{"id":7812,"date":"2012-12-02T16:02:16","date_gmt":"2012-12-02T14:02:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7812"},"modified":"2012-12-02T16:02:16","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:16","slug":"x-b-62-09-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-nichtberuecksichtigung-von-sachverhalt-und-sachvortrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-62-09-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-nichtberuecksichtigung-von-sachverhalt-und-sachvortrag\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;62\/09 &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch Nichtber&uuml;cksichtigung von Sachverhalt und Sachvortrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.3.2010, X B 62\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch Nichtber&uuml;cksichtigung von Sachverhalt und Sachvortrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) begehren die Zulassung der Revision gegen ein Urteil, mit dem das Finanzgericht (FG) von einer Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist wegen Steuerhinterziehung ausgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war einer von zwei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer GmbH. Nach Aufnahme eines dritten Gesellschafters zum 1. Dezember 1998 war der Kl&auml;ger noch zu einem Drittel beteiligt. Bei der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der beiden Altgesellschafter blieb es. Zum selben Datum wurde den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern eine betriebliche Altersversorgung zugesagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zum Veranlagungszeitraum 1998 einschlie&szlig;lich betreuten zwei verschiedene Steuerb&uuml;ros die steuerlichen Angelegenheiten der GmbH auf der einen Seite und der Kl&auml;ger (pers&ouml;nlich) auf der anderen Seite. Vom Veranlagungszeitraum 1999 an nahm beide Aufgaben dasselbe B&uuml;ro wahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Anlagen N zu den Einkommensteuererkl&auml;rungen 1998 bis 2000, die das jeweilige Steuerberatungsb&uuml;ro vorbereitet hatte und die die Kl&auml;ger auf dem Mantelbogen unterschrieben hatten, war angekreuzt, dass keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht und auch keine Anwartschaft auf Altersversorgung oder eine Anwartschaft nur aufgrund eigener Beitragsleistungen aus der T&auml;tigkeit als GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestanden habe. Die Erkl&auml;rungen wurden in dem auf den Veranlagungszeitraum folgenden Jahr eingereicht. Die Veranlagungen erfolgten zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Ab 2001 erkl&auml;rten die Kl&auml;ger in ihren Steuererkl&auml;rungen (zutreffend), dass eine betriebliche Altersversorgung teils ohne eigene Beitragsleistung bestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 2008 &auml;nderte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unter Berufung auf &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung die Einkommensteuerbescheide im Hinblick auf den Vorwegabzug nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes. Er ging davon aus, dass dem Kl&auml;ger und dem jeweiligen Steuerberater diesbez&uuml;glich Steuerhinterziehung zur Last fielen, so dass die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Mit der Klage hatten die Kl&auml;ger geltend gemacht, ihnen sei lediglich Nachl&auml;ssigkeit, nicht aber eine Vorsatztat zum Vorwurf zu machen. Sie hatten hierzu unter anderem unbestritten vorgetragen, das Steuerberatungsb&uuml;ro, das die Erkl&auml;rung f&uuml;r 1998 erstellt habe, habe keine Kenntnis von der Versorgungszusage gehabt, da es nicht auch die Angelegenheiten der GmbH betreut habe. Das andere B&uuml;ro, das die Erkl&auml;rungen 1999 und 2000 erstellt habe, habe die Versorgungszusage aufgrund der Firmenunterlagen gekannt. Die Kl&auml;ger h&auml;tten damit ihre Informationspflichten erf&uuml;llt. Allerdings seien f&uuml;r die private Einkommensteuererkl&auml;rung auf der einen Seite und f&uuml;r die steuerlichen Angelegenheiten der GmbH auf der anderen Seite zwei unterschiedliche Sachbearbeiter zust&auml;ndig gewesen. Dieser organisatorische Umstand, verbunden mit einer offenbar nicht ausreichenden Kommunikation innerhalb des B&uuml;ros, sei von den Kl&auml;gern nicht unmittelbar zu vertreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Feststellungen des angegriffenen Urteils hei&szlig;t es im Zusammenhang mit dem Informationsfluss zwischen Kl&auml;ger und Berater: &quot;Der Kl&auml;ger teilte seinem damaligen Steuerberater nicht mit, dass er am 1. Dezember 1998 eine betriebliche Altersversorgung zugesagt erhalten hatte.