{"id":76926,"date":"2024-08-04T12:30:03","date_gmt":"2024-08-04T10:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=76926"},"modified":"2024-08-04T12:30:03","modified_gmt":"2024-08-04T10:30:03","slug":"gesellschafter-einer-land-und-forstwirtschaftlich-taetigen-gesellschaft-als-mit-betriebsinhaber-im-sinne-des-%c2%a7-51a-abs-1-satz-1-nr-1-buchst-a-bewg-bfh-urteil-vom-16-mai-2024-vi-r-6-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/gesellschafter-einer-land-und-forstwirtschaftlich-taetigen-gesellschaft-als-mit-betriebsinhaber-im-sinne-des-%c2%a7-51a-abs-1-satz-1-nr-1-buchst-a-bewg-bfh-urteil-vom-16-mai-2024-vi-r-6-22\/","title":{"rendered":"Gesellschafter einer land- und forstwirtschaftlich t\u00e4tigen Gesellschaft als (Mit-)Betriebsinhaber im Sinne des \u00a7 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a BewG &#8211; BFH-Urteil vom 16. Mai 2024, VI R 6\/22"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.160524.VIR6.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 40 Abs 2, EStG \u00a7 4a Abs 1 S 2 Nr 1, EStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 S 2, EStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 S 5, EStG \u00a7 13 Abs 7, EStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 2, BewG \u00a7 51a Abs 1 S 1 Nr 1 Buchst a, BewG \u00a7 51a Abs 1 S 1 Nr 1 Buchst d, EStG \u00a7 2 Abs 1 S 1 Nr 1, EStG \u00a7 15 Abs 2, EStG VZ 2011 , EStG VZ 2012 , EStG VZ 2013<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnster, 26. Januar 2022, Az: 7 K 896\/19 F<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Beteiligt sich eine land- und forstwirtschaftlich t\u00e4tige Gesellschaft (Mitunternehmerschaft) an einer Tierhaltungsgemeinschaft, sind alle Mitunternehmer der Gesellschaft als (Mit-)Inhaber eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft im Sinne des \u00a7 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a des Bewertungsgesetzes anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnster vom 26.01.2022 &#8211; 7 K 896\/19 F wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die au\u00dfergerichtlichen Kosten des Beigeladenen sind nicht erstattungsf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>An der mit Gesellschaftsvertrag vom 30.06.2004 gegr\u00fcndeten K1-K2 GbR (GbR) waren zun\u00e4chst der Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte zu 1. (Kl\u00e4ger zu 1. \u2011\u2011K1\u2011\u2011) zu 40&nbsp;%, seine Mutter (M) zu 10&nbsp;% und der Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte zu 2. (Kl\u00e4ger zu 2. \u2011\u2011K2\u2011\u2011) zu 50&nbsp;% beteiligt. Gesellschaftszweck war nach \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Gesellschaftsvertrags der gemeinschaftliche Betrieb eines landwirtschaftlichen Betriebs nebst Tiermast und Handel mit landwirtschaftlichen Produkten aller Art. M und K2 \u00fcbertrugen seinerzeit ihre landwirtschaftlichen Betriebe (Maschinen, Feldinventar, Vieh und Vorr\u00e4te) auf die GbR. Zudem brachte K2 seine vollst\u00e4ndige Arbeitskraft und die H\u00e4lfte einer weiteren Arbeitskraft in die GbR ein. K1 brachte ausschlie\u00dflich seine gesamte Arbeitskraft ein (\u00a7&nbsp;5 Abs.&nbsp;3 sowie die Anlage des Gesellschaftsvertrags). Zum 01.07.2011 k\u00fcndigte M ihre Gesellschafterstellung und K1 stockte seinen Anteil an der GbR auf 50&nbsp;% auf.<\/li><li>Die GbR bewirtschaftete in den Jahren 2011 bis 2013 (Streitjahre) circa&nbsp;200&nbsp;ha landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che. Sie war im Bereich der Milchviehhaltung sowie der Putenmast t\u00e4tig und erzielte daraus Eink\u00fcnfte aus Land- und Forstwirtschaft. S\u00e4mtliche Fl\u00e4chen waren von M, K2 und Dritten gepachtet.<\/li><li>Zum 01.11.2011 gr\u00fcndeten die GbR als Komplement\u00e4rin und der Beigeladene (B) als Kommanditist die K1-K2-B Tierhaltung KG (KG). Die GbR brachte 150&nbsp;Vieheinheiten in die KG ein, B 280&nbsp;Vieheinheiten (\u00a7&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags). Die KG hatte ein abweichendes Wirtschaftsjahr nach \u00a7&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Ihren Gewinn ermittelte sie durch Betriebsverm\u00f6gensvergleich.