{"id":77614,"date":"2025-04-25T11:39:24","date_gmt":"2025-04-25T09:39:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77614"},"modified":"2025-04-25T11:39:24","modified_gmt":"2025-04-25T09:39:24","slug":"bfh-urteil-vom-27-november-2024-i-r-21-22-anwendung-des-%c2%a7-8b-abs-3-satz-4-kstg-bei-darlehensgewaehrung-durch-zwischengeschaltete-vermoegensverwaltende-kg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-27-november-2024-i-r-21-22-anwendung-des-%c2%a7-8b-abs-3-satz-4-kstg-bei-darlehensgewaehrung-durch-zwischengeschaltete-vermoegensverwaltende-kg\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 27. November 2024, I R 21\/22: Anwendung des \u00a7\u00a08b Abs.\u00a03 Satz\u00a04 KStG bei Darlehensgew\u00e4hrung durch zwischengeschaltete verm\u00f6gensverwaltende KG"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.271124.IR21.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>KStG \u00a7 8b Abs 3 S 3, KStG \u00a7 8b Abs 3 S 4, KStG \u00a7 8b Abs 3 S 5, KStG \u00a7 8b Abs 6, EStG \u00a7 3c Abs 2 S 2, AO \u00a7 39 Abs 2 Nr 2, KStG VZ 2015 , EStG VZ 2015<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnster, 06. April 2022, Az: 13 K 3550\/19 K,G,F<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Soweit \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes mit der Rechtsfolge einer Verhinderung einer Einkommensminderung (hier: Teilwertabschreibung auf eine Darlehensforderung) tatbestandlich an eine Darlehensgew\u00e4hrung durch einen Gesellschafter, der zu mehr als 25&nbsp;% unmittelbar oder mittelbar am Grund- oder Stammkapital der darlehensnehmenden K\u00f6rperschaft beteiligt ist, ankn\u00fcpft, ist bei Darlehensgew\u00e4hrung durch eine verm\u00f6gensverwaltende KG als Allein-Gesellschafterin (&#8222;zwischengeschaltete verm\u00f6gensverwaltende KG&#8220;), an der K\u00f6rperschaftsteuersubjekte beteiligt sind, nicht auf die Beteiligungsquote der KG, sondern jeweils auf die durchgerechneten Beteiligungsquoten der einzelnen K\u00f6rperschaftsteuersubjekte abzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnster vom 06.04.2022&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;3550\/19&nbsp;K,G,F wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, beteiligte sich mit Beitrittserkl\u00e4rung vom \u202607.2013 an der \u2026 GmbH &amp; Co. KG (KG). Die Kommanditeinlage (\u2026&nbsp;\u20ac) entsprach im Jahr 2015 (Streitjahr) einer Beteiligung von 2,02&nbsp;% am Gesamtkapital der KG. Pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin der KG war die \u2026 GmbH. Neben dieser war noch eine Kommanditistin, die \u2026 GmbH, zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung befugt. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass es sich bei der 2016 liquidierten KG um eine verm\u00f6gensverwaltende Personengesellschaft gehandelt hat, die Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;20 des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) erzielte.<\/li><li>Die KG war alleinige Gesellschafterin der \u2026 GmbH (GmbH&nbsp;1), \u00fcber deren Verm\u00f6gen im Streitjahr zun\u00e4chst die vorl\u00e4ufige Insolvenzverwaltung angeordnet und sodann das Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet wurde. Zudem war die KG alleinige Gesellschafterin der \u2026 GmbH (GmbH&nbsp;2), \u00fcber deren Verm\u00f6gen ebenfalls im Streitjahr die vorl\u00e4ufige Insolvenzverwaltung angeordnet und in 2016 das Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet wurde.