{"id":76693,"date":"2024-04-17T17:41:23","date_gmt":"2024-04-17T15:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76693"},"modified":"2024-04-17T17:41:23","modified_gmt":"2024-04-17T15:41:23","slug":"veraeusserungsgewinn-nach-%c2%a7-17-estg-bei-teilentgeltlicher-uebertragung-eines-gmbh-anteils","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/veraeusserungsgewinn-nach-%c2%a7-17-estg-bei-teilentgeltlicher-uebertragung-eines-gmbh-anteils\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7 17 EStG bei teilentgeltlicher \u00dcbertragung eines GmbH-Anteils"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">BFH-Urteil vom 12. Dezember 2023, IX R 15\/23<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenfassung des Urteils IX R 15\/23 vom 12. Dezember 2023:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontext:<\/strong> Das Urteil betrifft die steuerliche Behandlung des Gewinns aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung von GmbH-Anteilen gem\u00e4\u00df \u00a7 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Die Anteile wurden von einem Alleingesellschafter an seine Nachkommen im Wege einer gemischten Schenkung \u00fcbertragen, wobei die Transaktion sowohl entgeltliche als auch unentgeltliche Komponenten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hauptpunkte des Falles:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Teilentgeltliche \u00dcbertragung:<\/strong> Die \u00dcbertragung der GmbH-Anteile wurde nach dem Verh\u00e4ltnis der tats\u00e4chlichen Gegenleistung zum Verkehrswert der Anteile in eine entgeltliche und eine unentgeltliche Komponente aufgeteilt.<\/li><li><strong>Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn:<\/strong> Der Gewinn wurde als Differenz zwischen dem Ver\u00e4u\u00dferungspreis und den anteiligen Anschaffungskosten der entgeltlich \u00fcbertragenen Anteile berechnet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision der Kl\u00e4ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz wurde als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/li><li>Der BFH best\u00e4tigte die Anwendung der &#8222;strengen Trennungstheorie&#8220;, welche die Transaktion in einen voll entgeltlichen und einen voll unentgeltlichen Teil aufteilt, und folgte damit der st\u00e4ndigen Rechtsprechung.<\/li><li>Es wurde betont, dass die teilentgeltliche \u00dcbertragung von Privatverm\u00f6gen, wie im vorliegenden Fall, von der teilentgeltlichen \u00dcbertragung von Betriebsverm\u00f6gen zu unterscheiden ist, f\u00fcr die teilweise andere Regeln gelten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Folgen der Entscheidung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Steuerliche Konsequenzen:<\/strong> Der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn, unter Anwendung des Teileink\u00fcnfteverfahrens, wurde unter Ber\u00fccksichtigung der &#8222;Entgeltlichkeitsquote&#8220; und des entsprechend aufgeteilten Freibetrags berechnet.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger waren mit der Berechnungsmethode und den festgestellten Werten (Verkehrswert und entgeltlicher Anteil) unzufrieden, jedoch wurden ihre Argumente abgelehnt, da das Verfahren zur Wertfeststellung als korrekt angesehen wurde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Kosten:<\/strong> Die Kosten des Revisionsverfahrens wurden den Kl\u00e4gern auferlegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bedeutung:<\/strong> Dieses Urteil kl\u00e4rt die Anwendung des \u00a7 17 EStG bei gemischten Schenkungen und best\u00e4tigt die Trennung von entgeltlichen und unentgeltlichen \u00dcbertragungen bei der Ermittlung von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen, was eine wichtige Leitlinie f\u00fcr \u00e4hnliche F\u00e4lle darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2023:U.121223.IXR15.