{"id":7957,"date":"2012-12-03T17:25:12","date_gmt":"2012-12-03T15:25:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7957"},"modified":"2012-12-03T17:25:12","modified_gmt":"2012-12-03T15:25:12","slug":"xi-r-6-09-sortenwechsel-als-sonstige-leistung-anforderungen-an-den-nachweis-der-kundenansaessigkeit-im-ausland-gemaess-par-15-abs-3-nr-2-buchst-b-ustg-1993-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-6-09-sortenwechsel-als-sonstige-leistung-anforderungen-an-den-nachweis-der-kundenansaessigkeit-im-ausland-gemaess-par-15-abs-3-nr-2-buchst-b-ustg-1993-1999\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;6\/09 &#8211; Sortenwechsel als sonstige Leistung &#8211; Anforderungen an den Nachweis der Kundenans&auml;ssigkeit im Ausland gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG 1993\/1999"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2010, XI R 6\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Sortenwechsel als sonstige Leistung &#8211; Anforderungen an den Nachweis der Kundenans&auml;ssigkeit im Ausland gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG 1993\/1999<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Unternehmer, der in- und ausl&auml;ndische Banknoten und M&uuml;nzen im Rahmen von Sortengesch&auml;ften an- und verkauft, f&uuml;hrt keine Lieferungen, sondern sonstige Leistungen aus .<\/p>\n<p>2. Die Bestimmungen &uuml;ber Buch- und Belegnachweise bei Ausfuhrlieferungen (&sect;&sect; 8 und 17 UStDV 1993\/1999) sind auf den Nachweis des Wohnsitzes des Empf&auml;ngers einer sonstigen Leistung i.S. des &sect; 3a Abs. 3 Satz 3 UStG 1993\/1999 nicht analog anwendbar .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) unterh&auml;lt Wechselstuben in gemieteten Gesch&auml;ftsr&auml;umen auf einem deutschen Flughafen. Darin betreibt sie u.a. den An- und Verkauf von in- und ausl&auml;ndischen Banknoten und M&uuml;nzen als Sortengesch&auml;ft i.S. des &sect; 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 7 des Gesetzes &uuml;ber das Kreditwesen. In der Regel erwirbt sie bei der Einreise nat&uuml;rlicher Personen in das Inland ausl&auml;ndische Geldsorten gegen &Uuml;berlassung inl&auml;ndischer Zahlungsmittel, w&auml;hrend die Reisenden bei der Ausreise regelm&auml;&szlig;ig inl&auml;ndische Zahlungsmittel gegen ausl&auml;ndische Geldsorten wechseln. In den Umsatzsteuererkl&auml;rungen 1994 bis 1999 machte die Kl&auml;gerin diejenigen Vorsteuerbetr&auml;ge geltend, die auf Leistungen entfielen, die zur Ausf&uuml;hrung von Sortengesch&auml;ften mit im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen Kunden verwendet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Anteil des Gesch&auml;ftes mit Kunden aus dem Drittlandsgebiet ermittelte die Kl&auml;gerin &uuml;ber ihre &quot;residency-sampling-reports&quot;. Diese &quot;reports&quot; beruhten auf den m&uuml;ndlichen Angaben der Kunden zu ihrer Ans&auml;ssigkeit, die die Angestellten der Kl&auml;gerin bei jeder Transaktion abfragten. Die Angaben wurden elektronisch gespeichert und f&uuml;r jeden Voranmeldungszeitraum wurde ein &quot;report&quot; &uuml;ber das mit diesen im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen Kunden erzielte Umsatzvolumen erstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Feststellungen einer in den Jahren 2000 und 2001 durchgef&uuml;hrten steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, bei den Sortengesch&auml;ften der Kl&auml;gerin handele es sich umsatzsteuerrechtlich nicht um sonstige Leistungen, sondern um Lieferungen. Diese seien steuerbar, da sich der Ort der Lieferung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 6 bzw. Abs. 7 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993\/1999 (UStG) am Wechselschalter im Flughafen befinde. Sie seien nach &sect; 4 Nr. 8 Buchst. b UStG steuerfrei; der Vorsteuerabzug sei deshalb nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG ausgeschlossen. Der Ausnahmefall des &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. b UStG komme im Streitfall nicht in Betracht, da die Ausfuhr der Sorten in das Drittlandsgebiet entweder nicht gegeben sei oder ein Ausfuhrnachweis nicht gef&uuml;hrt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &auml;nderte daraufhin die bisherigen Umsatzsteuerfestsetzungen nach &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung und k&uuml;rzte den Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheide der Jahre 1994 bis 1999 vom 12. Februar 2002 erhob die Kl&auml;gerin Einspruch und beantragte nunmehr folgende Vorsteuerbetr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>   f&uuml;r 1994&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR,  f&uuml;r 1995&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR,  f&uuml;r 1996&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR,  f&uuml;r 1997&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR,  f&uuml;r 1998&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR,  f&uuml;r 1999&nbsp;&nbsp;&#8230; DM&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;entspricht &#8230; EUR. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass diese Betr&auml;ge auf einer zutreffenden &#8211;im Rahmen der Betriebspr&uuml;fung korrigierten&#8211; Neuberechnung beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Es war der Ansicht, dass die Kl&auml;gerin insoweit einen Vorsteuerabzug geltend machen k&ouml;nne, als dieser mit Leistungen im Zusammenhang stehe, die sie an im Drittlandsgebiet ans&auml;ssige Kunden erbracht habe. Der Ausschluss vom Vorsteuerabzug trete nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG nicht ein, da es sich um Ums&auml;tze im Ausland handele, die als Ums&auml;tze mit gesetzlichen Zahlungsmitteln gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 8 Buchst. b Satz 1 UStG steuerfrei w&auml;ren, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt w&uuml;rden und der Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet ans&auml;ssig sei. Diese Leistungen habe die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a UStG an dem Ort erbracht, an dem der Kunde ans&auml;ssig sei. Der Ort der Leistungen bestimme sich nach &sect; 3a UStG, da die Kl&auml;gerin im Rahmen des Sortengesch&auml;ftes keine Lieferungen, sondern sonstige Leistungen ausgef&uuml;hrt habe. Die Kl&auml;gerin habe durch die Befragung der Kunden und die Erstellung ihrer &quot;reports&quot; den Anteil ihrer Leistungen an im Drittlandsgebiet ans&auml;ssige Kunden ausreichend ermittelt und hinreichend dargelegt. Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1066.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung seiner Revision im Wesentlichen vor, bei den Sortengesch&auml;ften handele es sich um Lieferungen. Im Geldsortengesch&auml;ft komme es gerade auf die Beschaffung des Geldes an. Es werde die &Uuml;bereignung des Bargeldes als konkrete Sache geschuldet. Das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 14. Juli 1998 Rs. C-172\/96 &#8211;First National Bank of Chicago&#8211; (Slg. 1998, I-4387) sei zu Devisengesch&auml;ften ergangen und nicht auf Sortengesch&auml;fte &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG habe die Kl&auml;gerin auch nicht ihren Darlegungspflichten gen&uuml;gt. Die Ausf&uuml;hrungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 18. M&auml;rz 1999 im Merkblatt zur Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Ausfuhrlieferungen im nichtkommerziellen Reiseverkehr (BStBl I 1999, 289 ff.) zu &quot;Wer ist Drittlandskunde?&quot; k&ouml;nnten entsprechend angewendet werden. Hiernach solle sich der Unternehmer als Abnehmernachweis durch die Vorlage des Passes oder eines sonstigen Grenz&uuml;bertrittspapiers des K&auml;ufers von dessen Eigenschaft als Drittlandskunde &uuml;berzeugen. Neben dem Belegnachweis sei zus&auml;tzlich ein Buchnachweis zu f&uuml;hren. Der Buchnachweis setze in jedem Fall die Angabe des Namens und der Anschrift des Drittlandskunden voraus. Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne demgegen&uuml;ber weder einen Empf&auml;ngernachweis noch einen Buchnachweis erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin Vorsteuerbetr&auml;ge, die auf Leistungen entfallen, die von ihr zur Ausf&uuml;hrung von Sortengesch&auml;ften mit im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen Kunden verwendet wurden, abziehen kann. Zwar hat die Kl&auml;gerin die insoweit bezogenen Eingangsleistungen zur Ausf&uuml;hrung von Ums&auml;tzen im Ausland verwendet, die steuerfrei gewesen w&auml;ren, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt worden w&auml;ren, so dass der Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG ausgeschlossen ist. Jedoch tritt dieser Ausschluss vom Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG nicht ein, da die fraglichen Ums&auml;tze nach &sect; 4 Nr. 8 Buchst. b UStG im Inland steuerfrei w&auml;ren und die Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet ans&auml;ssig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat die Leistungen, auf die die streitigen Vorsteuerbetr&auml;ge entfallen, von anderen Unternehmern f&uuml;r ihr Unternehmen bezogen. Da auch die &uuml;brigen Voraussetzungen des &sect; 15 Abs. 1 (Satz 