{"id":76518,"date":"2024-02-11T16:43:43","date_gmt":"2024-02-11T14:43:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76518"},"modified":"2024-02-11T16:43:43","modified_gmt":"2024-02-11T14:43:43","slug":"pflicht-zur-nutzung-des-best-fuer-steuerberatungsgesellschaften-ab-dem-01-01-2023-schuldhafte-versaeumung-der-beschwerdeeinlegungsfrist-bfh-beschluss-vom-23-januar-2024-iv-b-46-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/pflicht-zur-nutzung-des-best-fuer-steuerberatungsgesellschaften-ab-dem-01-01-2023-schuldhafte-versaeumung-der-beschwerdeeinlegungsfrist-bfh-beschluss-vom-23-januar-2024-iv-b-46-23\/","title":{"rendered":"Pflicht zur Nutzung des beSt f\u00fcr Steuerberatungsgesellschaften ab dem 01.01.2023 &#8211; Schuldhafte Vers\u00e4umung der Beschwerdeeinlegungsfrist &#8211; BFH-Beschluss vom 23. Januar 2024, IV B 46\/23"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.230124.IVB46.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IV. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 52a Abs 4 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 52d S 1, FGO \u00a7 56, FGO \u00a7 116 Abs 2 S 1, StBerG \u00a7 3 S 1 Nr 2, StBerG \u00a7 49, StBerG \u00a7 86b, StBerG \u00a7 86e, StBerG \u00a7 157e, FGO \u00a7 52d S 2, FGO \u00a7 52d S 3, FGO \u00a7 52d S 4<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 22. August 2023, Az: 8 K 8094\/20<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. NV: Berufsaus\u00fcbungsgesellschaften nach \u00a7 3 Satz 1 Nr. 2, \u00a7 49 des Steuerberatungsgesetzes, die in das Steuerberaterverzeichnis eingetragen sind, sind gem\u00e4\u00df \u00a7 52d Satz 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung verpflichtet, seit dem 01.01.2023 das besondere elektronische Steuerberaterpostfach zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. NV: Wird die vor\u00fcbergehende technische Unm\u00f6glichkeit nicht zusammen mit oder jedenfalls unverz\u00fcglich nach der Beschwerdeeinlegung dargelegt und glaubhaft gemacht, kann aus diesem Grund eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht gew\u00e4hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde der Kl\u00e4gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 22.08.2023 &#8211; 8 K 8094\/20 wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beschwerde der Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist unzul\u00e4ssig und daher durch Beschluss zu verwerfen (\u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011).<\/li><li>1. Die Kl\u00e4gerin hat es vers\u00e4umt, die Beschwerde innerhalb der daf\u00fcr bestimmten Frist in der seit dem 01.01.2023 vorgeschriebenen Form einzulegen. Denn die beim Bundesfinanzhof (BFH) am letzten Tag (25.09.2023) der einmonatigen Beschwerdeeinlegungsfrist (vgl. \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO) als Telefaxschreiben eingegangene Beschwerde entspricht nicht den \u2011\u2011von Amts wegen zu ber\u00fccksichtigenden\u2011\u2011 Anforderungen des \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;1 und 2 FGO (dazu a). Eine wirksame Ersatzeinreichung nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 und 4 FGO liegt nicht vor (dazu b).<\/li><li>a) Vorbereitende Schrifts\u00e4tze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen \u2011\u2011damit auch die Beschwerdeschrift\u2011\u2011, die durch einen Rechtsanwalt, durch eine Beh\u00f6rde oder durch eine juristische Person des \u00f6ffentlichen Rechts einschlie\u00dflich der von ihr zur Erf\u00fcllung ihrer \u00f6ffentlichen Aufgaben gebildeten Zusammenschl\u00fcsse eingereicht werden, sind nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;1 FGO als elektronisches Dokument zu \u00fcbermitteln. Gleiches gilt nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;2 FGO f\u00fcr die nach der Finanzgerichtsordnung vertretungsberechtigten Personen, f\u00fcr die ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung steht.