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Entscheidungsgr&uuml;nden hat das FG ausgef&uuml;hrt, unabh&auml;ngig von der Frage, wie das Verhalten seines damaligen Steuerberaters zu bewerten sei, habe der Kl&auml;ger selbst auch den subjektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung erf&uuml;llt. Er habe den damaligen Steuerberater nicht davon unterrichtet, dass eine &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse dadurch eingetreten sei, dass er im Dezember 1998 eine Altersversorgungszusage durch &quot;seine&quot; GmbH erhalten habe. Der Kl&auml;ger habe also seinen Steuerberater wissentlich &uuml;ber diese steuerlich erhebliche Tatsache nicht unterrichtet. Gleichwohl habe er die Steuererkl&auml;rung, die auf seinen falschen Angaben beruht habe, unterschrieben. Damit habe er zumindest billigend in Kauf genommen, dass durch die falschen Angaben die Einkommensteuer 1998 bis 2000 verk&uuml;rzt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Zustellung des Urteils beantragten die Kl&auml;ger die Berichtigung des Terminsprotokolls, das abgesehen von den Antr&auml;gen keine &Auml;u&szlig;erungen der Verfahrensbeteiligten enthielt. Sie begehrten Aufnahme folgenden Satzes: &quot;Auf Frage des Gerichts erkl&auml;rte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger, da&szlig; die Information &uuml;ber die &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse bez&uuml;glich der Altersversorgungszusage dadurch erfolgte, dass der neue mit der pers&ouml;nlichen Steuererkl&auml;rung beauftragte Steuerberater zugleich auch die Steuererkl&auml;rung &#8217;seiner&#8216; GmbH erstellte.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrten die Kl&auml;ger aus, das Urteil st&uuml;tze sich auf eine angebliche, auch im unstreitigen Teil des Tatbestandes enthaltene &Auml;u&szlig;erung des Prozessvertreters, der\/die damaligen Steuerberater seien &uuml;ber die &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse nicht unterrichtet worden. Eine solche (verk&uuml;rzte) Aussage habe der Vertreter im Termin nicht gemacht. Es k&ouml;nne lediglich einger&auml;umt werden, dass im Umkehrschluss aus der m&uuml;ndlichen Erkl&auml;rung wie auch aus dem vorherigen schrifts&auml;tzlichen Vorbringen geschlossen werden k&ouml;nne, dass der f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1998 t&auml;tige Steuerberater &#8211;versehentlich&#8211; nicht informiert worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat den Berichtigungsantrag abgelehnt. Der Satz, den die Kl&auml;ger in das Protokoll aufzunehmen begehrten, sei kein vorgeschriebener Inhalt des Protokolls und sei auch nicht zur Entscheidungsgrundlage gemacht worden. Entscheidungsgrundlage sei vielmehr, was nunmehr erneut einger&auml;umt werde, dass n&auml;mlich der Kl&auml;ger seinem damaligen Steuerberater die Zusage einer betrieblichen Altersversorgung nicht mitgeteilt habe. Unerheblich sei, warum dies dem neuen Berater aufgefallen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer &auml;u&szlig;erlich ohne Beschr&auml;nkung auf bestimmte Streitjahre eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gen die Kl&auml;ger als Verfahrensmangel gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Versagung rechtlichen Geh&ouml;rs in Form der Verletzung der Beachtungspflicht des Gerichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im unstreitigen Teil des Tatbestandes enthaltene Aussage, die Kl&auml;ger h&auml;tten ihrem damaligen Steuerberater nicht mitgeteilt, dass der Kl&auml;ger am 1. Dezember 1998 eine betriebliche Altersversorgung zugesagt erhalten habe, entspreche weder dem schrifts&auml;tzlichen Vortrag noch sei sie dem Sitzungsprotokoll zu entnehmen. Wie bereits in einem vorangegangenen Schriftsatz habe der Prozessvertreter vielmehr erkl&auml;rt, das neue Steuerberaterb&uuml;ro habe aufgrund des Umstandes, dass es gleichzeitig die steuerlichen Angelegenheiten der GmbH von dem Veranlagungszeitraum 1999 an zu betreuen gehabt habe, zwangsl&auml;ufig Kenntnis von der Zusage der Altersversorgung gehabt. Es seien also zwei unterschiedliche Sachverhalte vorgetragen worden, einmal f&uuml;r das Jahr 1998, in dem die Information des pers&ouml;nlichen Steuerberaters versehentlich unterblieben sei, zum anderen hinsichtlich der Jahre 1999 und 2000, f&uuml;r die dem Steuerberaterb&uuml;ro die schriftlichen Unterlagen vorgelegen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesem differenzierten Sachvortrag w&uuml;rden die Entscheidungsgr&uuml;nde des FG-Urteils nicht gerecht, wenn es undifferenziert