{"id":7829,"date":"2012-12-02T16:07:19","date_gmt":"2012-12-02T14:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7829"},"modified":"2012-12-02T16:07:19","modified_gmt":"2012-12-02T14:07:19","slug":"x-r-34-09-afa-nach-einlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-34-09-afa-nach-einlage\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;34\/09 &#8211; AfA nach Einlage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, X R 34\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">AfA nach Einlage<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der Kl&auml;ger betreibt eine Apotheke; die R&auml;umlichkeiten hierf&uuml;r hatte er zun&auml;chst von seinem Vater gemietet. Der Kl&auml;ger ermittelt seinen Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich zum 30. Juni eines Jahres. Nach dem Tod des Vaters im September 2001 ging das Verm&ouml;gen auf den Kl&auml;ger und seine Schwester als Erbengemeinschaft &uuml;ber. Im Rahmen der Erbauseinandersetzung im Mai 2002 erhielt der Kl&auml;ger das Grundst&uuml;ck, in dem die Apotheke betrieben wird, zum Alleineigentum r&uuml;ckwirkend auf den Todeszeitpunkt des Vaters. Er legte den betrieblich genutzten Teil des Grundst&uuml;cks in das Betriebsverm&ouml;gen seines Einzelunternehmens ein; der Teilwert des eingelegten Geb&auml;udeteils betr&auml;gt inzwischen unstreitig 225.000 EUR. Die bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung durch den Erblasser in Anspruch genommenen Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) beliefen sich auf 35.964 EUR. Der Restwert des betrieblich genutzten Teils des Geb&auml;udes nach Abzug der AfA betrug zum 30. September 2001&nbsp;&nbsp;45.903 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinen den Einkommensteuererkl&auml;rungen 2002 und 2003 zu Grunde liegenden Bilanzen berechnete der Kl&auml;ger die AfA f&uuml;r den eingelegten Geb&auml;udeteil auf der Grundlage des Einlagewerts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hingegen setzte die AfA nach R 43 Abs. 6 Satz 1 der Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) und H 43 der Einkommensteuerhinweise (EStH) in der jeweils f&uuml;r die Streitjahre 2002 und 2003 geltenden Fassung (jetzt R 7.3 Abs. 6 S&auml;tze 1 bis 3 EStR 2008) auf der Grundlage der fortgef&uuml;hrten Anschaffungs-\/Herstellungskosten an. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der hiergegen gerichteten Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 2012 ver&ouml;ffentlichtem Urteil &uuml;berwiegend statt. Es gew&auml;hrte auf der Grundlage des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der in den Streitjahren 2002 und 2003 geltenden Fassung (nunmehr &sect; 7 Abs. 1 Satz 5 EStG) f&uuml;r das Jahr 2002 eine AfA von 3.150 EUR, die es in H&ouml;he von 2 v.H. auf der Grundlage des Einlagewerts (= 225.000 EUR) abz&uuml;glich der bereits bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung durch den Erblasser in Anspruch genommenen AfA (= 35.964 EUR) zeitanteilig f&uuml;r zehn Monate (von September 2001 bis Juni 2002) berechnete. F&uuml;r das Jahr 2003 gew&auml;hrte es nach derselben Berechnungsgrundlage die ganzj&auml;hrige AfA in H&ouml;he von 3.780 EUR. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, bei zum Teilwert eingelegten Wirtschaftsg&uuml;tern nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 1. Halbsatz EStG sei Bemessungsgrundlage f&uuml;r die AfA i.S. des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG der Einlagewert. Entgegen R 43 Abs. 6 Satz 1 EStR berechne sich daher die AfA von &#8211;nach einer Verwendung zur Erzielung von &Uuml;berschusseink&uuml;nften&#8211; in ein Betriebsverm&ouml;gen eingelegten Wirtschaftsg&uuml;tern auf der Grundlage des Einlagewerts abz&uuml;glich der bereits bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften in Anspruch genommenen AfA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG. Die AfA nach &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG sei in &Uuml;bereinstimmung mit R 43 Abs. 6 Satz 1 EStR und H 43 EStH auf der Grundlage der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten zu berechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass auch f&uuml;r den Fall der unentgeltlichen Einzelrechtsnachfolge nach einer Erbengemeinschaft die AfA-Bemessungsgrundlage f&uuml;r den betrieblich genutzten Geb&auml;udeteil aus der Differenz des