{"id":77300,"date":"2024-12-08T13:50:30","date_gmt":"2024-12-08T11:50:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77300"},"modified":"2024-12-08T13:50:30","modified_gmt":"2024-12-08T11:50:30","slug":"verfassungsmaessigkeit-von-%c2%a7-43-abs-14-satz-2-und-3-kagg-i-d-f-des-untstfg-nichtigkeit-wegen-formellen-mangels-des-gesetzgebungsverfahrens-vorlagebeschluss-vom-17-juli-2024-i-r-12-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/verfassungsmaessigkeit-von-%c2%a7-43-abs-14-satz-2-und-3-kagg-i-d-f-des-untstfg-nichtigkeit-wegen-formellen-mangels-des-gesetzgebungsverfahrens-vorlagebeschluss-vom-17-juli-2024-i-r-12-20\/","title":{"rendered":"Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit von \u00a7 43 Abs. 14 Satz 2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG: Nichtigkeit wegen formellen Mangels des Gesetzgebungsverfahrens? &#8211; Vorlagebeschluss vom 17. Juli 2024, I R 12\/20"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:VV.170724.IR12.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>KAGG \u00a7 43 Abs 14 S 2, KAGG \u00a7 43 Abs 14 S 3, KAGG \u00a7 40 Abs 1 S 1 Halbs 2, KAGG \u00a7 43 Abs 14 S 2, KStG \u00a7 8b Abs 2, EStG \u00a7 3 Nr 40, GG Art 20 Abs 2, GG Art 38 Abs 1 S 2, GG Art 42 Abs 1 S 1, GG Art 76 Abs 1, GG Art 100 Abs 1 S 1<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnchen, 05. Februar 2020, Az: 7 K 3182\/17<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Es wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dar\u00fcber eingeholt, ob \u00a7 43 Abs. 14 Satz 2 und 3 des Gesetzes \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften i.d.F. des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes vom 20.12.2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35) gegen Art. 20 Abs. 2, Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 42 Abs. 1 Satz 1 und Art. 76 Abs. 1 des Grundgesetzes verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Verfahren wird ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dar\u00fcber eingeholt, ob \u00a7 43 Abs. 14 Satz 2 und 3 des Gesetzes \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften i.d.F. des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes vom 20.12.2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35) gegen Art. 20 Abs. 2, Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 42 Abs. 1 Satz 1 und Art. 76 Abs. 1 des Grundgesetzes verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<p>A.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen Gewinne aus vor dem 01.01.2001 ver\u00e4u\u00dferten Anteilen an ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften, die auf Ebene des Sonderverm\u00f6gens zun\u00e4chst thesauriert wurden (ausl\u00e4ndische Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne), ab dem 01.01.2001 steuerfrei an k\u00f6rperschaftsteuerpflichtige Anleger aussch\u00fctten konnten.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine AG, hielt im Jahr 2001 (Streitjahr) s\u00e4mtliche Anteilscheine an den Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen der X-Spezialfonds im Direktbestand. Am 03.12.2001 beschlossen die X-Spezialfonds Zwischenaussch\u00fcttungen, in denen ausl\u00e4ndische Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne in H\u00f6he von \u2026&nbsp;DM (\u2026&nbsp;\u20ac) enthalten waren. Diese Aussch\u00fcttungen wurden der Kl\u00e4gerin am 06.12.2001 gutgeschrieben. Die Kl\u00e4gerin behandelte die Aussch\u00fcttungen zun\u00e4chst nach Ma\u00dfgabe des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 des Gesetzes \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) i.d.F. des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes (UntStFG) vom 20.12.2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35) in voller H\u00f6he als steuerpflichtige Beteiligungsertr\u00e4ge.<\/li><li>Gegen den erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df ergangenen K\u00f6rperschaftsteuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr legte sie Einspruch ein und begehrte eine au\u00dferbilanzielle K\u00fcrzung nach \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2, \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.V.m. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG), alle jeweils i.d.F. des Steuersenkungsgesetzes (StSenkG) vom 23.10.2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428), in H\u00f6he der ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne. Die Anwendung dieser vor \u00c4nderung durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz geltenden Rechtslage begr\u00fcndete sie damit, dass \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG aufgrund einer unzul\u00e4ssigen R\u00fcckwirkung verfassungswidrig sei.<\/li><li>Im Einspruchsverfahren erging am 30.09.2005 ein \u00c4nderungsbescheid, der den Ansatz der Beteiligungsertr\u00e4ge aus den Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen nicht betraf. Ferner erging am 08.03.2012 ein Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K\u00f6rperschaftsteuer zum 31.12.2001 und ein Bescheid zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3, \u00a7&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG zum 31.12.2001, gegen die die Kl\u00e4gerin ebenfalls Einspruch einlegte. S\u00e4mtliche Einspr\u00fcche blieben in Bezug auf die steuerliche Behandlung der von den Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne ohne Erfolg.<\/li><li>Der dagegen erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) M\u00fcnchen in Bezug auf die im sp\u00e4teren Revisionsverfahren streitige Behandlung der von den Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne mit Urteil vom 05.02.2020&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;3182\/17 (Entscheidungen der Finanzgerichte \u2011\u2011EFG\u2011\u2011 2020, 673) statt.<\/li><li>Gegen diese Entscheidung hat der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) Revision eingelegt.<\/li><li>Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>das FG-Urteil in Bezug auf die Bescheide \u00fcber K\u00f6rperschaftsteuer f\u00fcr 2001, die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K\u00f6rperschaftsteuer zum 31.12.2001 und die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3, \u00a7&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und \u00a7&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG zum 31.12.2001 aufzuheben und die gegen diese Bescheide gerichtete Klage abzuweisen.