{"id":7835,"date":"2012-12-02T16:02:27","date_gmt":"2012-12-02T14:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7835"},"modified":"2012-12-02T16:02:27","modified_gmt":"2012-12-02T14:02:27","slug":"x-b-96-09-sachaufklaerungspflicht-gem-par-76-abs-1-fgo-frage-der-unvereinbarkeit-von-ddr-steuerbescheiden-mit-rechtsstaatlichen-grundsaetzen-hoechstrichterlich-geklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-96-09-sachaufklaerungspflicht-gem-par-76-abs-1-fgo-frage-der-unvereinbarkeit-von-ddr-steuerbescheiden-mit-rechtsstaatlichen-grundsaetzen-hoechstrichterlich-geklaert\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;96\/09 &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht gem. &sect; 76 Abs. 1 FGO &#8211; Frage der Unvereinbarkeit von DDR-Steuerbescheiden mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 96\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Sachaufkl&auml;rungspflicht gem. &sect; 76 Abs. 1 FGO &#8211; Frage der Unvereinbarkeit von DDR-Steuerbescheiden mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sind zum Teil nicht in der erforderlichen Weise (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) dargelegt worden. Im &Uuml;brigen liegen sie nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) bzw. zur Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) zuzulassen, gen&uuml;gen nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist ausf&uuml;hrlich darzustellen, inwiefern die aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse der Kl&auml;rung bedarf. Insbesondere ist unter Wiedergabe der hierzu in der Rechtsprechung und\/oder der Literatur vertretenen Auffassungen zu begr&uuml;nden, weshalb die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und strittig ist. Hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Rechtsfrage bereits entschieden, ist auszuf&uuml;hren, aus welchen Gr&uuml;nden es einer erneuten Entscheidung des BFH bedarf (Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 31 f., 38, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. In dieser werden lediglich allgemein gehaltene Fragen aufgeworfen, die sich in ihrem Kern lediglich in der Kritik der angefochtenen Entscheidung des Finanzgerichts (FG) ersch&ouml;pfen. So bringt die Frage, ob die regelm&auml;&szlig;ige &uuml;ber Jahre hinweg praktizierte Verfolgung durch Staatsorgane in einigen oder in einer Vielzahl von F&auml;llen dokumentiert werden m&uuml;sse, um f&uuml;r eine FG-Entscheidung ma&szlig;gebliche Bedeutung zu haben, lediglich zum Ausdruck, das FG habe im Streitfall nicht erkannt, dass die in Frage stehenden Steuerbescheide auf Willk&uuml;rma&szlig;nahmen der Beh&ouml;rden der DDR beruht h&auml;tten. Gleiches gilt f&uuml;r die anderen von den Kl&auml;gern gestellten Fragen wie etwa derjenigen, ob das bundesrepublikanische Rechtssystem so stark und widerstandsf&auml;hig sei, dass es mit dem Bewusstsein leben k&ouml;nne, erfahrenes Unrecht nicht erkannt und entsprechend einem Rechtsstaat beurteilt (abgeurteilt) zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vortrag der Kl&auml;ger l&auml;sst eine substantiierte Auseinandersetzung mit der zu Art. 19 Satz 2 des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik &uuml;ber die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag &#8211;EinigVtr&#8211;) vom 31. August 1990 (BGBl II 1990, 889) ergangenen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung vermissen. Danach ist ein vor dem Wirksamwerden des Beitritts der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik ergangener Steuerbescheid im Sinne dieser Vorschrift dann mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen unvereinbar, wenn er sich bei einer W&uuml;rdigung seines Inhalts und der seinen Erlass begleitenden Gesamtumst&auml;nde nach dem nicht widerlegten &auml;u&szlig;eren Anschein als mutma&szlig;lich politisch motivierte