{"id":7674,"date":"2012-12-02T13:28:11","date_gmt":"2012-12-02T11:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7674"},"modified":"2012-12-02T13:28:11","modified_gmt":"2012-12-02T11:28:11","slug":"i-r-52-09-nachforderungszinsen-unterschiedlicher-zinslauf-bei-vorliegen-eines-rueckwirkenden-ereignisses-bilanzaenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-52-09-nachforderungszinsen-unterschiedlicher-zinslauf-bei-vorliegen-eines-rueckwirkenden-ereignisses-bilanzaenderung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;52\/09 &#8211; Nachforderungszinsen: unterschiedlicher Zinslauf bei Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses; Bilanz&auml;nderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.2.2010, I R 52\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachforderungszinsen: unterschiedlicher Zinslauf bei Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses; Bilanz&auml;nderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Steuerfestsetzung kann nur dann auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruhen, wenn das r&uuml;ckwirkende Ereignis tats&auml;chlich zu einer abweichenden Steuerfestsetzung gef&uuml;hrt hat&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<p>2. Aktiviert ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in einer ge&auml;nderten Bilanz nachtr&auml;glich Forderungen und f&uuml;hrt er die dadurch ausgel&ouml;ste Gewinnerh&ouml;hung entsprechend seiner Satzung den R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Beitragsr&uuml;ckerstattung zu, l&ouml;st dies keine unterschiedlichen Zinsl&auml;ufe aus&nbsp;&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Sie erfasste Ertr&auml;ge aus Genussrechten, die die Jahre 1995 und 1996 betrafen, aber erst in den Jahren 1996 bzw. 1997 gezahlt worden waren, im jeweils folgenden Jahr 1996 bzw. 1997.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Jahresabschluss des Streitjahres 1996 wurde am 28. April 1997 aufgestellt und vom Aufsichtsrat am 23. Mai 1997 festgestellt. Der Gewinn wurde in H&ouml;he von 15 Mio. DM in die Gewinnr&uuml;cklagen eingestellt. Der restliche Roh&uuml;berschuss (nach K&uuml;rzungen der Direktgutschrift) in H&ouml;he von 694.056.032,98 DM wurde satzungsgem&auml;&szlig; der R&uuml;ckstellung f&uuml;r Beitragsr&uuml;ckerstattung (RfB) zugewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend einer Au&szlig;enpr&uuml;fung beschloss die Kl&auml;gerin, die Ertr&auml;ge aus den Genussrechten phasengleich zu erfassen. Anlass hierzu war das Senatsurteil vom 18. Dezember 2002 I R 11\/02 (BFHE 201, 228, BStBl II 2003, 400). Der berichtigte Jahresabschluss 1996 wurde am 27. November 2003 vom Aufsichtsrat der Kl&auml;gerin festgestellt. Die Dotierung der Gewinnr&uuml;cklagen blieb unver&auml;ndert in H&ouml;he von 15 Mio. DM bestehen. Die RfB erh&ouml;hte sich dadurch gem&auml;&szlig; &sect; 24 Abs. 3 der Satzung um 2.473.355 DM. Da gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (KStG 1996) RfB unter bestimmten, hier unstreitig vorliegenden Voraussetzungen gewinnmindernd zu ber&uuml;cksichtigen sind, war die Bilanz&auml;nderung insgesamt erfolgsneutral.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &auml;nderte nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung aufgrund einer nicht streitbefangenen Gewinnerh&ouml;hung den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 1996 und setzte mit Bescheid vom 27. Mai 2004 gegen die Kl&auml;gerin eine K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 3.386.590,86 EUR fest. Dieser Betrag ist unstreitig. Gleichzeitig setzte das FA Zinsen zur K&ouml;rperschaftsteuer 1996 nach &sect; 233a der Abgabenordnung (AO) in H&ouml;he von 480.907 EUR fest. Hiervon sind aufgrund der zuvor erw&auml;hnten Gewinnerh&ouml;hung 284.381 EUR unstreitig. Der restliche Betrag ergab sich daraus, dass das FA zun&auml;chst fiktiv von einer infolge Einbeziehung der Genussrechtszinsen erh&ouml;hten festgesetzten K&ouml;rperschaftsteuer ausging. Als Beginn des