{"id":77747,"date":"2025-07-06T18:47:01","date_gmt":"2025-07-06T16:47:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77747"},"modified":"2025-07-06T18:47:01","modified_gmt":"2025-07-06T16:47:01","slug":"bfh-beschluss-vom-13-mai-2025-viii-b-34-24-nichtzulassungsbeschwerde-gegen-eine-unzulaessige-restitutionsklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-13-mai-2025-viii-b-34-24-nichtzulassungsbeschwerde-gegen-eine-unzulaessige-restitutionsklage\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 13. Mai 2025, VIII B 34\/24: Nichtzulassungsbeschwerde gegen eine unzul\u00e4ssige Restitutionsklage"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.130525.VIIIB34.24.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VIII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>ZPO \u00a7 580 Nr 5, ZPO \u00a7 580 Nr 7 Buchst b, ZPO \u00a7 581 Abs 1, ZPO \u00a7 579, FGO \u00a7 67 Abs 1, FGO \u00a7 67 Abs 3, FGO \u00a7 134, FGO \u00a7 115 Abs 2, StGB \u00a7 339<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Hessisches Finanzgericht , 20. M\u00e4rz 2024, Az: 10 K 1350\/22<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. NV: Ergeht nach Eintritt der Rechtskraft der Hauptsacheentscheidung durch das Finanzgericht (FG) ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), bei dessen Beachtung die Hauptsache anders zu w\u00fcrdigen sein k\u00f6nnte, liegt hierin kein zul\u00e4ssiger Restitutionsgrund im Sinne von \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b der Zivilprozessordnung (ZPO).<\/p>\n\n\n\n<p>2. NV: Lehnt die zust\u00e4ndige Strafverfolgungsbeh\u00f6rde vor Einleitung des Restitutionsverfahrens die Einleitung oder Durchf\u00fchrung eines Strafverfahrens ab, weil kein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich einer Tathandlung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;339 des Strafgesetzbuchs besteht, kommt eine eigenst\u00e4ndige strafrechtliche Pr\u00fcfung dieser Frage durch das FG im Rahmen des \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;5 i.V.m. \u00a7&nbsp;581 ZPO nicht in Betracht.<\/p>\n\n\n\n<p>3. NV: Es ist in der Rechtsprechung des BFH gekl\u00e4rt, dass eine analoge Anwendung der Restitutionsgr\u00fcnde in \u00a7\u00a7&nbsp;579, 580 ZPO wegen behaupteter materieller Rechts- und Tatsachenfehler gegen\u00fcber rechtskr\u00e4ftig gewordenen Endentscheidungen, wie einer Hauptsacheentscheidung durch Urteil, im finanzgerichtlichen Verfahren ausgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 20.03.2024&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;1350\/22 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet.<\/li><li>1. Soweit der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) das Teil- und Endurteil des Finanzgerichts (FG) im Hinblick auf die Verwerfung der Restitutionsklage als unzul\u00e4ssig angreift, kann er sich nicht auf einen Zulassungsgrund gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) st\u00fctzen.<\/li><li>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;134 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;589 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) hat das FG von Amts wegen zu pr\u00fcfen, ob die Wiederaufnahmeklage statthaft und ob sie in der gesetzlichen Form und Frist erhoben ist. Im Streitfall hat das FG gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;134 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;589 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2, \u00a7&nbsp;590 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 ZPO im Rahmen einer m\u00fcndlichen Verhandlung \u00fcber Grund und Zul\u00e4ssigkeit der Wiederaufnahme des Verfahrens entschieden und die Restitutionsklage als unzul\u00e4ssig verworfen, weil der Kl\u00e4ger die geltend gemachten Restitutionsgr\u00fcnde nicht schl\u00fcssig behauptet habe. Soweit das FG davon ausgegangen ist, dass eine Restitutionsklage unzul\u00e4ssig ist, wenn der Kl\u00e4ger keinen zugelassenen Wiederaufnahmegrund schl\u00fcssig behauptet, ist dies auch nicht zu beanstanden (Urteile des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 04.07.1991&nbsp;&#8211; IV&nbsp;K&nbsp;1\/90, BFHE 164, 504, BStBl II 1991, 813, unter 2.; vom 29.01.1992&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;K&nbsp;4\/91, BFHE 165, 569, BStBl II 1992, 252, unter 3.; Loose in Tipke\/Kruse, \u00a7&nbsp;134 FGO Rz&nbsp;20).