{"id":7808,"date":"2012-12-02T16:02:19","date_gmt":"2012-12-02T14:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7808"},"modified":"2012-12-02T16:02:19","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:19","slug":"xi-r-17-08-unternehmereigenschaft-einer-gemeinde-bei-einsatz-eines-mit-werbeaufdrucken-versehenen-fahrzeugs-tauschaehnlicher-umsatz-richtlinienkonforme-auslegung-des-par-2-abs-3-satz-1-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-17-08-unternehmereigenschaft-einer-gemeinde-bei-einsatz-eines-mit-werbeaufdrucken-versehenen-fahrzeugs-tauschaehnlicher-umsatz-richtlinienkonforme-auslegung-des-par-2-abs-3-satz-1-ustg\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;17\/08 &#8211; Unternehmereigenschaft einer Gemeinde bei Einsatz eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz &#8211; Richtlinienkonforme Auslegung des &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, XI R 17\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Unternehmereigenschaft einer Gemeinde bei Einsatz eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz &#8211; Richtlinienkonforme Auslegung des &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine Gemeinde, die sich als Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;bereignung eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs (Werbemobil) verpflichtet, dieses f&uuml;r die Dauer von f&uuml;nf Jahren in der &Ouml;ffentlichkeit zu bewegen, ist Unternehmerin. Dies gilt auch dann, wenn die in Abschn. 23 Abs. 4 UStR 2005 genannte Umsatzgrenze von 30.678 EUR nicht erreicht wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) Vorsteuern aus einer Rechnung der Marktgemeinde A (Gemeinde) geltend machen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin vermarktet Werbemobile. Sie bietet dazu Vertragspartnern, vor allem Kommunen, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen, die &Uuml;berlassung eines mit Werbeaufschriften zu versehenden Fahrzeugs auf der Basis eines vorbereiteten Vertragstextes an. Sind gen&uuml;gend Werbekunden gefunden, beschafft die Kl&auml;gerin ein Fahrzeug, beklebt es mit Werbeaufschriften auf eigene Kosten und vereinnahmt von den Werbeinteressenten das Entgelt f&uuml;r die Werbefl&auml;che. Nach der Beschriftung wird das Fahrzeug dem Vertragspartner &#8211;hier der Gemeinde&#8211; &uuml;bereignet, der sich verpflichtet, &uuml;ber eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren das Werbemobil zur Erreichung der Werbewirksamkeit in der &Ouml;ffentlichkeit zu bewegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Vertrag vom 2. Januar 2006 verpflichtete sich die Kl&auml;gerin, der Gemeinde einen solchen Werbetr&auml;ger (hier PKW X) zu &uuml;bereignen, den sie am 21. Juni 2006 auch &uuml;bergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Datum vom 9. August 2006 rechnete die Gemeinde u.a. die Erbringung von Werbefahrten mit dem PKW X vom 21. Juni 2006 bis 20. Juni 2011 mit der Kl&auml;gerin im Voraus in H&ouml;he von 9.810 EUR netto ab. Da die Kl&auml;gerin der Gemeinde bereits mit Rechnung vom 31. Juli 2006 ihre nach dem Vertrag vom 2. Januar 2006 zu erbringende Leistung mit dem gleichen Nettobetrag von 9.810 EUR in Rechnung gestellt hatte, verrechnete die Kl&auml;gerin die beiden Forderungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung bei der Gemeinde kam der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu dem Ergebnis, diese sei nicht berechtigt gewesen, f&uuml;r die Werbefahrten eine Rechnung mit Mehrwertsteuerausweis auszustellen. Die mit dem Fahrzeug verbundenen T&auml;tigkeiten der Gemeinde seien nicht im Rahmen eines Betriebs gewerblicher Art erfolgt. Ein solcher sei zu verneinen, weil die in Abschn. 