Zinslaufs nahm es den 1. April 1998 an. Hinsichtlich der Erh&ouml;hung der RfB ging das FA von einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis aus mit der Folge, dass gem&auml;&szlig; &sect; 233a Abs. 7 AO der Zinslauf 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres zu laufen begonnen habe, in dem der Aufsichtsrat der Kl&auml;gerin die ge&auml;nderte Handelsbilanz 1996 festgestellt habe (27. November 2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Klage, mit der die Kl&auml;gerin beantragte, die Zinsen zur K&ouml;rperschaftsteuer 1996 auf 284.381 EUR herabzusetzen, wies das Finanzgericht (FG) Hamburg mit Urteil vom 19. November 2008&nbsp;&nbsp;6 K 173\/07, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 542, ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und den ge&auml;nderten Zinsbescheid des FA vom 13. September 2004 dahin zu &auml;ndern, dass als Nachforderungszinsen lediglich ein Differenzbetrag von 284.381 EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben; der Klage ist zu entsprechen. Zinsen k&ouml;nnen nur insoweit festgesetzt werden, als die Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin zu einem zwischen den Beteiligten unstreitigen Mehrergebnis gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;hrt die Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer zu einem Unterschiedsbetrag i.S. des &sect; 233a Abs. 3 AO, ist dieser zu verzinsen (&sect; 233a Abs. 1 AO). Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist (&sect; 233a Abs. 2 AO). Soweit die Steuerfestsetzung auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (&sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 2 AO) beruht, beginnt der Zinslauf abweichend hiervon 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das r&uuml;ckwirkende Ereignis eingetreten ist (&sect; 233a Abs. 2a AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall beruht der ge&auml;nderte K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr nicht auf der ge&auml;nderten Steuerbilanz, so dass dahingestellt bleiben kann, ob und inwieweit die ge&auml;nderte Bilanz R&uuml;ckwirkung f&uuml;r das Streitjahr entfaltet. Die ge&auml;nderte Steuerfestsetzung gr&uuml;ndet vielmehr (nur) auf einer Gewinnerh&ouml;hung im Anschluss an die Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diese Gewinnerh&ouml;hung steht mit den von der Kl&auml;gerin ge&auml;nderten Bilanzpositionen nicht im Zusammenhang. H&auml;tte die Au&szlig;enpr&uuml;fung nicht zu einer Steuernachzahlung gef&uuml;hrt oder h&auml;tte die Kl&auml;gerin die ge&auml;nderte Bilanz nicht im zeitlichen Zusammenhang mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung beim FA eingereicht, w&auml;re es zu keiner ge&auml;nderten K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung gekommen. Denn die durch die phasengleiche Erfassung der Ertr&auml;ge aus den Genussrechten bewirkte Gewinnerh&ouml;hung wurde dadurch ausgeglichen, dass die Kl&auml;gerin den Erh&ouml;hungsbetrag jeweils in voller H&ouml;he den einkommensmindernd zu ber&uuml;cksichtigenden RfB gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 2 KStG 1996 zuf&uuml;hrte. Ihr Steuerbilanzgewinn &auml;nderte sich daher durch die w&auml;hrend der Au&szlig;enpr&uuml;fung eingereichte Bilanz nicht. Allein der Umstand, dass der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr aus anderen Gr&uuml;nden ge&auml;ndert wurde, erm&ouml;glicht aber keine Zinsfestsetzung auch hinsichtlich einer fiktiven K&ouml;rperschaftsteuer, die bei isolierter Betrachtung auf die Ertr&auml;ge aus Genussrechten entfallen w&uuml;rde. Nur eine Bilanz&auml;nderung &#8211;sei es die Korrektur eines fehlerhaften Bilanzansatzes oder der Ersatz eines zul&auml;ssigen Bilanzansatzes durch einen anderen ebenfalls zul&auml;ssigen Bilanzansatz&#8211;, die sich tats&auml;chlich auf die festgesetzte K&ouml;rperschaftsteuer ausgewirkt hat, kann Grundlage einer (abweichenden) Steuerfestsetzung sein. Zwar bestimmt &sect; 233a Abs. 7 AO, dass bei Anwendung