1) Nr. 1 UStG vorliegen, ist die Kl&auml;gerin grunds&auml;tzlich zum Vorsteuerabzug berechtigt. Dar&uuml;ber besteht zu Recht kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Vorsteuerabzug f&uuml;r diese Leistungen ist nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG nicht gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG ist vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen die Steuer f&uuml;r die Lieferungen, die Einfuhr und den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenst&auml;nden sowie f&uuml;r die sonstigen Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r Ums&auml;tze im Ausland verwendet, die steuerfrei w&auml;ren, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Dieser Ausschluss tritt nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG nicht ein, wenn die Ums&auml;tze u.a. nach &sect; 4 Nr. 8 Buchst. a bis g UStG steuerfrei w&auml;ren und der Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet ans&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat die Leistungen, auf die die streitigen Vorsteuerbetr&auml;ge entfallen, i.S. von &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG zur Ausf&uuml;hrung von Ums&auml;tzen im Ausland verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass sich der Leistungsort der Sortengesch&auml;fte nach &sect; 3a UStG bestimmt. Denn es handelt sich bei den Sortengesch&auml;ften gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 9 UStG um sonstige Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Sonstige Leistungen sind nach &sect; 3 Abs. 9 UStG Leistungen, die keine Lieferungen sind. Eine Lieferung ist nach &sect; 3 Abs. 1 UStG gegeben, wenn der Unternehmer oder in seinem Auftrag ein Dritter einen Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef&auml;higt, im eigenen Namen &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bargeld wird nicht dadurch zum Gegenstand einer Lieferung des Zahlenden, dass es das Entgelt i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG f&uuml;r eine Lieferung oder Leistung ist. Vielmehr bleibt es in der Regel &#8211;entsprechend seiner finanzpolitischen Bedeutung&#8211; lediglich der &quot;im Verkehr anerkannte Wertmesser und Werttr&auml;ger&quot; und dementsprechend umsatzsteuerrechtlich lediglich Entgelt f&uuml;r die Leistung und Bemessungsgrundlage f&uuml;r den Umsatz. Dies entspricht auch dem Grundsatz, dass das Umsatzsteuerrecht Leistungen im wirtschaftlichen Sinne erfasst (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31. Juli 1969 V 94\/65, BStBl II 1969, 637). Das unentgeltliche Wechseln einer Banknote in Kleingeld ist daher keine Leistung im wirtschaftlichen Sinne (vgl. Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 1 Rz 6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders ist es dagegen, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein Unternehmer gegen Entgelt in- und ausl&auml;ndische Banknoten und M&uuml;nzen an- und verkauft. Dann erbringt der Unternehmer eine wirtschaftliche Leistung, und zwar in Form einer sonstigen Leistung. Entscheidend f&uuml;r die Abgrenzung einer Lieferung von einer sonstigen Leistung ist der Charakter des Umsatzes aus der Sicht des Durchschnittsverbrauchers. Ma&szlig;gebend ist dabei, welche Elemente &uuml;berwiegen (vgl. BFH-Urteil vom 3. Juni 2009 XI R 34\/08, BFHE 226, 369, unter II.1.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Es kommt darauf an, welche Bestandteile der Leistung unter Ber&uuml;cksichtigung des Willens der Vertragsparteien den wirtschaftlichen Gehalt der Leistung bedingen. Dient die &Uuml;bertragung eines Gegenstands dazu, die &Uuml;bertragung eines Rechts oder eine bestimmte Nutzung zu erm&ouml;glichen, steht regelm&auml;&szlig;ig die Dienstleistung im Vordergrund (vgl. BFH-Urteil in BFHE 226, 369, unter II.1.b der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen handelt es sich bei Sortengesch&auml;ften um sonstige Leistungen. Denn der wirtschaftliche Gehalt der Leistung besteht, wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, darin, den Kunden zu erm&ouml;glichen, die in ihrem Bargeld verk&ouml;rperte Kaufkraft in einem bestimmten Staat zu nutzen. Die zus&auml;tzliche Verschaffung eines k&ouml;rperlichen Tr&auml;germediums ist demgegen&uuml;ber unerheblich (vgl. W&auml;ger, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2004, 602, 605).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch aus der Rechtsprechung des EuGH und des Europ&auml;ischen Gerichts (EuG) ergibt sich, dass es sich bei Sortengesch&auml;ften um Dienstleistungen (sonstige Leistungen) handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So f&uuml;hrt das EuG in seinen Urteilen vom 14. Oktober 2004 Rs. T-56\/02 &#8211;Bayerische Hypo- und Vereinsbank\/Kommission&#8211; (Slg. 2004, II-3495, Randnr. 