{"id":77737,"date":"2025-07-06T18:35:26","date_gmt":"2025-07-06T16:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77737"},"modified":"2025-07-06T18:35:26","modified_gmt":"2025-07-06T16:35:26","slug":"bfh-beschluss-vom-14-mai-2025-xi-b-69-24-anforderungen-an-die-ruege-das-fg-habe-zu-unrecht-einen-zeugen-nicht-vernommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-14-mai-2025-xi-b-69-24-anforderungen-an-die-ruege-das-fg-habe-zu-unrecht-einen-zeugen-nicht-vernommen\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 14. Mai 2025, XI B 69\/24: Anforderungen an die R\u00fcge, das FG habe zu Unrecht einen Zeugen nicht vernommen"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.140525.XIB69.24.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH XI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 76 Abs 1, FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 3, FGO \u00a7 116 Abs 3 S 3<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend S\u00e4chsisches Finanzgericht , 23. Oktober 2024, Az: 2 K 875\/20<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Wird als Verfahrensmangel ger\u00fcgt, das Finanzgericht (FG) habe einen Beweisantrag \u00fcbergangen, so ist darzulegen, welche Tatfrage aufkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist, welche Beweismittel das FG zu welchem Beweisthema nicht erhoben hat, die genauen Fundstellen (Schriftsatz mit Datum und Seitenzahl, Terminprotokoll), in denen die Beweismittel und Beweisthemen angef\u00fchrt worden sind, das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme, inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann und dass die Nichterhebung der Beweise vor dem FG rechtzeitig ger\u00fcgt worden ist oder aufgrund des Verhaltens des FG nicht mehr vor diesem ger\u00fcgt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde der Kl\u00e4gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S\u00e4chsischen Finanzgerichts vom 23.10.2024&nbsp;&#8211; 2&nbsp;K&nbsp;875\/20 wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig.<\/li><li>1. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) hat den von ihr geltend gemachten Verfahrensfehler, dass das Finanzgericht (FG) den Zeugen X nicht zu der Kaufpreisminderung in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac, der Provision in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac und der R\u00fcckstellung in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac nicht angeh\u00f6rt habe, nicht im Sinne des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) dargelegt.<\/li><li>a) Wird als Verfahrensmangel ger\u00fcgt, das FG habe einen Beweisantrag \u00fcbergangen (R\u00fcge mangelnder Sachaufkl\u00e4rung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO), so ist darzulegen, welche Tatfrage aufkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist, welche Beweismittel das FG zu welchem Beweisthema nicht erhoben hat, die genauen Fundstellen (Schriftsatz mit Datum und Seitenzahl, Terminprotokoll), in denen die Beweismittel und Beweisthemen angef\u00fchrt worden sind, das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme und inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann (vgl. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 18.12.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;78\/09, BFH\/NV 2011, 622, Rz&nbsp;10; vom 07.03.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;4\/22, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2023, 669, Rz&nbsp;16, m.w.N.). Wird die Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend gemacht, auf deren Beachtung der Betroffene verzichten kann, wie dies bei der Nichtvernehmung eines Zeugen der Fall ist (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 19.12.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;57\/16, BFH\/NV 2017, 599, Rz&nbsp;19; vom 25.10.2023&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;25\/23, BFH\/NV 2024, 30, Rz&nbsp;11), muss ein Beschwerdef\u00fchrer au\u00dferdem vortragen, dass er den Versto\u00df in der Vorinstanz ger\u00fcgt habe oder aus welchen entschuldbaren Gr\u00fcnden er an einer solchen R\u00fcge vor dem FG gehindert gewesen sei (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 14.08.2000&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;87\/00, BFH\/NV 2001, 147, unter 1.; vom 05.12.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;1\/13, BFH\/NV 2014, 547, Rz&nbsp;9; vom 11.08.2023&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;74\/22, BFH\/NV 2023, 1221, Rz&nbsp;33; vom 14.02.2024&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;108\/22, BFH\/NV 2024, 524, Rz&nbsp;14).<\/li><li>b) Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die Beschwerdebegr\u00fcndung nicht. Die Kl\u00e4gerin r\u00fcgt zwar die Nichtvernehmung des Zeugen X. Ausweislich der Niederschrift \u00fcber die m\u00fcndliche Verhandlung vom 23.10.2024 hat sich die Kl\u00e4gerin auch in der m\u00fcndlichen Verhandlung &#8222;auf den Beweisantritt bez\u00fcglich des Zeugen X&#8220; bezogen. Selbst wenn man darin einen Beweisantrag s\u00e4he, haben die Vertreter danach einen Sachantrag gestellt und die Nichtvernehmung des Zeugen nicht ger\u00fcgt, obwohl das FG Herrn X nicht als Zeugen geladen hat. Weshalb sie an einer entsprechenden R\u00fcge gehindert oder diese entbehrlich gewesen w\u00e4re, legt die Beschwerde nicht dar. Au\u00dferdem fehlen die Angaben, an welcher Stelle die Beweismittel und Beweisthemen vor der m\u00fcndlichen Verhandlung angef\u00fchrt worden sind, das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme und inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann.<\/li><li>2. Mit der R\u00fcge, das FG habe die Positionen Kaufpreisminderung, Provision und R\u00fcckstellung nicht ber\u00fccksichtigt, stellt die Kl\u00e4gerin die materielle Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Vorentscheidung in Frage. Ein dahin gehendes Vorbringen vermag die Zulassung der Revision grunds\u00e4tzlich nicht zu rechtfertigen (vgl. allgemein BFH-Beschl\u00fcsse vom 29.04.2020&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;113\/19, BFHE 268, 480, BStBl II 2020, 476, Rz&nbsp;20; vom 07.03.2025&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;25\/24, BFH\/NV 2025, 529, Rz&nbsp;7).<\/li><li>3. Der Senat sieht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO von einer weiteren Begr\u00fcndung und der Wiedergabe des Tatbestands ab.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.140525.XIB69.24.0 BFH XI. Senat FGO \u00a7 76 Abs 1, FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 3, FGO \u00a7 116 Abs 3 S 3 vorgehend S\u00e4chsisches Finanzgericht , 23. 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