des Abs. 2a der Unterschiedsbetrag in Teil-Unterschiedsbetr&auml;ge mit jeweils gleichem Zinslaufbeginn aufzuteilen ist. Die Vorschrift setzt aber tatbestandlich voraus, dass die Steuerfestsetzung auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses beruht. Fehlt es bereits hieran, kommt &sect; 233a Abs. 7 AO nicht zum Zuge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Senatsurteil vom 18. Mai 1999 I R 60\/98 (BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634) steht dem nicht entgegen. Es besagt nur, dass &sect; 233a Abs. 7 i.V.m. Abs. 2a AO auch dann anwendbar ist, wenn die urspr&uuml;ngliche Steuerfestsetzung aufgrund anderer &Auml;nderungsvorschriften ge&auml;ndert wurde oder es sich um eine erstmalige Steuerfestsetzung handelt. Ma&szlig;geblich ist der materielle Grund, nicht die verfahrensm&auml;&szlig;ige Umsetzung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass &sect; 233a Abs. 7 i.V.m. Abs. 2a AO auch dann eingreift, wenn die Steuerfestsetzung nicht auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses beruht. Das Senatsurteil vom 9. August 2006 I R 10\/06 (BFHE 214, 101, BStBl II 2007, 82) betrifft einen Verlustr&uuml;cktrag. Zwar hatte sich keine Abweichung zwischen der neu festgesetzten und der zuvor festgesetzten Steuer ergeben. Gleichwohl war infolge des Verlustr&uuml;cktrags ein ge&auml;nderter Bescheid ergangen, der auf dem Verlustr&uuml;cktrag beruhte. Denn das Einkommen ohne Ber&uuml;cksichtigung des Verlustr&uuml;cktrags war von 7.500 DM auf 42.963 DM erh&ouml;ht worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Neben dem Wortlaut des &sect; 233a Abs. 2a AO, nach dem der Zinslauf nur dann abweichend beginnt, &quot;soweit&quot; die Steuerfestsetzung auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses beruht, spricht auch der Zweck des &sect; 233a Abs. 2a AO f&uuml;r dieses Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der unterschiedliche Beginn des Zinslaufs in &sect; 233a Abs. 2 AO einerseits und in &sect; 233a Abs. 2a AO andererseits beruht auf dem Gedanken, dass ein Verlustabzug oder ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis zu Gunsten wie zu Lasten des Steuerpflichtigen bei der urspr&uuml;nglichen Steuerfestsetzung noch nicht ber&uuml;cksichtigt werden konnte und daher weder der Steuerpflichtige noch das FA vor Eintritt des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses bzw. des Verlustes einen Liquidit&auml;tsvor- oder -nachteil erlitten hat, den zu kompensieren das Ziel des &sect; 233a AO ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634). Es erscheint daher nicht gerechtfertigt, einen Nachzahlungs- oder Erstattungsanspruch, soweit er auf dem r&uuml;ckwirkenden Ereignis oder dem Verlustr&uuml;cktrag beruht, schon f&uuml;r den Zeitraum vor Eintritt des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses oder des Verlustes zu verzinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hier h&auml;tte jedoch die Aktivierung der Zinsanspr&uuml;che aus den Genussrechten aufgrund &sect; 24 Abs. 3 der Satzung der Kl&auml;gerin bereits in der urspr&uuml;nglich eingereichten Bilanz zeitgleich eine einkommensmindernde Erh&ouml;hung der RfB nach &sect; 21 Abs. 2 KStG 1996 bewirkt. Der Zweck des &sect; 233a Abs. 2a AO rechtfertigt daher &#8211;unterstellt, die ge&auml;nderte Handelsbilanz sei ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis&#8211; keine unterschiedlichen Zinsl&auml;ufe. Denn bei einer korrekten phasengleichen Erfassung der Anspr&uuml;che aus den Genussrechten und der zeitgleichen Erh&ouml;hungen der RfB w&auml;re es zu keiner anderweitigen Steuerfestsetzung gekommen. Das FA hat daher keinen Liquidit&auml;tsnachteil erlitten, der die Festsetzung von Nachforderungszinsen rechtfertigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Es bedarf im Streitfall keiner Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Kl&auml;gerin die urspr&uuml;nglich eingereichte Bilanz f&uuml;r 1997 &uuml;berhaupt &auml;ndern durfte. Diese