{"id":76850,"date":"2024-06-30T11:48:06","date_gmt":"2024-06-30T09:48:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76850"},"modified":"2024-06-30T11:48:06","modified_gmt":"2024-06-30T09:48:06","slug":"zum-wirtschaftlich-einheitlichen-erwerb-nach-%c2%a7-8b-abs-4-satz-6-kstg-bfh-urteil-vom-13-maerz-2024-i-r-30-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zum-wirtschaftlich-einheitlichen-erwerb-nach-%c2%a7-8b-abs-4-satz-6-kstg-bfh-urteil-vom-13-maerz-2024-i-r-30-21\/","title":{"rendered":"Zum wirtschaftlich einheitlichen Erwerb nach \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 KStG &#8211; BFH-Urteil vom 13. M\u00e4rz 2024, I R 30\/21"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.130324.IR30.21.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>KStG \u00a7 8b Abs 4 S 1, KStG \u00a7 8b Abs 4 S 6, KStG VZ 2015<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend S\u00e4chsisches Finanzgericht , 13. Oktober 2020, Az: 8 K 666\/20<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Die in \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes angef\u00fchrte Beteiligungsschwelle (10 % des Grund- oder Stammkapitals) kann durch einen aus Sicht des Erwerbers wirtschaftlich einheitlichen Erwerbsvorgang (hier: Erwerb in einer notariellen Urkunde) auch dann erreicht werden, wenn an diesem Vorgang mehrere Ver\u00e4u\u00dferer beteiligt sind (Best\u00e4tigung des Senatsurteils vom 06.09.2023 &#8211; I R 16\/21, BFH\/NV 2024, 339).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision des Beklagten wegen K\u00f6rperschaftsteuer 2015 ist unbegr\u00fcndet und wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Revision des Beklagten wegen Gewerbesteuermessbetrags 2015 werden insoweit das Urteil des S\u00e4chsischen Finanzgerichts vom 13.10.2020 &#8211; 8 K 666\/20 aufgehoben und die Klage abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl\u00e4gerin und der Beklagte jeweils zu 50 % zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beteiligten streiten mit Blick auf einen unterj\u00e4hrigen Anteilserwerb und die Beteiligungsgrenze des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes in der f\u00fcr das Jahr 2015 (Streitjahr) geltenden Fassung (KStG) \u00fcber den Umfang der Steuerfreiheit von Dividendeneink\u00fcnften gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG.<\/li><li>An der \u2026 GmbH (GmbH) waren die drei Gesellschafter A, B und C mit einem Gesch\u00e4ftsanteil zu je 25&nbsp;% beteiligt. Ein vierter Gesellschafter \u00fcbertrug im Jahr 2014 insgesamt nominal 10&nbsp;% seiner Beteiligung auf A, B und C. Im \u00dcbertragungsvorgang wurden Gesch\u00e4ftsanteile zu zweimal 3,27&nbsp;% und einmal 3,46&nbsp;% (insgesamt 10&nbsp;%) gebildet, die A, B und C jeweils allein erwerbend erhielten.<\/li><li>Mit notarieller Urkunde vom 25.02.2015 \u00fcbertrugen A, B und C diese Gesch\u00e4ftsanteile von zweimal 3,27&nbsp;% beziehungsweise einmal 3,46&nbsp;% (insgesamt 10&nbsp;%) entgeltlich auf die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine GmbH. Mit weiterer, in der Z\u00e4hlung unmittelbar anschlie\u00dfender notarieller Urkunde desselben Notars vom selben Tag \u00fcbertrugen A, B und C auch ihre (restlichen) GmbH-Gesch\u00e4ftsanteile zu je 25&nbsp;% im Wege eines qualifizierten Anteilstauschs auf die Kl\u00e4gerin. Damit hielt die Kl\u00e4gerin seit dem 25.02.2015 insgesamt 85&nbsp;% der Gesch\u00e4ftsanteile der GmbH.<\/li><li>Mit Beschluss vom \u2026.03.2015 sch\u00fcttete die GmbH an die Kl\u00e4gerin (bezogen auf die 85&nbsp;% der Gesch\u00e4ftsanteile) Gewinn in H\u00f6he von insgesamt \u2026&nbsp;\u20ac aus. In den Steuererkl\u00e4rungen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr das Streitjahr wurde dieser Bezug als nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;1, 5 KStG steuerfrei (weder einkommens- noch gewerbeertragserh\u00f6hend) behandelt. Es ergingen am 10.04.2017 unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung entsprechende Bescheide \u00fcber die K\u00f6rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag.<\/li><li>Nach einer Au\u00dfenpr\u00fcfung \u00e4nderte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) die Bescheide (\u00c4nderungsbescheide vom 30.04.2018). Die von der GmbH bezogene Dividende wurde in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac (Dividendenbezug f\u00fcr einen 10%igen Gesch\u00e4ftsanteil [10\/85 von \u2026&nbsp;\u20ac] ohne Korrektur eines anteiligen K\u00fcrzungsbetrags des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG) einkommenserh\u00f6hend angesetzt, weil die auf die Kl\u00e4gerin \u00fcbertragenen Gesch\u00e4ftsanteile an der GmbH getrennt zu betrachten seien und der durch die erste notarielle Urkunde vollzogene Erwerb von zweimal 3,27&nbsp;% beziehungsweise einmal 3,46&nbsp;% (insgesamt 10&nbsp;%) der Gesch\u00e4ftsanteile jeweils nicht die in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG niedergelegte 10&nbsp;%-Grenze erreiche.<\/li><li>Nach erfolglosem Einspruch erhob die Kl\u00e4gerin Klage vor dem S\u00e4chsischen Finanzgericht (FG), das dieser mit Urteil vom 13.10.2020&nbsp;&#8211; 8&nbsp;K&nbsp;666\/20 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2022, 607) stattgab.<\/li><li>Dagegen wendet sich das FA mit seiner Revision, mit der es die Verletzung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG r\u00fcgt und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision des FA wegen K\u00f6rperschaftsteuer 2015 ist unbegr\u00fcndet und insoweit zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Wegen Gewerbesteuermessbetrags 2015 ist die Revision des FA hingegen begr\u00fcndet und f\u00fchrt insoweit zur Aufhebung des angefochtenen FG-Urteils sowie zur Abweisung der Klage (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/li><li>Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass (auch) der Erwerb der GmbH-Gesch\u00e4ftsanteile durch die Kl\u00e4gerin in H\u00f6he von zweimal 3,27&nbsp;% beziehungsweise einmal 3,46&nbsp;% jedenfalls deshalb dem Tatbestand des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG unterf\u00e4llt, weil sich bereits dieser Erwerb aus Sicht der erwerbenden Kl\u00e4gerin wirtschaftlich als einheitlicher Erwerbsvorgang von 10&nbsp;% der Gesch\u00e4ftsanteile darstellt (s. insoweit allgemein Senatsurteil vom 06.09.2023&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/21, BFH\/NV 2024, 339). Allerdings ist bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags 2015 \u2011\u2011unter Ber\u00fccksichtigung der vom FA vorgenommenen Hinzurechnung und des Verb\u00f6serungsverbots (\u00a7&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO)\u2011\u2011 ein Betrag in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac nach \u00a7&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 des Gewerbesteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (GewStG) hinzuzurechnen, da die nicht mit \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG verkn\u00fcpften Voraussetzungen der K\u00fcrzung nach \u00a7&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG nicht erf\u00fcllt sind.<\/li><li>1. Nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG bleiben Bez\u00fcge im Sinne des \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, 2, 9 und 10 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes bei der Ermittlung des Einkommens au\u00dfer Ansatz. Abweichend davon \u2011\u2011und dies ist verfassungskonform (s. Senatsurteil vom 06.09.2023&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/21, BFH\/NV 2024, 339, m.w.N.)