{"id":7833,"date":"2012-12-02T16:02:29","date_gmt":"2012-12-02T14:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7833"},"modified":"2012-12-02T16:02:29","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:29","slug":"ii-b-130-09-grunderwerbsteuerrechtlich-einheitlicher-aus-grundstueck-und-gebaeude-bestehender-erwerbsgegenstand-indizwirkungen-eines-einheitlichen-angebots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-130-09-grunderwerbsteuerrechtlich-einheitlicher-aus-grundstueck-und-gebaeude-bestehender-erwerbsgegenstand-indizwirkungen-eines-einheitlichen-angebots\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;130\/09 &#8211; Grunderwerbsteuerrechtlich einheitlicher, aus Grundst&uuml;ck und Geb&auml;ude bestehender Erwerbsgegenstand &#8211; Indizwirkungen eines einheitlichen Angebots"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2010, II B 130\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunderwerbsteuerrechtlich einheitlicher, aus Grundst&uuml;ck und Geb&auml;ude bestehender Erwerbsgegenstand &#8211; Indizwirkungen eines einheitlichen Angebots<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) erteilten der P-GmbH am 11. Dezember 2005 einen Bauauftrag zur Errichtung einer Stadtvilla zum Preis von 215.060 EUR auf dem Grundst&uuml;ck in X-Stadt, L-Strasse. Dieses Grundst&uuml;ck erwarben die Antragsteller durch notariell beurkundeten Vertrag vom 14. Dezember 2005 als Miteigent&uuml;mer je zur ideellen H&auml;lfte von dem im Notartermin durch L vertretenen Verk&auml;ufer (V) zum Preis von 150.000 EUR. V hatte L am 6. Dezember 2005 eine dieses Grundst&uuml;ck betreffende Verkaufsvollmacht erteilt. Bereits am 1. Dezember 2005 hatte die P-GmbH mit der B-GmbH, vertreten durch L, einen Vertriebs- und Vermittlungsvertrag geschlossen. Hiernach sollte die B-GmbH als Vertriebspartner der P-GmbH dieser in ihrem Auftragsbestand befindliche Baugrundst&uuml;cke und Bauinteressenten benennen. Die P-GmbH hatte der B-GmbH im Fall eines Vertragsabschlusses mit von der B-GmbH Benannten eine Verg&uuml;tung in H&ouml;he von 5 v.H. der Auftragssumme zu zahlen; entsprechend dieser Verg&uuml;tungsvereinbarung sind die P-GmbH und B-GmbH hinsichtlich des von den Antragstellern erteilten Bauauftrags verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm an, es liege ein aus Grundst&uuml;ck und Geb&auml;ude bestehender einheitlicher Erwerbsgegenstand vor und setzte gegen die Antragsteller durch Bescheide vom 25. September 2006 Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von jeweils 6.388 EUR fest. Die Einspr&uuml;che blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den von den Antragstellern in dem noch nicht abgeschlossenen Klageverfahren gestellten Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Grunderwerbsteuerbescheide in H&ouml;he des jeweils 2.625 EUR &uuml;bersteigenden Betrags lehnte das FA ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat dem Antrag auf AdV entsprochen. Es sei ernstlich zweifelhaft, ob die Antragsteller im Zeitpunkt des Abschlusses des Grundst&uuml;ckskaufvertrags gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite hinsichtlich des Bauerrichtungsvertrags gebunden gewesen seien. Selbst wenn eine enge wirtschaftliche Verbindung der auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite aufgetretenen Personen bejaht w&uuml;rde, fehle es an einer f&uuml;r die Antragsteller objektiv erkennbaren Verflechtung zwischen L bzw. der B-GmbH und der P-GmbH; ohne eine solche objektiv erkennbare Verflechtung k&ouml;nne kein einheitlicher Erwerbsgegenstand vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Beschwerde h&auml;lt das FA daran fest, dass die Voraussetzungen eines grunderwerbsteuerrechtlich einheitlichen Erwerbsvorgangs wegen des Zusammenwirkens der Ver&auml;u&szlig;ererseite vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, unter Aufhebung des Beschlusses des FG Berlin-Brandenburg vom 22. Juli 2009&nbsp;&nbsp;11 V 11057\/09 den Antrag auf AdV abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und zur Ablehnung des Antrags auf AdV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtordnung (FGO) soll das Gericht auf Antrag die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes aussetzen, soweit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder seine Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. An der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsaktes bestehen ernstliche Zweifel, wenn und soweit bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage aufgrund der pr&auml;senten Beweismittel, des unstreitigen Sachverhalts und der gerichtsbekannten Tatsachen erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gr&uuml;nden Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen oder Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechtsfragen besteht und sich bei abschlie&szlig;ender Kl&auml;rung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen kann (vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1. Juni 2006 II B 148\/05, BFH\/NV 2006, 1627; vom 30. Oktober 2008 II B 58\/08, BFH\/NV 2009, 418).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der gebotenen summarischen Betrachtung bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angegriffenen Grunderwerbsteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der f&uuml;r den Umfang der Gegenleistung (&sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes &#8211;GrEStG&#8211;) ma&szlig;gebliche Gegenstand des Erwerbsvorgangs wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Leistungsgegenstand (BFH-Entscheidungen vom 2. M&auml;rz 2006 II R 39\/04, BFH\/NV 2006, 1880; vom 2. April 2009 II B 157\/08, BFH\/NV 2009, 1146, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der sachliche Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen ist gegeben, wenn der Erwerber im Zeitpunkt des Abschlusses des Grundst&uuml;ckskaufvertrags in seiner Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der Bauma&szlig;nahme gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite nicht mehr frei war und deshalb feststand, dass er das Grundst&uuml;ck nur in einem bestimmten (bebauten) Zustand erhalten w&uuml;rde (BFH-Urteile vom 8. Februar 1995 II R 19\/92, BFH\/NV 1995, 823, unter II.3.a; vom 23. August 2006 II R 42\/04, BFH\/NV 2007, 760).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Treten auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehrere Personen als Vertragspartner auf, liegt ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen nur vor, wenn die Personen entweder personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich eng verbunden sind (vgl. BFH-Urteile vom 6. Dezember 1989 II R 72\/87, BFH\/NV 1991, 344; vom 6. Dezember 1989 II R 145\/87, BFH\/NV 1991, 345, und in BFH\/NV 2007, 760) oder aufgrund von Abreden bei der Ver&auml;u&szlig;erung zusammenarbeiten oder durch abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss sowohl des Grundst&uuml;ckskaufvertrags als auch der Vertr&auml;ge, die der Bebauung des Grundst&uuml;cks dienen, hinwirken (BFH-Urteile vom 13. August 2003 II R 52\/01, BFH\/NV 2004, 663; vom 21. September 2005 II R 49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus wird ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen Kauf- und Bauvertrag indiziert, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf einem bestimmten Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis anbietet und der Erwerber dieses Angebot annimmt (BFH-Urteil in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch die Annahme eines solchen einheitlichen Angebots ausgel&ouml;ste Indizwirkung f&uuml;r das Vorliegen eines engen sachlichen Zusammenhangs zwischen Kauf- und Bauvertrag gilt auch dann, wenn auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehrere Personen auftreten. Denn die Abgabe eines einheitlichen Angebots durch eine von mehreren auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite handelnden Personen ist kaum denkbar, ohne dass dem eine Abstimmung mit den &uuml;brigen Personen zugrunde liegt oder das Grundst&uuml;ck dem Handelnden vom Eigent&uuml;mer anderweitig &quot;an die Hand&quot; gegeben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall waren die Antragsteller bei Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags am 14. Dezember 2005 bereits an den zuvor am 11. Dezember 2005 geschlossenen Geb&auml;udeerrichtungsvertrag mit der P-GmbH gebunden und damit in ihrer Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; einer