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Das dem Verfahren nach \u00a7&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetretene Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat keinen Antrag gestellt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<p>B.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ist gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. \u00a7&nbsp;80 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes geboten, weil zur \u00dcberzeugung des Senats die Regelung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG gegen Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2, Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2, Art.&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 GG verst\u00f6\u00dft.<\/li><li>I. Rechtsentwicklung der ma\u00dfgebenden Bestimmungen<\/li><li>1. \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG sieht eine Steuerbefreiung f\u00fcr Ertr\u00e4ge aus der Beteiligung an Kapitalgesellschaften vor und steht im Zusammenhang mit dem durch das Steuersenkungsgesetz eingeleiteten Systemwechsel im K\u00f6rperschaftsteuerrecht vom fr\u00fcheren Anrechnungsverfahren zum sogenannten Halbeink\u00fcnfteverfahren. Auch die bis zum 31.12.2003 im Gesetz \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften geregelte Besteuerung von Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen (s. zur Gesetzeshistorie: Beschluss des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 23.10.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;43\/18, BFHE 266, 533, BStBl II 2020, 281, Rz&nbsp;20) war von dem Systemwechsel betroffen, weil nach dem bei der Fondsbesteuerung teilweise verwirklichten Transparenzprinzip Ertr\u00e4ge aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften so besteuert werden sollten, als habe sie der Anleger direkt, ohne Zwischenschaltung des Sonderverm\u00f6gens, bezogen (s. Senatsbeschluss vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/23 (I&nbsp;R&nbsp;5\/18), BFH\/NV 2024, 1000, Rz&nbsp;65; L\u00fcbbeh\u00fcsen in Brinkhaus\/Scherer, KAGG\/AuslInvestmG, Vor \u00a7\u00a7&nbsp;37n&nbsp;ff. KAGG Rz&nbsp;11). Um diesen Zweck zu erreichen, wurde in \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG im Wege einer Rechtsgrundverweisung die Anwendung des \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG f\u00fcr Aussch\u00fcttungen auf Anteilscheine an einem Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen angeordnet, soweit sie Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Wertpapieren und Bezugsrechten auf Anteile an Kapitalgesellschaften enthalten.<\/li><li>\u00a7&nbsp;8b KStG regelt die steuerliche Behandlung der Ertr\u00e4ge (Bez\u00fcge und Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne) von K\u00f6rperschaften aus Beteiligungen an anderen K\u00f6rperschaften und der mit diesen Ertr\u00e4gen zusammenh\u00e4ngenden Aufwendungen und Gewinnminderungen. Nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG sind Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung eines Anteils an einer anderen K\u00f6rperschaft grunds\u00e4tzlich bei der Einkommensermittlung der empfangenden Gesellschaft &#8222;au\u00dfer Ansatz&#8220; zu lassen. Hierdurch wird zur Vermeidung von wirtschaftlichen Doppelbelastungen die Steuerfreiheit von Gewinnaussch\u00fcttungen und Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen sichergestellt, solange die Ertr\u00e4ge im Bereich von Kapitalgesellschaften bleiben (s. Senatsbeschluss vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/23 (I&nbsp;R&nbsp;5\/18), BFH\/NV 2024, 1000). \u00dcber die Verweisungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG auf \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG werden die von Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen vorgenommenen Aussch\u00fcttungen an Kapitalgesellschaften insoweit von der Steuer befreit, als sie Gewinne (und Verluste) aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an Kapitalgesellschaften enthalten.<\/li><li>2. Die zeitliche Anwendbarkeit der Steuerbefreiung nach \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG i.V.m. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG war urspr\u00fcnglich in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG geregelt. Danach sollte \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des StSenkG sinngem\u00e4\u00df angewandt werden. Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des StSenkG ist das Steuersenkungsgesetz auf solche Ertr\u00e4ge anzuwenden, f\u00fcr die \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des StSenkG nicht gilt. Dieser Satz&nbsp;1 gilt wiederum letztmalig f\u00fcr Aussch\u00fcttungen, f\u00fcr die der Vierte Teil des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes nach \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;10a KStG i.d.F. des Art.&nbsp;3 StSenkG letztmals anzuwenden ist. \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;10a KStG i.d.F. des StSenkG regelt die letztmalige Anwendung des Anrechnungsverfahrens (s. Senatsurteil vom 19.12.2007&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFHE 220, 180, BStBl II 2008, 431). Da in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerpflichtige Kapitalgesellschaften prinzipiell nicht am Anrechnungsverfahren teilnehmen konnten, geht der Senat in st\u00e4ndiger Rechtsprechung davon aus, dass die speziellen zeitlichen Anwendungsregelungen (u.a. in \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;10a KStG i.d.F. des StSenkG betreffend den Systemwechsel zum Halbeink\u00fcnfteverfahren) nicht auf Auslandsbeteiligungen zugeschnitten sind. Daher wendet er diese auf Auslandsbeteiligungen nicht an, sondern bestimmt die zeitliche Anwendung nach der allgemeinen Regelung in \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 KStG i.d.F. des StSenkG. Danach sind die Vorschriften des Steuersenkungsgesetzes erstmals f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2001 anzuwenden (s. Senatsurteile vom 22.04.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFHE 231, 35, BStBl II 2011, 66 und vom 28.10.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;27\/08, BFHE 227, 73, BStBl II 2011, 229; Senatsbeschl\u00fcsse vom 08.06.