{"id":7970,"date":"2012-12-03T17:25:15","date_gmt":"2012-12-03T15:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7970"},"modified":"2012-12-03T17:25:15","modified_gmt":"2012-12-03T15:25:15","slug":"xi-r-78-07-versagung-des-vorsteuerabzugs-im-umsatzsteuerkarussell-beim-sog-buffer-ii-ueberpruefung-der-beweiswuerdigung-des-fg-im-revisionsverfahren-beruecksichtigung-neuen-tatsaechlichen-vorbringens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-78-07-versagung-des-vorsteuerabzugs-im-umsatzsteuerkarussell-beim-sog-buffer-ii-ueberpruefung-der-beweiswuerdigung-des-fg-im-revisionsverfahren-beruecksichtigung-neuen-tatsaechlichen-vorbringens\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;78\/07 &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs im Umsatzsteuerkarussell beim sog. &quot;Buffer II&quot; &#8211; &Uuml;berpr&uuml;fung der Beweisw&uuml;rdigung des FG im Revisionsverfahren &#8211; Ber&uuml;cksichtigung neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Revisionsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2010, XI R 78\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Versagung des Vorsteuerabzugs im Umsatzsteuerkarussell beim sog. &quot;Buffer II&quot; &#8211; &Uuml;berpr&uuml;fung der Beweisw&uuml;rdigung des FG im Revisionsverfahren &#8211; Ber&uuml;cksichtigung neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Revisionsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, die 1997 gegr&uuml;ndet und ins Handelsregister eingetragen wurde. Das Stammkapital betrug 50.000 DM. Alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war X, der daneben die Firma X, Beschriftungen\/Siebdruck betrieb. Gegenstand des Unternehmens war lt. Gewerbeanmeldung und Gesellschaftsvertrag der Handel mit Computerteilen. Das Gesch&auml;ft wurde mit zwei Angestellten &#8211;Y und Z&#8211; gef&uuml;hrt. W&auml;hrend X f&uuml;r die finanzielle Abwicklung der einzelnen Gesch&auml;fte verantwortlich war, waren Y und Z f&uuml;r den laufenden Gesch&auml;ftsbetrieb zust&auml;ndig. Z hatte im Gegensatz zu Y, der dies nicht wollte, eine umfassende Vertretungsmacht f&uuml;r den Handel mit Computerprozessoren (CPU).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor ihrer T&auml;tigkeit bei der Kl&auml;gerin waren Y und Z bei der Firma A besch&auml;ftigt. Die Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse endeten, nachdem der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer dieser Firma wegen Steuerhinterziehung inhaftiert worden war. Davor hatte Y bereits bei Computerfirmen im Vertrieb gearbeitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Pr&uuml;fung der Steuerfahndungsstelle erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 4. Juli 2003 ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1999 und 2000 sowie am 7. Juli 2003 ge&auml;nderte Bescheide &uuml;ber die Festsetzungen der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen f&uuml;r die Monate Januar und Februar 2001, welche zwischenzeitlich durch den Jahressteuerbescheid 2001 vom 11. Oktober 2006 ersetzt wurden. Hintergrund waren Feststellungen der Steuerfahndung, wonach die Kl&auml;gerin in den Streitjahren erhebliche nichtabzugsf&auml;hige Vorsteuern geltend gemacht hatte. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Betr&auml;ge: 20.071.462,08 DM im Jahr 1999, 20.777.535,11 DM im Jahr 2000 und 2.095.858,12 DM bei den Voranmeldungen f&uuml;r die Monate Januar und Februar 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Ermittlungen der Steuerfahndung hat sich die Kl&auml;gerin an einem betr&uuml;gerischen europaweiten Umsatzsteuerkarussell beteiligt. Dabei werden Waren aus einem anderen Mitgliedstaat an einen Erwerber im Inland steuerfrei geliefert. Der Erwerber (sog. &quot;Missing Trader&quot;) ver&auml;u&szlig;ert die Ware mit einem geringen Aufschlag an einen Abnehmer (sog. &quot;Buffer I&quot;), der den in der Rechnung des &quot;Missing Trader&quot; ausgewiesenen Steuerbetrag als Vorsteuer abzieht. Der &quot;Missing Trader&quot; zahlt &#8211;wie von vornherein beabsichtigt&#8211; keine Umsatzsteuer und ist nicht zu belangen, weil er nicht auffindbar ist. Der &quot;Buffer I&quot; ver&auml;u&szlig;ert die Ware an einen sog. &quot;Buffer II&quot; Die Waren werden schlie&szlig;lich nach dem Vorsteuerabzug durch den &quot;Buffer II&quot; von diesem an einen Exporteur (sog. Distributor) ver&auml;u&szlig;ert, der sie wieder steuerfrei in den Ausgangsmitgliedstaat liefert und die ihm berechnete Umsatzsteuer als Vorsteuer abzieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen der Steuerfahndung nahm die Kl&auml;gerin&nbsp;&nbsp;innerhalb des Karussells die Stellung eines sog. &quot;Buffer II&quot; ein. Sie bezog