{"id":78021,"date":"2025-10-04T13:53:47","date_gmt":"2025-10-04T11:53:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=78021"},"modified":"2025-10-04T13:53:47","modified_gmt":"2025-10-04T11:53:47","slug":"bfh-urteil-vom-07-mai-2025-ii-r-26-23-grunderwerbsteuer-bei-erneuter-ueberschreitung-der-95-grenze-steuerbefreiung-nach-%c2%a7-16-abs-2-nr-1-grestg-bei-fehlender-steuerbarkeit-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-07-mai-2025-ii-r-26-23-grunderwerbsteuer-bei-erneuter-ueberschreitung-der-95-grenze-steuerbefreiung-nach-%c2%a7-16-abs-2-nr-1-grestg-bei-fehlender-steuerbarkeit-de\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 07. Mai 2025, II R 26\/23: Grunderwerbsteuer bei erneuter \u00dcberschreitung der 95 %-Grenze; Steuerbefreiung nach \u00a7\u00a016 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 GrEStG bei fehlender Steuerbarkeit des vorausgegangenen Erwerbs"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.070525.IIR26.23.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH II. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>GrEStG \u00a7 1 Abs 3 Nr 1, GrEStG \u00a7 16 Abs 2 Nr 1, GrEStG \u00a7 16 Abs 5<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnchen, 17. Juli 2023, Az: 4 K 1269\/22<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Werden die Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft aufgrund eines nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) steuerbaren Rechtsgesch\u00e4fts in der Hand eines Erwerbers vereinigt und sinkt dessen Beteiligung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt unter die nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG erforderliche Beteiligungsquote ab, unterliegt ein Anteilserwerb, der zu einer erneuten Anteilsvereinigung in der Hand des Erwerbers f\u00fchrt, wieder nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG der Grunderwerbsteuer.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Der Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auf eine nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbare Anteilsvereinigung steht nicht entgegen, dass der vorausgegangene Erwerb der Anteile an der grundbesitzenden Gesellschaft nicht steuerbar war.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4gerin werden das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 17.07.2023&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;1269\/22 und der Grunderwerbsteuerbescheid vom 27.05.2016 in Gestalt des \u00c4nderungsbescheids vom 04.01.2019 und der Einspruchsentscheidung vom 31.05.2022 aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist eine GmbH. Ihr Gesch\u00e4ftsgegenstand ist &#8230;<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin hielt 94,9&nbsp;% der Anteile an der grundbesitzenden R-AG mit Sitz in X (Inland). Weitere Gesellschafterin der R-AG war die M-GmbH mit 5,1&nbsp;% der Anteile.<\/li><li>Mit Aktienkauf- und -abtretungsvertrag vom 20.12.2011 erwarb die Kl\u00e4gerin von der M-GmbH deren Anteile an der R-AG gegen Zahlung eines Kaufpreises in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac. Den Erwerbsvorgang zeigte sie am 31.01.2012 beim zust\u00e4ndigen Finanzamt an.<\/li><li>Mit Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrag vom 10.10.2012 machten die Kl\u00e4gerin und die M-GmbH den Aktienkauf- und -abtretungsvertrag vom 20.12.2011 wieder r\u00fcckg\u00e4ngig und vereinbarten den R\u00fcckverkauf und die R\u00fcckabtretung von 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG von der Kl\u00e4gerin an die M-GmbH zu demselben Kaufpreis wie im Vertrag vom 20.12.2011 vereinbart. Beide Vertragsparteien behielten sich das Recht vor, innerhalb von zwei Jahren nach dem Vertragsschluss die R\u00fcckabwicklung des Vertrags zu verlangen.<\/li><li>F\u00fcr den Erwerb vom 20.12.2011 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) mit Bescheid vom 08.04.2013 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes in der zum 08.04.2014 geltenden Fassung (GrEStG) Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin fest.