{"id":76552,"date":"2024-02-24T19:20:48","date_gmt":"2024-02-24T17:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76552"},"modified":"2024-02-24T19:20:48","modified_gmt":"2024-02-24T17:20:48","slug":"uebermittlung-elektronischer-dokumente-durch-einen-steuerberater-und-wirtschaftspruefer-bfh-beschluss-vom-02-februar-2024-vi-s-23-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/uebermittlung-elektronischer-dokumente-durch-einen-steuerberater-und-wirtschaftspruefer-bfh-beschluss-vom-02-februar-2024-vi-s-23-23\/","title":{"rendered":"\u00dcbermittlung elektronischer Dokumente durch einen Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer &#8211; BFH-Beschluss vom 02. Februar 2024, VI S 23\/23"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.020224.VIS23.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 52a Abs 4 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 52d, FGO \u00a7 133a Abs 2 S 1, FGO \u00a7 133a Abs 4 S 1<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend BFH , 29. September 2023, Az: VI B 4\/23<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Ein Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer, der gegen\u00fcber dem Gericht auch unter der Berufsbezeichnung &#8222;Steuerberater&#8220; auftritt, ist zur aktiven Nutzung des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge der Kl\u00e4ger gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 29.09.2023 &#8211; VI B 4\/23 wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Verfahrens haben die Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Senat hat die wegen Nichtzulassung der Revision erhobene Beschwerde der Kl\u00e4ger, Beschwerdef\u00fchrer und R\u00fcgef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 24.11.2022&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;207\/21 wegen Einkommensteuer 2014 bis 2019 mit Beschluss vom 29.09.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;4\/23 als unzul\u00e4ssig verworfen, da sie die Beschwerde entgegen \u00a7&nbsp;52d der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht als elektronisches Dokument \u00fcbermittelt und ferner die geltend gemachten Revisionszulassungsgr\u00fcnde nicht in einer den Anforderungen des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entsprechenden Weise dargelegt hatten.<\/li><li>Gegen diesen Beschluss haben die Kl\u00e4ger mit einem per Telefax \u00fcbermittelten Schreiben ihres Prozessbevollm\u00e4chtigten Anh\u00f6rungsr\u00fcge erhoben.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 FGO als unzul\u00e4ssig zu verwerfen.<\/li><li>1. Sie ist bereits deshalb unzul\u00e4ssig, weil es ihr an der gesetzlich vorgeschriebenen Form fehlt.<\/li><li>a) Vorbereitende Schrifts\u00e4tze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen \u2011\u2011und damit auch die Erhebung einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge (s. Beschluss des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 23.08.2022&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;S&nbsp;3\/22, BFHE 276, 566, BStBl II 2023, 83, Rz&nbsp;3)\u2011\u2011, die durch einen Rechtsanwalt, durch eine Beh\u00f6rde oder durch eine juristische Person des \u00f6ffentlichen Rechts einschlie\u00dflich der von ihr zur Erf\u00fcllung ihrer \u00f6ffentlichen Aufgaben gebildeten Zusammenschl\u00fcsse eingereicht werden, sind nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;1 FGO als elektronisches Dokument zu \u00fcbermitteln. Gleiches gilt gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;2 FGO f\u00fcr die nach der Finanzgerichtsordnung vertretungsberechtigten Personen, f\u00fcr die ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung steht.<\/li><li>b) F\u00fcr die in \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO genannten Steuerberater steht seit dem 01.01.2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg im Sinne des \u00a7&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Verf\u00fcgung, zu dessen Nutzung sie nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;2 FGO verpflichtet sind (Senatsbeschluss vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22 und BFH-Beschluss vom 28.04.2023&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;101\/22, BFHE 279, 523, BStBl II 2023, 763).<\/li><li>c) Auch Wirtschaftspr\u00fcfer, die zugleich eine Zulassung als Steuerberater besitzen, sind ab dem 01.01.2023 nach \u00a7&nbsp;52d FGO zur Nutzung des sicheren \u00dcbermittlungswegs verpflichtet, wenn sie \u2011\u2011als einzeln vertretungsberechtigter Prozessbevollm\u00e4chtigter\u2011\u2011 gegen\u00fcber dem Gericht auch unter der Berufsbezeichnung &#8222;Steuerberater&#8220; auftreten (s. Senatsbeschluss vom 29.09.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;4\/23, unter 1.b&nbsp;cc, m.w.N.).<\/li><li>d) Vorliegend hat der als Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer zugelassene Prozessbevollm\u00e4chtigte der Kl\u00e4ger die Anh\u00f6rungsr\u00fcge nicht als elektronisches Dokument an den BFH \u00fcbermittelt, obwohl er \u2011\u2011ausweislich der Angabe seiner Berufsbezeichnung im Briefkopf in s\u00e4mtlichen in diesem Verfahren \u00fcbersandten Schrifts\u00e4tzen\u2011\u2011 auch unter der Berufsbezeichnung Steuerberater aufgetreten ist.<\/li><li>Etwas anderes ergibt sich nicht daraus, dass der Prozessbevollm\u00e4chtigte auch eine &#8222;Wirtschaftspr\u00fcfer-Einzelpraxis&#8220; f\u00fchrt und das vorliegende Verfahren dieser Einzelpraxis zugeordnet hat. Eine solche Zuordnung ist f\u00fcr die pers\u00f6nliche Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;52d FGO ohne Bedeutung, da insoweit allein auf das Auftreten des Prozessbevollm\u00e4chtigten auch unter der Berufsbezeichnung &#8222;Steuerberater&#8220; abzustellen ist. Insoweit ist es zudem nicht relevant, ob die Berufsbezeichnung &#8222;Steuerberater&#8220; vor oder nach der Berufsbezeichnung &#8222;Wirtschaftspr\u00fcfer&#8220; genannt wird.<\/li><li>e) Der Formversto\u00df f\u00fchrt zur Unwirksamkeit der am 20.10.2023 als Telefaxschreiben beim BFH eingegangenen Anh\u00f6rungsr\u00fcge und schlie\u00dft damit insbesondere die Fristwahrung \u2011\u2011hier der Frist zur Einlegung einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge im Sinne des \u00a7&nbsp;133a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO\u2011\u2011 aus (s. BFH-Beschluss vom 27.04.2022&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;8\/22, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/li><li>f) Eine vor\u00fcbergehende Unm\u00f6glichkeit der \u00dcbermittlung als elektronisches Dokument aus technischen Gr\u00fcnden, die nach \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;3 FGO eine \u00dcbermittlung nach den allgemeinen Vorschriften zul\u00e4sst, haben die Kl\u00e4ger weder dargelegt noch im Sinne des \u00a7&nbsp;52d Satz&nbsp;4 FGO glaubhaft gemacht.<\/li><li>2. F\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Anh\u00f6rungsr\u00fcge wird eine Geb\u00fchr in H\u00f6he von 66&nbsp;\u20ac erhoben (Nr.&nbsp;6400 des Kostenverzeichnisses, Anlage&nbsp;1 zu \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes).<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.020224.VIS23.23.0 BFH VI. Senat FGO \u00a7 52a Abs 4 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 52d, FGO \u00a7 133a Abs 2 S 1, FGO \u00a7 133a Abs 4 S 1 vorgehend BFH , 29. 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