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 17, EStG \u00a7 17 Abs 1 S 1, EStG \u00a7 17 Abs 1 S 4, EStG \u00a7 17 Abs 2 S 1, EStG \u00a7 17 Abs 2 S 5, EStG \u00a7 17 Abs 3 S 2, EStG \u00a7 6 Abs 5 S 3, EStG VZ 2013 , AO \u00a7 38<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Rheinland-Pfalz , 22. M\u00e4rz 2023, Az: 2 K 1617\/19<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. NV: Werden im Privatverm\u00f6gen gehaltene GmbH-Anteile im Wege einer gemischten Schenkung teilentgeltlich auf den Erwerber \u00fcbertragen, ist die \u00dcbertragung nach dem Verh\u00e4ltnis der tats\u00e4chlichen Gegenleistung zum Verkehrswert der \u00fcbertragenen Anteile in eine entgeltliche Anteils\u00fcbertragung (Ver\u00e4u\u00dferung im Sinne von \u00a7 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes \u2011\u2011EStG\u2011\u2011) und eine unentgeltliche Anteils\u00fcbertragung (im Sinne von \u00a7 17 Abs. 1 Satz 4 und Abs. 2 Satz 5 EStG) aufzuteilen (Anschluss an Urteil des Bundesfinanzhofs vom 17.07.1980 &#8211; IV R 15\/76, BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11).<\/p>\n\n\n\n<p>2. NV: Der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Ver\u00e4u\u00dferungspreis und den auf den entgeltlichen Teil entfallenden Anschaffungskosten der Anteile.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision der Kl\u00e4ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 22.03.2023 &#8211; 2 K 1617\/19 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Streitig ist die Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung von GmbH-Anteilen nach \u00a7&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/li><li>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) sind Eheleute und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. In der Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr 2013 erkl\u00e4rten sie aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung der Gesch\u00e4ftsanteile an der X-GmbH (im Folgenden: GmbH) einen dem Teileink\u00fcnfteverfahren unterliegenden Gewinn des Kl\u00e4gers nach \u00a7&nbsp;17 EStG \u2011\u2011vor Abzug des Freibetrags nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG\u2011\u2011 in H\u00f6he von 27.275&nbsp;\u20ac (steuerpflichtiger Anteil 60&nbsp;%&nbsp;= 16.365&nbsp;\u20ac). Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde:<\/li><li>Der Kl\u00e4ger war seit Gr\u00fcndung im Jahr 2007 alleiniger Gesellschafter der GmbH, deren Stammkapital in H\u00f6he von 25.000&nbsp;\u20ac vollst\u00e4ndig einbezahlt war.<\/li><li>Mit notariell beurkundetem gemischten Schenkungs- und Abtretungsvertrag vom 19.03.2013 wurde der Gesch\u00e4ftsanteil des Kl\u00e4gers in den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;1 \u00fcber 12.750&nbsp;\u20ac und den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;2 \u00fcber 12.250&nbsp;\u20ac geteilt. Sodann schenkte und verkaufte der Kl\u00e4ger im Wege der gemischten Schenkung den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;1 an seinen Sohn&nbsp;A zum Preis von 15.300&nbsp;\u20ac und den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;2 an Frau&nbsp;B zum Preis von 14.700&nbsp;\u20ac (Gesamtentgelt: 30.000&nbsp;\u20ac) und trat die Gesch\u00e4ftsanteile an die dies jeweils annehmenden Erwerber ab. Die Abtretung der Anteile erfolgte wirtschaftlich mit Wirkung zum 01.01.2013. Der Verkehrswert der Gesch\u00e4ftsanteile wurde im notariellen Vertrag mit 109.650&nbsp;\u20ac f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;1 und mit 105.350&nbsp;\u20ac f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsanteil Nummer&nbsp;2 (Verkehrswert gesamt: 215.000&nbsp;\u20ac) angegeben.<\/li><li>In dem Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Jahr 2013 vom 20.01.2015 ermittelte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) den Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7&nbsp;17 EStG wie folgt:Ver\u00e4u\u00dferungspreis30.000,00&nbsp;\u20acabz\u00fcglich auf entgeltliche \u00dcbertragung<br \/>entfallende Anschaffungskosten<br \/>30.000&nbsp;\u20ac\/215.000&nbsp;\u20ac (=&nbsp;13,95&nbsp;%) von 25.000&nbsp;\u20ac3.487,50&nbsp;\u20acVer\u00e4u\u00dferungsgewinn26.512,50&nbsp;\u20acdavon steuerpflichtig 60&nbsp;%<br \/>Teileink\u00fcnfteverfahren \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Buchst.