{"id":7827,"date":"2012-12-02T16:02:21","date_gmt":"2012-12-02T14:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7827"},"modified":"2012-12-02T16:02:21","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:21","slug":"viii-r-20-08-nachtraegliche-schuldzinsen-wesentliche-beteiligung-beruecksichtigung-von-schuldzinsen-als-werbungskosten-nach-absenkung-der-wesentlichkeitsschwelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-20-08-nachtraegliche-schuldzinsen-wesentliche-beteiligung-beruecksichtigung-von-schuldzinsen-als-werbungskosten-nach-absenkung-der-wesentlichkeitsschwelle\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen &#8211; Wesentliche Beteiligung &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen als Werbungskosten nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.3.2010, VIII R 20\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen &#8211; Wesentliche Beteiligung &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen als Werbungskosten nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Schuldzinsen f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG, die auf Zeitr&auml;ume nach Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung oder Aufl&ouml;sung der Gesellschaft entfallen, k&ouml;nnen ab dem Veranlagungszeitraum 1999 wie nachtr&auml;gliche Betriebsausgaben als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Schuldzinsen f&uuml;r den Erwerb einer wesentlichen Beteiligung als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden k&ouml;nnen. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden als Ehegatten im Streitjahr zur Einkommensteuer zusammenveranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war zu 50 % an einer GmbH (Stammkapital 51.000 DM) beteiligt. 1997 erwarb er die restlichen 50 % (Gesch&auml;ftsanteile im Nennwert von 17.000 DM und 8.500 DM) f&uuml;r 300.000 DM. Daf&uuml;r nahm er ein Darlehen &uuml;ber 225.000 DM auf. Von den sp&auml;ter hinzuerworbenen Gesch&auml;ftsanteilen ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger im Dezember 2000 den Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 17.000 DM sowie einen durch Teilung neu gebildeten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 8.000 DM (zusammen 25.000 DM) an seinen Sohn zum Preis von 5.000 DM. Den bei der Teilung des Gesch&auml;ftsanteils entstandenen Zwerganteil im Nennwert von 500 DM behielt der Kl&auml;ger ebenso wie seine h&auml;lftige Beteiligung am Stammkapital der Gesellschaft. Danach waren der Kl&auml;ger zu etwa 51 % und der Sohn des Kl&auml;gers zu 49 % an der GmbH beteiligt. Im Streitjahr (2001) erkl&auml;rte der Kl&auml;ger Schuldzinsen f&uuml;r das Darlehen von 9.492,10 DM sowie sonstige Kosten in H&ouml;he von 100 DM, die er bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen geltend machte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Zinszahlungen im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2001 nicht und wies den dagegen gerichteten Einspruch zur&uuml;ck. Nach einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung &auml;nderte das FA den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2001 und erkannte Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 200 DM an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht (FG) hat sich das FA bereit erkl&auml;rt, 2 % der streitigen Schuldzinsen anzuerkennen, da die mit Fremdmitteln erworbene Beteiligung nicht vollst&auml;ndig, sondern nur zu 98 % weiterver&auml;u&szlig;ert worden sei. Danach hat das FG die Klage insgesamt abgewiesen. Tatbestand und Entscheidungsgr&uuml;nde des Urteil vom 17. April 2008&nbsp;&nbsp;6 K 461\/04 E sind in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1283 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 i.V.m. &sect; 20 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben urspr&uuml;nglich beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nster vom 17. April 2008&nbsp;&nbsp;6 K 461\/04 E aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid vom 23. Januar 2004 dahingehend zu &auml;ndern, dass Zinsaufwendungen von 9.492,10 DM (4.853,23 EUR) als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigt werden und die Einkommensteuer entsprechend niedriger festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Einlegung der Revision hat das FA den streitigen Einkommensteuerbescheid