{"id":7965,"date":"2012-12-03T17:25:20","date_gmt":"2012-12-03T15:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7965"},"modified":"2012-12-03T17:25:20","modified_gmt":"2012-12-03T15:25:20","slug":"v-b-80-09-zu-den-anforderungen-an-eine-aussetzung-aufhebung-der-vollziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-80-09-zu-den-anforderungen-an-eine-aussetzung-aufhebung-der-vollziehung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;80\/09 &#8211; Zu den Anforderungen an eine Aussetzung\/Aufhebung der Vollziehung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.5.2010, V B 80\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zu den Anforderungen an eine Aussetzung\/Aufhebung der Vollziehung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) betreibt in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH) eine Druckerei. Zu ihrer Fertigung z&auml;hlen u.a. Rohlinge von Ersttagsbl&auml;ttern und Ganzsachen (Briefumschl&auml;ge, Postkarten und dergleichen mit aufgedruckten Postwertzeichen) nebst dazu geh&ouml;renden Briefmarken bzw. Druckvorlagen f&uuml;r Briefmarken. Nach dem Aufkleben bzw. dem Aufdruck der Briefmarken auf die Rohlinge der Ersttagsbl&auml;tter und Ganzsachen liefert die Beschwerdef&uuml;hrerin diese Produkte vornehmlich an die Niederlassung &#8230; (Post), die sie ihrerseits an Briefmarkensammler weiterverkauft. Dar&uuml;ber hinaus bezieht die Beschwerdef&uuml;hrerin Briefmarkenmappen und -alben, die sie vor dem Weiterverkauf mit vollst&auml;ndigen Briefmarkensammlungen best&uuml;ckt. Der Preis dieser Sammlungen und Mappen entspricht dabei dem Wert der von ihnen eingeschlossenen Postwertzeichen. Ferner betreffen die Drucksachen der Beschwerdef&uuml;hrerin sogenannte Klappkarten. Diese werden bei der Einf&uuml;hrung neuer Briefmarken von der Post im Allgemeinen an Medienvertreter ausgegeben, um &uuml;ber den Anlass f&uuml;r die Ausgabe einer neuen Briefmarke, deren Gestaltung oder daf&uuml;r verantwortliche Grafiker zu informieren. In diese Klappkarten sind dabei jeweils ein oder mehrere Exemplare der neu ausgegebenen Briefmarke eingeklebt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der Beschwerdef&uuml;hrerin durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung &auml;nderte der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre (1997 bis 2000) und besteuerte die Ums&auml;tze der Beschwerdef&uuml;hrerin aus der Lieferung von Ersttagsbl&auml;ttern, Ganzsachen, Klappkarten, Briefmarkenmappen und -alben nicht mehr mit dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz aus &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993\/1999 (UStG), sondern mit dem Regelsteuersatz. &Uuml;ber den Einspruch gegen die Bescheide hat das FA noch nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) lehnte, nach Ablehnung des entsprechenden Antrags durch das FA, den Antrag auf Aufhebung der Vollziehung der Umsatzsteuerbescheide ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG im Wesentlichen aus, es best&auml;nden keine ernsthaften Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheide. Die Ums&auml;tze der Beschwerdef&uuml;hrerin seien weder von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. Nr. 49 Buchst. a der Anlage noch von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. Nr. 49 Buchst. f der Anlage erfasst. &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. Nr. 49 Buchst. f der Anlage finde keine Grundlage im Gemeinschaftsrecht und sei deshalb richtlinienkonform eng auszulegen. Die in Nr. 49 Buchst. f der Anlage genannten Briefmarken, Ersttagsbl&auml;tter, Ganzsachen und dergleichen setzten voraus, dass sie als Postwertzeichen zur Abgeltung von Postdienstleistungen gewidmet seien. Die Herausgabe neuer Postwertzeichen mit dem Aufdruck &quot;Deutschland&quot; sei gem&auml;&szlig; &sect; 43 Abs. 1 des Postgesetzes (PostG) i.d.F. des Gesetzes vom 22. Dezember 1997 (BGBl I, 3294) dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorbehalten. Auch die Vervielf&auml;ltigung