<\/li><li>aa) F\u00fcr die in \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO genannten \u2011\u2011in das Steuerberaterverzeichnis (vgl. \u00a7&nbsp;86b des Steuerberatungsgesetzes \u2011\u2011StBerG\u2011\u2011) eingetragenen\u2011\u2011 Gesellschaften im Sinne des \u00a7&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 (i.V.m. \u00a7&nbsp;49) StBerG steht seit dem 01.01.2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg im Sinne des \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung.<\/li><li>Der BFH hat bereits entschieden, dass Steuerberater seit dem 01.01.2023 verpflichtet sind, das besondere elektronische Steuerberaterpostfach (beSt) zu nutzen (z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, Rz&nbsp;8&nbsp;ff.; vom 31.10.2023&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;77\/22, Rz&nbsp;4&nbsp;ff.). Diese Nutzungspflicht besteht \u2011\u2011wie sich aus \u00a7&nbsp;86e, \u00a7&nbsp;157e StBerG ergibt\u2011\u2011 auch f\u00fcr jede im Steuerberaterverzeichnis (vgl. \u00a7&nbsp;86b StBerG) eingetragene Berufsaus\u00fcbungsgesellschaft (Steuerberatungsgesellschaft) im Sinne von \u00a7&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;49 StBerG. Ob dieser Gesellschaft die von ihr vorzuhaltenden technischen Einrichtungen zur Verf\u00fcgung stehen und das beSt von ihr tats\u00e4chlich freigeschaltet wurde, ist insoweit unerheblich.<\/li><li>bb) Nach Ma\u00dfgabe dieser Grunds\u00e4tze war die Prozessbevollm\u00e4chtigte der Kl\u00e4gerin \u2011\u2011die X-GbR\u2011\u2011 als eine in das bei der Bundessteuerberaterkammer nach \u00a7&nbsp;86b StBerG gef\u00fchrte amtliche Steuerberaterverzeichnis eingetragene Berufsaus\u00fcbungsgemeinschaft (\u00a7&nbsp;49 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 StBerG) verpflichtet, seit dem 01.01.2023 das beSt zu nutzen.<\/li><li>b) Eine wirksame Ersatzeinreichung der Beschwerde in Papierform liegt nicht vor.<\/li><li>Nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO bleibt die \u00dcbermittlung nach den allgemeinen Vorschriften (zum Beispiel durch Telefax) zul\u00e4ssig, wenn dem nutzungsverpflichteten Einreicher eine \u00dcbermittlung aus technischen Gr\u00fcnden vor\u00fcbergehend nicht m\u00f6glich ist. Die vor\u00fcbergehende Unm\u00f6glichkeit ist bei der Ersatzeinreichung oder unverz\u00fcglich danach glaubhaft zu machen; auf Anforderung ist ein elektronisches Dokument nachzureichen (\u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;4 FGO).<\/li><li>aa) \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO greift bei technischen Problemen im Rahmen der Verwendung des vollst\u00e4ndig eingerichteten beSt ein (z.B. BFH-Beschluss vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, Rz&nbsp;24, m.w.N.). In einem derartigen Fall ist die vor\u00fcbergehende Unm\u00f6glichkeit bei der Ersatzeinreichung oder unverz\u00fcglich danach glaubhaft zu machen. &#8222;Unverz\u00fcglich&#8220; bedeutet ohne schuldhaftes Z\u00f6gern (z.B. Beschluss des Bundesgerichtshofs \u2011\u2011BGH\u2011\u2011 vom 21.06.2023&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;15\/22, Neue Juristische Wochenschrift \u2011\u2011NJW\u2011\u2011 2023, 2883, Rz&nbsp;19, m.w.N., zu \u00a7&nbsp;130d Satz&nbsp;3 der Zivilprozessordnung \u2011\u2011ZPO\u2011\u2011; Finanzgericht \u2011\u2011FG\u2011\u2011 N\u00fcrnberg, Urteil vom 10.07.2023&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;129\/23, Entscheidungen der Finanzgerichte \u2011\u2011EFG\u2011\u2011 2023, 1396, Rz&nbsp;86; Schallmoser in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7&nbsp;52d FGO Rz&nbsp;55; Schmieszek in Gosch, FGO \u00a7&nbsp;52d Rz&nbsp;11; anderer Ansicht FG M\u00fcnchen, Urteil vom 26.06.2023&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;232\/23, EFG 2023, 1404, Rz&nbsp;15, das die Zweiwochenfrist des \u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO anwendet). Der Zeitraum des unverschuldeten Z\u00f6gerns im Sinne des \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;4 FGO ist eng zu fassen (vgl. BGH-Beschluss vom 21.06.2023&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;15\/22, NJW 2023, 2883, Rz&nbsp;22, zu \u00a7&nbsp;130d Satz&nbsp;3 ZPO). Zur Glaubhaftmachung geh\u00f6rt jedenfalls eine Schilderung der tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde, die eine vor\u00fcbergehende technische Unm\u00f6glichkeit rechtfertigen k\u00f6nnen (vgl. BGH-Beschluss vom 21.06.2023&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;15\/22, NJW 2023, 2883, Rz&nbsp;21, zu \u00a7&nbsp;130d Satz&nbsp;3 ZPO).<\/li><li>bb) Hieran fehlt es. Mit Schreiben des BFH vom 28.09.2023 wurde \u2011\u2011wie von der Prozessbevollm\u00e4chtigten beantragt\u2011\u2011 die regul\u00e4r am 25.10.2023 ablaufende Begr\u00fcndungsfrist bis zum 27.11.2023 verl\u00e4ngert (vgl. \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 FGO) und ihr mitgeteilt, dass ihre Beschwerde vom 25.09.2023 nicht den Anforderungen des \u00a7&nbsp;52d FGO gen\u00fcgt. Zugleich wurde auf \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 und 4 FGO sowie auf \u00a7&nbsp;56 FGO hingewiesen. Hierauf teilte die Prozessbevollm\u00e4chtigte erst mit dem am 17.11.2023 beim BFH eingegangenen Telefaxschreiben, in dem sie \u2011\u2011neben der \u00dcbersendung der Gerichtsakten in Kopie\u2011\u2011 eine nochmalige Verl\u00e4ngerung der Begr\u00fcndungsfrist bis zum 22.12.2023 beantragte, Folgendes mit: &#8222;Auf Grund einer EDV- und Serverumstellung ist die elektronische \u00dcbermittlung des Schreibens gem\u00e4\u00df Finanzgerichtsordnung leider aktuell nicht m\u00f6glich. Unsere EDV-Beauftragten arbeiten bereits an der Kl\u00e4rung des Problems. Wir bitten um Entschuldigung.&#8220; Mit weiterem Telefaxschreiben vom 21.12.2023 \u2011\u2011eingegangen beim BFH am gleichen Tag\u2011\u2011 wiederholte die Prozessbevollm\u00e4chtigte ihre Bitte auf Akten\u00fcbersendung und beantragte, die Begr\u00fcndungsfrist bis zum 31.01.2024 zu verl\u00e4ngern. Dieses Telefaxschreiben enth\u00e4lt die gleiche \u2011\u2011vorstehend zitierte\u2011\u2011 Begr\u00fcndung, weshalb eine elektronische \u00dcbersendung des Schreibens aktuell nicht m\u00f6glich sei.<\/li><li>Hiermit hat die Prozessbevollm\u00e4chtigte der Kl\u00e4gerin nicht unverz\u00fcglich nach der Ersatzeinreichung, sondern erstmals sieben Wochen nach dem 25.09.2023 vorgetragen, dass eine &#8222;EDV- und Serverumstellung&#8220; erfolge. Dies \u00fcberschreitet bei Weitem den gesetzlich zul\u00e4ssigen Zeitrahmen f\u00fcr eine nachtr\u00e4gliche Glaubhaftmachung der vor\u00fcbergehenden Unm\u00f6glichkeit. Die Ersatzeinreichung ist bereits aus diesem Grund unwirksam. Zudem enth\u00e4lt das am 17.11.2023 eingegangene Telefaxschreiben keine nachvollziehbare Schilderung der Umst\u00e4nde, die eine vor\u00fcbergehende technische Unm\u00f6glichkeit rechtfertigen k\u00f6nnten. Diesem Telefaxschreiben l\u00e4sst sich schon nicht entnehmen, dass bereits am 25.09.2023 eine vor\u00fcbergehende technische St\u00f6rung vorgelegen hat. Ebenso bleibt offen, ob tats\u00e4chlich technische Probleme bestanden haben. So begr\u00fcndet allein der Umstand einer &#8222;EDV- und Serverumstellung&#8220; noch keine technische St\u00f6rung. Dies l\u00e4sst zun\u00e4chst nur auf eine bewusst gew\u00e4hlte Umstellungsma\u00dfnahme im IT-Bereich schlie\u00dfen. Schlie\u00dflich ist zweifelhaft, ob am 25.09.2023 eine nur vor\u00fcbergehende technische St\u00f6rung vorlag. So existiert nach dem eigenen Vorbringen der Prozessbevollm\u00e4chtigten der Kl\u00e4gerin das &#8222;Problem&#8220; weiterhin.