&nbsp;c, \u00a7&nbsp;3c EStG&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;15.907,50&nbsp;\u20acabz\u00fcglich auf entgeltliche \u00dcbertragung<br \/>entfallenden Freibetrag \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG<br \/>30.000&nbsp;\u20ac\/215.000&nbsp;\u20ac (=&nbsp;13,95&nbsp;%) von 9.060&nbsp;\u20ac1.264,00&nbsp;\u20acVer\u00e4u\u00dferungsgewinn14.643,50&nbsp;\u20ac<\/li><li>Hiergegen legten die Kl\u00e4ger Einspruch ein und verwiesen auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Anwendung der sogenannten modifizierten Trennungstheorie bei teilentgeltlicher \u00dcbertragung von Wirtschaftsg\u00fctern des Betriebsverm\u00f6gens unter Beteiligung von Mitunternehmerschaften (BFH-Urteile vom 21.06.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;1\/08, BFHE 237, 503 und vom 19.09.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;11\/12, BFHE 239, 76). Der gemeine Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens betrage 275.167&nbsp;\u20ac. Sie begehrten nunmehr den Ansatz eines dem Teileink\u00fcnfteverfahren unterfallenden Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach \u00a7&nbsp;17 EStG \u2011\u2011vor Abzug des Freibetrags nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG\u2011\u2011 in H\u00f6he von 5.000&nbsp;\u20ac.<\/li><li>W\u00e4hrend das Einspruchsverfahren wegen des Revisionsverfahrens X&nbsp;R&nbsp;28\/12 ruhte, war der Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Jahr 2013 aus nicht streiterheblichen Gr\u00fcnden mehrfach ge\u00e4ndert worden, zuletzt mit \u00c4nderungsbescheid vom 26.10.2016.<\/li><li>Mit Einspruchsentscheidung vom 12.06.2019 setzte das FA \u2011\u2011nach Hinweis auf die M\u00f6glichkeit einer Verb\u00f6serung\u2011\u2011 die Einkommensteuer 2013 unter Ber\u00fccksichtigung eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns in H\u00f6he von 15.384,29&nbsp;\u20ac abweichend fest und wies den Einspruch im \u00dcbrigen als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/li><li>Unter Zugrundlegung eines im vereinfachten Ertragswertverfahren nach Ma\u00dfgabe von \u00a7\u00a7&nbsp;199&nbsp;ff. des Bewertungsgesetzes (BewG) ermittelten Verkehrswerts der \u00fcbertragenen GmbH-Anteile in H\u00f6he von 275.948&nbsp;\u20ac sei der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7&nbsp;17 EStG wie folgt zu ermitteln:Ver\u00e4u\u00dferungspreis30.000,00&nbsp;\u20acabz\u00fcglich auf entgeltliche \u00dcbertragung<br \/>entfallende Anschaffungskosten<br \/>30.000&nbsp;\u20ac\/275.948&nbsp;\u20ac (=&nbsp;10,87%) von 25.000&nbsp;\u20ac2.717,90&nbsp;\u20acVer\u00e4u\u00dferungsgewinn27.282,10&nbsp;\u20acdavon steuerpflichtig 60&nbsp;%<br \/>Teileink\u00fcnfteverfahren \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Buchst.&nbsp;c, \u00a7&nbsp;3c EStG&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;16.369,26&nbsp;\u20acabz\u00fcglich auf entgeltliche \u00dcbertragung<br \/>entfallenden Freibetrag \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG<br \/>30.000&nbsp;\u20ac\/275.948&nbsp;\u20ac (=&nbsp;10,87&nbsp;%) von 9.060&nbsp;\u20ac984,97&nbsp;\u20acanzusetzender Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn15.384,29&nbsp;\u20ac<\/li><li>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass das FA zu Recht unter Anwendung der strengen Trennungstheorie einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7&nbsp;17 EStG aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung der Gesch\u00e4ftsanteile an der GmbH in H\u00f6he von 15.384,29&nbsp;\u20ac zugrunde gelegt habe. Dabei habe das FA zutreffend die teilentgeltliche \u00dcbertragung der Gesch\u00e4ftsanteile der GmbH nach dem Verh\u00e4ltnis der erhaltenen Gegenleistung in H\u00f6he von 30.000&nbsp;\u20ac zu dem im vereinfachten Ertragswertverfahren nach Ma\u00dfgabe von \u00a7\u00a7&nbsp;199&nbsp;ff. BewG ermittelten Verkehrswert der GmbH-Anteile in H\u00f6he von 275.948&nbsp;\u20ac in einen voll entgeltlichen und in einen voll unentgeltlichen Teil aufgeteilt (Entgeltlichkeitsquote 30.000&nbsp;\u20ac\/275.948&nbsp;\u20ac&nbsp;= 10,87&nbsp;%). Das FG hat hierzu ausgef\u00fchrt, dass die