entsprach zwar nicht den Vorgaben des Senatsurteils in BFHE 201, 228, BStBl II 2003, 400, nach dem Ertr&auml;ge aus Genussrechten, die ein abgelaufenes Jahr betreffen, phasengleich zu aktivieren sind. Nach der Senatsrechtsprechung ist ein Bilanzansatz jedoch nur unrichtig, wenn er nach dem Kenntnisstand, den der Kaufmann im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bei pflichtgem&auml;&szlig;er und gewissenhafter Pr&uuml;fung haben konnte, kaufm&auml;nnischer Sorgfalt widerspricht (vgl. z.B. Senatsurteile vom 17. Juli 2008 I R 85\/07, BFHE 222, 418, BStBl II 2008, 924; vom 23. Januar 2008 I R 40\/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669; vom 5. Juni 2007 I R 47\/06, BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht man davon aus, dass im Zeitpunkt der erstmaligen Erstellung der Bilanz f&uuml;r das Jahr 1997 ungekl&auml;rt war, ab welchem Zeitpunkt Anspr&uuml;che auf Verg&uuml;tungen f&uuml;r die &Uuml;berlassung von Genussrechtskapital auszuweisen sind (vgl. z.B. die erstmalige &Auml;u&szlig;erung des Hauptfachausschusses beim Institut der Wirtschaftspr&uuml;fer in Deutschland e.V. vom 6.\/7. Mai 1998, Die Wirtschaftspr&uuml;fung 1998, 891), so w&auml;re danach die urspr&uuml;nglich eingereichte Bilanz &quot;richtig&quot;. Die Aktivierung der Ertr&auml;ge aus den Genussrechten und die gegenl&auml;ufige Zuf&uuml;hrung dieser Betr&auml;ge zu den RfB w&auml;ren jeweils als Bilanz&auml;nderungen zu werten, die, da sie nicht im Zusammenhang mit einer Bilanzberichtigung stehen, nach &sect; 4 Abs. 2 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes unstatthaft waren und daher keinen Zinslauf ausl&ouml;sen konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht man demgegen&uuml;ber davon aus, dass die urspr&uuml;ngliche Bilanz fehlerhaft war und daher korrigiert werden musste, ergibt sich ebenfalls kein unterschiedlicher Zinslauf. Denn dann l&auml;gen zwei sich einander ausgleichende Bilanzberichtigungen vor. Nach der Satzung der Kl&auml;gerin war die Gewinnerh&ouml;hung, die durch die Aktivierung der Ertr&auml;ge aus Genussrechten eingetreten ist, zwingend den RfB (&sect; 21 Abs. 2 KStG 1996) zuzuf&uuml;hren. Zwar haben bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit Beitragsr&uuml;ckerstattungen den Charakter von verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen (Senatsurteil vom 9. Juni 1999 I R 17\/97, BFHE 189, 364, BStBl II 1999, 739). &sect; 21 KStG 1996 erkl&auml;rt die R&uuml;ckerstattungen jedoch bis zu einer bestimmten H&ouml;he zu abzugsf&auml;higen Betriebsausgaben. Ist die ausschlie&szlig;liche Verwendung der RfB durch Satzung oder durch gesch&auml;ftsplanm&auml;&szlig;ige Erkl&auml;rung gesichert, liegt demgem&auml;&szlig; eine (ungewisse) Au&szlig;enverpflichtung vor, die zwingend auszuweisen ist (&sect; 21 Abs. 2 KStG 1996).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.2.2010, I R 52\/09 Nachforderungszinsen: unterschiedlicher Zinslauf bei Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses; Bilanz&auml;nderung Leits&auml;tze 1. Eine Steuerfestsetzung kann nur dann auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruhen, wenn das r&uuml;ckwirkende Ereignis tats&auml;chlich zu einer abweichenden Steuerfestsetzung gef&uuml;hrt hat&nbsp;&nbsp; . 2. Aktiviert ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in einer ge&auml;nderten Bilanz nachtr&auml;glich Forderungen und f&uuml;hrt er &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-52-09-nachforderungszinsen-unterschiedlicher-zinslauf-bei-vorliegen-eines-rueckwirkenden-ereignisses-bilanzaenderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;52\/09 &#8211; Nachforderungszinsen: unterschiedlicher Zinslauf bei Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses; Bilanz&auml;nderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7674","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7674"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7674\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}