<\/li><li>Mit Vertrag vom 28.12.2011 vermietete M an K1 ab 01.01.2012 unbefristet eine Fl\u00e4che von etwa 1&nbsp;800&nbsp;qm zur Bebauung mit einem Schweinemaststall. K1 errichtete auf dieser Fl\u00e4che einen Schweinemaststall mit einer Nutzfl\u00e4che von 768&nbsp;qm und 990&nbsp;Mastpl\u00e4tzen, den er seinerseits mit Mietvertrag vom 01.03.2012 an die KG vermietete.<\/li><li>Die KG reichte Feststellungserkl\u00e4rungen beim Beklagten und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) ein und r\u00e4umte dem Prozessbevollm\u00e4chtigten Empfangsvollmacht ein.<\/li><li>Das FA stellte zun\u00e4chst erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df Eink\u00fcnfte aus Land- und Forstwirtschaft in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac f\u00fcr 2011, \u2026&nbsp;\u20ac f\u00fcr 2012 und \u2026&nbsp;\u20ac f\u00fcr 2013 fest. Die Bescheide ergingen unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung.<\/li><li>Am 29.06.2016 beschlossen die Kl\u00e4ger die Aufl\u00f6sung der GbR, wobei K1 die Komplement\u00e4rbeteiligung an der KG im Wege der Realteilung erhielt. Am selben Tag ver\u00e4u\u00dferte B seine Kommanditbeteiligung an K1, wodurch das Gesellschaftsverm\u00f6gen der KG im Wege der Anwachsung auf K1 \u00fcberging. Das FA wurde \u00fcber diese Vorg\u00e4nge im Jahr 2016 in Kenntnis gesetzt. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte im Februar 2019.<\/li><li>Das Finanzamt f\u00fcr Gro\u00df- und Konzernbetriebspr\u00fcfung E-Stadt hatte zuvor eine Au\u00dfenpr\u00fcfung bei der KG durchgef\u00fchrt. Der Pr\u00fcfer gelangte zu der Ansicht, die KG habe in den Streitjahren keine Eink\u00fcnfte nach \u00a7&nbsp;13 EStG, sondern solche aus \u00a7&nbsp;15 EStG erzielt; f\u00fcr die Verluste gelte das Ausgleichs- und Abzugsverbot nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 EStG. Die Voraussetzungen von \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes (BewG) seien nicht erf\u00fcllt. Auch seien die Verluste dem Grunde nach nicht anzuerkennen, da die KG keine Gewinnerzielungsabsicht gehabt habe.<\/li><li>Das FA erlie\u00df auf der Grundlage der Pr\u00fcfungsfeststellungen f\u00fcr die Streitjahre im Oktober 2017 \u00c4nderungsbescheide, in denen es Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb in H\u00f6he von jeweils \u2026&nbsp;\u20ac feststellte. Die Bescheide gab es gegen\u00fcber dem Prozessbevollm\u00e4chtigten als Empfangsbevollm\u00e4chtigten f\u00fcr K2 als gesetzlichen Vertreter der KG bekannt. Sie enthielten den Hinweis, dass sie mit Wirkung f\u00fcr und gegen alle Feststellungsbeteiligten ergingen.<\/li><li>Der vom Prozessbevollm\u00e4chtigten im Namen der KG gegen die \u00c4nderungsbescheide eingelegte Einspruch blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2022, 471 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden statt.<\/li><li>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/li><li>Es beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage als unbegr\u00fcndet abzuweisen.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Der Beigeladene stellt keinen Antrag.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision des FA ist unbegr\u00fcndet und zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011).<\/li><li>1. Das FG hat die im Namen der zu diesem Zeitpunkt bereits vollbeendeten KG erhobene Klage zu Recht rechtsschutzgew\u00e4hrend dahin ausgelegt, dass sie als von den Kl\u00e4gern als ehemaligen Gesellschaftern der ebenfalls aufgel\u00f6sten Komplement\u00e4r-GbR erhoben anzusehen ist (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 30.11.2023&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;13\/21, Rz&nbsp;19&nbsp;ff., m.w.N.). Da dies zwischen den Beteiligten auch nicht streitig ist, sieht der erkennende Senat von einer weiteren Begr\u00fcndung ab.