Annahme des Verkehrswerts in H\u00f6he von 275.948&nbsp;\u20ac zwischen den Beteiligten unstreitig sei. Dass in der Einspruchsentscheidung ein h\u00f6herer Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7&nbsp;17 EStG ber\u00fccksichtigt wurde (15.384,29&nbsp;\u20ac statt bisher 14.643,50&nbsp;\u20ac), sei nicht zu beanstanden, weil die Kl\u00e4ger gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;367 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung auf die M\u00f6glichkeit einer verb\u00f6sernden Entscheidung unter Angabe von Gr\u00fcnden hingewiesen und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden sei. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2023, 923 abgedruckt.<\/li><li>Mit ihrer hiergegen gerichteten Revision machen die Kl\u00e4ger geltend, dass es sich bei der Annahme, dass an jeden Erwerber je zwei Anteile \u00fcbertragen worden seien, um eine Fiktion handele. Eine solche Fiktion ergebe sich nicht aus dem Gesetz und k\u00f6nne deshalb nicht Grundlage der Entscheidung sein. Tats\u00e4chlich seien die beiden Anteile \u2011\u2011wie sich aus dem notariellen Vertrag vom 19.03.2013 ergebe\u2011\u2011 in einem Akt auf die beiden Erwerber \u00fcbertragen worden. Die Kl\u00e4ger verweisen auf die Rechtsprechung zur teilentgeltlichen \u00dcbertragung eines Wirtschaftsguts aus einem Einzelbetriebsverm\u00f6gen eines Mitunternehmers in das Gesamthandsverm\u00f6gen einer Mitunternehmerschaft (\u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG), wonach eine Gewinnrealisierung nur und insoweit stattfinde, als das Entgelt den Buchwert \u00fcbersteige. Schlie\u00dflich meinen sie, der vom FG als ma\u00dfgeblich in die Entscheidung einbezogene Verkehrswert sei unter den Vertragsparteien weder vereinbart noch relevant geworden.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger beantragen sinngem\u00e4\u00df,<br \/>unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils den Einkommensteuerbescheid 2013 vom 20.01.2015 in der Fassung vom 26.10.2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.06.2019 dahingehend zu \u00e4ndern, dass der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn des Kl\u00e4gers nach \u00a7&nbsp;17 EStG aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung der GmbH-Anteile auf 3.000&nbsp;\u20ac (60&nbsp;% von 5.000&nbsp;\u20ac) \u2011\u2011vor Abzug des Freibetrags gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG\u2011\u2011 herabgesetzt wird.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Im Bereich des Privatverm\u00f6gens w\u00fcrden teilentgeltliche \u00dcbertragungsvorg\u00e4nge nach der Rechtsprechung des BFH einhellig nach Ma\u00dfgabe der strengen Trennungstheorie beurteilt. Die danach vorzunehmende Aufteilung des Rechtsgesch\u00e4fts in eine voll entgeltliche Ver\u00e4u\u00dferung nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG und eine voll unentgeltliche \u00dcbertragung nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 EStG nach dem Verh\u00e4ltnis der Gegenleistung zum Verkehrswert der \u00fcbertragenen Anteile kn\u00fcpfe an den gesetzlichen Wortlaut des \u00a7&nbsp;17 EStG und die in dieser Norm zum Ausdruck kommenden Wertungen des Gesetzgebers an (vgl. BFH-Urteil vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76, BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11, beginnend ab 3.). Da die teilentgeltliche \u00dcbertragung in eine unentgeltliche und eine entgeltliche Komponente aufzuteilen sei, m\u00fcsse auch der Erwerbsaufwand in sachgerechter Weise aufgeteilt werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen.<\/li><li>Das FG hat unter Hinweis auf die h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung zutreffend entschieden, dass bei der Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG der vom Kl\u00e4ger erzielte Ver\u00e4u\u00dferungspreis (30.000&nbsp;\u20ac) nur insoweit um die Anschaffungskosten zu mindern ist, als diese auf den entgeltlichen Teil der \u00dcbertragung der GmbH-Anteile entfallen.<\/li><li>1. Das FG hat zutreffend angenommen, dass der Kl\u00e4ger einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG erzielt hat.