{"id":76397,"date":"2023-12-22T18:14:47","date_gmt":"2023-12-22T16:14:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76397"},"modified":"2023-12-22T18:14:47","modified_gmt":"2023-12-22T16:14:47","slug":"sonderausgabenabzug-von-beitraegen-fuer-die-krankheitskostenvorsorge-die-an-einen-nicht-der-versicherungsaufsicht-unterliegenden-solidarverein-geleistet-werden-bfh-urteil-vom-23-august-2023-x-r-1-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/sonderausgabenabzug-von-beitraegen-fuer-die-krankheitskostenvorsorge-die-an-einen-nicht-der-versicherungsaufsicht-unterliegenden-solidarverein-geleistet-werden-bfh-urteil-vom-23-august-2023-x-r-1-2\/","title":{"rendered":"Sonderausgabenabzug von Beitr\u00e4gen f\u00fcr die Krankheitskostenvorsorge, die an einen nicht der Versicherungsaufsicht unterliegenden Solidarverein geleistet werden &#8211; BFH-Urteil vom 23. August 2023, X R 10\/22"},"content":{"rendered":"\n<p>Parallelentscheidung zum BFH-Urteil vom 23.08.2023 &#8211; X R 15\/22<\/p>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2023:U.230823.XR10.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH X. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 10 Abs 1 Nr 3 S 1 Buchst a, FGO \u00a7 118 Abs 2, EStG VZ 2013 , EStG VZ 2014<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 14. Oktober 2021, Az: 11 K 3144\/15 E<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Die Bindung des Revisionsgerichts an die tats\u00e4chlichen Feststellungen und W\u00fcrdigungen des Finanzgerichts \u2011\u2011FG\u2011\u2011 (\u00a7 118 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung) entf\u00e4llt unter anderem, wenn das FG gesetzliche oder sonst anerkannte Auslegungsregeln verletzt, wichtige Aspekte fehlen, entscheidende Gesichtspunkte nicht entsprechend ihrer Bedeutung in die Abw\u00e4gung eingeflossen sind oder die W\u00fcrdigungen widerspr\u00fcchlich sind (Parallelentscheidung zum Urteil des Bundesfinanzhofs vom 23.08.2023 &#8211; X R 15\/22, BFH\/NV 2023, 1397).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4ger wird das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 14.10.2021 &#8211; 11 K 3144\/15 E aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D\u00fcsseldorf zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem wird die Entscheidung \u00fcber die Kosten des Verfahrens \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 2013 und 2014 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt werden. Die Kl\u00e4gerin ist selbst\u00e4ndig t\u00e4tig und zahlte f\u00fcr ihre Absicherung im Krankheits- und Pflegefall in den beiden Streitjahren jeweils die folgenden Beitr\u00e4ge an einen eingetragenen Verein (V):-&nbsp;Basis-Krankheitskostenvorsorge: 3.142,11&nbsp;\u20ac;-&nbsp;Beitragsanteile f\u00fcr eine \u00fcber die Basisvorsorge hinausgehende Krankheitskostenvorsorge: 297,15&nbsp;\u20ac;-&nbsp;Vorsorge f\u00fcr das Pflegerisiko: 124,74&nbsp;\u20ac; insoweit ist zwischen den Beteiligten unstreitig, dass ein Sonderausgabenabzug nicht m\u00f6glich ist (vgl. hierzu bereits Senatsurteil vom 12.08.2020&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;12\/19, BFHE 270, 409, Rz&nbsp;44&nbsp;f.).<\/li><li>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) versagte den begehrten Sonderausgabenabzug unter Berufung auf die Rechtsprechung, die zu der \u2011\u2011abweichenden\u2011\u2011 bis 2012 geltenden Rechtslage ergangen ist (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 21.02.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;142\/13, BFH\/NV 2014, 899).<\/li><li>Das anschlie\u00dfende Klageverfahren ruhte zun\u00e4chst im Hinblick auf das seinerzeit noch anh\u00e4ngige Revisionsverfahren X&nbsp;R&nbsp;12\/19. Nach Ergehen des Senatsurteils vom 12.08.2020&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;12\/19 (BFHE 270, 409) wies das Finanzgericht (FG) die Klage ab (Entscheidungen der Finanzgerichte 2022, 39). Es fehle jedenfalls an dem \u2011\u2011nach \u00a7&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes erforderlichen\u2011\u2011 Anspruch der Mitglieder auf Leistungen des V. Zwar sei in \u00a7&nbsp;176 des F\u00fcnften Buches Sozialgesetzbuch zwischenzeitlich eine Bestandsschutzregelung f\u00fcr Solidargemeinschaften geschaffen worden. Diese gelte aber nicht r\u00fcckwirkend f\u00fcr die Streitjahre.<\/li><li>Wegen der Einzelheiten zu den Satzungen und Ordnungen des V, zum Vorbringen der Beteiligten und zum Inhalt des angefochtenen Urteils wird auf den Tatbestand des in einem Parallelverfahren ergangenen Senatsurteils vom 23.08.2023&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;15\/22 (BFH\/NV 2023, 1397) verwiesen.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger beantragen sinngem\u00e4\u00df,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f\u00fcr 2013 vom 26.02.2015 und f\u00fcr 2014 vom 28.05.2015 dahingehend zu \u00e4ndern, dass jeweils weitere 3.142,11&nbsp;\u20ac f\u00fcr die Basis-Krankheitskostenvorsorge und jeweils weitere 297,15&nbsp;\u20ac f\u00fcr eine \u00fcber die Basisabsicherung hinausgehende Krankheitskostenvorsorge als Vorsorgeaufwendungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011).<\/li><li>1. Zur Begr\u00fcndung verweist der Senat auf die Ausf\u00fchrungen in seinem Urteil vom 23.08.2023&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;15\/22 (BFH\/NV 2023, 1397), das ein Parallelverfahren zum dortigen Streitjahr 2016 betrifft. Im Jahr 2016 hat sich die Sach- und Rechtslage im Vergleich zu den hiesigen Streitjahren 2013 und 2014 \u2011\u2011vorbehaltlich weiterer Feststellungen des FG\u2011\u2011 nicht in entscheidungserheblicher Weise ge\u00e4ndert.<\/li><li>Die einzige derzeit f\u00fcr den Senat erkennbare Abweichung zwischen den beiden Sachverhalten liegt darin, dass die Regelung in \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Satzung des V, wonach V auch dann ein Recht zur au\u00dferordentlichen K\u00fcndigung hatte, wenn ein Mitglied mit seinen Mitgliedsbeitr\u00e4gen oder beschlossenen Sonderzahlungen beziehungsweise Nachsch\u00fcssen l\u00e4nger als drei Monate im R\u00fcckstand geblieben ist, im vorliegenden Fall w\u00e4hrend der gesamten Streitjahre g\u00fcltig war, allerdings im Verlauf des Jahres 2016 \u2011\u2011dem Streitjahr des Verfahrens X&nbsp;R&nbsp;15\/22\u2011\u2011 aufgehoben worden ist.<\/li><li>2. Die \u00dcbertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf \u00a7&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parallelentscheidung zum BFH-Urteil vom 23.08.2023 &#8211; X R 15\/22 ECLI:DE:BFH:2023:U.230823.XR10.22.0 BFH X. Senat EStG \u00a7 10 Abs 1 Nr 3 S 1 Buchst a, FGO \u00a7 118 Abs 2, EStG VZ 2013 , EStG VZ 2014 vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 14. 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