entsprechend seiner Zusage in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ge&auml;ndert und darin Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen des Kl&auml;gers von nunmehr 290 DM anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen danach nur noch,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den Einkommensteuerbescheid 2001 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Werbungskosten von 9.302,10 DM (4.756,09 EUR) bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen zum Abzug zugelassen werden und die Einkommensteuer entsprechend niedriger festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf die Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlung &uuml;bereinstimmend verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung ist bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Das FG hat &uuml;ber den urspr&uuml;nglich angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2001 entschieden, an dessen Stelle w&auml;hrend des Revisionsverfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 68 Satz 1 i.V.m. &sect; 121 Satz 1 FGO der ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid vom 16. Juli 2008 getreten ist. Damit liegt dem FG-Urteil ein in seiner Wirkung suspendierter Bescheid zugrunde mit der Folge, dass auch das FG-Urteil insoweit keinen Bestand mehr haben kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12. September 2007 VIII R 38\/04, BFH\/NV 2008, 37; vom 13. Dezember 2006 VIII R 62\/04, BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568, m.w.N.). Die vom FG verfahrensfehlerfrei getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats (BFH-Urteile in BFH\/NV 2008, 37, und in BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zur Begr&uuml;ndung seines Urteils im Wesentlichen ausgef&uuml;hrt, nach nahezu vollst&auml;ndiger Ver&auml;u&szlig;erung der mit Fremdmitteln erworbenen Gesch&auml;ftsanteile seien die f&uuml;r ihre Anschaffung anfallenden Schuldzinsen nicht mehr als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abziehbar; insoweit sei die Veranlassung der Aufwendungen zur Eink&uuml;nfteerzielung entfallen. Das entspreche der st&auml;ndigen Rechtsprechung. Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus der Absenkung der Beteiligungsschwelle in &sect; 17 EStG auf 1 %, denn dadurch werde eine im Privatverm&ouml;gen gehaltene Beteiligung nicht zu Betriebsverm&ouml;gen. Auch der Zweck der Absenkung der Beteiligungsgrenze gebiete keine &Auml;nderung der Rechtsprechung. Eine &Auml;nderung der Rechtsprechung w&uuml;rde au&szlig;erdem zu unterschiedlicher Behandlung nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen einerseits und den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung andererseits sowie zu einem Bruch im System der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diese Ausf&uuml;hrungen halten revisionsrechtlicher Nachpr&uuml;fung nicht stand. Der Senat h&auml;lt an seiner bisherigen Rechtsprechung zum Ausschluss des nachtr&auml;glichen Werbungskostenabzugs nach Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen wesentlichen Beteiligung i.S. von &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 und Satz 4 EStG a.F. f&uuml;r die ab 1999 geltenden Gesetzesfassungen nicht mehr fest. Schuldzinsen, die f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG anfallen, k&ouml;nnen danach unter den gleichen Voraussetzungen wie nachtr&auml;gliche Betriebsausgaben als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden, wenn sie auf Zeitr&auml;ume nach Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung oder Aufl&ouml;sung der Gesellschaft entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werbungskosten i.S. von &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind alle Aufwendungen, die durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem Regelungsziel des EStG sind Aufwendungen als durch eine Einkunftsart veranlasst anzusehen, wenn sie hierzu in einem steuerrechtlich anzuerkennenden wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Das ist der Fall, wenn sie objektiv mit einer Einkunftsart zusammenh&auml;ngen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88, BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C.II.2., m.w.N.). Ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die &#8211;wertende&#8211; Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21. September 2009 GrS 1\/06, BFHE 227, 1, unter C.III.