{"id":77893,"date":"2025-08-22T16:40:50","date_gmt":"2025-08-22T14:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77893"},"modified":"2025-08-22T16:40:50","modified_gmt":"2025-08-22T14:40:50","slug":"bfh-urteil-vom-26-maerz-2025-i-r-5-24-i-r-99-15-entstrickung-durch-ueberfuehrung-von-wirtschaftsguetern-in-auslaendische-betriebsstaette-verfassungsrechtliches-vertrauensschutzgebot-bei-ru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-26-maerz-2025-i-r-5-24-i-r-99-15-entstrickung-durch-ueberfuehrung-von-wirtschaftsguetern-in-auslaendische-betriebsstaette-verfassungsrechtliches-vertrauensschutzgebot-bei-ru\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 26. M\u00e4rz 2025, I R 5\/24 (I R 99\/15): Entstrickung durch \u00dcberf\u00fchrung von Wirtschaftsg\u00fctern in ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte\u00a0&#8211; verfassungsrechtliches Vertrauensschutzgebot bei r\u00fcckwirkenden Gesetzen"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.260325.IR5.24.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 4 Abs 1 S 2, EStG \u00a7 4 Abs 1 S 3, EStG \u00a7 4 Abs 1 S 4, EStG \u00a7 52 Abs 8b S 2, EStG \u00a7 52 Abs 8b S 3, EStG \u00a7 6 Abs 5 S 3 Nr 4, GG Art 20 Abs 3, GG Art 100 Abs 1, EG Art 43, AEUV Art 49, EStG VZ 2005 , DBA NLD Art 24 Abs 2, KStG \u00a7 12 Abs 1, KStG \u00a7 34 Abs 8 S 3, OECDMustAbk Art 24 Abs 3 S 1, OECD-MA Art 24 Abs 3 S 1<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 05. Dezember 2013, Az: 8 K 3664\/11 F<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Wird ein bisher einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte zuzuordnendes Wirtschaftsgut in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte \u00fcberf\u00fchrt, l\u00f6st dies gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG 2010) die Rechtsfolgen der Entnahmefiktion des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG aus.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die durch \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 Variante&nbsp;1 i.V.m. Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des JStG 2010 angeordnete (&#8222;echte&#8220;) R\u00fcckwirkung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 f\u00fcr vor dem 01.01.2006 endende Wirtschaftsjahre verst\u00f6\u00dft f\u00fcr den Fall der \u00dcberf\u00fchrung eines Wirtschaftsguts in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte, deren Eink\u00fcnfte nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung in der Bundesrepublik Deutschland von der Besteuerung freigestellt sind, nicht gegen das verfassungsrechtliche Vertrauensschutzgebot.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die nach Ma\u00dfgabe der Betriebsst\u00e4tten-Verwaltungsgrunds\u00e4tze der Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 24.12.1999, BStBl I 1999, 1076) praktizierte Entstrickungsbesteuerung durch Aufl\u00f6sung der zum \u00dcberf\u00fchrungszeitpunkt in dem Wirtschaftsgut ruhenden stillen Reserven bei gleichzeitiger Neutralisierung durch Bildung eines Merkpostens, der in gleichen Jahresraten \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren gewinnerh\u00f6hend aufgel\u00f6st wird, verst\u00f6\u00dft nicht gegen die unionsrechtliche Niederlassungsfreiheit (Anschluss an Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union Verder LabTec vom 21.05.2015&nbsp;&#8211; C-657\/13, EU:C:2015:331).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4gerinnen wird das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 19.11.2015&nbsp;&#8211; 8&nbsp;K&nbsp;3664\/11&nbsp;F aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D\u00fcsseldorf zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem wird die Entscheidung \u00fcber die Kosten des Verfahrens \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin zu 1. (Kl\u00e4gerin zu 1.) und die Rechtsvorg\u00e4ngerin der Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin zu 2. (Kl\u00e4gerin zu 2.) sind jeweils Gesellschaften in der Rechtsform der Besloten Vennootschap (B.V.) mit Sitz im K\u00f6nigreich der Niederlande (Niederlande). Sie waren im Jahr 2005 (Streitjahr) zu jeweils 50&nbsp;% als Kommanditistinnen an der inl\u00e4ndischen \u2026 GmbH &amp; Co. KG (V-KG) beteiligt, der urspr\u00fcnglichen Kl\u00e4gerin in diesem Verfahren. Mit gleichen Beteiligungsquoten waren die Kl\u00e4gerin zu 1. und die Rechtsvorg\u00e4ngerin der Kl\u00e4gerin zu 2. (B-BV) zugleich Kommanditistinnen der \u2026 GmbH &amp; Co. KG (C-KG).<\/li><li>Mit Vertrag vom 25.05.2005 entnahmen die Kl\u00e4gerin zu 1. und die B-BV s\u00e4mtliche Patent-, Marken-, und Gebrauchsmusterrechte einschlie\u00dflich \u2011\u2011aber nicht auf diese beschr\u00e4nkt\u2011\u2011 der Rechte am geistigen Eigentum aus der C-KG und legten die Rechte am geistigen Eigentum gegen Teil-Barzahlungen in die V-KG ein.<\/li><li>Die V-KG mietete ab Juni 2005 R\u00e4umlichkeiten in X (Niederlande) an. Unter der dortigen Adresse wurde am 21.10.2005 in dem niederl\u00e4ndischen Handelsregister die Gr\u00fcndung einer Betriebsst\u00e4tte der V-KG eingetragen. Als Tag der Gr\u00fcndung ist der 26.05.2005 angegeben.<\/li><li>Im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) davon aus, die \u00dcberf\u00fchrung der Rechte am geistigen Eigentum in die Niederlande stelle eine Entnahme dar, die zur Aufdeckung der stillen Reserven bei der V-KG gef\u00fchrt habe. Der zwischen den Beteiligten \u2011\u2011auf der Grundlage des Fremdvergleichswerts im Zeitpunkt der \u00dcberf\u00fchrung\u2011\u2011 \u00fcbereinstimmend ermittelte Wert der stillen Reserven von \u2026&nbsp;\u20ac sei nach Ma\u00dfgabe der Grunds\u00e4tze der Finanzverwaltung f\u00fcr die Pr\u00fcfung der Aufteilung der Eink\u00fcnfte bei Betriebsst\u00e4tten international t\u00e4tiger Unternehmen (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen \u2011\u2011BMF\u2011\u2011 vom 24.12.1999 \u2011\u2011Betriebsst\u00e4tten-Verwaltungsgrunds\u00e4tze\u2011\u2011, BStBl I 1999, 1076, Tz.&nbsp;2.6.1) aus Billigkeitsgr\u00fcnden durch einen Merkposten in gleicher H\u00f6he zu neutralisieren; dieser Merkposten sei sodann in gleichen Jahresraten \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren gewinnerh\u00f6hend aufzul\u00f6sen. Unter dem 17.08.2009 erlie\u00df das FA einen entsprechend ge\u00e4nderten Feststellungsbescheid f\u00fcr die V-KG f\u00fcr 2005.<\/li><li>In dem anschlie\u00dfenden Klageverfahren hat das Finanzgericht (FG) D\u00fcsseldorf mit Beschluss vom 05.12.2013&nbsp;&#8211; 8&nbsp;K&nbsp;3664\/11&nbsp;F (Entscheidungen der Finanzgerichte \u2011\u2011EFG\u2011\u2011 2014, 119) ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) gerichtet, \u00fcber das der EuGH mit Urteil Verder LabTec vom 21.05.2015&nbsp;&#8211; C-657\/13 (EU:C:2015:331, Internationales Steuerrecht 2015, 440) entschieden hat. Mit seinem Urteil vom 19.11.2015&nbsp;&#8211; 8&nbsp;K&nbsp;3664\/11&nbsp;F (EFG 2016, 209) hat das FG sodann die Klage als unbegr\u00fcndet abgewiesen.<\/li><li>Dagegen wendete sich die V-KG mit ihrer auf die Verletzung materiellen Rechts gest\u00fctzten Revision.