<\/li><li>a) Zu den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb geh\u00f6rt nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG auch der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer innerhalb der letzten f\u00fcnf Jahre am Kapital der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1&nbsp;% beteiligt war, wobei nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG zu den Anteilen an einer Kapitalgesellschaft unter anderem die Anteile an einer GmbH z\u00e4hlen.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger war alleiniger Gr\u00fcndungsgesellschafter der GmbH und damit zu 100&nbsp;% \u2011\u2011das hei\u00dft tatbestandlich relevant\u2011\u2011 am Kapital beteiligt. Er hat mit Wirkung zum 01.01.2013 die Anteile (teil-)entgeltlich an seinen Sohn&nbsp;A und Frau&nbsp;B \u00fcbertragen und somit ver\u00e4u\u00dfert.<\/li><li>b) Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn im Sinne des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG ist der Betrag, um den der Ver\u00e4u\u00dferungspreis nach Abzug der Ver\u00e4u\u00dferungskosten die Anschaffungskosten \u00fcbersteigt (\u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG).<\/li><li>2. Im Fall der teilentgeltlichen \u00dcbertragung von Wirtschaftsg\u00fctern des Privatverm\u00f6gens erfolgt nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung f\u00fcr einkommensteuerliche Zwecke eine Aufteilung in einen voll entgeltlichen und einen voll unentgeltlichen Teil nach dem Verh\u00e4ltnis der Gegenleistung zum Verkehrswert der \u00fcbertragenen Anteile (vgl. BFH-Urteil vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76, BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11; BFH-Beschluss vom 31.05.2005&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;67\/96, BFH\/NV 2005, 2178, unter 2.b; vgl. auch BFH-Urteile vom 14.06.2005&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;37\/03, juris, unter II.2.d und vom 10.11.1998&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;28\/97, BFH\/NV 1999, 616, unter II.1.b am Ende; Nachweise bei BFH-Beschluss vom 19.03.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFHE 245, 164, BStBl II 2014, 629, Rz&nbsp;64&nbsp;ff.). Die Anschaffungskosten werden sodann entsprechend der &#8222;Entgeltlichkeitsquote&#8220; aufgeteilt.<\/li><li>Diese Grunds\u00e4tze gelten f\u00fcr teilentgeltliche \u00dcbertragungen in den F\u00e4llen des \u00a7&nbsp;17, des \u00a7&nbsp;20 und auch des \u00a7&nbsp;23 EStG (vgl. Weber-Grellet, Betriebs-Berater \u2011\u2011BB\u2011\u2011 2015, 43, 49, m.w.N.; BFH-Urteile vom 24.04.1991&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;5\/83, BFHE 164, 352, BStBl II 1991, 793; vom 05.06.1991&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;3\/84, BFH\/NV 1991, 679; vom 11.09.1991&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;20\/89, BFH\/NV 1992, 166, unter II.4. und vom 24.10.2000&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;95\/97, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2001, 677; f\u00fcr \u00a7&nbsp;23 EStG: BFH-Urteil vom 29.06.2011&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;63\/10, BFHE 234, 182, BStBl II 2011, 873, Rz&nbsp;16; \u00e4hnlich bereits BFH-Urteile vom 22.09.1987&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;15\/84, BFHE 151, 143, BStBl II 1988, 250 und vom 20.04.2004&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;5\/02, BFHE 206, 110, BStBl II 2004, 987).<\/li><li>a) Die dargestellte Aufteilung widerspricht nicht dem Gesetzeswortlaut. Denn die Regelungen in \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG einerseits und \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 EStG andererseits gehen ausdr\u00fccklich von einer Unterscheidung zwischen voll entgeltlicher \u00dcbertragung und voll unentgeltlicher \u00dcbertragung aus (vgl. BFH-Urteil vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76, BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11, unter 3.b). Nur der voll entgeltliche Teil ist im Sinne des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ver\u00e4u\u00dfert, der voll unentgeltliche Teil der Anteils\u00fcbertragung ist es mangels Ver\u00e4u\u00dferungspreises nicht.