<\/li><li>In der von der KG zum 31.12.2015 aufgestellten Gewinnermittlung nahm diese eine au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Abschreibung ihrer Beteiligungen an der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2 in H\u00f6he von je \u2026&nbsp;\u20ac vor. Zudem erfasste sie Forderungsverluste in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac aufwandswirksam. Dem lagen Forderungen aus Darlehen zugrunde, die die KG an die beiden GmbH vergeben hatte und die aufgrund der Insolvenzen der Darlehensnehmerinnen uneinbringlich geworden waren. Der steuerliche Verlust (\u2026&nbsp;\u20ac) setzte sich aus einem Verlust aus der Abschreibung der Beteiligungen an den GmbH (\u2026&nbsp;\u20ac) und dem Verlust aus der Abschreibung der Darlehensforderungen (\u2026&nbsp;\u20ac) zusammen. Der davon anteilig (2,02&nbsp;%) der Kl\u00e4gerin zuzurechnende Verlust betrug \u2026&nbsp;\u20ac. Die H\u00f6he der Verluste ist zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin ermittelte ihren Gewinn f\u00fcr das Streitjahr durch Bestandsvergleich gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (KStG) i.V.m. \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, \u00a7&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG. In ihrer K\u00f6rperschaftsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr erkl\u00e4rte sie einen Jahresfehlbetrag von \u2026&nbsp;\u20ac. Darin enthalten war ein Verlust aus der Beteiligung an Personengesellschaften in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) veranlagte die Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst \u00fcberwiegend erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO). Den Verlust aus der Beteiligung an Personengesellschaften legte das FA mit \u2026&nbsp;\u20ac zugrunde, da es ge\u00e4nderte Eink\u00fcnfte aus Beteiligungen an weiteren Personengesellschaften ber\u00fccksichtigte.<\/li><li>Im Rahmen einer bei der KG durchgef\u00fchrten Au\u00dfenpr\u00fcfung ging der Pr\u00fcfer davon aus, dass die Eink\u00fcnfte aus der verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft bei den an ihr beteiligten inl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften in Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb umzuqualifizieren seien, weil diese nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG i.V.m. \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 KStG Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb erzielten. Bezogen auf die beteiligten Kapitalgesellschaften d\u00fcrften der Beteiligungsverlust gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG und die Forderungsverluste gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG steuerlich nicht abgezogen werden. Hinsichtlich des Erreichens der f\u00fcr die Anwendung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG ma\u00dfgeblichen Beteiligungsquote von 25&nbsp;% sei die Beteiligung am Stammkapital der Kapitalgesellschaft ma\u00dfgebend, der das Darlehen gew\u00e4hrt worden sei. Der Gesellschafter im Sinne dieser Vorschrift sei zivilrechtlich zu bestimmen. Beteilige sich eine Personengesellschaft an einer Kapitalgesellschaft, sei diese Personengesellschaft selbst zivilrechtlich Gesellschafterin. Da die KG an der GmbH&nbsp;1 zu 100&nbsp;% beteiligt gewesen sei und das Darlehen gew\u00e4hrt habe, sei die f\u00fcr die Anwendung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG erforderliche Quote erreicht. Die Beteiligungsquote k\u00f6nne nicht zu dem einzelnen Gesellschafter der KG &#8222;durchgerechnet&#8220; werden, sodass es nicht auf die Beteiligungsh\u00f6he des jeweiligen Gesellschafters der KG (hier der Kl\u00e4gerin) ankomme. Die aufwandswirksam erfassten Beteiligungsverluste (\u2026&nbsp;\u20ac) sowie die Forderungsverluste (\u2026&nbsp;\u20ac) seien daher au\u00dferbilanziell hinzuzurechnen. F\u00fcr die Kl\u00e4gerin ergebe sich entsprechend ihrer Beteiligungsquote von 2,02&nbsp;% eine au\u00dferbilanzielle Hinzurechnung in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac zum 31.12.2015 (\u2026&nbsp;\u20ac und \u2026&nbsp;\u20ac). Der bislang angesetzte Verlust von \u2026&nbsp;\u20ac sei daher auf \u2026&nbsp;\u20ac herabzusetzen.<\/li><li>Das FA schloss sich der Auffassung des Pr\u00fcfers an und erlie\u00df gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin auf der Grundlage des \u00a7&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO am 13.06.2019 \u00c4nderungsbescheide.