{"id":7831,"date":"2012-12-02T16:07:21","date_gmt":"2012-12-02T14:07:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7831"},"modified":"2012-12-02T16:07:21","modified_gmt":"2012-12-02T14:07:21","slug":"iv-r-54-07-ablaufhemmung-nach-antrag-auf-befristetes-hinausschieben-des-beginns-der-aussenpruefung-zeitpunkt-des-eintritts-der-ablaufhemmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-54-07-ablaufhemmung-nach-antrag-auf-befristetes-hinausschieben-des-beginns-der-aussenpruefung-zeitpunkt-des-eintritts-der-ablaufhemmung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;54\/07 &#8211; Ablaufhemmung nach Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung &#8211; Zeitpunkt des Eintritts der Ablaufhemmung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, IV R 54\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung nach Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung &#8211; Zeitpunkt des Eintritts der Ablaufhemmung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Auch bei einem Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung, der f&uuml;r das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns urs&auml;chlich ist, entf&auml;llt die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO nur, wenn die Finanzbeh&ouml;rde nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags mit der Pr&uuml;fung beginnt (Heranziehung des in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 10 AO enthaltenen Rechtsgedankens).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG, die ein Kieswerk betreibt. Ihre Erkl&auml;rungen zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Streitjahre (1993 und 1994) gab die Kl&auml;gerin in den jeweils folgenden Kalenderjahren (1994 und 1995) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 4. November 1996 erlie&szlig; der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Pr&uuml;fungsanordnung, die auch die Feststellung der Eink&uuml;nfte in den Streitjahren betraf. Dabei teilte das FA mit, dass die Au&szlig;enpr&uuml;fung voraussichtlich Anfang Dezember 1996 beginnen werde. Mit der Durchf&uuml;hrung der Pr&uuml;fung sei Steueramtmann X beauftragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 15. November 1996 beantragte die Bevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin (B) unter Bezug auf ein Telefongespr&auml;ch mit dem Betriebspr&uuml;fer, die f&uuml;r Anfang Dezember 1996 angesetzte Betriebspr&uuml;fung auf Mitte Januar 1997 zu verlegen. Mit Schreiben vom 19. November 1996 teilte das FA der B mit, der Beginn der Betriebspr&uuml;fung werde antragsgem&auml;&szlig; auf Mitte Januar 1997 verschoben. Es f&uuml;hrte aus, der Ablauf der Festsetzungsverj&auml;hrung der in der Pr&uuml;fungsanordnung bezeichneten Steueranspr&uuml;che sei gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 4 der Abgabenordnung (AO) seit dem 15. November 1996, dem Tag des Eingangs des Verschiebungsantrages im FA, gehemmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 24. Januar 1997 setzte X die B davon in Kenntnis, dass die Pr&uuml;fung aus zeitlichen Gr&uuml;nden nicht mehr im Januar, evtl. aber im Februar jenen Jahres beginnen k&ouml;nne. Zum 2. Mai 1997 wurde X an das FA f&uuml;r Gro&szlig;betriebspr&uuml;fung G abgeordnet. Die Pr&uuml;fung wurde am 9. Juni 1997 auf den Pr&uuml;fungsgesch&auml;ftsplan des 2. Halbjahres 1997 des Betriebspr&uuml;fers Y &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einem Aktenvermerk des Y vom 10. November 1999 &uuml;ber ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin der B (M) sollte die Pr&uuml;fung sodann erst im Jahr 2000 beginnen. Tats&auml;chlich begann die Au&szlig;enpr&uuml;fung am 30. M&auml;rz 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Einwand der B, es sei Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, erg&auml;nzte Y in seinem Schreiben vom 28. November 2000 den aktenkundigen Sachverhalt dahin, dass M in dem Telefongespr&auml;ch vom 10. November 1999 das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns auf Anfang 2000 beantragt habe, weil die Buchf&uuml;hrungsunterlagen inzwischen an die Kl&auml;gerin zur&uuml;ckgegeben worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an die Au&szlig;enpr&uuml;fung erlie&szlig; das FA am 1. Februar 2001 nach &sect; 164 Abs. 2 AO ge&auml;nderte Feststellungsbescheide f&uuml;r 1993 und 1994.