<\/li><li>2. Zutreffend ist das FG weiter davon ausgegangen, dass die Kl\u00e4ger durch die \u2011\u2011wirksam bekannt gegebenen\u2011\u2011 ge\u00e4nderten gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheide beschwert sind. Denn die Feststellung einer unzutreffenden Einkunftsart stellt eine Rechtsverletzung im Sinne des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO dar. Dabei ist nicht zu ermitteln, wie sich die Einkommensteuer der Mitunternehmer durch die begehrte \u00c4nderung der Einkunftsart gestalten w\u00fcrde (Senatsurteil vom 03.07.2019&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;49\/16, BFHE 266, 43, BStBl II 2020, 86, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/li><li>3. Zu den Eink\u00fcnften aus Land- und Forstwirtschaft geh\u00f6ren auch die Eink\u00fcnfte aus Tierzucht und Tierhaltung (\u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Voraussetzung ist, dass die Tierbest\u00e4nde die in \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG geregelte Anzahl der Vieheinheiten bezogen auf die vom Inhaber des Betriebs regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen nicht \u00fcberschreiten. Die Eink\u00fcnfte aus Tierzucht und Tierhaltung einer Gesellschaft (Mitunternehmerschaft) geh\u00f6ren nach \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG auch dann zu den Eink\u00fcnften aus Land- und Forstwirtschaft, wenn die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;51a BewG erf\u00fcllt sind. In pers\u00f6nlicher Hinsicht setzt dies gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG voraus, dass alle Gesellschaftera) Inhaber eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen sind,b) nach dem Gesamtbild der Verh\u00e4ltnisse hauptberuflich Land- und Forstwirte sind,c) Landwirte im Sinne des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Gesetzes \u00fcber die Alterssicherung der Landwirte sind und dies durch eine Bescheinigung der landwirtschaftlichen Alterskasse nachgewiesen wird undd) die sich nach \u00a7&nbsp;51 Abs.&nbsp;1a BewG f\u00fcr sie ergebende M\u00f6glichkeit zur landwirtschaftlichen Tiererzeugung oder Tierhaltung in Vieheinheiten ganz oder teilweise auf die Genossenschaft, Gesellschaft oder den Verein \u00fcbertragen haben.<\/li><li>4. Nach dem vorliegend im Revisionsverfahren allein noch streitigen Erfordernis des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG m\u00fcssen alle Gesellschafter Inhaber eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen sein, wobei \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG dabei kein bewertungsrechtliches &#8222;tats\u00e4chliches&#8220;, sondern ein ertragsteuerrechtliches Verst\u00e4ndnis zu Grunde zu legen ist (Senatsurteil vom 18.11.2020&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;39\/18, BFHE 271, 429, BStBl II 2021, 532, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/li><li>a) Inhaber eines Betriebs der Landwirtschaft im Sinne des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG ist daher der Unternehmer einer Landwirtschaft, das hei\u00dft derjenige, der sie betreibt. Das ist der Landwirt, auf dessen Rechnung und Gefahr der Betrieb gef\u00fchrt wird (Senatsurteil vom 16.05.2018&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;45\/16, BFHE 261, 508, BStBl II 2019, 60, Rz&nbsp;12 und BFH-Urteil vom 27.11.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;43\/16, BFHE 267, 269, BStBl II 2020, 739, Rz&nbsp;25).<\/li><li>b) Auch eine Mitunternehmerschaft kann Inhaberin eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs sein (Senatsurteil vom 16.05.2018&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;45\/16, BFHE 261, 508, BStBl II 2019, 60, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/li><li>aa) Mitunternehmer im Sinne des \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG, der gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;7 EStG bei den Eink\u00fcnften aus Land- und Forstwirtschaft entsprechend anzuwenden ist, kann dabei nur sein, wer zivilrechtlich Gesellschafter einer Personengesellschaft ist oder \u2011\u2011in Ausnahmef\u00e4llen\u2011\u2011 eine diesem wirtschaftlich vergleichbare Stellung innehat, Mitunternehmerrisiko tr\u00e4gt und Mitunternehmerinitiative entfaltet sowie die Absicht zur Gewinnerzielung hat (s. Senatsurteil vom 18.11.2020&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;39\/18, BFHE 271, 429, BStBl II 2021, 532, Rz&nbsp;19 und BFH-Urteil vom 05.09.2023&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;24\/20, BFHE 281, 374, Rz&nbsp;33).