{"id":77018,"date":"2024-09-08T11:48:46","date_gmt":"2024-09-08T09:48:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77018"},"modified":"2024-09-08T11:48:46","modified_gmt":"2024-09-08T09:48:46","slug":"vororganschaftlich-verursachte-mehrabfuehrungen-als-fiktive-gewinnausschuettungen-saldierungsverbot-teil-nichtigkeit-des-%c2%a7-14-abs-3-satz-1-i-v-m-%c2%a7-34-abs-9-nr-4-kstg-2002-bfh-urt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vororganschaftlich-verursachte-mehrabfuehrungen-als-fiktive-gewinnausschuettungen-saldierungsverbot-teil-nichtigkeit-des-%c2%a7-14-abs-3-satz-1-i-v-m-%c2%a7-34-abs-9-nr-4-kstg-2002-bfh-urt\/","title":{"rendered":"Vororganschaftlich verursachte Mehrabf\u00fchrungen als fiktive Gewinnaussch\u00fcttungen: &#8222;Saldierungsverbot&#8220;, Teil-Nichtigkeit des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. \u00a7 34 Abs. 9 Nr. 4 KStG 2002 &#8211; BFH-Urteil vom 10. April 2024, I R 16\/23 (I R 36\/13)"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.100424.IR16.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>BVerfGG \u00a7 78 S 1, BVerfGG \u00a7 82 Abs 1, GG Art 2 Abs 1, GG Art 20 Abs 3, KStG \u00a7 13 Abs 3 S 1, KStG \u00a7 14 Abs 3 S 1, KStG \u00a7 14 Abs 3 S 4, KStG \u00a7 34 Abs 9 Nr 4, KStG \u00a7 38 Abs 1 S 3, KStG \u00a7 38 Abs 2, KStG VZ 2005 , KStG VZ 2006<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 15. April 2013, Az: 6 K 4270\/10 K,F<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Vororganschaftlich verursachte Mehrabf\u00fchrungen im Sinne von \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG) 2002 i.d.F. des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes (KStG 2002) sind als rein rechnerische Differenzbetr\u00e4ge zu verstehen. Daher ist eine solche Mehrabf\u00fchrung der H\u00f6he nach nicht auf den Betrag des handelsbilanziellen Jahres\u00fcberschusses begrenzt, den die Organgesellschaft (tats\u00e4chlich) an den Organtr\u00e4ger abgef\u00fchrt hat, sie kann auch nicht durch Saldierung mit weiteren vororganschaftlichen und\/oder organschaftlichen Mehr- und Minderabf\u00fchrungen dem Betrag nach begrenzt werden (sogenannte gesch\u00e4ftsvorfallbezogene Betrachtungsweise; Best\u00e4tigung der Rechtsprechung).<\/p>\n\n\n\n<p>2. Indem die Mehrabf\u00fchrungen durch \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 KStG 2002 als Gewinnaussch\u00fcttungen fingiert werden, handelt es sich zugleich um entsprechende Leistungen im Sinne des \u00a7 38 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002, die die in \u00a7 38 Abs. 2 KStG 2002 angeordnete K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hung ausl\u00f6sen (Best\u00e4tigung der Rechtsprechung).<\/p>\n\n\n\n<p>3. Zum Umfang der durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14.12.2022 &#8211; 2 BvL 7\/13, 2 BvL 18\/14 (BVerfGE 165, 103) ausgesprochenen Teil-Nichtigkeit des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. \u00a7 34 Abs. 9 Nr. 4 KStG 2002.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 15.04.2013 &#8211; 6 K 4270\/10 K,F wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beteiligten streiten dar\u00fcber, ob f\u00fcr sogenannte vororganschaftlich verursachte Mehrabf\u00fchrungen, die nach \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG) 2002 i.d.F. des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes vom 09.12.2004 (BGBl I 2004, 3310, berichtigt 3843, BStBl I 2004, 1158) \u2011\u2011KStG 2002\u2011\u2011 als Gewinnaussch\u00fcttungen der Organgesellschaft an den Organtr\u00e4ger gelten, die Aussch\u00fcttungsbelastung nach \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 herzustellen ist.