<\/li><li>Nach erfolglosem Einspruch erhob die Kl\u00e4gerin Klage vor dem Finanzgericht (FG) M\u00fcnster; das FG gab der Klage \u2011\u2011nachdem die Kl\u00e4gerin ihr urspr\u00fcngliches Klagebegehren hinsichtlich der Beteiligungsverluste (\u2026&nbsp;\u20ac) nicht mehr weiterverfolgt hat\u2011\u2011 mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2022, 1221 ver\u00f6ffentlichtem Urteil vom 06.04.2022&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;3550\/19&nbsp;K,G,F statt.<\/li><li>Dagegen richtet sich die Revision des FA, die es auf Verletzung von Bundesrecht st\u00fctzt.<\/li><li>Es beantragt, das Urteil des FG M\u00fcnster vom 06.04.2022&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;3550\/19&nbsp;K,G,F aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren beigetreten (\u00a7&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011) und hat keinen Antrag gestellt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat ohne Rechtsfehler dahin erkannt, dass \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG der Einkommensminderung bei der Kl\u00e4gerin (Abschreibung der Forderungen der KG gegen\u00fcber der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2) nicht entgegensteht.<\/li><li>1. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass \u00fcber die H\u00f6he der Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin aus ihrer Beteiligung an der KG auf Ebene der Besteuerung der Kl\u00e4gerin und nicht im Rahmen eines Verfahrens \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (\u00a7&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO) durch einen Grundlagenbescheid gegen\u00fcber der KG zu entscheiden ist. Dies folgt mit dem FG daraus, dass die Eink\u00fcnfte eines gewerblich t\u00e4tigen Gesellschafters, der an einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft (hier: der KG) beteiligt ist (sogenannte Zebragesellschaft), f\u00fcr diesen Gesellschafter nicht in einem Grundlagenbescheid bei der Personengesellschaft festgestellt werden. Die verbindliche Entscheidung \u00fcber die Eink\u00fcnfte eines betrieblich an einer verm\u00f6gensverwaltenden Gesellschaft beteiligten Gesellschafters wird vielmehr sowohl nach Art als auch H\u00f6he durch das f\u00fcr die Besteuerung dieses Gesellschafters zust\u00e4ndige Finanzamt getroffen (z.B. Beschluss des Gro\u00dfen Senats des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 11.04.2005&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679). Es steht zwischen den Beteiligten nicht im Streit, dass die KG eine verm\u00f6gensverwaltende Personengesellschaft ist, an der die Kl\u00e4gerin betrieblich beteiligt war. Der Senat sieht dazu von weiteren Ausf\u00fchrungen ab.<\/li><li>2. Die Beteiligung eines oder mehrerer gewerblich t\u00e4tiger Gesellschafter an einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft f\u00fchrt zwar nicht dazu, dass die T\u00e4tigkeit dieser Personengesellschaft insgesamt als gewerblich anzusehen w\u00e4re (Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 25.06.1984&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751). Wird jedoch ein Gesellschaftsanteil an einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft von einem Gesellschafter im gewerblichen Betriebsverm\u00f6gen gehalten, f\u00fchrt dies dazu, dass die Anteile dieses Gesellschafters an den Wirtschaftsg\u00fctern der Gesellschaft bei ihm Betriebsverm\u00f6gen sind; sie sind diesem Gesellschafter getrennt zuzurechnen und es wandeln sich bei dem Gesellschafter die ihm zuzurechnenden Beteiligungseink\u00fcnfte in betriebliche Eink\u00fcnfte um (Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 11.04.2005&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679).<\/li><li>3. Nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG sind Gewinnminderungen, die im Zusammenhang mit dem in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG genannten Anteil entstehen, bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu ber\u00fccksichtigen. Zu den Gewinnminderungen im Sinne des Satzes&nbsp;3 geh\u00f6ren nach dem Satz&nbsp;4 der Vorschrift unter anderem auch Gewinnminderungen im Zusammenhang mit einer Darlehensforderung, wenn das Darlehen von einem Gesellschafter gew\u00e4hrt wird, der zu mehr als einem Viertel unmittelbar oder mittelbar am Grund- oder Stammkapital der K\u00f6rperschaft, der das Darlehen gew\u00e4hrt wurde, beteiligt ist oder war.