<\/li><li>bb) Ist eine GbR landwirtschaftlich t\u00e4tig, ist sie aus ertragsteuerrechtlicher Sicht Inhaberin des Betriebs (s. Senatsurteil vom 16.05.2018&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;45\/16, BFHE 261, 508, BStBl II 2019, 60, Rz&nbsp;13). Ihre Gesellschafter sind als Mitunternehmer Inhaber (Mitinhaber) dieses Betriebs im Sinne von \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG (BFH-Urteil vom 27.11.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;43\/16, BFHE 267, 269, BStBl II 2020, 739, Rz&nbsp;26).<\/li><li>c) Wird der land- und forstwirtschaftliche Betrieb von einer Personengesellschaft oder von einer wirtschaftlich vergleichbaren Gemeinschaft betrieben, ist Voraussetzung, dass alle Mitunternehmer der Tierhaltungsgemeinschaft beitreten oder gemeinsam einen Anteil \u00fcbernehmen. Denn die auf die Tierhaltungsgemeinschaft zu \u00fcbertragenden Vieheinheiten stehen nicht dem einzelnen Gesellschafter oder Gemeinschafter (Mitunternehmer), sondern der Gesellschaft oder Gemeinschaft (Mitunternehmerschaft) zu (Senatsurteil vom 18.11.2020&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;39\/18, BFHE 271, 429, BStBl II 2021, 532, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/li><li>5. Bei Anwendung dieser Rechtsgrunds\u00e4tze hat das FG zu Recht entschieden, dass die Voraussetzungen der \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG i.V.m. \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und d BewG im Streitfall erf\u00fcllt sind, weil alle Gesellschafter Inhaber eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen waren und diese die sich f\u00fcr sie ergebende M\u00f6glichkeit zur landwirtschaftlichen Tiererzeugung oder Tierhaltung in Vieheinheiten ganz oder teilweise auf die KG \u00fcbertragen hatten.<\/li><li>a) Gesellschafter der KG, der Tierhaltungsgemeinschaft, war zum einen die GbR, zum anderen B. Das FG hat bindend festgestellt, dass die GbR auf gepachteten landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen in den Bereichen der Milchviehhaltung und Putenmast t\u00e4tig war und den Betrieb daher auf selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen gef\u00fchrt hat. Dass die GbR daraus Eink\u00fcnfte nach \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG erzielte, wird im \u00dcbrigen auch vom FA nicht in Frage gestellt.<\/li><li>Nach den vorstehenden Ausf\u00fchrungen war deshalb die an der KG beteiligte GbR Inhaberin des von ihr betriebenen Betriebs. Aufgrund ihrer Beteiligung als Mitunternehmer der landwirtschaftlich t\u00e4tigen GbR waren aber auch die Kl\u00e4ger (Mit-)Inhaber dieses Betriebs der Landwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen im Sinne des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG. Dass der weitere Gesellschafter der KG, der Beigeladene, die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG erf\u00fcllte, steht nicht in Streit.<\/li><li>aa) Wie das FG zutreffend ausf\u00fchrt, ist es unerheblich, dass die GbR nicht \u00fcber eigene landwirtschaftliche Fl\u00e4chen verf\u00fcgte, sondern ihren Betrieb auf gepachteten Fl\u00e4chen unterhielt. Entscheidend ist, dass die GbR Inhaberin eines aktiven landwirtschaftlichen Betriebs war. Durch die Vorschrift des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a BewG soll allein sichergestellt werden, dass Inhaber von Verpachtungsbetrieben kein Mitglied einer Tierhaltungsgemeinschaft sein k\u00f6nnen (vgl. z.B. Bruschke in Stenger\/Loose, Bewertungsrecht, \u00a7&nbsp;51a BewG Rz&nbsp;33).