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem hiergegen gerichteten Einspruch machte die Kl&auml;gerin geltend, der Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung sei aufgrund ihres Antrags von Dezember 1996 auf Januar 1997 verschoben worden. Das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns sei zeitlich befristet beantragt worden. Der Ablauf der Verj&auml;hrung sei daher nur bis zum 31. Dezember 1997 gehemmt gewesen. Ohne weitere schriftliche &Auml;u&szlig;erung habe das FA die Pr&uuml;fung erst im Jahr 2000 begonnen. Unter Hinweis auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30. M&auml;rz 1999 I B 139\/98 (BFHE 188, 131) vertrat die Kl&auml;gerin die Auffassung, das FA sei wegen Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung nicht zum Erlass der angefochtenen Feststellungsbescheide berechtigt gewesen. Der Einspruch der Kl&auml;gerin hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 1567 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass dem Erlass der angefochtenen ge&auml;nderten Feststellungsbescheide 1993 und 1994 vom 1. Februar 2001 der Ablauf der Feststellungsfrist und damit der Eintritt der Feststellungsverj&auml;hrung entgegenstanden. Zwar hat der Antrag der Kl&auml;gerin auf Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung ungeachtet der beantragten Frist der Verschiebung dazu gef&uuml;hrt, dass die in &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO bestimmte Ablaufhemmung (zun&auml;chst) eingetreten und auch nicht allein wegen des Ablaufs der beantragten Frist (r&uuml;ckwirkend) entfallen ist. Die Ablaufhemmung ist jedoch deshalb wieder entfallen, weil das FA nicht innerhalb einer Frist von zwei Jahren nach Eingang des Antrags auf Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns beim FA mit einer Pr&uuml;fung begonnen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO, der gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 AO f&uuml;r die gesonderte Feststellung sinngem&auml;&szlig; gilt, ist eine Steuerfestsetzung (Feststellung) sowie ihre Aufhebung oder &Auml;nderung nicht mehr zul&auml;ssig, wenn die Festsetzungsfrist (Feststellungsfrist) abgelaufen ist. Gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO betr&auml;gt die Feststellungsfrist vier Jahre. Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine Feststellungserkl&auml;rung abzugeben, so beginnt die Feststellungsfrist gem&auml;&szlig; den &sect;&sect; 181 Abs. 1 Satz 1, 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Feststellungserkl&auml;rung eingereicht wird. Zutreffend &#8211;und wie im &Uuml;brigen zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; hat das FG erkannt, dass nach diesen Rechtsgrunds&auml;tzen und ohne Ber&uuml;cksichtigung der streitbefangenen Ablaufhemmung die Feststellungsfrist f&uuml;r das Streitjahr 1993 mit Ablauf des 31. Dezember 1998 und f&uuml;r das Streitjahr 1994 mit Ablauf des 31. Dezember 1999 abgelaufen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Ablauf der Feststellungsfrist war unter den im Streitfall vorliegenden Umst&auml;nden auch nicht nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO, der gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 AO gleichfalls f&uuml;r die gesonderte Feststellung sinngem&auml;&szlig; gilt, gehemmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird vor Ablauf der Festsetzungsfrist (Feststellungsfrist) mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung begonnen oder wird deren Beginn auf Antrag des Steuerpflichtigen hinausgeschoben, so l&auml;uft die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Steuern (Feststellungsfrist f&uuml;r die Besteuerungsgrundlagen), auf die sich die Au&szlig;enpr&uuml;fung erstreckt oder im Fall des Hinausschiebens der Au&szlig;enpr&uuml;fung erstrecken sollte, gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO u.a. nicht ab, bevor die aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu erlassenden Steuerbescheide (Feststellungsbescheide) unanfechtbar geworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO in seiner 2. Alternative dem Antrag des Steuerpflichtigen