{"id":76497,"date":"2024-02-01T18:18:42","date_gmt":"2024-02-01T16:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76497"},"modified":"2024-02-01T18:18:42","modified_gmt":"2024-02-01T16:18:42","slug":"uebermittlung-elektronischer-dokumente-durch-steuerberater-ab-dem-01-01-2023-bfh-beschluss-vom-16-januar-2024-viii-b-141-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/uebermittlung-elektronischer-dokumente-durch-steuerberater-ab-dem-01-01-2023-bfh-beschluss-vom-16-januar-2024-viii-b-141-22\/","title":{"rendered":"\u00dcbermittlung elektronischer Dokumente durch Steuerberater ab dem 01.01.2023 &#8211; BFH-Beschluss vom 16. Januar 2024, VIII B 141\/22"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.160124.VIIIB141.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VIII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 16 Abs 1 S 1 Nr 1, EStG \u00a7 18 Abs 3, EStG \u00a7 34 Abs 2 Nr 1, FGO \u00a7 52a Abs 4 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 52d, FGO \u00a7 116 Abs 3 S 1, FGO \u00a7 62 Abs 2 S 1, StBerG \u00a7 157e, FGO \u00a7 52d S 2, FGO \u00a7 52d S 3, EStG VZ 2009<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnchen, 28. Oktober 2022, Az: 8 K 593\/20<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. NV: F\u00fcr Steuerberater steht seit dem 01.01.2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg im Sinne des \u00a7 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Verf\u00fcgung, zu dessen Nutzung sie gem\u00e4\u00df \u00a7 52d Satz 2 FGO verpflichtet sind (Anschluss an Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 11.08.2023 &#8211; VI B 74\/22, BFH\/NV 2023, 1221 und vom 31.10.2023 &#8211; IV B 77\/22, BFH\/NV 2024, 20).<\/p>\n\n\n\n<p>2. NV: Eine beim BFH nach dem 31.12.2022 mittels einfachen Briefs eingegangene Begr\u00fcndung der Nichtzulassungsbeschwerde, die durch einen Steuerberater eingereicht wurde, entspricht diesen Anforderungen nicht und ist unwirksam.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 28.10.2022 &#8211; 8 K 593\/20 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) hat die Beschwerde nicht innerhalb der daf\u00fcr bestimmten Frist in der seit dem 01.01.2023 geltenden Form begr\u00fcndet (unter 1.). Da die Beschwerde jedenfalls unbegr\u00fcndet ist, kann dahinstehen, ob dem Kl\u00e4ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;56 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu gew\u00e4hren w\u00e4re (unter 2.).<\/li><li>1. Der Kl\u00e4ger hat die Beschwerde nicht innerhalb der daf\u00fcr bestimmten Frist in der seit dem 01.01.2023 geltenden Form begr\u00fcndet.<\/li><li>a) Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO innerhalb von zwei Monaten nach der Zustellung des vollst\u00e4ndigen Urteils zu begr\u00fcnden. Die von der Senatsvorsitzenden um einen Monat verl\u00e4ngerte Beschwerdebegr\u00fcndungsfrist (\u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 4 FGO) endete gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;222 der Zivilprozessordnung i.V.m. \u00a7\u00a7&nbsp;186&nbsp;ff. des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs mit Ablauf des 09.02.2023 (Donnerstag).<\/li><li>b) Der Senat braucht nicht zu entscheiden, ob der am 13.02.2023 (Montag) dem Nachtbriefkasten des Bundesfinanzhofs (BFH) entnommene Begr\u00fcndungsschriftsatz des Kl\u00e4gers vom 09.02.2023, der sich als Steuerberater selbst vertritt, fristgerecht am 09.02.2023 \u2011\u2011wie der Kl\u00e4ger vortr\u00e4gt\u2011\u2011 oder versp\u00e4tet erst am 10.02.2023 (Freitag) in den Nachtbriefkasten eingeworfen worden ist. Die als einfacher Brief eingegangene Beschwerdebegr\u00fcndung entspricht jedenfalls nicht den von Amts wegen zu ber\u00fccksichtigenden Anforderungen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;1 und 2 FGO.<\/li><li>aa) Vorbereitende Schrifts\u00e4tze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen \u2011\u2011und damit auch die Beschwerdebegr\u00fcndungsschrift\u2011\u2011, die durch einen Rechtsanwalt, durch eine Beh\u00f6rde oder durch eine juristische Person des \u00f6ffentlichen Rechts einschlie\u00dflich der von ihr zur Erf\u00fcllung ihrer \u00f6ffentlichen Aufgaben gebildeten Zusammenschl\u00fcsse eingereicht werden, sind nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;1 FGO als elektronisches Dokument zu \u00fcbermitteln. Gleiches gilt nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;2 FGO f\u00fcr die nach der Finanzgerichtsordnung vertretungsberechtigten Personen, f\u00fcr die ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung steht.