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;199\/09, BFH\/NV 2010, 1863; vom 11.04.2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;180\/10, BFH\/NV 2011, 1696 und vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/23 (I&nbsp;R&nbsp;5\/18), BFH\/NV 2024, 1000, Rz&nbsp;33).<\/li><li>Mit Inkrafttreten des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes am 25.12.2001 (s. Art.&nbsp;12 UntStFG) galt nunmehr f\u00fcr die zeitliche Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG anstelle der bisherigen Regelung in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG eine neue, in Satz&nbsp;3 eingef\u00fcgte Sonderregelung. Nach \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG ist \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG auf solche Ver\u00e4u\u00dferungen von Anteilen an unbeschr\u00e4nkt k\u00f6rperschaftsteuerpflichtigen Kapitalgesellschaften und von Bezugsrechten auf derartige Anteile anzuwenden, die nach Ablauf des ersten Wirtschaftsjahres der Gesellschaft, deren Anteile ver\u00e4u\u00dfert werden, erfolgen, f\u00fcr das das K\u00f6rperschaftsteuergesetz i.d.F. des Art.&nbsp;3 StSenkG erstmals anzuwenden ist, und auf sonstige Ver\u00e4u\u00dferungen, die nach dem 31.12.2000 erfolgen.<\/li><li>3. Das Gesetzgebungsverfahren zum Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz beruht auf einem Gesetzentwurf der Bundesregierung (BTDrucks 14\/6882), der dem Bundesrat am 17.08.2001 zugeleitet und am 10.09.2001 beim Deutschen Bundestag eingebracht wurde (Senatsbeschluss vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/23 (I&nbsp;R&nbsp;5\/18), BFH\/NV 2024, 1000). Der Entwurf sah weder eine Regelung zur zeitlichen Anwendbarkeit der Steuerbefreiungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG noch eine Regelung zur steuerlichen Behandlung von auf Ebene eines Wertpapier-Sonderverm\u00f6gens thesaurierten Altver\u00e4u\u00dferungsgewinnen vor.<\/li><li>Mit der Aussch\u00fcttung von Altver\u00e4u\u00dferungsgewinnen durch Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen befasste sich der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages lediglich in dem weitgehend zeitlich parallel zum Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz beratenen Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001 vom 20.12.2001 (BGBl I 2001, 3794, BStBl I 2002, 4). In seinem Bericht zum Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001 (s. BTDrucks 14\/7341, S.&nbsp;9) f\u00fchrte er aus, dass die Koalitionsfraktionen die Bundesregierung gebeten h\u00e4tten, das Problem, dass thesaurierte Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne von Investmentfonds bei der Aussch\u00fcttung ab dem 01.01.2001 durch die Umstellung des K\u00f6rperschaftsteuersystems steuerfrei bleiben k\u00f6nnten, zu l\u00f6sen. Die Bundesregierung habe geantwortet, dass ihr dieses Problem bekannt sei und dass im BMF an einer L\u00f6sung gearbeitet werde.<\/li><li>Auf der Grundlage der Beschlussempfehlung und des Berichts des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages stimmte der Deutsche Bundestag dem Entwurf des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes am 09.11.2001 zu (vgl. BRDrucks 893\/01).<\/li><li>Der zwecks &#8222;\u00dcberarbeitung des Gesetzes&#8220; (s. BRDrucks 893\/01 und BTDrucks 14\/7742) vom Bundesrat angerufene Vermittlungsausschuss nahm erstmals am 11.12.2001 eine Regelung zur \u00c4nderung der zeitlichen Anwendbarkeit der Steuerbefreiungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 (Halbsatz&nbsp;2) KAGG i.d.F. des StSenkG in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG (s. BTDrucks 14\/7780, S.&nbsp;6) in seine Beschlussempfehlung auf. Diesem Vermittlungsvorschlag stimmte der Deutsche Bundestag am 14.12.2001 und der Bundesrat am 20.12.2001 zu. Am 24.12.2001 wurde das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz vom 20.12.2001 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet (BGBl I 2001, 3858).<\/li><li>II. Verfassungsrechtliche Beurteilung<\/li><li>\u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG ist unter \u00dcberschreitung der dem Vermittlungsausschuss durch Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2, Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2, Art.&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 GG gesetzten Grenzen seines T\u00e4tigkeitsbereichs zustande gekommen. Aufgrund der Evidenz des Verfassungsversto\u00dfes f\u00fchrt dieser zur Nichtigkeit der Vorschrift.<\/li><li>1. Der Vermittlungsausschuss hat gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 GG kein eigenes Gesetzesinitiativrecht, sondern er vermittelt zwischen den zuvor parlamentarisch beratenen Regelungsalternativen; ihm kommt lediglich die Aufgabe zu, auf der Grundlage des Gesetzesbeschlusses und des vorherigen Gesetzgebungsverfahrens \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge zu erarbeiten, die sich ausgehend vom Anrufungsbegehren im Rahmen der parlamentarischen Zielsetzung des Gesetzgebungsvorhabens bewegen und die jedenfalls im Ansatz sichtbar gewordenen politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat ausgleichen (s. BVerfG-Urteil vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98, BVerfGE 101, 297, Rz&nbsp;29; BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;60; vom 08.12.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, Rz&nbsp;55; vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;76; vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;54).<\/li><li>a) Der Vermittlungsvorschlag muss dem Deutschen Bundestag aufgrund der dort gef\u00fchrten parlamentarischen Debatte zurechenbar sein und sich daher inhaltlich und formal an den von diesem vorgegebenen Rahmen halten (s. BVerfG-Urteil vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98, BVerfGE 101, 297, Rz&nbsp;31; BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 08.12.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, Rz&nbsp;56; vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;79 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;56). Ma\u00dfgeblich sind die in das Gesetzgebungsverfahren eingef\u00fchrten Antr\u00e4ge und Stellungnahmen der Abgeordneten, des Bundesrates sowie der Bundesregierung f\u00fcr den Fall einer Regierungsvorlage (s. BVerfG-Urteil vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98, BVerfGE 101, 297, Rz&nbsp;30; BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 08.12.