{"id":78206,"date":"2025-12-27T12:58:19","date_gmt":"2025-12-27T10:58:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=78206"},"modified":"2025-12-27T12:58:19","modified_gmt":"2025-12-27T10:58:19","slug":"bfh-urteil-vom-09-september-2025-ix-r-12-24-veraeusserungskosten-im-sinne-von-%c2%a7-17-abs-2-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-09-september-2025-ix-r-12-24-veraeusserungskosten-im-sinne-von-%c2%a7-17-abs-2-estg\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 09. September 2025, IX R 12\/24: Ver\u00e4u\u00dferungskosten im Sinne von \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 EStG"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.090925.IXR12.24.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH IX. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 17 Abs 2 S 1, EStG \u00a7 20 Abs 4 S 1, EStG VZ 2021<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Hessisches Finanzgericht , 22. Februar 2024, Az: 10 K 1208\/23<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Steuerberatungskosten, die f\u00fcr die Ermittlung des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung einer Kapitalgesellschaftsbeteiligung im Zusammenhang mit der Erstellung der Steuererkl\u00e4rung anfallen, stellen keine Ver\u00e4u\u00dferungskosten im Sinne von \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes dar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 22.02.2024&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;1208\/23 aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Streitig ist die Ber\u00fccksichtigung von Steuerberatungskosten f\u00fcr die Ermittlung des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung einer im Privatverm\u00f6gen gehaltenen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl\u00e4gerin ver\u00e4u\u00dferte im Streitjahr 2021 ihre im Privatverm\u00f6gen gehaltenen Anteile an der \u2026&nbsp;AG (im Weiteren X&nbsp;AG). Ihre Beteiligungsquote entsprach 5,93&nbsp;%.<\/li><li>Mit der Erstellung der Einkommensteuererkl\u00e4rung beauftragten die Kl\u00e4ger einen Steuerberater. Dieser berechnete f\u00fcr die zur Erstellung der Steuererkl\u00e4rung notwendige Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) \u2026&nbsp;\u20ac netto zuz\u00fcglich anteiliger Auslagen und Umsatzsteuer.<\/li><li>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) versagte den Abzug der Steuerberatungskosten als Ver\u00e4u\u00dferungskosten bei der Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG. Der hiergegen gerichtete Einspruch blieb erfolglos.<\/li><li>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2024, 1379 ver\u00f6ffentlichtem Urteil stattgegeben. Der Begriff der Ver\u00e4u\u00dferungskosten setze keinen unmittelbaren sachlichen Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Ver\u00e4u\u00dferung voraus. Vielmehr komme es allein auf den Veranlassungszusammenhang an, der auch mittelbar veranlasste Aufwendungen erfassen k\u00f6nne. Die Steuerberatungskosten seien durch den Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang veranlasst, da das &#8222;ausl\u00f6sende Moment&#8220; f\u00fcr die Entstehung dieser Aufwendungen in dem Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang selbst bestehe.<\/li><li>Mit seiner Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung von Bundesrecht. Der Begriff der Ver\u00e4u\u00dferungskosten in \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG sei dahingehend auszulegen, dass ein unmittelbarer sachlicher Bezug der Aufwendungen zur Ver\u00e4u\u00dferung erforderlich sei. Dieses Verst\u00e4ndnis folge unter anderem aus dem Vergleich zur Regelung in \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG. Selbst unter Anwendung des weitergehenden Veranlassungszusammenhangs seien die Kosten allein durch die Steuererkl\u00e4rungspflicht und nicht durch die Ver\u00e4u\u00dferung selbst ausgel\u00f6st worden.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG vom 22.02.2024&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;1208\/23 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist begr\u00fcndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011).<\/li><li>Das FG hat zutreffend erkannt, dass die Ver\u00e4u\u00dferung der Anteile an der X&nbsp;AG dem Grunde nach den Eink\u00fcnftetatbestand des \u00a7&nbsp;17 EStG erf\u00fcllt. Es hat jedoch rechtsfehlerhaft entschieden, dass die von den Kl\u00e4gern f\u00fcr die Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns getragenen Steuerberatungskosten Ver\u00e4u\u00dferungskosten nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG darstellen.<\/li><li>1. Zu den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb geh\u00f6rt nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG auch der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer innerhalb der letzten f\u00fcnf Jahre am Kapital der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1&nbsp;Prozent beteiligt war. Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn ist der Betrag, um den der Ver\u00e4u\u00dferungspreis nach Abzug der Ver\u00e4u\u00dferungskosten die Anschaffungskosten \u00fcbersteigt (\u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG).<\/li><li>a) Der Begriff der Ver\u00e4u\u00dferungskosten ist weder in \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG noch in den weiteren Vorschriften des Ertragsteuerrechts, in denen er benannt ist (u.a. in \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;70 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d, \u00a7&nbsp;3 Nr.&nbsp;71 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;3, \u00a7&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 und 3, \u00a7&nbsp;6b Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;14a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1, \u00a7&nbsp;14a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG, \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 und \u00a7&nbsp;15 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2a Satz&nbsp;2 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes \u2011\u2011KStG\u2011\u2011, \u00a7&nbsp;21 Satz&nbsp;1 und \u00a7&nbsp;44 des Investmentsteuergesetzes), definiert. Gemeinsam ist diesen Vorschriften, dass sie die Ver\u00e4u\u00dferung eines einzelnen Wirtschaftsguts oder einer Gesamtheit von Wirtschaftsg\u00fctern zum Gegenstand haben (vgl. zur selben wirtschaftlichen Sachlage bereits Urteil des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 09.04.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/12, BFHE 245, 59, BStBl II 2014, 861, Rz&nbsp;13).<\/li><li>b) Der Begriff der Ver\u00e4u\u00dferungskosten ist im Ertragsteuerrecht grunds\u00e4tzlich einheitlich auszulegen (BFH-Urteile vom 27.10.1977&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;60\/74, BFHE 123, 553, BStBl II 1978, 100, und vom 09.04.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/12, BFHE 245, 59, BStBl II 2014, 861, Rz&nbsp;13). Ver\u00e4u\u00dferungskosten sind daher auch im Sinne des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG die Kosten, die durch die Ver\u00e4u\u00dferung veranlasst sind.<\/li><li>aa) Es kommt darauf an, ob die Aufwendungen bei wertender Betrachtung ihr ausl\u00f6sendes Moment in der Ver\u00e4u\u00dferung haben und eine gr\u00f6\u00dfere N\u00e4he zur Ver\u00e4u\u00dferung als zu den laufenden Eink\u00fcnften aufweisen (Anschluss an die Rechtsprechung zu \u00a7&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG: BFH-Urteile vom 12.03.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;45\/13, BFHE 245, 25, BStBl II 2014, 719, Rz&nbsp;12; vom 09.04.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/12, BFHE 245, 59, BStBl II 2014, 861, Rz&nbsp;13, und vom 10.04.2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;20\/16, BFHE 265, 63, BStBl II 2020, 674, Rz&nbsp;26; und an die Rechtsprechung zu \u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG: BFH-Urteile vom 25.01.2000&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;55\/97, BFHE 191, 111, BStBl II 2000, 458, unter 1.a; vom 16.12.2009&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;22\/08, BFHE 227, 481, BStBl II 2010, 736, Rz&nbsp;11, und vom 07.03.2019&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;18\/17, BFHE 263, 348, BStBl II 2019, 696, Rz&nbsp;15).<\/li><li>bb) Der hiernach ma\u00dfgebliche Veranlassungszusammenhang muss jeweils nach den Gesamtumst\u00e4nden des konkreten Einzelfalls beurteilt werden. Die die Aufwendungen ausl\u00f6senden Momente m\u00fcssen gewichtet und gegeneinander abgewogen werden, um festzustellen, welches Moment das letztlich ma\u00dfgebende war. Diese Abw\u00e4gung und Gewichtung der einzelnen zu ber\u00fccksichtigenden Umst\u00e4nde ist als Bestandteil der tatrichterlichen W\u00fcrdigung in erster Linie Aufgabe des FG. Dessen Beurteilung kann im Revisionsverfahren nur daraufhin \u00fcberpr\u00fcft werden, ob sie verfahrensfehlerfrei zustande gekommen ist und ob sie gegen Denkgesetze oder gegen allgemeine Erfahrungss\u00e4tze verst\u00f6\u00dft (vgl. nur Senatsurteil vom 13.08.2024&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;29\/23, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt, BStBl II 2025, 277, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/li><li>c) Der erkennende Senat hat in seiner Entscheidung vom 09.10.2013&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/12 (BFHE 242, 513, BStBl II 2014, 102) die Kosten eines abkommensrechtlichen Verst\u00e4ndigungsverfahrens nicht als Ver\u00e4u\u00dferungskosten im Sinne von \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG eingeordnet. Dabei hat er einen unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit der Ver\u00e4u\u00dferung verlangt und darauf abgestellt, dass ausl\u00f6sendes Moment f\u00fcr den Kostenaufwand nicht die Ver\u00e4u\u00dferung, sondern deren Steuerbarkeit ist (vgl. dort Rz&nbsp;10, 12).