<\/li><li>Die daraus folgende Aufteilung der Anteile in einen voll entgeltlich und einen voll unentgeltlich \u00fcbertragenen Teil ist keine Besteuerung eines fiktiven Sachverhalts, sondern lediglich ein Hilfsmittel zur Beschreibung der Rechtsfolgen, die das Gesetz an den tats\u00e4chlich verwirklichten Sachverhalt kn\u00fcpft (BFH-Urteil vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76, BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11, unter 3.b).<\/li><li>b) Das Schrifttum schlie\u00dft sich dieser Auffassung \u2011\u2011soweit ersichtlich\u2011\u2011 an (Schmidt in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;17 EStG, Rz&nbsp;80; Schmidt\/Levedag, EStG, 42.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;17 Rz&nbsp;26; Frotscher\/Moritz\/Strohm in Frotscher\/Geurts, EStG, \u00a7&nbsp;17 Rz&nbsp;166; Weber-Grellet, BB 2015, 43, 49; Brandis\/Heuermann\/Vogt, \u00a7&nbsp;17 EStG Rz&nbsp;327; Strahl\/Winkler in Korn, \u00a7&nbsp;17 EStG Rz&nbsp;141; Gosch in Kirchhof\/Seer, EStG, 22.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;17 Rz&nbsp;39 und 59; Leister in Lippross\/Seibel, Basiskommentar Steuerrecht, Stand [Nr.&nbsp;140 Lfg.&nbsp;10.2023] \u00a7&nbsp;17 EStG Rz&nbsp;63; Schneider in Kirchhof\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, EStG, \u00a7&nbsp;17 Rz&nbsp;B75; Oellerich in Bordewin\/Brandt, \u00a7&nbsp;17 EStG Rz&nbsp;177; Dornheim, Finanz-Rundschau \u2011\u2011FR\u2011\u2011 2014, 869; L\u00fcdicke\/Oppel in L\u00fcdicke\/Sistermann, Unternehmensteuerrecht, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Unentgeltliche Unternehmens\u00fcbertragungen Rz&nbsp;139; KKB\/Deutschl\u00e4nder, \u00a7&nbsp;17 EStG, 8.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;206; ebenso Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen \u2011\u2011BMF\u2011\u2011 vom 12.09.2013, BStBl I 2013, 1164; H&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2013, Stichwort &#8222;Teilentgeltliche \u00dcbertragung&#8220;).<\/li><li>3. F\u00fcr die teilentgeltliche \u00dcbertragung von Wirtschaftsg\u00fctern des Betriebsverm\u00f6gens unter Beteiligung von Mitunternehmerschaften (\u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG) ist dagegen umstritten, ob zwar eine Aufteilung des Vorgangs in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil zu erfolgen hat, der Buchwert des \u00fcbertragenen Wirtschaftsguts jedoch bis zur H\u00f6he des Entgelts dem entgeltlichen Teil und im \u00dcbrigen dem unentgeltlichen Teil zuzuordnen ist (\u00dcberblick vgl. BFH-Beschluss vom 19.03.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFHE 245, 164, BStBl II 2014, 629). Unter Anwendung dieser sogenannten modifizierten Trennungstheorie hatte der IV.&nbsp;Senat entschieden, dass eine Gewinnrealisierung nicht in Frage kommt, wenn das Entgelt den Buchwert nicht \u00fcbersteigt (vgl. BFH-Urteil vom 19.09.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;11\/12, BFHE 239, 76; hierzu Nichtanwendungserlass des BMF vom 12.09.2013, BStBl I 2013, 1164; vgl. auch Wendt, Der Betrieb \u2011\u2011DB\u2011\u2011 2013, 834, 839).<\/li><li>a) Der X.&nbsp;Senat des BFH hatte diese Rechtsfrage mit Beschluss vom 27.10.2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;28\/12 (BFHE 251, 349, BStBl II 2016, 81, Rz&nbsp;57) dem Gro\u00dfen Senat des BFH zur Entscheidung vorgelegt. Dabei hat der X.&nbsp;Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss wie auch in der vorhergehenden Beitrittsaufforderung an das BMF (BFH-Beschluss vom 19.03.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFHE 245, 164, BStBl II 2014, 629, Rz&nbsp;96) die Ansicht ge\u00e4u\u00dfert, dass teilentgeltliche \u00dcbertragungen im Betriebsverm\u00f6gen und im steuerverstrickten Privatverm\u00f6gen nach denselben Grunds\u00e4tzen beurteilt werden m\u00fcssten. Das Verfahren des Gro\u00dfen Senats des BFH (GrS&nbsp;1\/16) wurde mit Beschluss vom 30.10.2018&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/16 (BFHE 262, 434, BStBl II 2019, 70) ohne Entscheidung in der Sache eingestellt, nachdem sich das Verfahren X&nbsp;R&nbsp;28\/12 nach einer Abhilfeentscheidung des FA erledigt hatte.