<\/li><li>bb) Entgegen der Auffassung des FA ist auch nicht erforderlich, dass die Gesellschafter (Mitunternehmer) einer an einer Tierhaltungsgemeinschaft beteiligten Gesellschaft neben ihrer \u00fcber die Gesellschaft vermittelten Mitinhaberschaft eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft zus\u00e4tzlich noch als Einzelunternehmer Inhaber eines (weiteren) Betriebs der Land- und Forstwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm\u00e4\u00dfig landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen sind (ebenso Paul in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;13 EStG Rz&nbsp;80; Reverts\/Wessels in Bordewin\/Brandt, \u00a7&nbsp;13b EStG Rz&nbsp;64). Ebenso wenig kommt es darauf an, ob die Gesellschafter in die land- und forstwirtschaftliche Gesellschaft, die sich an der Tierhaltungsgemeinschaft beteiligt hat, landwirtschaftliche Grundst\u00fccke oder landwirtschaftliche Betriebe eingebracht haben. Ma\u00dfgebend ist allein, dass alle Gesellschafter (Mitunternehmer) der land- und forstwirtschaftlichen Gesellschaft der Tierhaltungsgemeinschaft beitreten oder gemeinsam einen Anteil \u00fcbernehmen (Senatsurteil vom 18.11.2020&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;39\/18, BFHE 271, 429, BStBl II 2021, 532, Rz&nbsp;23). Letzteres war nach den bindenden Feststellungen des FG (\u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) mit der im Gesamthandsverm\u00f6gen der GbR befindlichen Kommanditbeteiligung an der KG der Fall.<\/li><li>b) Da die auf die Tierhaltungsgemeinschaft zu \u00fcbertragenden Vieheinheiten nicht dem einzelnen Gesellschafter oder Gemeinschafter (Mitunternehmer), sondern der Gesellschaft oder Gemeinschaft (Mitunternehmerschaft) zustehen, hat das FG auch das Vorliegen der Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d BewG zutreffend bejaht. Denn sowohl die GbR als auch der Beigeladene haben Vieheinheiten auf die KG \u00fcbertragen. Auch hier kommt es entgegen der Ansicht des FA nicht darauf an, dass K1 neben der mitunternehmerschaftlichen landwirtschaftlichen Bet\u00e4tigung im Rahmen der GbR keine eigenen landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen bewirtschaftete und daher nicht in eigener Person \u00fcber Vieheinheiten verf\u00fcgte, die er h\u00e4tte auf die KG \u00fcbertragen k\u00f6nnen.<\/li><li>6. Das Vorliegen der weiteren pers\u00f6nlichen und sachlichen Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 BewG steht zwischen den Beteiligten zu Recht nicht in Streit. Insbesondere hat das FA keine Einw\u00e4nde gegen die Feststellungen des FG erhoben, wonach K2 seine Arbeitskraft ganz \u00fcberwiegend \u2011\u2011das hei\u00dft zu weit mehr als 50&nbsp;%\u2011\u2011 f\u00fcr den landwirtschaftlichen Betrieb der GbR eingesetzt hat und daher als hauptberuflicher Landwirt anzusehen ist. Der erkennende Senat sieht deshalb von weiteren Ausf\u00fchrungen ab.<\/li><li>7. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO. Die au\u00dfergerichtlichen Kosten des Beigeladenen sind nicht erstattungsf\u00e4hig (\u00a7&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO). Dies entspricht der Billigkeit, da der Beigeladene keinen eigenen Antrag gestellt und damit kein Kostenrisiko getragen hat.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.160524.VIR6.22.0 BFH VI. Senat FGO \u00a7 40 Abs 2, EStG \u00a7 4a Abs 1 S 2 Nr 1, EStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 S 2, EStG \u00a7 13 Abs 1 Nr 1 S 5, EStG \u00a7 13 Abs 7, EStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 2, BewG \u00a7 51a Abs 1 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/gesellschafter-einer-land-und-forstwirtschaftlich-taetigen-gesellschaft-als-mit-betriebsinhaber-im-sinne-des-%c2%a7-51a-abs-1-satz-1-nr-1-buchst-a-bewg-bfh-urteil-vom-16-mai-2024-vi-r-6-22\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Gesellschafter einer land- und forstwirtschaftlich t\u00e4tigen Gesellschaft als (Mit-)Betriebsinhaber im Sinne des \u00a7 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a BewG &#8211; BFH-Urteil vom 16. 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