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine ehemals gemeinn\u00fctzige Wohnungsbaugesellschaft in der Rechtsform einer GmbH, schloss am 25.10.2002 mit der an ihr zu 94,9&nbsp;% beteiligten T-GmbH einen Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag ab (mit Wirkung ab dem 01.01.2002). Die f\u00fcnfj\u00e4hrige Mindestlaufzeit des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 endete am 31.12.2006.<\/li><li>Nach dem Wegfall der pers\u00f6nlichen Steuerbefreiung f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Wohnungsbauunternehmen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 KStG 1984 durch das Steuerreformgesetz 1990 vom 25.07.1988 (BGBl I 1988, 1093, BStBl I 1988, 224) hatte die Kl\u00e4gerin in ihrer steuerlichen Anfangsbilanz zum 01.01.1991 abweichend von der Handelsbilanz ihre Wohnungsbest\u00e4nde gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 und 3 KStG 1984 auf die h\u00f6heren Teilwerte aufgestockt. Aus den Ansatzdifferenzen ergaben sich in den streitgegenst\u00e4ndlichen Veranlagungszeitr\u00e4umen h\u00f6here Abschreibungen in der Steuerbilanz als in der Handelsbilanz (2004: 2.227.891,11&nbsp;\u20ac; 2005: 2.183.542,80&nbsp;\u20ac; 2006: 2.064.921,76&nbsp;\u20ac). Im Weiteren ergaben sich aufgrund der h\u00f6heren Restbuchwerte in der Steuerbilanz zudem geringere Ertr\u00e4ge aus dem Verkauf einzelner Grundst\u00fccke (2004: 2.256.457,03&nbsp;\u20ac; 2005: 2.363.878,53&nbsp;\u20ac; 2006: 2.775.946,30&nbsp;\u20ac). Insgesamt \u00fcberstiegen damit die handelsbilanziellen Ergebnisse der Streitjahre die steuerbilanziellen Ergebnisse um 4.484.348,14&nbsp;\u20ac (2004), 4.547.421,33&nbsp;\u20ac (2005) und um 4.840.868,06&nbsp;\u20ac (2006).<\/li><li>Erstmals ab dem Jahr 2002 bildete die Kl\u00e4gerin in der Handelsbilanz R\u00fcckstellungen f\u00fcr Instandhaltungen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;249 Abs.&nbsp;2 des Handelsgesetzbuchs (Zuf\u00fchrungen: 4.707.017&nbsp;\u20ac in 2004, 4.713.047&nbsp;\u20ac in 2005 und 4.967.337&nbsp;\u20ac in 2006), die in der Steuerbilanz wegen des Passivierungsverbots f\u00fcr Aufwandsr\u00fcckstellungen nicht \u00fcbernommen wurden. Nach Bildung dieser R\u00fcckstellungen wurden f\u00fcr die Streitjahre handelsrechtliche Gewinne in H\u00f6he von 3.284.342&nbsp;\u20ac (2004), 2.300.631&nbsp;\u20ac (2005) und 2.569.643&nbsp;\u20ac (2006) an die T-GmbH abgef\u00fchrt. Unter Ber\u00fccksichtigung weiterer \u2011\u2011von der Vorinstanz im Einzelnen festgestellter\u2011\u2011 geringer Differenzen hinsichtlich des Personalaufwands glichen sich die handelsbilanziellen Mehrergebnisse und die handelsbilanziellen Minderergebnisse in den Streitjahren jeweils aus. Dies f\u00fchrte dazu, dass sich der an die T-GmbH abgef\u00fchrte Gewinn und der Gewinn in der Steuerbilanz betragsm\u00e4\u00dfig nicht unterschieden.<\/li><li>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) behandelte die Summe der Mehrabschreibungen und der Mindererl\u00f6se (&#8222;Mehrabf\u00fchrungen&#8220;) als Gewinnaussch\u00fcttungen im Sinne des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 und stellte dementsprechend bei der Kl\u00e4gerin die k\u00f6rperschaftsteuerliche Aussch\u00fcttungsbelastung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;38 KStG 2002 her. Die daraus resultierende K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hung f\u00fchrte in den K\u00f6rperschaftsteuerbescheiden f\u00fcr die Streitjahre zu einer entsprechend h\u00f6heren Festsetzung von K\u00f6rperschaftsteuer. Die R\u00fcckstellungen f\u00fcr Bauinstandhaltung behandelte das FA als Gewinnr\u00fccklage nach \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KStG 2002. Das FA erlie\u00df Bescheide \u00fcber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7&nbsp;27, 28, 37 und \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG, in dem es die Mehrabf\u00fchrungen sowie die darauf entfallenden K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hungen vom Einlagekonto abzog und das Einlagekonto um die in die Gewinnr\u00fccklage nach \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 eingestellten Betr\u00e4ge als Minderabf\u00fchrungen nach \u00a7&nbsp;27 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 KStG 2002 erh\u00f6hte.<\/li><li>Das Finanzgericht (FG) D\u00fcsseldorf wies die dagegen gerichtete Klage mit Urteil vom 15.04.2013&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;4270\/10&nbsp;K,F (Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1262) ab.<\/li><li>Dagegen wendet sich die Kl\u00e4gerin mit ihrer Revision, die sie auf eine Verletzung materiellen Rechts st\u00fctzt.<\/li><li>Der Senat hat das Verfahren mit Beschluss vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13 (BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651) nach Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. \u00a7&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes (BVerfGG) ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 infolge Versto\u00dfes gegen das verfassungsrechtliche R\u00fcckwirkungsverbot verfassungswidrig ist.<\/li><li>Mit Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14 (BVerfGE 165, 103) hat das BVerfG festgestellt, dass \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 in bestimmten Sachverhaltskonstellationen gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG) verst\u00f6\u00dft, und die Vorschrift teilweise f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt (\u00a7&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;78 Satz&nbsp;1 BVerfGG).<\/li><li>Der Senat hat den Rechtsstreit unter dem Aktenzeichen I&nbsp;R&nbsp;16\/23&nbsp;(I&nbsp;R&nbsp;36\/13) wieder aufgenommen.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>das Urteil des FG D\u00fcsseldorf vom 15.04.2013&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;4270\/10&nbsp;K,F sowie die ge\u00e4nderten K\u00f6rperschaftsteuerbescheide 2004, 2005 und 2006 und die ge\u00e4nderten Bescheide \u00fcber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen zum 31.12.2004, 31.12.2005 und 31.12.2006 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;28 Abs.&nbsp;1, \u00a7&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG, jeweils vom 20.08.2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 02.11.2010, aufzuheben.<\/li><li>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die steuerlichen Mehrabschreibungen aufgrund des h\u00f6heren steuerlichen Wertansatzes der Wohngeb\u00e4ude der Kl\u00e4gerin sowie die damit verbundenen geringeren Ertr\u00e4ge aus dem Verkauf einzelner Grundst\u00fccke zu vororganschaftlich verursachten Mehrabf\u00fchrungen im Sinne des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 gef\u00fchrt haben, f\u00fcr die als Leistung im Sinne des \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 eine entsprechende K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hung festzusetzen ist. \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 verst\u00f6\u00dft in der Konstellation des Streitfalls nicht gegen Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG und unterliegt deshalb nicht der Nichtigerkl\u00e4rung durch das BVerfG.