{"id":7621,"date":"2012-12-02T16:12:22","date_gmt":"2012-12-02T14:12:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7621"},"modified":"2012-12-02T16:12:22","modified_gmt":"2012-12-02T14:12:22","slug":"x-r-30-09-mitteilung-nach-par-202-abs-1-satz-3-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-09-mitteilung-nach-par-202-abs-1-satz-3-ao\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;30\/09 &#8211; Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2010, X R 30\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielt im Rahmen einer Betriebsaufspaltung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die nach &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b der Abgabenordnung (AO) gesondert festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der vom Kl&auml;ger im Jahr 2001 eingereichten Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 1999 stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Eink&uuml;nfte unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; in H&ouml;he von 299.239 DM fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Jahre 1998 bis 2002 fand beim Kl&auml;ger eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und gesonderte Feststellung von Eink&uuml;nften statt, die &#8211;zwischen den Beteiligten unstreitig&#8211; im Februar 2005 abgeschlossen wurde. Diese f&uuml;hrte lediglich f&uuml;r das Jahr 2002 zu &Auml;nderungen des f&uuml;r das Besitzunternehmen festgestellten Gewinns. Aussagen bez&uuml;glich der Feststellung 1999 werden im Textteil des Pr&uuml;fungsberichts vom 10. Februar 2005 nicht getroffen. In der Anlage zu dem Pr&uuml;fungsbericht &quot;Pr&uuml;fungsergebnis Gewinnfeststellung&quot; ist f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2001, somit also auch f&uuml;r das Streitjahr 1999, kein Mehrergebnis vermerkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 2. Januar 2008 erlie&szlig; das FA einen Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 1999. In diesem wurde der Gewinn aus Gewerbebetrieb unver&auml;ndert mit 299.239 DM festgestellt und der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 3 AO aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid erhob der Kl&auml;ger Einspruch mit der Begr&uuml;ndung, es sei bereits Feststellungsverj&auml;hrung eingetreten. Der Ablauf der Verj&auml;hrungsfrist sei nicht gehemmt gewesen, da dem Pr&uuml;fungsbericht eindeutig zu entnehmen sei, dass nur die Gewinnfeststellung f&uuml;r 2002 ge&auml;ndert werden solle. Dies beinhalte f&uuml;r das Streitjahr 1999 zugleich eine Mitteilung i.S. des &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO, sodass &sect; 171 Abs. 4 Satz 3 AO nicht greife.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage abgewiesen. Das blo&szlig;e Fehlen von &Auml;nderungen f&uuml;r die Gewinnfeststellung des Streitjahres 1999 im Pr&uuml;fungsbericht und dessen Anlagen reiche nicht aus, um eine Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO zu ersetzen. Aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit m&uuml;sse eine derartige Mitteilung wegen der dadurch ausgel&ouml;sten Rechtsfolgen nicht nur f&uuml;r die streitige Feststellungsverj&auml;hrung, sondern auch f&uuml;r die &Auml;nderungssperre nach &sect; 173 Abs. 2 AO eindeutig formuliert sein. Die blo&szlig;e Schlussfolgerung aus dem Umstand, dass dem Pr&uuml;fungsbericht und seinen Anlagen &Auml;nderungen f&uuml;r ein bestimmtes Streitjahr nicht zu entnehmen seien, bleibe hinter einer ausdr&uuml;cklichen Mitteilung zur&uuml;ck und k&ouml;nne diese nicht ersetzen. Das blo&szlig;e Fehlen von &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen k&ouml;nne auch darauf beruhen, dass diese versehentlich bei der Abfassung des Pr&uuml;fungsberichts und seinen Anlagen nicht erfasst worden seien oder der Bericht aus anderen Gr&uuml;nden unvollst&auml;ndig geblieben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger Verletzung materiellen Rechts. Der Gewinnfeststellungsbescheid 1999 vom 2. Januar 2008 sei rechtswidrig, da gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 181, 169 Abs. 