<\/li><li>b) Gegen das die Restitutionsklage des Kl\u00e4gers als unzul\u00e4ssig verwerfende Teil- und Endurteil des FG ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;134 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;591 ZPO das Rechtsmittel der Nichtzulassungsbeschwerde statthaft (BFH-Beschl\u00fcsse vom 08.07.1999&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;22\/99, BFH\/NV 1999, 1628; vom 08.10. 2012&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;22\/12, BFH\/NV 2013, 389; vom 08.07.2015&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;5\/15, BFH\/NV 2015, 1426, Rz&nbsp;1).<\/li><li>c) Das Vorbringen des Kl\u00e4gers zum Restitutionsgrund gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO stellt auf die Zulassungsgr\u00fcnde der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, der Divergenz gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO und bei Verfahrensm\u00e4ngeln gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO ab. Der Kl\u00e4ger bringt insoweit aber keine durchgreifenden Zulassungsgr\u00fcnde vor.<\/li><li>aa) Eine grunds\u00e4tzlich bedeutsame Frage im Sinne des \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO zu den Voraussetzungen des Restitutionsgrundes in \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO wirft der Kl\u00e4ger in seinen fristgerecht eingegangenen Schrifts\u00e4tzen zur Beschwerdebegr\u00fcndung vom 30.04.2024 und vom 28.06.2024 nicht auf.<\/li><li>Er legt dar, das FG habe zu Unrecht die nach der Entscheidung des FG im Hauptsacheverfahren (hier: dem FG-Urteil vom 15.05.2019&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;2548\/14) ergangenen BFH-Entscheidungen vom 27.08.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;126\/20 (BFH\/NV 2022, 27) und vom 25.06.2021&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;31\/19 (BFHE 275, 240, BStBl II 2022, 497) im Restitutionsverfahren nicht jeweils als &#8222;eine andere Urkunde&#8220; im Sinne der Vorschrift angesehen. Selbst wenn der Senat diesem Vorbringen mit viel Wohlwollen die abstrakte Frage entnimmt, ob auch gerichtliche Entscheidungen, die nach der Hauptsacheentscheidung in anderen Verfahren ergehen, den Urkundenbegriff erf\u00fcllen k\u00f6nnen, sind die Voraussetzungen des Zulassungsgrundes der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung nicht erf\u00fcllt. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung verlangt neben substantiierten Ausf\u00fchrungen zur Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit und Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit einer hinreichend bestimmten \u2011\u2011abstrakt beantwortbaren\u2011\u2011 Rechtsfrage, dass sich der Beschwerdef\u00fchrer mit der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung, insbesondere des BFH, sowie den \u00c4u\u00dferungen im Schrifttum auseinandersetzt. Dabei sind Ausf\u00fchrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr\u00fcnden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28.02.2025&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;85\/24, BFH\/NV 2025, 505, Rz&nbsp;4). Der Kl\u00e4ger setzt sich in seiner Begr\u00fcndung aber nicht einmal mit der vom FG zitierten Rechtsprechung und den angef\u00fchrten Auffassungen des Schrifttums auseinander, warum solche Entscheidungen keine Urkunden im Sinne des \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO sein sollen.