<\/li><li>a) Die Kl\u00e4gerin hat im Streitjahr einen anteiligen Verlust von \u2026&nbsp;\u20ac (2,02&nbsp;% von \u2026&nbsp;\u20ac) aus der Abschreibung der Beteiligungen der KG an der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2 sowie einen anteiligen Verlust von \u2026&nbsp;\u20ac (2,02&nbsp;% von \u2026&nbsp;\u20ac) aus der Abschreibung der Darlehensforderungen der KG gegen\u00fcber der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2 erlitten. Die H\u00f6he der genannten Verluste ist zwischen den Beteiligten ebenso unstreitig wie die Tatsache, dass die KG die Abschreibungen zu Recht vorgenommen hat. Der Senat sieht dazu von weiteren Ausf\u00fchrungen ab.<\/li><li>b) Nachdem die Kl\u00e4gerin ihr Klagebegehren vor dem FG entsprechend eingeschr\u00e4nkt hat, war in der ersten Instanz zu der Rechtsfrage, ob das FA die Abschreibung der Beteiligungen der KG an der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2 in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac zu Recht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG bei der Ermittlung des Einkommens der Kl\u00e4gerin au\u00dferbilanziell wieder hinzugerechnet hat, nicht mehr zu entscheiden.<\/li><li>c) In Bezug auf die Verluste aus der Abschreibung der Darlehensforderungen der KG gegen\u00fcber der GmbH&nbsp;1 und der GmbH&nbsp;2 in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac hat das FG eine au\u00dferbilanzielle Hinzurechnung nach \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG zu Recht abgelehnt. Zwar stellen die Forderungsverluste eine Gewinnminderung im Zusammenhang mit Darlehensforderungen im Sinne des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG dar, weil die Darlehen an K\u00f6rperschaften im Sinne des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG vergeben wurden. Allerdings ist der Belastungsgrund f\u00fcr die Versagung der Einkommensminderung (Beteiligungsquote von mehr als 25&nbsp;%) bei der Kl\u00e4gerin als Gesellschafterin der KG nicht erf\u00fcllt. Denn insoweit ist \u2011\u2011entgegen der Auffassung des FA und des BMF\u2011\u2011 nicht auf die KG, sondern auf deren Gesellschafter abzustellen (so im Ergebnis auch Bodden in Korn, \u00a7&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;325.1; Brandis\/Heuermann\/Rengers, \u00a7&nbsp;8b KStG Rz&nbsp;117c und 402; Bubeck\/Stiegler, Neue Wirtschafts-Briefe 2023, 1302, 1309; Gro\u00dfe, Deutsches Steuerrecht kurzgefa\u00dft 2022, 216; Hauser\/Lindtner in KStG&nbsp;&#8211; eKomm, \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;133; JH, Deutsche Steuer-Zeitung 2022, 501; Neumann in GmbH-Handbuch, 188.&nbsp;Lfg., 3\/2024, Rz&nbsp;4177; BeckOK KStG\/Pohl, 20.&nbsp;Ed. 15.03.2024, \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;633 und 887.5; Schmitz-Herscheidt, EFG 2022, 1225; Tetzlaff\/Sohrab, Unternehmensteuern und Bilanzen 2022, 625, 629; a.A. Pung in D\u00f6tsch\/Pung\/M\u00f6hlenbrock, Die K\u00f6rperschaftsteuer, \u00a7&nbsp;8b KStG Rz&nbsp;253; eventuell auch Gosch in Gosch, KStG, 4.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;279.1).<\/li><li>aa) \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG verlangt nach seinem Wortlaut, dass das Darlehen &#8222;von einem Gesellschafter&#8220; gew\u00e4hrt wird, der zu mehr als einem Viertel unmittelbar oder mittelbar am Grund- oder Stammkapital der K\u00f6rperschaft, der das Darlehen gew\u00e4hrt wurde, beteiligt ist oder war. Der Begriff des darlehensgew\u00e4hrenden Gesellschafters ist insoweit prim\u00e4r zivilrechtlich zu verstehen (vgl. Herlinghaus in R\u00f6dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;324; Watermeyer in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;8b KStG Rz&nbsp;112). Das hei\u00dft aber nicht, dass dies \u2011\u2011wie es das FA und das BMF vertreten\u2011\u2011 auch bei Zwischenschaltung einer verm\u00f6gensverwaltenden, nicht gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft gilt. So hat der Senat mit Beschluss vom 18.05.2021&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/17 (BFHE 273, 216, BStBl II 2022, 114; \u00e4hnlich zu \u00a7&nbsp;17 EStG das BFH-Urteil vom 09.05.2000&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;41\/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686 und BFH-Beschluss vom 07.06.2023&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;83\/22, BFH\/NV 2023, 961) zum Begriff der &#8222;unmittelbaren Beteiligung&#8220; in \u00a7&nbsp;43b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG entschieden, dass, wenn die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft \u00fcber eine verm\u00f6gensverwaltende, nicht gewerblich gepr\u00e4gte Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts gehalten wird, diese Beteiligung wegen \u00a7&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO als &#8222;unmittelbar&#8220; anzusehen ist, obwohl rein zivilrechtlich keine solche unmittelbare, sondern nur eine mittelbare Beteiligung vorliegt. Nach der steuerlichen Bruchteilsbetrachtung des \u00a7&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO sind Wirtschaftsg\u00fcter, die mehreren Personen zur gesamten Hand zustehen, den Beteiligten anteilig zuzurechnen, soweit eine getrennte Zurechnung f\u00fcr die Besteuerung erforderlich ist. Die Notwendigkeit einer solchen Zurechnung muss sich danach aus den Einzelsteuergesetzen ergeben und liegt grunds\u00e4tzlich vor, wenn der von der Gesellschaft verwirklichte Tatbestand steuerrechtlich nicht von Bedeutung und deshalb beim Gesellschafter selbst zu ber\u00fccksichtigen ist (BFH-Urteil vom 03.02.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;26\/07, BFHE 228, 365, BStBl II 2010, 751). Diese Voraussetzungen sind nach den Ausf\u00fchrungen des Senats im Beschluss vom 18.05.2021&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/17 (BFHE 273, 216, BStBl II 2022, 114) f\u00fcr Zwecke der Einkommen- und K\u00f6rperschaftsteuer bei rein verm\u00f6gensverwaltenden, nicht gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaften erf\u00fcllt. So liegt auch der Streitfall, denn auch hier ist mit dem FG der von der KG verwirklichte Tatbestand steuerrechtlich nicht von Bedeutung und deshalb nur bei der Kl\u00e4gerin zu ber\u00fccksichtigen, was im Ergebnis zur steuerrechtlichen Transparenz der verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft f\u00fchren muss (so f\u00fcr die Anwendung von \u00a7&nbsp;8b KStG ausdr\u00fccklich BMF-Schreiben vom 28.04.2003, BStBl I 2003, 292, Rz&nbsp;56 und vom 16.12.2003, BStBl I 2004, 40, Rz&nbsp;22).<\/li><li>bb) Das vorgenannte Ergebnis entspricht der Gesetzessystematik: Da es in \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3&nbsp;ff. KStG um die Ermittlung des Einkommens einer K\u00f6rperschaft geht, folgt hieraus bereits, dass darlehensgebender Gesellschafter im Sinne von \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG nur eine \u2011\u2011mittelbar oder unmittelbar\u2011\u2011 an der darlehensnehmenden K\u00f6rperschaft beteiligte K\u00f6rperschaft sein kann. Wenn danach Grundlage f\u00fcr die Anwendung von \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG nur die mittelbare Beteiligung der Kl\u00e4gerin an der GmbH&nbsp;1 und GmbH&nbsp;2 sein kann, ist nicht nachvollziehbar, warum f\u00fcr die Frage, ob es sich bei dieser Beteiligung auch um eine qualifizierte Beteiligung im Sinne von \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG handelt, auf die unmittelbare Beteiligung der \u2011\u2011als Personengesellschaft vom Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;8b KStG nicht erfassten\u2011\u2011 KG an den genannten K\u00f6rperschaften abzustellen sein soll.<\/li><li>cc) F\u00fcr das vorgenannte Auslegungsergebnis spricht auch der Normtelos: Mit der Einf\u00fchrung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 bis 7 KStG sollten Gestaltungen getroffen werden, bei denen ein Gesellschafter seine Gesellschaft gezielt mit (nicht fremd\u00fcblichen) Darlehen \u2011\u2011und nicht mit Eigenkapital\u2011\u2011 finanziert, um das Abzugsverbot des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG zu umgehen und etwaige Substanzverluste steuerwirksam geltend machen zu k\u00f6nnen (BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;73; Senatsurteile vom 24.04.