Willk&uuml;rma&szlig;nahme darstellt (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung; vgl. Senatsurteil vom 25. Januar 1995 X R 146\/93, BFHE 177, 317, BStBl II 1995, 686; BFH-Urteil vom 8. Mai 1996 XI R 1\/95, BFH\/NV 1996, 874). Die Frage nach der Unvereinbarkeit von Steuerbescheiden der DDR mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen i.S. des Art. 19 Satz 2 EinigVtr ist daher nicht mehr von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, da sie bereits gekl&auml;rt ist (BFH-Beschluss vom 14. November 1995 IV B 28\/95, BFH\/NV 1996, 300; Senatsbeschl&uuml;sse vom 29. September 2004 X B 50\/04, BFH\/NV 2005, 166 und vom 15. Juli 2008 X B 147\/08, BFH\/NV 2008, 1656). Ob im konkreten Streitfall eine solche Willk&uuml;rma&szlig;nahme gegeben ist, bestimmt sich nach den Gesamtumst&auml;nden dieses Einzelfalls. Ob diese W&uuml;rdigung zutreffend ist, hat auch nicht deshalb grunds&auml;tzliche Bedeutung, weil die Kl&auml;ger behaupten, eine Vielzahl anderer Personen sei am Ausgang des Rechtsstreits interessiert (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;ger haben auch nicht schl&uuml;ssig dargelegt, das angefochtene Urteil weiche i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO von dem Senatsurteil in BFHE 177, 317, BStBl II 1995, 686 ab. Hierf&uuml;r gen&uuml;gt nicht der Vortrag, die in dem Senatsurteil aufgestellten Kriterien h&auml;tten auch im Streitfall vorgelegen. Vielmehr h&auml;tten die Kl&auml;ger die tragenden Erw&auml;gungen in dem angefochtenen Urteil einerseits und der (vermeintlichen) divergierenden Entscheidung andererseits so herausarbeiten und gegen&uuml;berstellen m&uuml;ssen, dass erkennbar wird, dass die beiden Entscheidungen bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt von unterschiedlichen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgehen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 42). Dies ist nicht geschehen. Die Kl&auml;ger ber&uuml;cksichtigen auch nicht, dass das FG sich bei seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich an den vom Senat im Urteil in BFHE 177, 317, BStBl II 1995, 686 aufgestellten Kriterien orientiert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der Vortrag der Kl&auml;ger, im Streitfall seien die zu beurteilenden Steuerbescheide entsprechend den vom angerufenen Senat im Beschluss in BFH\/NV 2008, 1656 aufgestellten Kriterien mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen unvereinbar gewesen, ist nicht ausreichend. Der kl&auml;gerische Vortrag l&auml;sst nicht erkennen, inwieweit das FG von einem tragenden Rechtssatz dieses Beschlusses abgewichen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) sind jedenfalls nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unbegr&uuml;ndet ist die R&uuml;ge der Kl&auml;ger, das FG habe bei seiner Entscheidung die Ausf&uuml;hrungen in zahlreichen kl&auml;gerischen Schrifts&auml;tzen, weshalb die zu beurteilenden Steuerbescheide rechtsstaatswidrig seien, unber&uuml;cksichtigt gelassen und deshalb &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO und den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) verletzt. Insbesondere habe das FG die in ihren Schrifts&auml;tzen genannten Umst&auml;nde nicht gew&uuml;rdigt, weshalb es im Streitfall nahe liege, dass die Steuerbescheide aufgrund einer politischen Motivation der DDR-Beh&ouml;rden zu sachwidrigen Zwecken ergangen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger legen nicht dar, welche konkreten Umst&auml;nde das FG nach ihrer Meinung unber&uuml;cksichtigt gelassen hat. Hierzu w&auml;ren konkrete Ausf&uuml;hrungen jedenfalls deshalb erforderlich gewesen, weil das FG in den Gr&uuml;nden seines Urteils ausf&uuml;hrlich dargelegt hat, weshalb es nicht davon ausgeht, dass die zu beurteilenden Steuerbescheide aus politisch motivierten sachwidrigen Gr&uuml;nden ergangen seien. Es hat unter