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, Rz&nbsp;56 und vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;79). Es sind nur diejenigen Umst\u00e4nde zu ber\u00fccksichtigen, die im ma\u00dfgeblichen Gesetzgebungsverfahren selbst liegen; eine Gesamtbetrachtung aller im parlamentarischen Prozess erkennbaren Willens- und Absichtsbekundungen au\u00dferhalb des konkreten Gesetzgebungsverfahrens w\u00fcrde die F\u00f6rmlichkeit dieses Verfahrens untergraben und damit die Gesetzgebungsfunktion des Deutschen Bundestages schw\u00e4chen (BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;70; vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;79 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;56). Die Reichweite eines Vermittlungsvorschlags ist deshalb durch diejenigen Regelungsgegenst\u00e4nde begrenzt, die bis zur letzten Lesung im Deutschen Bundestag in das jeweilige Gesetzgebungsverfahren eingef\u00fchrt waren (BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;62; vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;79 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;56).<\/li><li>b) Bei einer Einf\u00fchrung von weiteren Regelungsgegenst\u00e4nden in das Gesetzgebungsverfahren nach der letzten Lesung im Deutschen Bundestag wird den Abgeordneten ihr in Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG verankertes Recht genommen, die Antr\u00e4ge und Stellungnahmen im Gesetzgebungsverfahren zu er\u00f6rtern, ihre Meinung zu vertreten, Regelungsalternativen vorzustellen und hierf\u00fcr eine Mehrheit im Parlament zu suchen (s. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;61 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;58). Sie werden stattdessen mit einem fertigen Gesetzesentwurf konfrontiert, dessen einzelne Bestandteile sie in diesem Verfahrensabschnitt nicht mehr in das \u00fcbliche Beratungsverfahren aufnehmen k\u00f6nnen (s. BVerfG-Urteil vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98, BVerfGE 101, 297, Rz&nbsp;27 und BVerfG-Beschluss vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;60). Im \u00dcbrigen wird auch der Grundsatz der Parlaments\u00f6ffentlichkeit nach Art.&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG und das Demokratieprinzip im Sinne des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 GG verletzt, wenn sich der Vermittlungsausschuss von der Grundlage des Gesetzesbeschlusses und des vorherigen Gesetzgebungsverfahrens l\u00f6st (s. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;69 sowie vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;59).<\/li><li>c) Der Regelungsgegenstand muss schlie\u00dflich in so bestimmter Form vorgelegen haben, dass seine sachliche Tragweite erkennbar wird. Ein ausformulierter Gesetzesentwurf ist daf\u00fcr zwar nicht erforderlich, eine allgemeine Zielformulierung gen\u00fcgt jedoch noch nicht (BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;62; vom 08.12.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, Rz&nbsp;59; vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;5\/11, 2&nbsp;BvL&nbsp;4\/13, BVerfGE 150, 204, Rz&nbsp;80 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;57).<\/li><li>2. Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben ist die Vorschrift in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG zur zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG nicht in formell verfassungsm\u00e4\u00dfiger Weise zustande gekommen. Der Vermittlungsausschuss hat diese Regelung in seinen Einigungsvorschlag aufgenommen, obwohl ihr Regelungsgegenstand nicht Teil des bisherigen Gesetzgebungsverfahrens gewesen ist.<\/li><li>a) Der zeitliche Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG war bis zum Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages weder Gegenstand des Gesetzgebungsverfahrens zum Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz noch zum Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001.<\/li><li>(1) F\u00fcr das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz folgt dies schon daraus, dass eine beabsichtigte \u00c4nderung der zeitlichen Anwendbarkeit der Steuerbefreiungsvorschrift f\u00fcr Aussch\u00fcttungen eines Wertpapier-Sonderverm\u00f6gens, soweit in diesen Erl\u00f6se aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Kapitalbeteiligungen enthalten waren, an keiner Stelle im Gesetzgebungsverfahren Erw\u00e4hnung findet.<\/li><li>(2) Auch f\u00fcr das Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001 l\u00e4sst sich aus dem Bericht des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages vom 08.11.2001 zu diesem Gesetz nicht ableiten, dass eine entsprechende Regelung Gegenstand des Gesetzes sein sollte. Denn aus diesem Bericht ergibt sich lediglich, dass die Koalitionsfraktionen des Finanzausschusses insoweit einen Regelungsbedarf erkannt haben, als thesaurierte Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne von Investmentfonds im Falle ihrer Aussch\u00fcttung ab dem 01.01.2001 durch die Umstellung des K\u00f6rperschaftsteuersystems steuerfrei bleiben k\u00f6nnten (BTDrucks 14\/7341, S.&nbsp;9) und sie die Bundesregierung \u00fcber diesen Regelungsbedarf informiert haben. Die blo\u00dfe Kenntnis des Finanzausschusses \u00fcber einen bestehenden Regelungsbedarf bei einer steuerlichen Vorschrift macht die Problematik jedoch nicht automatisch zum Regelungsgegenstand des Gesetzgebungsverfahrens, in dessen Zusammenhang der Regelungsbedarf erkannt wird und erst recht nicht zum Regelungsgegenstand jedes zeitgleich oder nachfolgend beratenen Gesetzes zur Anpassung von steuerrechtlichen Vorschriften. Vielmehr muss im konkreten Gesetzgebungsverfahren erkennbar werden, dass und in welcher Weise der erkannte Regelungsbedarf in diesem Verfahren auch gesetzlich behandelt werden soll.<\/li><li>Dass eine entsprechende Regelung noch nicht Gegenstand des Steuer\u00e4nderungsgesetzes 2001 werden sollte, ergibt sich schon daraus, dass der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages in seinem Bericht vom 08.11.2001 weiter ausf\u00fchrt, dass die Bundesregierung auf die Information \u00fcber den bestehenden Regelungsbedarf geantwortet habe, dass das BMF an einer L\u00f6sung des Problems arbeite. Dementsprechend musste der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages davon ausgehen, dass eine entsprechende Regelung zur Behebung des erkannten Regelungsbedarfs erst nach Erarbeitung einer L\u00f6sung durch das BMF Gegenstand eines k\u00fcnftigen Gesetzgebungsverfahrens werden wird. Im \u00dcbrigen enth\u00e4lt der Bericht des Finanzausschusses keinerlei L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zur Beseitigung des erkannten Regelungsbedarfs und ist daher vergleichbar mit einer nach der Rechtsprechung des BVerfG nicht ausreichenden allgemeinen Zielformulierung.