<\/li><li>b) Die dargestellte Rechtsprechung zu \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG bietet dem erkennenden Senat keinen Anlass, von der Rechtsprechung zur teilentgeltlichen \u00dcbertragung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft nach \u00a7&nbsp;17 EStG abzuweichen. Die Sachverhalte sind nicht vergleichbar (vgl. auch Graw, FR 2015, 260, 266; Wendt, DB 2013, 834, 839; Mitschke, FR 2013, 314; a.A. m\u00f6glicherweise Strahl, FR 2013, 322, 326).<\/li><li>Die Regelungen in \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG und \u00a7&nbsp;17 EStG verfolgen unterschiedliche Zwecke. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass stille Reserven im Betriebsverm\u00f6gen dauerhaft steuerverstrickt sind, im Privatverm\u00f6gen in der Regel dagegen nicht. So hatte bereits der \u2011\u2011damals zust\u00e4ndige\u2011\u2011 IV.&nbsp;Senat in seiner Grundsatzentscheidung vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76 (BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11, unter 3.d) betont, dass er mit dieser Entscheidung nicht dar\u00fcber befinde, welche einkommensteuerrechtlichen Rechtsfolgen andere Vorschriften des Einkommensteuergesetzes einer gemischten Schenkung beimessen, insbesondere, ob auch bei Anwendung solcher Vorschriften &#8222;aufzuteilen&#8220; sei. Die Problematik einer abweichenden Handhabung in anderen Vorschriften war mithin bekannt.<\/li><li>Zum damaligen Zeitpunkt war die Norm des \u00a7&nbsp;17 EStG mit der \u00c4hnlichkeit zu Mitunternehmerschaften gerechtfertigt worden (vgl. BFH-Urteil vom 21.12.1993&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;69\/88, BFHE 174, 324, BStBl II 1994, 648, unter 2.a, m.w.N.). Selbst unter diesen Vorzeichen nahm der IV.&nbsp;Senat nicht an, dass die teilentgeltliche \u00dcbertragung von Wirtschaftsg\u00fctern des Privatverm\u00f6gens mit einer solchen des Betriebsverm\u00f6gens gleichgesetzt werden m\u00fcsse. Folglich muss dies erst recht f\u00fcr den Streitfall gelten, weil zwischenzeitlich von einer wesentlichen Beteiligung als Erfordernis in \u00a7&nbsp;17 EStG keine Rede mehr sein kann. Eine \u00c4hnlichkeit zu Mitunternehmerschaften ist jedenfalls nicht mehr gegeben, denn in \u00a7&nbsp;17 EStG ist nunmehr eine Beteiligung von mindestens 1&nbsp;% ausreichend (Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 des Steuersenkungsgesetzes vom 23.10.2000, BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428).<\/li><li>Zudem w\u00fcrde die Anwendung der modifizierten Trennungstheorie zu nicht begr\u00fcndbaren Differenzen f\u00fchren, wenn die Anschaffungskosten des Ver\u00e4u\u00dferers insgesamt h\u00f6her w\u00e4ren als der Ver\u00e4u\u00dferungspreis (der bei einer teilentgeltlichen Ver\u00e4u\u00dferung unter dem Verkehrswert liegt). Bereits in der Entscheidung vom 17.07.1980&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/76 (BFHE 131, 329, BStBl II 1981, 11, unter 3.b&nbsp;aa) hatte der IV.&nbsp;Senat darauf hingewiesen, dass Wortlaut, Entstehungsgeschichte und Zweck des \u00a7&nbsp;17 EStG keine Anhaltspunkte daf\u00fcr b\u00f6ten, im Fall einer gemischten Schenkung (k\u00fcnstlich) steuerrechtlich relevante Verluste erzeugen zu lassen. Nach der modifizierten Trennungstheorie w\u00fcrde zwar kein Verlust entstehen, weil dem entgeltlichen Teil nur die Anschaffungskosten bis zur H\u00f6he des Entgelts zugeordnet w\u00fcrden und im \u00dcbrigen dem unentgeltlichen Teil. In der Folge k\u00f6nnte ein Ver\u00e4u\u00dferungsverlust allenfalls in H\u00f6he der Ver\u00e4u\u00dferungskosten entstehen. Allerdings widerspr\u00e4che dies \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 EStG, wonach bei einem unentgeltlichen Erwerb der Anteile die Anschaffungskosten des Rechtsvorg\u00e4ngers ma\u00dfgeblich sind (vgl. auch Steger, Neue Wirtschafts-Briefe 2023, 2926, 2931).