{"id":7679,"date":"2012-12-02T13:28:11","date_gmt":"2012-12-02T11:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7679"},"modified":"2012-12-02T13:28:11","modified_gmt":"2012-12-02T11:28:11","slug":"v-r-38-08-keine-steuerberechnung-nach-vereinnahmten-entgelten-aufgrund-fehlender-buchfuehrungspflicht-kein-vorliegen-einer-regelungsluecke-ausschluss-von-nichtgewerblichen-vermietern-von-der-ist-beste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-38-08-keine-steuerberechnung-nach-vereinnahmten-entgelten-aufgrund-fehlender-buchfuehrungspflicht-kein-vorliegen-einer-regelungsluecke-ausschluss-von-nichtgewerblichen-vermietern-von-der-ist-beste\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Keine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund fehlender Buchf&uuml;hrungspflicht &#8211; Kein Vorliegen einer &quot;Regelungsl&uuml;cke&quot; &#8211; Ausschluss von nichtgewerblichen Vermietern von der Ist-Besteuerung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Gemeinschaftsrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.2.2010, V R 38\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund fehlender Buchf&uuml;hrungspflicht &#8211; Kein Vorliegen einer &quot;Regelungsl&uuml;cke&quot; &#8211; Ausschluss von nichtgewerblichen Vermietern von der Ist-Besteuerung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Gemeinschaftsrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG kommt nur bei besonderen H&auml;rten wie z.B. dem &Uuml;berschreiten der nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG bestehenden Umsatzgrenze aufgrund au&szlig;ergew&ouml;hnlicher und einmaliger Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle, nicht aber allgemein aufgrund einer fehlenden Buchf&uuml;hrungsverpflichtung in Betracht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) vermietete und verpachtete als verm&ouml;gensverwaltende Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) ein Geb&auml;ude mit 23 Wohnungen, sieben B&uuml;ro- und Gewerbeeinheiten, einem Hotel und einem Restaurant. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gestattete der Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 12. Oktober 2001 die Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) f&uuml;r die Jahre 1997 und 1998. Zugleich wies das FA darauf hin, dass diese Art der Steuerberechnung aufgrund des &Uuml;berschreitens der Umsatzgrenze nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG ab 1999 nicht mehr m&ouml;glich sei. Die Kl&auml;gerin berechnete die Steuer gleichwohl auch in den Jahren 1999 bis 2001 (Streitjahre) nach vereinnahmten Entgelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung stellte der Pr&uuml;fer fest, dass die Kl&auml;gerin hinsichtlich der Vermietung und Verpachtung der B&uuml;ro- und Gewerbeeinheiten, des Hotels und des Restaurants sowie hinsichtlich der Vermietung zweier Wohnungen nach &sect; 9 UStG auf die Steuerfreiheit nach &sect; 4 Nr. 12 UStG verzichtet hatte und dass die steuerpflichtigen Ums&auml;tze ab 1998 die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 UStG &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung erlie&szlig; das FA ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2001, in denen es die Steuer nach vereinbarten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG berechnete. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Das FA wies die Einspr&uuml;che durch die Einspruchsentscheidungen vom 19. Juli 2004 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen dar&uuml;ber hinaus mit Schreiben vom 2. Januar 2003 gestellten Antrag auf Erleichterung nach &sect; 148 der Abgabenordnung (AO) lehnte das FA mit Bescheid vom 22. Juli 2003 ab und wies den hiergegen eingelegten Einspruch gleichfalls mit Einspruchsentscheidung vom 19. Juli 2004 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erhob hiergegen Klage zum Finanzgericht (FG) mit dem Antrag, die Umsatzsteuerbescheide in Gestalt der Einspruchsentscheidungen f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2001 aufzuheben und das FA anzuweisen, die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten zu berechnen, hilfsweise den Bescheid vom 22. Juli 2003 wegen Bewilligung nach &sect; 148 AO in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 19. Juli 2004 aufzuheben und das FA anzuweisen, die Bewilligung nach &sect; 148 AO zu erteilen und die Umsatzbesteuerung ab dem Jahre 1999 nach vereinnahmten Entgelten festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage insoweit statt, als es unter Aufhebung