f&uuml;r alle drei Jahre auf eine Nichtunterrichtung des Steuerberaters abstelle. Die Rechtsansicht des FG fu&szlig;e auf der Wertung, dass die Nichtinformation des Steuerberaters zumindest als bedingter Vorsatz anzusehen sei. Sollte diese Wertung richtig sein, so k&ouml;nne sie nur die Entscheidung f&uuml;r das Jahr 1998 begr&uuml;nden, nicht aber f&uuml;r die Jahre 1999 und 2000 mit ihrem anders gelagerten und &uuml;bergangenen Sachverhalt. Vielmehr h&auml;tte auf der Grundlage dieser Wertung bei Ber&uuml;cksichtigung des kl&auml;gerischen Vortrags der Klage entsprochen werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Nichtzulassungsbeschwerde entgegen. Es liege allenfalls ein Beweisw&uuml;rdigungsfehler vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat geht davon aus, dass die Nichtzulassungsbeschwerde sich lediglich auf die Jahre 1999 und 2000, nicht hingegen auf das Jahr 1998 bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG-Urteil betrifft die Veranlagungszeitr&auml;ume 1998 bis 2000. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung, die bereits im Schriftsatz vom 17. April 2009 enthalten ist, durch den die Beschwerde eingelegt wurde, betrifft ausschlie&szlig;lich 1999 und 2000. Zu dem Jahr 1998 haben die Kl&auml;ger ge&auml;u&szlig;ert, die Rechtsansicht des FG fu&szlig;e auf einer bestimmten Wertung. Sie haben diese Wertung aber nicht mehr gesondert angegriffen, sondern haben die Beschwerdebegr&uuml;ndung auf die Jahre 1999 und 2000 beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liegt ein Verfahrensmangel i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor, auf dem die Entscheidung beruhen kann. Das FG-Urteil enth&auml;lt eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs gem&auml;&szlig; &sect; 119 Nr. 3 FGO in Gestalt eines Versto&szlig;es gegen die sogenannte Beachtungspflicht gem&auml;&szlig; Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO. Die Rechtserheblichkeit dieses Verfahrensmangels wird unwiderleglich vermutet (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3. September 2001 GrS 3\/98, BFHE 196, 39, BStBl II 2001, 802).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Beachtungspflicht ist verletzt, wenn das FG &Auml;u&szlig;erungen eines Verfahrensbeteiligten zu entscheidungserheblichen Fragen nicht zur Kenntnis nimmt bzw. bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung zieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs verpflichtet das Gericht nicht, sich mit Ausf&uuml;hrungen auseinanderzusetzen, auf die es f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt. Das Gericht ist auch nicht verpflichtet, sich mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich auseinanderzusetzen (vgl. u.a. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15. September 2006 III B 197\/05, BFH\/NV 2007, 28 sowie vom 13. April 2007 V B 122\/05, BFH\/NV 2007, 1517). Eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs liegt jedoch dann vor, wenn das Gericht Sachverhalt und Sachvortrag, auf den es ankommen kann, nicht nur nicht ausdr&uuml;cklich bescheidet, sondern &uuml;berhaupt nicht ber&uuml;cksichtigt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. M&auml;rz 2006 VIII B 21\/05, BFH\/NV 2006, 1256; vom 27. Februar 2006 IV B 106\/04, BFH\/NV 2006, 1275; vom 11. Dezember 2006 IX B 128\/06, BFH\/NV 2007, 738). So verh&auml;lt es sich hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Feststellungen des FG sind hinsichtlich der Frage, in welcher Weise der Kl&auml;ger oder die Kl&auml;ger ihre steuerlichen Vertreter f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1999 und 2000 &uuml;ber die Existenz der betrieblichen Altersversorgung informiert haben, l&uuml;ckenhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat festgestellt, dass bis einschlie&szlig;lich zum Veranlagungszeitraum 1998 zwei verschiedene Steuerb&uuml;ros f&uuml;r die steuerlichen Angelegenheiten der GmbH auf der einen Seite und diejenigen der Kl&auml;ger pers&ouml;nlich auf der anderen Seite zust&auml;ndig waren. Es hat weiter festgestellt, dass f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1999 und 2000 ein B&uuml;ro f&uuml;r beiderlei Angelegenheiten zust&auml;ndig war. Schlie&szlig;lich hat das FG festgestellt, der Kl&auml;ger habe seinem damaligen Steuerberater nicht mitgeteilt, dass er am 1. Dezember 1998 eine betriebliche Altersversorgung zugesagt erhalten habe. Dieser Sachverhalt entspricht ohne weiteres dem Akteninhalt f&uuml;r das Jahr 1998. Zu Art und Inhalt von Mitteilungen der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber dem mit der