{"id":76634,"date":"2024-04-17T12:17:39","date_gmt":"2024-04-17T10:17:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76634"},"modified":"2024-04-17T12:17:39","modified_gmt":"2024-04-17T10:17:39","slug":"anhoerungsruege-vertretungszwang-bfh-beschluss-vom-08-maerz-2024-ix-s-3-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/anhoerungsruege-vertretungszwang-bfh-beschluss-vom-08-maerz-2024-ix-s-3-24\/","title":{"rendered":"Anh\u00f6rungsr\u00fcge &#8211; Vertretungszwang &#8211; BFH-Beschluss vom 08. M\u00e4rz 2024, IX S 3\/24"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zusammenfassung des Beschlusses des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 08. M\u00e4rz 2024, IX S 3\/24<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grundlage des Falles:<\/strong> Der Kl\u00e4ger legte eine Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen den Beschluss des BFH vom 31. M\u00e4rz 2023 ein, in dem seine Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision als unzul\u00e4ssig verworfen wurde. Dies geschah, weil er die Beschwerde selbstst\u00e4ndig ohne einen Prozessbevollm\u00e4chtigten eingereicht hatte, was gegen den vorgeschriebenen Vertretungszwang verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernpunkte des Beschlusses:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Zul\u00e4ssigkeit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge:<\/strong> Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge des Kl\u00e4gers wurde trotz der Nichtbeachtung des Vertretungszwangs als zul\u00e4ssig anerkannt. Der Kl\u00e4ger machte geltend, dass seine Umst\u00e4nde, die nach seiner Auffassung eine Ausnahme vom Vertretungszwang geboten h\u00e4tten, im vorherigen Urteil nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/li><li><strong>Begr\u00fcndetheit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge:<\/strong> Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge wurde als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen. Der BFH stellte fest, dass der Kl\u00e4ger durch das Einlegen der R\u00fcge nicht die Verletzung seines rechtlichen Geh\u00f6rs geltend machte, sondern gegen die prozessrechtlichen Anforderungen des Vertretungszwangs opponierte. Diese Argumentation konnte die Anh\u00f6rungsr\u00fcge nicht st\u00fctzen.<\/li><li><strong>Kosten des Verfahrens:<\/strong> Der Kl\u00e4ger wurde zur Tragung der Gerichtskosten verpflichtet, die auf 66 \u20ac festgesetzt wurden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Schlussfolgerung:<\/strong> Die Entscheidung unterstreicht die strikte Einhaltung des Vertretungszwangs in Verfahren vor dem BFH und kl\u00e4rt, dass eine Anh\u00f6rungsr\u00fcge, die sich gegen prozessrechtliche Anforderungen richtet, nicht erfolgreich ist. Die besondere Zul\u00e4ssigkeit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge in diesem Fall betont die M\u00f6glichkeit, in Ausnahmef\u00e4llen rechtliches Geh\u00f6r zu finden, auch wenn die formellen Anforderungen zun\u00e4chst nicht erf\u00fcllt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:B.080324.IXS3.24.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 62 Abs 4, FGO \u00a7 133a<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend BFH , 31. M\u00e4rz 2023, Az: IX B 4\/23<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Eine Anh\u00f6rungsr\u00fcge ist trotz Nichtbeachtung des Vertretungszwangs zul\u00e4ssig, wenn der R\u00fcgef\u00fchrer geltend macht, die von ihm vorgetragenen Umst\u00e4nde, die nach seiner Auffassung eine Ausnahme vom Vertretungszwang geb\u00f6ten, seien nicht ber\u00fccksichtigt worden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge des Kl\u00e4gers gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 31.03.2023 &#8211; IX B 4\/23 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Durch Beschluss vom 31.03.2023&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;4\/23 verwarf der beschlie\u00dfende Senat die Beschwerde des Kl\u00e4gers, Beschwerdef\u00fchrers und R\u00fcgef\u00fchrers (Kl\u00e4ger) wegen Nichtzulassung der Revision als unzul\u00e4ssig, da der Kl\u00e4ger die Beschwerde unter Nichtbeachtung des Vertretungszwangs vor dem Bundesfinanzhof (BFH) trotz entsprechenden Hinweises in der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Urteils des Finanzgerichts selbst eingelegt hatte. Eine weitere Beschwerdeeinlegung durch einen Prozessbevollm\u00e4chtigten erfolgte au\u00dferhalb der Rechtsmittelfrist. Gegen diesen Beschluss wendet sich der Kl\u00e4ger pers\u00f6nlich mit Schreiben vom 05.02.2024.