{"id":77897,"date":"2025-08-22T16:43:21","date_gmt":"2025-08-22T14:43:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=77897"},"modified":"2025-08-22T16:43:21","modified_gmt":"2025-08-22T14:43:21","slug":"bfh-beschluss-vom-18-juli-2025-ix-b-25-25-nichtzulassungsbeschwerde-verhaeltnis-anfechtungsklage-nichtigkeitsfeststellungsklage-bindungswirkung-rechtskraeftiger-urteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-18-juli-2025-ix-b-25-25-nichtzulassungsbeschwerde-verhaeltnis-anfechtungsklage-nichtigkeitsfeststellungsklage-bindungswirkung-rechtskraeftiger-urteile\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 18. Juli 2025, IX B 25\/25: Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Verh\u00e4ltnis Anfechtungsklage &#8211; Nichtigkeitsfeststellungsklage &#8211; Bindungswirkung rechtskr\u00e4ftiger Urteile"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.180725.IXB25.25.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 110 Abs 1 S 1, FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 3<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 16. Januar 2025, Az: 13 K 13059\/24<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Wird eine Anfechtungsklage durch Sachurteil abgewiesen, erfasst die Rechtskraft des Urteils auch die Feststellung, dass der zugrunde liegende Bescheid nicht nichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde der Kl\u00e4ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 16.01.2025&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;13059\/24 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die allein auf Verfahrensfehler gest\u00fctzte Nichtzulassungsbeschwerde der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist unbegr\u00fcndet. Es liegt kein Verfahrensfehler nach \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) vor.<\/li><li>1. Die angefochtene Entscheidung des Finanzgerichts (FG) hat nicht verfahrensfehlerhaft die Bindungswirkung der vorangegangenen Entscheidungen (\u00a7&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) missachtet.<\/li><li>a) Wird eine Anfechtungsklage durch Sachurteil abgewiesen, erfasst die Rechtskraft des Urteils auch die Feststellung, dass der zugrunde liegende Bescheid nicht nichtig ist. Dies gilt nur dann nicht, wenn eine Anfechtungsklage wegen Unzul\u00e4ssigkeit oder fehlender Rechtsverletzung des Kl\u00e4gers abgewiesen wird. Eine Nichtigkeitsfeststellungsklage ist daher wegen Identit\u00e4t des Streitgegenstands unzul\u00e4ssig, wenn zuvor bereits eine Anfechtungsklage erhoben und \u00fcber diese in der Sache entschieden worden ist (vgl. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs vom 30.05.2012&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;239\/11, Rz&nbsp;29; vom 27.08.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;32\/14, Rz&nbsp;19 und vom 03.09.2015&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;39\/15, Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/li><li>b) Daher hat das FG ohne Verfahrensfehler die Klage der Kl\u00e4ger als unzul\u00e4ssig abgewiesen. Denn im Streitfall binden die rechtskr\u00e4ftigen Entscheidungen vom 15.08.2019&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;13100\/15 (f\u00fcr das Streitjahr 2010) und vom 23.03.2023&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;13215\/20 (f\u00fcr die Streitjahre 2011 bis 2017) die Beteiligten mit der Folge, dass sich jede neue Entscheidung \u00fcber die bereits rechtskr\u00e4ftig festgestellte Rechtsfolge verbietet. Den Urteilen vom 15.08.2019&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;13100\/15 und vom 23.03.2023&nbsp;&#8211; 13&nbsp;K&nbsp;13215\/20 sowie der angefochtenen Entscheidung des FG liegen mit den Bescheiden \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr 2010 bis 2017 identische Streitgegenst\u00e4nde zugrunde. In den beiden erstgenannten Verfahren hat das FG die Klage jeweils als unbegr\u00fcndet abgewiesen und damit zur Sache entschieden. Das FG hat daher in diesen Verfahren mit Bindungswirkung nach \u00a7&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO entschieden, dass die angefochtenen Bescheide nicht nichtig sind.<\/li><li>2. Soweit die Kl\u00e4ger in ihrer Beschwerdebegr\u00fcndung unter anderem eine unzureichende Auseinandersetzung mit den tragenden tats\u00e4chlichen Erw\u00e4gungen der vorangegangenen klageabweisenden Entscheidungen r\u00fcgen, beanstanden sie zwar eine nicht vollst\u00e4ndige Begr\u00fcndung der angefochtenen Entscheidung. Eine kurze, l\u00fcckenhafte, fehlerhafte oder nicht \u00fcberzeugende Begr\u00fcndung ist allerdings kein Verfahrensmangel im Sinne des \u00a7&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO, der zur Zulassung der Revision f\u00fchrt (vgl. Gr\u00e4ber\/Ratschow, Finanzgerichtordnung, 9.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;119 Rz&nbsp;36, m.w.N.).<\/li><li>3. Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat ab (\u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:B.180725.IXB25.25.0 BFH IX. Senat FGO \u00a7 110 Abs 1 S 1, FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 3 vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 16. Januar 2025, Az: 13 K 13059\/24 Leits\u00e4tze NV: Wird eine Anfechtungsklage durch Sachurteil abgewiesen, erfasst die Rechtskraft des Urteils auch die Feststellung, dass der zugrunde liegende Bescheid nicht nichtig ist. 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