{"id":7972,"date":"2012-12-03T17:25:22","date_gmt":"2012-12-03T15:25:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7972"},"modified":"2012-12-03T17:25:22","modified_gmt":"2012-12-03T15:25:22","slug":"x-b-163-09-aussetzung-des-verfahrens-als-ermessensentscheidung-ermessensnichtgebrauch-als-verfahrensfehler-eigenstaendigkeit-der-gewerbeertragsermittlung-in-guetergemeinschaft-lebende-ehegatten-als-mi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-163-09-aussetzung-des-verfahrens-als-ermessensentscheidung-ermessensnichtgebrauch-als-verfahrensfehler-eigenstaendigkeit-der-gewerbeertragsermittlung-in-guetergemeinschaft-lebende-ehegatten-als-mi\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;163\/09 &#8211; Aussetzung des Verfahrens als Ermessensentscheidung &#8211; Ermessensnichtgebrauch als Verfahrensfehler &#8211; Eigenst&auml;ndigkeit der Gewerbeertragsermittlung &#8211; In G&uuml;tergemeinschaft lebende Ehegatten als Mitunternehmer eines Betriebs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.5.2010, X B 163\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Aussetzung des Verfahrens als Ermessensentscheidung &#8211; Ermessensnichtgebrauch als Verfahrensfehler &#8211; Eigenst&auml;ndigkeit der Gewerbeertragsermittlung &#8211; In G&uuml;tergemeinschaft lebende Ehegatten als Mitunternehmer eines Betriebs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und die Beigeladene sind nach niederl&auml;ndischem Recht mit dem im Regelfall vereinbarten G&uuml;terstand des sog. Gesamtguts verheiratet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger meldete im Jahr 1983 die &Uuml;bernahme des Chinarestaurants X in A an. Sowohl den Fragebogen zur Gewerbeanmeldung als auch alle folgenden mit dem Betrieb des Restaurantgewerbes zusammenh&auml;ngenden Steuererkl&auml;rungen, in denen der Kl&auml;ger als Einzelunternehmer bezeichnet wurde, wurden von ihm allein unterzeichnet. Zum 31. M&auml;rz 1998 meldete der Kl&auml;ger den Gewerbebetrieb ab und verlegte mit seiner Ehefrau den Wohnsitz nach Belgien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1993 erwarb der Kl&auml;ger zum Gesamtgut der mit der Beigeladenen bestehenden G&uuml;tergemeinschaft ein unbebautes Grundst&uuml;ck, auf dem eine 1994 fertiggestellte Doppelhaush&auml;lfte in einer Ferienanlage errichtet wurde, die durch die GbR B, einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts, zu der sich die Eigent&uuml;mer der Ferienanlage zusammengeschlossen hatten, verwaltet und bewirtschaftet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gewinne aus dem Restaurantbetrieb wurden gesondert festgestellt und in den Jahren 1986 bis 1997 jeweils allein dem Kl&auml;ger zugerechnet. In den Streitjahren ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die im Rahmen des Restaurantbetriebs geltend gemachten Verluste aus dem Objekt B nicht und nahm im Jahr 1994 zus&auml;tzlich wegen ungekl&auml;rter Privateinlagen Zusch&auml;tzungen zum Gewinn vor. Das FA setzte in den beiden Bescheiden vom 28. Januar 1997 den einheitlichen Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r das Jahr 1994 auf 172 DM und f&uuml;r das Jahr 1995 auf 783 DM fest. Die Bescheide ergingen unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg, der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung blieb bestehen. Im Klageverfahren ging es im Wesentlichen um die Frage, inwieweit eine Zuordnung der Aktivit&auml;ten der Ferienanlage B zum Restaurantbetrieb m&ouml;glich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsstreit wurde mit Beschluss des Finanzgerichts (FG) vom 29. Januar 2002 im Hinblick auf das Verfahren zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Eink&uuml;nfte der Verwaltungsgesellschaft B ausgesetzt. Dieses