<\/li><li>c) Folglich ist die am 25.09.2023 als Telefaxschreiben beim BFH eingegangene Beschwerde nicht formgerecht erhoben worden. Der Formversto\u00df f\u00fchrt zur Unwirksamkeit und schlie\u00dft die Fristwahrung \u2011\u2011hier die Wahrung der Einlegungsfrist nach \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO\u2011\u2011 aus.<\/li><li>2. Der Kl\u00e4gerin kann eine Wiedereinsetzung in die vers\u00e4umte Beschwerdeeinlegungsfrist (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO) nicht gew\u00e4hrt werden.<\/li><li>a) Wenn jemand ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten, so ist ihm auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew\u00e4hren (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Der Antrag ist binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO). Die Tatsachen zur Begr\u00fcndung des Antrags sind bei der Antragstellung oder im Verfahren \u00fcber den Antrag glaubhaft zu machen (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO). Innerhalb der Antragsfrist ist die vers\u00e4umte Rechtshandlung nachzuholen (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FGO). Ist dies geschehen, so kann Wiedereinsetzung auch ohne Antrag gew\u00e4hrt werden (\u00a7&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 FGO).<\/li><li>Ein Verschulden im Sinne des \u00a7&nbsp;56 FGO liegt \u2011\u2011jedenfalls, wenn es sich um die Fristvers\u00e4umnis eines Steuerberaters oder Rechtsanwalts handelt\u2011\u2011 nur dann nicht vor, wenn dieser die \u00e4u\u00dferste, den Umst\u00e4nden des Falles angemessene und vern\u00fcnftigerweise zu erwartende Sorgfalt angewendet hat (z.B. BFH-Beschluss vom 10.12.2019&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;19\/17, Rz&nbsp;8, m.w.N.). Das Verschulden eines Vertreters ist dem Vertretenen zuzurechnen (\u00a7&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 ZPO).<\/li><li>b) Selbst wenn man das am 17.11.2023 beim FG eingegangene Telefaxschreiben der Prozessbevollm\u00e4chtigten als einen Wiedereinsetzungsantrag werten wollte, ist die Beschwerdeeinlegungsfrist nicht ohne Verschulden vers\u00e4umt.<\/li><li>aa) Bei einer vor\u00fcbergehenden technischen St\u00f6rung des beSt ist eine etwaige fehlende beziehungsweise fehlerhafte Kenntnis der sich aus \u00a7&nbsp;52d FGO ergebenden Rechtslage f\u00fcr Angeh\u00f6rige der rechts- und steuerberatenden Berufe nicht entschuldbar (vgl. BGH-Beschluss vom 15.12.2022&nbsp;&#8211; III&nbsp;ZB&nbsp;18\/22, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f\u00fcr Wirtschafts- und Bankrecht 2023, 189, Rz&nbsp;9, zu \u00a7&nbsp;130d ZPO). H\u00e4tte die Prozessbevollm\u00e4chtigte in dieser Situation die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 und 4 FGO beachtet, w\u00e4re die Einlegungsfrist auch ohne \u00dcbermittlung des Schriftsatzes als elektronisches Dokument gewahrt worden.<\/li><li>bb) Die Prozessbevollm\u00e4chtigte hat keinen sonstigen Sachverhalt dargelegt und glaubhaft gemacht, der eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand rechtfertigen k\u00f6nnte.<\/li><li>3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat nach \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.230124.IVB46.23.0 BFH IV. 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