23 Abs. 4 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2005 (UStR) genannte Umsatzgrenze von 30.678 EUR nicht erreicht werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 29. Dezember 2006 erkannte das FA die von der Gemeinde in der Rechnung vom 9. August 2006 ausgewiesene Mehrwertsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR nicht als abzugsf&auml;hige Vorsteuer an und setzte gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin eine Umsatzsteuer-Vorauszahlung f&uuml;r August 2006 in H&ouml;he von &#8230; EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Sprungklage statt. Die Gemeinde sei mit dem dauerhaften Einsatz des Werbemobils selbst&auml;ndig und nachhaltig zur Erzielung von Einnahmen, n&auml;mlich um ein Fahrzeug zur Nutzung &uuml;bereignet zu bekommen, t&auml;tig geworden. Die Werbeleistungen habe sie auf privatrechtlicher Grundlage erbracht und dabei den Bereich ihres hoheitlichen T&auml;tigwerdens als Gemeinde verlassen. Auf die Umsatzgrenze von 30.678 EUR komme es unter dem Blickwinkel des Gemeinschaftsrechts nicht an. Es k&ouml;nne daher dahingestellt bleiben, ob der von der Kl&auml;gerin begehrte Vorsteuerabzug schon daraus folge, dass die Gemeinde die Werbeleistungen ihrem Betrieb gewerblicher Art &quot;Wasserversorgung&quot; zugeordnet habe. Die Vorentscheidung ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1071.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts. Es tr&auml;gt im Wesentlichen vor, das Fahrzeug sei zumindest weit &uuml;berwiegend f&uuml;r den gemeindlichen Bauhof und damit zur Erf&uuml;llung hoheitlicher Aufgaben eingesetzt worden. Der erzielte Werbeeffekt sei lediglich ein Nebeneffekt, der keine &#8211;hervorgehobene&#8211; nachhaltige wirtschaftliche T&auml;tigkeit der Gemeinde darstelle. Auch wenn das Gemeinschaftsrecht keine starre Umsatzgrenze vorsehe, bedeute dies nicht, dass jede noch so unbedeutende wirtschaftliche T&auml;tigkeit steuerpflichtig sei. Private Wettbewerber w&uuml;rden insoweit durch die Regelung zur Besteuerung sog. Kleinunternehmer in &sect; 19 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) gesch&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie verweist im Wesentlichen auf das Urteil des FG. Nach dem Gemeinschaftsrecht m&uuml;sse sich die T&auml;tigkeit nicht &quot;wirtschaftlich herausheben&quot;. Die Wettbewerbsgleichheit verlange, gleiche wirtschaftliche Aktivit&auml;ten umsatzsteuerlich gleich zu behandeln. Die Gemeinde sei zudem bereits mit der Wasserversorgung unternehmerisch t&auml;tig und dieses Unternehmen umfasse ihre gesamte gewerbliche und berufliche T&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet. Sie ist daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat der Kl&auml;gerin den streitigen Vorsteuerabzug zu Recht zuerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen. Die Aus&uuml;bung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den &sect;&sect; 14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt. Soweit der gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auf eine Zahlung vor Ausf&uuml;hrung dieser Ums&auml;tze entf&auml;llt, ist er bereits abziehbar, wenn die Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies steht im Einklang mit Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach ist der Steuerpflichtige befugt, soweit er Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet, von der von ihm geschuldeten Steuer die im Inland geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert wurden oder geliefert werden bzw. erbracht wurden oder erbracht werden, abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zutreffend hat das FG die Voraussetzungen des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG bejaht und insbesondere mit Recht dargelegt, die Gemeinde sei als Unternehmerin berechtigt gewesen, f&uuml;r die von ihr noch zu erbringenden Leistungen eine Rechnung mit Mehrwertsteuerausweis auszustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit der Verwendung des Werbemobils im Stra&szlig;enverkehr f&uuml;r die Dauer von 5 Jahren erbringt die Gemeinde nachhaltig eine sonstige Leistung i.S. des &sect; 3 Abs. 