{"id":7947,"date":"2012-12-03T17:25:17","date_gmt":"2012-12-03T15:25:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7947"},"modified":"2012-12-03T17:25:17","modified_gmt":"2012-12-03T15:25:17","slug":"v-r-5-09-keine-aenderung-des-entgelts-aufgrund-abtretung-uneinbringlichkeit-einer-forderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-5-09-keine-aenderung-des-entgelts-aufgrund-abtretung-uneinbringlichkeit-einer-forderung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;5\/09 &#8211; Keine &Auml;nderung des Entgelts aufgrund Abtretung &#8211; Uneinbringlichkeit einer Forderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2010, V R 5\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine &Auml;nderung des Entgelts aufgrund Abtretung &#8211; Uneinbringlichkeit einer Forderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Organtr&auml;ger der A-GmbH. Die A-GmbH lieferte Haushaltsartikel an Endverbraucher. Sie schloss mit ihrer nicht zum Organkreis geh&ouml;renden Schwestergesellschaft S, einer Bank, Rahmenvertr&auml;ge zur Absatzfinanzierung. S vergab aufgrund einer gesonderten Vermittlungsleistung der A-GmbH Kredite an die Kunden der A-GmbH. Nach den zwischen S und der A-GmbH abgeschlossenen Rahmenvertr&auml;gen war S berechtigt, offene Forderungen an die A-GmbH zu belasten, wenn die Beitreibung gegen&uuml;ber den Kunden erfolglos blieb. Hierf&uuml;r bestand bei der S ein Sperrkonto. F&uuml;r die bis zum 31. Dezember 1997 mit Kunden abgeschlossenen Vertr&auml;ge lag eine selbstschuldnerische B&uuml;rgschaft der A-GmbH vor. F&uuml;r die Erf&uuml;llung danach abgeschlossener Vertr&auml;ge haftete die A-GmbH nur, wenn die Kunden bestimmte Annahmevoraussetzungen f&uuml;r eine Kreditgew&auml;hrung nicht erf&uuml;llten. Die &uuml;ber die S finanzierten Warenlieferungen erfolgten aufgrund eines kombinierten &quot;Auftrags-\/Kreditantrags-Formulars&quot;. S zahlte die Kreditbetr&auml;ge unmittelbar an die A-GmbH aus, wodurch der Kaufpreis als entrichtet galt. Nach den Kreditbedingungen erwarb S Eigentum an den Waren, die sie leihweise an die Abnehmer &uuml;berlie&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit Kunden die Darlehen nicht tilgten und eine Beitreibung durch S erfolglos blieb, belastete S die noch offene Hauptforderung und die Beitreibungskosten an die A-GmbH. Blieben auch eigene Beitreibungsversuche ohne Erfolg, ging die A-GmbH von einer Uneinbringlichkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung war der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Auffassung, dass die R&uuml;ckbelastungen nicht zu einer Minderung des Entgelts f&uuml;hrten und &auml;nderte den Umsatzsteuerjahresbescheid 1999 entsprechend. Der hiergegen eingelegte Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt, da die R&uuml;ckbelastungen zu einer Uneinbringlichkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG gef&uuml;hrt h&auml;tten. Mit der Auszahlung des Kreditbetrages durch S an die A-GmbH sei der Anspruch auf Kaufpreiszahlung noch nicht erloschen i.S. von &sect; 362 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB), zumal Kaufvertrag und Kreditgew&auml;hrung nach &sect; 9 des Verbraucherkreditgesetzes miteinander verbunden gewesen seien und es zur R&uuml;ckbelastung erst gekommen sei, wenn Beitreibungsma&szlig;nahmen erfolglos geblieben seien. Unerheblich sei, dass das Eigentum durch die Auszahlung des Kreditbetrages auf S &uuml;bergegangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2009, 533 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts. Die A-GmbH habe &uuml;ber den Kaufpreis bereits mit der Auszahlung des Kreditbetrages an die Kl&auml;gerin endg&uuml;ltig verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Hierdurch sei das zum K&auml;ufer bestehende Schuldverh&auml;ltnis erloschen. Auch wenn Kauf- und Kreditvertrag als wirtschaftliche Einheit anzusehen seien, l&auml;gen voneinander unabh&auml;ngige Vertr&auml;ge vor. Die Vertr&auml;ge enthielten keine Vereinbarung, nach der die Forderungen aus den urspr&uuml;nglichen Warengesch&auml;ften wieder auflebten. Soweit die Kl&auml;gerin Forderungen aus den gek&uuml;ndigten und auf sie &uuml;bergegangenen Kreditvertr&auml;gen gegen die Kunden geltend mache, beziehe sie sich nicht mehr auf die urspr&uuml;ngliche Warenforderung. Die uneinbringlichen Forderungen beruhten danach nicht auf dem Ausfall des urspr&uuml;nglichen Kaufpreises, sondern seien Folge der nicht erf&uuml;llten Zahlungsverpflichtungen aus den Kreditvertr&auml;gen. Die R&uuml;ckbelastung an die Kl&auml;gerin f&uuml;hre auch deshalb nicht zur Uneinbringlichkeit, da