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Anwendungsbereich von &sect; 4 Abs. 4 EStG sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH Schuldzinsen auf Betriebsschulden auch nach Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung des Betriebs grunds&auml;tzlich als Betriebsausgaben abziehbar. Das gilt aber nur, soweit sie nicht auf Verbindlichkeiten entfallen, die durch den Ver&auml;u&szlig;erungspreis und die Verwertung von zur&uuml;ckbehaltenen aktiven Wirtschaftsg&uuml;tern h&auml;tten getilgt werden k&ouml;nnen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 28. M&auml;rz 2007 X R 15\/04, BFHE 217, 507, BStBl II 2007, 642; Schmidt\/Wacker, EStG, 28. Aufl., &sect; 16 Rz 371, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Demgegen&uuml;ber hat der Senat f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in st&auml;ndiger Rechtsprechung einen solchen Zusammenhang grunds&auml;tzlich verneint und deshalb den Abzug von (nachtr&auml;glichen) Schuldzinsen abgelehnt, die f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Kapitalanlage anfallen, soweit sie auf Zeitr&auml;ume nach Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe der Kapitalanlage entfallen (vgl. zuletzt BFH-Urteile vom 27. M&auml;rz 2007 VIII R 64\/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639; VIII R 28\/04, BFHE 217, 460, BStBl II 2007, 699, jeweils m.w.N.). Daran hat er auch f&uuml;r den Fall festgehalten, dass es sich bei der Kapitalanlage um eine wesentliche Beteiligung i.S. von &sect; 17 Abs. 1 EStG handelt, obwohl insofern &#8211;ausnahmsweise&#8211; auch Wertsteigerungen auf der privaten Verm&ouml;gensebene der Besteuerung unterliegen (vgl. Senatsurteile vom 9. August 1983 VIII R 276\/82, BFHE 139, 257, BStBl II 1984, 29; vom 8. Dezember 1992 VIII R 99\/90, BFH\/NV 1993, 654).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Besteuerung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in der bis zur Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer geltenden Fassung wurde von dem Grundsatz beherrscht, dass zwischen dem Kapitalverm&ouml;gen als solchem und dem Ertrag als Frucht des Kapitals zu unterscheiden ist; grunds&auml;tzlich wirken sich deshalb Wert&auml;nderungen der Kapitalanlage als solche auf die Besteuerung der erzielten Ertr&auml;ge im Rahmen des &sect; 20 EStG nicht aus (vgl. BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VIII R 28\/99, BFHE 193, 374, BStBl II 2001, 97, m.w.N.). Auf dieser Grundlage hat der Senat einen steuerlich anzuerkennenden wirtschaftlichen Zusammenhang der f&uuml;r die Anschaffung einer Kapitalanlage aufgewandten Zinsen mit der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bejaht, wenn bei der Kapitalanlage nicht die Absicht der Erzielung steuerfreier Verm&ouml;gensvorteile im Vordergrund stand (vgl. BFH-Urteile vom 21. Juli 1981 VIII R 154\/76, BFHE 134, 113, BStBl II 1982, 37; vom 23. M&auml;rz 1982 VIII R 132\/80, BFHE 135, 320, BStBl II 1982, 463; vom 7. Dezember 1999 VIII R 8\/98, BFH\/NV 2000, 825). Hat der Steuerpflichtige neben der Absicht, auf Dauer gesehen einen &Uuml;berschuss der Einnahmen zu erzielen, auch die Erwartung oder Hoffnung, mit der Kapitalanlage steuerfreie Verm&ouml;gensvorteile zu realisieren, so steht dies dem vollumf&auml;nglichen Abzug der Schuldzinsen als Werbungskosten nicht entgegen, sofern die Absicht, steuerfreie Wertsteigerungen zu realisieren, nur miturs&auml;chlich f&uuml;r die Anschaffung der Ertrag bringenden Kapitalanlage ist (vgl. BFH-Urteil vom 8. Juli 2003 VIII R 43\/01, BFHE 203, 65, BStBl II 2003, 937, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Rechtsprechung zur Nichtabziehbarkeit nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften beruht letztlich auf der rechtlichen Zuweisung der Finanzierungsaufwendungen zur nicht steuerbaren, privaten Verm&ouml;gensebene (vgl. etwa BFH-Urteil vom 4. September 2000 IX R 44\/97, BFH\/NV 2001, 310 zu Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung). Mit Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe der Einkunftsquelle entfalle der wirtschaftliche Zusammenhang der Aufwendungen mit einer Einkunftsart; die Aufwendungen seien danach nur noch Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines Kapitals, das nicht mehr