auf Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung die gleiche Rechtsfolge (Hemmung des Ablaufs der Festsetzungs- bzw. Feststellungsfrist) wie dem Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung zuordnet, gilt dies nur, soweit ein entsprechender Antrag auch urs&auml;chlich f&uuml;r das Hinausschieben des Pr&uuml;fungsbeginns ist (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 188, 131; FG M&uuml;nster, Urteil vom 19. M&auml;rz 1996&nbsp;&nbsp;15 K 5602\/94 U, EFG 1996, 630, m.w.N.; Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 171 Rz 37; Hartmann in Beermann\/Gosch, AO &sect; 171 Rz 41; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 171 Rz 77). Dabei ist hinsichtlich der erforderlichen Kausalit&auml;t eines Antrags nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO auf den Tag des Antragseingangs abzustellen, welcher der ma&szlig;gebliche Zeitpunkt f&uuml;r den Eintritt der Ablaufhemmung ist (vgl. z.B. Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 171 AO Rz 40; Ruban in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 171 AO Rz 48). Wird der Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung nicht ma&szlig;geblich aufgrund des Antrags, sondern aufgrund der eigenen Belange der Finanzbeh&ouml;rde bzw. aus innerhalb deren Sph&auml;re liegenden Gr&uuml;nden hinausgeschoben, so l&auml;uft die Frist ungeachtet des Antrags ab (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 188, 131; Frotscher in Schwarz, a.a.O., &sect; 171 Rz 37; Gosch, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung 1999, 192; Klein\/ R&uuml;sken, AO, 10. Aufl., &sect; 171 Rz 66; Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 AO Rz 41; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 171 Rz 77); dabei ist auch die beantragte Zeitdauer des Verschiebens bedeutungslos (vgl. Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect; 171 Rz 66). &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO verhindert lediglich eine einseitige Beg&uuml;nstigung des Steuerpflichtigen, wenn aufgrund seines Antrags der eine Ablaufhemmung ausl&ouml;sende Beginn einer Au&szlig;enpr&uuml;fung hinausgeschoben wird; den Eintritt der in &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;1. Alternative AO f&uuml;r den Regelfall bestimmten Rechtsfolge soll der Steuerpflichtige nicht nach Belieben bestimmen k&ouml;nnen. Die Anordnung einer Ablaufhemmung nach dieser Vorschrift soll hingegen nicht den Eintritt nachteiliger Folgen f&uuml;r die Steuerfestsetzung bzw. die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen verhindern, die der Finanzbeh&ouml;rde aufgrund von Umst&auml;nden entstehen, die sie selbst zu vertreten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Bestimmung einer Rechtsfolge (Ablaufhemmung) nach den in den jeweiligen Sph&auml;ren der am Besteuerungs- bzw. Feststellungsverfahren Beteiligten liegenden Gr&uuml;nden f&uuml;r das tats&auml;chliche Unterbleiben einer Au&szlig;enpr&uuml;fung kommt auch in &sect; 171 Abs. 4 Satz 2 AO zum Ausdruck, der eine Ausnahme von Satz 1 der Norm enth&auml;lt. Danach tritt die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO nicht ein, wenn eine Au&szlig;enpr&uuml;fung unmittelbar nach ihrem Beginn f&uuml;r die Dauer von mehr als sechs Monaten aus Gr&uuml;nden unterbrochen wird, die die Finanzbeh&ouml;rde zu vertreten hat; diese Rechtsfolge wird &#8211;im Ergebnis gleich&#8211; auch damit umschrieben, dass die Ablaufhemmung r&uuml;ckwirkend entf&auml;llt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 17. Juni 1998 IX R 65\/95, BFHE 186, 485, BStBl II 1999, 4; BFH-Beschluss in BFHE 188, 131; Klein\/ R&uuml;sken, a.a.O., &sect; 171 Rz 68; Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 AO Rz 47). Die Bestimmung will einer missbr&auml;uchlichen Ausnutzung der M&ouml;glichkeit der Ablaufhemmung durch die Finanzverwaltung entgegentreten (vgl. Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect; 171 Rz 68); Au&szlig;enpr&uuml;fungen sollen nicht pro forma begonnen werden, um den Ablauf der Festsetzungsfrist hinauszuschieben (BTDrucks 7\/4292, S. 33). Wenn &sect; 171 Abs. 4 Satz 2 AO hinsichtlich der Pr&uuml;fungsunterbrechung auf Gr&uuml;nde abstellt, die in der Sph&auml;re der Finanzverwaltung liegen und die die Finanzbeh&ouml;rde deshalb zu vertreten hat, so ist dieses Merkmal das Gegenst&uuml;ck zum Pr&uuml;fungsaufschub auf Antrag des Steuerpflichtigen nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO (vgl. Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 AO Rz 46). Steuerpflichtiger und Finanzbeh&ouml;rde sollen demnach die in &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;1. Alternative AO bestimmte Rechtsfolge weder verhindern noch durch lediglich formelle Pr&uuml;fungshandlungen oder Scheinhandlungen, die zu keinem ernsthaften tats&auml;chlichen Beginn einer Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;hren (vgl. dazu z.B. Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 Rz 37 ff., m.w.N.), eintreten lassen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r den Fall, dass der Steuerpflichtige mit seinem Antrag i.S. von &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO nur ein zeitlich befristetes Hinausschieben des Pr&uuml;fungsbeginns begehrt, trifft &sect; 171 Abs. 4 AO keine gesonderte Bestimmung. Deshalb verbleibt es auch bei einem derart befristet gestellten Antrag bei der zuvor dargestellten Rechtsfolge, dass der Ablauf der Festsetzungsfrist ab dem Tag des Antragseingangs bei der Finanzbeh&ouml;rde gehemmt wird, soweit der Antrag im Zeitpunkt seines Eingangs bei der Finanzbeh&ouml;rde f&uuml;r das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns kausal ist, weil keine die Urs&auml;chlichkeit des Antrags &uuml;berlagernden, in der Sph&auml;re der Finanzverwaltung liegenden Gr&uuml;nde f&uuml;r den Pr&uuml;fungsaufschub vorliegen. Die Vorschrift erfordert es hingegen nicht, nach Ablauf der beantragten Aufschubfrist erneut zu pr&uuml;fen, ob die im Zeitpunkt der Antragstellung bejahte Kausalit&auml;t des Antrags f&uuml;r das Hinausschieben des Pr&uuml;fungsbeginns auch noch bei oder nach Ablauf der beantragten Aufschubfrist fortbesteht. Denn auch bei einem unbefristet gestellten Antrag kommt es f&uuml;r den Eintritt der Ablaufhemmung nicht darauf an, ob bzw. inwieweit zu einem dem Tag der Antragstellung nachfolgenden Zeitpunkt in der Sph&auml;re der Finanzverwaltung liegende Gr&uuml;nde nunmehr gleichfalls urs&auml;chlich f&uuml;r das Hinausschieben des Beginns einer Au&szlig;enpr&uuml;fung sein k&ouml;nnten. Dies gilt insbesondere f&uuml;r in der Sph&auml;re der Finanzverwaltung liegende Umst&auml;nde, die nach Antragstellung oder nach Ablauf der beantragten Aufschubfrist neu entstanden sind. Eine sog. &quot;&uuml;berholende Kausalit&auml;t&quot;, wie sie der I. Senat des BFH erwogen hat (BFH-Beschluss in BFHE 188, 131), scheidet regelm&auml;&szlig;ig schon deshalb aus, weil nach den zuvor genannten Ma&szlig;st&auml;ben bereits im Zeitpunkt der Antragstellung vorliegende, in der Sph&auml;re der Finanzverwaltung liegende ma&szlig;gebliche Gr&uuml;nde f&uuml;r den Pr&uuml;fungsaufschub den Eintritt der Ablaufhemmung meist schon von vorneherein &#8211;d.h. bereits im Zeitpunkt der Antragstellung&#8211; ausschlie&szlig;en. Entfaltet auch ein befristeter Antrag hinsichtlich des Eintritts der Ablaufhemmung uneingeschr&auml;nkte Wirkung, so bedarf es keiner Entscheidung, ob bzw. inwieweit der Steuerpflichtige nach Ablauf der von ihm beantragten Aufschubfrist auf den Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu dr&auml;ngen hat (vgl. &#8211;ohne generelle Festlegung&#8211; BFH-Beschluss in BFHE 188, 131, unter II.2.b cc der Gr&uuml;nde; f&uuml;r ein Dr&auml;ngen als allgemeine Voraussetzung f&uuml;r das Entfallen der Ablaufhemmung Klein\/ R&uuml;sken, a.a.O., &sect; 171 Rz 66; Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 171 AO Rz 43; kritisch dazu Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 171 Rz. 39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Gleichwohl verbleibt der Finanzbeh&ouml;rde nach Ansicht des erkennenden Senats nach Eingang eines Antrags i.S. von &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO, der zum Eintritt der Ablaufhemmung f&uuml;hrt, nicht unbegrenzte Zeit, mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu beginnen. Vielmehr hat die Beh&ouml;rde die Pr&uuml;fung vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags auf Hinausschieben des Pr&uuml;fungsbeginns bei der Finanzbeh&ouml;rde zu