9 Satz 1 UStG (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. April 2008 XI R 56\/06, BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909), n&auml;mlich eine Werbeleistung (vgl. &sect; 3a Abs. 4 Nr. 2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Leistung erbringt die Gemeinde gegen Entgelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) und des BFH werden Leistungen nach den &uuml;bereinstimmenden Regelungen in &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG und in Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG gegen Entgelt erbracht, wenn zwischen dem Leistenden und dem Leistungsempf&auml;nger ein Rechtsverh&auml;ltnis besteht, das zwischen der Leistung und einem erhaltenen Gegenwert einen unmittelbaren Zusammenhang begr&uuml;ndet und die Verg&uuml;tung den Gegenwert f&uuml;r die Leistung bildet (vgl. BFH-Urteile vom 5. Dezember 2007 V R 60\/05, BFHE 219, 455, BStBl II 2009, 486, m.w.N. zur Rechtsprechung von EuGH und BFH, und in BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine entgeltliche Leistung stellen auch der Tausch und der tausch&auml;hnliche Umsatz dar. Ein tausch&auml;hnlicher Umsatz liegt vor, wenn das Entgelt f&uuml;r eine sonstige Leistung in einer Lieferung oder sonstigen Leistung besteht (&sect; 3 Abs. 12 Satz 2 UStG). Voraussetzung hierf&uuml;r ist, dass sich zwei entgeltliche Leistungen i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG gegen&uuml;berstehen, die lediglich durch die Modalit&auml;t der Entgeltvereinbarung (Tausch) miteinander verkn&uuml;pft sind (BFH-Urteil vom 6. Dezember 2007 V R 42\/06, BFHE 221, 74, m.w.N.). Nicht ma&szlig;geblich ist, ob die Vertragsparteien die einander erbrachten Leistungen als entgeltlich oder unentgeltlich bezeichnen (BFH-Urteil vom 10. Juli 1997 V R 95\/96, BFHE 183, 296, BStBl II 1997, 668). Der Gegenwert wird bei Tausch und tausch&auml;hnlichen Ums&auml;tzen i.S. von &sect; 3 Abs. 12 UStG durch eine tats&auml;chlich erhaltene Gegenleistung erbracht, die nicht in Geld besteht, aber in Geld ausdr&uuml;ckbar sein muss (BFH-Urteil in BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Als Gegenwert und damit als Entgelt f&uuml;r die von ihr in dem f&uuml;nfj&auml;hrigen Verwendungszeitraum noch zu erbringenden Werbeleistungen hat die Gemeinde nach den unstreitigen Feststellungen des FG das Fahrzeug &uuml;bereignet erhalten, f&uuml;r das sie selbst keine Anschaffungskosten tragen musste. Auch die Finanzverwaltung geht in einem solchen Fall von einem tausch&auml;hnlichen Umsatz aus, dessen Bemessungsgrundlage aus Vereinfachungsgr&uuml;nden mit dem Wert des Einkaufspreises des Fahrzeugs angesetzt werden k&ouml;nne (Schreiben der Oberfinanzdirektion Karlsruhe vom 29. Februar 2008 -S 7100- Rz 1.1.2 und 1.2, USt-Kartei BW &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG S 7100 Karte 16). Soweit die Werbeleistungen zum Zeitpunkt der &Uuml;bereignung des Pkw X noch nicht erbracht waren, stellt sich dieser Gegenwert &#8211;das Fahrzeug&#8211; als Vorauszahlung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Mit dem Einsatz des Werbemobils ist die Gemeinde insoweit auch als Unternehmerin i.S. des &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 und 2 UStG bzw. Steuerpflichtige i.S. des Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Auffassung des FA steht dem Vorsteuerabzug nicht entgegen, dass es sich bei ihr um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts handelt und diese nach &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG nur im Rahmen ihrer Betriebe gewerblicher Art (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 6, &sect; 4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211;) und ihrer land- oder forstwirtschaftlichen Betriebe gewerblich oder beruflich t&auml;tig sind, soweit keiner der in &sect; 2 Abs. 3 Satz 2 UStG geregelten Sonderf&auml;lle vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG ist unter Ber&uuml;cksichtigung von Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG richtlinienkonform auszulegen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27. Februar 2003 V R 78\/01, BFHE 201, 554, BStBl II 2004, 431, unter II.3., und vom 5. Februar 2004 V R 90\/01, BFHE 205, 323, BStBl II 2004, 795, unter II.4.b bb; vgl. auch Kraeusel, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 480, 486 ff.). Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Staaten, L&auml;nder, Gemeinden und sonstige Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts gelten nicht als Steuerpflichtige, soweit sie die T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder Leistungen erbringen, die ihnen im Rahmen der &ouml;ffentlichen Gewalt obliegen, auch wenn sie im Zusammenhang mit diesen T&auml;tigkeiten oder Leistungen Z&ouml;lle, Geb&uuml;hren, Beitr&auml;ge oder sonstige Abgaben erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Falls sie jedoch solche T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder Leistungen erbringen, gelten sie f&uuml;r diese T&auml;tigkeiten oder Leistungen als Steuerpflichtige, sofern eine Behandlung als Nicht-Steuerpflichtige zu gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerbsverzerrungen f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorstehend genannten Einrichtungen gelten in jedem Fall als Steuerpflichtige in Bezug auf die in Anhang D aufgef&uuml;hrten T&auml;tigkeiten, sofern der Umfang dieser T&auml;tigkeiten nicht unbedeutend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts Unternehmer i.S. von &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG i.V.m. &sect; 4 KStG, wenn sie Leistungen gegen Entgelt auf privatrechtlicher Grundlage unter den gleichen rechtlichen Bedingungen wie ein privater Wirtschaftsteilnehmer erbringen (BFH-Urteile in BFHE 205, 323, BStBl II 2004, 795; vom 22. September 2005 V R 28\/03, BFHE 211, 566, BStBl II 2006, 280; vom 12. Oktober 2004 V R 15\/02, BFH\/NV 2005, 388; vom 3. Juli 2008 V R 51\/06, BFHE 222, 128, BStBl II 2009, 213, unter II.2., und vom 20. August 2009 V R 30\/06, BFHE 226, 465).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies ist hier der Fall. Die Gemeinde erbringt die &#8211;entgeltlichen&#8211; Werbeleistungen auf der Grundlage des mit der Kl&auml;gerin abgeschlossenen zivilrechtlichen Vertrages und nicht im Rahmen der eigens f&uuml;r sie geltenden &ouml;ffentlich-rechtlichen Regelungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar stehen die Fahrten im Zusammenhang mit dem Einsatz des Fahrzeugs f&uuml;r gemeindliche &#8211;m&ouml;glicherweise hoheitliche&#8211; Zwecke. Hierauf kommt es aber nach der Rechtsprechung des EuGH nicht an (EuGH-Urteile vom 17. Oktober 1989 Rs. C-231\/87 und C-129\/88 &#8211;Comune di Carpaneto Piacentino u.a.&#8211;, Slg. 1989, 3233, UR 1991, 77, Randnr. 13, und vom 12. September 2000 Rs. C-276\/97 &#8211;Kommission\/Frankreich&#8211;, Slg. 2000, I-6251, Internationales Steuerrecht 2000, 620, Randnr. 33). Au&szlig;erdem haben die entgeltlichen Werbeleistungen auch nichts mit der &ouml;ffentlichen Aufgabenstellung der Gemeinde bzw. des Bauhofs zu tun. Es ist auch unerheblich, ob die Gemeinde mit dem Werbemobil zus&auml;tzliche, nicht durch den Gemeindebetrieb veranlasste Fahrten unternommen hat oder das Fahrzeug anderweitig besonders werbewirksam eingesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat die Gemeinde mit ihrem Anschreiben an potentielle Werbekunden, die sie auf die M&ouml;glichkeit des Werbemobils hingewiesen hat, und mit ihrer Teilnahme an der werbewirksam angek&uuml;ndigten Fahrzeug&uuml;bergabe weitere Werbeleistungen zugunsten der Kl&auml;gerin &#8211;auf privatrechtlicher Grundlage&#8211; erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG kommt es f&uuml;r die Frage, ob die Gemeinde in Bezug auf ihre Werbeleistungen als Steuerpflichtige (bzw. Unternehmerin i.S. des UStG) t&auml;tig geworden