<\/li><li>bb) F\u00fcr die in \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO genannten Steuerberater steht seit dem 01.01.2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg im Sinne des \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung.<\/li><li>(1) Durch Art.&nbsp;6 Nr.&nbsp;4 i.V.m. Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;7 des Gesetzes zur F\u00f6rderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten vom 10.10.2013 (BGBl I 2013, 3786) wurde in \u00a7&nbsp;52d FGO mit Wirkung zum 01.01.2022 eine Nutzungspflicht der elektronischen Gerichtskommunikation unter anderem f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte und Beh\u00f6rden eingef\u00fchrt. F\u00fcr andere vertretungsberechtigte Personen gilt dies erst, wenn ein sicherer \u00dcbermittlungsweg zur Verf\u00fcgung steht. Mit Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;35 und 77 des Gesetzes zur Neuregelung des Berufsrechts der anwaltlichen und steuerberatenden Berufsaus\u00fcbungsgesellschaften sowie zur \u00c4nderung weiterer Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe vom 07.07.2021 (BGBl I 2021, 2363) wurden unter anderem die Steuerberaterplattform und das besondere elektronische Steuerberaterpostfach (beSt) eingef\u00fchrt.<\/li><li>(2) Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;86d Abs.&nbsp;1 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) ist die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) verpflichtet, \u00fcber die Steuerberaterplattform (\u00a7&nbsp;86c StBerG) f\u00fcr jeden Steuerberater und Steuerbevollm\u00e4chtigten ein beSt empfangsbereit einzurichten. Nach \u00a7&nbsp;86d Abs.&nbsp;6 StBerG ist der Inhaber des beSt verpflichtet, die f\u00fcr dessen Nutzung erforderlichen technischen Einrichtungen vorzuhalten sowie Zustellungen und den Zugang von Mitteilungen \u00fcber das beSt zur Kenntnis zu nehmen (passive Nutzungspflicht). Nach \u00a7&nbsp;157e StBerG ist die Regelung am 01.08.2022 in Kraft getreten und erstmals ab dem 01.01.2023 anzuwenden. Der gesetzlichen Verpflichtung ist die BStBK durch Einrichtung der Steuerberaterplattform und der beSt-Infrastruktur fristgerecht nachgekommen.<\/li><li>cc) Ebenso war es den Steuerberatern m\u00f6glich, sich regelm\u00e4\u00dfig vor dem 01.01.2023 f\u00fcr die Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr registrieren zu lassen, indem diese vom sogenannten &#8222;Fast-Lane&#8220;-Verfahren der BStBK Gebrauch machten. Der Senat schlie\u00dft sich insoweit den BFH-Beschl\u00fcssen vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22 (BFH\/NV 2023, 1221) und vom 31.10.2023&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;77\/22 (BFH\/NV 2024, 20) an und verweist zur weiteren Begr\u00fcndung auf die Ausf\u00fchrungen in dem BFH-Beschluss vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22 (BFH\/NV 2023, 1221) unter Rz&nbsp;11&nbsp;ff.<\/li><li>dd) Danach stand dem Kl\u00e4ger sp\u00e4testens seit dem 01.01.2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg &#8222;zur Verf\u00fcgung&#8220;, zu dessen Nutzung er nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;2 FGO verpflichtet war (z.B. BFH-Beschluss vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, Rz&nbsp;14, m.w.N.). Dass das beSt des Kl\u00e4gers zu diesem Datum tats\u00e4chlich noch nicht freigeschaltet war, ist insoweit unerheblich.<\/li><li>c) Eine wirksame Ersatzeinreichung der Beschwerdebegr\u00fcndung in Papierform liegt nicht vor. Nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO bleibt die \u00dcbermittlung nach den allgemeinen Vorschriften zul\u00e4ssig, wenn dem nutzungsverpflichteten Einreicher eine \u00dcbermittlung aus technischen Gr\u00fcnden vor\u00fcbergehend nicht m\u00f6glich ist.