beginnen, wenn sie den Ablauf der Festsetzungsfrist verhindern will. Die Festsetzungsfrist (Feststellungsfrist) endet nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags. Der erkennende Senat st&uuml;tzt seine Auffassung auf einen allgemeinen Rechtsgedanken, der in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 AO und &#8211;jedenfalls in seiner gegenw&auml;rtig g&uuml;ltigen Fassung&#8211; auch in &sect; 171 Abs. 10 AO Ausdruck findet; jene Vorschriften r&auml;umen der Finanzbeh&ouml;rde in den F&auml;llen des Wegfalls eines au&szlig;erhalb ihrer Sph&auml;re eingetretenen Hindernisses eine Zweijahresfrist f&uuml;r ein weiteres T&auml;tigwerden ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) &sect; 171 AO l&auml;sst sich die Vorstellung des Gesetzgebers entnehmen, dass der Finanzbeh&ouml;rde nicht unbegrenzte Zeit verbleiben soll, bei rechtlichen oder &#8211;was regelm&auml;&szlig;ig Hintergrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ist&#8211; tats&auml;chlichen Unsicherheiten den konkreten Steuerfall abschlie&szlig;end zu beurteilen. So sieht &sect; 171 Abs. 4 Satz 2 AO &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; eine Frist f&uuml;r ein weiteres T&auml;tigwerden der Finanzbeh&ouml;rde vor, soweit eine begonnene Au&szlig;enpr&uuml;fung nur f&uuml;r die Dauer von sechs Monaten unterbrochen werden darf, um die Ablaufhemmung zu bewahren. Allerdings bewirkt in der dort zugrunde gelegten Situation das Hindernis f&uuml;r die abschlie&szlig;ende W&uuml;rdigung des Falles die Finanzbeh&ouml;rde selbst, indem sie die tats&auml;chliche und rechtliche Kl&auml;rung durch eine (bereits begonnene) Au&szlig;enpr&uuml;fung hinausschiebt. Ein derartiges Hindernis liegt indes nicht in der Sph&auml;re der Finanzbeh&ouml;rde, wenn eine Steuerfestsetzung nach &sect; 165 Abs. 1 Satz 2 AO f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rt wird, weil z.B. eine h&ouml;chstrichterliche Entscheidung abzuwarten ist. &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 AO sieht dann vor, dass die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf von zwei Jahren endet, nachdem die Ungewissheit beseitigt ist und die Finanzbeh&ouml;rde hiervon Kenntnis erlangt hat. Gleichfalls hat die Finanzbeh&ouml;rde ein solches Hindernis nicht zu verantworten, wenn sie gehalten ist, einen sie bindenden Grundlagenbescheid abzuwarten. Soweit f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer ein Grundlagenbescheid bindend ist, endet nach &sect; 171 Abs. 10 Satz 1 AO in seiner gegenw&auml;rtig g&uuml;ltigen Fassung die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Bekanntgabe des Grundlagenbescheids. Zwar war in &sect; 171 Abs. 10 AO in seiner in den Streitjahren (1993 und 1994) g&uuml;ltigen Fassung noch eine Einjahresfrist bestimmt. Erst durch Art. 18 Nr. 4 des Jahressteuergesetzes (JStG) 1997 vom 20. Dezember 1996 (BGBl I 1996, 2049, 2075), das insoweit am Tag nach seiner Verk&uuml;ndung, also am 28. Dezember 1996, in Kraft trat, wurde die Einjahresfrist durch eine Frist von zwei Jahren ersetzt. Diese &Auml;nderung folgte einer Empfehlung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags (vgl. Zweite Beschlussempfehlung vom 5. November 1996, BTDrucks 13\/5951, S. 83; Zweiter Bericht vom 5. November 1996, BTDrucks 13\/5952, S. 55 f.) und wurde u.a. damit begr&uuml;ndet, dass es sowohl auf Seiten der Finanzverwaltung als auch auf Seiten des Steuerpflichtigen einen erheblichen Verwaltungsaufwand erfordern k&ouml;nne, wenn in einem Folgebescheid eine Vielzahl von Grundlagenbescheiden zu ber&uuml;cksichtigen seien und diese wiederum mehrfach ge&auml;ndert w&uuml;rden; besondere Probleme erg&auml;ben sich vor allem, wenn der Steuerpflichtige an mehreren Personengesellschaften beteiligt sei und bei ihm eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durchgef&uuml;hrt werde; eine aus praktischer Sicht naheliegende B&uuml;ndelung der Auswertung der Pr&uuml;fungsfeststellungen und der Grundlagenbescheide scheitere regelm&auml;&szlig;ig am Ablauf der Festsetzungsfrist; durch die Verl&auml;ngerung der Anpassungsfrist auf zwei Jahre solle es erm&ouml;glicht werden, die notwendigen Anpassungen des Folgebescheids zu b&uuml;ndeln (BTDrucks 13\/5952, S. 56). Mit der Aufnahme