Einlagewerts und den schon bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in Anspruch genommenen AfA-Betr&auml;gen zu ermitteln ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG mindern sich bei Wirtschaftsg&uuml;tern, die nach einer Verwendung zur Erzielung von Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 2 Abs. 1 Nr. 4 bis 7 EStG in ein Betriebsverm&ouml;gen eingelegt worden sind, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um die Absetzung f&uuml;r Abnutzung oder Substanzverringerung, Sonderabschreibungen oder erh&ouml;hte Absetzungen, die bis zum Zeitpunkt der Einlage vorgenommen worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bereits in mehreren Entscheidungen ausgef&uuml;hrt, dass &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG keinen besonderen Einlagewert f&uuml;r die in ein Betriebsverm&ouml;gen eingelegten Wirtschaftsg&uuml;ter enth&auml;lt; diese Wirtschaftsg&uuml;ter sind bei der Einlage nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 1. Halbsatz EStG mit dem Teilwert anzusetzen. &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG statuiert vielmehr eine vom Einlagewert abweichende AfA-Bemessungsgrundlage (BFH-Urteile vom 20. April 2005 X R 53\/04, BFHE 210, 100, BStBl II 2005, 698; vom 18. August 2009 X R 40\/06, BFHE 226, 504, und vom 28. Oktober 2009 VIII R 46\/07, BFH\/NV 2010, 977,BFHE 228, 33). Nach Auffassung des Senats berechnet sich die AfA nach Einlage nach der Differenz zwischen dem Einlagewert und der vor der Einlage bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften bereits in Anspruch genommenen AfA. Unter dem Begriff &quot;Anschaffungs- oder Herstellungskosten&quot; i.S. des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG ist der Einlagewert zu verstehen. Er bezeichnet &#8211;entgegen R 43 Abs. 6 Satz 1 EStR&#8211; nicht die historischen (fortgef&uuml;hrten) Anschaffungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG entspricht seinem durch die Gesetzesbegr&uuml;ndung vorgegebenen Regelungsziel, die AfA nach Einlage zu begrenzen und dadurch zu verhindern, dass ein Wirtschaftsgut im Anschluss an eine Abschreibung im Rahmen der Erzielung von &Uuml;berschusseink&uuml;nften nach der Einlage wiederum voll und damit &quot;doppelt&quot; abgeschrieben werden kann. Sind die vor der Einlage im Privatverm&ouml;gen entstandenen stillen Reserven h&ouml;her als die vor der Einlage ber&uuml;cksichtigten AfA-Betr&auml;ge, ist daher die AfA-Bemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG aus dem Einlagewert abz&uuml;glich der vor der Einlage ber&uuml;cksichtigten AfA zu ermitteln. Zur weiteren Begr&uuml;ndung wird auf das Senatsurteil in BFHE 226, 504) verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diese Grunds&auml;tze gelten nicht nur f&uuml;r den Fall einer Gesamtrechtsnachfolge wie in dem Verfahren in BFHE 226, 504, sondern auch dann, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Erbe durch den Erbfall nicht Gesamtrechtsnachfolger, sondern unentgeltlicher Einzelrechtsnachfolger der Erbengemeinschaft geworden ist. Bei einer Einlage in ein Betriebsverm&ouml;gen w&auml;re der Erbengemeinschaft als Gesamtrechtsnachfolgerin die Inanspruchnahme der AfA durch den Vater des Kl&auml;gers im Rahmen des &sect; 7 Abs. 1 Satz 4 EStG zuzurechnen gewesen. Dadurch, dass der Kl&auml;ger im Rahmen der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft das Eigentum an dem Grundst&uuml;ck r&uuml;ckwirkend auf den Todeszeitpunkt des Vaters erhielt, muss f&uuml;r ihn dieselbe AfA-Bemessungsgrundlage gelten, wie wenn die Erbengemeinschaft die Einlage get&auml;tigt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die AfA f&uuml;r den betrieblich genutzten Geb&auml;udeteil in H&ouml;he von 3.150 EUR (= 2 v.H. aus der Differenz zwischen dem Einlagewert in H&ouml;he von 225.000 EUR und den schon bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in Anspruch genommenen Abschreibungen in H&ouml;he von 35.964 EUR = 3.780 EUR; dies zeitanteilig f&uuml;r die zehn Monate von September 2001 bis Juni 2002 wegen der Bilanzierung zum 30. Juni 2002) f&uuml;r die Einkommensteuer 2002 und in H&ouml;he der ganzj&auml;hrigen AfA von 3.780 EUR f&uuml;r die Einkommensteuer 2003 zutreffend berechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, X R 34\/09 AfA nach Einlage Tatbestand 1&nbsp; I. 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