{"id":7627,"date":"2012-12-02T16:07:09","date_gmt":"2012-12-02T14:07:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7627"},"modified":"2012-12-02T16:07:09","modified_gmt":"2012-12-02T14:07:09","slug":"vii-b-165-09-zoll-erstattung-der-einfuhrabgaben-bei-wiederausfuhr-der-ware","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-165-09-zoll-erstattung-der-einfuhrabgaben-bei-wiederausfuhr-der-ware\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;165\/09 &#8211; Zoll: Erstattung der Einfuhrabgaben bei Wiederausfuhr der Ware"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2010, VII B 165\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zoll: Erstattung der Einfuhrabgaben bei Wiederausfuhr der Ware<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) lie&szlig; im September 2004 ein Messger&auml;t beim Beklagten und Beschwerdegegner (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) zum freien Verkehr abfertigen. Im November 2004 beantragte er die Erstattung des erhobenen Zolls mit der Begr&uuml;ndung, sein Kunde habe das Ger&auml;t urspr&uuml;nglich kaufen wollen, habe aber, da ein nicht mehr im Neuzustand befindliches Vorf&uuml;hrger&auml;t geliefert worden sei, den Kauf dann doch abgelehnt. Auf Anweisung des Herstellers sei das Ger&auml;t daraufhin zu Vorf&uuml;hrzwecken zun&auml;chst in die Niederlande verbracht und anschlie&szlig;end nach Norwegen ausgef&uuml;hrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA lehnte eine auf Art. 236 bis Art. 238 des Zollkodex (ZK) gest&uuml;tzte Erstattung des Zolls ab, der Einspruch des Kl&auml;gers blieb ohne Erfolg, Klage erhob er nicht. In der Folgezeit pr&uuml;fte das HZA eine Erstattung gem&auml;&szlig; Art. 239 ZK i.V.m. Art. 901 der Zollkodex-Durchf&uuml;hrungsverordnung (ZKDVO), lehnte aber auch eine solche Erstattung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Es urteilte, die begehrte Erstattung k&ouml;nne allein auf Art. 239 ZK i.V.m. Art. 901 Abs. 1 Buchst. b ZKDVO gest&uuml;tzt werden, weil eine Erstattung gem&auml;&szlig; Art. 236 bis Art. 238 ZK bestandskr&auml;ftig abgelehnt sei. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Erstattung nach jenen Vorschriften l&auml;gen jedoch nicht vor, denn es fehle an den gem&auml;&szlig; Art. 902 Abs. 1 ZKDVO erforderlichen Nachweisen. Der vorgelegten Ausfuhranmeldung beim niederl&auml;ndischen Zoll sei zum einen nicht sicher zu entnehmen, dass sich diese auf die n&auml;mliche Ware beziehe; zum anderen fehle die Unterschrift des Zollbeamten. Dar&uuml;ber hinaus scheitere der Erstattungsantrag an der Vorschrift des Art. 904 Buchst. a ZKDVO. Zur &Uuml;berzeugung des Gerichts stehe fest, dass der Antrag allein gestellt worden sei, weil das Ger&auml;t nicht habe verkauft werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf den Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil der geltend gemachte Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision jedenfalls nicht vorliegt, weshalb der Senat auf die M&auml;ngel bei der gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen schl&uuml;ssigen Darlegung des Zulassungsgrunds nicht n&auml;her eingehen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die von der Beschwerde bezeichnete Frage, ob die f&uuml;r den Erstattungsantrag erforderlichen Nachweise ausschlie&szlig;lich die in Art. 901 Abs. 2 ZKDVO beschriebenen sind oder ob der Nachweis auch mittels der in Art. 902 ZKDVO genannten Verwaltungs- und Handelsunterlagen gef&uuml;hrt werden