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger hatte den zur Verf\u00fcgung stehenden sicheren \u00dcbermittlungsweg nicht eingerichtet. Eine vor\u00fcbergehende technische St\u00f6rung nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO ist hierin nicht zu sehen. Denn \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO ist nur bei technischen Problemen im Rahmen der Verwendung des vollst\u00e4ndig eingerichteten beSt anwendbar, nicht bei Verz\u00f6gerungen bei dessen Einrichtung (BFH-Beschluss vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, BFH\/NV 2023, 1221, Rz&nbsp;24, m.w.N.). Der Kl\u00e4ger hat weder dargelegt noch nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;4 FGO glaubhaft gemacht, dass eine technische St\u00f6rung vorgelegen habe. Im Gegenteil hat er auf das Schreiben der Senatsgesch\u00e4ftsstelle vom 12.12.2022, in dem er auf die Pflicht zur Nutzung des elektronischen Rechtsverkehrs und auf \u00a7&nbsp;52d FGO hingewiesen wurde, mitgeteilt, er habe den Begr\u00fcndungsschriftsatz noch in der herk\u00f6mmlichen Form einreichen d\u00fcrfen, nachdem die von der BStBK im Dezember 2022 angek\u00fcndigten Registrierungsbriefe f\u00fcr das beSt noch ausst\u00fcnden und er deshalb sein beSt noch nicht habe einrichten k\u00f6nnen.<\/li><li>d) Die mittels einfachen Briefs eingegangene Beschwerdebegr\u00fcndung ist folglich unwirksam und nicht zu beachten; die Beschwerdebegr\u00fcndung gilt als nicht eingereicht (vgl. BFH-Beschluss vom 27.04.2022&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;8\/22, BFH\/NV 2022, 1057, Rz&nbsp;12). Der Formversto\u00df f\u00fchrt zur Unwirksamkeit und schlie\u00dft damit insbesondere eine Fristwahrung \u2011\u2011hier die Wahrung der Beschwerdebegr\u00fcndungsfrist im Sinne des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 4 FGO\u2011\u2011 aus (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 27.04.2022&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;8\/22, Rz&nbsp;12; vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, BFH\/NV 2023, 1221, Rz&nbsp;25, m.w.N.).<\/li><li>2. Es kann dahinstehen, ob dem Kl\u00e4ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;56 FGO zu gew\u00e4hren w\u00e4re, weil der Pr\u00e4sident der Steuerberaterkammer M\u00fcnchen nach Angaben des Kl\u00e4gers seinen Mitgliedern im Dezember 2022 mitgeteilt habe, eine Verpflichtung zur Nutzung des beSt bestehe erst mit Erhalt des Registrierungsbriefs der BStBK; denn die Beschwerde w\u00e4re auch unbegr\u00fcndet. Soweit der Kl\u00e4ger die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde in einer den Anforderungen des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen\u00fcgenden Form dargelegt hat, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/li><li>a) Soweit der Kl\u00e4ger den Zulassungsgrund der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO erw\u00e4hnt, legt er die Voraussetzungen dieses Zulassungsgrunds nicht ordnungsgem\u00e4\u00df dar.<\/li><li>aa) Macht ein Beschwerdef\u00fchrer die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache im Sinne des \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend, so hat er zun\u00e4chst eine bestimmte, f\u00fcr die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen. Daf\u00fcr ist erforderlich, dass er die entscheidungserhebliche Rechtsfrage hinreichend konkretisiert; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls abh\u00e4ngt (BFH-Beschluss vom 29.11.2022&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;141\/21, BFH\/NV 2023, 143, Rz&nbsp;21). Des Weiteren muss die Beschwerdebegr\u00fcndung schl\u00fcssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darlegen, weshalb die f\u00fcr bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im Streitfall kl\u00e4rbar ist (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 08.08.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;117\/18, BFH\/NV 2019, 1219, Rz&nbsp;13).<\/li><li>bb) Der Kl\u00e4ger h\u00e4lt die Frage f\u00fcr grunds\u00e4tzlich bedeutsam, ob freiberufliche Einnahmen eines Praxisver\u00e4u\u00dferers, die dieser aus vor dem Ver\u00e4u\u00dferungsstichtag begonnenen Beratungsleistungen erzielt beziehungsweise die er aufgrund vertraglicher Verpflichtungen im Auftrag der Erwerber nach dem Ver\u00e4u\u00dferungsstichtag vereinnahmt, der Gew\u00e4hrung einer Tarifbeg\u00fcnstigung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes f\u00fcr den Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn entgegenstehen. Die Revision ist wegen der aufgeworfenen Frage jedoch nicht zuzulassen. Der Kl\u00e4ger legt mit seinem Vorbringen keine kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige und kl\u00e4rbare abstrakte Rechtsfrage dar, sondern macht im Stile einer Revisionsbegr\u00fcndung geltend, die Gesamtw\u00fcrdigung des Finanzgerichts (FG), dass er seine bisherige freiberufliche T\u00e4tigkeit im \u00f6rtlichen Wirkungskreis nicht im erforderlichen Umfang eingestellt habe, sei rechtsfehlerhaft (vgl. zur Einkleidung einer einzelfallbezogenen R\u00fcge eines Rechtsfehlers in eine abstrakte Fragestellung auch BFH-Beschluss vom 04.05.