<\/li><li>Den Antrag der Kl\u00e4gerin, die Festsetzung der Grunderwerbsteuer nach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG aufgrund der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Aktienkauf- und -abtretungsvertrags vom 20.12.2011 aufzuheben, lehnte das FA gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 GrEStG wegen Nichteinhaltung der Anzeigefrist ab.<\/li><li>Mit Vertrag vom 08.04.2014 machten die Kl\u00e4gerin und die M-GmbH daraufhin den Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrag vom 10.10.2012 wieder r\u00fcckg\u00e4ngig. Sie vereinbarten, die Vertragsparteien seien so zu stellen, als sei der Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrag vom 10.10.2012 nie geschlossen worden. Im Ergebnis wurde die Kl\u00e4gerin damit erneut Inhaberin s\u00e4mtlicher Anteile an der R-AG. Der Abschluss des Vertrags vom 08.04.2014 wurde mit Schreiben vom 14.04.2014 beim FA angezeigt.<\/li><li>Aufgrund des Vertrags vom 08.04.2014 setzte das FA mit Bescheid vom 27.05.2016 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG erneut Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin fest, da mit der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Vertrags vom 10.10.2012 abermals mindestens 95&nbsp;% der Anteile an der R-AG in der Hand der Kl\u00e4gerin vereinigt worden seien.<\/li><li>Gegen den Bescheid vom 27.05.2016 legte die Kl\u00e4gerin Einspruch ein, mit dem sie begehrte, die Festsetzung der Grunderwerbsteuer f\u00fcr den Erwerbsvorgang vom 08.04.2014 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG aufzuheben.<\/li><li>Nachdem der Grundbesitzwert der Grundst\u00fccke der R-AG mit Bescheid \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung auf den 08.04.2014 in H\u00f6he von \u2026&nbsp;\u20ac festgestellt worden war, erlie\u00df das FA am 04.01.2019 nach vorherigem Verb\u00f6serungshinweis einen \u00c4nderungsbescheid, mit dem es die Grunderwerbsteuer auf \u2026&nbsp;\u20ac heraufsetzte.<\/li><li>Den Einspruch der Kl\u00e4gerin wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 31.05.2022 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/li><li>Die von der Kl\u00e4gerin erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) M\u00fcnchen mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2024, 64 ver\u00f6ffentlichtem Urteil ab.<\/li><li>Das FG war der Auffassung, die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG seien im Streitfall nicht erf\u00fcllt. Der Erwerb von 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG durch die M-GmbH mit Vertrag vom 10.10.2012 stelle keinen vorausgegangenen Erwerbsvorgang im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG dar, sondern die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Erwerbsvorgangs vom 20.12.2011 und damit einen R\u00fcckerwerb im Sinne der Vorschrift. Dementsprechend handele es sich bei dem Vertrag vom 08.04.2014 \u00fcber die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Vertrags vom 10.10.2012, die zu der erneuten Vereinigung von 100&nbsp;% der Anteile an der R-AG in der Hand der Kl\u00e4gerin gef\u00fchrt habe, um einen (erneuten) Erwerbsvorgang. Folgte man der Auffassung der Kl\u00e4gerin, so w\u00e4re \u2011\u2011bei unterstellter fristgerechter Anzeige des Erwerbs vom 20.12.2011\u2011\u2011 der gesamte Vorgang nicht mit Grunderwerbsteuer belastet, obwohl im Ergebnis eine gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerpflichtige Anteilsvereinigung stattgefunden habe.<\/li><li>Gegen das FG-Urteil wendet sich die Kl\u00e4gerin mit der Revision. Sie r\u00fcgt die Verletzung materiellen Rechts.<\/li><li>Sie ist der Auffassung, das FG habe \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG unzutreffend ausgelegt. Insbesondere sei der Anteilserwerb aufgrund des Vertrags vom 10.10.2012 entgegen der Auffassung des FG als vorausgegangener Erwerbsvorgang im Sinne der Vorschrift zu qualifizieren. Ebenfalls unzutreffend sei die Auslegung des Vertrags vom 08.04.2014 als (erneuter) Erwerbsvorgang. Die Beteiligten h\u00e4tten im Vertrag vom 08.04.2014 ausdr\u00fccklich vereinbart, den Vertrag vom 10.10.2012 vollst\u00e4ndig r\u00fcckabzuwickeln. Bei dem Anteilserwerb aufgrund des Vertrags vom 08.04.2014 handele es sich nach dem erkl\u00e4rten Willen der Vertragsparteien um einen R\u00fcckerwerb in der Form der R\u00fcckabwicklung des Vertrags vom 10.10.2012.