<\/li><li>Der erkennende Senat hat das Revisionsverfahren mit Beschluss vom 14.06.2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;95\/15 bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) \u00fcber das Normenkontrollersuchen des Senats vom 10.04.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;80\/12 (BFHE 241, 483, BStBl II 2013, 1004) ausgesetzt. Nachdem das BVerfG mit Beschluss vom 28.11.2023&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;8\/13 (BVerfGE 168, 1) \u00fcber das Normenkontrollersuchen entschieden hat, ist das Revisionsverfahren unter dem Aktenzeichen I&nbsp;R&nbsp;5\/24 (I&nbsp;R&nbsp;99\/15) fortgesetzt worden.<\/li><li>Mit Wirkung zum 30.11.2023 ist die V-KG als Rechtstr\u00e4gerin erloschen (Vollbeendigung). Das Verfahren wird von den Kl\u00e4gerinnen fortgef\u00fchrt.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerinnen beantragen, das angefochtene Urteil, die Einspruchsentscheidung vom 19.09.2011 sowie den Feststellungsbescheid des FA vom 17.08.2009 aufzuheben.<\/li><li>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist im Ergebnis begr\u00fcndet; sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat zwar zu Recht dahin erkannt, dass die \u00dcberf\u00fchrung der Rechte am geistigen Eigentum in die niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) bei der V-KG zu einer gewinnerh\u00f6henden Entnahme gef\u00fchrt hat. Auch kommt eine Aussetzung des Verfahrens gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) nicht in Betracht, weil der Senat nicht von der Verfassungswidrigkeit der in \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG 2010) vom 08.12.2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) angeordneten Anwendung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und 4 EStG f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die vor dem 01.01.2006 enden, \u00fcberzeugt ist. Zudem verst\u00f6\u00dft \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 in der Konstellation des Streitfalls weder gegen die unionsrechtlich garantierte Niederlassungsfreiheit noch gegen das Diskriminierungsverbot des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 des f\u00fcr das Streitjahr anwendbaren Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K\u00f6nigreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen sowie verschiedener sonstiger Steuern und zur Regelung anderer Fragen auf steuerlichem Gebiete vom 16.06.1959 (BGBl II 1960, 1782, BStBl I 1960, 382) in der zuletzt durch das Zusatzprotokoll vom 04.06.2004 (BGBl II 2004, 1655, BStBl I 2005, 365) ge\u00e4nderten Fassung (DBA-Niederlande 1959\/2004). Jedoch ist das FG rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass die Entnahme mit dem Fremdvergleichswert anzusetzen sei.<\/li><li>1. Nach dem Erl\u00f6schen der V-KG zum 30.11.2023 sind die Kl\u00e4gerinnen als im Streitjahr an der V-KG beteiligte Gesellschafterin (Kl\u00e4gerin zu 1.) und als Rechtsnachfolgerin einer seinerzeit an der V-KG beteiligten Gesellschafterin (Kl\u00e4gerin zu 2.) befugt, den Rechtsstreit auf der Aktivseite fortzuf\u00fchren. Prozessuale Rechtsnachfolger einer w\u00e4hrend des Klageverfahrens vollbeendeten Personengesellschaft sind die durch den angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheid beschwerten Gesellschafter, die im Streitzeitraum an der Gesellschaft beteiligt waren \u2011\u2011oder deren Rechtsnachfolger\u2011\u2011, soweit sie jeweils hinsichtlich der Feststellungen in ihren eigenen Rechten betroffen sind (vgl. z.B. Senatsurteil vom 07.02.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;8\/19, BFH\/NV 2024, 759; s.a. Urteile des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 25.04.2006&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;52\/04, BFHE 214, 40, BStBl II 2006, 847; vom 16.12.2021&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;1\/18, BFH\/NV 2022, 305; BFH-Beschluss vom 17.10.2013&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;25\/10, BFH\/NV 2014, 170).<\/li><li>2. Zur Aufdeckung der stillen Reserven an den Rechten am geistigen Eigentum hat nicht bereits die teilentgeltliche \u00dcbertragung der Patent-, Marken- und Gebrauchsmusterrechte von der C-KG auf die V-KG am 25.05.2005 gef\u00fchrt.<\/li><li>a) Zwar gilt nach \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 EStG in dem Fall, dass ein einzelnes Wirtschaftsgut unentgeltlich in das Betriebsverm\u00f6gen eines anderen Steuerpflichtigen \u00fcbertragen wird, grunds\u00e4tzlich sein gemeiner Wert f\u00fcr das aufnehmende Betriebsverm\u00f6gen als Anschaffungskosten. Jedoch ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 i.V.m. Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2024 (JStG 2024) vom 02.12.2024 (BGBl I 2024 Nr. 387, BStBl I 2024, 1484) der Wert anzusetzen, der sich nach den Vorschriften \u00fcber die Gewinnermittlung ergibt, soweit ein Wirtschaftsgut unentgeltlich zwischen den Gesamthandsverm\u00f6gen verschiedener Mitunternehmerschaften derselben, identisch beteiligten Mitunternehmer \u00fcbertragen wird. Diese Regelung ist in Erf\u00fcllung der Vorgaben des BVerfG-Beschlusses vom 28.11.2023&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;8\/13 (BVerfGE 168, 1) in das Gesetz eingef\u00fcgt worden und gilt gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;14 EStG i.d.F. des JStG 2024 f\u00fcr alle offenen F\u00e4lle, mithin r\u00fcckwirkend auch f\u00fcr die hier zu beurteilende \u00dcbertragung vom 25.05.2005.<\/li><li>b) Die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2024 sind erf\u00fcllt. An den Gesamthandsverm\u00f6gen der V-KG und der C-KG waren die gleichen Mitunternehmer (Kl\u00e4gerin zu 1. und B-BV) identisch (jeweils zu 50&nbsp;%) beteiligt. Dass aus den vorinstanzlichen Feststellungen nicht hervorgeht, ob auch die Komplement\u00e4re der V-KG und der C-KG identisch sind, hindert die Anwendung der Vorschrift nicht. Diese stellt auf die Gesamthandsverm\u00f6gen der Mitunternehmerschaften ab und ist dahin auszulegen, dass nicht verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfig an einer KG beteiligte Komplement\u00e4re f\u00fcr die Frage der Beteiligungsidentit\u00e4t nicht ma\u00dfgeblich sind (so ausdr\u00fccklich Begr\u00fcndung des Regierungsentwurfs eines Jahressteuergesetzes 2024, BTDrucks 20\/12780, S.&nbsp;121).<\/li><li>3. Zur Aufdeckung der stillen Reserven hat jedoch die \u00dcberf\u00fchrung der Rechte am geistigen Eigentum durch die V-KG in ihre niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte gef\u00fchrt, die nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und 4 EStG i.d.F. des JStG 2010 einer Entnahme im Sinne des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG gleichsteht.