und Verwendung der vom BMF herausgegebenen Postwertzeichen zur Abgeltung von Postdienstleistungen bed&uuml;rfe gem&auml;&szlig; &sect; 43 Abs. 2 Satz 1 PostG dessen Erlaubnis. Der Verkauf neu herausgegebener Postwertzeichen k&ouml;nne deshalb erstmals nur durch die Post oder andere Anbieter von Postdienstleistungen, die f&uuml;r die Erlaubnis zur Verwendung von herausgegebenen Postwertzeichen gegen&uuml;ber dem BMF gem&auml;&szlig; &sect; 43 Abs. 2 Satz 2 PostG Geb&uuml;hren und Auslagen zu entrichten h&auml;tten, erfolgen. Durch die Lieferung der Auflagenproduktion von Postwertzeichen an die Post entst&auml;nden noch keine amtlichen Postwertzeichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem habe die Beschwerdef&uuml;hrerin die Briefmarken, Ersttagsbl&auml;tter und Ganzsachen auch nicht als Sammlungsst&uuml;cke an die Post geliefert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Klappkarten gelte nichts anderes. Sie seien nicht als B&uuml;cher, Zeitungen oder andere Erzeugnisse des grafischen Gewerbes i.S. von Nr. 49 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG anzusehen, weil ihnen &uuml;ber die aufgedruckten oder aufgeklebten Briefmarken hinaus kein eigener Produktcharakter zukomme. Die Post habe sie nicht wegen ihres Informationsgehaltes bezogen. Au&szlig;erdem h&auml;tten die Klappkarten, soweit sie auf instruktiven Informationen aufgebaut seien, &uuml;berwiegend Werbecharakter. Das aber schlie&szlig;e die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 i.V.m. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zugelassenen Beschwerde macht die Beschwerdef&uuml;hrerin im Wesentlichen geltend, eine richtlinienkonforme enge Auslegung einer Norm komme nur in Betracht, wenn sie bei weiter Auslegung gegen gemeinschaftsrechtliche Vorgaben versto&szlig;e, diesen bei enger Auslegung aber entspreche. Auch die vom FG vertretene enge Auslegung, der zufolge Briefmarken u.&auml;. eine entsprechende Widmung voraussetze, f&uuml;hre nicht zur Richtlinienkonformit&auml;t der Nr. 49 Buchst. f der Anlage. Die Auslegung durch das FG f&uuml;hre lediglich dazu, dass ihr, der Beschwerdef&uuml;hrerin, entgegen dem Wortlaut der Nr. 49 Buchst. f die M&ouml;glichkeit genommen werde, sich auf das ihr g&uuml;nstigere nationale Recht zu berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff der &quot;Briefmarke&quot; finde sich auch in der Kombinierten Nomenklatur (KN), auf die Nr. 49 Buchst. f der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG verweise, und sei daher zollrechtlich auszulegen. Der auch f&uuml;r das Umsatzsteuerrecht ma&szlig;gebende Begriff &quot;Briefmarke&quot; setze weder eine Widmung noch eine amtliche Ausgabe voraus, sondern verlange nur die potentielle Eignung der Briefmarke, die Zahlung des Bef&ouml;rderungsentgelts nachzuweisen. Da ihre Produkte diese Voraussetzung erf&uuml;llten, k&ouml;nnten sie auch Sammlungsst&uuml;cke darstellen. Ob die Post sie f&uuml;r eigene Sammlungszwecke verwende, sei unerheblich. Entscheidend sei insoweit die Verkehrsauffassung und die Tatsache, dass die Lieferungen an die Versandstelle f&uuml;r Sammlermarken erfolgten und damit f&uuml;r den Sammlermarkt bestimmt seien. Bei den Ersttagsbl&auml;ttern, Ganzsachen und Briefmarkenalben handele es sich ohnehin um Sammlungsst&uuml;cke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Klappkarten komme es nicht darauf an, ob die Post diese &auml;hnlich einem Buch, einer Zeitung oder einer &auml;hnlichen Publikation wegen des Informationsgehalts des Textes bezogen habe. Den Klappkarten komme nach der Verkehrsauffassung Informationsgehalt zu, weil sie an Medienvertreter ausgegeben w&uuml;rden, um &uuml;ber den Anlass f&uuml;r die Herausgabe einer neuen Briefmarke, deren Gestaltung oder &uuml;ber den verantwortlichen Grafiker zu unterrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es sei auch unzutreffend, dass die Klappkarten &uuml;berwiegend Werbezwecken dienten. Das scheide schon deshalb aus, weil Briefmarken kein Produkt der Post