kann, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, weil sie sich nach dem Wortlaut der Vorschriften beantworten l&auml;sst. Art. 901 Abs. 2 ZKDVO nennt abstrakt die erforderlichen Nachweise, w&auml;hrend Art. 902 Abs. 1 ZKDVO zur Durchf&uuml;hrung jener Vorschrift die konkret beizubringenden Dokumente beschreibt. Danach ist entweder die Anmeldung zur Ausfuhr der Waren aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft sowie eine Bescheinigung der Zollstelle, &uuml;ber die der tats&auml;chliche Warenausgang erfolgt ist, vorzulegen oder, falls dies nicht m&ouml;glich ist, eine Bescheinigung der Zollstelle &uuml;ber die Ankunft der Waren im Bestimmungsland oder die Zollanmeldung f&uuml;r die Waren im Bestimmungsland. In beiden Alternativen sind diesen Dokumenten gem&auml;&szlig; Art. 902 Abs. 1 Buchst. a Unterabs. 3 ZKDVO zur &Uuml;berpr&uuml;fung der N&auml;mlichkeit der Waren bestimmte Verwaltungs- und Handelsunterlagen beizuf&uuml;gen. Daraus folgt, dass die f&uuml;r die Erstattung erforderlichen Nachweise nicht allein mit den Verwaltungs- und Handelsunterlagen gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Beschwerde geltend macht, mit der vorgelegten Ausfuhranmeldung sowie den daneben eingereichten Unterlagen sei, anders als das FG meine, der erforderliche N&auml;mlichkeitsnachweis erbracht worden, wendet sie sich gegen die Tatsachenw&uuml;rdigung im Einzelfall. Grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfragen ergeben sich hieraus nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Ansicht der Beschwerde wirft der Streitfall auch bez&uuml;glich der Vorschrift des Art. 904 Buchst. a ZKDVO keine kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Rechtsfragen auf. Das FG ist aufgrund der festgestellten Tatsachen zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass sich der Erstattungsantrag nur darauf gr&uuml;ndet, dass das Vorf&uuml;hrger&auml;t letztlich nicht hat verkauft werden k&ouml;nnen, und hat deshalb gem&auml;&szlig; der vorgenannten Vorschrift eine Erstattung der Einfuhrabgaben aus Billigkeitsgr&uuml;nden f&uuml;r ausgeschlossen gehalten. Auch insoweit wendet sich die Beschwerde gegen die Tatsachenw&uuml;rdigung des FG im Einzelfall. F&uuml;r ihre Ansicht, Art. 904 Buchst. a ZKDVO erfasse nur F&auml;lle, in denen ein Unternehmer Waren importiere, deren Verkauf ungewiss sei, gibt der Gesetzeswortlaut keinen Anhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen kommt eine Erstattung gem&auml;&szlig; Art. 901 Abs. 1 Buchst. b ZKDVO ohnehin nur in Betracht, wenn es zwar an der Wiederausfuhr oder der Vernichtung oder Zerst&ouml;rung der Waren unter zollamtlicher &Uuml;berwachung fehlt, jedoch die &uuml;brigen Voraussetzungen des Art. 238 ZK erf&uuml;llt sind. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Nach den Feststellungen des FG hat der Kl&auml;ger, nachdem die Gebrauchsspuren an dem Ger&auml;t und damit seine Mangelhaftigkeit festgestellt worden waren, das Ger&auml;t gleichwohl nicht zur&uuml;ckgewiesen, sondern es weiterhin zu Vorf&uuml;hrzwecken benutzt (Art. 238 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. a ZK). Dass sich der Kl&auml;ger &#8211;wie die Beschwerde vortr&auml;gt&#8211; hierzu auf Bitten des Herstellers veranlasst sah, um die Gesch&auml;ftsbeziehungen zu diesem zu erhalten, rechtfertigt keine andere Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2010, VII B 165\/09 Zoll: Erstattung der Einfuhrabgaben bei Wiederausfuhr der Ware Tatbestand 1&nbsp; I. 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