie beim Vorbehaltsnie&szlig;brauch&#8211; ohne die vorbehaltenen Ertr&auml;ge, die ihm nunmehr als Versorgungsleistungen zuflie&szlig;en, &uuml;bergeben hat, zwar nicht zu einer verfahrensrechtlichen, aber doch zu einer materiell-rechtlichen Korrespondenz zwischen Abziehbarkeit und Steuerbarkeit der dauernden Last (Gr&ouml;pl, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, a.a.O., &sect; 8 Rz B 59; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 28. Aufl., &sect; 22 Rz 56 und 83; HHR\/Kulosa &sect; 10 EStG Rz 109).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2010, X R 32\/09 Beerdigungskosten als dauernde Last &#8211; Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als dauernde Last im Rahmen der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe Leits&auml;tze Hat sich der Verm&ouml;gens&uuml;bernehmer gegen&uuml;ber dem Verm&ouml;gens&uuml;bergeber verpflichtet, die Kosten einer standesgem&auml;&szlig;en Beerdigung zu tragen, sind die Bestattungskosten dann nicht als dauernde Last i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1a &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-32-09-beerdigungskosten-als-dauernde-last-abziehbarkeit-von-wiederkehrenden-leistungen-als-dauernde-last-im-rahmen-der-vermoegensuebergabe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;32\/09 &#8211; Beerdigungskosten als dauernde Last &#8211; Abziehbarkeit von wiederkehrenden Leistungen als dauernde Last im Rahmen der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7620"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7620\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}