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>die Vorentscheidung und den Grunderwerbsteuerbescheid vom 27.05.2016 in Gestalt des \u00c4nderungsbescheids vom 04.01.2019 und der Einspruchsentscheidung vom 31.05.2022 aufzuheben.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Das FA h\u00e4lt an seiner Auffassung fest, dass der Anteilserwerb aufgrund des Vertrags vom 10.10.2012 nicht als vorausgegangener Erwerbsvorgang im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG angesehen werden k\u00f6nne, weil er auf eine R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Vertrags vom 20.12.2011 gerichtet gewesen sei. \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG sei im \u00dcbrigen auch deswegen nicht anwendbar, weil die Vorschrift die Steuerbarkeit des vorausgegangenen Erwerbsvorgangs voraussetze. Der Anteilserwerb aufgrund des Vertrags vom 10.10.2012 erf\u00fclle keinen steuerbaren Tatbestand im Sinne des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG und unterliege daher nicht der Grunderwerbsteuer.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Aufhebung der angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheide in Gestalt der Einspruchsentscheidung (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat zwar zutreffend entschieden, dass mit dem Abschluss des Vertrags vom 08.04.2014 der Tatbestand der Anteilsvereinigung im Sinne des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf\u00fcllt ist (hierzu unter 1.). Jedoch hat es zu Unrecht einen Anspruch der Kl\u00e4gerin auf Aufhebung der hierf\u00fcr festgesetzten Grunderwerbsteuer nach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG verneint (hierzu unter 2.).<\/li><li>1. Zutreffend hat das FG entschieden, dass die Vereinigung der Anteile an der R-AG in der Hand der Kl\u00e4gerin aufgrund der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrags vom 10.10.2012 durch den Vertrag vom 08.04.2014 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegt.<\/li><li>a) Nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegt, soweit eine Besteuerung nach Absatz 2a nicht in Betracht kommt, ein Rechtsgesch\u00e4ft, das den Anspruch auf \u00dcbertragung eines oder mehrerer Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft begr\u00fcndet, der Grunderwerbsteuer, wenn durch die \u00dcbertragung unmittelbar oder mittelbar mindestens 95&nbsp;% der Anteile der Gesellschaft in der Hand des Erwerbers allein vereinigt werden w\u00fcrden. Mit dem Anteilserwerb wird derjenige, in dessen Hand sich die Anteile vereinigen, so behandelt, als habe er die Grundst\u00fccke von der Gesellschaft erworben, deren Anteile sich in seiner Hand vereinigen (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 12.02.2014&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;46\/12, BFHE 244, 455, BStBl II 2014, 536, Rz&nbsp;14, 17, m.w.N.). Die Vorschrift tr\u00e4gt dem Umstand Rechnung, dass demjenigen, der mindestens 95&nbsp;% der Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft in seiner Hand vereinigt, eine dem zivilrechtlichen Eigentum an einem Grundst\u00fcck vergleichbare Rechtszust\u00e4ndigkeit an dem Gesellschaftsgrundst\u00fcck zuw\u00e4chst (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20.01.2015&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;8\/13, BFHE 248, 252, BStBl II 2015, 553, Rz&nbsp;19, und vom 25.11.2015&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;35\/14, BFHE 251, 498, BStBl II 2016, 234, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/li><li>b) Danach erf\u00fcllte der Vertrag vom 08.04.2014 den Tatbestand des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG. Aufgrund der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrags vom 10.10.2012 erwarb die Kl\u00e4gerin, die zu diesem Zeitpunkt mit 94,9&nbsp;% der Anteile an der R-AG beteiligt war, weitere 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG von der M-GmbH hinzu, so dass sich insgesamt 100&nbsp;% der Anteile an der R-AG in ihrer Hand vereinigten.