{"id":7686,"date":"2012-12-02T16:07:13","date_gmt":"2012-12-02T14:07:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7686"},"modified":"2012-12-02T16:07:13","modified_gmt":"2012-12-02T14:07:13","slug":"iii-r-3-08-fortbildung-zur-handelsfachwirtin-als-berufsausbildung-keine-gleichheit-im-unrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-3-08-fortbildung-zur-handelsfachwirtin-als-berufsausbildung-keine-gleichheit-im-unrecht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;3\/08 &#8211; Fortbildung zur Handelsfachwirtin als Berufsausbildung &#8211; Keine &quot;Gleichheit im Unrecht&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, III R 3\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Fortbildung zur Handelsfachwirtin als Berufsausbildung &#8211; Keine &quot;Gleichheit im Unrecht&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihre 1980 geborene Tochter (T) zun&auml;chst Kindergeld. T beendete ihre im August 2003 begonnene Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei einer GmbH am 5. Juli 2005 mit bestandener Pr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seit dem 6. Juli 2005 war sie bei der GmbH auf der Grundlage eines eigenst&auml;ndigen &quot;Vertrags &uuml;ber eine Fortbildung zur Handelsfachwirtin&quot; t&auml;tig. Nach &sect; 1 dieses Vertrags tritt die Mitarbeiterin &quot;ab dem folgenden Tag der bestandenen Abschlusspr&uuml;fung zur Kauffrau im Einzelhandel vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei der Firma in die Fortbildung zur Handelsfachwirtin ein&quot; und der Fortbildungsvertrag endet, ohne dass es einer K&uuml;ndigung bedarf, mit Ablauf des 30. Juni 2007. Besteht die Mitarbeiterin die Pr&uuml;fung zur Handelsfachwirtin vor Ablauf dieser Fortbildungszeit, endet das Fortbildungsverh&auml;ltnis mit dem Tag dieser Pr&uuml;fung; bei Nichtbestehen der Pr&uuml;fung kann das Vertragsverh&auml;ltnis bis l&auml;ngstens zur n&auml;chstm&ouml;glichen Wiederholungspr&uuml;fung verl&auml;ngert werden. Nach &sect; 2 des Vertrags verpflichtet sich die GmbH, daf&uuml;r zu sorgen, dass der Mitarbeiterin die Kenntnisse und F&auml;higkeiten vermittelt werden, die zum Erreichen des Fortbildungsziels erforderlich sind, und den Betrieb so zu organisieren, dass die Mitarbeiterin die f&uuml;r die Fortbildungspr&uuml;fung zur Handelsfachwirtin notwendigen praktischen Erfahrungen sammeln kann. Ferner verpflichtet sich die GmbH dazu, die Mitarbeiterin f&uuml;r die notwendige Zeit zur Teilnahme am Handelsfachwirt-Lehrgang und zur Ablegung der Pr&uuml;fung freizustellen sowie die Kosten des Lehrgangs und die Pr&uuml;fungsgeb&uuml;hr zu &uuml;bernehmen. Die Mitarbeiterin verpflichtet sich nach &sect; 3 des Vertrags u.a. zur Teilnahme an dem Handelsfachwirt-Lehrgang und der abschlie&szlig;enden Pr&uuml;fung sowie dazu, die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, um das Ziel der Fortbildung zu erreichen. Als regelm&auml;&szlig;ige monatliche Fortbildungsverg&uuml;tung sind nach &sect; 4 des Vertrags im ersten Jahr 1.100 EUR brutto und im zweiten Jahr 1.425 EUR brutto vereinbart. Nach &sect; 8 des Vertrags ist die GmbH bestrebt, die Mitarbeiterin nach Eignung und entsprechend vorhandener Stelle nach Abschluss der Fortbildung in ein festes Angestelltenverh&auml;ltnis zu &uuml;bernehmen. Nach &sect; 19 des Vertrags sind die von der GmbH &uuml;bernommenen Geb&uuml;hren f&uuml;r die Teilnahme am Lehrgang und an der Pr&uuml;fung anteilig zur&uuml;ckzuzahlen, sofern das sich an das Fortbildungsverh&auml;ltnis anschlie&szlig;ende Arbeitsverh&auml;ltnis innerhalb der ersten drei Jahre beendet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer als &quot;Bescheinigung&quot; bezeichneten Erkl&auml;rung der GmbH vom Januar 2007 hei&szlig;t es, T nehme seit Juli 