{"id":76287,"date":"2023-11-04T17:56:01","date_gmt":"2023-11-04T15:56:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76287"},"modified":"2023-11-04T17:56:01","modified_gmt":"2023-11-04T15:56:01","slug":"zur-darlegung-eines-gehoersverstosses-in-einer-anhoerungsruege-gegen-einen-ablehnenden-pkh-beschluss-durch-nicht-vertretene-antragsteller-bfh-beschluss-vom-13-oktober-2023-viii-s-8-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zur-darlegung-eines-gehoersverstosses-in-einer-anhoerungsruege-gegen-einen-ablehnenden-pkh-beschluss-durch-nicht-vertretene-antragsteller-bfh-beschluss-vom-13-oktober-2023-viii-s-8-23\/","title":{"rendered":"Zur Darlegung eines Geh\u00f6rsversto\u00dfes in einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen einen ablehnenden PKH-Beschluss durch nicht vertretene Antragsteller &#8211; BFH-Beschluss vom 13. Oktober 2023, VIII S 8\/23"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2023:B.131023.VIIIS8.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VIII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 62 Abs 4, FGO \u00a7 133a Abs 1, FGO \u00a7 133a Abs 2 S 5, FGO \u00a7 133a Abs 4 S 1, FGO \u00a7 142<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend BFH , 24. M\u00e4rz 2023, Az: VIII S 18\/22 (PKH)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: F\u00fcr die substantiierte Begr\u00fcndung einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen einen ablehnenden Beschluss \u00fcber die Prozesskostenhilfe (PKH) im Zusammenhang mit einer noch zu erhebenden Nichtzulassungsbeschwerde m\u00fcssen nicht vertretene Antragsteller in zumindest laienhafter Weise darlegen, welches entscheidungserhebliche Vorbringen der Bundesfinanzhof bei der Entscheidung \u00fcber die Ablehnung der PKH nicht zur Kenntnis genommen oder nicht in Erw\u00e4gung gezogen haben soll, woraus sie dies ableiten und dass bei summarischer Pr\u00fcfung ein Zulassungsgrund gem\u00e4\u00df \u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung vorliegen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge der Antragsteller gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 24.03.2023 &#8211; VIII S 18\/22 (PKH) wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Verfahrens haben die Antragsteller zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Mit Beschluss vom 24.03.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;18\/22&nbsp;(PKH) hat der VIII.&nbsp;Senat einen Antrag der Antragsteller und R\u00fcgef\u00fchrer (Antragsteller) auf Gew\u00e4hrung von Prozesskostenhilfe (PKH) gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;142 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f\u00fcr eine noch zu erhebende Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 27.09.2022&nbsp;&#8211; 15&nbsp;K&nbsp;15054\/22 abgelehnt. Auf den Inhalt des Beschlusses wird Bezug genommen. Der Beschluss \u00fcber die Ablehnung der PKH-Gew\u00e4hrung wurde an die Antragsteller jeweils mit Schreiben der Gesch\u00e4ftsstelle des Senats vom 29.03.2023 versandt.<\/li><li>Unter dem 06.04.2023 haben die nicht vertretenen Antragsteller eine R\u00fcge auf Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r gegen den Beschluss vom 24.03.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;18\/22&nbsp;(PKH) erhoben, die am 11.04.2023 per Brief beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangen ist. Auf den Inhalt des Schreibens wird ebenfalls Bezug genommen.<\/li><li>Die Antragsteller beantragen sinngem\u00e4\u00df,<br \/>den Beschluss vom 24.03.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;18\/22&nbsp;(PKH) aufzuheben und das PKH-Verfahren fortzuf\u00fchren.<\/li><li>Der Beklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) hat sich nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die als Anh\u00f6rungsr\u00fcge gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;133a FGO gegen den Beschluss vom 24.03.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;18\/22&nbsp;(PKH) auszulegende Eingabe der Antragsteller ist unzul\u00e4ssig.<\/li><li>1. Die nicht vertretenen Antragsteller wenden sich gegen die Ablehnung ihres PKH-Antrags, der nicht dem Vertretungszwang gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 FGO unterlag und r\u00fcgen die Verletzung ihres Anspruchs auf Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs. Ihre Eingabe ist als Anh\u00f6rungsr\u00fcge gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;1 FGO zu behandeln, die auch ohne Beachtung des Vertretungszwangs von den Antragstellern in zul\u00e4ssiger Weise erhoben werden kann (vgl. zum Vertretungszwang BFH-Beschluss vom 15.12.2010&nbsp;&#8211; II&nbsp;S&nbsp;31\/10, BFH\/NV 2011, 619, Rz&nbsp;5; zur Statthaftigkeit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen PKH-Beschl\u00fcsse des BFH vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 31.10.2014&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;19\/14, BFH\/NV 2015, 222; vom 11.05.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;3\/23, BFH\/NV 2023, 860). Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge der Antragsteller ist auch innerhalb der gesetzlichen Frist (\u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO) beim BFH eingegangen.