<\/li><li>c) Einer Besteuerung der durch den Vertrag vom 08.04.2014 bewirkten Anteilsvereinigung in der Hand der Kl\u00e4gerin im Sinne des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG steht nicht entgegen, dass die Kl\u00e4gerin bereits nach Abschluss des Aktienkauf- und -abtretungsvertrags vom 20.12.2011 bis zu dessen R\u00fcckg\u00e4ngigmachung durch den Vertrag vom 10.10.2012 zivilrechtliche Eigent\u00fcmerin von mehr als 95&nbsp;% der Anteile an der R-AG war.<\/li><li>Sind die Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft bereits aufgrund eines vorausgegangenen Rechtsgesch\u00e4fts in einer Hand vereinigt, weil die nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG erforderliche Anteilsquote von mindestens 95&nbsp;% erf\u00fcllt ist, unterliegt der Erwerb weiterer Anteile zwar nicht zus\u00e4tzlich der Besteuerung, weil dieser Vorgang lediglich zu einer Verst\u00e4rkung der bereits bestehenden Anteilsvereinigung f\u00fchrt (vgl. BFH-Urteile vom 12.02.2014&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;46\/12, BFHE 244, 455, BStBl II 2014, 536, Rz&nbsp;22, und vom 27.05.2020&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;45\/17, BFHE 270, 247, BStBl II 2021, 315, Rz&nbsp;13; vgl. auch Me\u00dfbacher-H\u00f6nsch in Viskorf, Grunderwerbsteuergesetz, 21.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;1 Rz&nbsp;1116; Schnitter in Wilms\/Jochum, ErbStG\/BewG\/GrEStG, \u00a7&nbsp;1 GrEStG Rz&nbsp;317.3, Stand 04\/2024, m.w.N.).<\/li><li>Etwas anderes gilt aber, wenn die Beteiligung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt \u2011\u2011wie hier aufgrund des Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrags vom 10.10.2012\u2011\u2011 wieder unter die 95&nbsp;%-Grenze absinkt. Mit dem Absinken der Beteiligung unter 95&nbsp;% wird der Grundbesitz grunderwerbsteuerrechtlich nicht mehr dem Anteilseigner, der vormals mindestens 95&nbsp;% der Anteile an der grundbesitzenden Gesellschaft gehalten hat, zugerechnet. Die erneute \u00dcberschreitung der 95&nbsp;%-Grenze hat daher zur Folge, dass gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG ein Erwerb des Grundst\u00fccks von der Gesellschaft, hier der R-AG, fingiert wird. Nach einer Unterschreitung der 95&nbsp;%-Grenze unterliegt deshalb die sp\u00e4tere \u00dcberschreitung der 95&nbsp;%-Schwelle wieder der Grunderwerbsteuer. Der Umstand, dass es bereits zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt zu einer Anteilsvereinigung im Sinne des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG gekommen ist, &#8222;immunisiert&#8220; nach einem Absinken der Beteiligung unter 95&nbsp;% nicht gegen die Steuerbarkeit einer erneuten \u00dcberschreitung der 95&nbsp;%-Grenze (Pahlke\/Joisten, Grunderwerbsteuergesetz, 7.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;1 Rz&nbsp;406; vgl. auch FG M\u00fcnster, Urteil vom 10.03.2022&nbsp;&#8211; 8&nbsp;K&nbsp;1945\/19&nbsp;GrE, EFG 2022, 869, nachgehend BFH-Urteil vom 23.07.2024&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;11\/22, BFH\/NV 2025, 213; FG Baden-W\u00fcrttemberg, Urteil vom 18.04.2023&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;1503\/22, EFG 2024, 60, Revision eingelegt, Aktenzeichen des BFH II&nbsp;R&nbsp;13\/23).<\/li><li>2. Die Annahme des FG, \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG sei auf den Vertrag vom 08.04.2014 \u00fcber die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Aktienr\u00fcckkauf- und -abtre-tungsvertrags vom 10.10.2012 nicht anzuwenden, erweist sich jedoch als rechtsfehlerhaft.