<\/li><li>bb) F\u00fcr eine Zulassung wegen einer Divergenz gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO fehlt es daran, dass der Kl\u00e4ger schon keine tragenden Rechtss\u00e4tze darlegt, die das FG bei Pr\u00fcfung des Restitutionsgrundes gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO zugrunde gelegt haben soll und die von ebensolchen Rechtss\u00e4tzen eines anderen Gerichts abweichen sollen (s. zu diesen Voraussetzungen z.B. BFH-Beschluss vom 22.01.2025&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;123\/23, BFH\/NV 2025, 396, Rz&nbsp;23). Der Kl\u00e4ger benennt auch keine konkrete Divergenzentscheidung.<\/li><li>cc) Die Zulassung wegen eines Verfahrensmangels gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO kommt ebenfalls nicht in Betracht.<\/li><li>Zwar stellt es einen Verfahrensmangel dar, wenn ein FG eine Klage zu Unrecht durch ein Prozessurteil als unzul\u00e4ssig abweist, statt diese durch Sachurteil zu entscheiden (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 22.01.2025&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;123\/23, BFH\/NV 2025, 396, Rz&nbsp;25).<\/li><li>Dass eine fehlerhafte Beurteilung des FG zur schl\u00fcssigen Darlegung der Voraussetzungen des Merkmals der &#8222;anderen Urkunde&#8220; gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO vorliegen und die Klage insoweit zu Unrecht als unzul\u00e4ssig verworfen worden sein k\u00f6nnte, wird vom Kl\u00e4ger aber weder substantiiert erl\u00e4utert noch ist dies sonst ersichtlich. So hat der BFH in dem vom FG in der Vorentscheidung angef\u00fchrten Urteil vom 14.06.1991&nbsp;&#8211; III&nbsp;K&nbsp;1\/90 (BFH\/NV 1992, 184, unter II.1. [Rz&nbsp;6]) entschieden, dass, wenn ein BFH-Urteil ergeht, bei dessen Beachtung eine bereits rechtskr\u00e4ftig abgeschlossene Revision anders zu w\u00fcrdigen w\u00e4re, kein zul\u00e4ssiger Restitutionsgrund im Sinne von \u00a7&nbsp;580 ZPO \u2011\u2011und damit auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO\u2011\u2011 vorliegt. Dies gilt auch, wenn \u2011\u2011wie im Streitfall\u2011\u2011 eine aus Sicht des Kl\u00e4gers relevante BFH-Entscheidung nach dem rechtskr\u00e4ftigen Abschluss des FG-Urteils in der Hauptsache ergeht. Bereits dieses Argument tr\u00e4gt die Begr\u00fcndung des FG, dass der Kl\u00e4ger mit dem Vorbringen, die BFH\u2013Entscheidungen vom 27.08.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;126\/20 (BFH\/NV 2022, 27) und vom 25.06.2021&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;31\/19 (BFHE 275, 240, BStBl II 2022, 497) seien &#8222;andere Urkunden&#8220; im Sinne des \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;b ZPO, den Restitutionsgrund nicht schl\u00fcssig dargelegt hat.<\/li><li>d) Ebenso wenig sind die Voraussetzungen f\u00fcr eine Zulassung erf\u00fcllt, soweit das FG den Restitutionsgrund gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;5 i.V.m. \u00a7&nbsp;581 ZPO als nicht schl\u00fcssig dargelegt und die Klage als unzul\u00e4ssig angesehen hat.<\/li><li>aa) Die Restitutionsklage findet gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;5 ZPO auch statt, wenn ein Richter bei dem Urteil mitgewirkt hat, der sich in Beziehung auf den Rechtsstreit einer strafbaren Verletzung seiner Amtspflichten gegen die Partei schuldig gemacht hat. Hinzutreten muss, dass wegen der Straftat eine rechtskr\u00e4ftige Verurteilung ergangen ist oder die Einleitung oder Durchf\u00fchrung eines Strafverfahrens aus anderen Gr\u00fcnden als wegen Mangels an Beweis nicht erfolgen kann (\u00a7&nbsp;581 Abs.&nbsp;1 ZPO). Das FG hat sich darauf gest\u00fctzt, der Kl\u00e4ger habe die Voraussetzungen des Restitutionsgrundes nicht schl\u00fcssig dargelegt, weil schon nach seinem eigenen Vortrag das Strafverfahren gegen den Richter am Finanzgericht A im Hauptverfahren 10&nbsp;K&nbsp;2548\/14 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 der Strafprozessordnung mangels hinreichenden Tatverdachts im Hinblick auf eine zur Rechtsbeugung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;339 des Strafgesetzbuchs gen\u00fcgende Tathandlung von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden sei.