der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2001 in Gestalt der Einspruchsentscheidung und der darin enthaltenen Versagung der Gestattung zur Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten dem FA aufgab, &uuml;ber die Gestattung nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG sowie in Folge &uuml;ber die Berechnung der Umsatzsteuer nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen und nach Ma&szlig;gabe der Rechtsauffassung des FG neu zu befinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG st&uuml;tzte sein in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2010, 606 ver&ouml;ffentlichtes Urteil darauf, dass mit der Einf&uuml;hrung der AO 1977 die Buchf&uuml;hrungspflicht eingeschr&auml;nkt worden und bei &sect; 20 UStG eine Regelungsl&uuml;cke entstanden sei. Der urspr&uuml;nglichen Absicht des Gesetzgebers, nichtbuchf&uuml;hrungspflichtigen Unternehmern generell die M&ouml;glichkeit zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten zu er&ouml;ffnen, werde durch die Einschr&auml;nkung der Buchf&uuml;hrungspflicht bei gleichzeitiger Beibehaltung des &sect; 20 Abs. 1 UStG nicht mehr Rechnung getragen. Dies beruhe nicht auf einer beabsichtigten &Auml;nderung. Es sei kein vern&uuml;nftiger Grund ersichtlich, einem Vermietungsunternehmer die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten zu versagen, wenn dies buchf&uuml;hrungspflichtigen, aber aus Billigkeitsgr&uuml;nden befreiten Unternehmern m&ouml;glich sei. Das FA habe daher das ihm nach &sect; 20 UStG zustehende Ermessen bisher nicht ausge&uuml;bt, da es davon ausgegangen sei, dass eine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aus rechtlichen Gr&uuml;nden nicht in Betracht komme. Da keine Ermessensreduktion auf Null vorliege, habe das FA die Ermessensentscheidung nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit seiner Revision, die es auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Das Urteil verletze &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG. Eine Befreiung nach &sect; 148 AO liege nicht vor. Eine abweichende Beurteilung komme nach bestehender Gesetzeslage nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG auf nach &sect; 148 AO von der Buchf&uuml;hrungspflicht befreite Unternehmer anzuwenden sei, gelte dies auch f&uuml;r die der Buchf&uuml;hrungspflicht von vornherein nicht unterliegenden Unternehmer, zumal ansonsten ein Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin ist zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten nicht berechtigt, da sie die Voraussetzungen des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 UStG nicht erf&uuml;llt. Entgegen dem FG-Urteil liegt auch keine Regelungsl&uuml;cke vor, die eine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund einer teleologischen Extension oder Analogie erm&ouml;glichen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit sich die Klage gegen die Umsatzsteuerbescheide 1999 bis 2001 richtet, konnte sie bereits im Hinblick auf die fehlende Gestattung der Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch der Hilfsantrag der Kl&auml;gerin auf Gestattung der Ist-Besteuerung hat keinen Erfolg. Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin zwar keinen ausdr&uuml;cklichen Antrag auf Gestattung der Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 UStG gestellt, sondern mit Schreiben vom 2. Januar 2003 die Bewilligung von Erleichterungen gem&auml;&szlig; &sect; 148 AO beantragt. Dieser Antrag war jedoch so auszulegen, dass er den Belangen des Antragstellers entspricht und zu dem von ihm angestrebten Erfolg f&uuml;hren kann (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. November 2008 V R 24\/06, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2009, 817, unter II.1.b bb). Im Hinblick auf das eindeutige Begehren der Kl&auml;gerin, eine Gestattung des FA zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten zu erhalten, war das Schreiben vom 2. Januar 2003 zumindest auch als Antrag i.S. von &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 UStG auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 UStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung konnte das FA auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. dessen Gesamtumsatz (&sect; 19 Abs. 3 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 250.000 DM betragen hat, oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. der von der Verpflichtung, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und auf Grund