<\/li><li>b) Da eine Regelung zum zeitlichen Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG auch nicht Gegenstand des Steuer\u00e4nderungsgesetzes 2001 gewesen ist, kann die Frage offenbleiben, ob man bei parallel beratenen Gesetzen, die in einem thematischen Sachzusammenhang stehen (wie hier dem Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001 und dem Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz), den Regelungsgegenstand einheitlich betrachten kann.<\/li><li>c) Schlie\u00dflich ber\u00fchrt der festgestellte Mangel im Gesetzgebungsverfahren auch die G\u00fcltigkeit des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 KAGG i.d.F. des UntStFG, weil er evident war. Die verfassungsrechtlichen Ma\u00dfst\u00e4be waren sp\u00e4testens durch das Urteil des BVerfG vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98 (BVerfGE 101, 297) gekl\u00e4rt (s. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 08.12.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, Rz&nbsp;77 und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, BVerfGE 150, 345, Rz&nbsp;57). F\u00fcr die am Gesetzgebungsverfahren beteiligten Organe war im Streitjahr daher bei verst\u00e4ndiger W\u00fcrdigung erkennbar, dass das Verfahren der \u00c4nderung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 KAGG durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz mit dem Grundgesetz nicht vereinbar war.<\/li><li>(1) Aus den zeitlichen Abl\u00e4ufen sowie dem Zweck des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG und dem Protokoll des Vermittlungsausschusses zum Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz ergibt sich vielmehr, dass der formelle Mangel im Gesetzgebungsverfahren bewusst in Kauf genommen wurde. Die &#8222;Problematik&#8220; der Einbeziehung der Regelung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG wurde ausweislich des Protokolls des Vermittlungsausschusses zum Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz erkannt (s. Protokolle des Vermittlungsausschusses des Deutschen Bundestages und des Bundesrates f\u00fcr die 13. bis 15.&nbsp;Wahlperiode [1994 bis 2005], S.&nbsp;4023 des PDF-Dokuments der DVD-Edition). Die Regelung wurde dennoch in Kenntnis des formellen Mangels aufgenommen, weil es sich bei dem Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz um das letzte nach Ausarbeitung der Regelung noch nicht abgeschlossene Gesetzgebungsverfahren mit steuerrechtlichen Regelungen handelte, dessen planm\u00e4\u00dfiger Abschluss noch im Streitjahr vorgesehen war. Bei einem formell ordnungsgem\u00e4\u00dfen Gesetzgebungsverfahren unter Beteiligung des Parlaments h\u00e4tte die Regelung, da sie jedenfalls am 08.11.2001 vom BMF noch nicht einmal konkret ausgearbeitet war, nicht mehr im Streitjahr verabschiedet werden k\u00f6nnen. Eine Verabschiedung im Jahr 2002 bei einer nach dem Zweck des Gesetzes erforderlichen und beabsichtigten Anwendung ab dem 01.01.2001 w\u00e4re mit einer echten R\u00fcckwirkung f\u00fcr Aussch\u00fcttungen des Jahres 2001 und dem damit einhergehenden erheblichen Risiko verbunden gewesen, dass die Regelung aus diesem Grund durch das BVerfG f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt wird (s. z.B. BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1).<\/li><li>(2) An einer Evidenz des Mangels fehlt es entgegen der vom BMF vertretenen Auffassung auch nicht deshalb, weil erst im Jahr 2008 durch das BVerfG klargestellt worden sei, dass f\u00fcr die Befugnisse des Vermittlungsausschusses nur diejenigen Umst\u00e4nde zu ber\u00fccksichtigen seien, die im ma\u00dfgeblichen Gesetzgebungsverfahren selbst liegen. Denn die formelle Verfassungswidrigkeit ergibt sich selbst dann, wenn man bei der Ermittlung des Regelungsgegenstandes des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes die in das mitberatene Steuer\u00e4nderungsgesetz 2001 eingef\u00fchrten Antr\u00e4ge und Stellungnahmen der Abgeordneten, des Bundesrates und der Bundesregierung mitber\u00fccksichtigt. Es fehlt in beiden Verfahren an der Einf\u00fchrung eines hinreichend konkreten Regelungsgegenstandes im Hinblick auf eine \u00c4nderung der zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG. Die Grunds\u00e4tze zur sachlichen Bestimmung des Regelungsgegenstandes eines Gesetzgebungsverfahrens waren jedoch seit der Entscheidung des BVerfG vom 07.12.1999&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;301\/98 (BVerfGE 101, 297) bekannt.<\/li><li>(3) Es sind auch keine sonstigen Umst\u00e4nde ersichtlich, die die Annahme rechtfertigen, f\u00fcr die Aufnahme der Regelung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG in den Vermittlungsvorschlag w\u00fcrden abweichende verfassungsrechtliche Anforderungen gelten. Insbesondere die vom BMF genannten Ank\u00fcndigungseffekte verm\u00f6gen die Einf\u00fchrung einer Steuerpflicht von im Sonderverm\u00f6gen thesaurierten Altver\u00e4u\u00dferungsgewinnen erst in dem unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit tagenden Vermittlungsausschuss nicht zu rechtfertigen. Das Unterlaufen eines mit einer gesetzlichen Regelung verfolgten Ziels vor Inkrafttreten dieser Regelung kann bei einem ordnungsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Gesetzgebungsverfahren verhindert werden, indem das Inkrafttreten auf den erstmaligen Zeitpunkt des \u00f6ffentlichen Bekanntwerdens der geplanten Gesetzes\u00e4nderung festgelegt wird. Eine solche Regelung w\u00e4re auch im Hinblick auf den Grundsatz der Wahrung des Vertrauensschutzes grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich (s. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 10.10.2012&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, BVerfGE 132, 302, Rz&nbsp;55 und vom 25.03.2021&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/11, BVerfGE 157, 177, Rz&nbsp;96).