<\/li><li>bb) Der Senat kann dem Vorbringen des Kl\u00e4gers in der Beschwerdebegr\u00fcndung vom 30.04.2024 und vom 28.06.2024 zwar auch insoweit sinngem\u00e4\u00df die R\u00fcge des Verfahrensmangels (\u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) entnehmen, dass das FG die schl\u00fcssige Darlegung des Restitutionsgrundes nicht habe verneinen d\u00fcrfen und zu Unrecht durch ein Prozessurteil \u00fcber die Restitutionsklage entschieden habe. Dass das FG die Voraussetzungen f\u00fcr eine schl\u00fcssige Darlegung der Voraussetzungen des Restitutionsgrundes verkannt haben k\u00f6nnte, ist jedoch auch hier nicht ersichtlich.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger macht insoweit geltend, dass &#8222;eine Verweigerung der Staatsanwaltschaft, in ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren \u00fcberhaupt einzusteigen, \u2026 bei Anwendung des \u00a7&nbsp;580 Nr.&nbsp;5 ZPO nicht zu Lasten des Kl\u00e4gers ber\u00fccksichtigt werden [darf], wenn feststeht, dass objektiv der Tatbestand des \u00a7&nbsp;16 EStG bei zutreffender Sachverhaltsermittlung unter Einbeziehung des ausl\u00e4ndischen Rechts nicht erf\u00fcllt worden ist&#8220;.<\/li><li>Dass das FG dieser Auslegung des Kl\u00e4gers zur Regelung in \u00a7&nbsp;581 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 ZPO nicht gefolgt ist, ist nicht zu beanstanden. Sind die Voraussetzungen von \u00a7&nbsp;581 Abs.&nbsp;1 ZPO nicht gegeben, so ist das Restitutionsbegehren unzul\u00e4ssig (BFH-Beschluss vom 17.02.1994&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;245\/93, BFH\/NV 1994, 875, unter II.2.c). Die Strafverfolgungsbeh\u00f6rde soll vor Einleitung des Wiederaufnahmeverfahrens dar\u00fcber befinden, ob ein Strafverfahren einzuleiten oder durchzuf\u00fchren ist (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 28.01.2004&nbsp;&#8211; VII&nbsp;K&nbsp;11\/03, juris, [Rz&nbsp;3] mit Verweis auf BFH-Beschl\u00fcsse vom 21.05.1987&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;79\/86, BFH\/NV 1988, 186 und vom 17.02.1994&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;245\/93, BFH\/NV 1994, 875). Eine selbst\u00e4ndige strafrechtliche Pr\u00fcfung der Frage, ob die Einleitung oder Durchf\u00fchrung eines Strafverfahrens aus anderen Gr\u00fcnden als wegen Mangels an Beweis nicht erfolgen kann, ist im finanzgerichtlichen Verfahren daher nicht statthaft (BFH-Beschluss vom 21.05.1987&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;79\/86, BFH\/NV 1988, 186, unter 1. [Rz&nbsp;4]). Demzufolge hatte das FG nach Ablehnung der Einleitung und Durchf\u00fchrung des Strafverfahrens durch die Staatsanwaltschaft wegen eines hinreichenden Tatverdachts f\u00fcr eine Rechtsbeugung keine eigenst\u00e4ndige Pr\u00fcfung einer etwaigen Straftat des Richters am Finanzgericht A bei der Entscheidung \u00fcber das Hauptsacheverfahren durchzuf\u00fchren.<\/li><li>e) Ferner ist die Revision auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO wegen der Frage zuzulassen, ob eine analoge Anwendung der Restitutionsgr\u00fcnde in F\u00e4llen in Betracht kommt, in denen das rechtskr\u00e4ftig gewordene Urteil im Hauptsacheverfahren an einem schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler leidet.<\/li><li>aa) Es ist bereits durch die Rechtsprechung des BFH gekl\u00e4rt, dass eine analoge Anwendung der Restitutionsgr\u00fcnde in \u00a7\u00a7&nbsp;579, 580 ZPO auf der Grundlage materieller Rechts- und Tatsachenfehler im finanzgerichtlichen Verfahren gegen\u00fcber rechtskr\u00e4ftig gewordenen Endentscheidungen wie im Streitfall nicht in Betracht kommt (BFH-Beschl\u00fcsse vom 11.12.1996&nbsp;&#8211; IV&nbsp;S&nbsp;5\/94, BFH\/NV 1997, 303, unter 2.b; vom 20.03. 2001&nbsp;&#8211; XI&nbsp;S&nbsp;15\/00, juris, unter II.2., m.w.N.; vom 10.12.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;S&nbsp;32\/14&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2015, 506, Rz&nbsp;12; Wendl in Gosch, FGO \u00a7&nbsp;134 Rz&nbsp;9, m.w.N.).