<\/li><li>1. Nach \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 erh\u00f6ht sich die K\u00f6rperschaftsteuer des Veranlagungszeitraums, in dem das Wirtschaftsjahr endet, in dem Leistungen erfolgt sind, um 3\/7 des Betrags der Leistungen, f\u00fcr die ein Teilbetrag aus dem Endbetrag im Sinne des \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 als verwendet gilt. Der nach \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 fortgeschriebene Teilbetrag im Sinne des \u00a7&nbsp;30 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG 1999 i.d.F. des Gesetzes zur weiteren steuerlichen F\u00f6rderung von Stiftungen vom 14.07.2000 (BGBl I 2000, 1034, BStBl I 2000, 1192) \u2011\u2011KStG 1999\u2011\u2011 (=&nbsp;Alt-EK&nbsp;02) gilt gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 KStG 2002 als verwendet, soweit die Summe der Leistungen, die die Gesellschaft im Wirtschaftsjahr erbracht hat, den um den Bestand nach \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 verminderten aussch\u00fcttbaren Gewinn (\u00a7&nbsp;27 KStG 2002) \u00fcbersteigt. Als Leistungen sind dabei alle Auskehrungen an die Gesellschafter, die ihre Ursache im Gesellschaftsverh\u00e4ltnis haben, anzusehen (Senatsurteil vom 30.01.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFHE 240, 304, BStBl II 2013, 560; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen \u2011\u2011BMF\u2011\u2011 vom 04.06.2003, BStBl I 2003, 366, Rz&nbsp;11). Dies k\u00f6nnen sowohl offene Gewinnaussch\u00fcttungen als auch verdeckte Gewinnaussch\u00fcttungen (vGA), aber auch andere Auskehrungen aufgrund des Gesellschaftsverh\u00e4ltnisses wie etwa Auszahlungen aus der Kapitalr\u00fccklage oder die R\u00fcckzahlung von Nachsch\u00fcssen sein. Erfasst werden dabei Leistungen, die im Wirtschaftsjahr erbracht (das hei\u00dft abgeflossen) sind (Senatsurteile vom 29.05.1996&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;118\/93, BFHE 180, 405, BStBl II 1997, 92; vom 19.12.2007&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFHE 220, 180, BStBl II 2008, 431; vom 09.06.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;43\/09, BFH\/NV 2010, 2117; BMF-Schreiben vom 06.11.2003, BStBl I 2003, 575, Rz&nbsp;7). Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 gelten Mehrabf\u00fchrungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, als Gewinnaussch\u00fcttungen der Organgesellschaft an den Organtr\u00e4ger. \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002 bestimmt, dass sie in dem Zeitpunkt als erfolgt gelten, in dem das Wirtschaftsjahr der Organgesellschaft endet. Ein Teilwertansatz nach \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 ist dabei nach \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG 2002 der vororganschaftlichen Zeit zuzurechnen.<\/li><li>2. Bei Anwendung dieser Rechtsgrunds\u00e4tze ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass die steuerlichen Mehrabschreibungen aufgrund des h\u00f6heren steuerlichen Wertansatzes der Wohngeb\u00e4ude der Kl\u00e4gerin sowie die damit verbundenen geringeren Ertr\u00e4ge aus dem Verkauf einzelner Grundst\u00fccke zu vororganschaftlich verursachten Mehrabf\u00fchrungen im Sinne des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 gef\u00fchrt haben.<\/li><li>a) Der Begriff der Mehrabf\u00fchrung im Sinne des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 ist als rein rechnerische Differenz zwischen dem handelsbilanziellen Jahres\u00fcberschuss und dem Steuerbilanzgewinn zu verstehen (Senatsbeschl\u00fcsse vom 06.06.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFHE 241, 530, BStBl II 2014, 398 und vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651). Dem Begriff der Mehrabf\u00fchrung ist zudem nicht das ungeschriebene Tatbestandsmerkmal eines tats\u00e4chlichen Verm\u00f6gens\u00fcbergangs zu entnehmen. Zur n\u00e4heren Begr\u00fcndung wird auf die Senatsbeschl\u00fcsse vom 06.06.