dabei ihre Waren nahezu ausschlie&szlig;lich von einem anderen &quot;Buffer&quot;, der Firma B, und verkaufte die erworbenen Computerteile an weitere, an dem Karussell als sog. Distributoren beteiligte Firmen, insbesondere auch an die Firma C. Hierbei war es nach Ermittlungen der Steuerfahndung zu Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufen derselben Ware gekommen. Auch nach den Feststellungen im Urteil der 3. Strafkammer des Landgerichts L gegen Verantwortliche der Firma B war die Kl&auml;gerin an einem Umsatzsteuerkarussell beteiligt. Ein deswegen gegen X eingeleitetes Ermittlungsverfahren wurde mit Verf&uuml;gung vom 21. M&auml;rz 2003 nach &sect; 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung (StPO) eingestellt; das Verfahren gegen Z wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von 2.500 EUR nach &sect; 153a StPO eingestellt. Das Verfahren gegen Y wurde nach dessen Tod gleichfalls eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die ge&auml;nderten Bescheide erhob die Kl&auml;gerin eine Unt&auml;tigkeitsklage. W&auml;hrend des Klageverfahrens wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit dem am 1. Oktober 2007 verk&uuml;ndeten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab und lie&szlig; die Revision zu. Die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 574 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Infolge der m&uuml;ndlichen Verhandlungen beim FG ergingen im Wege einer teilweisen Abhilfe des FA am 22. Oktober 2007 ge&auml;nderte Umsatzsteuerjahresbescheide f&uuml;r die Jahre 1999, 2000 und 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision beruft sich die Kl&auml;gerin im Wesentlichen darauf, dass das FA die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zum rechtsmissbr&auml;uchlich erschlichenen Vorsteuerabzug bei Beteiligung an Karussellgesch&auml;ften f&uuml;r die hier erstmals zu entscheidende Fallgestaltung &uuml;berinterpretiert habe. Sie habe als sog. &quot;Buffer II&quot; keinen Kontakt zur &quot;Missing Trader&quot;-Ebene gehabt und sei ihren steuerlichen Verpflichtungen mit im Pr&uuml;fungszeitraum angemeldeter und abgef&uuml;hrter Umsatzsteuer von ca. 43,5 Mio. DM und vollst&auml;ndiger Gewinnversteuerung sorgf&auml;ltig nachgekommen. Die Firma B als Hauptlieferant habe die aus den Ausgangsrechnungen an sie resultierende Umsatzsteuer gleichfalls angemeldet und abgef&uuml;hrt, auch wenn die Vorsteuer aus den Rechnungen der &quot;missing trader&quot; zu Unrecht in Anspruch genommen worden sei. Zu einer strafrechtlichen Verurteilung sei es nicht gekommen. In dieser Konstellation den Vorsteuerabzug wegen rechtsmissbr&auml;uchlichen Verhaltens des Steuerpflichtigen zu versagen, sei insbesondere mit dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer nach Art. 17 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) unvereinbar. In verfassungsrechtlicher Hinsicht sei insoweit neben der in Art. 14 des Grundgesetzes (GG) verankerten Eigentumsgarantie auch das Rechtsstaatsprinzip nach Art. 20 Abs. 3 GG im Hinblick auf die gebotene Rechtssicherheit, Rechtsklarheit und das Verbot unzul&auml;ssiger R&uuml;ckwirkung durch R&uuml;ckverlagerung des neuen &sect; 25d des Umsatzsteuergesetzes 1999 in der ab 2002 geltenden Fassung (UStG) auf einen Altsachverhalt betroffen. Ferner stelle sich die Frage, ob mit der Streichung des Vorsteuerabzugs in dieser Dimension nicht eine erdrosselnde wirtschaftliche (Straf-)Sanktion trotz fehlender Strafbarkeit verh&auml;ngt werde, welche zwar dem Wortlaut nach nicht gegen den Grundsatz &quot;nulla poena sine lege&quot; nach Art. 103 Abs. 2 GG versto&szlig;e, allerdings m&ouml;glicherweise den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz verletze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH habe bereits in seinem Urteil vom 12. Januar 2006 Rs. C-354\/03, C-355\/03 und C-484\/93 &#8211;Optigen&#8211; (Slg. 2006, I-483) gekl&auml;rt, dass das Recht eines Steuerpflichtigen auf Vorsteuerabzug nicht dadurch ber&uuml;hrt werde, dass in der Lieferkette, zu der diese Ums&auml;tze geh&ouml;rten, ein anderer Umsatz vorausgehe oder nachfolge, welcher mit einem Mehrwertsteuerbetrug behaftet sei, ohne dass der Steuerpflichtige hiervon Kenntnis habe oder haben k&ouml;nne. Das Urteil des EuGH vom 6. Juli 2006 Rs. C-439\/04 und C-440\/04 &#8211;Kittel und Recolta Recycling&#8211; (Slg. 2006, I-6161) zeige, dass nichts anderes gelte, wenn solche Ums&auml;tze im Rahmen eines vom Verk&auml;ufer begangenen Betrugs ausgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Dabei sei insbesondere das Neutralit&auml;tsprinzip zu beachten. Dies verbiete nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH eine