\u2011\u2011 sind die betroffenen Bez\u00fcge bei der Ermittlung des Einkommens nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG zu ber\u00fccksichtigen, wenn die aussch\u00fcttungsvermittelnde Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres unmittelbar weniger als 10&nbsp;% des Grund- oder Stammkapitals der aussch\u00fcttenden K\u00f6rperschaft betragen hat. F\u00fcr Zwecke des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 KStG gilt dabei der Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10&nbsp;% als zu Beginn des Kalenderjahres erfolgt (\u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG).<\/li><li>2. Soweit die Auslegung des in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG verwendeten Tatbestandsmerkmals des unterj\u00e4hrigen &#8222;Erwerb(s) einer Beteiligung von mindestens 10&nbsp;%&#8220; umstritten ist, besteht auch in diesem Streitfall keine Notwendigkeit, weitergehende Fragestellungen abschlie\u00dfend zu entscheiden (s. bereits Senatsurteil vom 06.09.2023&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/21, BFH\/NV 2024, 339, mit Nachweisen zum Meinungsstreit). Jedenfalls liegt ein aus Sicht der Erwerberin wirtschaftlich einheitlicher Erwerbsvorgang vor, der die Steuerfreistellung er\u00f6ffnet.<\/li><li>a) Der Senat hat in diesem Urteil ausgef\u00fchrt, dass sowohl die Entstehungsgeschichte als auch der Normzweck des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG daf\u00fcr sprechen, dass jedenfalls der wirtschaftlich einheitliche Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10&nbsp;% zur Tatbestandserf\u00fcllung der Ausnahmeregelung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG ausreicht.<\/li><li>Denn die unterschiedliche Behandlung der Ertr\u00e4ge aus Beteiligungen je nach der Beteiligungsh\u00f6he (\u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG) ist damit gerechtfertigt worden, dass bei einer Streubesitzbeteiligung (unter 10&nbsp;%) diese als Kapitalanlage anzusehen sei, weil h\u00e4ufig keine dauerhafte Beteiligung an der Unternehmung angestrebt werde. Der Anteilseigner k\u00f6nne aufgrund der H\u00f6he seiner Beteiligung auch keinen unternehmerischen Einfluss auf die Entscheidungen bei der Kapitalgesellschaft aus\u00fcben, w\u00e4hrend bei einer Beteiligung von mindestens 10&nbsp;% regelm\u00e4\u00dfig ein betriebliches Engagement des Anteilseigners unterstellt werden k\u00f6nne (so BRDrucks 632\/1\/12, S.&nbsp;33).<\/li><li>Es ist insoweit nicht zu beanstanden, wenn der Gesetzgeber bezogen auf den unterj\u00e4hrigen Erst- oder Hinzuerwerb einer Beteiligung an die genannte Grenze ankn\u00fcpft und die den Steuerpflichtigen beg\u00fcnstigende R\u00fcckwirkungsregelung in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG so ausgestaltet, dass auf den einzelnen Erwerb abgestellt wird. Allerdings kommt es auf die Sicht des Erwerbers und angesichts des Ausnahmecharakters des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 KStG (s. Senatsurteil vom 06.09.2023&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/21, BFH\/NV 2024, 339) darauf an, ob durch den Erwerb der Beteiligung von mindestens 10&nbsp;% ein unternehmerischer Einfluss auf die Entscheidungen bei der Kapitalgesellschaft ausge\u00fcbt werden kann oder nicht. Das h\u00e4ngt aber allein von dem Umfang der erworbenen Beteiligung ab. Deshalb muss es jedenfalls ausreichen, wenn die ma\u00dfgebliche Beteiligung von mindestens 10&nbsp;% aus Erwerbersicht in einem wirtschaftlich einheitlichen Vorgang aufgrund eines einheitlichen Erwerbsentschlusses in kausalem und zeitlichem Zusammenhang erworben wird.<\/li><li>b) Wendet man diese Grunds\u00e4tze auf den Streitfall an, liegt ein solcher wirtschaftlich einheitlicher Vorgang im Sinne eines einheitlichen Erwerbsentschlusses in kausalem und zeitlichem Zusammenhang vor.