2005 an einer berufsbegleitenden Fortbildung zur Handelsfachwirtin teil. Dabei handele es sich nicht um ein Ausbildungsverh&auml;ltnis, sondern um eine l&auml;nder&uuml;bergreifende, staatlich anerkannte Ma&szlig;nahme, die mit einer entsprechenden Pr&uuml;fung vor der Industrie- und Handelskammer ende. &Uuml;blicherweise finde eine solche Fortbildung nebenberuflich statt; hierf&uuml;r b&ouml;ten die IHK sowie weitere Bildungstr&auml;ger Abend- bzw. Wochenendkurse oder Internetlehrg&auml;nge mit Pr&auml;senztagen &#8211;analog einem Fernstudium&#8211; an. Wie andere Handelsunternehmen, habe auch die GmbH mit den zust&auml;ndigen IHK Sonderregelungen bez&uuml;glich der Fortbildung vereinbart. Voraussetzung sei das Abitur oder die Fachhochschulreife sowie eine abgeschlossene zweij&auml;hrige Ausbildung zur\/zum Kauffrau\/-mann im Einzelhandel. Anschlie&szlig;end beginne die Fortbildung zum Handelsfachwirt. Etwa alle sechs Wochen veranstalte die IHK jeweils ein einw&ouml;chiges Seminar, das w&auml;hrend der Arbeitszeit stattfinde und f&uuml;r das die Handelsfachwirte bezahlt freigestellt w&uuml;rden. Nach zwei Jahren finde die Pr&uuml;fung vor der IHK statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an die Fortbildungsma&szlig;nahme war T auf der Grundlage eines neuen Vertrages weiterhin bei der GmbH t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Zeit vom 1. Januar bis zum 5. Juli 2005 erhielt T eine Ausbildungsverg&uuml;tung in H&ouml;he von insgesamt (nach Abzug der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge) 3.302,06 EUR. In der Zeit vom 6. Juli bis zum 31. Dezember 2005 erhielt sie eine Fortbildungsverg&uuml;tung in H&ouml;he von insgesamt 4.867,70 EUR, Urlaubsgeld in H&ouml;he von 301,81 EUR sowie Weihnachtsgeld in H&ouml;he von 405,14 EUR (jeweils nach Abzug der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge). Ferner erhielt sie im Juni und im Dezember 2005 Warengutscheine in H&ouml;he von jeweils 137,50 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 9. Juni 2006 hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r T ab Januar 2005 auf und forderte bereits ausgezahltes Kindergeld f&uuml;r die Zeit von Januar bis Juli 2005 in H&ouml;he von 1.078 EUR zur&uuml;ck, da der ma&szlig;gebliche Grenzbetrag &uuml;berschritten sei. Dabei ging die Familienkasse davon aus, dass T im gesamten Jahr 2005 als Kind nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr 2005 anzuwendenden Fassung (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen sei, und ermittelte unter Ansatz des Arbeitnehmerpauschbetrags von 920 EUR und der Kostenpauschale von 180 EUR Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T in H&ouml;he von insgesamt 8.051,71 EUR. Der hiergegen gerichtete Einspruch der Kl&auml;gerin, mit dem sie geltend machte, T habe sich nur bis zum 5. Juli 2005 in Ausbildung befunden und die in dieser Zeit erzielten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge unterschritten den anteiligen Jahresgrenzbetrag, blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 5. September 2007 III 610\/06 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 631) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe die Grenzen der Auslegung des Begriffs der Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG verkannt. T habe ihre Berufsausbildung als Kauffrau im Einzelhandel bereits abgeschlossen und damit ihr Berufsziel erreicht. Die Fortbildung zur Handelsfachwirtin sei daher keine Berufsausbildung, sondern ein Arbeitsverh&auml;ltnis. Der Abschluss eines gesonderten &quot;Vertrags &uuml;ber eine Fortbildung zur Handelsfachwirtin&quot; und die Vereinbarung einer &quot;Fortbildungsverg&uuml;tung&quot; st&uuml;nden dem nicht entgegen. Denn die Verg&uuml;tung entspreche nahezu