ist, entgegen der Auffassung des FA und im Gegensatz zu &sect; 4 Abs. 1 Satz 1 KStG (vgl. BFH-Urteil vom 13. M&auml;rz 1974 I R 7\/71, BFHE 112, 61, BStBl II 1974, 391) nicht darauf an, ob die ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit oder erbrachte Leistung von einer eigenst&auml;ndigen Einrichtung ausgef&uuml;hrt wird. Die Richtlinie stellt in Art. 4 Abs. 5 vielmehr ausschlie&szlig;lich auf die jeweils ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit oder erbrachte Leistung als solche ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Entgegen der Auffassung des FA kann der Gemeinde die Unternehmereigenschaft nicht mit der Begr&uuml;ndung versagt werden, die von ihr erzielten Werbeums&auml;tze seien zu gering.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Rahmen der privatwirtschaftlichen Erwerbst&auml;tigkeit erzielten Einnahmen der Gemeinde unterliegen bei der gebotenen richtlinienkonformen Auslegung den gleichen umsatzsteuerrechtlichen Bestimmungen wie die Ums&auml;tze anderer Unternehmen auch. Danach kommt es f&uuml;r die Unternehmereigenschaft &#8211;auch einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts&#8211; nicht darauf an, ob sich ihre wirtschaftliche T&auml;tigkeit innerhalb ihrer Gesamtbet&auml;tigung &quot;wirtschaftlich&quot; heraushebt und bestimmte Umsatzgrenzen &uuml;berschreitet. Der Wortlaut des Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG gibt keinen Hinweis auf derartige Grenzen. Bereits mit dem BFH-Urteil vom 25. Oktober 1989 V R 111\/85 (BStBl II 1990, 868) hat der BFH &#8211;unter Verweis auf das BFH-Urteil vom 11. Januar 1979 V R 26\/74 (BFHE 127, 83, BStBl II 1979, 746)&#8211; festgestellt, dass Gewinn- oder Umsatzgrenzen keine geeigneten, allein ma&szlig;geblichen Kriterien zur Bestimmung der Steuerpflicht einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts nach &sect; 2 Abs. 3 UStG 1967 sind (vgl. auch Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, September 2007, &sect; 2 Rz 232; Kraeusel, UR 2010, 480, 488). Entgegen der Auffassung des FA kann der Kl&auml;gerin &#8211;und der Gemeinde&#8211; somit nicht entgegengehalten werden, die von der Gemeinde erzielten Ums&auml;tze erreichten nicht die in Abschn. 23 Abs. 4 UStR aufgef&uuml;hrten und aus den K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien 2004 (KStR) &uuml;bernommenen Umsatzgrenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FA die in Abschn. 23 Abs. 4 UStR i.V.m. R 6 Abs. 5 KStR genannte Umsatzgrenze von 30.678 EUR mit der Begr&uuml;ndung verteidigt, &sect; 2 Abs. 3 UStG und Art. 4 Abs. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG seien Schutzvorschriften zugunsten von privaten Unternehmern und bei einer blo&szlig; unbedeutenden wirtschaftlichen T&auml;tigkeit einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts sei ein derartiger Schutz nicht erforderlich, da private Unternehmer dann durch die Kleinunternehmerregelung in &sect; 19 Abs. 1 UStG ausreichend gesch&uuml;tzt seien, vermag der Senat dem nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen trifft der Ausgangspunkt dieser &Uuml;berlegung (Schutzvorschriften zugunsten privater Unternehmer) jedenfalls nicht uneingeschr&auml;nkt zu. Denn der EuGH hat entschieden, Art. 4 Abs. 5 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG sei dahin auszulegen, dass die Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts, soweit sie T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder Leistungen erbringen, die ihnen im Rahmen der &ouml;ffentlichen Gewalt obliegen, nicht nur dann als Steuerpflichtige gelten, wenn ihre Behandlung als Nichtsteuerpflichtige aufgrund des Art. 4 Abs. 5 Unterabs. 1 oder 4 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerbsverzerrungen zulasten ihrer privaten Wettbewerber f&uuml;hren w&uuml;rde, sondern auch dann, wenn sie derartige Verzerrungen zu ihren eigenen Lasten zur Folge h&auml;tte (vgl. EuGH-Urteil vom 4. Juni 2009 Rs. C-102\/08 &#8211;Salix&#8211;, BFH\/NV 2009, 1222, UR 2009, 484).