anderem gew&uuml;rdigt, dass entgegen der Annahme der Kl&auml;ger die angesetzten h&ouml;heren Betriebseinnahmen des Kl&auml;gers nicht auf einer Strafsch&auml;tzung, sondern auf einer Auswertung der kl&auml;gerischen Konten beruhten. Auch wurden bei den Betriebsausgaben zus&auml;tzliche L&ouml;hne angesetzt. Das FG hat auch ber&uuml;cksichtigt, dass der steuerliche Berater der Kl&auml;ger informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit war. Das FG hat aber wegen des zeitlichen Abstands von nahezu drei Jahren zwischen den von diesem gefertigten Notizen &uuml;ber den Kl&auml;ger und dem Zeitpunkt der Einleitung eines steuerlichen Ermittlungsverfahrens nicht feststellen k&ouml;nnen, dass dieser informelle Mitarbeiter, der den Kl&auml;ger angezeigt hatte, und die Steuerbeh&ouml;rde kollusiv zusammengearbeitet h&auml;tten, an den Kl&auml;ger mittels einer &quot;Strafbesteuerung&quot; in seiner wirtschaftlichen Existenz zu vernichten. Auch hat das FG den Umstand gew&uuml;rdigt, dass der Kl&auml;ger durch das Ministerium f&uuml;r Staatssicherheit auch sp&auml;ter noch bespitzelt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger r&uuml;gen, die W&uuml;rdigung des FG sei in Zweifel zu ziehen, insbesondere habe das FG nicht das Zusammenspiel verschiedener Beh&ouml;rden der DDR erkannt, welches dazu gedient habe, den kl&auml;gerischen Betrieb zu zerschlagen, r&uuml;gen sie keinen Verfahrensversto&szlig;. Denn eine unzutreffende Sachverhalts- oder Beweisw&uuml;rdigung begr&uuml;ndet einen grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrenden materiell-rechtlichen Fehler (Senatsbeschluss vom 12. Oktober 2006 X B 165\/05, BFH\/NV 2007, 42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unbegr&uuml;ndet ist auch die R&uuml;ge, das FG habe gegen den Inhalt der finanzgerichtlichen Akten nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sich die Kl&auml;ger bereits Anfang 2002 um die Anfechtung der im Streit befindlichen Steuerbescheide bem&uuml;ht h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in seinem Urteil (Seite 16) auf den Mai 2007 abgestellt, weil der Kl&auml;ger erst am 15. Mai 2007 beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt) den Antrag auf Aufhebung der Steuerbescheide gestellt hat. Zu keinem anderen Ergebnis w&uuml;rde es indessen f&uuml;hren, wenn man auf das an das Amtsgericht A gerichtete Schreiben des Kl&auml;gers vom 23. Februar 2002 (Anlage 9 zur Beschwerdebegr&uuml;ndung) abstellt, in dem dieser um &Uuml;bersendung verschiedener Kopien gebeten hatte. Denn auch zu diesem Zeitpunkt war der fr&uuml;here steuerliche Berater der Kl&auml;ger bereits verstorben und konnte daher nicht mehr als Zeuge dazu vernommen werden, inwiefern seine T&auml;tigkeit als informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit urs&auml;chlich war f&uuml;r das Ergehen der gegen die Kl&auml;ger gerichteten Steuerbescheide. Im &Uuml;brigen ist unabh&auml;ngig davon, weshalb erst so sp&auml;t ein Antrag auf Aufhebung dieser Steuerbescheide gestellt wurde, die Ansicht des FG zutreffend, dass ein erheblicher zeitlicher Abstand eine Sachverhaltsaufkl&auml;rung regelm&auml;&szlig;ig erschwert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Keinen Erfolg hat auch die R&uuml;ge, das FG habe den bei den Akten befindlichen Schriftsatz des Rechtsanwalts B vom 15. Mai 2007 nicht ber&uuml;cksichtigt. Das FG hat dessen Inhalt auf Seite 4 des Urteils wiedergegeben und sich mit den darin vorgetragenen Argumenten in den Entscheidungsgr&uuml;nden auseinandergesetzt, ist diesen jedoch im Ergebnis nicht gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FG hat entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger auch nicht seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Nach den S&auml;tzen 2 und 3 dieser Vorschrift haben hierbei die Beteiligten mitzuwirken. Kommen die Beteiligten dieser Mitwirkungspflicht nicht nach, reduziert sich die Ermittlungspflicht des FG. Stellen Beteiligte, die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung rechtskundig vertreten sind, keine auf eine weitere Sachaufkl&auml;rung gerichteten Antr&auml;ge, kommt eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG nur in Betracht, wenn sich dem FG eine weitere Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8. September 2006 V B 126\/05, BFH\/NV 2006, 2300). Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn das FG seinem Urteil einen Geschehensablauf zugrunde legt, der unter Ber&uuml;cksichtigung der Lebenserfahrung als ungew&ouml;hnlich erscheint und nach Aktenlage Anlass zu der Annahme besteht, dass der vom FG angenommene Sachverhalt sich so nicht abgespielt hat (Senatsbeschluss vom 10. Januar 2007 X B 113\/06, BFH\/NV 2007, 935). Die Tatsachen, aus denen sich eine Verpflichtung zur weiteren Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag ergeben soll, sind vorzutragen (Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2005 X B 51\/05, BFH\/NV 2006, 116).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies vorausgeschickt, sind die R&uuml;gen der Kl&auml;ger unbegr&uuml;ndet, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe die von ihnen angeregte Einsicht in Akten und Unterlagen nicht vorgenommen, zeigt keinen Verfahrensversto&szlig; auf. Bei der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht handelt es sich um einen verzichtbaren Verfahrensmangel. Bei diesem geht das R&uuml;gerecht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 100 ff., m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 29. April 2009 rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger h&auml;tten dort einen Antrag auf Einsicht in die Verfahrensakten stellen k&ouml;nnen. Bei dieser Akteneinsicht h&auml;tte sich ergeben, welche Akten das FG beigezogen hat. Die Kl&auml;ger h&auml;tten daher die unterbliebene Beiziehung weiterer Akten r&uuml;gen k&ouml;nnen. Da sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung eine solche R&uuml;ge nicht erhoben haben, haben sie ihr R&uuml;gerecht verloren. Im Streitfall ist auch kein Sachverhalt gegeben, bei dem die Annahme des FG fern liegt, die angefochtenen Steuerbescheide seien nicht in rechtsstaatswidriger Weise ergangen, und sich daher eine weitere Sachaufkl&auml;rung von Amts wegen z.B. durch Beiziehung weiterer Akten aufgedr&auml;ngt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die R&uuml;ge, die Vernehmung von C in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 29. April 2009 sei unzul&auml;nglich gewesen, greift nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich der Niederschrift &uuml;ber diese m&uuml;ndliche Verhandlung hat das FG diesen Zeugen zwar nur formlos angeh&ouml;rt. Die rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger h&auml;tten dies aber r&uuml;gen und beantragen k&ouml;nnen, eine f&ouml;rmliche Zeugenvernehmung durchzuf&uuml;hren. Auch h&auml;tten sie von ihrem Recht Gebrauch machen k&ouml;nnen, ihrerseits den Zeugen zu befragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen schwerwiegender M&auml;ngel der angefochtenen Entscheidung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision ist nur gegeben, wenn die angefochtene Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (BFH-Beschluss vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35). Daran fehlt es im Streitfall. Das FG hat sein Urteil nachvollziehbar begr&uuml;ndet. Es weist keine Rechtsfehler von Gewicht auf. Auch l&auml;sst es keine sachfremden Erw&auml;gungen erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 96\/09 Sachaufkl&auml;rungspflicht gem. &sect; 76 Abs. 1 FGO &#8211; Frage der Unvereinbarkeit von DDR-Steuerbescheiden mit rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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