<\/li><li>a) Erwirbt der Ver\u00e4u\u00dferer das Eigentum an dem ver\u00e4u\u00dferten Grundst\u00fcck zur\u00fcck, so wird nach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auf Antrag sowohl f\u00fcr den R\u00fcckerwerb als auch f\u00fcr den vorausgegangenen Erwerbsvorgang die Steuer nicht festgesetzt oder die Steuerfestsetzung aufgehoben, wenn der R\u00fcckerwerb innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer f\u00fcr den vorausgegangenen Erwerbsvorgang stattfindet. Die Vorschrift betrifft \u00fcber ihren Wortlaut hinaus auch den Erwerbsvorgang nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG. Dies folgt aus \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 GrEStG, wonach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 bis 4 GrEStG nicht gilt, wenn einer der in \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2, 2a, 3 und 3a GrEStG bezeichneten Erwerbsvorg\u00e4nge r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wird, der nicht ordnungsm\u00e4\u00dfig angezeigt war. Diese Regelung setzt die grunds\u00e4tzliche Anwendbarkeit der Beg\u00fcnstigungsvorschrift des \u00a7&nbsp;16 GrEStG auch auf die Tatbest\u00e4nde des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG voraus (BFH-Urteile vom 16.01.1980&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;83\/74, BFHE 130, 70, BStBl II 1980, 359, unter II.1.; vom 11.06.2013&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;52\/12, BFHE 241, 419, BStBl II 2013, 752, Rz&nbsp;13; vom 25.11.2015&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;64\/08, BFH\/NV 2016, 420, Rz&nbsp;17&nbsp;f., und Loose in Viskorf, Grunderwerbsteuergesetz, 21.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Rz&nbsp;17 i.V.m. 251; Pahlke\/Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, 7.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Rz&nbsp;105).<\/li><li>b) Im Streitfall hat das FG die Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG zu Unrecht mit der Begr\u00fcndung abgelehnt, dass es sich bei dem Erwerb von 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG durch die Kl\u00e4gerin mit Vertrag vom 08.04.2014 nicht um einen R\u00fcckerwerb des Erwerbs vom 10.10.2012, sondern um einen Ersterwerb im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG handele. Denn bei dem Erwerb von 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG durch die M-GmbH mit Vertrag vom 10.10.2012 handelt es sich trotz der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Erwerbs vom 20.12.2011 in Bezug auf den Erwerb vom 08.04.2014 um einen Ersterwerb im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG.<\/li><li>aa) Die Sichtweise des FG l\u00e4sst unber\u00fccksichtigt, dass bei einer Aufeinanderfolge mehrerer Erwerbsvorg\u00e4nge das Vorliegen der Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG f\u00fcr jeden Vorgang getrennt, das hei\u00dft auf jeder Vertragsstufe selbst\u00e4ndig zu pr\u00fcfen ist (vgl. BFH-Beschluss vom 16.10.2009&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;37\/09, BFH\/NV 2010, 240; BFH-Urteile vom 14.07.1999&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;1\/97, BFHE 189, 188, BStBl II 1999, 737, unter II.2., und vom 20.10.1982&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;6\/81, BFHE 137, 92, BStBl II 1983, 140). F\u00fcr die Frage, ob der Vertrag vom 08.04.2014, mit dem die Vertragsparteien den Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrag vom 10.10.2012 r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht haben, in den Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG f\u00e4llt, kommt es daher entgegen der Auffassung des FG nicht darauf an, dass der Vertrag vom 10.10.2012 seinerseits auf die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Erwerbsvorgangs vom 20.12.2011 und damit auf einen R\u00fcckerwerb von 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG durch die M-GmbH gerichtet war. Denn der Umstand, dass sich der Vertrag vom 10.10.2012 aus der Perspektive des ersten Erwerbsvorgangs vom 20.12.2011 als R\u00fcckerwerb im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG darstellt, schlie\u00dft es nicht aus, dass er auf einer anderen Vertragsstufe, hier aus der Perspektive des Vertrags vom 08.04.2014, als vorausgegangener Erwerbsvorgang im Sinne der Vorschrift zu qualifizieren ist.