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;121\/20, BFH\/NV 2021, 1329, Rz&nbsp;3&nbsp;f.). Das Vorbringen, die Vorentscheidung sei rechtsfehlerhaft, stellt im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren \u2011\u2011abgesehen vom hier nicht vorliegenden Fall eines schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehlers des FG\u2011\u2011 keinen Zulassungsgrund dar (BFH-Beschluss vom 22.08.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;76\/22, BFH\/NV&nbsp;2023, 1324, Rz&nbsp;6).<\/li><li>b) Die Revision ist auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zuzulassen, weil eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist. Der Kl\u00e4ger hat den geltend gemachten Zulassungsgrund der Divergenz nicht ordnungsgem\u00e4\u00df dargelegt (\u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/li><li>aa) Zur Darlegung einer Divergenz ist es erforderlich, einen abstrakten tragenden Rechtssatz des angefochtenen FG-Urteils sowie einen abstrakten tragenden Rechtssatz einer genau bezeichneten divergierenden Entscheidung herauszuarbeiten und so gegen\u00fcberzustellen, dass die behauptete Abweichung erkennbar wird. Darzulegen ist ferner, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 30.09.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;85\/14, BFH\/NV 2016, 423, m.w.N.).<\/li><li>bb) Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die Beschwerdebegr\u00fcndung nicht. Der Kl\u00e4ger f\u00fchrt zwar den BFH-Beschluss vom 11.02.2020&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;131\/19 (BFH\/NV 2020, 507) an, der in einem Verfahren wegen Aussetzung der Vollziehung (AdV) erging, und f\u00fchrt hierzu aus, dass das FG von den Rechtsgrunds\u00e4tzen dieser Entscheidung &#8222;ohne weitere eigene Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen eklatant abgewichen&#8220; sei. Zwar kommen auch Beschl\u00fcsse wegen AdV grunds\u00e4tzlich als Divergenzentscheidungen in Betracht (BFH-Beschluss vom 07.12.2010&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;199\/09, BFH\/NV 2011, 411, Rz&nbsp;9). Der Kl\u00e4ger stellt jedoch keinen abstrakten Rechtssatz des FG-Urteils heraus, der von einem solchen Rechtssatz in dem bezeichneten BFH-Beschluss abweicht, sondern macht sinngem\u00e4\u00df geltend, das FG habe die im BFH-Beschluss vom 11.02.2020&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;131\/19 (BFH\/NV 2020, 507) dargelegten Grunds\u00e4tze unzutreffend auf den Streitfall angewendet. Damit r\u00fcgt er lediglich einen etwaigen Subsumtionsfehler des FG, legt aber keine Abweichung der Entscheidung im Grunds\u00e4tzlichen dar (vgl. BFH-Beschluss vom 09.07.2012&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;51\/11, BFH\/NV 2012, 1780, Rz&nbsp;14).<\/li><li>c) Die Revision ist schlie\u00dflich auch nicht wegen des vom Kl\u00e4ger ger\u00fcgten Verfahrensfehlers, das FG habe seinen Anspruch auf Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs verletzt, gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO zuzulassen oder die Vorentscheidung wegen eines solchen Fehlers gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO aufzuheben und der Streitfall an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckzuverweisen.<\/li><li>aa) Der Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r aus Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes i.V.m. \u00a7&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO verpflichtet das FG, die Ausf\u00fchrungen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen, in Erw\u00e4gung zu ziehen und sich mit dem entscheidungserheblichen Kern des Vorbringens auseinanderzusetzen (sogenannte Beachtenspflicht). Das Gericht ist aber nicht verpflichtet, sich mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr\u00fcnden ausdr\u00fccklich zu befassen. Der Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r ist erst verletzt, wenn das Gericht Sachverhalt und Sachvortrag, auf den es ankommen kann, nicht nur nicht ausdr\u00fccklich bescheidet, sondern bei seiner Entscheidung \u00fcberhaupt nicht ber\u00fccksichtigt (vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 26.02.2019&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;133\/18, BFH\/NV 2019, 574, Rz&nbsp;4; vom 13.03.2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;138\/14, BFH\/NV 2015, 982, Rz&nbsp;24; vom 11.11.2022&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;97\/21, BFH\/NV 2023, 113, Rz&nbsp;9; vom 30.06.2023&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;13\/22, BFH\/NV 2023, 1101, Rz&nbsp;18).<\/li><li>bb) Soweit der Kl\u00e4ger andeutet, das FG habe seinen Vortrag zur Zusammensetzung der im Streitjahr 2009 erzielten Einnahmen und zu deren Bedeutung f\u00fcr eine unsch\u00e4dliche weitere freiberufliche T\u00e4tigkeit sowie die Widerspr\u00fcchlichkeit der vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt) vorgenommenen Zuordnung der Einnahmen zu seinen Mandaten vor und nach der Praxis\u00fcbertragung nicht ber\u00fccksichtigt, mag das Vorbringen auf einen vermeintlichen Versto\u00df des FG gegen die Beachtenspflicht abzielen. Es fehlt aber an einer konkreten Darlegung der Voraussetzungen des Verfahrensfehlers. Im Kern macht der Kl\u00e4ger auch hier geltend, die Entscheidung des FG sei rechtsfehlerhaft.<\/li><li>d) Soweit der Kl\u00e4ger einen Versto\u00df des FG gegen seinen Anspruch auf Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs darin sieht, dass das Verfahren auf den Berichterstatter als Einzelrichter \u00fcbertragen worden sei, obwohl er einer solchen \u00dcbertragung widersprochen habe, liegt der ger\u00fcgte Geh\u00f6rsversto\u00df nicht vor.<\/li><li>Eine Einzelrichter\u00fcbertragung ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 FGO unanfechtbar. Die fehlerhafte Anwendung des \u00a7&nbsp;6 FGO kann regelm\u00e4\u00dfig nicht mit der Revision (\u00a7&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 FGO) und somit auch nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde ger\u00fcgt werden (BFH-Beschluss vom 21.11.2012&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;78\/12, BFHE 238, 546, BStBl II 2013, 173, Rz&nbsp;21). Eine Besetzungsr\u00fcge gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO mit der Begr\u00fcndung, die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 FGO f\u00fcr eine \u00dcbertragung auf den Einzelrichter h\u00e4tten nicht vorgelegen, kann nur ausnahmsweise Erfolg haben, wenn sich die \u00dcbertragung auf den Einzelrichter als &#8222;greifbar gesetzeswidrig&#8220; erweist. Dies ist eine Entscheidung nur dann, wenn sie mit der geltenden Rechtsordnung schlechthin unvereinbar ist, weil sie jeder Grundlage entbehrt und inhaltlich dem Gesetz fremd ist (BFH-Beschluss vom 01.09.2016&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;26\/16, BFH\/NV 2017, 50, Rz&nbsp;5, m.w.N.).<\/li><li>Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor. Der zust\u00e4ndige Senat des FG hatte den Kl\u00e4ger mit Schreiben vom 20.03.2020 darauf hingewiesen, dass der Rechtsstreit einem seiner Mitglieder als Einzelrichter zur Entscheidung \u00fcbertragen werden k\u00f6nne und dem Kl\u00e4ger rechtliches Geh\u00f6r gew\u00e4hrt. Der Kl\u00e4ger hat vor der Beschlussfassung auch Stellung genommen. F\u00fcr die \u00dcbertragung eines Rechtsstreits auf den Einzelrichter ist die Zustimmung der Beteiligten nicht erforderlich (BFH-Beschl\u00fcsse vom 21.09.2000&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;94\/00, BFH\/NV 2001, 200; vom 06.11.1997&nbsp;&#8211; VII&nbsp;S&nbsp;25\/97, BFH\/NV 1998, 560). Der Kl\u00e4ger hat in der Beschwerdebegr\u00fcndung auch nicht dargelegt, aus welchen Gr\u00fcnden die \u00dcbertragung des Rechtsstreits auf den Einzelrichter schlechthin unvertretbar oder greifbar gesetzeswidrig sein k\u00f6nnte.<\/li><li>3. Von einer weiteren Begr\u00fcndung und insbesondere einer Darstellung des Sachverhalts sieht der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.160124.VIIIB141.22.0 BFH VIII. 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