<\/li><li>3. Ob und inwieweit \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG, wie von der Kl\u00e4gerin ger\u00fcgt, auch unter dem Gesichtspunkt eines Versto\u00dfes gegen das sogenannte R\u00fcckwirkungsverbot (s. z.B. zu einer \u00c4nderung des Gesetzes \u00fcber Kapitalanlagegesellschaften durch das sogenannte Korb&nbsp;II-Gesetz: BFH-Beschluss vom 23.10.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;43\/18, BFHE 266, 533, BStBl II 2020, 281) verfassungswidrig ist, kann hier offenbleiben. Die zuvor dargestellte Unvereinbarkeit mit Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2, Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2, Art.&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 GG reicht aus, um die Vorlage zu rechtfertigen. Die Beurteilung sonstiger verfassungsrechtlicher Fragen und Vorfragen obliegt allein dem BVerfG; sie geh\u00f6rt nicht zur Begr\u00fcndung des Vorlagebeschlusses (vgl. allgemein BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 22.06.1995&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;37\/91, BVerfGE 93, 121 und vom 15.01.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, dort unter III. der Gr\u00fcnde).<\/li><li>III. Entscheidungserheblichkeit der Vorlagefrage<\/li><li>Ob die Regelung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG verfassungsgem\u00e4\u00df ist, ist entscheidungserheblich. Im Falle der G\u00fcltigkeit der Regelung h\u00e4tte die Revision des FA Erfolg, da das FA die von der Kl\u00e4gerin im Streitjahr \u00fcber die X-Spezialfonds bezogenen ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne in den angefochtenen Steuerbescheiden zu Recht als steuerpflichtig behandelt h\u00e4tte. Sollte \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG jedoch nichtig sein und daher die Vorg\u00e4ngerregelung in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG zur Anwendung gelangen, w\u00e4ren die von der Kl\u00e4gerin im Streitjahr \u00fcber die X-Spezialfonds bezogenen ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne nach \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG i.V.m. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG steuerfrei und die Revision des FA w\u00e4re als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/li><li>1. \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG w\u00e4re im Falle seiner G\u00fcltigkeit auf die zum 31.12.2001 entstandene streitige K\u00f6rperschaftsteuer f\u00fcr 2001 anwendbar, da er am Tag nach der Verk\u00fcndung, dem 25.12.2001, und damit vor Entstehung der K\u00f6rperschaftsteuer f\u00fcr das Streitjahr in Kraft getreten ist (Art.&nbsp;12 UntStFG). Nach \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG w\u00e4re die Steuerbefreiungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG i.V.m. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG nicht auf die an die Kl\u00e4gerin im Streitjahr ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne anwendbar, weil diese aus der Ver\u00e4u\u00dferung von ausl\u00e4ndischen Kapitalbeteiligungen stammen, die wegen fehlender unbeschr\u00e4nkter K\u00f6rperschaftsteuerpflicht dieser Kapitalgesellschaften zu den &#8222;sonstigen Ver\u00e4u\u00dferungen&#8220; im Sinne des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG z\u00e4hlen und die Anteilsver\u00e4u\u00dferungen durch die Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen vor dem 31.12.2000 erfolgten. Die an die Kl\u00e4gerin ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne w\u00e4ren daher in vollem Umfang steuerpflichtig; die Revision des FA h\u00e4tte Erfolg. Der Senat m\u00fcsste die Vorentscheidung aufheben und die Klage abweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/li><li>2. Eine (verfassungskonforme) Auslegung dahingehend, dass das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz eine \u2011\u2011von der Vorinstanz angenommene\u2011\u2011 verdeckte Regelungsl\u00fccke zur zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG enth\u00e4lt, ist nicht m\u00f6glich.<\/li><li>a) Eine Auslegung gegen den eindeutigen Gesetzeswortlaut ist nur in einem \u00e4u\u00dferst beschr\u00e4nkten Ma\u00dfe \u2011\u2011und zwar dann\u2011\u2011 zul\u00e4ssig, wenn die wortgetreue Auslegung zu einem offenbar unrichtigen beziehungsweise zu einem jeder wirtschaftlichen Vernunft widersprechenden Ergebnis f\u00fchren w\u00fcrde, das dem Zweck der Vorschrift und dem Willen des Gesetzgebers zuwiderliefe (BFH-Urteile vom 12.08.1997&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;107\/96, BFHE 184, 198, BStBl II 1998, 131, unter I.3.; vom 17.06.2010&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;50\/09, BFHE 230, 150, BStBl II 2011, 43, Rz&nbsp;16 und vom 30.07.2020&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;1\/18, BFHE 270, 382, BStBl II 2021, 917, Rz&nbsp;36). In keinem Fall darf richterliche Rechtsfindung das gesetzgeberische Ziel der Norm in einem wesentlichen Punkt verfehlen oder verf\u00e4lschen oder an die Stelle der Regelungskonzeption des Gesetzgebers gar eine eigene treten lassen (s. BVerfG-Beschluss vom 28.11.2023&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;8\/13, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2024, 261, Rz&nbsp;118).<\/li><li>b) Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben ist \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG im Falle seiner G\u00fcltigkeit ab seinem Inkrafttreten am 25.12.2001 anwendbar. Eine verfassungskonforme Auslegung scheidet aufgrund des eindeutigen Wortlauts der Vorschrift und dem mit diesem Wortlaut in Einklang stehenden gesetzgeberischen Willen aus.<\/li><li>(1) Schon der Umstand, dass durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz eine bereits zuvor durch das Steuersenkungsgesetz eingef\u00fchrte Regelung zur zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG durch eine neue Regelung zur zeitlichen Anwendbarkeit der Vorschrift punktuell ersetzt wurde, spricht f\u00fcr eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers, den zeitlichen Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG umfassend und abschlie\u00dfend neu zu regeln, ohne einen Vertrauensschutz vorzusehen.<\/li><li>(2) Gegen ein &#8222;versehentliches Vergessen&#8220; einer einschr\u00e4nkenden Regelung zur zeitlichen Anwendbarkeit der Vorschrift spricht ferner der Zweck der \u00c4nderung. Die Einf\u00fchrung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;3 KAGG i.d.F. des UntStFG bezweckte die Sicherung des Steueraufkommens. Mit der \u00c4nderung sollte die steuerliche Erfassung bisher unversteuerter Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne von Spezialfonds bei betrieblichen Anlegern sichergestellt werden (s. Protokolle des Vermittlungsausschusses des Deutschen Bundestages und des Bundesrates f\u00fcr die 13. bis 15.