1, &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, &sect; 171 Abs. 4 AO Feststellungsverj&auml;hrung mit dem 31. Dezember 2005 eingetreten sei. Zwar sei durch die Au&szlig;enpr&uuml;fung der Eintritt der Verj&auml;hrung zun&auml;chst nach &sect; 171 Abs. 4 AO gehemmt gewesen. Diese Hemmung sei jedoch durch die Schlussbesprechung und den Pr&uuml;fungsbericht ohne &Auml;nderung der Besteuerungsgrundlagen vom 10. Februar 2005 wieder entfallen, sodass trotz der Drei-Monats-Frist des &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO die Feststellungsfrist am 31. Dezember 2005 abgelaufen sei. &sect; 171 Abs. 4 Satz 3 AO greife im Streitfall nicht, da in dem Pr&uuml;fungsbericht, der hinsichtlich des Streitjahres 1999 keine &Auml;nderung enthalte, eine Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO zu sehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) m&uuml;sse eine Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO nicht zwingend als gesondertes Schreiben ergehen. Vielmehr k&ouml;nne auch ein ausdr&uuml;cklicher Hinweis in einem Pr&uuml;fungsbericht als eine solche Mitteilung betrachtet werden. Die explizite Feststellung in der Anlage zum Pr&uuml;fungsbericht, wonach die Pr&uuml;fung keine &Auml;nderung der Gewinnfeststellung f&uuml;r 1999 ergeben habe, gen&uuml;ge den Anforderungen einer ausdr&uuml;cklichen Mitteilung i.S. des &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO. Deshalb stelle sich die Frage einer konkludenten Mitteilung (vgl. BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 III R 158\/85, BFHE 159, 120, BStBl II 1990, 283) im Streitfall nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werde in jedem Fall eine gesonderte Mitteilung au&szlig;erhalb des Pr&uuml;fungsberichts gefordert, enthalte die gesetzliche Regelung eine L&uuml;cke. Wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; mehrere Besteuerungszeitr&auml;ume und Steuerarten gepr&uuml;ft w&uuml;rden und sich nicht bei allen Jahren und bei allen Steuerarten &Auml;nderungen erg&auml;ben, werde ein Pr&uuml;fungsbericht f&uuml;r den gesamten Pr&uuml;fungszeitraum und alle Steuerarten erstellt. Eine Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO sei f&uuml;r diesen Fall nicht vorgesehen. Obwohl nach Abschluss der Pr&uuml;fung das Vertrauen des Steuerpflichtigen im gesamten Umfang der Pr&uuml;fung schutzw&uuml;rdig sei, k&auml;men dann bei einer auf den Wortlaut beschr&auml;nkten Auslegung die &Auml;nderungssperre und die Rechtsfolge des &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO nur zur Anwendung, soweit &Auml;nderungen aufgrund von Pr&uuml;fungsfeststellungen unterblieben seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil sowie den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Gewinnfeststellung 1999 vom 2. Januar 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25. M&auml;rz 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Blo&szlig;e Schlussfolgerungen aus dem Umstand, dass dem Pr&uuml;fungsbericht und seinen Anlagen &Auml;nderungen f&uuml;r ein bestimmtes Streitjahr nicht zu entnehmen seien, w&uuml;rden hinter einer ausdr&uuml;cklichen Mitteilung zur&uuml;ckbleiben und k&ouml;nnten diese nicht ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Zu Recht hat das FG erkannt, dass Feststellungsverj&auml;hrung dem Erlass des Gewinnfeststellungsbescheids 1999 vom 2. Januar 2008 nicht entgegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Gewinnfeststellung sowie deren Aufhebung oder &Auml;nderung sind nicht mehr zul&auml;ssig, wenn die Feststellungsfrist abgelaufen ist (&sect; 181 Abs. 1 Satz 1, &sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO). Die &#8211;im Streitfall einschl&auml;gige&#8211; regelm&auml;&szlig;ige Feststellungsfrist von vier Jahren (&sect; 181 Abs. 1 Satz 1, &sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO) begann, da der Kl&auml;ger j&auml;hrliche Feststellungserkl&auml;rungen abzugeben hatte, gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem diese Erkl&auml;rungen eingereicht wurden. Die Gewinnfeststellungserkl&auml;rung 1999 hat der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG im Jahr 2001 abgegeben. Deshalb begann die Feststellungsfrist mit Ablauf des 31. Dezember 2001 und h&auml;tte ohne Ablaufhemmung am 31. Dezember 2005 geendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Feststellungsfrist verl&auml;ngerte sich im Streitfall &uuml;ber den 31. Dezember 2005 hinaus. Das FA hat den ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid 1999 vom 2. Januar 2008 vor Ablauf der Feststellungsfrist am 31. Dezember 2009 erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird vor Ablauf der Feststellungsfrist mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung begonnen oder wird deren Beginn auf Antrag des Steuerpflichtigen hinausgeschoben, so l&auml;uft die Feststellungsfrist f&uuml;r die Steuern, auf die sich die Au&szlig;enpr&uuml;fung erstreckt oder im Fall der Hinausschiebung der Au&szlig;enpr&uuml;fung erstrecken sollte, nicht ab, bevor die aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind oder nach Bekanntgabe der Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO drei Monate verstrichen sind (&sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO). Sie endet sp&auml;testens, wenn seit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Schlussbesprechung stattgefunden hat, oder, wenn sie unterblieben ist, seit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzten Ermittlungen im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung stattgefunden haben, die in &sect; 169 Abs. 2 AO genannten Fristen verstrichen sind (&sect; 171 Abs. 4 Satz 3&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall begann das FA vor Ende der Feststellungsfrist mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung, die u.a. auch die gesonderte Gewinnfeststellung des Streitjahres 1999 zum Gegenstand hatte. Hierdurch wurde der Eintritt der Verj&auml;hrung gehemmt, sodass bei Erlass des streitigen Bescheids vom 2. Januar 2008 die Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger hat zu keiner &Auml;nderung der Gewinnfeststellung 1999 gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach dieser Au&szlig;enpr&uuml;fung ist keine Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO ergangen. Der dem Kl&auml;ger &uuml;bersandte Pr&uuml;fungsbericht kann nicht als solche Mitteilung gewertet werden. Der Kl&auml;ger folgert dies zu Unrecht aus dem Umstand, dass in einer Anlage zu dem Pr&uuml;fungsbericht f&uuml;r das Streitjahr 1999 kein Mehrergebnis vermerkt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO kann in Form eines gesonderten Schreibens erfolgen; sie ist aber auch als ausdr&uuml;cklicher Hinweis in einem Pr&uuml;fungsbericht m&ouml;glich, der &#8211;wie im Streitfall&#8211; zu &Auml;nderungen hinsichtlich anderer Steuern gef&uuml;hrt hat (BFH-Urteile in BFHE 159, 120, BStBl II 1990, 283; vom 13. M&auml;rz 1991 X R 33\/89, BFH\/NV 1991, 643). Daran mangelt es hier. Im Pr&uuml;fungsbericht findet sich kein ausdr&uuml;cklicher Hinweis, dass die Au&szlig;enpr&uuml;fung zu keiner &Auml;nderung des Gewinnfeststellungsbescheids 1999 gef&uuml;hrt hat. Unter der &Uuml;berschrift Feststellung trifft er lediglich eine Aussage zur Gewinnermittlung f&uuml;r 2002. Auch die Anlage zum Pr&uuml;fungsbericht macht keine ausdr&uuml;ckliche Aussage zum Feststellungsgewinn des Streitjahres; in der Spalte Gewinnermittlung 1999 ist lediglich kein Betrag vermerkt. Das Gebot einer ausdr&uuml;cklichen schriftlichen Mitteilung folgt aber bereits aus dem Wortlaut der einschl&auml;gigen Vorschriften (&sect; 171 Abs. 4 Satz 1 letzter Halbsatz, &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO); es wird auch vom Regelungszweck best&auml;tigt. Die Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO hat ebenso wie der Pr&uuml;fungsbericht (&sect; 202 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2 AO) Dokumentations- und Protokollfunktion (vgl. Schick in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 202 AO Rz 40 ff. und 217). Dieser Funktion kann aus Gr&uuml;nden der Klarheit nur eine ausdr&uuml;ckliche Mitteilung gerecht werden. Die Vermutung oder Unterstellung eines sachlichen Pr&uuml;fungsumfangs