seien, sondern ein Nachweis f&uuml;r eine Entgeltzahlung. F&uuml;r Briefmarken bed&uuml;rfe es auch keiner Werbung, weil die Inanspruchnahme typischer Postdienstleistungen zwingend die Verwendung von Briefmarken voraussetze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 FGO statthafte Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet. Es bestehen ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Bescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig, weil das FG die Beschwerde gegen seine Entscheidung im Verfahren &uuml;ber die Aussetzung der Vollziehung (AdV) gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 2 FGO zugelassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist auch begr&uuml;ndet. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO soll das FG die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts auf Antrag u.a. dann aussetzen, wenn ernstliche Zweifel an dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit bestehen. Ist &#8211;wie im Streitfall durch Zahlung der Steuerschuld&#8211; der Verwaltungsakt schon vollzogen, tritt an die Stelle der AdV die Aufhebung der Vollziehung (&sect; 69 Abs. 2 Satz 7 FGO). Der Antrag kann schon vor Erhebung der Klage gestellt werden (&sect; 69 Abs. 3 Satz 2 FGO). Ernstliche Zweifel in diesem Sinn sind anzunehmen, wenn bei &uuml;berschl&auml;giger Pr&uuml;fung des angefochtenen Verwaltungsakts im Aussetzungsverfahren neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Gr&uuml;nden gewichtige, gegen sie sprechende Umst&auml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen bewirken oder Unklarheiten in der Beurteilung der Tatfragen aufwerfen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. M&auml;rz 2006 V B 156\/05, BFH\/NV 2006, 1527, m.w.N.). Derartige Zweifel bestehen vorliegend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat seine Entscheidung zwar sehr eingehend begr&uuml;ndet und gewichtige Argumente f&uuml;r seine Auffassung angef&uuml;hrt. Demgegen&uuml;ber hat die Beschwerdef&uuml;hrerin aber Ausf&uuml;hrungen gemacht, die nicht von vornherein als unbeachtlich angesehen werden k&ouml;nnen. Sie hat n&auml;her ausgef&uuml;hrt, warum ihrer Auffassung nach das Gemeinschaftsrecht keine enge Auslegung der Beg&uuml;nstigungsnorm gebiete und ihr eine unangemessen enge Auslegung die Berufung auf das f&uuml;r sie g&uuml;nstigere nationale Recht verwehre. Sie hat auch ausgef&uuml;hrt, weshalb ihre Produkte den Begriff der Briefmarke erf&uuml;llten und dargelegt, weshalb sich die Definition nicht auf das deutsche PostG st&uuml;tzen k&ouml;nne. Schlie&szlig;lich hat sie auch zu den zollrechtlichen Aspekten der Streitfrage Stellung bezogen. Das FG hat sich in seinem Beschluss umfassend mit der Argumentation der Beschwerdef&uuml;hrerin auseinandergesetzt. Die von der Beschwerdef&uuml;hrerin aufgeworfenen Fragen k&ouml;nnen aber im vorliegenden Verfahren, das nur eine summarische Pr&uuml;fung gebietet, nicht abschlie&szlig;end beurteilt werden. Es gen&uuml;gt, dass sowohl f&uuml;r das eine als auch f&uuml;r das andere Ergebnis gewichtige Gr&uuml;nde sprechen und somit den Zweifeln an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerbescheide das Merkmal der Ernstlichkeit nicht bestritten werden kann. Eine &uuml;berwiegende Erfolgsaussicht des Rechtsmittels ist zur Aussetzung gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 FGO nicht zu fordern (BFH-Beschl&uuml;sse vom 3. Dezember 2001 XI B 84\/01, BFH\/NV 2002, 482; vom 5. November 1998 VIII B 74\/98, BFH\/NV 1999, 468; vom 12. Oktober 1988 VIII S 31\/85, BFH\/NV 1989, 445; vom 24. Oktober 1967 II B 17\/67, BFHE 90, 532, BStBl II 1968, 229, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.5.2010, V B 80\/09 Zu den Anforderungen an eine Aussetzung\/Aufhebung der Vollziehung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) betreibt in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH) eine Druckerei. Zu ihrer Fertigung z&auml;hlen u.a. 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