<\/li><li>2. Die Antragsteller haben die in \u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO genannten Voraussetzungen nicht entsprechend den Anforderungen im Sinne des \u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 FGO dargelegt. Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge ist mithin als unzul\u00e4ssig zu verwerfen (\u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 FGO) und das PKH-Verfahren nicht fortzusetzen.<\/li><li>a) Die Antragsteller m\u00fcssen f\u00fcr die Darlegung eines Geh\u00f6rsversto\u00dfes schl\u00fcssig und substantiiert erl\u00e4utern, zu welchen Sach- oder Rechtsfragen sie sich nicht haben \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, welches entscheidungserhebliche Vorbringen das Gericht unter Versto\u00df gegen Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes nicht zur Kenntnis genommen oder in Erw\u00e4gung gezogen habe und woraus sie meinen, dies folgern zu k\u00f6nnen (vgl. BFH-Beschluss vom 26.03.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;S&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2014, 1071, Rz&nbsp;7). Zur substantiierten Begr\u00fcndung einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen einen ablehnenden PKH-Beschluss im Zusammenhang mit einer noch zu erhebenden Nichtzulassungsbeschwerde m\u00fcssen die nicht vertretenen Antragsteller in zumindest laienhafter Weise darlegen, welches entscheidungserhebliche Vorbringen der BFH bei der Entscheidung \u00fcber die Ablehnung der PKH nicht zur Kenntnis genommen oder nicht in Erw\u00e4gung gezogen hat, woraus sie dies ableiten und dass bei summarischer Pr\u00fcfung ein Zulassungsgrund gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 FGO vorliegen k\u00f6nnte (vgl. zum Pr\u00fcfungsma\u00dfstab der Erfolgsaussichten einer PKH f\u00fcr eine noch zu erhebende Nichtzulassungsbeschwerde BFH-Beschl\u00fcsse vom 07.12.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;S&nbsp;34\/16&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2017, 470, Rz&nbsp;6, 7; vom 27.09.2006&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;16\/06&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2007, 89, unter II.2. [Rz&nbsp;6]).<\/li><li>b) Daran fehlt es hier. Auch unter Ber\u00fccksichtigung des Umstands, dass die Antragsteller nicht vertreten sind und daher \u2011\u2011wie bei der Begr\u00fcndung des PKH-Antrags selbst\u2011\u2011 ein laienhafter Vortrag den Anforderungen zur Darlegung des Geh\u00f6rsversto\u00dfes gen\u00fcgt, fehlt es an Ausf\u00fchrungen, aus denen ersichtlich wird, dass ein Geh\u00f6rsversto\u00df des Senats bei der Entscheidung \u00fcber den PKH-Antrag vorliegen k\u00f6nnte.<\/li><li>Die Antragsteller wiederholen im vorliegenden Anh\u00f6rungsr\u00fcgeverfahren die Begr\u00fcndung ihres fr\u00fcheren PKH-Antrags und wenden sich ausschlie\u00dflich gegen die Rechtsauffassung, die der Senat im ablehnenden Beschluss vom 24.03.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;18\/22&nbsp;(PKH) zu den einzelnen Zulassungsgr\u00fcnden vertreten hat. Sie sind der Auffassung, der Senat habe ihren PKH-Antrag rechtsfehlerhaft abgelehnt, indem er ihrem Vorbringen nicht gefolgt sei und wenden sich im \u00dcbrigen gegen das behauptete Fehlverhalten weiterer staatlicher Stellen und des FA. Hiermit k\u00f6nnen die Antragsteller im Rahmen des \u00a7&nbsp;133a FGO aber nicht geh\u00f6rt werden. Die R\u00fcge, die angefochtene Entscheidung sei rechtsfehlerhaft, beinhaltet keine Darlegung eines m\u00f6glichen Geh\u00f6rsversto\u00dfes. Anders als die Antragsteller meinen, hatte der Senat ihre Ausf\u00fchrungen zu den aus der Begr\u00fcndung des PKH-Antrags erkennbaren Zulassungsgr\u00fcnden auch vollumf\u00e4nglich zur Kenntnis genommen und sich im angefochtenen Beschluss dazu verhalten, soweit der Senat den Vortrag der Antragsteller f\u00fcr entscheidungserheblich gehalten hat.<\/li><li>c) Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat ab (\u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 FGO).<\/li><li>3. Die Kostenentscheidung f\u00fcr das R\u00fcgeverfahren beruht auf \u00a7&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Die Kostenpflicht der Anh\u00f6rungsr\u00fcge folgt aus Nr.&nbsp;6400 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz \u2011\u2011GKG\u2011\u2011 (Anlage&nbsp;1 zu \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 GKG). Es f\u00e4llt eine Festgeb\u00fchr von 66&nbsp;\u20ac an. Dies gilt auch dann, wenn wie im Streitfall mit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge ein Verfahren wegen Bewilligung von PKH fortgesetzt werden soll (BFH-Beschluss vom 26.03.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;S&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2014, 1071, Rz&nbsp;18).<\/li><li>4. Dieser Beschluss ist unanfechtbar (\u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 FGO).<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2023:B.131023.VIIIS8.23.0 BFH VIII. Senat FGO \u00a7 62 Abs 4, FGO \u00a7 133a Abs 1, FGO \u00a7 133a Abs 2 S 5, FGO \u00a7 133a Abs 4 S 1, FGO \u00a7 142 vorgehend BFH , 24. 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