dieser Empfehlung hat der Gesetzgeber also im Ergebnis einer Situation Rechnung getragen, die &#8211;nach Wegfall eines au&szlig;erhalb der Sph&auml;re der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde liegenden Hindernisses&#8211; (auch) einen erh&ouml;hten Verwaltungsaufwand erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kann die Finanzbeh&ouml;rde also eine abschlie&szlig;ende rechtliche und\/oder tats&auml;chliche Kl&auml;rung des Steuerfalles zun&auml;chst nicht selbst herbeif&uuml;hren, r&auml;umt ihr das Gesetz in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 10 AO eine zweij&auml;hrige, den Ablauf der Festsetzungsfrist hindernde Frist ab dem Zeitpunkt ein, in dem die entsprechenden Vorfragen gekl&auml;rt sind und ihr das Ergebnis bekannt ist. Ab diesem Zeitpunkt kann und darf die Finanzbeh&ouml;rde wieder selbst die Initiative zur Bearbeitung des Falles ergreifen. Dabei hat der Gesetzgeber bei der Erweiterung der Frist in &sect; 171 Abs. 10 AO auf zwei Jahre erkennbar auch die Situation ber&uuml;cksichtigt, dass der Verwaltung nach Wegfall des Hindernisses ein erh&ouml;hter Verwaltungsaufwand entstehen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Wird der Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung auf Antrag des Steuerpflichtigen hinausgeschoben, ist die Finanzbeh&ouml;rde gleichfalls zun&auml;chst aus von ihr nicht zu vertretenden Gr&uuml;nden an der abschlie&szlig;enden rechtlichen und\/oder tats&auml;chlichen Kl&auml;rung des Steuerfalles gehindert; auch erfordert der sp&auml;tere Beginn einer Au&szlig;enpr&uuml;fung regelm&auml;&szlig;ig weiteren organisatorischen Aufwand der Beh&ouml;rde, etwa um den Fall erneut in die Pr&uuml;fungspl&auml;ne zu integrieren. Insoweit weicht diese Situation nicht wesentlich von den in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 10 AO erfassten Fallkonstellationen ab. Dies rechtfertigt es zum Einen, der Finanzbeh&ouml;rde ausreichend Zeit f&uuml;r den sp&auml;teren Beginn einer Au&szlig;enpr&uuml;fung einzur&auml;umen. Dabei ist jedoch nach Ansicht des erkennenden Senats f&uuml;r den Fall eines Antrags i.S. von &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO die Ablaufhemmung in Anwendung des auch in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 10 AO konkretisierten allgemeinen Rechtsgedankens daran zu kn&uuml;pfen, dass die Finanzbeh&ouml;rde vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags des Steuerpflichtigen mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung beginnt. Insoweit bleibt der Finanzbeh&ouml;rde die gleiche Zeit wie in den von &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und &#8211;in seiner gegenw&auml;rtigen Fassung&#8211; Abs. 10 AO erfassten F&auml;llen, aus eigener Initiative die abschlie&szlig;ende Bearbeitung des Steuerfalles zu betreiben. Auch wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein befristeter Aufschub des Pr&uuml;fungsbeginns beantragt worden ist, kommt nicht in Betracht, die Festsetzungsfrist (hier Feststellungsfrist) nicht vor Ablauf von zwei Jahren seit Ablauf der beantragten Aufschubfrist enden zu lassen. Denn im Unterschied zu den in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 10 AO geregelten F&auml;llen hat die Finanzbeh&ouml;rde bei einem Antrag auf Aufschub des Pr&uuml;fungsbeginns die M&ouml;glichkeit, bei der Bescheidung des Antrags auf die zeitliche Dauer ihrer Unt&auml;tigkeit Einfluss zu nehmen. Im &Uuml;brigen ist eine Frist von zwei Jahren nach Antragseingang auch im Hinblick auf die erforderliche (neue) Integration des Pr&uuml;fungsfalles in die Pr&uuml;fungspl&auml;ne der Finanzbeh&ouml;rde ausreichend bemessen. Dabei sieht sich der erkennende Senat an der Anwendung der Zweijahresfrist auch im Streitfall nicht dadurch gehindert, dass &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; &sect; 171 Abs. 10 AO in seiner gegenw&auml;rtigen Fassung in den Streitjahren noch keine G&uuml;ltigkeit hatte. Es kann offenbleiben, ob es unter den im Streitfall vorliegenden Umst&auml;nden nicht auf die G&uuml;ltigkeit der Norm in den Streitjahren, sondern auf die Rechtslage im Zeitpunkt des Antrags auf Verschieben der Au&szlig;enpr&uuml;fung ank&auml;me. Gleichfalls braucht nicht er&ouml;rtert zu