18) und vom 27. September 2006 Rs. T-44\/02 &#8211;Dresdner Bank\/Kommission&#8211; (Slg. 2006, II-3567, Randnr. 2) im Zusammenhang mit der Beurteilung von Wechselgesch&auml;ften im Rahmen der Einf&uuml;hrung des Euro aus, bei den &quot;Dienstleistungen&quot; des W&auml;hrungsumtauschs sei zu unterscheiden zwischen der Umrechnung von Buchgeld und dem Umtausch von M&uuml;nzen und Banknoten oder &quot;Barumtausch&quot;. Die Barumtauschdienste lie&szlig;en sich weiter in zwei Kategorien unterteilen, n&auml;mlich den Sortengro&szlig;handel, in dem die Banken erhebliche Mengen von Banknoten umtauschen k&ouml;nnten, und den Sorteneinzelhandel, der sich an Privatpersonen richte und geringe Banknotenmengen betreffe. Dass das EuG Sortengesch&auml;fte als &quot;Dienstleistung&quot; bezeichnet spricht daf&uuml;r, dass es sich bei Sortengesch&auml;ften auch umsatzsteuerrechtlich um eine Dienstleistung (sonstige Leistung) handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem l&auml;sst sich dem EuGH-Urteil &#8211;First National Bank of Chicago&#8211; in Slg. 1998, I-4387 entnehmen, dass Sortengesch&auml;fte Dienstleistungen (sonstige Leistungen) sind. Nach dieser Entscheidung sind Devisengesch&auml;fte Dienstleistungen i.S. des Art. 6 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Der EuGH begr&uuml;ndet dies damit, dass Devisen nicht als &quot;k&ouml;rperliche Gegenst&auml;nde&quot; i.S. des Art. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG angesehen werden k&ouml;nnten, da es sich um Geld handele, das gesetzliches Zahlungsmittel sei. Danach sind auch Geldsorten keine k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nde i.S. des Art. 5 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Denn bei Sortengesch&auml;ften r&auml;umt der Leistende dem Leistungsempf&auml;nger ebenso wie bei Devisengesch&auml;ften die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber Geld einer bestimmten W&auml;hrung ein. Devisen- und Sortengesch&auml;fte beziehen sich gleicherma&szlig;en auf Geld als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Geld zukommende Eigenschaft, Wertma&szlig;stab f&uuml;r G&uuml;ter aller Art zu sein, wird in beiden F&auml;llen von einer W&auml;hrung in eine andere transferiert. In beiden F&auml;llen kommt es dem Leistungsempf&auml;nger darauf an, Kaufkraft einer bestimmten W&auml;hrung zu erhalten (vgl. W&auml;ger, UR 2004, 602, 604).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Leistungsort der von der Kl&auml;gerin in der Wechselstube auf einem deutschen Flughafen ausgef&uuml;hrten Sortengesch&auml;fte befindet sich nach &sect; 3a Abs. 3 Satz 3 UStG i.V.m. Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a UStG im Ausland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist der Empf&auml;nger einer der in &sect; 3a Abs. 4 UStG bezeichneten sonstigen Leistungen ein Unternehmer, so wird gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 3 Satz 1 UStG die sonstige Leistung abweichend von &sect; 3a Abs. 1 UStG dort ausgef&uuml;hrt, wo der Empf&auml;nger sein Unternehmen betreibt. Ist der Empf&auml;nger einer in &sect; 3a Abs. 4 UStG bezeichneten sonstigen Leistung kein Unternehmer und hat er seinen Wohnsitz oder Sitz im Drittlandsgebiet, wird die sonstige Leistung nach &sect; 3a Abs. 3 Satz 3 UStG an seinem Wohnsitz oder Sitz ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin sind sonstige Leistungen i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a UStG i.V.m. &sect; 4 Nr. 8 Buchst. b Satz 1 UStG. Denn es handelt sich dabei um Ums&auml;tze von gesetzlichen Zahlungsmitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach den revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden Feststellungen und tats&auml;chlichen W&uuml;rdigungen des FG hatten die Kunden der Kl&auml;gerin in den hier streitigen F&auml;llen ihren Wohnsitz bzw. den Sitz ihres Unternehmens im Drittlandsgebiet. Im Rahmen einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung des FG-Urteils bestehen keine Bedenken dagegen, dass das FG anhand der von der Kl&auml;gerin vorgelegten &quot;reports&quot; die Ans&auml;ssigkeit der Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet als hinreichend dargelegt beurteilt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bestehen weder im UStG noch in einer Rechtsverordnung Regelungen, nach denen der Unternehmer den Nachweis der Ans&auml;ssigkeit des