der Erzielung von steuerbaren Einnahmen diene (vgl. BFH-Urteile vom 25. April 1995 IX R 114\/92, BFH\/NV 1995, 966; vom 21. Dezember 1982 VIII R 48\/82, BFHE 138, 47, BStBl II 1983, 373; vom 7. August 1990 VIII R 67\/86, BFHE 162, 48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Trotz des f&uuml;r Betriebsausgaben wie f&uuml;r Werbungskosten in gleicher Weise geltenden Veranlassungsprinzips (vgl. nur Schmidt\/Drenseck, a.a.O., &sect; 9 Rz 7, m.w.N.) hat der Senat in der Vergangenheit eine Gleichstellung nachtr&auml;glicher Werbungskosten mit nachtr&auml;glichen Betriebsausgaben wegen der unterschiedlichen rechtlichen Ausgangslage (d.h. wegen rechtlicher Besonderheiten der Eink&uuml;nfte aus &sect; 17 EStG) stets abgelehnt (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 1993 VIII R 74\/91, BFH\/NV 1993, 714). Zur Begr&uuml;ndung hat er im Wesentlichen ausgef&uuml;hrt, bei den Eink&uuml;nften aus &sect; 17 EStG bestehe kein vom Privatverm&ouml;gen getrenntes Betriebsverm&ouml;gen, das nach Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung zur&uuml;ckbleiben k&ouml;nne. Und auch die anderen Besonderheiten der Eink&uuml;nfte aus &sect; 17 EStG rechtfertigten keine vollst&auml;ndige Gleichstellung der wesentlichen Beteiligung mit der steuerlichen Behandlung von Mitunternehmeranteilen (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV 1993, 714, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) In zwei neueren Entscheidungen hat der Senat ausdr&uuml;cklich offengelassen, ob er an dieser Rechtsprechung f&uuml;r die Zeit nach Absenkung der ma&szlig;geblichen Beteiligungsgrenze in &sect; 17 Abs. 1 EStG auf 1 % festhalte (vgl. Senatsurteil in BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639; in BFHE 217, 460, BStBl II 2007, 699). Gleiches gelte f&uuml;r die Frage, ob m&ouml;glicherweise bereits f&uuml;r die Zeit nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle auf 10 % eine &Auml;nderung der Rechtsprechung zum nachtr&auml;glichen Schuldzinsenabzug in Betracht zu ziehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle von mehr als 25 % auf 10 % durch das Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 (StEntlG 1999\/2000\/2002) vom 24. M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 1999 und erst recht f&uuml;r die Zeit nach Absenkung der f&uuml;r die Anwendung des &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG ma&szlig;geblichen Beteiligungsgrenze auf 1 % durch das Gesetz zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung (StSenkG) vom 23. Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428) f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2001 und der damit, vorbehaltlich der &quot;Bagatellgrenze&quot;, einhergehenden konzeptionellen Gleichbehandlung von Gewinnaussch&uuml;ttung und Ver&auml;u&szlig;erung besteht f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen jedenfalls bei einer Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG keine sachliche Rechtfertigung mehr f&uuml;r die rechtliche Zuweisung der nachtr&auml;glichen Finanzierungskosten zur (grunds&auml;tzlich) nicht steuerbaren Verm&ouml;gensebene.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle in &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG ab Veranlagungszeitraum 1999 auf zun&auml;chst 10 % diente in erster Linie der Verbreiterung der Besteuerungsgrundlage (BTDrucks 14\/23, S. 178). Bereits damit hat der Gesetzgeber ungeachtet dessen, dass er an dem Begriff der &quot;wesentlichen Beteiligung&quot; zun&auml;chst festgehalten hat, zum Ausdruck gebracht, dass er bez&uuml;glich der steuerlichen Erfassung von Wertsteigerungen im Privatverm&ouml;gen durch das StEntlG 1999\/2000\/2002 einen Paradigmenwechsel eingeleitet hat. Denn er hat gleichzeitig die Voraussetzungen f&uuml;r die steuerliche Erfassung von Gewinnen aus Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften von sonstigen Wirtschaftsg&uuml;tern des Privatverm&ouml;gens erweitert, was durch die &Auml;nderung der bisherigen &Uuml;berschrift des &sect; 23 EStG von &quot;Spekulationsgesch&auml;fte&quot; in &quot;Private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte&quot; durch das StEntlG 1999\/2000\/2002 besonders augenscheinlich wird. Der Gesetzgeber hat den Weg einer breiteren steuerlichen Erfassung von Wertsteigerungen im Privatverm&ouml;gen auch fortgesetzt, indem er durch das StSenkG die Grenze f&uuml;r die Steuerpflicht von Gewinnen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften auf 1 % abgesenkt hat (vgl. Senatsurteil vom 1. M&auml;rz 2005 VIII R 92\/03, BFHE 209, 285, BStBl II 2005, 398).