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;38\/11 (BFHE 241, 530, BStBl II 2014, 398) und vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13 (BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651) verwiesen. Auch unter Ber\u00fccksichtigung der in der Literatur an diesen Beschl\u00fcssen mitunter ge\u00e4u\u00dferten Kritik (Suchanek, GmbH-Rundschau \u2011\u2011GmbHR\u2011\u2011 2013, 1096; Suchanek, GmbHR 2014, 823; Neumann in Gosch, KStG, 4.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;14 Rz&nbsp;416b; Neumann\/Suchanek, Die Unternehmensbesteuerung 2013, 549; R\u00f6dder\/Joisten in R\u00f6dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;14 Rz&nbsp;568&nbsp;f.) h\u00e4lt der Senat an dieser Auslegung des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 nach nochmaliger \u00dcberpr\u00fcfung fest.<\/li><li>b) Hieraus ergibt sich zum einen, dass eine Mehrabf\u00fchrung nicht der H\u00f6he nach auf den Betrag des handelsbilanziellen Jahres\u00fcberschusses begrenzt sein kann, den die Organgesellschaft (tats\u00e4chlich) an den Organtr\u00e4ger abgef\u00fchrt hat (Senatsbeschluss vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651).<\/li><li>c) Zum anderen folgt daraus, dass eine tatbestandlich verwirklichte Mehrabf\u00fchrung nicht durch Saldierung mit weiteren vororganschaftlichen und\/oder organschaftlichen Mehr- und Minderabf\u00fchrungen dem Betrag nach begrenzt werden kann. Es ist vielmehr auf die einzelnen Gesch\u00e4ftsvorf\u00e4lle abzustellen (sogenannte gesch\u00e4ftsvorfallbezogene Betrachtungsweise, vgl. Senatsbeschluss vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651).<\/li><li>d) Die streitgegenst\u00e4ndlichen Abweichungen in der Steuerbilanz gegen\u00fcber dem handelsbilanziellen Jahres\u00fcberschuss der Kl\u00e4gerin haben ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit (vgl. Senatsurteil vom 21.02.2022&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;51\/19, BFHE 276, 101, BStBl II 2023, 725 zu einem rein zeitbezogenen Verst\u00e4ndnis des Begriffs). Die Kl\u00e4gerin hat in ihrer steuerlichen Anfangsbilanz zum 01.01.1991 ihre Wohnungsbest\u00e4nde gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 und 3 KStG 1984 auf die h\u00f6heren Teilwerte aufgestockt, w\u00e4hrend sie in der Handelsbilanz die Buchwerte fortgef\u00fchrt hat. Infolge der daraus resultierenden h\u00f6heren Abschreibungsbetr\u00e4ge sowie der geringeren Ertr\u00e4ge aus dem Verkauf einzelner Grundst\u00fccke wurden in den Streitjahren niedrigere Ergebnisse ausgewiesen. Nach der ausdr\u00fccklichen Bestimmung in \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG 2002 ist ein Teilwertansatz nach \u00a7&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 der vororganschaftlichen Zeit zuzurechnen. Dieser Bilanzansatz hat die streitgegenst\u00e4ndlichen Mehrabf\u00fchrungen ausgel\u00f6st, wodurch diese wiederum, wie von \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 gefordert, vororganschaftlich &#8222;verursacht&#8220; sind (zur abweichenden Rechtslage vor der gesetzlichen Neuregelung vgl. Senatsurteil vom 18.12.2002&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;51\/01, BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49).<\/li><li>3. Die streitgegenst\u00e4ndlichen vororganschaftlichen Mehrabf\u00fchrungen gelten gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 als Gewinnaussch\u00fcttungen und stellen in dieser H\u00f6he Leistungen im Sinne des \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 mit der Folge entsprechender K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hungen nach \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 dar. Ein tats\u00e4chlicher Verm\u00f6gensabfluss ist schon nach der Wortbedeutung in \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 nicht erforderlich (s. dazu ausf\u00fchrlich Senatsbeschl\u00fcsse vom 06.06.