<\/li><li>a) Nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist der Gewinn der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsverm\u00f6gen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsverm\u00f6gen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen. Entnahmen sind gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG alle Wirtschaftsg\u00fcter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb f\u00fcr sich, f\u00fcr seinen Haushalt oder f\u00fcr andere betriebsfremde Zwecke im Laufe des Wirtschaftsjahres entnommen hat. Die mit dem Gesetz \u00fcber steuerliche Begleitma\u00dfnahmen zur Einf\u00fchrung der Europ\u00e4ischen Gesellschaft und zur \u00c4nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) vom 07.12.2006 (BGBl I 2006, 2782, berichtigt BGBl I 2007, 68, BStBl I 2007, 4) in das Gesetz aufgenommene Regelung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG bestimmt, dass einer Entnahme f\u00fcr betriebsfremde Zwecke der Ausschluss oder die Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) hinsichtlich des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung oder der Nutzung eines Wirtschaftsguts gleichsteht. Ein Ausschluss oder eine Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts hinsichtlich des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung eines Wirtschaftsguts liegt gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG \u2011\u2011der dem Einkommensteuergesetz mit dem Jahressteuergesetz 2010 hinzugef\u00fcgt worden ist\u2011\u2011 insbesondere vor, wenn ein bisher einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte des Steuerpflichtigen zuzuordnendes Wirtschaftsgut einer ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte zuzuordnen ist.<\/li><li>b) Einer Anwendung der Entnahmeregelungen des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG auf die \u00dcberf\u00fchrung der Einzelwirtschaftsg\u00fcter in die niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte der V-KG steht nicht entgegen, dass es sich bei deren Kommanditistinnen (Kl\u00e4gerin zu 1. und B-BV) offenbar \u2011\u2011ausdr\u00fcckliche Feststellungen hat das FG insoweit allerdings nicht getroffen\u2011\u2011 um mit deutschen Kapitalgesellschaften vergleichbare Rechtssubjekte und damit um K\u00f6rperschaftsteuersubjekte gehandelt hat. Das FG hat zutreffend angenommen, dass die Vorschriften \u00fcber die Entnahme in diesem Fall nicht durch die Entstrickungsregeln des \u00a7&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes i.d.F. des JStG 2010 (KStG), die nach den in \u00a7&nbsp;34 Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;3 KStG geregelten Ma\u00dfgaben r\u00fcckwirkend auch f\u00fcr Wirtschaftsjahre gelten, die vor dem 01.01.2006 enden, verdr\u00e4ngt werden (ebenso Brandis\/Heuermann\/Pfirrmann, \u00a7&nbsp;12 KStG Rz&nbsp;24; Kessens in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;12 Rz&nbsp;23; Benecke\/Staats in D\u00f6tsch\/Pung\/M\u00f6hlenbrock, Die K\u00f6rperschaftsteuer, \u00a7&nbsp;12 KStG Rz&nbsp;69; anderer Auffassung M\u00fcller, Internationale Steuer-Rundschau \u2011\u2011ISR\u2011\u2011 2014, 60, 62; von&nbsp;Freeden in R\u00f6dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;12 Rz&nbsp;14; Frotscher in Frotscher\/Geurts, EStG, \u00a7&nbsp;4 Rz&nbsp;365; Mundfortz in Frotscher\/Dr\u00fcen, KStG\/GewStG\/UmwStG, \u00a7&nbsp;12 KStG Rz&nbsp;15). In Konstellationen, in denen ein K\u00f6rperschaftsteuersubjekt als Mitunternehmer an einer Personengesellschaft beteiligt ist, finden die Regelungen zur Entnahme Anwendung (vgl. Senatsurteil vom 12.10.2016&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;92\/12, BFHE 256, 32, BStBl II 2022, 123). Stellt der Gesetzgeber vor diesem Hintergrund in \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des SEStEG den Ausschluss oder die Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts Deutschlands hinsichtlich des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung oder der Nutzung eines Wirtschaftsguts einer Entnahme gleich, muss dieser Tatbestand \u2011\u2011ebenso wie die n\u00e4here Bestimmung des Ausschlusses und der Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts in \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010\u2011\u2011 auch bei der Ermittlung der Gewinnanteile von als Mitunternehmer an einer Personengesellschaft beteiligten Kapitalgesellschaften oder anderen K\u00f6rperschaftsteuersubjekten Anwendung finden.<\/li><li>c) Die \u00dcberf\u00fchrung der Rechte am geistigen Eigentum an den gewerblichen Schutzrechten in die in den Niederlanden belegene Betriebsst\u00e4tte der V-KG erf\u00fcllt den Tatbestand des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 und ist daher einer nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG gewinnerh\u00f6henden Entnahme zu betriebsfremden Zwecken gleichzustellen.<\/li><li>aa) Es kommt dabei nicht entscheidungserheblich darauf an, ob \u2011\u2011wie das FG angenommen hat\u2011\u2011 bereits der mit dem SEStEG \u2011\u2011mit erstmaliger Geltung f\u00fcr nach dem 31.12.2005 endende Wirtschaftsjahre (\u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b EStG i.d.F. des SEStEG)\u2011\u2011 eingef\u00fcgte Satz&nbsp;3 des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG, der den Ausschluss oder die Beschr\u00e4nkung des Besteuerungsrechts Deutschlands hinsichtlich des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung oder der Nutzung des Wirtschaftsguts voraussetzt, f\u00fcr sich genommen zu einer Gleichstellung der \u00dcberf\u00fchrung eines Wirtschaftsguts in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte mit einer Entnahme f\u00fchren w\u00fcrde (offengelassen im Senatsurteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/06, BFHE 222, 402, BStBl II 2009, 464, unter B.III.3.b&nbsp;bb &#8211;&nbsp;dort wurde \u2011\u2011unter Aufgabe der vormaligen &#8222;Theorie der finalen Entnahme&#8220;\u2011\u2011 entschieden, dass das Besteuerungsrecht Deutschlands bei einer Ver\u00e4u\u00dferung des zuvor in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte \u00fcberf\u00fchrten Wirtschaftsguts im Hinblick auf die bis zur \u00dcberf\u00fchrung im Inland entstandenen stillen Reserven durch eine in einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung \u2011\u2011DBA\u2011\u2011 vereinbarte Freistellung der ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4ttengewinne nicht beeintr\u00e4chtigt wird).<\/li><li>bb) Mit der Einf\u00fcgung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG durch das JStG 2010 hat der Gesetzgeber jedoch unmissverst\u00e4ndlich normiert, dass der Fall der \u00dcberf\u00fchrung eines bisher einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte des Steuerpflichtigen zuzuordnenden Wirtschaftsguts in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte \u2011\u2011und zwar unabh\u00e4ngig von einer etwaigen abkommensrechtlichen Freistellung der ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4ttengewinne\u2011\u2011 ein Anwendungsfall (&#8222;\u2026 liegt insbesondere vor, wenn \u2026&#8220;) des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des SEStEG sein soll. Angesichts dieses anhand des Normwortlauts klar erkennbaren Willens des Gesetzgebers ist im Falle der Tatbestandsm\u00e4\u00dfigkeit nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 eine nochmalige Pr\u00fcfung der Voraussetzungen des Satzes&nbsp;3 nicht erforderlich (vgl. auch Brandis\/Heuermann\/Dr\u00fcen, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;487; Reddig in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;242; Musil, Finanz-Rundschau \u2011\u2011FR\u2011\u2011 2011, 545, 549). Dass \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 nach der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs (BTDrucks 17\/3549, S.