<\/li><li>Klarstellend weist der Senat darauf hin, dass er einen unmittelbaren sachlichen Zusammenhang zwischen Aufwendungen und dem Rechtsgesch\u00e4ft der Ver\u00e4u\u00dferung nicht f\u00fcr zwingend erforderlich h\u00e4lt. Vielmehr gen\u00fcgt auch im Rahmen des \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG ein Veranlassungszusammenhang mit der Ver\u00e4u\u00dferung, um Aufwendungen als Ver\u00e4u\u00dferungskosten zu behandeln. So k\u00f6nnen auch mittelbar durch die Ver\u00e4u\u00dferung entstandene Aufwendungen unter den Begriff der Ver\u00e4u\u00dferungskosten fallen, soweit sie bei wertender Betrachtung ihr ausl\u00f6sendes Moment in der Ver\u00e4u\u00dferung haben.<\/li><li>d) Gegen die hier vertretene Ansicht spricht nicht die Regelung in \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 EStG. Danach ist der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen der Unterschied zwischen den Einnahmen aus der Ver\u00e4u\u00dferung nach Abzug der Aufwendungen, die im unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft stehen, und den Anschaffungskosten. Die Norm des \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG hat mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.08.2007 (BGBl I 2007, 1912) Eingang in das Einkommensteuergesetz gefunden und sollte sich nach der Gesetzesbegr\u00fcndung an die vergleichbaren Regelungen zu den Ver\u00e4u\u00dferungsvorschriften in \u00a7&nbsp;17 und \u00a7&nbsp;23 EStG anlehnen. Zu den Aufwendungen nach \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG geh\u00f6ren danach auch die Ver\u00e4u\u00dferungskosten (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;57).<\/li><li>Der Senat kann offenlassen, ob der in \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 EStG geforderte &#8222;unmittelbare sachliche Zusammenhang&#8220; dahingehend zu verstehen ist, dass es auf das ausl\u00f6sende Moment ankommt. Denn jedenfalls h\u00e4tte es dem Gesetzgeber freigestanden, den Abzug von durch die Ver\u00e4u\u00dferung veranlassten Aufwendungen im Bereich des \u00a7&nbsp;20 EStG im Vergleich zu \u00a7&nbsp;17 EStG abweichend zu regeln. Eine vollst\u00e4ndige Belastungsgleichheit von Eink\u00fcnften aus \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG und solchen nach \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG kann schon durch die unterschiedlichen tariflichen Regelungen nicht erzielt werden.<\/li><li>2. Ausgehend von diesen Rechtsgrunds\u00e4tzen hat das FG zwar zutreffend einen Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang nach \u00a7&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG bejaht und f\u00fcr die Annahme von Ver\u00e4u\u00dferungskosten auf das ausl\u00f6sende Moment f\u00fcr den Kostenaufwand abgestellt.<\/li><li>Die Feststellung der Vorinstanz, ausl\u00f6sendes Moment f\u00fcr die Entstehung der streitgegenst\u00e4ndlichen Steuerberatungskosten sei der Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang selbst, widerspricht jedoch den dargestellten Anforderungen. Denn diese Aufwendungen sind Folge der sachlichen Steuerpflicht der Ver\u00e4u\u00dferung und dem hierauf beruhenden Entschluss der Kl\u00e4ger, f\u00fcr die Erf\u00fcllung ihrer steuerlichen Erkl\u00e4rungspflichten einen Steuerberater zu beauftragen (vgl. auch Senatsurteil vom 09.10.2013&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFHE 242, 513, BStBl II 2014, 102, Rz&nbsp;12). Das FG hat unzutreffend darauf abgestellt, dass bereits vor einer Ver\u00e4u\u00dferung eine abstrakt bestehende steuerliche Pflicht zur Erkl\u00e4rung eines sp\u00e4ter gegebenenfalls vorliegenden Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns best\u00fcnde, welche sich durch die Ver\u00e4u\u00dferung konkretisiere. Hieraus folgt insbesondere nicht, dass die Erkl\u00e4rungspflicht als ausl\u00f6sendes Moment hinter den Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang zur\u00fccktritt.<\/li><li>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2025:U.090925.IXR12.24.0 BFH IX. Senat EStG \u00a7 17 Abs 2 S 1, EStG \u00a7 20 Abs 4 S 1, EStG VZ 2021 vorgehend Hessisches Finanzgericht , 22. Februar 2024, Az: 10 K 1208\/23 Leits\u00e4tze Steuerberatungskosten, die f\u00fcr die Ermittlung des Gewinns aus der Ver\u00e4u\u00dferung einer Kapitalgesellschaftsbeteiligung im Zusammenhang mit der Erstellung der Steuererkl\u00e4rung anfallen, stellen keine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-09-september-2025-ix-r-12-24-veraeusserungskosten-im-sinne-von-%c2%a7-17-abs-2-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 09. 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