{"id":78198,"date":"2025-12-27T12:55:59","date_gmt":"2025-12-27T10:55:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=78198"},"modified":"2025-12-27T12:55:59","modified_gmt":"2025-12-27T10:55:59","slug":"bfh-beschluss-vom-28-juli-2022-ix-b-67-21-entscheidungserheblichkeit-bei-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-28-juli-2022-ix-b-67-21-entscheidungserheblichkeit-bei-divergenz\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 28. Juli 2022, IX B 67\/21: Entscheidungserheblichkeit bei Divergenz"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:B.280722.IXB67.21.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 2 Alt 2, FGO \u00a7 126 Abs 5, EStG \u00a7 10d Abs 4 S 4, EStG \u00a7 10d Abs 4 S 5, EStG VZ 2008<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 02. September 2021, Az: 5 K 5098\/17<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Handelt es sich bei den zur Begr\u00fcndung einer Nichtzulassungsbeschwerde herangezogenen Ausf\u00fchrungen in der vermeintlichen Divergenzentscheidung nicht um tragende Ausf\u00fchrungen des Gerichts, ist eine Revisionszulassung wegen Divergenz ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 02.09.2021&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;5098\/17 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beschwerde ist nicht begr\u00fcndet.<\/li><li>1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011) wegen Divergenz zuzulassen.<\/li><li>a) Eine Zulassung der Revision wegen Divergenz setzt voraus, dass das Finanzgericht (FG) in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei \u00fcber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f\u00fcr beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl\u00e4rt werden kann und dass eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist.<\/li><li>b) Im Streitfall liegt die geltend gemachte Divergenz nicht vor. Wie der Senat in seinem Beschluss vom 10.12.2020&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/19 ausgef\u00fchrt hat, waren die vom Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) nunmehr zur Begr\u00fcndung der Divergenz erneut herangezogenen Ausf\u00fchrungen im Senatsbeschluss vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/18 nicht bindend. Damit entf\u00e4llt nicht nur die Bindungswirkung nach \u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO. Da es sich zudem um f\u00fcr den Beschluss vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/18 nicht tragende Ausf\u00fchrungen handelte, ist zugleich eine Divergenz ausgeschlossen. Aus demselben Grund besteht auch keine Divergenz zwischen den beiden Senatsbeschl\u00fcssen vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/18 und vom 10.12.2020&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/19.<\/li><li>c) Im \u00dcbrigen beruht das angefochtene Urteil des FG auf der tragenden und rechtlich zutreffenden Annahme, dass ein erstmaliger Verlustfeststellungsbescheid auf den 31.12.2008 schon deshalb nicht mehr ergehen kann, weil der Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2008 insoweit nach \u00a7&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 und 5 des Einkommensteuergesetzes (negative) Bindungswirkung entfaltet und weil \u00fcber die Einkommensteuer f\u00fcr 2008 bereits rechtskr\u00e4ftig entschieden ist. Mit dem Senatsbeschluss vom 10.12.2020&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/19 ist in Sachen Einkommensteuer 2008 Rechtskraft eingetreten. Daran ist auch der BFH gebunden. Unerheblich ist deshalb, ob die \u00c4nderbarkeit des Einkommensteuerbescheides f\u00fcr 2008 in dem abgeschlossenen Verfahren vom FG zutreffend verneint worden ist.<\/li><li>d) Der Senat verkennt nicht, dass es im Verfahrensverlauf durch die Hinweise im Senatsbeschluss vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/18 zu Irritationen gekommen ist. Ersichtlich hatten die Hinweise zum Ziel, dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) einen Weg aufzuzeigen, wie das materiell zutreffende Ergebnis trotz verfahrensrechtlicher Bedenken steuerlich h\u00e4tte ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen. Das FA hat diesen Weg bedauerlicherweise nicht gew\u00e4hlt. Eine M\u00f6glichkeit, das FA dazu zu zwingen, bestand aus der Sicht des BFH nicht. Im weiteren Verlauf des Verfahrens war nur zu beurteilen, ob eine (erneute) Zulassung der Revision geboten war. Das hat der Senat nach eingehender Pr\u00fcfung im Beschluss vom 10.12.2020&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;114\/19 verneint. Damit war der Fall materiell-rechtlich beendet.<\/li><li>2. Die vom Kl\u00e4ger geltend gemachten Verfahrensfehler liegen \u2011\u2011soweit sie schl\u00fcssig ger\u00fcgt wurden\u2011\u2011 nicht vor; von einer Begr\u00fcndung sieht der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/li><li>3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiter gehenden Begr\u00fcndung wird gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:B.280722.IXB67.21.0 BFH IX. Senat FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 2 Alt 2, FGO \u00a7 126 Abs 5, EStG \u00a7 10d Abs 4 S 4, EStG \u00a7 10d Abs 4 S 5, EStG VZ 2008 vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 02. 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