&nbsp;15) &#8222;klarstellend den Hauptanwendungsfall des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG mittels eines Regelbeispiels&#8220; erl\u00e4utern soll, \u00e4ndert daran \u2011\u2011entgegen der Sichtweise der Revision\u2011\u2011 nichts (anderer Auffassung Gosch, Internationale Wirtschaftsbriefe 2012, 779, 784&nbsp;f. und BFH-PR 2015, 296, 298; Schnitger, Die Entstrickung im Steuerrecht, 2013, S.&nbsp;25; Kessler\/Philipp, Deutsches Steuerrecht \u2011\u2011DStR\u2011\u2011 2012, 267, 270).<\/li><li>cc) Die tatrichterliche W\u00fcrdigung des FG, die Rechte am geistigen Eigentum seien zun\u00e4chst in die V-KG eingelegt und erst im Anschluss daran deren niederl\u00e4ndischer Betriebsst\u00e4tte \u2011\u2011einer ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte im Sinne des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010\u2011\u2011 zugeordnet, mithin nicht unmittelbar von der C-KG in die Niederlande \u00fcbertragen worden, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden und bindet den Senat gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO. Insbesondere aufgrund des Umstands, dass die V-KG die R\u00e4umlichkeiten in den Niederlanden ab dem 01.06.2005 angemietet und damit erst die Voraussetzung f\u00fcr eine feste Gesch\u00e4ftseinrichtung im Sinne des f\u00fcr die Auslegung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 ma\u00dfgeblichen \u00a7&nbsp;12 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) geschaffen hat (vgl. Senatsurteil vom 03.02.1993&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;80-81\/91, BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462), erscheint der vom FG gezogene Schluss, dass die in dem Vertrag vom 25.05.2005 mit sofortiger Wirkung vereinbarte Einlage der Rechte am geistigen Eigentum \u2011\u2011ungeachtet der im Vertragstext in Bezug genommenen eingetragenen Niederlassung der V-KG (&#8222;registered Office&#8220;) in den Niederlanden\u2011\u2011 in die V-KG und nicht in deren niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte erfolgen sollte, m\u00f6glich. Ein Versto\u00df gegen Denkgesetze oder Erfahrungss\u00e4tze ist weder ger\u00fcgt worden noch sonst ersichtlich.<\/li><li>d) \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 gilt r\u00fcckwirkend auch f\u00fcr die im Streitfall zu beurteilende \u00dcberf\u00fchrung der Rechte am geistigen Eigentum in die niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte der V-KG.<\/li><li>aa) \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des JStG 2010 ordnet die Geltung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des SEStEG f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die vor dem 01.01.2006 enden, f\u00fcr F\u00e4lle an, in denen ein bisher einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte eines unbeschr\u00e4nkt Steuerpflichtigen zuzuordnendes Wirtschaftsgut einer ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte dieses Steuerpflichtigen zuzuordnen ist, deren Eink\u00fcnfte durch ein DBA freigestellt sind (Variante&nbsp;1) oder wenn das Wirtschaftsgut bei einem beschr\u00e4nkt Steuerpflichtigen nicht mehr einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte zuzuordnen ist (Variante&nbsp;2). \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 gilt in allen F\u00e4llen, in denen \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des SEStEG anzuwenden ist (\u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des JStG 2010).<\/li><li>bb) F\u00fcr den Streitfall f\u00fchrt \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 Variante&nbsp;1 i.V.m. Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des JStG 2010 zur r\u00fcckwirkenden Geltung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010, weil die Eink\u00fcnfte der niederl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte der V-KG im Streitjahr gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 DBA-Niederlande 1959\/2004 von der Besteuerung durch Deutschland freigestellt waren.<\/li><li>4. \u00dcber die Revision ist abschlie\u00dfend zu entscheiden, weil die Voraussetzungen f\u00fcr die Aussetzung des Verfahrens und die Einholung einer Entscheidung des BVerfG nicht vorliegen. Der Senat ist \u2011\u2011wie schon die Vorinstanz\u2011\u2011 nicht zu der \u00dcberzeugung gelangt, dass die durch \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 und 3 EStG i.d.F. des JStG 2010 angeordnete Anwendung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die vor dem 01.01.2006 enden, in der Konstellation des Streitfalls dem verfassungsrechtlich gew\u00e4hrten Vertrauensschutzgebot und damit dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG widerspricht (ebenso FG K\u00f6ln, Urteil vom 16.02.2016&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;2335\/11, EFG 2016, 793; Bode in Kirchhof\/Seer, EStG, 23.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;4 Rz&nbsp;107a, 108; zur Parallelregelung in \u00a7&nbsp;12 KStG: Brandis\/Heuermann\/Pfirrmann, \u00a7&nbsp;12 KStG Rz&nbsp;10; anderer Auffassung Brandis\/Heuermann\/Dr\u00fcen, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;486; Reddig in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;210; Frotscher\/Watrin in Frotscher\/Geurts, EStG, \u00a7&nbsp;4 Rz&nbsp;362c; Musil, FR 2011, 545, 550; Ditz\/Tcherveniachki, ISR 2016, 417).<\/li><li>a) Wenn der Gesetzgeber die Rechtsfolge eines der Vergangenheit zugeh\u00f6rigen Verhaltens nachtr\u00e4glich belastend \u00e4ndert, bedarf dies einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten des Grundgesetzes, unter deren Schutz Sachverhalte &#8222;ins Werk gesetzt&#8220; worden sind (BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103). Das BVerfG unterscheidet bei r\u00fcckwirkenden Gesetzen in st\u00e4ndiger Rechtsprechung zwischen Gesetzen mit &#8222;echter&#8220; R\u00fcckwirkung und solchen mit &#8222;unechter&#8220; R\u00fcckwirkung.<\/li><li>aa) Eine Rechtsnorm entfaltet echte R\u00fcckwirkung, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon f\u00fcr vor dem Zeitpunkt ihrer Verk\u00fcndung bereits abgeschlossene Tatbest\u00e4nde gelten soll (&#8222;R\u00fcckbewirkung von Rechtsfolgen&#8220;). Das ist verfassungsrechtlich grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig (z.B. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 07.07.2010&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1; vom 25.03.2021&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/11, BVerfGE 157, 177). Bei einer echten R\u00fcckwirkung hat der Vertrauensschutz regelm\u00e4\u00dfig Vorrang, weil der in der Vergangenheit liegende Sachverhalt mit dem Eintritt der Rechtsfolge kraft gesetzlicher Anordnung einen Grad der Abgeschlossenheit erreicht hat, \u00fcber den sich der Gesetzgeber vorbehaltlich besonders schwerwiegender Gr\u00fcnde nicht mehr hinwegsetzen darf (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 07.07.2010&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1; vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103).