<\/li><li>Der Kl\u00e4ger legt daher nicht dar, dass die aufgeworfene Rechtsfrage grunds\u00e4tzlich bedeutsam ist. Es fehlt eine Begr\u00fcndung zur Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit. Gesichtspunkte, die f\u00fcr eine erneute Befassung des BFH mit dieser Frage sprechen k\u00f6nnten, sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.<\/li><li>bb) Es ist danach auch unerheblich, ob die nach der Hauptsacheentscheidung ergangenen BFH-Entscheidungen vom 27.08.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;126\/20 (BFH\/NV 2022, 27) und vom 25.06.2021&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;31\/19 (BFHE 275, 240, BStBl II 2022, 497) \u00fcberhaupt Anlass geben k\u00f6nnten, um auf Rechtsfehler der Hauptsacheentscheidung schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Daher kann es auch dahinstehen, ob die nach Ablauf der Beschwerdebegr\u00fcndungsfrist am 03.07.2024 eingegangenen Schrifts\u00e4tze des Kl\u00e4gers vom 19.07.2024 und vom 25.03.2025 neuen nicht ber\u00fccksichtigungsf\u00e4higen Vortrag enthalten (s. BFH-Beschluss vom 15.07.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;117\/09, BFH\/NV 2010, 2091, Rz&nbsp;6) oder die fristgerechte Begr\u00fcndung zu den angebrachten Zulassungsgr\u00fcnden in noch zul\u00e4ssiger Weise erg\u00e4nzen.<\/li><li>f) Soweit der Kl\u00e4ger im Schriftsatz vom 28.06.2024 die Zulassung der Revision gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO wegen einer unzureichenden Sachaufkl\u00e4rung des ausl\u00e4ndischen Gesellschaftsrechts durch das FG begehrt, kann das hier angefochtene FG-Urteil nicht auf dem behaupteten Fehler beruhen.<\/li><li>Das FG hat die Restitutionsklage wie schon dargelegt als unzul\u00e4ssig verworfen. Ger\u00fcgte Verfahrensm\u00e4ngel, die sich auf die rechtskr\u00e4ftige Entscheidung des FG im Hauptsacheverfahren beziehen und im \u00dcbrigen auch Gegenstand der Pr\u00fcfung im Senatsbeschluss vom 28.09.2022&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;102\/19 waren, sind im vorliegenden Verfahren unbeachtlich.<\/li><li>2. Weiterer Gegenstand der Beschwerde ist die Entscheidung des FG \u00fcber die hilfsweise erhobene Klage, den Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) zu verpflichten, im Billigkeitswege abweichend von der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr die Einkommensteuer 2010 vom 28.11.2013 festzustellen, dass die Feststellung eines auf den Kl\u00e4ger entfallenden Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns entf\u00e4llt. Das FG hat insoweit die Klageerweiterung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;67 Abs.&nbsp;1 FGO als nicht sachgerecht angesehen, da die hilfsweise erhobene Verpflichtungsklage mangels eines abgeschlossenen und nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7&nbsp;45, 46 FGO entbehrlichen Vorverfahrens unzul\u00e4ssig sei. Auch insoweit sind die Voraussetzungen eines Zulassungsgrundes gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 FGO jedoch nicht erf\u00fcllt.<\/li><li>a) Die Entscheidung des FG, dass eine \u00c4nderung beziehungsweise Erweiterung der Klage nicht vorliegt oder nicht zuzulassen ist, ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 FGO nicht selbst\u00e4ndig anfechtbar. Die im Teil- und Endurteil getroffene Entscheidung des FG k\u00f6nnte in einer Revision nur dann \u00fcberpr\u00fcft werden, wenn die Revision aus anderen Gr\u00fcnden zuzulassen w\u00e4re (BFH-Beschluss vom 04.12.2012&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;151\/11, BFH\/NV 2013, 534, Rz&nbsp;21, 22). Dies ist hier im Hinblick auf die Entscheidung des FG \u00fcber die Verpflichtungsklage aber nicht der Fall.