der einer im Beruf der Einzelhandelskauffrau t&auml;tigen Angestellten und liege erheblich &uuml;ber einem Berufsausbildungsgehalt. Auch sei die in &sect; 19 des Vertrags vorgesehene Bindungsklausel auf dem heutigen Arbeitsmarkt g&auml;ngige Praxis, um sich als eine Weiterbildung finanzierender Arbeitgeber gegen ein Abwandern der weitergebildeten Mitarbeiter abzusichern. Dar&uuml;ber hinaus habe das FG verkannt, dass Kindergeld &#8211;entsprechend seinem Zweck, kindbedingten Aufwand freizustellen&#8211; nur f&uuml;r die Monate Januar bis Juli 2005 und nicht auch f&uuml;r die Zeit der Fortbildung beantragt worden sei. Zuletzt sei der Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) verletzt, denn in Parallelf&auml;llen habe die Familienkasse nicht die Festsetzung aufgehoben und das Kindergeld zur&uuml;ckgefordert. Einen entsprechenden Vortrag habe das FG trotz eines schrifts&auml;tzlich angebotenen Zeugenbeweises nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG, den Bescheid vom 9. Juni 2006 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 18. Juli 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Entscheidung des FG, T sei auch w&auml;hrend der Fortbildung zur Handelsfachwirtin i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG f&uuml;r einen Beruf ausgebildet worden, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r ein &uuml;ber 18 Jahre altes Kind, das, wie T im Streitjahr 2005, das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, besteht nach &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a, &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird und seine zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmten oder geeigneten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge 7.680 EUR im Kalenderjahr nicht &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet. Dieser Vorbereitung dienen alle Ma&szlig;nahmen, bei denen Kenntnisse, F&auml;higkeiten und Erfahrungen erworben werden, die als Grundlagen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs geeignet sind (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;, z.B. Senatsurteil vom 2. April 2009 III R 85\/08, BFHE 224, 546, BFH\/NV 2009, 1502, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Altersgrenzen des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 5 EStG kommt es nicht darauf an, ob es sich um die erste oder eine weitere Ausbildung handelt bzw. ob eine zus&auml;tzliche Ausbildungsma&szlig;nahme einer beruflichen Qualifizierung oder einem anderen Beruf dient (z.B. BFH-Urteile vom 20. Juli 2000 VI R 121\/98, BFHE 192, 480, BStBl II 2001, 107, und vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 65\/03, BFH\/NV 2004, 1522; Senatsbeschluss vom 19. August 2008 III B 102\/07, BFH\/NV 2009, 16). Der Tatbestand der Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG setzt auch nicht voraus, dass die Vorbereitung auf den k&uuml;nftigen Beruf die Arbeitskraft des Kindes &uuml;berwiegend beansprucht. Eine Berufsausbildung kann daher auch im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses stattfinden, sofern dieses der Erlangung der angestrebten beruflichen Qualifikation dient und somit der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht (vgl. BFH-Urteile vom 9. Juni 1999 VI R 50\/98, BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706, zum Volontariat; vom 16. April 2002 VIII R 58\/01, BFHE 199, 111, BStBl II 2002, 523, zur Ausbildung eines Soldaten auf Zeit; vom 13. Juli 2004 VIII R 20\/02, BFH\/NV 2005, 36 zum juristischen Vorbereitungsdienst); ob das Dienstverh&auml;ltnis als Aus&uuml;bung eines Berufs angesehen werden kann, der von vielen als Dauerberuf ausge&uuml;bt wird, ist nicht entscheidend (z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2004, 