<\/li><li>bb) Eine unechte R\u00fcckwirkung liegt vor, soweit belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk\u00fcndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel\u00f6st werden. Eine solche R\u00fcckwirkung ist nicht grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig (BVerfG-Beschluss vom 25.03.2021&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/11, BVerfGE 157, 177). Es muss jedoch der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit gewahrt sein; die Interessen der Allgemeinheit, die mit der Regelung verfolgt werden, und das Vertrauen des Einzelnen auf die Fortgeltung der Rechtslage sind abzuw\u00e4gen (BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103).<\/li><li>cc) Im Steuerrecht liegt eine echte R\u00fcckwirkung nur vor, wenn der Gesetzgeber eine bereits entstandene Steuerschuld nachtr\u00e4glich ab\u00e4ndert (BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1). Erfolgt eine \u00c4nderung von Normen hingegen mit Wirkung f\u00fcr den laufenden Veranlagungszeitraum, ist diese jedenfalls in formaler Hinsicht der Kategorie der unechten R\u00fcckwirkung zuzuordnen (BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1); denn nach \u00a7&nbsp;38 AO i.V.m. \u00a7&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG bzw. \u00a7&nbsp;30 Nr.&nbsp;3 KStG entstehen Einkommensteuer und K\u00f6rperschaftsteuer erst mit dem Ablauf des Veranlagungszeitraums.<\/li><li>b) Nach diesen Ma\u00dfgaben handelt es sich bezogen auf den Streitfall bei der durch \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 und 3 EStG i.d.F. des JStG 2010 angeordneten R\u00fcckwirkung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die vor dem 01.01.2006 enden, um eine echte R\u00fcckwirkung. Denn zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Jahressteuergesetzes 2010 war der Veranlagungszeitraum 2005, in den das Ende des Wirtschaftsjahres 2005 der V-KG f\u00e4llt, bereits abgeschlossen und waren die entsprechenden Steuerschulden entstanden.<\/li><li>c) Neben dem Effekt der formal-gesetzlichen R\u00fcckwirkung hat die Einf\u00fcgung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 gegen\u00fcber dem alten Recht auch eine konstitutive materiell-rechtliche Rechts\u00e4nderung bewirkt.<\/li><li>aa) Ob eine r\u00fcckwirkende Gesetzes\u00e4nderung gegen\u00fcber dem alten Recht deklaratorisch oder konstitutiv wirkt, h\u00e4ngt vom Inhalt des alten und des neuen Rechts ab, der regelm\u00e4\u00dfig erst durch Auslegung ermittelt werden muss. Dabei kommt der Begr\u00fcndung eines Gesetzentwurfs, in der die Rechts\u00e4nderung als deklaratorische &#8222;Klarstellung&#8220; des bisherigen Rechtszustands bezeichnet wird, keine f\u00fcr die Gerichte verbindliche Wirkung zu; ma\u00dfgeblich ist vielmehr die Auslegung der Norm durch die rechtsprechende Gewalt (BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1).<\/li><li>bb) Nach dem zum Zeitpunkt des Erlasses des SEStEG gegebenen Stand der Rechtsprechung zum alten Recht \u2011\u2011das hei\u00dft zur Fassung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ohne die sp\u00e4ter eingef\u00fcgten S\u00e4tze&nbsp;3 und 4\u2011\u2011 h\u00e4tte die \u00dcberf\u00fchrung der Wirtschaftsg\u00fcter in die niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte der Kl\u00e4gerin nicht die Rechtsfolgen einer Entnahme ausgel\u00f6st. Der erkennende Senat hatte mit Urteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/06 (BFHE 222, 402, BStBl II 2009, 464) seine fr\u00fchere Rechtsprechung, der zufolge in der \u00dcberf\u00fchrung von Einzelwirtschaftsg\u00fctern aus einem inl\u00e4ndischen Stammhaus in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte stets eine Entnahme im Sinne von \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG zu sehen sei, wenn die ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4ttengewinne aufgrund eines DBA von der Besteuerung im Inland freigestellt sind (sogenannte Theorie der finalen Entnahme), ausdr\u00fccklich aufgegeben, weil die Tatbestandsvoraussetzungen einer Entnahme &#8222;zu betriebsfremden Zwecken&#8220; nicht erf\u00fcllt seien und im \u00dcbrigen eine sp\u00e4tere Besteuerung der in dem Wirtschaftsgut ruhenden stillen Reserven durch Deutschland abkommensrechtlich zul\u00e4ssig sei. Diese Rechtsprechungs\u00e4nderung wurde vom BMF &#8222;im Vorgriff auf m\u00f6gliche gesetzliche Regelungen&#8220; mit einem sogenannten Nichtanwendungserlass belegt (BMF-Schreiben vom 20.05.2009, BStBl I 2009, 671, nachfolgend BMF-Schreiben vom 18.11.2011, BStBl I 2011, 1278) und sollte mit der Einf\u00fcgung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG durch das JStG 2010 durch r\u00fcckwirkende Schaffung der nach dem Senatsurteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/06 (BFHE 222, 402, BStBl II 2009, 464) bislang fehlenden Rechtsgrundlage f\u00fcr eine Entstrickungsbesteuerung auch f\u00fcr die Vergangenheit konterkariert werden (&#8222;Nichtanwendungsgesetz&#8220;, vgl. Brandis\/Heuermann\/Dr\u00fcen, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;485).<\/li><li>d) Die sonach durch \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 und 3 EStG bewirkte konstitutive R\u00fcckwirkung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG (jeweils i.d.F. des JStG 2010) in die Zeit vor 2006 ist in der Konstellation des Streitfalls verfassungsrechtlich gerechtfertigt.<\/li><li>aa) Die im Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten verankerten Prinzipien der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes stehen den Steuerpflichtigen belastenden Gesetzen mit echter R\u00fcckwirkung grunds\u00e4tzlich entgegen. Das grunds\u00e4tzliche Verbot echt r\u00fcckwirkender belastender Gesetze beruht auf den Prinzipien der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes; es sch\u00fctzt das Vertrauen in die Verl\u00e4sslichkeit und Berechenbarkeit der unter der Geltung des Grundgesetzes geschaffenen Rechtsordnung und der auf ihrer Grundlage erworbenen Rechte. Wenn der Gesetzgeber die Rechtsfolge eines der Vergangenheit zugeh\u00f6rigen Verhaltens nachtr\u00e4glich belastend \u00e4ndert, bedarf dies einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten des Grundgesetzes (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1). Die Grundrechte wie auch das Rechtsstaatsprinzip garantieren im Zusammenwirken die Verl\u00e4sslichkeit der Rechtsordnung als wesentliche Voraussetzung f\u00fcr die Selbstbestimmung \u00fcber den eigenen Lebensentwurf und damit als eine Grundbedingung freiheitlicher Verfassungen. Es w\u00fcrde die Betroffenen in ihrer Freiheit erheblich gef\u00e4hrden, d\u00fcrfte die \u00f6ffentliche Gewalt an ihr Verhalten oder an sie betreffende Umst\u00e4nde ohne Weiteres im Nachhinein belastendere Rechtsfolgen kn\u00fcpfen, als sie zum Zeitpunkt ihres rechtserheblichen Verhaltens galten. Ausgehend hiervon sind Gesetze mit echter R\u00fcckwirkung grunds\u00e4tzlich nicht mit der Verfassung vereinbar (st\u00e4ndige Rechtsprechung des BVerfG, z.B. Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1).