Verfahren wurde durch den Erlass inzwischen bestandskr&auml;ftiger &Auml;nderungsbescheide unter dem 14. Mai 2007 &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Verwaltungsgesellschaft B abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss des FG vom 18. Dezember 2008 wurde die Ehefrau des Kl&auml;gers als m&ouml;gliche Beteiligte einer mit dem Kl&auml;ger bestehenden Mitunternehmerschaft beigeladen. Das FA hatte bereits mit Schriftsatz vom 20. November 2002 die Beiladung der Ehefrau des Kl&auml;gers beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger vertritt die Auffassung, der Restaurantgewerbebetrieb sei von der Beigeladenen und ihm gemeinsam betrieben worden, so dass die angefochtenen Bescheide &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 1994 und 1995 nicht gegen ihn, sondern gegen die GbR C und D h&auml;tten gerichtet werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Es war der Auffassung, der Kl&auml;ger habe in den Streitjahren das Chinarestaurant X als Einzelunternehmer gef&uuml;hrt. Eine Mitunternehmerschaft des Kl&auml;gers mit der Beigeladenen liege nicht vor. Bei der W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Falles k&ouml;nne das FG nicht erkennen, dass die Beigeladene in ausreichendem Ma&szlig;e Mitunternehmerinitiative und -risiko getragen habe. Zudem diene der diesbez&uuml;gliche Vortrag missbr&auml;uchlichen Zielen. Der Kl&auml;ger versuche durch sein ge&auml;ndertes Vorbringen die Eliminierung der allein dem Kl&auml;ger gegen&uuml;ber ergangenen Gewerbesteuermessbescheide zu erreichen, verbunden mit der Erwartung, dass wegen des Eintritts von Festsetzungsverj&auml;hrung gegen&uuml;ber der behaupteten Mitunternehmergemeinschaft keine Steuerbescheide mehr erlassen werden k&ouml;nnten. Die angegriffenen Gewerbesteuermessbescheide seien im &Uuml;brigen nicht zu beanstanden; die auf den Kl&auml;ger entfallenden Verluste aus der Verwaltungsgesellschaft B k&ouml;nnten nicht im Rahmen des vom Kl&auml;ger betriebenen Restaurantbetriebs ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner wegen der Nichtzulassung der Revision eingelegten Beschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, das FG habe im Rahmen dieses Rechtsstreits nicht dar&uuml;ber entscheiden d&uuml;rfen, ob der Kl&auml;ger und die Beigeladene Mitunternehmer einer GbR waren. Bis zum Ergehen einer abschlie&szlig;enden Entscheidung &uuml;ber einen (positiven oder negativen) einheitlichen und gesonderten Feststellungsbescheid h&auml;tte das FG gem&auml;&szlig; &sect; 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht nur das Verfahren zur gesonderten Feststellung der Eink&uuml;nfte 1994 und 1995, sondern auch das Verfahren betreffend die Gewerbesteuermessbescheide 1994 und 1995 aussetzen m&uuml;ssen. Zwar sei der Gewinnfeststellungsbescheid kein Grundlagenbescheid f&uuml;r den Gewerbesteuermessbescheid, gleichwohl sei die Frage, wer den Tatbestand der Eink&uuml;nfteerzielung erf&uuml;lle, auch im vorliegenden Verfahren vorgreiflich. Es liege eine Ermessensreduzierung auf Null vor, so dass auch dieses Verfahren nach &sect; 74 FGO auszusetzen gewesen sei und nicht durch Urteil habe beendet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat auf die Abgabe einer Stellungnahme verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil des FG wird aufgehoben und der Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 116 Abs. 6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil beruht auf einem Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO. Das FG hat wegen seiner fehlenden Ermessensaus&uuml;bung gegen &sect; 74 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 74 FGO kann das Gericht ein Verfahren aussetzen, wenn die Entscheidung des Rechtsstreits