j&auml;hrlicher Bestandsaufnahmen regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, nach &sect; 148 AO befreit ist, oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. soweit er Ums&auml;tze aus einer T&auml;tigkeit als Angeh&ouml;riger eines freien Berufs i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ausf&uuml;hrt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Steuer nicht nach den vereinbarten Entgelten (&sect; 16 Abs. 1 Satz 1 UStG), sondern nach den vereinnahmten Entgelten berechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat nach den Feststellungen des FG die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG in 1998 und in den Streitjahren &uuml;berschritten und auch keine Ums&auml;tze als Angeh&ouml;riger eines freien Berufs i.S. von &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG ausgef&uuml;hrt. Eine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten war daher nach diesen Vorschriften nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen kann sich die Kl&auml;gerin nicht auf den von ihr angenommenen Regelungszweck des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG berufen, wonach diese Vorschrift nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen Unternehmern die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten erm&ouml;glichen solle. Denn &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG stellt auf eine betragsm&auml;&szlig;ige Umsatzgrenze ab, bei deren &Uuml;berschreiten die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten nicht in Betracht kommt, wobei die Regelung nicht nach dem Bestehen einer Buchf&uuml;hrungspflicht differenziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. &Uuml;berschreitet ein Unternehmer die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, kann die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG zu gestatten sein. Diese Vorschrift setzt seit ihrer zum 1. Januar 1977 in Kraft getretenen &Auml;nderung durch Art. 17 Nr. 9 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zur Abgabenordnung vom 14. Dezember 1976 (BGBl I 1976, 3341, BStBl I 1976, 694) voraus, dass der Unternehmer von der Verpflichtung, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und auf Grund j&auml;hrlicher Bestandsaufnahmen regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, nach &sect; 148 AO befreit ist. Nach &sect; 148 Satz 1 AO k&ouml;nnen die Finanzbeh&ouml;rden f&uuml;r einzelne F&auml;lle oder bestimmte Gruppen von F&auml;llen Erleichterungen bewilligen, wenn die Einhaltung der durch die Steuergesetze begr&uuml;ndeten Buchf&uuml;hrungs-, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten H&auml;rten mit sich bringt und die Besteuerung durch die Erleichterung nicht beeintr&auml;chtigt wird. Derartige Erleichterungen k&ouml;nnen gewerblichen Unternehmern sowie Land- und Forstwirten bewilligt werden, die nach &sect; 141 Abs. 1 Satz 1 AO verpflichtet sind, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und auf Grund j&auml;hrlicher Bestandsaufnahmen Abschl&uuml;sse zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung unbeweglichen Verm&ouml;gens gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG erzielte, unterlag sie nicht der Buchf&uuml;hrungspflicht nach &sect; 141 Abs. 1 Satz 1 AO und konnte daher auch nicht von dieser gem&auml;&szlig; &sect; 148 AO befreit werden, so dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG nicht vorliegen. Das FA hat deshalb die von der Kl&auml;gerin beantragte Erleichterung nach &sect; 148 AO zutreffend abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG enth&auml;lt f&uuml;r den Fall, dass ein nicht zur Buchf&uuml;hrung verpflichteter Unternehmer andere als die in &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG bezeichneten Ums&auml;tze ausf&uuml;hrt und dabei die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG st&auml;ndig &uuml;berschreitet, keine Regelungsl&uuml;cke und kann daher entgegen dem Urteil des FG nicht erweiternd ausgelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Regelungsl&uuml;cke liegt vor, wenn ein bestimmter Sachbereich zwar gesetzlich geregelt ist, jedoch keine Vorschrift f&uuml;r F&auml;lle enth&auml;lt, die nach dem Grundgedanken und dem System des Gesetzes h&auml;tten mitgeregelt werden m&uuml;ssen (BFH-Urteile vom 9. August 1989 X R 30\/86, BFHE 158, 45, BStBl II 1989, 891, unter 2.a, und vom 8. Dezember 1994 V R 33\/93, BFH\/NV 1995, 666, unter II.3.). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine Regelung gemessen an ihrem Zweck unvollst&auml;ndig, d.h. erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und wenn ihre Erg&auml;nzung nicht einer vom Gesetzgeber beabsichtigten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht. Dass eine gesetzliche Regelung nur rechtspolitisch als verbesserungsbed&uuml;rftig anzusehen ist (&quot;rechtspolitische Fehler&quot;), reicht nicht aus (BFH-Urteil vom 12. Oktober 1999 VIII R 21\/97, BFHE 190, 343, BStBl II 2000, 220, unter II.2.b aa; ebenso BFH-Urteile vom 24. Januar 1974 IV R 76\/70, BFHE 111, 329, BStBl II 1974, 295, unter 2.a; vom 13. Juli 1989 V R 110\/84, BFHE 158, 157, BStBl II 1989, 1036, unter II.4.a; vom 14. September 1994 I R 136\/93, BFHE 175, 406, BStBl II 1995, 382, unter II.3.; vom 25. Juli 1995 VIII R 25\/94, BFHE 178, 418, BStBl II 1996, 684, unter II.2.a; vom 26. Februar 2002 IV R 39\/01, BFHE 199, 374, BStBl II 2002, 697, unter 2.b aa, und vom 29. M&auml;rz 2006 X R 55\/04, BFH\/NV 2006, 1641, unter II.3.b aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob eine Regelungsl&uuml;cke oder lediglich ein sog. rechtspolitischer Fehler vorliegt, ist unter Heranziehung des Gleichheitsgrundsatzes zu ermitteln, wobei auf die Wertungen und die Entstehungsgeschichte des Gesetzes zur&uuml;ckzugreifen ist (BFH-Urteil in BFHE 190, 343, BStBl II 2000, 220, unter II.2.b aa; ebenso BFH-Urteile in BFHE 111, 329, BStBl II 1974, 295, unter 2.b; in BFHE 175, 406, BStBl II 1995, 382, unter II.3.; in BFHE 199, 374, BStBl II 2002, 697, unter 2.b aa, und in BFH\/NV 2006, 1641, unter II.3.b aa). Die Unvollst&auml;ndigkeit muss sich bereits aus der dem Gesetz immanenten Zwecksetzung ergeben und nicht nur aus einer selbst&auml;ndigen kritischen W&uuml;rdigung des Gesetzes (BFH-Urteil vom 19. Juli 1972 I R 164\/68, BFHE 106, 441, BStBl II 1972, 858, unter I.3.). Auch bei einem eindeutigen Gesetzeswortlaut kann eine Gesetzesl&uuml;cke vorliegen (BFH-Urteile vom 2. Juli 1997 I R 32\/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, unter II.2.b aa, und vom 21. Oktober 1997 IX R 29\/95, BFHE 184, 466, BStBl II 1998, 142, unter 3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegt nach diesen Grunds&auml;tzen eine Gesetzesl&uuml;cke vor, ist diese in einer dem Gesetzeszweck, der Entstehungsgeschichte und der Gesetzessystematik entsprechenden Weise zu schlie&szlig;en. Zur L&uuml;ckenf&uuml;llung kommen insbesondere Analogie, teleologische Extension oder Reduktion in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, unter II.2.b cc). Dies ist Aufgabe der Fachgerichte (vgl. z.B. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3. April 1990 1 BvR 1186\/89, BVerfGE 82, 6, Neue Juristische Wochenschrift 1990, 1593, unter C.I.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG enthielt bei seinem Inkrafttreten 1967 keine Regelungsl&uuml;cke. F&uuml;r die Kl&auml;gerin bestand bereits nach damaliger Rechtslage keine Berechtigung zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG 1967 m&ouml;gliche Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund einer nach &sect; 161 Abs. 2 der Reichsabgabenordnung (RAO) zu erteilenden Befreiung kam nach dem BFH-Urteil vom 17. September 1987 IV R 31\/87 (BFHE 151, 64, BStBl II 1988, 20, unter II.2.) nur bei besonderen H&auml;rten in Betracht, die sich z.B. aus dem &Uuml;berschreiten der nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG 1967 bestehenden Umsatzgrenze von 250.000 DM durch au&szlig;ergew&ouml;hnliche und einmalige Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle ergeben konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach war die Kl&auml;gerin unter der Geltung des UStG 1967 nicht zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten berechtigt, da das &Uuml;berschreiten der Umsatzgrenze bei ihr nicht auf einem einmaligen und au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsvorfall beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Regelungsl&uuml;cke ist auch nicht aufgrund der Einschr&auml;nkung der Buchf&uuml;hrungspflicht durch die AO 1977 entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Seit dem Inkrafttreten der AO 1977 verweist &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO nicht mehr auf &sect; 161 Abs. 2 RAO, sondern auf &sect; 148 AO. Danach k&ouml;nnen die Finanzbeh&ouml;rden Erleichterungen bewilligen, wenn die Einhaltung der durch die Steuergesetze begr&uuml;ndeten Buchf&uuml;hrungs-, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten H&auml;rten mit sich bringt und die Besteuerung nicht beeintr&auml;chtigt wird. Nach &sect; 148 AO kann der Steuerpflichtige von der seit Inkrafttreten der AO 1977 gem&auml;&szlig; &sect; 141 AO nur noch f&uuml;r gewerbliche Unternehmer sowie f&uuml;r Land- und Forstwirte bestehenden Buchf&uuml;hrungspflicht befreit werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da gem&auml;&szlig; &sect; 141 AO nicht mehr alle Unternehmer, sondern nur noch gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte der Buchf&uuml;hrungspflicht unterliegen, kommt bei anderen als den von dieser Vorschrift genannten Unternehmern wie z.B. bei Vermietern mit Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung nach &sect; 21 EStG eine Befreiung von der Buchf&uuml;hrungspflicht nicht mehr in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r Unternehmer, die mit ihren Ums&auml;tzen die Grenze von 250.000 DM &uuml;berschreiten und daher bereits nach dem UStG 1967 nicht zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten berechtigt waren, hat sich aufgrund des Entfallens der Buchf&uuml;hrungspflicht durch die AO 1977 die Rechtslage nicht ge&auml;ndert. Sie sind weiterhin nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG nicht berechtigt, die Steuer nach vereinnahmten Entgelten zu berechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu einer &Auml;nderung ist es daher nur insoweit gekommen, als f&uuml;r alle Unternehmer, die aufgrund einmaliger Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG &uuml;berschreiten, eine Befreiung nach &sect; 161 Abs. 2 RAO und damit eine Steuerberechnung nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG in Betracht kam, w&auml;hrend diese M&ouml;glichkeit nach &sect; 148 AO i.V.m &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG nur noch f&uuml;r gewerbliche Unternehmer sowie f&uuml;r Land- und Forstwirte besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob aufgrund dieser &Auml;nderung f&uuml;r Unternehmer, die weder gewerbliche Unternehmer noch Land- und Forstwirte sind, und die aufgrund einmaliger Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle die Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG &uuml;berschreiten, eine Regelungsl&uuml;cke entstanden ist, die eine analoge Anwendung des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG rechtfertigt, braucht der Senat nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls nicht zu entscheiden, da das &Uuml;berschreiten der Umsatzgrenze durch die Kl&auml;gerin nicht auf einem einmaligen Gesch&auml;ftsvorfall beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Kl&auml;gerin kann sich auch nicht auf eine Ungleichbehandlung zu den von &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 oder Abs. 2 UStG erfassten Ums&auml;tzen berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG kann die Steuer f&uuml;r Ums&auml;tze aus einer T&auml;tigkeit als Angeh&ouml;riger eines freien Berufs i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG nach vereinnahmten Entgelten berechnet werden. Nach der amtlichen Gesetzesbegr&uuml;ndung soll die Vorschrift sicher stellen, dass &quot;den Angeh&ouml;rigen der freien Berufe, deren Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr mehr als 250 000 Deutsche Mark betragen hat, auch k&uuml;nftig die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten gestattet werden kann. Die Erg&auml;nzung war erforderlich, da &sect; 141 AO 1977 &#8211; im Gegensatz zur Regelung in &sect; 161 RAO &#8211; die Angeh&ouml;rigen der freien Berufe nicht mehr zur Buchf&uuml;hrung verpflichtet und somit auch &sect; 148 AO 1977, der die Bewilligung von Erleichterungen vorsieht, f&uuml;r Angeh&ouml;rige der freien Berufe nicht mehr gilt&quot; (BTDrucks 7\/5458 S. 13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die zwischen den nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen Angeh&ouml;rigen der freien Berufe und den gleichfalls nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen nichtgewerblichen Vermietern bestehende Differenzierung hinsichtlich der Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten f&uuml;hrt nicht zu einer nach Art. 3 Abs. 1 GG zu beanstandenden Ungleichbehandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als bei den steuerpflichtigen Ums&auml;tzen der Angeh&ouml;rigen der freien Berufe beruht die Steuerpflicht der gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 12 UStG steuerfreien Vermietung unbeweglichen Verm&ouml;gens auf dem Verzicht nach &sect; 9 UStG. Aufgrund dieser Besonderheit ist eine Gleichbehandlung des auf die Steuerfreiheit seiner