<\/li><li>bb) Das FG hat zudem nicht beachtet, dass der Vertrag vom 08.04.2014 die Anforderungen an einen R\u00fcckerwerb im Sinne des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf\u00fcllt. Erforderlich ist hierf\u00fcr, dass im Zeitpunkt des vorausgegangenen Erwerbsvorgangs, auf den sich die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung bezieht, die ver\u00e4u\u00dfernde Gesellschaft bereits grundbesitzend war, das betreffende Grundst\u00fcck sich also bereits in deren grunderwerbsteuerrechtlichen Zurechnungsbereich befand, da nur in diesem Fall die ver\u00e4u\u00dfernde Gesellschaft den Grundbesitz aufgrund der sp\u00e4teren Anteilsvereinigung &#8222;zur\u00fcckerlangt&#8220; (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 20.02.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;27\/16, BFHE 264, 352, BStBl II 2019, 559, Rz&nbsp;35). Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf\u00fcllt. Da die Kl\u00e4gerin aufgrund des Aktienkauf- und -abtretungsvertrags vom 20.12.2011 die weiteren 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG erworben hatte und somit s\u00e4mtliche Anteile in ihrer Hand vereinigte, war ihr der Grundbesitz der R-AG im Zeitpunkt des Erwerbsvorgangs vom 10.10.2012 grunderwerbsteuerrechtlich zuzurechnen. Mit der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Erwerbsvorgangs vom 10.10.2012 durch den Vertrag vom 08.04.2014 erlangte sie daher die grunderwerbsteuerrechtliche Rechtsposition zur\u00fcck, die sie nach Abschluss des Vertrags vom 20.12.2011 erlangt hatte.<\/li><li>cc) Schlie\u00dflich vermag auch die weitere Begr\u00fcndung des FG nicht zu \u00fcberzeugen, wonach die Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG im Streitfall auch deswegen entf\u00e4llt, weil anderenfalls \u2011\u2011bei fristgerechter Anzeige des ersten Erwerbsvorgangs vom 20.12.2011\u2011\u2011 s\u00e4mtliche Erwerbsvorg\u00e4nge nicht mit Grunderwerbsteuer belastet w\u00e4ren, obwohl im Ergebnis eine nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbare Vereinigung von Anteilen an der R-AG in der Hand der Kl\u00e4gerin stattgefunden h\u00e4tte. Denn bei fristgerechter Anzeige w\u00e4re die Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auf den Erwerbsvorgang vom 20.12.2011 nachtr\u00e4glich zu korrigieren gewesen, da die Voraussetzung f\u00fcr die Gew\u00e4hrung der Steuerbefreiung aufgrund der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Vertrags vom 10.10.2012 durch den Vertrag vom 08.04.2014 r\u00fcckwirkend wieder entfallen w\u00e4re (vgl. \u00a7&nbsp;175 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 der Abgabenordnung).<\/li><li>c) Das FG ist von anderen Rechtsgrunds\u00e4tzen ausgegangen. Seine Entscheidung war daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. In Bezug auf den Erwerbsvorgang vom 08.04.2014 liegen die Voraussetzungen des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG vor, so dass die Festsetzung der Grunderwerbsteuer f\u00fcr die dadurch begr\u00fcndete (erneute) Anteilsvereinigung aufzuheben ist.<\/li><li>aa) Mit dem Vertrag vom 08.04.2014 wurde der Aktienr\u00fcckkauf- und -abtretungsvertrag vom 10.10.2012 vor Ablauf von zwei Jahren seit Vertragsschluss r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, so dass es hinsichtlich der 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG zu einer vollst\u00e4ndigen R\u00fcck\u00fcbertragung von der M-GmbH auf die Kl\u00e4gerin gekommen ist.<\/li><li>bb) Der Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG steht nicht entgegen, dass zwar der R\u00fcckerwerb der 5,1&nbsp;% der Anteile an der R-AG durch die Kl\u00e4gerin aufgrund des Vertrags vom 08.04.2014 nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbar ist, der vorausgegangene Erwerb dieser Anteile durch die M-GmbH aufgrund des Vertrags vom 10.10.2012 hingegen nicht steuerbar war, weil er nur eine Abschw\u00e4chung der bis dahin vorliegenden Vereinigung aller Anteile an der R-AG in der Hand der Kl\u00e4gerin bewirkte.