&nbsp;Wahlperiode (1994 bis 2005), S.&nbsp;4023 des PDF-Dokuments der DVD-Edition). Um dies zu verhindern, war eine Neuregelung der zeitlichen Anwendbarkeit in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG erforderlich und intendiert, die einschr\u00e4nkungslos f\u00fcr das gesamte Streitjahr gilt (ebenso zu dieser Intention: Forchhammer, EFG 2020, 678, 679).<\/li><li>3. Im Falle der Nichtigkeit des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 und 3 KAGG i.d.F. des UntStFG w\u00e4re die Vorg\u00e4ngerregelung (\u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG) f\u00fcr die Bestimmung der zeitlichen Anwendbarkeit der Steuerbefreiungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG ma\u00dfgeblich. Nach dieser Regelung w\u00e4re \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 KAGG i.d.F. des StSenkG bereits im Streitjahr anwendbar und die an die Kl\u00e4gerin ausgesch\u00fctteten ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne blieben steuerfrei. Die Revision des FA h\u00e4tte in diesem Fall keinen Erfolg und w\u00e4re im Ergebnis als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Die \u00c4nderung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz hatte damit \u2011\u2011entgegen der Auffassung des BMF\u2011\u2011 nicht nur lediglich klarstellende Wirkung.<\/li><li>a) \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG bestimmt im Hinblick auf die zeitliche Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG i.V.m. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG, dass von einem Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen an eine K\u00f6rperschaft ausgesch\u00fcttete Gewinne aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an Kapitalgesellschaften dann steuerfrei sind, wenn die Aussch\u00fcttung ab dem 01.01.2001 erfolgt (ebenso: L\u00fcbbeh\u00fcsen in Brinkhaus\/Scherer, KAGG\/AuslInvestmG, \u00a7&nbsp;43 KAGG Rz&nbsp;43&nbsp;f.; wohl ebenso Mertes\/Feyerabend in Erle\/Sauter, Reform der Unternehmensbesteuerung, S.&nbsp;329). Die zeitliche Anwendbarkeit richtet sich mithin nach dem Zeitpunkt, zu dem das Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen die Aussch\u00fcttung vornimmt. Nicht ma\u00dfgeblich ist der Zeitpunkt, zu dem das Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen die Kapitalbeteiligung ver\u00e4u\u00dfert.<\/li><li>b) Nach \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG ist f\u00fcr die Bestimmung der erstmaligen zeitlichen Anwendung des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG die Vorschrift des \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des StSenkG sinngem\u00e4\u00df anzuwenden. Danach ist das Steuersenkungsgesetz auf solche Ertr\u00e4ge anzuwenden, f\u00fcr die \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des StSenkG nicht gilt. Dieser Satz&nbsp;1 gilt wiederum letztmalig f\u00fcr Aussch\u00fcttungen, f\u00fcr die der Vierte Teil des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes nach \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;10a KStG i.d.F. des Art.&nbsp;3 StSenkG letztmals anzuwenden ist. Dementsprechend gilt \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG erstmals f\u00fcr Aussch\u00fcttungen von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen durch das Sonderverm\u00f6gen, f\u00fcr die der Vierte Teil des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes nach \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;10a KStG i.d.F. des Art.&nbsp;3 StSenkG nicht mehr anzuwenden ist. Auf solche Aussch\u00fcttungen waren die Vorschriften des Vierten Teils des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes allerdings nie anwendbar, weil Sonderverm\u00f6gen am Anrechnungsverfahren nicht teilgenommen haben (L\u00fcbbeh\u00fcsen in Brinkhaus\/Scherer, KAGG\/AuslInvestmG, \u00a7&nbsp;43 KAGG Rz&nbsp;43). Selbst wenn man bei sinngem\u00e4\u00dfer Anwendung des \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des StSenkG nicht auf die Teilnahme des Sonderverm\u00f6gens selbst am Anrechnungsverfahren, sondern auf die Teilnahme der Kapitalgesellschaft am Anrechnungsverfahren abstellen sollte, deren Anteile auf Ebene des Sonderverm\u00f6gens ver\u00e4u\u00dfert wurden (so Mertes\/Feyerabend in Erle\/Sauter, Reform der Unternehmensbesteuerung, S.&nbsp;329), ergibt sich im vorliegenden Fall kein anderes Ergebnis. Denn in Streit steht der Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von Anteilen an ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften. Ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaften haben ebenfalls nicht am Anrechnungsverfahren teilgenommen. Deshalb kann die erstmalige zeitliche Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG im Falle von Aussch\u00fcttungen ausl\u00e4ndischer Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne durch Sonderverm\u00f6gen nur nach der allgemeinen Anwendungsvorschrift des \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 KStG i.d.F. des StSenkG bestimmt werden (so zum ebenfalls in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG genannten \u00a7&nbsp;40a KAGG: Senatsurteil vom 28.10.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;27\/08, BFHE 227, 73, BStBl II 2011, 229, unter II.2.c; zu F\u00e4llen der Direktanlage s. Senatsurteil vom 18.05.2021&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;12\/18, BFHE 273, 223, BStBl II 2021, 875, Rz&nbsp;30). Nach \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 KStG i.d.F. des StSenkG sind die Vorschriften des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes erstmals f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2001 und damit auch auf die angefochtenen Steuerbescheide anzuwenden.