Erstellung der Steuererkl&auml;rungen 1999 und 2000 betrauten Steuerb&uuml;ro hat das FG nichts festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Seine Entscheidung hat das FG f&uuml;r alle drei Streitjahre auf den f&uuml;r das Jahr 1998 festgestellten Sachverhalt gest&uuml;tzt. Da es f&uuml;r die Jahre 1999 und 2000 nichts festgestellt hat, hat es den Vortrag der Kl&auml;ger, aus dem abweichenden Sachverhalt folgten rechtlich erhebliche Unterschiede, nicht gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hierbei handelt es sich nicht lediglich um eine Frage der Richtigkeit der Sachverhalts- oder Beweisw&uuml;rdigung, die allenfalls einen materiell-rechtlichen Fehler darstellen k&ouml;nnte (vgl. u.a. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14. August 2006 III B 198\/05, BFH\/NV 2006, 2281, und vom 1. September 2006 VIII B 81\/05, BFH\/NV 2006, 2297). Die W&uuml;rdigung ist vielmehr &#8211;mangels entsprechender Feststellung&#8211; ausgefallen. Dies spiegelt auch der Beschluss betreffend den Protokollberichtigungsantrag wider.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es ist auch nicht davon auszugehen, dass das FG sich mit den Unterschieden inhaltlich auseinandergesetzt und dies lediglich in seiner Entscheidung nicht im Einzelnen niedergelegt hat. Weder bietet das Urteil daf&uuml;r Anhaltspunkte noch liegen sie auf der Hand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Falls das FG seine Feststellungen in dem entscheidenden Punkte anders verstanden wissen wollte als der beschlie&szlig;ende Senat sie versteht, w&auml;re es entgegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO von einem nicht dem klaren Akteninhalt entsprechenden Sachverhalt ausgegangen. Darin l&auml;ge ebenfalls ein Verfahrensmangel i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO (vgl. Senatsurteil vom 30. Juli 2003 X R 7\/99, BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408; BFH-Beschluss vom 13. April 2007 V B 122\/05, BFH\/NV 2007, 1517).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das FG festgestellt haben wollen, der Kl&auml;ger habe die Existenz der betrieblichen Altersversorgung (auch) seinem f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1999 und 2000 zust&auml;ndigen Steuerberater nicht mitgeteilt, so w&auml;re dies nicht nur verk&uuml;rzt, sondern unrichtig. Unstreitig war in dem f&uuml;r die Steuererkl&auml;rungen 1999 und 2000 zust&auml;ndigen Steuerberatungsb&uuml;ro in seiner Gesamtheit die Altersversorgung bekannt, da dasselbe B&uuml;ro auch die GmbH steuerlich betreute. Nicht bekannt war sie dem f&uuml;r die Einkommensteuer zust&auml;ndigen Sachbearbeiter. Das ist ein wesentlich anderer Sachverhalt. Was aus ihm f&uuml;r die weitere Beurteilung des Falles folgt, ist eine andere Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da im Falle der Zulassung der Revision aller Voraussicht nach das FG-Urteil aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen werden m&uuml;sste (vgl. BFH-Urteil vom 8. November 1989 I R 14\/88, BFHE 159, 112, BStBl II 1990, 386), verweist der Senat zur Straffung des Verfahrens nach &sect; 116 Abs. 6 FGO die Sache bereits im Beschwerdeverfahren zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zur&uuml;ckweisung der Beschwerde in entsprechender Anwendung des &sect; 126 Abs. 4 FGO kommt nicht in Betracht. Die Frage, ob die Verh&auml;ltnisse der Jahre 1999 und 2000 den Schluss auf eine Steuerhinterziehung rechtfertigen, ist vornehmlich eine Frage der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung, die dem FG als Tatsacheninstanz obliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.3.2010, X B 62\/09 Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch Nichtber&uuml;cksichtigung von Sachverhalt und Sachvortrag Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) begehren die Zulassung der Revision gegen ein Urteil, mit dem das Finanzgericht (FG) von einer Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist wegen Steuerhinterziehung ausgegangen ist. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger war einer von zwei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-62-09-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-nichtberuecksichtigung-von-sachverhalt-und-sachvortrag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;62\/09 &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch Nichtber&uuml;cksichtigung von Sachverhalt und Sachvortrag<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7812","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7812\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}