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;41\/20, BStBl II 2024, 785 und vom 24.04.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;11\/23, BStBl II 2024, 790). Nach der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs soll bei einer Beteiligung des Gesellschafters von mehr als 25&nbsp;% &#8222;grunds\u00e4tzlich&#8220; von einer Veranlassung durch das Gesellschaftsverh\u00e4ltnis auszugehen sein. Nur wenn das Darlehen von einem Gesellschafter gew\u00e4hrt wird, dessen Beteiligung das genannte Quorum \u00fcberschreitet, greift die Vermutung f\u00fcr eine Veranlassung der Darlehenshingabe aus dem Gesellschaftsverh\u00e4ltnis. Als Belastungsgrund f\u00fcr die Anwendung des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG bedarf es damit einer Verbindung zwischen dem gew\u00e4hrten Darlehen und der qualifizierten Gesellschafterstellung, und zwar aus Sicht der K\u00f6rperschaft, bei der die Gewinnminderungen aus den Abschreibungen der Darlehensforderungen eingetreten sind (vgl. auch die im Grundsatz vergleichbare Parallelregelung in \u00a7&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG, wo als Belastungsgrund noch deutlicher auf den &#8222;Steuerpflichtigen&#8220; als Darlehensgeber abgestellt wird). An einer solchen Verbindung fehlt es im Streitfall, denn die Kl\u00e4gerin ist an den Darlehensnehmerinnen \u00fcber die KG nur zu 2,02&nbsp;% beteiligt.<\/li><li>Im \u00dcbrigen w\u00e4ren die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG bei einer direkten schuldrechtlichen Darlehensgew\u00e4hrung durch die Kl\u00e4gerin angesichts ihrer Beteiligungsquote von nur 2,02&nbsp;% eindeutig nicht erf\u00fcllt. Inwiefern allein die Zwischenschaltung einer verm\u00f6gensverwaltenden, nicht gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft als Darlehensgeberin aus Sicht der Kl\u00e4gerin zu einer Belastung f\u00fchren kann, ist nicht erkennbar. Die Einflussm\u00f6glichkeiten der Kl\u00e4gerin auf die GmbH&nbsp;1 und die GmbH&nbsp;2 haben sich dadurch nicht relevant erh\u00f6ht.<\/li><li>dd) Nichts anderes folgt schlie\u00dflich aus \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 bzw. Abs.&nbsp;6 KStG: Es besteht zwischen den Beteiligten kein Streit dar\u00fcber, dass die KG f\u00fcr Zwecke des \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 KStG i.V.m. \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Au\u00dfensteuergesetzes als transparent anzusehen ist und als nahestehende Person ausscheidet; der Senat sieht dazu von weiteren Ausf\u00fchrungen ab. \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 KStG ist wiederum nur f\u00fcr Mitunternehmerschaften, nicht aber f\u00fcr verm\u00f6gensverwaltende, nicht gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaften anzuwenden (Herlinghaus in R\u00f6dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;492; Brandis\/Heuermann\/Rengers, \u00a7&nbsp;8b KStG Rz&nbsp;402; Gosch in Gosch, KStG, 4.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;8b Rz&nbsp;523; alle m.w.N.). In diesen F\u00e4llen ist auf die Bruchteilsbetrachtung des \u00a7&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO zur\u00fcckzugreifen.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2024:U.271124.IR21.22.0 BFH I. Senat KStG \u00a7 8b Abs 3 S 3, KStG \u00a7 8b Abs 3 S 4, KStG \u00a7 8b Abs 3 S 5, KStG \u00a7 8b Abs 6, EStG \u00a7 3c Abs 2 S 2, AO \u00a7 39 Abs 2 Nr 2, KStG VZ 2015 , EStG VZ 2015 vorgehend FG M\u00fcnster, 06. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-27-november-2024-i-r-21-22-anwendung-des-%c2%a7-8b-abs-3-satz-4-kstg-bei-darlehensgewaehrung-durch-zwischengeschaltete-vermoegensverwaltende-kg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 27. 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