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFHE 241, 530, BStBl II 2014, 398 und vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651). Indem \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 vororganschaftliche Mehrabf\u00fchrungen als Gewinnaussch\u00fcttungen fingiert, ordnet das Gesetz zugleich an, dass es sich hierbei auch um Leistungen im Sinne des \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 handelt. Dass es sich tats\u00e4chlich nicht um Gewinnaussch\u00fcttungen handelt, f\u00fchrt nicht zu einer abweichenden Wertung (Senatsbeschl\u00fcsse vom 06.06.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFHE 241, 530, BStBl II 2014, 398 und vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651; vgl. auch Senatsurteile vom 20.08.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;29\/07, BFHE 222, 500, BStBl II 2010, 142 und vom 18.03.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;13\/08, BFH\/NV 2009, 1613 zu der Frage, ob bei Verg\u00fctungen f\u00fcr Fremdkapital, die nach \u00a7&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 1999 als vGA &#8222;gelten&#8220;, Kapitalertragsteuern erhoben werden k\u00f6nnen; allerdings a.A. Suchanek, GmbHR 2013, 1104 und wohl auch Thiel in Kirchhof\/Schmidt\/Sch\u00f6n\/Vogel, Steuer- und Gesellschaftsrecht zwischen Unternehmerfreiheit und Gemeinwohl, Festschrift f\u00fcr Arndt Raupach, S.&nbsp;543, 554 zur Einlagefiktion in \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002).<\/li><li>4. Der streitgegenst\u00e4ndliche Sachverhalt f\u00e4llt nicht unter die (Teil-)Nichtigerkl\u00e4rung der Regelung des \u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 durch das BVerfG.<\/li><li>a) Das BVerfG hat mit Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14 (BVerfGE 165, 103) entschieden, dass \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes aus Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG versto\u00dfen und nichtig sind, &#8222;soweit sie \u00a7&nbsp;14 Absatz&nbsp;3 [KStG 2002] auf der Ebene der Organgesellschaft zur Anwendung bringen auf1) Mehrabf\u00fchrungen der Organgesellschaft an ihren Organtr\u00e4ger, die auf der Grundlage eines zwischen dem 5.&nbsp;M\u00e4rz 2003 und dem 13.&nbsp;August 2004 abgeschlossenen Ergebnisabf\u00fchrungsvertrags vor dem 1.&nbsp;Januar 2007 erfolgen,2) Mehrabf\u00fchrungen der Organgesellschaft an ihren Organtr\u00e4ger, die auf der Grundlage eines vor dem 5.&nbsp;M\u00e4rz 2003 abgeschlossenen Ergebnisabf\u00fchrungsvertrags&nbsp;&nbsp;&nbsp;a) auf den Schluss eines in 2004 endenden Wirtschaftsjahres erfolgen, wenn der Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag nach dem 4.&nbsp;M\u00e4rz 2003 eine K\u00fcndigung sp\u00e4testens zum 31.&nbsp;Dezember 2003 zugelassen h\u00e4tte, oder&nbsp;&nbsp;&nbsp;b) auf den Schluss des ersten in 2005 endenden Wirtschaftsjahres erfolgen, wenn der Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag nach dem 4.&nbsp;M\u00e4rz 2003 eine K\u00fcndigung sp\u00e4testens zum 31.&nbsp;Dezember 2004 zugelassen h\u00e4tte, oder&nbsp;&nbsp;&nbsp;c) auf den Schluss eines vor dem 16.&nbsp;Dezember 2004 endenden Wirtschaftsjahres erfolgen,soweit durch die jeweilige Mehrabf\u00fchrung oder die Summe der jeweiligen Mehrabf\u00fchrungen in dem betreffenden Veranlagungszeitraum eine K\u00f6rperschaftsteuererh\u00f6hung nach \u00a7&nbsp;38 Absatz&nbsp;2 [KStG i.d.F. des Steuerverg\u00fcnstigungsabbaugesetzes vom 16.