{"id":77829,"date":"2025-08-22T16:15:47","date_gmt":"2025-08-22T14:15:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77829"},"modified":"2025-08-22T16:15:47","modified_gmt":"2025-08-22T14:15:47","slug":"bfh-beschluss-vom-24-juni-2025-ix-r-22-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-24-juni-2025-ix-r-22-22\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 24. Juni 2025, IX R 22\/22"},"content":{"rendered":"\n<p>Unzul\u00e4ssiger Antrag auf Tatbestandsberichtigung<\/p>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.240625.IXR22.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 108, FGO \u00a7 126 Abs 3 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 126 Abs 5<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend BFH , 08. April 2025, Az: IX R 22\/22<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. NV: An einer Tatbestandsberichtigung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;108 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann nur insoweit ein berechtigtes Interesse bestehen, als damit die Grundlagen f\u00fcr eine Rechtsmittelentscheidung geschaffen werden sollen (vgl. Senatsbeschluss vom 03.05.2023&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;17\/21, Rz&nbsp;5).<\/p>\n\n\n\n<p>2. NV: Die Zur\u00fcckverweisung an ein Finanzgericht durch den Bundesfinanzhof begr\u00fcndet kein berechtigtes Interesse f\u00fcr eine Tatbestandsberichtigung, da sich die Bindungswirkung des Urteils nach \u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO nicht auf die tats\u00e4chlichen Grundlagen der Revisionsentscheidung bezieht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Antrag auf Berichtigung des Tatbestands des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 08.04.2025&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;22\/22 wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>1. Der Senat entscheidet \u00fcber den Antrag durch Beschluss in der Besetzung mit f\u00fcnf Richtern. Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;108 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wirken bei der Entscheidung \u00fcber einen Tatbestandsberichtigungsantrag die Richter mit, die beim Urteil mitgewirkt haben. Da das Urteil, dessen Tatbestand berichtigt werden soll, in der Besetzung von f\u00fcnf Richtern ergangen ist, gilt dasselbe auch f\u00fcr die hier zu treffende Entscheidung. Dies gilt auch dann, wenn der Antrag unzul\u00e4ssig ist (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 21.09.2021&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;22\/21, Rz&nbsp;2).<\/li><li>2. Der Antrag auf Tatbestandsberichtigung ist unzul\u00e4ssig.<\/li><li>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 FGO sind Schreibfehler, Rechenfehler und \u00e4hnliche offenbare Unrichtigkeiten im Urteil jederzeit vom Gericht zu berichtigen. \u00dcberdies kann gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;108 Abs.&nbsp;1 FGO die Berichtigung des Tatbestands eines Urteils beantragt werden, wenn dieser andere Unrichtigkeiten oder Unklarheiten enth\u00e4lt. An einer Tatbestandsberichtigung kann nur insoweit ein berechtigtes Interesse bestehen, als damit die Grundlagen f\u00fcr eine Rechtsmittelentscheidung geschaffen werden sollen (vgl. Senatsbeschluss vom 03.05.2023&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;17\/21, Rz&nbsp;5, m.w.N.).<\/li><li>b) Diese Voraussetzungen liegen nicht vor, weil gegen das Urteil des Senats kein Rechtsmittel gegeben ist. Selbst wenn man unterstellt, dass die vom Kl\u00e4ger, Revisionskl\u00e4ger und Antragsteller (Kl\u00e4ger) ger\u00fcgten Aussagen im Urteil inhaltlich unvollst\u00e4ndig und entsprechend zu erg\u00e4nzen w\u00e4ren, ist nicht ersichtlich, inwieweit hierdurch die Rechtsverfolgung des Kl\u00e4gers beeintr\u00e4chtigt sein k\u00f6nnte. Insbesondere erstreckt sich die Bindungswirkung des Urteils nach \u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO nur auf die vom BFH vorgenommene rechtliche Beurteilung, nicht auch auf die tats\u00e4chlichen Grundlagen der Revisionsentscheidung (vgl. BFH-Beschluss vom 21.03.2013&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;155\/12, Rz&nbsp;12; Bergkemper in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7&nbsp;126 FGO, Rz&nbsp;77).<\/li><li>Ein Rechtsschutzinteresse l\u00e4sst sich auch nicht aus einer m\u00f6glicherweise beabsichtigten Einlegung einer Verfassungsbeschwerde zum Bundesverfassungsgericht herleiten, weil in diesem Verfahren keine Tatbestandsbindung besteht (vgl. Senatsbeschluss vom 03.05.2023&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;17\/21, Rz&nbsp;6, m.w.N.).<\/li><li>3. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb\u00fchrenfrei.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unzul\u00e4ssiger Antrag auf Tatbestandsberichtigung ECLI:DE:BFH:2025:B.240625.IXR22.22.0 BFH IX. Senat FGO \u00a7 108, FGO \u00a7 126 Abs 3 S 1 Nr 2, FGO \u00a7 126 Abs 5 vorgehend BFH , 08. April 2025, Az: IX R 22\/22 Leits\u00e4tze 1. NV: An einer Tatbestandsberichtigung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;108 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann nur insoweit ein berechtigtes Interesse bestehen, als damit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-24-juni-2025-ix-r-22-22\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Beschluss vom 24. 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