und die Annahme einer entsprechenden (konkludenten) Pr&uuml;fungsmitteilung sind grunds&auml;tzlich ungeeignet, die Rechtssicherheit zu f&ouml;rdern (BFH-Urteil in BFHE 159, 120, BStBl II 1990, 283; Klein\/R&uuml;sken, AO, 10. Aufl., &sect; 202 Rz 4). Zutreffend hat das FG in diesem Zusammenhang nach Auffassung des erkennenden Senats darauf abgestellt, dass das blo&szlig;e Fehlen von &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen auch auf Unachtsamkeiten bei der Abfassung des Pr&uuml;fungsberichts bzw. der Anlage zum Pr&uuml;fungsbericht &#8211;aus der der Kl&auml;ger eine Mitteilung i.S. von &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO ableiten will&#8211; beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit sich der Kl&auml;ger in der Revisionsbegr&uuml;ndung auf die Entscheidung des FG D&uuml;sseldorf vom 16. Februar 2001&nbsp;&nbsp;1 K 7435\/97 G (Entscheidungen der Finanzgerichte 2002, 366) bezieht, wonach die &Auml;nderungssperre nach &sect; 173 Abs. 2 AO auch die in der Pr&uuml;fungsanordnung genannten Jahre und Steuerarten erfasst, hinsichtlich derer eine Mitteilung gem&auml;&szlig; &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO unterbleibt, weil die Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r andere Jahre und Steuerarten zu &Auml;nderungen gef&uuml;hrt hat, &uuml;bersieht er, dass dieses Urteil im Revisionsverfahren keinen Bestand hatte. Der BFH hat im Urteil vom 2. Oktober 2003 IV R 36\/01 (BFH\/NV 2004, 307) die BFH-Entscheidung in BFHE 159, 120, BStBl II 1990, 283 best&auml;tigt und unter II.1.c und d erkannt, dass aus dem Schweigen eines Pr&uuml;fungsberichts keine R&uuml;ckschl&uuml;sse gezogen werden k&ouml;nnen. Eine f&ouml;rmliche Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO setze zwar nicht zwingend ein gesondertes Schreiben, aber einen ausdr&uuml;cklichen, mindestens aber konkludenten Hinweis in einem Pr&uuml;fbericht voraus. Dieser fehlt hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die gesetzliche Regelung enth&auml;lt auch entgegen dem Vorbringen in der Revisionsbegr&uuml;ndung keine L&uuml;cke. Bezieht sich eine Au&szlig;enpr&uuml;fung auf mehrere Besteuerungszeitr&auml;ume und mehrere Steuerarten und ergeben sich nicht in allen Jahren und bei allen Steuerarten &Auml;nderungen, obliegt es dem Steuerpflichtigen, darauf hinzuwirken, dass das FA eine derartige Mitteilung nachholt. Da der Gewinnfeststellungsbescheid im Streitfall unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stand, konnte kein Vertrauenstatbestand entstehen (vgl. Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect; 164 Rz 69, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Wohnsitzfinanzamt des Kl&auml;gers wird zu pr&uuml;fen haben, ob der Bescheid vom 2. Januar 2008 noch ausgewertet werden kann (vgl. Senatsurteil vom 13. Dezember 2000 X R 42\/96, BFHE 194, 305, BStBl II 2001, 471).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Antrag, die Zuziehung eines Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren (&sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO) ist unzul&auml;ssig, weil &uuml;ber die Notwendigkeit der Hinzuziehung das FG als das Gericht des ersten Rechtszuges zu entscheiden hat (vgl. Senatsurteil vom 12. Juli 2007 X R 5\/05, BFHE 218, 343, BStBl II 2007, 959, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2010, X R 30\/09 Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielt im Rahmen einer Betriebsaufspaltung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die nach &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b der Abgabenordnung (AO) gesondert festgestellt werden. 2&nbsp; Aufgrund der vom Kl&auml;ger im Jahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-09-mitteilung-nach-par-202-abs-1-satz-3-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;30\/09 &#8211; Mitteilung nach &sect; 202 Abs. 1 Satz 3 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7621","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7621"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7621\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}