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen hat eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts, die einen oder mehrere Betriebe gewerblicher Art unterh&auml;lt, nur ein einheitliches Unternehmen im umsatzsteuerrechtlichen Sinne, das ihre s&auml;mtlichen Betriebe gewerblicher Art sowie ihre land- und forstwirtschaftlichen Betriebe umfasst (BFH-Urteil vom 18. August 1988 V R 194\/83, BFHE 154, 274, BStBl II 1988, 932).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall unterhielt die Gemeinde bereits vor Aufnahme der Werbefahrten den steuerpflichtigen Betrieb gewerblicher Art &quot;Wasserversorgung&quot;, dessen Ums&auml;tze unstreitig die in &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 UStG genannten Grenzen &uuml;berstiegen. Da die Werbeleistungen im umsatzsteuerlichen Sinne zu dem einheitlichen Unternehmen der Gemeinde geh&ouml;ren, kommt eine isolierte Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem&auml;&szlig; &sect; 19 UStG auf die Ums&auml;tze aus den Werbeleistungen nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Zu einem anderen Ergebnis f&uuml;hrt auch nicht die Auffassung des FA, die Gemeinde habe mit der Konzeption, Planung und Durchf&uuml;hrung von Werbema&szlig;nahmen sowie der Akquisition von Werbekunden T&auml;tigkeiten eines gewerblichen Werbeb&uuml;ros i.S. der Nr. 10 des Anhangs D der Richtlinie 77\/388\/EWG entfaltet und w&auml;re deshalb nur dann Unternehmerin, wenn der Umfang dieser T&auml;tigkeit &#8211;anders als im Streitfall&#8211; nicht unbedeutend w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art. 4 Abs. 5 Unterabs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmt in Verbindung mit Nr. 10 des Anhangs D, dass eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts in jedem Fall als Steuerpflichtige (Unternehmerin) gilt, wenn sie die T&auml;tigkeit eines gewerblichen Werbeb&uuml;ros in nicht unbedeutendem Umfang aus&uuml;bt. Die Formulierung &quot;in jedem Fall&quot; schlie&szlig;t entgegen der Auffassung des FA nicht aus, dass eine solche T&auml;tigkeit, selbst wenn sie einen unbedeutenden Umfang haben sollte, gleichwohl aus anderen Gr&uuml;nden unternehmerisch ausge&uuml;bt werden kann. Ein solcher Grund liegt im Streitfall schon deshalb vor, weil die Gemeinde bereits wegen einer anderen T&auml;tigkeit Unternehmerin ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Die Kl&auml;gerin besitzt des Weiteren unstreitig eine mit allen f&uuml;r den Vorsteuerabzug notwendigen Angaben versehene Rechnung &uuml;ber die fraglichen Werbeleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, XI R 17\/08 Unternehmereigenschaft einer Gemeinde bei Einsatz eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz &#8211; Richtlinienkonforme Auslegung des &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG Leits&auml;tze Eine Gemeinde, die sich als Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;bereignung eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs (Werbemobil) verpflichtet, dieses f&uuml;r die Dauer von f&uuml;nf Jahren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-17-08-unternehmereigenschaft-einer-gemeinde-bei-einsatz-eines-mit-werbeaufdrucken-versehenen-fahrzeugs-tauschaehnlicher-umsatz-richtlinienkonforme-auslegung-des-par-2-abs-3-satz-1-ustg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;17\/08 &#8211; Unternehmereigenschaft einer Gemeinde bei Einsatz eines mit Werbeaufdrucken versehenen Fahrzeugs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz &#8211; Richtlinienkonforme Auslegung des &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 UStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7808","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7808"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7808\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}