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Konzeption der Eink&uuml;nfte aus &sect; 17 EStG bedeutet dies zumindest eine Abkehr vom Leitbild des Mitunternehmers. Auf die Frage, ob und inwieweit die ma&szlig;gebliche Beteiligung der steuerlichen Behandlung von Mitunternehmeranteilen gleichzustellen ist, kommt es danach nicht mehr an. Mit der schrittweisen, konsequenten Ausweitung der Besteuerung im Privatverm&ouml;gen erzielter Verm&ouml;genszuw&auml;chse hat der Gesetzgeber der bisherigen Senatsrechtsprechung zur Nichtabziehbarkeit nachtr&auml;glicher Finanzierungsaufwendungen die Grundlage entzogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vor diesem Hintergrund ist der Veranlassungszusammenhang der nachtr&auml;glichen Schuldzinsen mit den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG nicht mehr anders zu beurteilen als im Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4 EStG bei den Gewinneink&uuml;nften. Denn ebenso wie nachtr&auml;gliche Schuldzinsen betrieblich veranlasst sind, wenn sie nach der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe eines Betriebs weiterhin der Finanzierung der nicht abl&ouml;sbaren betrieblichen Verbindlichkeiten dienen, sind nachtr&auml;gliche Schuldzinsen nach der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe einer wesentlichen Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG in den ab 1999 geltenden Fassungen durch die fr&uuml;heren Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen (&sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) veranlasst. Durch die Beendigung der Eink&uuml;nfteerzielung aus Kapitalverm&ouml;gen ist der urspr&uuml;ngliche Veranlassungszusammenhang nicht unterbrochen, weil die nachtr&auml;glichen Schuldzinsen nach wie vor durch die zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen aufgenommenen Schulden ausgel&ouml;st sind, die bei Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe der Beteiligung nicht abgel&ouml;st werden konnten. Die nachtr&auml;glichen Schuldzinsen dienen mithin &#8211;ebenso wie im betrieblichen Bereich&#8211; der Finanzierung eines steuerrechtlich erheblichen Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabeverlusts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dem steht nicht entgegen, dass bei &sect; 17 EStG kein Betriebsverm&ouml;gen gebildet wird, das nach Beendigung der Einkunftserzielung zur&uuml;ckbehalten werden kann (a.A. FG M&uuml;nster, Urteil in EFG 2008, 1283); an dem entsprechenden Begr&uuml;ndungsansatz h&auml;lt der Senat nicht mehr fest. Ein Darlehen, das zur Finanzierung von Anschaffungskosten f&uuml;r eine wesentliche Beteiligung aufgenommen wird, ist stets, auch w&auml;hrend der Erzielung laufender Eink&uuml;nfte, dem Privatverm&ouml;gen zuzurechnen. Gleichwohl k&ouml;nnen die Zinsen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zu ber&uuml;cksichtigen sein. Das ist der Fall, soweit sie (noch) durch die Erzielung von Eink&uuml;nften veranlasst sind. Die Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe der Einkunftsquelle l&auml;sst den Veranlassungszusammenhang &#8211;wie bei den Gewinneink&uuml;nften&#8211; nicht ohne weiteres entfallen. Ein den urspr&uuml;nglichen Veranlassungszusammenhang &uuml;berlagerndes nachtr&auml;gliches Ereignis kann nach dem Vorstehenden auch nicht darin gesehen werden, dass das zur Eink&uuml;nfteerzielung eingesetzte Verm&ouml;gen privat war, jedenfalls soweit es &#8211;wie bei &sect; 17 EStG&#8211; wie Betriebsverm&ouml;gen dem Besteuerungszugriff unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unerheblich ist entgegen der Auffassung des FG auch, dass durch die &Auml;nderung der Rechtsprechung nur f&uuml;r bestimmte Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen die bisher geltende steuerrechtliche Gleichbehandlung nachlaufender Finanzierungsaufwendungen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung einerseits und den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen andererseits m&ouml;glicherweise entf&auml;llt. Dies beruht auf den Entscheidungen des Gesetzgebers, den Besteuerungszugriff auf die im