allgemeine Differenzierung zwischen erlaubten und unerlaubten Gesch&auml;ften. Deshalb m&uuml;ssten Wirtschaftsteilnehmer, die alle Ma&szlig;nahmen getroffen h&auml;tten, die vern&uuml;nftigerweise von ihnen verlangt werden k&ouml;nnten, um sicherzustellen, dass ihre Ums&auml;tze nicht in einen Betrug einbezogen seien, auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieser Ums&auml;tze vertrauen d&uuml;rfen, ohne Gefahr zu laufen, ihr Recht auf Vorsteuerabzug zu verlieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall m&uuml;sse sie, die Kl&auml;gerin, mangels &quot;Kennenm&uuml;ssens&quot; ihres Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers, dessen strafrechtliches Ermittlungsverfahren nach &sect; 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden sei, als gutgl&auml;ubig gelten. Denn es sei der Rechtsgedanke des &sect; 69 der Abgabenordnung heranzuziehen, wonach es wegen der damit verbundenen Haftung lediglich auf die Kenntnis oder das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers ankommen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe bei seiner Beweisw&uuml;rdigung auch gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schrifts&auml;tzen vom 7. Januar 2010 und vom 12. Mai 2010 tr&auml;gt die Kl&auml;gerin erg&auml;nzend vor, dass das Vorhandensein von Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufen in diesem Verfahren &#8211;wie auch bei anderen Verfahren zu Umsatzsteuerkarussellgesch&auml;ften&#8211; eine entscheidende Rolle gespielt habe. So h&auml;tten Fehlein-sch&auml;tzungen des FA (nicht vorhandene Mehrfachdurchl&auml;ufe, nicht kriminelle Vortaten in der Kette) schon w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens zu einer Teilabhilfe der urspr&uuml;nglich zur&uuml;ckgeforderten Vorsteuerbetr&auml;ge von 10 % (insgesamt ca. 5 % des Gesamtvolumens) gef&uuml;hrt. Sie habe zwischenzeitlich Erkenntnisse gewonnen, die den Beweiswert der diese Mehrfachdurchl&auml;ufe dokumentierenden Kopien der Boxetiketten der an- und verkauften Warenpakete in Frage stellten. Diese Kopien seien aus Beweiszwecken f&uuml;r etwaige Kundenreklamationen zwar urspr&uuml;nglich in ihrem B&uuml;ro gefertigt und auch dort von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Die Steuerfahndung habe die Ermittlungsakten betreffend die nicht streitbefangenen Vorjahre 1997 und 1998 aber erst nach der m&uuml;ndlichen Verhandlung des FG vollst&auml;ndig zur&uuml;ckgegeben. Daraus ergebe sich nun folgendes Bild: Die Kopien der Vorjahre 1997 und 1998 s&auml;hen anders aus als diejenigen der Streitjahre, die als Beweismittel den Berichten der Steuerfahndung und dem FG-Urteil zugrunde gelegt worden seien. W&auml;hrend die Kopien der Vorjahre 1997 und 1998 ab Mitte 1997 wei&szlig;e Zwischenr&auml;ume zwischen den einzelnen Boxlabeln aufwiesen, seien die sonstigen Kopien aus den Streitjahren 1999 und 2000 mit schwarzen Zwischenr&auml;umen versehen. Dies sei auff&auml;llig. Denn ihr Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer habe ab Mitte 1997 auf dem Kopierger&auml;t mit Krepppapier eine &quot;Maske&quot; gefertigt, um Toner zu sparen. Ab diesem Zeitpunkt seien auf den Kopien daher nur noch wei&szlig;e Zwischenr&auml;ume zwischen den einzelnen Boxetiketten sichtbar gewesen, nicht jedoch schwarze Zwischenr&auml;ume, wie dies bei den in den Ordnern der Streitjahre befindlichen Kopien der Fall sei. Es komme hinzu, dass die in den Ordnern der Streitjahre befindlichen Kopien abweichend von der bei ihr &uuml;blichen Praxis teilweise doppelseitig seien und mehr als 3 Boxetiketten auf einer Seite enthielten, was bei den urspr&uuml;nglichen Kopien nicht der Fall gewesen sei. Ihre Recherchen h&auml;tten ergeben, dass die urspr&uuml;nglichen Kopien von den Ermittlungsbeh&ouml;rden nochmals vervielf&auml;ltigt worden seien. Die genannten Umst&auml;nde stellten den Beweiswert der f&uuml;r die Streitjahre vorhandenen Kopien in Frage. Da sie diese Erkenntnisse erst nach vollst&auml;ndiger Akteneinsicht nach dem Ende der m&uuml;ndlichen Verhandlung beim FG habe gewinnen k&ouml;nnen, sei insoweit eine neue Beweisaufnahme beim FG durchzuf&uuml;hren. Die Ber&uuml;cksichtigung neuer tats&auml;chlicher Erkenntnisse sei auch nach dem Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens beim FG ausnahmsweise &quot;im Sinne des Rechtsgedankens des &sect; 580 Nr. 2 und 7b&quot; der Zivilprozessordnung (ZPO) m&ouml;glich (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Mai 2008 XI B 211\/07). Das FG-Urteil sei insoweit aus formellen Gr&uuml;nden aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner rechtfertigten die Feststellungen des FG keine vollst&auml;ndige Versagung des Vorsteuerabzugsrechts. Denn