&nbsp;Mai 2003, BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321] ausgel\u00f6st wird, die die durch die jeweilige Mehrabf\u00fchrung oder die Summe der jeweiligen Mehrabf\u00fchrungen in dem betreffenden Veranlagungszeitraum ausgel\u00f6ste K\u00f6rperschaftsteuerminderung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;37 Absatz&nbsp;2 Satz&nbsp;1 in Verbindung mit Satz&nbsp;2 [KStG 2002] \u00fcbersteigt&#8220;.<\/li><li>b) Im Streitfall ist keine der vom BVerfG als vertrauensschutzw\u00fcrdig beschriebenen Konstellationen gegeben. Die Kl\u00e4gerin hat den Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag am 25.10.2002 und damit vor dem 05.03.2003 abgeschlossen. In dieser Fallkonstellation ist nach der Entscheidung des BVerfG das Vertrauen (nur) derjenigen steuerpflichtigen Organgesellschaften uneingeschr\u00e4nkt schutzw\u00fcrdig, die im Jahr 2003 beziehungsweise 2004 eine dann gegebene M\u00f6glichkeit der ordentlichen K\u00fcndigung im Hinblick auf die zwischenzeitlich ergangene Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 18.12.2002&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;51\/01, BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 und vom 18.12.2002&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;68\/01, juris und vom 18.12.2002&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;50\/01, juris) verstreichen lie\u00dfen. Darin liegt eine neue steuerrelevante Disposition, bei der die Steuerpflichtigen bis zum Gesetzesbeschluss auf die geltende \u2011\u2011durch den Bundesfinanzhof gekl\u00e4rte\u2011\u2011 Rechtslage vertrauen durften. Dieses Vertrauen ist f\u00fcr Mehrabf\u00fchrungen auf den Schluss von im Jahr 2004 endenden Wirtschaftsjahren sowie auf das erste im Jahr 2005 endende Wirtschaftsjahr uneingeschr\u00e4nkt schutzw\u00fcrdig (BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103, Rz&nbsp;158).<\/li><li>Abzustellen ist damit in der streitgegenst\u00e4ndlichen Fallkonstellation darauf, ob der Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag eine K\u00fcndigung sp\u00e4testens zum Ende des Jahres 2003 beziehungsweise zum Ende des Jahres 2004 zugelassen h\u00e4tte. Dies ist nicht der Fall, da \u2011\u2011worauf das FA zutreffend hinweist\u2011\u2011 die f\u00fcnfj\u00e4hrige Mindestlaufzeit (\u00a7&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002) des Vertrages erst zum 31.12.2006 geendet hat (s. allgemein BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103, Rz&nbsp;162).<\/li><li>Im Ergebnis bedeutet dies, dass bei Abschluss eines Ergebnisabf\u00fchrungsvertrags vor dem 05.03.2003, der danach weder zum 31.12.2003 noch zum 31.12.2004 gek\u00fcndigt werden konnte, schutzw\u00fcrdiges Vertrauen allein unter dem Gesichtspunkt der Gew\u00e4hrleistungsfunktion der Rechtsordnung besteht. Diese greift aber nach den Ma\u00dfgaben des BVerfG nur f\u00fcr Mehrabf\u00fchrungen ein, die sich auf den Schluss eines nach dem 31.12.2003, aber sp\u00e4testens am 15.12.2004 endenden Wirtschaftsjahres ergeben, nicht aber f\u00fcr die streitgegenst\u00e4ndlichen, sich auf den Schluss von nach dem 15.12.2004 endenden Wirtschaftsjahren ergebenden Mehrabf\u00fchrungen. F\u00fcr diese \u00fcberwiegt bei einer Gesamtabw\u00e4gung vielmehr das berechtigte \u00c4nderungsinteresse des Gesetzgebers (BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103, Rz&nbsp;170).<\/li><li>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><li>6. Der Senat entscheidet durch Urteil ohne m\u00fcndliche Verhandlung (\u00a7&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 i.V.m. \u00a7&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.100424.IR16.23.0 BFH I. 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