<\/li><li>aa) Der vorliegende Sachverhalt entspricht bezogen auf den in der ersten notariellen Urkunde vollzogenen Erwerb in H\u00f6he von insgesamt 10&nbsp;% der Gesch\u00e4ftsanteile den Sachumst\u00e4nden des Senatsurteils vom 06.09.2023&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/21 (BFH\/NV 2024, 339). Dort war die ma\u00dfgebliche (mittelbare) Beteiligung von mehreren Ver\u00e4u\u00dferern aufgrund eines einheitlichen Entschlusses durch einheitliches schuldrechtliches Rechtsgesch\u00e4ft in einer einheitlichen notariellen Urkunde auf einen einheitlichen Erwerbszeitpunkt erworben worden. Genau so liegt \u2011\u2011bezogen auf den Erwerb der hier in Rede stehenden Gesch\u00e4ftsanteile in H\u00f6he von zweimal 3,27&nbsp;% beziehungsweise einmal 3,46&nbsp;% von A, B und C\u2011\u2011 der Streitfall. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (\u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) ist dieser Erwerb ebenfalls in einer einheitlichen notariellen Urkunde und auf einen einheitlichen Erwerbszeitpunkt erfolgt. Dies l\u00e4sst in ausreichender Klarheit (insoweit zweifelnd Schober, Der Betrieb 2024, 426&nbsp;= Der Konzern 2024, 66) auf einen einheitlichen Erwerbsentschluss schlie\u00dfen. Der danach aus der Sicht der erwerbenden Kl\u00e4gerin wirtschaftlich einheitliche Erwerbsvorgang von insgesamt 10&nbsp;% erreicht die in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG genannte Erwerbsschwelle.<\/li><li>bb) Hinzu kommt, dass die Kl\u00e4gerin in aufeinander folgenden notariellen Urkunden vom 25.02.2015 von denselben Ver\u00e4u\u00dferern\/\u00dcbertragern, n\u00e4mlich A, B und C, zun\u00e4chst die genannten 10&nbsp;% der Gesch\u00e4ftsanteile und sodann im Wege des Anteilstausches weitere Gesch\u00e4ftsanteile von je 25&nbsp;% erworben hat. Auf Grundlage der Feststellungen des FG standen diese Erwerbe erkennbar sowohl \u2011\u2011mit Blick auf den Erwerb von denselben Personen\u2011\u2011 in kausalem als auch \u2011\u2011mit Blick auf die unmittelbar aufeinander folgenden notariellen Urkunden\u2011\u2011 in zeitlichem Zusammenhang. Dar\u00fcber hinaus ist auch insoweit von einem einheitlichen Erwerbsentschluss auszugehen. Insgesamt wurde von der Kl\u00e4gerin im Streitjahr aufgrund einheitlichen Erwerbsvorgangs ein Anteilspaket in H\u00f6he von insgesamt 85&nbsp;% (zweimal jeweils 28,27&nbsp;% beziehungsweise einmal 28,46&nbsp;%) erworben.<\/li><li>cc) Auf dieser Grundlage ist die an die Kl\u00e4gerin ausgesch\u00fcttete Dividende bei der Ermittlung des Einkommens au\u00dfer Ansatz zu lassen (\u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG). Nach den Feststellungen des FG wurde \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG bereits in den Bescheiden vom 10.04.2017 (bezogen auf den Gesamtbetrag der Dividende) ber\u00fccksichtigt.<\/li><li>3. Rechtsfehlerhaft hat das FG diese Handhabung allerdings auf die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags 2015 \u00fcbertragen (s.a. H\u00fcbner\/Berg, Deutsches Steuerrecht-kurzgefa\u00dft 2024, 48). Indessen ist die genannte Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac nach \u00a7&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG dem Gewerbeertrag der Kl\u00e4gerin wieder hinzuzurechnen, weil die \u2011\u2011gerade nicht mit \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG verkn\u00fcpften\u2011\u2011 Tatbestandsvoraussetzungen des \u00a7&nbsp;9 Nr.&nbsp;2a GewStG im Streitfall nicht erf\u00fcllt sind. Da das FA in dem angefochtenen Bescheid allerdings nur einen Betrag in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac hinzugerechnet hatte, ist eine weitergehende Hinzurechnung aufgrund des finanzprozessualen sogenannten Verb\u00f6serungsverbots (\u00a7&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) ausgeschlossen.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.130324.IR30.21.0 BFH I. Senat KStG \u00a7 8b Abs 4 S 1, KStG \u00a7 8b Abs 4 S 6, KStG VZ 2015 vorgehend S\u00e4chsisches Finanzgericht , 13. 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