Privatverm&ouml;gen erzielten Verm&ouml;genszuw&auml;chse gem&auml;&szlig; &sect; 17 EStG in der ab 1999 geltenden Fassung in systemver&auml;ndernder Weise auszudehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat im &Uuml;brigen mit der Verl&auml;ngerung der sog. Spekulationsfrist bei Grundst&uuml;cken von zwei auf zehn Jahre in &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG zumindest f&uuml;r einen Teilbereich auch bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung die Besteuerung von im Privatverm&ouml;gen erzielten Wertzuw&auml;chsen erheblich ausgedehnt. Es bedarf hier keiner Entscheidung &#8211;f&uuml;r die der erkennende Senat auch nicht zust&auml;ndig w&auml;re&#8211;, ob und inwieweit die Ausdehnung der Steuerbarkeit von privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen aus dem Verkauf von Grundst&uuml;cken zu einer anderen Beurteilung des Abzugs nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zwingt (vgl. Spindler in Spiegelberger\/Spindler\/W&auml;lzholz, Die Immobilie im Zivil- und Steuerrecht, K&ouml;ln 2008, S. 681 f.). Die bisherige Rechtsprechung des IX. Senats zur Nichtabziehbarkeit nachtr&auml;glicher Schuldzinsen beruht noch auf der urspr&uuml;nglichen gesetzlichen Grundlage, nach der das nach Ver&auml;u&szlig;erung einer vermieteten Immobilie fortbestehende (Rest-)Darlehen seine Ursache in dem im privaten Verm&ouml;gensbereich erlittenen, nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erungsverlust hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 1995, 966; BFH-Beschluss vom 28. Juli 2009 IX B 37\/09, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R 1019). Dies ist bei nachtr&auml;glichen Schuldzinsen im Zusammenhang mit einer Beteiligung gem&auml;&szlig; &sect; 17 EStG gerade nicht der Fall. Insofern weicht der erkennende Senat mit dem vorliegenden Urteil nicht von der Rechtsprechung des IX. Senats ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Da das FG zur H&ouml;he der geltend gemachten Zinsaufwendungen von seinem Standpunkt aus zu Recht keine tats&auml;chlichen Feststellungen getroffen hat, kann der Senat nicht in der Sache selbst entscheiden. Die Sache wird deshalb zur Nachholung der erforderlichen tats&auml;chlichen Feststellungen an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Bindungswirkung weist der Senat darauf hin, dass sich aus den bisherigen Feststellungen des FG weder positiv noch negativ ergibt, ob die streitgegenst&auml;ndlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erungen einem Fremdvergleich vor allem hinsichtlich der H&ouml;he der Gegenleistung standhalten. Sollte es sich, worauf das Verwandtschaftsverh&auml;ltnis der Vertragspartner hindeuten k&ouml;nnte, um eine gemischte Schenkung gehandelt haben, h&auml;tte das FG diesen Umstand ebenfalls in tats&auml;chlicher Hinsicht noch aufzukl&auml;ren und das Ergebnis bei Anwendung der Grunds&auml;tze zur Abziehbarkeit nachtr&auml;glicher Betriebsausgaben nach Ma&szlig;gabe der dazu ergangenen Rechtsprechung zu ber&uuml;cksichtigen. Rein vorsorglich weist der Senat auch noch auf &sect; 3c Abs. 2 EStG hin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.3.2010, VIII R 20\/08 Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen &#8211; Wesentliche Beteiligung &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen als Werbungskosten nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle Leits&auml;tze Schuldzinsen f&uuml;r die Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Beteiligung i.S. von &sect; 17 EStG, die auf Zeitr&auml;ume nach Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung oder Aufl&ouml;sung der Gesellschaft entfallen, k&ouml;nnen ab dem Veranlagungszeitraum 1999 wie &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-20-08-nachtraegliche-schuldzinsen-wesentliche-beteiligung-beruecksichtigung-von-schuldzinsen-als-werbungskosten-nach-absenkung-der-wesentlichkeitsschwelle\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen &#8211; Wesentliche Beteiligung &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen als Werbungskosten nach Absenkung der Wesentlichkeitsschwelle<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7827","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7827"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7827\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}