das FG habe entsprechend den Feststellungen der Steuerfahndung nur einen Umfang an Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufen von ca. 8 % in 1999, von 15 % in 2000 und von 5,13 % in 2001 angenommen. Da die &uuml;brigen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugsrechts erf&uuml;llt seien, d&uuml;rfe die Klage allenfalls nur teilweise abgewiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich sei ggf. eine Vorlage an den EuGH nach Art. 267 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) geboten. Denn der EuGH habe &#8211;soweit ersichtlich&#8211; &uuml;ber die Anwendung der Rechtsgrunds&auml;tze seiner bisherigen Urteile zum Missbrauch des Vorsteuerabzugsrechts (EuGH-Urteile in Slg. 2006, I-483, und in Slg 2006, I-6161) beim Umsatzsteuerkarussell auf den sog. &quot;Buffer II&quot; noch nicht entschieden. Eine Abrundung der bisherigen Rechtsprechung des EuGH w&auml;re gerade im Hinblick auf die bereits dargestellten Erw&auml;gungen zur Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit und zum Grundsatz der Neutralit&auml;t der Mehrwertsteuer w&uuml;nschenswert. Au&szlig;erdem sei in diesem Zusammenhang der Begriff &quot;means of knowledge&quot; in der Rechtsprechung des EuGH insofern noch nicht abschlie&szlig;end gekl&auml;rt, als Zweifel best&uuml;nden, ob die vom Dienst der Europ&auml;ischen Union (EU) vorgenommene &Uuml;bersetzung in die deutsche Sprache mit &quot;wissen m&uuml;ssen&quot; oder &quot;wissen k&ouml;nnen&quot; zutreffend sei. Auch dies sei kl&auml;rungsbed&uuml;rftig (vgl. Weber, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2009, 834 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, das FG-Urteil aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 1999, 2000 und 2001 vom 22. Oktober 2007 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Vorsteuerbetr&auml;ge jeweils in H&ouml;he von 18.314.273 DM (9.363.939,09 EUR) in 1999, 20.032.663 DM (10.242.537,95 EUR) in 2000 und 1.833.552 DM (937.480,25 EUR) in 2001 zum Abzug zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>H&ouml;chst hilfsweise regt sie an, das Verfahren auszusetzen und im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens den EuGH anzurufen und folgende Rechtsfrage vorzulegen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Wie sind die Rechtsprechungsgrunds&auml;tze zur Versagung des Vorsteuerabzugs, wenn der Leistungsempf&auml;nger wusste oder h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass er sich an betrugsbehafteten Ums&auml;tzen beteiligt, auszulegen oder zu konkretisieren?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin f&uuml;hrt aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung des angefochtenen Urteils (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Sie ist jedoch in der Sache unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Umsatzsteuerbescheide vom 4. Juli 2003 betreffend die Streitjahre 1999 und 2000 und vom 11. Oktober 2006 zum Streitjahr 2001 entschieden. An die Stelle dieser Bescheide traten nach Verk&uuml;ndung des FG-Urteils gem&auml;&szlig; &sect; 68 Satz 1, &sect; 121 Satz 1 FGO die &Auml;nderungsbescheide vom 22. Oktober 2007. Damit liegen dem FG-Urteil nicht mehr existierende Bescheide zugrunde mit der Folge, dass auch das FG-Urteil keinen Bestand mehr haben kann (vgl. BFH-Urteil vom 6. Dezember 2007 V R 61\/05, BFHE 221, 55, BStBl II 2008, 695, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einer Zur&uuml;ckverweisung an das FG lediglich aus formalen Gr&uuml;nden nach &sect; 127 FGO bedarf es nicht, weil sich durch die &Auml;nderungsbescheide der bisherige Streitstoff nicht ver&auml;ndert hat. Der erkennende Senat entscheidet deshalb in der Sache selbst (&sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 100 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zu Recht die (objektiven) Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG bejaht und in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise einen Vorsteuerabzug wegen &quot;B&ouml;sgl&auml;ubigkeit&quot; versagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG kann der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dieser nationalen Vorschrift zu Grunde liegende Art. 17 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmt, dass das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht, wenn der Anspruch auf die abziehbare Steuer entsteht. Der Steuerpflichtige ist danach befugt, von der von ihm geschuldeten Steuer u.a. die (im Inland) geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde abzuziehen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert wurden, soweit sie f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet werden (Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall verf&uuml;gt die Kl&auml;gerin nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG &uuml;ber den formalen Anforderungen des &sect; 14 UStG gen&uuml;gende Rechnungen ihrer Lieferanten &uuml;ber die Lieferungen von CPUs. Die Lieferanten waren auch Unternehmer. Ferner sind die in den Rechnungen ausgewiesenen CPUs an die Kl&auml;gerin tats&auml;chlich geliefert und von dieser nach Ver&auml;u&szlig;erung weitergeliefert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Annahme von Lieferungen i.S. des &sect; 3 Abs. 1 UStG an die Kl&auml;gerin steht nicht entgegen, dass der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ihrer Hauptlieferantin wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden ist. Zwar ist nach der Rechtsprechung des EuGH der Begriff der Lieferung bei einem mit einem Mehrwertsteuerbetrug behafteten Umsatz nicht erf&uuml;llt (vgl. Urteil vom 21. Februar 2006 Rs. C-255\/02 &#8211;Halifax&#8211;, Slg. 2006, I-1609, Randnr. 59). Es ist aber zu ber&uuml;cksichtigen, dass jeder Umsatz in einer Lieferkette f&uuml;r sich zu betrachten ist; Ums&auml;tze, die nicht selbst mit einem Mehrwertsteuerbetrug behaftet sind, sind eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit eines Steuerpflichtigen und stellen Lieferungen dar (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-483, Randnrn. 47, 49 und 51). Die Lieferanten der Kl&auml;gerin haben nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG ihre Lieferungen in ihren Steuererkl&auml;rungen angemeldet und die Umsatzsteuer abgef&uuml;hrt, sodass diese Ums&auml;tze nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz nicht selbst mit einem Mehrwertsteuerbetrug behaftet und Lieferungen i.S. des &sect; 3 Abs. 1 UStG sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Entscheidung des FG, der Vorsteuerabzug sei gleichwohl zu versagen, h&auml;lt ebenfalls einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Anschluss an die Rechtsprechung des EuGH in den Urteilen in Slg. 2006, I-483 und in Slg. 2006, I-6161 ist nach dem BFH-Urteil vom 19. April 2007 V R 48\/04 (BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315) der Vorsteuerabzug zu versagen, wenn aufgrund objektiver Umst&auml;nde feststeht, dass der Steuerpflichtige wusste oder wissen konnte bzw. h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass er sich mit seinem Erwerb an einem Umsatz beteiligte, der in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass der Kl&auml;gerin hinsichtlich der Kenntnis oder des &quot;Kennenm&uuml;ssens&quot; der objektiven Umst&auml;nde, wonach sie an einem Umsatzsteuerkarussell beteiligt war, nicht nur das etwaige Wissen ihres Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers als ihres gesetzlichen Vertreters nach &sect; 35 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung, sondern auch das ihrer sonstigen Angestellten in analoger Anwendung von &sect; 166 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zuzurechnen ist. Dies beruht auf der Erw&auml;gung, dass derjenige, der sich zur Erf&uuml;llung seiner Verpflichtungen eines anderen bedient, nicht besser stehen darf als derjenige, der diese Verpflichtungen selbst erf&uuml;llt. Daher ist f&uuml;r die entsprechende Anwendung von &sect; 166 BGB das Bestehen eines Vertretungsverh&auml;ltnisses nicht ma&szlig;geblich (vgl. BFH-Urteile vom 29. Juli 2003 VII R 3\/01, BFHE 203, 222, und vom 26. April 1988 VII R 124\/85, BFHE 153, 463). Eine Wissenszurechnung kommt jedoch nach wertender Beurteilung nur f&uuml;r die Kenntnisse in Betracht, welche die Mitarbeiter infolge der vorgesehenen Arbeitsteilung und Organisation des Betriebs im Rahmen ihrer jeweiligen Zust&auml;ndigkeit erlangt haben (M&uuml;nchKommBGB\/Schramm, 5. Aufl., &sect; 166 Rz 20, 24, 25, und Saarl&auml;ndisches Oberlandesgericht, Urteil vom 31. Januar 2006&nbsp;&nbsp;4 U 423\/04, OLG-Report Saarbr&uuml;cken 2006, 944, Rz 48, m.w.N.) oder h&auml;tten erlangen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG festgestellt, dass X f&uuml;r die finanzielle Abwicklung der einzelnen Gesch&auml;fte verantwortlich war; f&uuml;r den laufenden Gesch&auml;ftsbetrieb seien hingegen Y und Z zust&auml;ndig gewesen. Z hatte dar&uuml;ber hinaus umfassende Vertretungsmacht f&uuml;r den Handel mit CPUs. Y war zwar nicht vertretungsberechtigt, hat aber nach eigenem Vortrag des X den Betrieb tats&auml;chlich gef&uuml;hrt, d.h. X hat sich seiner im rechtsgesch&auml;ftlichen Verkehr wie eines Vertreters bedient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Umst&auml;nde rechtfertigen die Annahme des FG, der Kl&auml;gerin sei auch ein &quot;Wissenm&uuml;ssen&quot; des Y