Bebauung nicht mehr frei. Dem FG kann nicht darin gefolgt werden, es sei ein diesen Vertragschl&uuml;ssen zugrunde liegendes einheitliches Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite nicht ersichtlich. Der Senat w&uuml;rdigt den diesen Vertragsabschl&uuml;ssen zugrunde liegenden Sachverhalt vielmehr dahin gehend, dass die Antragsteller insoweit ein einheitliches Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite angenommen haben, dessen Gegenstand aufgrund einer bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf dem von den Kl&auml;gern erworbenen Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis war. Hinreichende tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r ein solches einheitliches Angebot ergeben sich schon aus der bei Abschluss des Bauvertrags am 11. Dezember 2005 vorliegenden, auf das Kaufgrundst&uuml;ck zugeschnittenen Bauplanung. Die zeitliche Reihenfolge der Vertragsabschl&uuml;sse entsprach auch den wirtschaftlichen Interessen des L bzw. der B-GmbH, weil L auf diesem Wege den Eintritt der Voraussetzungen sicherstellen konnte, die f&uuml;r die B-GmbH einen Provisionsanspruch gegen&uuml;ber der P-GmbH entsprechend dem Vertriebs- und Vermittlungsvertrag vom 1. Dezember 2005 begr&uuml;ndeten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall greifen ferner die Indizwirkungen eines einheitlichen Angebots. F&uuml;r das Vorliegen eines derartigen einheitlichen Angebots ist es nicht erforderlich, dass es in einem Schriftst&uuml;ck und zu einem einheitlichen Gesamtpreis unterbreitet wird (BFH-Urteil vom 29. Juli 2009 II R 58\/07, BFH\/NV 2010, 63, m.w.N.). Entscheidend ist vielmehr, dass das Angebot von der Ver&auml;u&szlig;ererseite stammt. Dies ist vorliegend der Fall, weil L das Grundst&uuml;ck aufgrund der ihm von V erteilten Verkaufsvollmacht vom 6. Dezember 2005 und des mit der P-GmbH bestehenden Vertriebs- und Vermittlungsvertrags vom 1. Dezember 2005 zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis anbieten konnte. Dieses Angebot haben die Antragsteller durch die Vertragsabschl&uuml;sse vom 11. und 14. Dezember 2005 angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Antragsteller haben die durch Annahme des einheitlichen Angebots indizierte Einheitlichkeit des Erwerbsgegenstands nicht durch substantiiertes Vorbringen ersch&uuml;ttert. Es ist unerheblich, dass V und die P-GmbH untereinander keine Absprachen getroffen haben und auch nicht unmittelbar beim Absatz des Grundst&uuml;cks in einem durch die P-GmbH zu bebauenden Zustand zusammengewirkt haben. F&uuml;r einen grunderwerbsteuerrechtlich einheitlichen Leistungsgegenstand ist ausreichend, wenn die Einbindung des Grundst&uuml;cksverk&auml;ufers &uuml;ber einen von ihm als Mittelsperson eingeschalteten Dritten &#8211;im Streitfall L bzw. die B-GmbH&#8211; herbeigef&uuml;hrt wird (BFH-Urteil vom 31. M&auml;rz 2004 II R 62\/01, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht). Ferner ist es f&uuml;r das Vorliegen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands unerheblich, ob die P-GmbH die geplante Bebauung des Grundst&uuml;cks an den Vorgaben der Antragsteller ausgerichtet hat (vgl. BFH-Beschluss vom 2. April 2009 II B 157\/08, BFH\/NV 2009, 1146, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich steht dem einheitlichen Erwerbsgegenstand auch nicht entgegen, dass &#8211;wie vom FG angenommen&#8211; f&uuml;r die Antragsteller die wirtschaftliche Verflechtung zwischen L, der B-GmbH und der P-GmbH nicht objektiv erkennbar war. Bei der Annahme eines einheitlichen Angebots &#8211;wie hier&#8211; ist das abgestimmte Verhalten der auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite auftretenden Personen objektiv erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.3.2010, II B 130\/09 Grunderwerbsteuerrechtlich einheitlicher, aus Grundst&uuml;ck und Geb&auml;ude bestehender Erwerbsgegenstand &#8211; Indizwirkungen eines einheitlichen Angebots Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) erteilten der P-GmbH am 11. Dezember 2005 einen Bauauftrag zur Errichtung einer Stadtvilla zum Preis von 215.060 EUR auf dem Grundst&uuml;ck in X-Stadt, L-Strasse. 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