<\/li><li>F\u00fcr die Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG ist es ohne Bedeutung, ob auch der r\u00fcckg\u00e4ngig gemachte Rechtsvorgang der Grunderwerbsteuer unterlag. \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG sieht nach seinem Wortlaut zwar vor, dass sowohl f\u00fcr den R\u00fcckerwerb als auch f\u00fcr den vorausgegangenen Erwerbsvorgang die Steuer nicht festgesetzt wird. Auch setzt die Regelung tatbestandlich voraus, dass der R\u00fcckerwerb innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer f\u00fcr den vorausgegangenen Erwerbsvorgang stattfindet. \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG erfasst jedoch nach seinem Regelungsgehalt in erster Linie den Erst- und R\u00fcckerwerb des Eigentums an einem Grundst\u00fcck, also Erwerbsvorg\u00e4nge, die jeweils f\u00fcr sich betrachtet nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegen. Aus der Formulierung des Gesetzes l\u00e4sst sich nicht schlie\u00dfen, dass \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auch in den F\u00e4llen der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung eines in \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2, 2a, 3 und 3a GrEStG bezeichneten Erwerbsvorgangs die Rechtsfolge der Steuerbefreiung davon abh\u00e4ngig macht, dass dem R\u00fcckerwerb ein steuerbarer Erwerbsvorgang vorausgegangen sein muss. Vielmehr macht die Regelung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG deutlich, dass f\u00fcr den Erwerb und den R\u00fcckerwerb insgesamt keine Steuer festgesetzt werden soll. Nach ihrem Sinn und Zweck will die Vorschrift die Wiederherstellung des fr\u00fcheren Zustands grunderwerbsteuerrechtlich beg\u00fcnstigen, indem weder die Herbeif\u00fchrung des nur vor\u00fcbergehend bestehenden Zustands noch die Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Zustands eine Belastung mit Grunderwerbsteuer ausl\u00f6sen soll. Dieser Zielsetzung widerspr\u00e4che es, wenn f\u00fcr den R\u00fcckerwerb die Steuer nur dann nicht festgesetzt w\u00fcrde, wenn der Ersterwerb steuerbar war (vgl. BFH-Urteile vom 17.02.1954&nbsp;&#8211; II&nbsp;14\/53&nbsp;U, BFHE 58, 491, BStBl III 1954, 99; vom 16.01.1980&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;83\/74, BFHE 130, 70, BStBl II 1980, 359, und vom 09.02.1983&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;26\/81, juris; BFH-Beschluss vom 22.01.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;98\/17, BFH\/NV 2019, 412, Rz&nbsp;16; zuletzt offen gelassen im BFH-Urteil vom 20.02.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;27\/16, BFHE 264, 352, BStBl II 2019, 559, Rz&nbsp;35; vgl. auch Loose in Viskorf, Grunderwerbsteuergesetz, 21.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Rz&nbsp;17; Pahlke\/Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, 7.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Rz&nbsp;11; Koppermann in Behrens\/Wachter, Grunderwerbsteuergesetz, 2.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;16 Rz&nbsp;40 und 98).<\/li><li>cc) Ebenfalls unerheblich f\u00fcr die Anwendung des \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG ist, ob die Anteils\u00fcbertragung aufgrund des Vertrags vom 10.10.2012 rechtzeitig nach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 GrEStG beim FA angezeigt wurde. Da dieser Erwerbsvorgang nicht der Grunderwerbsteuer unterlag, war eine Anzeige nicht erforderlich.<\/li><li>dd) Ob eine nicht fristgerechte Anzeige eines steuerbaren R\u00fcckerwerbs den Anspruch auf Nichtfestsetzung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 oder Abs.&nbsp;2 GrEStG nach \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 GrEStG ausschlie\u00dft (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 07.05.2025&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;16\/23, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt), bedarf vorliegend keiner Entscheidung, da die Anteils\u00fcbertragung aufgrund des Vertrags vom 08.04.2014 rechtzeitig angezeigt wurde.<\/li><li>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.070525.IIR26.23.0 BFH II. Senat GrEStG \u00a7 1 Abs 3 Nr 1, GrEStG \u00a7 16 Abs 2 Nr 1, GrEStG \u00a7 16 Abs 5 vorgehend FG M\u00fcnchen, 17. Juli 2023, Az: 4 K 1269\/22 Leits\u00e4tze 1. 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