<\/li><li>b) Indes hat das FG ungeachtet seiner Begr\u00fcndung, dass die Klageerweiterung nicht zuzulassen sei, die hilfsweise erhobene Verpflichtungsklage dennoch als unzul\u00e4ssig abgewiesen. Insoweit kommt die Pr\u00fcfung von Zulassungsgr\u00fcnden gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO zwar in Betracht. Es wird aber entgegen der Vorgaben des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO bereits nicht dargelegt, dass die Voraussetzungen eines Zulassungsgrundes erf\u00fcllt sein k\u00f6nnten.<\/li><li>aa) Soweit der Kl\u00e4ger im Schriftsatz vom 30.04.2024 geltend macht, im Streitfall habe das FG auch ohne ein abgeschlossenes Vorverfahren \u00fcber den vom Kl\u00e4ger gestellten Antrag gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;227 der Abgabenordnung (AO) entscheiden k\u00f6nnen, denn \u2011\u2011so der Kl\u00e4ger\u2011\u2011 die Abweisung der Klage als unzul\u00e4ssig grenze angesichts des &#8222;am 20. M\u00e4rz 2024 erreichten Verfahrens- und Kenntnisstand[s] \u2026 nahezu an eine Rechtsverweigerung durch das Hessische Finanzgericht&#8220;, macht er allenfalls einen schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler des FG bei der Pr\u00fcfung der Zul\u00e4ssigkeit geltend. Zwar kann ein Verfahrensfehler gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vorliegen, wenn das FG zu Unrecht durch ein Prozessurteil entschieden hat. Die R\u00fcge des Verfahrensmangels ist indes v\u00f6llig unsubstantiiert. Denn auch bei einer Verpflichtungsklage auf Erteilung einer Billigkeitsregelung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;163, \u00a7&nbsp;227 AO sind die allgemeinen Sachentscheidungsvoraussetzungen der Klage gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7&nbsp;44 bis 46 FGO offenkundig einzuhalten.<\/li><li>bb) Soweit der Kl\u00e4ger in seinen Schrifts\u00e4tzen vom 30.04.2024 und vom 28.06.2024 sinngem\u00e4\u00df Ermittlungsfehler des FG gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO zu den Voraussetzungen einer sachlichen Unbilligkeit im Sinne der \u00a7\u00a7&nbsp;163, 227 AO (der aus Sicht des Kl\u00e4gers evident rechtswidrigen Annahme und Feststellung eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 i.V.m. \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes) geltend macht, kann das Urteil nicht auf diesem Verfahrensfehler beruhen. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr einen Sachaufkl\u00e4rungsversto\u00df ist, ob die ger\u00fcgte unterlassene Sachaufkl\u00e4rung nach dem materiellen Rechtsstandpunkt des FG entscheidungserheblich gewesen w\u00e4re. Dies ist hier nicht der Fall. Das FG hat die Klage als unzul\u00e4ssig abgewiesen, sodass aus seiner Sicht Tatsachenfeststellungen zur Pr\u00fcfung einer sachlichen Unbilligkeit unerheblich waren.<\/li><li>3. Soweit der Kl\u00e4ger insbesondere im Schriftsatz vom 25.03.2025 Rechtsfehler des Senats bei der Entscheidung und im Beschluss vom 28.09.2020&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;102\/19 geltend macht, ist das Vorbringen im hiesigen Verfahren nicht erheblich. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist ausschlie\u00dflich die Nichtzulassung der Revision im Urteil des FG vom 20.03.2024&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;1350\/22.<\/li><li>4. Dem im Schriftsatz des Kl\u00e4gers vom 19.07.2024 enthaltenen Antrag, den Bericht des FA an die Oberfinanzdirektion Z im vorliegenden Verfahren beizuziehen, ist nicht zu entsprechen. Es ist nicht ersichtlich, dass der vom Kl\u00e4ger dargelegte Inhalt dieses Schreibens f\u00fcr die Pr\u00fcfung der Revisionszulassung entscheidungserheblich sein k\u00f6nnte.<\/li><li>5. Der Senat sieht von einer Darstellung des Tatbestands und einer weiteren Begr\u00fcndung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/li><li>6. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.130525.VIIIB34.24.0 BFH VIII. Senat ZPO \u00a7 580 Nr 5, ZPO \u00a7 580 Nr 7 Buchst b, ZPO \u00a7 581 Abs 1, ZPO \u00a7 579, FGO \u00a7 67 Abs 1, FGO \u00a7 67 Abs 3, FGO \u00a7 134, FGO \u00a7 115 Abs 2, StGB \u00a7 339 vorgehend Hessisches Finanzgericht , 20. 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