<\/li><li>bb) Von diesem grunds\u00e4tzlichen Verbot echt r\u00fcckwirkender Gesetze bestehen jedoch Ausnahmen. Das R\u00fcckwirkungsverbot findet im Grundsatz des Vertrauensschutzes nicht nur seinen Grund, sondern auch seine Grenze (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 25.05.1993&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;1509\/91, 1&nbsp;BvR&nbsp;1648\/91, BVerfGE 88, 384; vom 21.07.2010&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;11-13\/06, 1&nbsp;BvR&nbsp;2530\/05, BVerfGE 126, 369; vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1). Es gilt nicht, soweit sich kein Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 15.10.1996&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;44\/92, 1&nbsp;BvL&nbsp;48\/92, BVerfGE 95, 64; vom 18.02.2009&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;3076\/08, BVerfGE 122, 374) oder ein Vertrauen auf eine bestimmte Rechtslage sachlich nicht gerechtfertigt und daher nicht schutzw\u00fcrdig war (vgl. BVerfG-Urteil vom 19.12.1961&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59, BVerfGE 13, 261; BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1). Bei den in der Rechtsprechung des BVerfG anerkannten, nicht abschlie\u00dfend definierten Fallgruppen handelt es sich um Typisierungen ausnahmsweise fehlenden Vertrauens in eine bestehende Gesetzeslage (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 14.05.1986&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/83, BVerfGE 72, 200; vom 03.12.1997&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;882\/97, BVerfGE 97, 67). F\u00fcr die Frage, ob mit einer r\u00fcckwirkenden \u00c4nderung der Rechtslage zu rechnen war, ist von Bedeutung, ob die bisherige Regelung bei objektiver Betrachtung geeignet war, ein Vertrauen der betroffenen Personengruppe auf ihren Fortbestand zu begr\u00fcnden (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 20.10.1971&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;757\/66, BVerfGE 32, 111; vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1).<\/li><li>So ist eine Ausnahme vom Grundsatz der Unzul\u00e4ssigkeit echter R\u00fcckwirkungen gegeben, wenn die Betroffenen schon im Zeitpunkt, auf den die R\u00fcckwirkung bezogen wird, nicht auf den Fortbestand einer gesetzlichen Regelung vertrauen durften, sondern mit deren \u00c4nderung rechnen mussten (vgl. BVerfG-Urteil vom 19.12.1961&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59, BVerfGE 13, 261; BVerfG-Beschluss vom 18.02.2009&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;3076\/08, BVerfGE 122, 374). Vertrauensschutz kommt insbesondere dann nicht in Betracht, wenn die Rechtslage so unklar und verworren war, dass eine Kl\u00e4rung erwartet werden musste (vgl. BVerfG-Urteil vom 19.12.1961&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59, BVerfGE 13, 261; BVerfG-Beschluss vom 21.07.2010&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;11-13\/06, 1&nbsp;BvR&nbsp;2530\/05, BVerfGE 126, 369), oder wenn das bisherige Recht in einem Ma\u00dfe systemwidrig und unbillig war, dass ernsthafte Zweifel an seiner Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit bestanden (vgl. BVerfG-Beschluss vom 14.11.1961&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;345\/60, BVerfGE 13, 215). Dar\u00fcber hinaus kann es verfassungsrechtlich unbedenklich sein, wenn der Gesetzgeber durch ein r\u00fcckwirkendes Gesetz lediglich eine in der Vergangenheit herrschende Rechtspraxis kodifiziert, um so einer zwischenzeitlich erfolgten Rechtsprechungs\u00e4nderung entgegenzuwirken (vgl. BVerfG-Beschl\u00fcsse vom 23.01.1990&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;4-7\/87, BVerfGE 81, 228; vom 21.07.2010&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;11-13\/06, 1&nbsp;BvR&nbsp;2530\/05, BVerfGE 126, 369; vom 17.12.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1; vom 12.07.2023&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;482\/14, DStR 2023, 1769; BFH-Urteile vom 12.11.2013&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;36\/10, BFHE 243, 506, BStBl II 2014, 168; vom 30.06.2022&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;42\/19, BFHE 278, 42, BStBl II 2023, 118).<\/li><li>cc) F\u00fcr die im Streitfall ma\u00dfgebliche R\u00fcckwirkung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 in den Veranlagungszeitraum 2005 greift der letztgenannte Rechtfertigungsgrund der &#8222;Korrektur&#8220; einer sp\u00e4teren Rechtsprechungs\u00e4nderung, auf die die Betroffenen im fraglichen Zeitraum noch nicht haben vertrauen k\u00f6nnen.<\/li><li>In den vor der Aufgabe der &#8222;Theorie der finalen Entnahme&#8220; durch das Senatsurteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/06 (BFHE 222, 402, BStBl II 2009, 464) ergangenen Entscheidungen hatte der Senat in der \u00dcberf\u00fchrung von Einzelwirtschaftsg\u00fctern aus einem inl\u00e4ndischen Stammhaus in eine ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte stets eine gewinnrealisierende Entnahme im Sinne von \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG gesehen, wenn die ausl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4ttengewinne aufgrund eines DBA von der Besteuerung im Inland freigestellt waren (vgl. Senatsurteile vom 16.07.1969&nbsp;&#8211; I&nbsp;266\/65, BFHE 97, 342, BStBl II 1970, 175; vom 28.04.1971&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;55\/66, BFHE 102, 374, BStBl II 1971, 630; vom 24.11.1982&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;123\/78, BFHE 137, 59, BStBl II 1983, 113; zustimmend BFH-Urteile vom 30.05.1972&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;111\/69, BFHE 106, 198, BStBl II 1972, 760; vom 16.12.1975&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;3\/74, BFHE 117, 563, BStBl II 1976, 246; vom 19.02.1998&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;38\/97, BFHE 186, 42, BStBl II 1998, 509). Die Finanzverwaltung ist dem (mit zwar variierenden Begr\u00fcndungen, aber) seit 1999 jedenfalls im Ergebnis \u2011\u2011der Annahme einer Gewinnrealisierung\u2011\u2011 gefolgt. Zur Abmilderung der Rechtsfolgen hat die Finanzverwaltung die in den Betriebsst\u00e4tten-Verwaltungsgrunds\u00e4tzen seit 1999 niedergelegte und auch im Streitfall angewendete, als Billigkeitsregelung im Sinne von \u00a7&nbsp;163 AO verstandene Stundungsregelung praktiziert, indem die Gewinnerh\u00f6hung durch einen Merkposten neutralisiert worden ist, der sodann \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren in gleichen Jahresraten gewinnerh\u00f6hend aufgel\u00f6st wurde (BMF-Schreiben vom 24.12.1999, BStBl I 1999, 1076, Tz.&nbsp;2.6.1, 2.6.3).