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Das Vorbringen des Kl\u00e4gers ist als R\u00fcge einer Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs und damit als Anh\u00f6rungsr\u00fcge auszulegen.<\/li><li>1. Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge ist zul\u00e4ssig.<\/li><li>Zwar gilt der Vertretungszwang gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f\u00fcr Verfahren vor dem BFH auch f\u00fcr die Erhebung einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge, wenn f\u00fcr die beanstandete Entscheidung ihrerseits Vertretungszwang galt (z.B. Senatsbeschl\u00fcsse vom 30.05.2012&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;5\/12 und vom 11.03.2015&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;6\/15). Das ist hier der Fall. Der Kl\u00e4ger hat den Vertretungszwang auch im vorliegenden Verfahren nicht beachtet.<\/li><li>Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge (\u00a7&nbsp;133a FGO) ist jedoch ausnahmsweise gleichwohl zul\u00e4ssig, weil sich der Kl\u00e4ger mit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge gerade dagegen wendet, dass der Senat seine Nichtzulassungsbeschwerde wegen Nichtbeachtung des Vertretungszwangs als unzul\u00e4ssig verworfen hat. Wird \u2011\u2011wie vorliegend\u2011\u2011 geltend gemacht, darin liege eine Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs, weil der Senat vom Kl\u00e4ger vorgetragene Umst\u00e4nde nicht beachtet habe, die nach der Auffassung des Kl\u00e4gers zu einer Ausnahme vom Vertretungszwang h\u00e4tten f\u00fchren m\u00fcssen, so ist die Anh\u00f6rungsr\u00fcge trotz Nichtbeachtung des Vertretungszwangs zul\u00e4ssig.<\/li><li>2. Die Anh\u00f6rungsr\u00fcge ist nicht begr\u00fcndet.<\/li><li>Der Senat hat die Ausf\u00fchrungen des Kl\u00e4gers im vorangegangenen Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde zur Kenntnis genommen und erwogen. Soweit der Kl\u00e4ger mit der Anh\u00f6rungsr\u00fcge geltend macht, er habe aufgrund des Zwangs zur Benennung eines vertretungsbefugten Bevollm\u00e4chtigten seine Interessen nicht eigenst\u00e4ndig wahren k\u00f6nnen, r\u00fcgt er nicht die Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs, sondern wendet sich gegen die besonderen Anforderungen des Prozessrechts f\u00fcr ein Verfahren vor dem BFH. Mit dieser Begr\u00fcndung kann die Anh\u00f6rungsr\u00fcge keinen Erfolg haben.<\/li><li>3. Die Gerichtskosten richten sich nach Nr.&nbsp;6400 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz \u2011\u2011GKG\u2011\u2011 (Anlage&nbsp;1 zu \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 GKG). Es f\u00e4llt eine Festgeb\u00fchr von 66&nbsp;\u20ac an. Diese hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung des Beschlusses des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 08. M\u00e4rz 2024, IX S 3\/24 Grundlage des Falles: Der Kl\u00e4ger legte eine Anh\u00f6rungsr\u00fcge gegen den Beschluss des BFH vom 31. M\u00e4rz 2023 ein, in dem seine Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision als unzul\u00e4ssig verworfen wurde. Dies geschah, weil er die Beschwerde selbstst\u00e4ndig ohne einen Prozessbevollm\u00e4chtigten eingereicht hatte, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/anhoerungsruege-vertretungszwang-bfh-beschluss-vom-08-maerz-2024-ix-s-3-24\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Anh\u00f6rungsr\u00fcge &#8211; Vertretungszwang &#8211; BFH-Beschluss vom 08. 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