{"id":7817,"date":"2012-12-02T16:02:28","date_gmt":"2012-12-02T14:02:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7817"},"modified":"2012-12-02T16:02:28","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:28","slug":"vi-b-132-09-verletzung-rechtlichen-gehoers-bei-ueberpruefung-eines-lohnsteuerhaftungsbescheids-kein-verfahrensmangel-bei-unzutreffendem-schaetzungsergebnis-zulassung-zur-revision-aufgrund-verstosses-g","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-132-09-verletzung-rechtlichen-gehoers-bei-ueberpruefung-eines-lohnsteuerhaftungsbescheids-kein-verfahrensmangel-bei-unzutreffendem-schaetzungsergebnis-zulassung-zur-revision-aufgrund-verstosses-g\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;132\/09 &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs bei &Uuml;berpr&uuml;fung eines Lohnsteuerhaftungsbescheids &#8211; kein Verfahrensmangel bei unzutreffendem Sch&auml;tzungsergebnis &#8211; Zulassung zur Revision aufgrund Versto&szlig;es gegen Denkgesetze bei Sch&auml;tzungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.3.2010, VI B 132\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs bei &Uuml;berpr&uuml;fung eines Lohnsteuerhaftungsbescheids &#8211; kein Verfahrensmangel bei unzutreffendem Sch&auml;tzungsergebnis &#8211; Zulassung zur Revision aufgrund Versto&szlig;es gegen Denkgesetze bei Sch&auml;tzungen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Lohnsteuerhaftungsbescheids gegen den Arbeitgeber der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum Teil entspricht ihre Begr&uuml;ndung nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im &Uuml;brigen liegen die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO sind nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, dass das Finanzgericht (FG) die Frage der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Auswahlermessens rechtsfehlerhaft nicht gepr&uuml;ft und der Kl&auml;gerin dadurch rechtliches Geh&ouml;r versagt habe, verkennt sie den Schutzbereich des Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 GG, &sect; 96 Abs. 2 FGO) obliegt es dem Gericht u.a., den Beteiligten Gelegenheit zur &Auml;u&szlig;erung zu geben und ihre Ausf&uuml;hrungen sowie Antr&auml;ge zur Kenntnis zu nehmen und bei seiner Entscheidung in Erw&auml;gung zu ziehen, nicht jedoch, der von den Beteiligten vertretenen Rechtsansicht zu folgen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Oktober 2009 IX B 86\/09, BFH\/NV 2010, 222).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &#8211;vor dem FG fachkundig vertretene&#8211; Kl&auml;gerin hatte in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend Gelegenheit, zur Problematik des Auswahlermessens Stellung zu nehmen; dazu ergibt sich aus dem Sitzungsprotokoll, dass die Beteiligten das Wort erhielten und mit ihnen die Sach- und Rechtslage er&ouml;rtert wurde. Dar&uuml;ber hinaus ist nicht dargetan, wozu die Kl&auml;gerin sich im Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht habe &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, was sie bei ausreichender Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs noch (zus&auml;tzlich) vorgetragen h&auml;tte und dass dieser Vortrag &#8211;auf der Grundlage der materiell-rechtlichen Auffassung des FG&#8211; zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschluss vom 30. Mai 2007 VI B 119\/06, BFH\/NV 2007, 1697, m.w.N.). Im &Uuml;brigen hat sich das FG in den Entscheidungsgr&uuml;nden mit der Frage des Auswahlermessens befasst. Damit wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Geh&ouml;rsr&uuml;ge letztlich gegen die materielle Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung. Die R&uuml;ge der falschen Rechtsanwendung ist im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren jedoch grunds&auml;tzlich unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Einwand der Kl&auml;gerin, die angefochtene Entscheidung beruhe auf fehlerhaften Tatsachenfeststellungen, weil das FG bei der Sch&auml;tzung der an die Kl&auml;gerin geleisteten Lohnzahlungen und damit bei der Bemessung der Haftungsschuld nicht ber&uuml;cksichtigt habe, dass sie im Haftungszeitraum von November 1993 an wegen einer Bandscheibenoperation krankheitsbedingt mehrere Monate nicht gearbeitet habe, begr&uuml;ndet ebenfalls keinen Verfahrensmangel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;rt zu den vom FG zu treffenden Tatsachenfeststellungen. Diese erfassen auch die Sch&auml;tzungsmethode. Soweit die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang vortr&auml;gt, das FG sei von unzutreffenden Annahmen ausgegangen, macht sie materielle Rechtsfehler geltend, die nach dem abschlie&szlig;enden Katalog des &sect; 115 Abs. 2 FGO nicht zu einer Zulassung der Revision f&uuml;hren k&ouml;nnen. Ein unzutreffendes Sch&auml;tzungsergebnis, sollte es im Streitfall vorliegen, ist somit kein Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO (vgl. BFH-Beschluss vom 9. August 2005 V B 56\/05, BFH\/NV 2005, 2230). Die R&uuml;ge der falschen Rechtsanwendung und tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung des Streitfalles durch das FG im Rahmen einer Sch&auml;tzung ist im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren grunds&auml;tzlich unbeachtlich. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit von Steuersch&auml;tzungen (Verst&ouml;&szlig;e gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze sowie materielle Rechtsfehler, vgl. beispielsweise BFH-Beschluss vom 4. M&auml;rz 2009 X B 38\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze f&uuml;hrt bei Sch&auml;tzungen erst zur Zulassung der Revision, wenn das Sch&auml;tzungsergebnis des FG wirtschaftlich unm&ouml;glich und damit schlechthin unvertretbar ist (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 69, m.w.N.). Ein offensichtlich realit&auml;tsfremdes Ergebnis der Sch&auml;tzung, das als willk&uuml;rlich falsche Rechtsanwendung zu beurteilen w&auml;re, ist im Streitfall jedoch nicht ersichtlich. Das FG hat vielmehr ausweislich der Entscheidungsgr&uuml;nde die Erkrankung der Kl&auml;gerin zu Beginn des Jahres 1994 ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngig ist (BFH-Beschluss vom 25. August 2006 VIII B 13\/06, BFH\/NV 2006, 2122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Die Kl&auml;gerin hat zwar die Rechtsfrage aufgeworfen, ob sie als Nichtadressat des Haftungsbescheids hinsichtlich der Aus&uuml;bung des Auswahlermessens beschwert sei. Eine Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung dieser konkreten Rechtsfrage ist jedoch unterblieben. Insbesondere hat die Kl&auml;gerin nicht im Einzelnen erl&auml;utert, welche Gr&uuml;nde daf&uuml;r sprechen, die Rechtsfrage anders zu beantworten als dies das FG im Streitfall getan hat. Allein die Behauptung, eine h&ouml;chstrichterliche Entscheidung zu der aufgeworfenen Rechtsfrage fehle, gen&uuml;gt den Darlegungsanforderungen jedenfalls nicht (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. April 2005 II B 98\/04, BFH\/NV 2005, 1310, und vom 31. M&auml;rz 2009 XI B 94\/08, BFH\/NV 2009, 1134).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.3.2010, VI B 132\/09 Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs bei &Uuml;berpr&uuml;fung eines Lohnsteuerhaftungsbescheids &#8211; kein Verfahrensmangel bei unzutreffendem Sch&auml;tzungsergebnis &#8211; Zulassung zur Revision aufgrund Versto&szlig;es gegen Denkgesetze bei Sch&auml;tzungen Gr&uuml;nde 1&nbsp; Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Lohnsteuerhaftungsbescheids gegen den Arbeitgeber der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin). 2&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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