1522, und in BFHE 199, 111, BStBl II 2002, 523). Eine Berufsausbildung kann auch neben einer Erwerbst&auml;tigkeit erfolgen, sofern das Kind die Ausbildung ernsthaft und nachhaltig betreibt (z.B. BFH-Urteile vom 26. November 2003 VIII R 30\/03, BFH\/NV 2004, 1223; vom 30. November 2004 VIII R 9\/04, BFH\/NV 2005, 860; vom 14. Dezember 2004 VIII R 44\/04, BFH\/NV 2005, 1039; Senatsbeschl&uuml;sse vom 31. Juli 2008 III B 64\/07, BFHE 222, 471, BFH\/NV 2008, 1932, und in BFH\/NV 2009, 16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist in Anwendung dieser Rechtsgrunds&auml;tze im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei der Fortbildung der T um eine Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG handelt, da der mit der GmbH abgeschlossene Fortbildungsvertrag der Erlangung der angestrebten beruflichen Qualifikation der Handelsfachwirtin gedient und der Ausbildungscharakter im Vordergrund gestanden habe. Diese Entscheidung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichteten R&uuml;gen der Kl&auml;gerin greifen nicht durch. Nach den oben dargestellten Rechtsgrunds&auml;tzen wird eine Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG insbesondere nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Kind bereits &uuml;ber eine abgeschlossene Berufsausbildung verf&uuml;gt und die (weitere) Ausbildung im Rahmen (und mit der Verg&uuml;tung) eines Berufs betreibt, den andere als Dauerberuf aus&uuml;ben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da T sich danach im gesamten Streitjahr 2005 in Berufsausbildung befand, waren nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG ihre gesamten in dieser Zeit erzielten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge bei der Frage, ob der Jahresgrenzbetrag &uuml;berschritten ist, zu ber&uuml;cksichtigen. Eine Beschr&auml;nkung nur auf die Monate, f&uuml;r die Kindergeld beantragt wurde, ist nach dem Jahresprinzip ausgeschlossen. Da die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der T nach den nicht angegriffenen Feststellungen des FG den f&uuml;r das Streitjahr 2005 ma&szlig;geblichen Jahresgrenzbetrag von 7.680 EUR &uuml;berschritten, stand der Kl&auml;gerin auch f&uuml;r die Monate Januar bis Juli 2005 kein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r T zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Familienkasse war danach berechtigt, die Festsetzung von Kindergeld ab Januar 2005 aufzuheben und bereits ausgezahltes Kindergeld f&uuml;r die Monate Januar bis Juli 2005 von der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzufordern. Dabei kann dahinstehen, ob die Familienkasse, wie die Kl&auml;gerin behauptet, in vergleichbaren F&auml;llen die Fortbildungsma&szlig;nahme nicht als Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG angesehen und deshalb die Kindergeldfestsetzung auch f&uuml;r die Monate Januar bis Juli 2005 nicht aufgehoben hat. Denn der Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) gew&auml;hrt keinen Anspruch auf Anwendung einer rechtswidrigen Verwaltungspraxis. Eine &quot;Gleichheit im Unrecht&quot; gibt es nicht (vgl. BFH-Urteile vom 20. Juni 1989 VIII R 82\/86, BFHE 156, 543, BStBl II 1989, 836, und vom 11. Januar 2006 II R 12\/04, BStBl II 2006, 615; BFH-Beschluss vom 18. Juli 2002 V B 112\/01, BFHE 199, 77, BStBl II 2003, 675).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, III R 3\/08 Fortbildung zur Handelsfachwirtin als Berufsausbildung &#8211; Keine &quot;Gleichheit im Unrecht&quot; Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihre 1980 geborene Tochter (T) zun&auml;chst Kindergeld. T beendete ihre im August 2003 begonnene Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei einer GmbH am 5. 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