werden, ob &sect; 171 Abs. 10 AO i.d.F. von Art. 18 JStG 1997 gem&auml;&szlig; Art. 97 &sect; 1 Abs. 6 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zur Abgabenordnung auf das vorliegende Verfahren anzuwenden w&auml;re. Denn ma&szlig;geblich ist der zu jener Zeit bereits in &sect; 171 Abs. 8 Satz 2 AO zum Ausdruck gebrachte Rechtsgedanke, den der Gesetzgeber sp&auml;ter folgerichtig mit der dargestellten &Auml;nderung des &sect; 171 Abs. 10 AO fortentwickelt hat. Im &Uuml;brigen wirkte eine Ankn&uuml;pfung an die in &sect; 171 Abs. 10 AO a.F. bestimmte Einjahresfrist zu Lasten des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat das FG im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Ablauf der Feststellungsfrist nicht nach &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO gehemmt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag der Kl&auml;gerin ist am 15. November 1996 beim FA eingegangen. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass &#8211;wie das FG entschieden hat&#8211; der Antrag der Kl&auml;gerin urs&auml;chlich f&uuml;r das Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung geworden ist. Das FA hat jedoch nicht innerhalb von zwei Jahren nach Eingang des Antrags mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung begonnen, sondern erst am 30. M&auml;rz 2000. Damit ist die zun&auml;chst eingetretene Ablaufhemmung nach &sect; 181 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Alternative AO r&uuml;ckwirkend entfallen. Mangels Ablaufhemmung war die Feststellungsfrist &#8211;wie oben bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; hinsichtlich beider Streitjahre abgelaufen, als das FA die streitbefangenen ge&auml;nderten Feststellungsbescheide erlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FA in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung vorgetragen hat, die Kl&auml;gerin habe durch M im November 1999 einen weiteren Antrag auf Verschiebung des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung gestellt, ist der erkennende Senat an die nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen Feststellungen des FG gebunden (&sect; 118 Abs. 2 FGO), wonach sich nicht erwiesen habe, dass M als Mitarbeiterin der Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin anl&auml;sslich eines Telefonats mit dem Betriebspr&uuml;fer am 10. November 1999 einen entsprechenden Antrag gestellt habe, der urs&auml;chlich f&uuml;r eine tats&auml;chliche Verschiebung der Pr&uuml;fung gewesen sei. Deshalb ist auch nach den vom erkennenden Senat entwickelten Rechtsgrunds&auml;tzen ausschlie&szlig;lich auf den Antrag der Kl&auml;gerin vom 15. November 1996 abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dass die besonderen Voraussetzungen f&uuml;r den Erlass eines Feststellungsbescheides nach Ablauf der Feststellungsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 5 AO vorgelegen h&auml;tten, ergibt sich weder aus dem Bescheid (vgl. &sect; 181 Abs. 5 Satz 2 AO) noch ist solches vom FG festgestellt oder von den Beteiligten vorgetragen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zwar haben die Beteiligten &uuml;bereinstimmend auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet. Zur Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) h&auml;lt es der Senat gleichwohl f&uuml;r zweckm&auml;&szlig;ig, durch Gerichtsbescheid zu erkennen (&sect;&sect; 121, 90a FGO; vgl. z.B. auch BFH-Urteil vom 16. Dezember 2003 VIII R 67\/00, BFH\/NV 2004, 934, unter 5. der Gr&uuml;nde). Nicht alle rechtlichen Gesichtspunkte, auf die der erkennende Senat seine Entscheidung st&uuml;tzt, sind bislang von den Beteiligten oder in der vorinstanzlichen Entscheidung er&ouml;rtert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.3.2010, IV R 54\/07 Ablaufhemmung nach Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung &#8211; Zeitpunkt des Eintritts der Ablaufhemmung Leits&auml;tze Auch bei einem Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung, der f&uuml;r das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns urs&auml;chlich ist, entf&auml;llt die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 4 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. 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