<\/li><li>4. Bei Anwendung der dargestellten Grunds\u00e4tze auf den Streitfall hat das FG einen Gewinn aus der teilentgeltlichen Ver\u00e4u\u00dferung in H\u00f6he von 15.384,29&nbsp;\u20ac ermittelt.<\/li><li>Zwar hat das FG die Minderung des Freibetrags gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG auf 0&nbsp;\u20ac nicht ber\u00fccksichtigt, eine Verb\u00f6serung kommt im Revisionsverfahren jedoch nicht in Betracht (vgl. BFH-Urteil vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;40\/20, BFHE 279, 290, BStBl II 2023, 1012, Rz&nbsp;38).<\/li><li>a) Dabei hat das FG im Ausgangspunkt angenommen, dass die Anteile teils entgeltlich und teils unentgeltlich \u00fcbertragen worden sind. Dies entspricht im \u00dcbrigen nach dem Wortlaut des &#8222;gemischten Schenkungs- und Abtretungsvertrags&#8220; auch dem Willen der Vertragsparteien.<\/li><li>Zutreffend ist das FG bei der Aufteilung vom Verh\u00e4ltnis der Gegenleistung (30.000&nbsp;\u20ac) zum Verkehrswert der \u00fcbertragenen Anteile ausgegangen. Dass das FG den vom FA im vereinfachten Ertragswertverfahren nach Ma\u00dfgabe der \u00a7\u00a7&nbsp;199&nbsp;ff. BewG ermittelten Verkehrswert der \u00fcbertragenen Anteile \u00fcbernommen hat, ist nicht zu beanstanden. Dem liegt der Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des Werts des Anteils an einer Kapitalgesellschaft auf den 19.03.2013 (Bewertungsstichtag) f\u00fcr Zwecke der Schenkungsteuer nach \u00a7&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 BewG vom 26.07.2013 zugrunde. Die Entgeltlichkeitsquote betr\u00e4gt deshalb 30.000&nbsp;\u20ac\/275.948&nbsp;\u20ac&nbsp;= 10,87&nbsp;%. Im \u00dcbrigen haben die Kl\u00e4ger diese Feststellungen nicht mit zul\u00e4ssigen und begr\u00fcndeten Verfahrensr\u00fcgen angegriffen, so dass sie f\u00fcr den BFH nach \u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind (vgl. BFH-Urteil vom 06.09.2016&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;27\/15, BFHE 255, 176, BStBl II 2018, 335, Rz&nbsp;28). Die Kl\u00e4ger hatten in der Revisionsbegr\u00fcndung lediglich ausgef\u00fchrt, dass der Verkehrswert in H\u00f6he von 275.000&nbsp;\u20ac &#8222;niemals unter den Parteien abgestimmt oder gar vereinbart&#8220; worden sei.<\/li><li>b) Dem Ver\u00e4u\u00dferungspreis von 15.300&nbsp;\u20ac und 14.700&nbsp;\u20ac waren Anschaffungskosten des Kl\u00e4gers in H\u00f6he von 10,87&nbsp;% von 25.000&nbsp;\u20ac&nbsp;= 2.717,90&nbsp;\u20ac gegenzurechnen. Ver\u00e4u\u00dferungskosten haben die Kl\u00e4ger nicht geltend gemacht. Der sich hieraus ergebende Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn in H\u00f6he von 27.282,10&nbsp;\u20ac ist nach den Grunds\u00e4tzen des Teileink\u00fcnfteverfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Buchst.&nbsp;c, \u00a7&nbsp;3c EStG in H\u00f6he von 16.369,26&nbsp;\u20ac anzusetzen.<\/li><li>c) Der Freibetrag von 9.060&nbsp;\u20ac erm\u00e4\u00dfigt sich den ver\u00e4u\u00dferten Anteilen entsprechend auf 984,82&nbsp;\u20ac (10,87&nbsp;% von 9.060&nbsp;\u20ac). Au\u00dferdem erm\u00e4\u00dfigt sich der Freibetrag um den Betrag des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns, der (10,87&nbsp;% von 36.100&nbsp;\u20ac) 3.924,07&nbsp;\u20ac \u00fcbersteigt&nbsp;= 16.369,26&nbsp;\u20ac abz\u00fcglich 3.924,07&nbsp;\u20ac&nbsp;= 12.445,19&nbsp;\u20ac. Zu versteuern sind im Ergebnis die gesamten 16.369,26&nbsp;\u20ac; denn der Freibetrag wird auf 0&nbsp;\u20ac gek\u00fcrzt (984,82&nbsp;\u20ac abz\u00fcglich 12.445,19&nbsp;\u20ac). Allerdings kommt eine Verb\u00f6serung nicht in Betracht, mithin bleibt es bei einem anzusetzenden Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn in H\u00f6he von 15.384,29&nbsp;\u20ac.<\/li><li>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 12. Dezember 2023, IX R 15\/23 Zusammenfassung des Urteils IX R 15\/23 vom 12. Dezember 2023: Kontext: Das Urteil betrifft die steuerliche Behandlung des Gewinns aus der teilentgeltlichen \u00dcbertragung von GmbH-Anteilen gem\u00e4\u00df \u00a7 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG). 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