<\/li><li>Die Rechtsprechung zur Theorie der finalen Entnahme ist zwar \u00fcberwiegend \u00e4lteren Datums und in weiten Teilen der Literatur in zunehmendem Ma\u00dfe kritisiert und als \u00fcberholt angesehen worden (vgl. Nachweise im Senatsurteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;77\/06, BFHE 222, 402, BStBl II 2009, 464, unter B.III.3.b&nbsp;bb). Ein objektiv nachvollziehbarer Anlass, der der V-KG zum Zeitpunkt der \u00dcberf\u00fchrung der Rechte in ihre niederl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte im Juni 2005 ein sch\u00fctzenswertes Vertrauen darauf h\u00e4tte vermitteln k\u00f6nnen, dass sich die Literaturauffassung in Bezug auf den Veranlagungszeitraum 2005 gegen die bisherige Rechtsprechungs- und Verwaltungspraxis durchsetzen k\u00f6nnte, ist jedoch nicht zu erkennen. Allein eine \u2011\u2011insbesondere aufgrund von in der Literatur ge\u00e4u\u00dferten Bedenken\u2011\u2011 M\u00f6glichkeit einer zuk\u00fcnftigen Rechtsprechungs\u00e4nderung begr\u00fcndet keinen verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz (Senatsurteil vom 14.03.2006&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;1\/04, BFHE 213, 38, BStBl II 2006, 549; Senatsbeschluss vom 22.02.2006&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;145\/05, BFHE 213, 29, BStBl II 2006, 546). An der fehlenden Schutzw\u00fcrdigkeit des Vertrauens \u00e4ndert es auch nichts, wenn die Rechtsauffassung des Einzelnen im weiteren Verlauf von der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung best\u00e4tigt wird (vgl. BVerfG-Beschluss vom 14.12.2022&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;7\/13, 2&nbsp;BvL&nbsp;18\/14, BVerfGE 165, 103).<\/li><li>Der Steuergesetzgeber hat mit dem Jahressteuergesetz 2010 die vor der im Jahr 2008 vorgenommenen Rechtsprechungs\u00e4nderung bestehende Rechtspraxis aufgegriffen. Die Rechtsfolgen, die sich in den von \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b Satz&nbsp;2 Variante&nbsp;1 EStG i.d.F. des JStG 2010 erfassten F\u00e4llen aus dieser Anwendungsregel f\u00fcr das Streitjahr ergeben, sind damit nicht ung\u00fcnstiger als diejenigen, von denen bei objektiver Betrachtung alle von der fr\u00fcheren Rechtsprechung betroffenen Steuerpflichtigen bis zum Bekanntwerden der Rechtsprechungs\u00e4nderung bei ihren Dispositionen ausgehen mussten.<\/li><li>5. Die Aufdeckung der stillen Reserven verst\u00f6\u00dft nicht gegen die unionsrechtlich garantierte Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;43 des Vertrags zur Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur \u00c4nderung des Vertrags \u00fcber die Europ\u00e4ische Union, der Vertr\u00e4ge zur Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften und einiger damit zusammenh\u00e4ngender Rechtsakte, Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften 2002, Nr.&nbsp;C&nbsp;325, 1; jetzt Art.&nbsp;49 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur \u00c4nderung des Vertrags \u00fcber die Europ\u00e4ische Union und des Vertrags zur Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union \u2011\u2011ABlEU\u2011\u2011 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115, 47)).<\/li><li>a) Zwar stellt nach der Rechtsprechung des EuGH eine Regelung \u2011\u2011wie die des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010\u2011\u2011, die bei der \u00dcberf\u00fchrung von Wirtschaftsg\u00fctern in eine in einem anderen Mitgliedstaat belegene Betriebsst\u00e4tte zu einer sofortigen Besteuerung von stillen Reserven f\u00fchrt, die im Rahmen der Steuerhoheit eines Mitgliedstaats entstanden sind, aufgrund des Liquidit\u00e4tsnachteils eine Schlechterstellung gegen\u00fcber der \u2011\u2011mangels Entnahme erfolgsneutralen\u2011\u2011 \u00dcberf\u00fchrung zwischen zwei inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tten dar (vgl. auch EuGH-Urteil Kommission\/D\u00e4nemark vom 18.07.2013&nbsp;&#8211; C-261\/11, EU:C:2013:480, Rz&nbsp;29; f\u00fcr die Sitzverlegung EuGH-Urteil Kommission\/Portugal vom 06.09.2012&nbsp;&#8211; C-38\/10, EU:C:2012:521, Rz&nbsp;28).<\/li><li>Auch wird diese Ungleichbehandlung nicht durch eine fehlende objektive Vergleichbarkeit gerechtfertigt. Die Situation eines Steuerpflichtigen, der Wirtschaftsg\u00fcter in eine in einem anderen Mitgliedstaat belegene Betriebsst\u00e4tte \u00fcberf\u00fchrt, ist in Bezug auf die Besteuerung der in den \u00fcberf\u00fchrten Wirtschaftsg\u00fctern enthaltenen, vor der \u00dcberf\u00fchrung entstandenen stillen Reserven mit der Situation eines Steuerpflichtigen vergleichbar, der eine entsprechende \u00dcberf\u00fchrung in eine im Inland belegene Betriebsst\u00e4tte vornimmt (EuGH-Urteil Verder LabTec vom 21.05.2015&nbsp;&#8211; C-657\/13, EU:C:2015:331, Rz&nbsp;38; s.a. EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland vom 16.04.2015&nbsp;&#8211; C-591\/13, EU:C:2015:230, Rz&nbsp;60).<\/li><li>b) Nach der vom FG im finanzgerichtlichen Verfahren eingeholten Vorabentscheidung des EuGH (Urteil Verder LabTec vom 21.05.2015&nbsp;&#8211; C-657\/13, EU:C:2015:331, Rz&nbsp;52), die auch f\u00fcr den erkennenden Senat im Revisionsverfahren unmittelbar verbindlich ist (sogenannte inter-partes-Wirkung, vgl. BFH-Urteil vom 11.02.2003&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;1\/01, BFH\/NV 2003, 1100), ist jedoch die mit einer (in dem angefochtenen Bescheid umgesetzten) auf zehn Jahre gestaffelten Erhebung der Steuer auf die stillen Reserven verbundene Beschr\u00e4nkung der Niederlassungsfreiheit sowohl unter dem Aspekt der Wahrung der Aufteilung der Besteuerungsbefugnis zwischen den Mitgliedstaaten (Rz&nbsp;42 des EuGH-Urteils) als auch nach dem Grundsatz der steuerlichen Territorialit\u00e4t (Rz&nbsp;43 des EuGH-Urteils) gerechtfertigt (s.a. EuGH-Urteile National Grid Indus vom 29.11.2011&nbsp;&#8211; C-371\/10, EU:C:2011:785, Rz&nbsp;45; DMC vom 23.01.2014&nbsp;&#8211; C-164\/12, EU:C:2014:20, Rz&nbsp;62).<\/li><li>Mit dieser Entscheidung des EuGH ist die Unionsrechtsm\u00e4\u00dfigkeit des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und 4 EStG i.d.F. des JStG 2010 in Verbindung mit der im angefochtenen Bescheid vorgenommenen Stundungsregelung f\u00fcr die im Streitfall gegebene Konstellation der \u00dcberf\u00fchrung eines Wirtschaftsguts vom inl\u00e4ndischen Stammhaus in eine in einem Mitgliedstaat der Europ\u00e4ischen Union belegene Betriebsst\u00e4tte gekl\u00e4rt (vgl. auch Brandis\/Heuermann\/Dr\u00fcen, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;486a; Reddig in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;209; Bode in Kirchhof\/Seer, EStG, 23.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;4 Rz&nbsp;106a; Schmidt\/Loschelder, EStG, 43.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;4 Rz&nbsp;243; Kahle\/Beinert, FR 2015, 585, 589; s.a. zu \u00a7&nbsp;12 KStG: Brandis\/Heuermann\/Pfirrmann, \u00a7&nbsp;12 KStG Rz&nbsp;27; Lampert in Gosch, KStG, 4.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;12 Rz&nbsp;50; kritisch zur EuGH-Rechtsprechung von&nbsp;Freeden in R\u00f6dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;12 Rz&nbsp;42). Auf die Frage, ob und (gegebenenfalls) in welchem (zeitlichen) Umfang es die Richtlinie (EU) 2016\/1164 des Rates vom 12.07.2016 mit Vorschriften zur Bek\u00e4mpfung von Steuervermeidungspraktiken mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Funktionieren des Binnenmarkts (sogenannte Anti-Tax Avoidance Directive \u2011\u2011ATAD\u2011\u2011, ABlEU 2016, Nr.&nbsp;L&nbsp;193, 1; einschl\u00e4gig w\u00e4re im Streitfall Art.&nbsp;5 ATAD zur \u00dcbertragung von Verm\u00f6genswerten und Wegzugsbesteuerung) durch sogenannte Vorwirkung ausschlie\u00dft, deren Regelungen umsetzendes nationales Recht an den Grundfreiheiten des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union zu messen (vgl. allgemein Hey, Steuer und Wirtschaft \u2011\u2011StuW\u2011\u2011 2017, 248, 253 f.; Valta\/Gerbracht, StuW 2019, 118, 122; Martini in Hagemann\/Kahlenberg, Anti Tax Avoidance Directive, 2019, Kap.