Ums&auml;tze verzichtenden Vermieters mit den Angeh&ouml;rigen der freien Berufe, deren Ums&auml;tze nicht aufgrund eines derartigen Verzichts, sondern kraft Gesetzes steuerpflichtig sind, nicht geboten. Insoweit ist weiter zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r die z.B. nach &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerfreien Ums&auml;tze freier Berufe keine M&ouml;glichkeit zum Verzicht nach &sect; 9 UStG besteht. Im Hinblick auf diese Unterschiede war der Gesetzgeber nicht verpflichtet, die M&ouml;glichkeit zur Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten bei &Uuml;berschreiten der Umsatzgrenze nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG auch nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen Unternehmern einzur&auml;umen, bei denen die Steuerpflicht auf einem Verzicht nach &sect; 9 UStG beruht. Aus diesem Grund ist auch keine Gleichbehandlung zu den dem &sect; 20 Abs. 2 UStG unterliegenden Unternehmern geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ein Anspruch auf Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten ergibt sich auch nicht aus Art. 10 Abs. 2 Unterabs. 3 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Nach Art. 10 Abs. 2 Unterabs. 1 Satz 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG treten Steuertatbestand und Steueranspruch zu dem Zeitpunkt ein, zu dem die Lieferung des Gegenstands oder die Dienstleistung bewirkt wird. Unterabs. 3 dieser Bestimmung erm&auml;chtigt die Mitgliedstaaten Sonderregelungen zu treffen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Abweichend von den vorstehenden Bestimmungen k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten vorsehen, da&szlig; der Steueranspruch f&uuml;r bestimmte Ums&auml;tze oder f&uuml;r Gruppen von Steuerpflichtigen zu den folgenden Zeitpunkten entsteht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; entweder sp&auml;testens bei der Ausstellung der Rechnung &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; oder sp&auml;testens bei der Vereinnahmung des Preises<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; oder im Falle der Nichtausstellung oder versp&auml;teten Ausstellung der Rechnung &#8230;, binnen einer bestimmten Frist nach dem Zeitpunkt des Eintretens des Steuertatbestands.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der zu Art. 10 Abs. 2 Unterabs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) hat der &quot;Gemeinschaftsgesetzgeber &#8230; den Mitgliedstaaten einen erheblichen Spielraum einr&auml;umen wollen&quot; (EuGH-Urteil vom 26. Oktober 1995 C-144\/94, Italittica S.P.A., Slg. 1995, I-3653, HFR 1996, 100 Rdnr. 15). Eine gemeinschaftsrechtliche Verpflichtung bei &Uuml;berschreiten der Umsatzgrenze des &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG auch den nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen Unternehmern die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten zu erm&ouml;glichen, wenn die Steuerpflicht ihrer Ums&auml;tze auf einem Verzicht nach &sect; 9 UStG beruht, besteht danach nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das Urteil des FG entspricht nicht diesen Grunds&auml;tzen und war daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist abzuweisen, da die Voraussetzungen f&uuml;r eine Gestattung der Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 UStG nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.2.2010, V R 38\/08 Keine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund fehlender Buchf&uuml;hrungspflicht &#8211; Kein Vorliegen einer &quot;Regelungsl&uuml;cke&quot; &#8211; Ausschluss von nichtgewerblichen Vermietern von der Ist-Besteuerung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Gemeinschaftsrecht Leits&auml;tze Die Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG kommt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-38-08-keine-steuerberechnung-nach-vereinnahmten-entgelten-aufgrund-fehlender-buchfuehrungspflicht-kein-vorliegen-einer-regelungsluecke-ausschluss-von-nichtgewerblichen-vermietern-von-der-ist-beste\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Keine Steuerberechnung nach vereinnahmten Entgelten aufgrund fehlender Buchf&uuml;hrungspflicht &#8211; Kein Vorliegen einer &quot;Regelungsl&uuml;cke&quot; &#8211; Ausschluss von nichtgewerblichen Vermietern von der Ist-Besteuerung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Gemeinschaftsrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7679\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}