und der Z zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die W&uuml;rdigung des FG, Y und Z h&auml;tten zumindest wissen m&uuml;ssen, dass die Kl&auml;gerin sich mit ihrem jeweiligen Erwerb an einem Umsatz beteiligt habe, der in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen gewesen sei, liegt im Wesentlichen auf tats&auml;chlichem Gebiet (vgl. BFH-Urteil in BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315, unter II.3.a). Die Beweisw&uuml;rdigung des FG kann im Revisionsverfahren nur darauf &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob Verst&ouml;&szlig;e gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze vorgekommen sind; die W&uuml;rdigung des FG muss denkgesetzlich m&ouml;glich, jedoch nicht die einzig in Betracht kommende sein (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 23. November 1995 IV R 75\/94, BFHE 179, 307, BStBl II 1996, 194).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG seine &Uuml;berzeugung, Y und Z h&auml;tten von der Einbeziehung der umstrittenen Ums&auml;tze in einen Mehrwertsteuerbetrug wissen m&uuml;ssen, nach Durchf&uuml;hrung umfangreicher Beweisaufnahmen aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens (&sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO) gewonnen. Es hat im Wege einer Gesamtbetrachtung darauf abgestellt, dass Y und Z von Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufen der CPUs Kenntnis gehabt h&auml;tten, Y insoweit auch ein &quot;Problembewusstsein&quot; gehabt habe und dass bei den unter den &quot;Original-Equipment-Manufacturer&quot;-Preisen liegenden Einkaufspreisen schnell &#8211;und wegen der festen Gewinnaufschlagss&auml;tze und der festen Lieferbeziehungen&#8211; praktisch ohne Risiko hohe Ums&auml;tze und Gewinne erzielt worden seien. Die W&uuml;rdigung des FG, diese Umst&auml;nde h&auml;tten einen ordentlichen Kaufmann misstrauisch machen m&uuml;ssen, h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung am oben dargestellten Ma&szlig;stab stand:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Einen Verfahrensfehler des FG hat die Kl&auml;gerin nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Soweit sie die Verletzung der dem FG von Amts wegen obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect; 76 Abs. 1 FGO wegen des Unterlassens der Einvernahme der Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fer als Zeugen r&uuml;gt, hat sie die R&uuml;ge nicht in zul&auml;ssiger Weise erhoben, weil sie nicht hinreichend dargetan hat, weshalb sich dem FG die Einvernahme dieser Zeugen h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28. Juli 2004 IX B 136\/03, BFH\/NV 2005, 43, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Annahme des FG, angesichts der festgestellten Tatsachen habe die Einholung von Bankausk&uuml;nften und Handelsregisterausz&uuml;gen zu Beginn der Gesch&auml;ftsbeziehung nicht ausgereicht, um die Beteiligung an einer Umsatzsteuerhinterziehung auszuschlie&szlig;en, steht nicht im Widerspruch zu Erfahrungss&auml;tzen oder Denkgesetzen, sondern ist denkgesetzlich m&ouml;glich und nachvollziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ein Versto&szlig; der angefochtenen Entscheidung gegen einen Erfahrungssatz l&auml;sst sich auch nicht daraus ableiten, dass das FG M&uuml;nchen in seinem zu einem Umsatzsteuerkarussell ergangenen Urteil vom 8. Februar 2007&nbsp;&nbsp;14 K 1898\/04 (EFG 2007, 881) Mehrfachdurchl&auml;ufen von 2 % keine ausreichende Indizwirkung f&uuml;r ein &quot;Wissenm&uuml;ssen&quot; beigemessen hat. Denn anders als dort hat das FG im Streitfall nicht allein auf das Vorhandensein und die Kenntnis der Angestellten von Mehrfachdurchl&auml;ufen, sondern zus&auml;tzlich darauf abgestellt, dass Y aufgrund seiner Branchenkenntnisse die Mehrfachdurchl&auml;ufe als Problem erkannt und deshalb auf diese ungehalten reagiert, aber gleichwohl an der Lieferfirma festgehalten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auch der Hinweis der Kl&auml;gerin, dass mehrere Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fungen bei ihr zu keinen Beanstandungen gef&uuml;hrt h&auml;tten, rechtfertigt es nicht, die W&uuml;rdigung des FG, Y und Z h&auml;tten von der Einbeziehung der umstrittenen Ums&auml;tze in einen Mehrwertsteuerbetrug wissen m&uuml;ssen, zu beanstanden. Denn diese Sonderpr&uuml;fungen haben sich auf das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs nach &sect; 15 UStG und die korrekte Versteuerung der eigenen Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin und nicht auf eine eventuelle &quot;B&ouml;sgl&auml;ubigkeit&quot; ihres Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers und ihrer Angestellten bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Auch das Vorbringen der Kl&auml;gerin in ihren nach Ablauf der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist eingegangenen Schrifts&auml;tzen vermag der Revision nicht zum Erfolg zu verhelfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus &sect; 118 Abs. 2 FGO wird der Rechtsgrundsatz abgeleitet, dass neues tats&auml;chliches Vorbringen zu den materiell-rechtlichen Voraussetzungen des geltend gemachten Rechts im Revisionsverfahren nicht ber&uuml;cksichtigt werden kann. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz gilt u.a. zwar im Hinblick auf Tatsachen, deren Beachtung sonst im Wege der Restitutionsklage gegen das Urteil des FG durchgesetzt werden k&ouml;nnte (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 5. Oktober 1999 VII R 152\/97, BFHE 191, 140, BStBl II 2000, 93, m.w.N.). Dieser Ausnahmetatbestand liegt im Streitfall aber nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Nach &sect; 134 FGO i.V.m. &sect; 580 Nr. 2 ZPO findet eine Restitutionsklage statt, wenn eine Urkunde, auf die das Urteil gegr&uuml;ndet ist, f&auml;lschlich angefertigt oder verf&auml;lscht war. Daf&uuml;r ist nach &sect; 581 Abs. 1 ZPO aber Voraussetzung, dass wegen der Straftat eine rechtskr&auml;ftige Verurteilung ergangen ist oder dass die Einleitung oder Durchf&uuml;hrung eines Strafverfahrens aus anderen Gr&uuml;nden als wegen Mangels an Beweis nicht erfolgen kann. Die Kl&auml;gerin hat zwar ausgef&uuml;hrt, dass sie eine F&auml;lschung der von ihr angefertigten Kopien f&uuml;r m&ouml;glich h&auml;lt, sie hat aber nicht dargelegt, dass deswegen eine Verurteilung erfolgt ist oder die weiteren Voraussetzungen des &sect; 581 Abs. 1 ZPO erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus ist nach &sect; 582 ZPO die Restitutionsklage nur zul&auml;ssig, wenn die Partei ohne ihr Verschulden au&szlig;erstande war, den Restitutionsgrund in dem fr&uuml;heren Verfahren geltend zu machen. Im Streitfall h&auml;tte die Kl&auml;gerin schon im Klageverfahren auf die unterschiedliche Art der Kopien und die daraus von ihr gezogene Schlussfolgerung einer F&auml;lschung aufmerksam machen k&ouml;nnen. Denn nicht nur in den Aktenordnern f&uuml;r die Jahre 1997 und 1998, sondern auch in den vom FG zum Verfahren beigezogenen Akten f&uuml;r das Streitjahr 1999 haben sich Kopien mit wei&szlig;en Zwischenr&auml;umen befunden (vgl. Seite 4 des Schriftsatzes der Kl&auml;gerin vom 7. Januar 2010).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Auch der Restitutionsgrund des &sect; 580 Nr. 7 Buchst. b ZPO liegt nicht vor. Danach findet die Restitutionsklage statt, wenn die Partei eine andere Urkunde auffindet oder zu benutzen in den Stand gesetzt wird, die eine ihr g&uuml;nstigere Entscheidung herbeigef&uuml;hrt haben w&uuml;rde. Im Streitfall ist nicht ersichtlich, dass die unterschiedliche Art der Kopien in den Aktenordnern der Jahre 1997 und 1998 gegen&uuml;ber den Kopien in den Aktenordnern f&uuml;r die Streitjahre zu einer g&uuml;nstigeren Entscheidung f&uuml;r die Kl&auml;gerin gef&uuml;hrt h&auml;tte. Denn das FG hat seine Entscheidung &uuml;ber die Kenntnis der Angestellten der Kl&auml;gerin von Mehrfachdurchl&auml;ufen nicht aus einem bestimmten Prozentsatz von Mehrfachdurchl&auml;ufen abgeleitet, der sich aus den Kopien der Boxetiketten ergab. Es hat seine &Uuml;berzeugung vielmehr auf die Aussagen mehrerer Zeugen &uuml;ber die Mehrfachdurchl&auml;ufe und die Reaktion des Y darauf sowie auf die eigenen Aussagen des Y und der Z gest&uuml;tzt (vgl. Seite 16 des Urteils).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem war die Kl&auml;gerin auch nicht ohne ihr Verschulden au&szlig;erstande, bereits im Klageverfahren auf die Unterschiede bei den Kopien hinzuweisen, da sich &#8211;wie oben ausgef&uuml;hrt&#8211; Kopien mit wei&szlig;en Zwischenr&auml;umen auch in den im Klageverfahren beigezogenen Akten f&uuml;r das Streitjahr 1999 befunden haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Begehren der Kl&auml;gerin, zumindest teilweise weitere Vorsteuerbetr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen, ist nicht gerechtfertigt. Soweit die Kl&auml;gerin zur Begr&uuml;ndung auf die Prozents&auml;tze der Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufe verweist, ist dies f&uuml;r die H&ouml;he der abziehbaren Vorsteuern nicht entscheidungserheblich. Denn der Vorsteuerabzug ist nicht nur bei Doppel- und Mehrfachdurchl&auml;ufen zu versagen, sondern bei allen Gesch&auml;ften, bei denen der Steuerpflichtige wusste, wissen konnte oder h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass er sich mit seinem Erwerb an einem Umsatz beteiligt, der