&nbsp;B. &#8222;Verh\u00e4ltnis zum Prim\u00e4rrecht, Auslegung und Anwendung&#8220; Rz&nbsp;10&nbsp;ff.), kommt es damit von vornherein nicht an.<\/li><li>6. Die Regelung des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 verst\u00f6\u00dft auch nicht gegen das Diskriminierungsverbot des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 DBA-Niederlande 1959\/2004.<\/li><li>a) Nach dieser Vorschrift sollen von einer Person mit Wohnsitz in einem der Vertragsstaaten betriebene Unternehmen grunds\u00e4tzlich hinsichtlich ihrer Betriebsst\u00e4tten in dem anderen Vertragsstaate keinen Steuern unterworfen werden, die anders, h\u00f6her oder belastender sind als die Steuern, denen Unternehmen unterworfen sind, die von einer Person mit Wohnsitz in dem anderen Vertragsstaate betrieben werden. Die Regelung entspricht im Wesentlichen dem in seinem Wortlaut vergleichbaren Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (Senatsurteil vom 07.12.2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;30\/08, BFHE 236, 159, BStBl II 2012, 507).<\/li><li>Gegen das Verbot wird versto\u00dfen, wenn die finanzielle Belastung (Gesamtsteuerbelastung) des ausl\u00e4ndischen Unternehmens hinsichtlich seiner inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte h\u00f6her ist als die Belastung des inl\u00e4ndischen Unternehmens (Senatsurteil vom 19.12.2012&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;73\/11, BFHE 240, 99, BStBl II 2013, 392 zum DBA-Ungarn). F\u00fcr den anzustellenden Vergleich ist Voraussetzung, dass die inl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte eines im anderen Vertragsstaat ans\u00e4ssigen Unternehmens nicht nur die gleiche T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt wie das zum Vergleich herangezogene inl\u00e4ndische Unternehmen, sondern auch ansonsten bei beiden Unternehmen gleiche Verh\u00e4ltnisse vorliegen (Senatsurteil vom 30.03.2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;63\/10, BFHE 233, 198, BStBl II 2011, 747; BFH-Urteil vom 10.03.2005&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;51\/03, BFH\/NV 2005, 1500; jeweils zum DBA-USA).<\/li><li>b) Auch wenn man die Kommanditistinnen der V-KG (Kl\u00e4gerin zu 1. und B-BV) als hinsichtlich des Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 DBA-Niederlande 1959\/2004 berechtigte Personen im Sinne des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 DBA-Niederlande 1959\/2004 ansieht, deren &#8222;Wohnsitz&#8220; nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;5 DBA-Niederlande 1959\/2004 in den Niederlanden liegt, fehlt es nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben hinsichtlich der durch die Kl\u00e4gerin vermittelten Betriebsst\u00e4tte an einer Schlechterstellung gegen\u00fcber Unternehmen, die von einer Person mit Wohnsitz in Deutschland betrieben werden. \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 (i.V.m. Satz&nbsp;3) EStG i.d.F. des JStG 2010 findet sowohl auf von unbeschr\u00e4nkt als auch von beschr\u00e4nkt Steuerpflichtigen unterhaltene Betriebsst\u00e4tten Anwendung. Wenn n\u00e4mlich ein einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte eines unbeschr\u00e4nkt \u2011\u2011und nach Art.&nbsp;3 DBA-Niederlande 1959\/2004 in Deutschland ans\u00e4ssigen\u2011\u2011 Steuerpflichtigen zuzuordnendes Wirtschaftsgut einer in den Niederlanden (oder einem Drittstaat) belegenen Betriebsst\u00e4tte zuzuordnen ist, kommt es ebenfalls zu einer erfolgswirksamen Aufdeckung der stillen Reserven (vgl. f\u00fcr \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.d.F. des SEStEG: M\u00fcller, Besteuerung stiller Reserven bei Auslandsbezug im Spannungsfeld zwischen Verfassung, Abkommens- und Europarecht, 2012, S.&nbsp;170). Die steuerliche Behandlung gleicht damit der bei einem inl\u00e4ndischen Unternehmen.<\/li><li>7. Das FG hat rechtsfehlerhaft angenommen, die Entnahme sei mit dem Fremdvergleichswert anzusetzen. Zwar ist durch das SEStEG \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG dahingehend ge\u00e4ndert worden, dass in den F\u00e4llen des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG die Entnahmen \u2011\u2011abweichend von dem sonst geltenden Ansatz des Teilwerts\u2011\u2011 mit dem gemeinen Wert anzusetzen sind. Die ge\u00e4nderte Gesetzesfassung ist jedoch gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;52 Abs.&nbsp;16 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des SEStEG erstmals f\u00fcr nach dem 31.12.2005 endende Wirtschaftsjahre anzuwenden, so dass f\u00fcr den Streitfall der Ansatz des Teilwerts ma\u00dfgeblich bleibt. Soweit nach dem BMF-Schreiben vom 24.12.1999 (BStBl I 1999, 1076, Tz.&nbsp;2.6.1, 2.6.3) in F\u00e4llen, in denen Wirtschaftsg\u00fcter eines inl\u00e4ndischen Stammhauses in dessen ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte, deren Eink\u00fcnfte durch ein DBA freigestellt sind, oder \u2011\u2011bei beschr\u00e4nkter Steuerpflicht\u2011\u2011 aus der inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte in das ausl\u00e4ndische Stammhaus oder dessen ausl\u00e4ndische Betriebsst\u00e4tte \u00fcberf\u00fchrt werden, die Aufdeckung der stillen Reserven mit dem Fremdvergleichspreis im Zeitpunkt der \u00dcberf\u00fchrung erfolgen soll, handelt es sich dabei um eine norminterpretierende Verwaltungsvorschrift, die die Gerichte nicht bindet (vgl. z.B. Senatsurteile vom 08.11.2016&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 256, 253, BStBl II 2017, 768; vom 23.08.2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/14, BFHE 259, 20, BStBl II 2018, 232; vom 05.06.2024&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;3\/22, BFH\/NV 2024, 1366).<\/li><li>Der Feststellung der Vorinstanz, die Beteiligten h\u00e4tten den Wert der stillen Reserven \u00fcbereinstimmend ermittelt, kommt eine Bindungswirkung als tats\u00e4chliche Verst\u00e4ndigung (dazu allgemein z.B. Senatsurteil vom 08.10.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;63\/07, BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121) nicht zu, weil sie allenfalls die dem Fremdvergleichswert \u2011\u2011nicht aber die dem Teilwert im Sinne des \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG\u2011\u2011 zugrunde liegenden Tatsachen und damit einen anderen Ausschnitt aus dem Besteuerungssachverhalt umfasst.<\/li><li>8. Das FG ist teilweise von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen. Sein Urteil ist deshalb aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird im zweiten Rechtsgang Feststellungen zur H\u00f6he des Teilwerts der \u00fcbertragenen Rechte zum \u00dcbertragungszeitpunkt zu treffen haben. Sollte der Teilwert allerdings h\u00f6her liegen als der in dem angefochtenen Bescheid zugrunde gelegte Wert, darf der Bescheid aufgrund des sogenannten Verb\u00f6serungsverbots nicht zu Lasten der Kl\u00e4gerinnen abge\u00e4ndert werden.<\/li><li>9. Die \u00dcbertragung der Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.260325.IR5.24.0 BFH I. 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