Leistungsempf&auml;ngers einer sonstigen Leistung im Drittlandsgebiet in einer bestimmten Art und Weise zu f&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bestimmungen der &sect;&sect; 8 und 17 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 1993\/1999 (UStDV) &uuml;ber zu erbringende Buch- und Belegnachweise bei Ausfuhrlieferungen (vgl. dazu auch das BMF-Schreiben vom 18. M&auml;rz 1999 IV D 2 -S 7133- 4\/99, BStBl I 1999, 289 mit dem als Anlage beigef&uuml;gten Merkblatt zur Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Ausfuhrlieferungen im nichtkommerziellen Reiseverkehr) sind vorliegend weder unmittelbar noch analog anwendbar. Die unmittelbare Anwendbarkeit scheitert daran, dass &sect; 8 und &sect; 17 UStDV bestimmte Nachweispflichten f&uuml;r den Fall einer Lieferung aufstellen. Die Kl&auml;gerin hat jedoch sonstige Leistungen ausgef&uuml;hrt. Ebenso wenig sind &sect; 8 und &sect; 17 UStDV analog auf den Nachweis des Wohnsitzes des Leistungsempf&auml;ngers i.S. des &sect; 3a Abs. 3 Satz 3 UStG anwendbar. Denn einer analogen Anwendung st&uuml;nden das verfassungsrechtliche Rechtsstaatsgebot (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14. August 1996&nbsp;&nbsp;2 BvR 2088\/93, Neue Juristische Wochenschrift 1996, 3146, m.w.N.) und der gemeinschaftsrechtliche Grundsatz der Rechtssicherheit (vgl. EuGH-Urteil vom 16. September 2008 Rs. C-288\/07 &#8211;Isle of Wight Council&#8211;, Slg. 2008, I-7203, UR 2008, 816, Randnr. 47, m.w.N.) entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels gesetzlicher oder durch eine Rechtsverordnung vorgeschriebener Nachweispflichten konnte das FG nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung (&sect; 96 Abs. 1 Satz 1, 1. Halbsatz FGO) w&uuml;rdigen, ob die Empf&auml;nger der streitigen Leistung im Drittlandsgebiet ans&auml;ssig waren. Aufgrund der seiner Meinung nach plausiblen Angaben in den &quot;reports&quot;, aus denen sich nicht nur die Zahl der Leistungsempf&auml;nger und deren Wohnort, sondern auch der Umfang der von diesen bezogenen Sorten ergibt, hat es die Ans&auml;ssigkeit der Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet als nachgewiesen beurteilt. Insoweit ist weder vorgetragen noch ersichtlich, aus welchen Gr&uuml;nden die Angaben in den &quot;reports&quot; nicht plausibel sein sollten. Insbesondere erscheint es ausgeschlossen, dass die &quot;reports&quot; aufgrund falscher Angaben der Leistungsempf&auml;nger fehlerhaft sind. Denn einerseits d&uuml;rften diese, worauf das FG zu Recht hinweist, keinerlei Interesse an einer falschen Auskunft haben. Andererseits ist die Frage nach dem Wohnort nicht sonderlich schwer zu beantworten, so dass Missverst&auml;ndnisse aufgrund sprachlicher Barrieren ausgeschlossen erscheinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin w&auml;ren zwar i.S. von &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG steuerfrei, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt worden w&auml;ren. Denn es handelt sich dabei &#8211;wie dargelegt&#8211; um gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 8 Buchst. b Satz 1 UStG steuerfreie Ums&auml;tze von gesetzlichen Zahlungsmitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraus folgt aber zugleich, dass der Ausschluss vom Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG vorliegend gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG nicht eintritt, da &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; die Leistungsempf&auml;nger im Drittlandsgebiet ans&auml;ssig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2010, XI R 6\/09 Sortenwechsel als sonstige Leistung &#8211; Anforderungen an den Nachweis der Kundenans&auml;ssigkeit im Ausland gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG 1993\/1999 Leits&auml;tze 1. Ein Unternehmer, der in- und ausl&auml;ndische Banknoten und M&uuml;nzen im Rahmen von Sortengesch&auml;ften an- und verkauft, f&uuml;hrt keine Lieferungen, sondern sonstige Leistungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-6-09-sortenwechsel-als-sonstige-leistung-anforderungen-an-den-nachweis-der-kundenansaessigkeit-im-ausland-gemaess-par-15-abs-3-nr-2-buchst-b-ustg-1993-1999\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;6\/09 &#8211; Sortenwechsel als sonstige Leistung &#8211; Anforderungen an den Nachweis der Kundenans&auml;ssigkeit im Ausland gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b UStG 1993\/1999<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7957","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7957\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}