keine Zahlung an die K&auml;ufer erfolgt sei. Mit der Beurteilung der Ausgabe von Gutscheinen in einer Leistungskette und der hierzu vertretenen wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung sei der vorliegende Sachverhalt nicht vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sei unter Zugrundelegung zivilrechtlicher Grunds&auml;tze zu Recht von einer Entgeltminderung ausgegangen, da aufgrund des Vorbehalts der R&uuml;ckbelastung und der Einrichtung des Sperrkontos noch keine Erf&uuml;llungswirkung nach &sect;&sect; 267, 363 BGB eingetreten sei. Der gesetzliche Forderungs&uuml;bergang nach &sect; 774 BGB sei f&uuml;r das ma&szlig;gebliche Verh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin zu den Abnehmern der Lieferung nicht von Bedeutung. F&uuml;r den auf tats&auml;chliche Umst&auml;nde abstellenden Begriff der Uneinbringlichkeit komme es im &Uuml;brigen nicht auf rechtliche Erw&auml;gungen an. Zu ber&uuml;cksichtigen sei auch der Charakter der Umsatzsteuer als Verbrauchsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist aus anderen als den geltend gemachten Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat zwar im Grundsatz die an sie zur&uuml;ckbelasteten Betr&auml;ge zu Recht als uneinbringliches Entgelt f&uuml;r die von ihr ausgef&uuml;hrten Warenlieferungen behandelt, wie das FG zutreffend entschieden hat. Dies gilt jedoch nur, soweit sich die R&uuml;ckbelastung auf die noch offene Hauptforderung gegen den Abnehmer bezog, nicht aber auch f&uuml;r die R&uuml;ckbelastung von Beitreibungskosten und Zinsen. Dies hat das FG nicht ber&uuml;cksichtigt und daher insoweit auch keine ausreichenden Feststellungen getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Hat sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r einen steuerpflichtigen Umsatz i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG ge&auml;ndert, hat der Unternehmer, der diesen Umsatz ausgef&uuml;hrt hat, nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG den daf&uuml;r geschuldeten Steuerbetrag entsprechend zu berichtigen. Leistender Unternehmer und Leistungsempf&auml;nger k&ouml;nnen die zu einer &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;hrende Vereinbarung auch nach vollst&auml;ndiger Vereinnahmung des Entgelts abschlie&szlig;en (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. September 2008 V R 56\/06, BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG gilt Absatz 1 dieser Vorschrift sinngem&auml;&szlig;, wenn das vereinbarte Entgelt f&uuml;r eine steuerpflichtige Lieferung, sonstige Leistung oder einen steuerpflichtigen innergemeinschaftlichen Erwerb uneinbringlich geworden ist. Wird das Entgelt nachtr&auml;glich vereinnahmt, sind Steuerbetrag und Vorsteuerabzug erneut zu berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Entgeltforderung ist uneinbringlich, wenn der Anspruch auf Entrichtung des Entgelts i.S. von &sect; 10 Abs. 1 UStG nicht erf&uuml;llt wird und bei objektiver Betrachtung damit zu rechnen ist, dass der Leistende die Entgeltforderung (ganz oder teilweise) jedenfalls auf absehbare Zeit rechtlich oder tats&auml;chlich nicht durchsetzen kann (BFH-Urteil vom 20. Juli 2006 V R 13\/04, BFHE 214, 471, BStBl II 2007, 22, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG beruht ebenso wie &sect; 17 Abs. 1 UStG auf Art. 11 Teil C Abs. 1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach wird die Besteuerungsgrundlage im Falle der Annullierung, der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung, der Aufl&ouml;sung, der vollst&auml;ndigen oder teilweisen Nichtbezahlung oder des Preisnachlasses nach der Bewirkung des Umsatzes unter von den Mitgliedstaaten festgelegten Bedingungen entsprechend vermindert, wobei die Mitgliedstaaten im Falle der vollst&auml;ndigen oder teilweisen Nichtbezahlung jedoch von dieser Regel abweichen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Wie das FG zu Recht entschieden hat, kann ein Entgelt auch nach seiner Vereinnahmung uneinbringlich i.S. von &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG werden, wenn der Unternehmer nach den bei der Vereinnahmung vereinbarten R&uuml;ckzahlungsvoraussetzungen zur Herausgabe des vereinnahmten Entgelts verpflichtet ist, es dementsprechend zu einer R&uuml;ckgew&auml;hr des Entgelts kommt und der Unternehmer seinen Entgeltanspruch auch nicht anderweitig durchsetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass auch ein bereits vereinnahmtes Entgelt uneinbringlich werden kann, ergibt sich bereits aus der Verweisung in &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG auf Absatz 1 dieser Vorschrift. Aufgrund dieser Rechtsfolgenverweisung kann es &#8211;ebenso wie bei der &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage nach Entgeltvereinnahmung gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 1 UStG (BFH-Urteil in BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250)&#8211; auch zur Uneinbringlichkeit nach Entgeltvereinnahmung kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend hat der Senat bereits zum UStG 1951 f&uuml;r den Fall der kreditfinanzierten Warenlieferung, bei der der Abnehmer einen Kredit f&uuml;r die Entrichtung des Kaufpreises aufnimmt und eine Ausfallhaftung des liefernden Unternehmers gegen&uuml;ber der den Kredit gew&auml;hrenden Bank besteht, entschieden, dass eine Entgeltr&uuml;ckgew&auml;hr vorliegt, wenn der Empf&auml;nger das Entgelt an denjenigen wieder herausgibt, der es gezahlt hat (BFH-Urteil vom 20. Juli 1967 V 233\/64, BFHE 89, 492, BStBl III 1967, 687, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r spricht auch die Definition des Entgelts in &sect; 10 Abs. 1 Satz 2 UStG bzw. Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG, auf dessen Uneinbringlichkeit es nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG ankommt. Gibt der Leistende das &uuml;ber einen Dritten vereinnahmte Entgelt wieder an den Dritten heraus, ohne dass &uuml;ber die Kreditfinanzierung des Leistungserwerbs durch Abschluss eines Darlehensvertrages hinaus eigene Aufwendungen durch Tilgungsleistungen des Leistungsempf&auml;ngers vorliegen, hat weder der Leistungsempf&auml;nger Aufwendungen i.S. von &sect; 10 Abs. 1 Satz 2 UStG get&auml;tigt noch der Leistende i.S. von Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG etwas erhalten (vgl. auch BFH-Urteil vom 19. Oktober 2001 V R 48\/00, BFHE 196, 376, BStBl II 2003, 210, unter II.3.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist im Streitfall zu Recht von der Uneinbringlichkeit ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gew&auml;hrt ein Kreditinstitut &#8211;wie im Streitfall S&#8211; dem Leistungsempf&auml;nger ein Darlehen, f&uuml;r dessen R&uuml;ckzahlung der Unternehmer haftet und zahlt das Kreditinstitut die Valuta an den Unternehmer aus, vereinnahmt der Unternehmer zwar zun&auml;chst das Entgelt f&uuml;r die Lieferung. Muss der Unternehmer jedoch den Geldbetrag an das Kreditinstitut zur&uuml;ckzahlen, da der Anspruch auf Darlehensr&uuml;ckzahlung nicht durchsetzbar ist, ist das Entgelt als uneinbringlich anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die erforderliche richtlinienkonforme Auslegung des Begriffs der Uneinbringlichkeit entsprechend Art. 11 Teil C Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist es im &Uuml;brigen entgegen der Auffassung des FA unerheblich, ob der urspr&uuml;ngliche Entgeltanspruch bereits durch die Zahlung des Kreditinstituts zivilrechtlich erloschen ist und daher zivilrechtlich nicht wieder aufleben kann (BFH-Urteil vom 13. Januar 2005 V R 21\/04, BFH\/NV 2005, 928, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat nicht ber&uuml;cksichtigt, dass keine Uneinbringlichkeit i.S. von &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG vorliegt, soweit sich die R&uuml;ckbelastung nicht auf das Entgelt, die offene Hauptforderung bezog, sondern auch Beitreibungskosten der S umfasste. Die bei der S entstandenen Beitreibungskosten sind f&uuml;r die H&ouml;he des Entgelts und dessen Uneinbringlichkeit ohne Bedeutung. Da nur die Uneinbringlichkeit des f&uuml;r die Leistung geschuldeten Entgelts zu einer Berichtigung nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG f&uuml;hren kann, kommt es ausschlie&szlig;lich darauf an, in welchem Umfang die Kunden die dem Kaufpreis und damit die dem Entgelt entsprechende Darlehensvaluta nicht entrichtet haben. Daher ist im zweiten Rechtsgang aufzukl&auml;ren, inwieweit die R&uuml;ckbelastungen auf die urspr&uuml;ngliche Kaufpreisschuld entfallen. Im Umfang der R&uuml;ckbelastung von Beitreibungskosten oder z.B. von Darlehenszinsen liegen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Berichtigung nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2010, V R 5\/09 Keine &Auml;nderung des Entgelts aufgrund Abtretung &#8211; Uneinbringlichkeit einer Forderung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Organtr&auml;ger der A-GmbH. Die A-GmbH lieferte Haushaltsartikel an Endverbraucher. Sie schloss mit ihrer nicht zum Organkreis geh&ouml;renden Schwestergesellschaft S, einer Bank, Rahmenvertr&auml;ge zur Absatzfinanzierung. 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