<\/li><li>(1) F\u00fcr diese Auslegung spricht, dass \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG, dessen zeitliche Anwendung \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG regelt, eine Vorschrift zur Besteuerung von Aussch\u00fcttungen eines Wertpapier-Sonderverm\u00f6gens auf Anlegerebene ist. F\u00fcr die Besteuerung von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen auf Anlegerebene ist allerdings allein der Zeitpunkt der Aussch\u00fcttung durch das Sonderverm\u00f6gen ma\u00dfgeblich. Die zeitlich davor liegende Ver\u00e4u\u00dferung der Anteile auf Ebene des Sonderverm\u00f6gens und die Thesaurierung des realisierten Gewinns auf Ebene des Sonderverm\u00f6gens l\u00f6sen beim Anleger des Sonderverm\u00f6gens wegen fehlender entsprechender gesetzlicher Anordnung keine steuerrechtlichen Folgen aus (s. L\u00fcbbeh\u00fcsen in Brinkhaus\/Scherer, KAGG\/AuslInvestmG, \u00a7&nbsp;39 KAGG Rz&nbsp;35). Ohne eine explizit anderslautende Regelung ist daher davon auszugehen, dass der Gesetzgeber bei der Bestimmung der zeitlichen Anwendbarkeit an den Zeitpunkt ankn\u00fcpfen wollte, zu dem der Steuertatbestand verwirklicht wird. Wenn er es ausnahmsweise f\u00fcr sachgerecht erachtet, bei der Bestimmung der zeitlichen Anwendbarkeit einer Steuervorschrift an einen davon abweichenden Zeitpunkt anzukn\u00fcpfen, muss dies in der entsprechenden gesetzlichen Regelung ausdr\u00fccklich zum Ausdruck kommen. Daf\u00fcr finden sich in \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG jedoch keinerlei Anhaltspunkte.<\/li><li>(2) Gegen eine Ankn\u00fcpfung an den Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung der Kapitalgesellschaftsanteile auf Fondsebene zur Bestimmung der zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG spricht auch der Umstand, dass der Gesetzgeber die Regelung des \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;36 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des StSenkG in Bezug genommen hat. Bei dieser Regelung handelt es sich um eine Regelung zu Aussch\u00fcttungen aus Kapitalgesellschaften (=&nbsp;laufende Ertr\u00e4ge), wie auch \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG eine Regelung zur Aussch\u00fcttung durch das Sonderverm\u00f6gen ist. H\u00e4tte der Gesetzgeber f\u00fcr die Bestimmung der zeitlichen Anwendbarkeit des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG schon vorgelagert an den auf Fondsebene stattfindenden Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang ankn\u00fcpfen wollen, h\u00e4tte er dies dadurch deutlich machen k\u00f6nnen und m\u00fcssen, dass er eine Regelung zur erstmaligen zeitlichen Anwendbarkeit des Halbeink\u00fcnfteverfahrens in Bezug nimmt, die Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne betrifft (z.B. \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a Nr.&nbsp;2 oder Abs.&nbsp;34a EStG i.d.F. des StSenkG).<\/li><li>(3) Schlie\u00dflich l\u00e4sst sich eine Ankn\u00fcpfung des \u00a7&nbsp;43 Abs.&nbsp;14 Satz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG an den vorgelagerten Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang auf Ebene des Wertpapier-Sonderverm\u00f6gens auch nicht aus dem bei der Besteuerung von Anlegern von Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen weitgehend geltenden Transparenzprinzip ableiten. Denn dieses wird bei der Besteuerung von Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen und ihren Anlegern nicht voll verwirklicht, sondern lediglich in dem Umfang, in dem dessen Geltung durch die einzelnen Spezialregelungen angeordnet wird (s. Senatsurteile vom 03.03.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;109\/08, BFHE 229, 351, Rz&nbsp;27 und vom 25.06.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;33\/09, BFHE 246, 310, BStBl II 2016, 699, Rz&nbsp;13; BFH-Beschluss vom 23.10.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;43\/18, BFHE 266, 533, BStBl II 2020, 281, Rz&nbsp;53; Senatsbeschluss vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/23 (I&nbsp;R&nbsp;5\/18), BFH\/NV 2024, 1000, Rz&nbsp;33; s.a. BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1). Zudem wird das Transparenzprinzip gerade bei den hier streitigen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen durchbrochen, da diese \u2011\u2011abweichend zur Situation einer Direktanlage im Zeitpunkt der Realisation des Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6ses auf Ebene des Wertpapier-Sonderverm\u00f6gens\u2011\u2011 bei dem Anleger noch keine Besteuerung ausl\u00f6sen.<\/li><li>(4) Etwas anderes folgt auch nicht aus dem vom BMF angef\u00fchrten Umstand, dass die Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne &#8222;steuerverstrickt&#8220; gewesen seien, weil sie im Falle einer Aussch\u00fcttung noch unter Geltung der bis einschlie\u00dflich des Jahres 2000 anwendbaren Regelungen im K\u00f6rperschaftsteuergesetz unter dem Regime des Anrechnungsverfahrens steuerpflichtig gewesen w\u00e4ren. Denn die Aussch\u00fcttungen erfolgten hier nicht mehr im Jahr 2000, sondern erst im Jahr 2001. Die Besteuerung thesaurierter Altver\u00e4u\u00dferungsgewinne, die erst nach dem Systemwechsel ab dem Jahr 2001 ausgesch\u00fcttet werden, ist nicht systemimmanent.<\/li><li>Insbesondere f\u00fchrt die Anwendung der Steuerbefreiungsvorschrift des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG bei einer Aussch\u00fcttung von ausl\u00e4ndischen Altver\u00e4u\u00dferungsgewinnen unter Geltung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens nicht zu einer steuerlichen \u00dcberbeg\u00fcnstigung in der Aussch\u00fcttungskette, weil Vorteile aus der teilweisen Anwendung des Anrechnungsverfahrens mit solchen aus der teilweisen Anwendung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens in nicht vorgesehener Weise miteinander kombiniert w\u00fcrden. Dies ist in der vorliegenden Konstellation der Ver\u00e4u\u00dferung von ausl\u00e4ndischen Aktien schon deshalb ausgeschlossen, weil das Anrechnungsverfahren auf ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaften nicht anwendbar gewesen ist. Letztlich f\u00fchrt die Anwendung des \u00a7&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KAGG i.d.F. des StSenkG im Streitfall lediglich zu einer fr\u00fcheren Beseitigung der unionsrechtswidrigen Rechtslage zu den Gewinnen aus der Ver\u00e4u\u00dferung ausl\u00e4ndischer Kapitalgesellschaftsanteile (s. Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union Verkooijen vom 06.06.2000&nbsp;&#8211; C-35\/98, EU:C:2000:294, Slg. 2000, I-4071), wenn diese bis zum Systemwechsel zum Halbeink\u00fcnfteverfahren in einem Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen thesauriert wurden.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:VV.170724.IR12.20.0 BFH I. 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