in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen ist (vgl. oben unter II.2.b aa). Dazu hat das FG festgestellt, dass bei s&auml;mtlichen Liefervorg&auml;ngen, bei denen die Vorsteuer nicht zum Abzug zugelassen worden ist, Lieferanten involviert waren, bei denen die &quot;Missing-Trader-Eigenschaft&quot; feststeht (Seite 15 des Urteils). An diese Feststellung ist der Senat mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Verfahrensr&uuml;gen gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit die Kl&auml;gerin ausf&uuml;hrt, wegen ihrer relativ entfernten Stellung zum sog. &quot;Missing Trader&quot; als sog. &quot;Buffer II&quot; sei die Versagung des Vorsteuerabzugsrechts im Streitfall unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und versto&szlig;e gegen das Prinzip der Rechtssicherheit, kann ihr Vortrag schon deshalb keinen Erfolg haben, weil diese Rechtsfolge als Ausnahme von dem Neutralit&auml;tsprinzip im Einklang mit der zitierten einschl&auml;gigen Rechtsprechung des EuGH zur Versagung des Vorsteuerabzugsrechts bei einer Beteiligung des Unternehmens an einem betr&uuml;gerischen Umsatzsteuerkarussell steht (vgl. EuGH-Urteile in Slg. 2006, I-483, und in Slg. 2006, I-6161).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Es besteht auch keine Veranlassung, den EuGH erneut nach Art. 267 AEUV im Wege eines Vorabentscheidungsersuchens anzurufen. Denn entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin hat der EuGH bereits ausdr&uuml;cklich gekl&auml;rt, dass ein Missbrauch des Vorsteuerabzugsrechts auch gegeben sein kann, wenn &quot;ein anderer Umsatz, der dem vom Steuerpflichtigen get&auml;tigten Umsatz vorausgeht oder nachfolgt, mit einem Mehrwertsteuerbetrug behaftet ist&quot; und &quot;dieser Steuerpflichtige hiervon Kenntnis hat oder haben kann&quot; (EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-483). Diese Formulierung umfasst auch Eingangsbez&uuml;ge des sog. &quot;Buffer II&quot;, der nicht in einer unmittelbaren Lieferbeziehung zum sog. &quot;Missing Trader&quot; steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zweifel an der Auslegung des f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls ma&szlig;geblichen Gemeinschaftsrechts ergeben sich auch nicht aus dem Hinweis der Kl&auml;gerin auf den Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 7. Juli 2009&nbsp;&nbsp;1 StR 41\/09 (Deutsches Steuerrecht 2009, 1688) zur Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung bei kollusivem Zusammenwirken der Beteiligten zur Hinterziehung von Mehrwertsteuer im Mitgliedstaat des Erwerbers. Die Rechtsfragen in dem vom BGH vorgelegten Fall sind mit denen des Streitfalls nicht vergleichbar. Denn dort ist nicht der Vorsteuerabzug, sondern die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung streitig, wenn feststeht, dass die Lieferung tats&auml;chlich in einen anderen Mitgliedstaat erfolgt ist, so dass der steuerliche Schaden &#8211;anders als im Streitfall&#8211; allein im Ausland eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin ausf&uuml;hrt, es sei zweifelhaft, ob die vom &Uuml;bersetzungsdienst der EU vorgenommene &Uuml;bersetzung von &quot;means of knowledge&quot; in die deutsche Sprache mit &quot;wissen m&uuml;ssen&quot; oder &quot;wissen k&ouml;nnen&quot; zutreffend sei (vgl. hierzu Weber, UR 2009, 834 ff.), ist nicht dargetan oder ersichtlich, inwiefern diese begriffliche Unterscheidung im Streitfall erheblich sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2010, XI R 78\/07 Versagung des Vorsteuerabzugs im Umsatzsteuerkarussell beim sog. &quot;Buffer II&quot; &#8211; &Uuml;berpr&uuml;fung der Beweisw&uuml;rdigung des FG im Revisionsverfahren &#8211; Ber&uuml;cksichtigung neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Revisionsverfahren Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, die 1997 gegr&uuml;ndet und ins Handelsregister eingetragen wurde. Das Stammkapital betrug 50.000 DM. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-78-07-versagung-des-vorsteuerabzugs-im-umsatzsteuerkarussell-beim-sog-buffer-ii-ueberpruefung-der-beweiswuerdigung-des-fg-im-revisionsverfahren-beruecksichtigung-neuen-tatsaechlichen-vorbringens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;78\/07 &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs im Umsatzsteuerkarussell beim sog. &quot;Buffer II&quot; &#8211; &Uuml;berpr&uuml;fung der Beweisw&uuml;rdigung des FG im Revisionsverfahren &#8211; Ber&uuml;cksichtigung neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Revisionsverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7970"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7970\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}