ganz oder zum Teil von dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverh&auml;ltnisses abh&auml;ngt, das den Gegenstand eines anderen anh&auml;ngigen Rechtsstreits bildet oder von einer Verwaltungsbeh&ouml;rde festzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Obwohl die Entscheidung gem&auml;&szlig; &sect; 74 FGO &uuml;ber die Aussetzung des Klageverfahrens eine Ermessensentscheidung des FG ist, kann ein Verfahrensfehler anzunehmen sein, wenn das FG sein Ermessen fehlerhaft aus&uuml;bt. Das FG muss bei seiner Entscheidung &uuml;ber eine Aussetzung prozess&ouml;konomische Gesichtspunkte einerseits und die Interessen der Beteiligten andererseits gegeneinander abw&auml;gen. Fehlt es an einer solchen Abw&auml;gung, liegt bereits in dem Ermessensnichtgebrauch ein Verfahrensfehler, selbst wenn das Klageverfahren nicht ausgesetzt werden musste, weil das Ermessen des FG noch nicht auf Null reduziert war, da im Einzelfall nicht alle Erw&auml;gungen ausschlie&szlig;lich oder ganz &uuml;berwiegend f&uuml;r die Aussetzung des Verfahrens sprachen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. Juli 1990 I R 12\/90, BFHE 161, 409, BStBl II 1990, 986).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An einer solchen notwendigen Abw&auml;gung hat es das FG fehlen lassen. Den Urteilsgr&uuml;nden ist nicht zu entnehmen, dass das FG die M&ouml;glichkeit einer Verfahrensaussetzung in Betracht gezogen hat, obwohl es ausreichende Hinweise f&uuml;r eine Aussetzung gab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hatte die Auffassung vertreten, er und seine Ehefrau h&auml;tten das Restaurant in der Rechtsform einer GbR betrieben. Die Zurechnung der Eink&uuml;nfte im Gewerbesteuermessbescheid ihm allein gegen&uuml;ber sei erfolgt, ohne dass ein Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme einer Mitunternehmerschaft musste aus den folgenden Gr&uuml;nden ernstlich in Betracht gezogen werden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die M&ouml;glichkeit einer Mitunternehmerschaft ergab sich zum einen aus der Rechtsprechung des BFH, wonach Ehegatten regelm&auml;&szlig;ig Mitunternehmer eines Betriebs werden, wenn zum Verm&ouml;gen eines Ehegatten bei vereinbarter G&uuml;tergemeinschaft ein Gewerbebetrieb mit einem ins Gewicht fallenden Betriebskapital geh&ouml;rt (BFH-Urteil vom 4. November 1997 VIII R 18\/95, BFHE 185, 153, BStBl II 1999, 384, m.w.N.). Eine G&uuml;tergemeinschaft f&uuml;hrt jedoch nicht unmittelbar und zwangsl&auml;ufig zur Annahme einer Mitunternehmerschaft. Vielmehr bleibt stets f&uuml;r das Bejahen der Merkmale des Mitunternehmerrisikos und der Mitunternehmerinitiative eine Gesamtw&uuml;rdigung im Einzelfall erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Ehegatten niederl&auml;ndischer Staatsangeh&ouml;rigkeit, die &#8211;wie hier der Kl&auml;ger und die Beigeladene in den Streitjahren&#8211; in Deutschland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig sind, reicht als steuerrechtlich notwendige Grundlage f&uuml;r die Mitunternehmerschaft regelm&auml;&szlig;ig auch das Bestehen der allgemeinen G&uuml;tergemeinschaft nach niederl&auml;ndischem Recht aus (vgl. BFH-Urteil in BFHE 185, 153, BStBl II 1999, 384). Dabei ist aber zu beachten, dass hinsichtlich des Nachweises einer solchen ausl&auml;ndischen G&uuml;tergemeinschaft den Steuerpflichtigen eine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht trifft (vgl. &sect; 90 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Den Beteiligten des vorliegenden Verfahrens erschien eine Mitunternehmerschaft m&ouml;glich. Der Kl&auml;ger hat auf das Bestehen einer Mitunternehmerschaft hingewiesen, indem er sp&auml;testens mit Schreiben vom 13. Oktober 2004 behauptete, die Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb des Chinarestaurants seien nicht allein von ihm erzielt worden, sondern von der mit seiner Frau betriebenen GbR. Dass auch das FA die M&ouml;glichkeit einer Mitunternehmerschaft in Betracht gezogen hat, ergibt sich aus seinem Antrag an das FG vom 20. November 2002, die Ehefrau des Kl&auml;gers beizuladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Rahmen seiner Ermessensentscheidung hat das FG bei der Abw&auml;gung prozess&ouml;konomischer Gesichtspunkte und der Interessen der Beteiligten zu beachten, dass die vorgreifliche Entscheidung bzw. Feststellung f&uuml;r das auszusetzende Verfahren nicht bindend sein muss (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1987 I R 350\/83, BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600). Es gen&uuml;gt, dass das andere Verfahren irgendwie f&uuml;r die Entscheidung pr&auml;judiziell ist, d.h. dass es irgendeinen rechtlichen Einfluss auf das auszusetzende Verfahren hat (vgl. Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 74 Rz 2, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Rechtsstreit ist auszusetzen, um ein Verfahren zur einheitlichen und gesonderten Feststellung durchzuf&uuml;hren, wenn ernstlich zweifelhaft ist, ob &uuml;berhaupt einkommensteuerpflichtige Eink&uuml;nfte erzielt werden und\/oder ob diese mehreren Personen zuzurechnen sind. Grund daf&uuml;r ist, dass &uuml;ber diese (Vor-)Fragen &#8211;entsprechend dem materiell-rechtlichen Zweck des Verfahrens, eine inhaltlich identische Sachbehandlung gegen&uuml;ber allen potentiell betroffenen Steuerpflichtigen sicherzustellen&#8211; nur einheitlich gegen&uuml;ber allen (potentiell) an den Eink&uuml;nften Beteiligten entschieden werden kann (BFH-Beschluss vom 4. April 2008 IV R 91\/06, BFH\/NV 2008, 1289, m.w.N.). Eine solche Bindung liegt beispielsweise in dem Parallelverfahren des Kl&auml;gers wegen der gesonderten Gewinnfeststellung der Jahre 1994 und 1995 an die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der vorliegenden Gewerbesteuermessbetr&auml;ge ist aber zu beachten, dass die Gewerbeertragsermittlung nach &sect; 7 des Gewerbesteuergesetzes (GewSt) materiell-rechtlich eigenst&auml;ndig erfolgt; auch verfahrensrechtlich stellen die Einkommensteuer- und die Gewinnfeststellungsbescheide insoweit keine Grundlagenbescheide dar, die die Finanzverwaltung und das FG daran hindern k&ouml;nnten, die steuerliche Einordnung der Eink&uuml;nfte im Gewerbesteuerverfahren anders zu treffen als im Einkommensteuerverfahren (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Senatsbeschluss vom 22. April 2008 X B 154\/07, BFH\/NV 2008, 1361). Dennoch k&ouml;nnten die prozess&ouml;konomischen Erw&auml;gungen f&uuml;r eine Aussetzung des Verfahrens auch in diesen F&auml;llen sprechen: Zum einen fungieren aufgehobene oder ge&auml;nderte Einkommensteuer- und Feststellungsbescheide in einem gewissen Umfang als de facto Grundlagenbescheide (vgl. Selder in Glanegger\/ G&uuml;roff, GewStG, 7. Aufl., &sect; 35b Rz 2, m.w.N.). Zum anderen ist gem&auml;&szlig; &sect; 35b Abs. 1 GewStG ein Gewerbesteuermessbescheid von Amts wegen aufzuheben oder zu &auml;ndern, wenn der Einkommensteuerbescheid oder ein Feststellungsbescheid &quot;aufgehoben oder ge&auml;ndert wird und die Aufhebung oder &Auml;nderung den Gewinn aus Gewerbebetrieb ber&uuml;hrt&quot;. Es erscheint daher sinnvoll, aus Gr&uuml;nden der &Uuml;bersichtlichkeit der Prozesssituation in den F&auml;llen, in denen das Verfahren wegen der gesonderten Feststellung des Gewinns eines bestimmten Jahres ausgesetzt werden muss, auch das Verfahren in Bezug auf die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wird daher im zweiten Rechtsgang abzuw&auml;gen haben, ob es die Aussetzung auch dieses Verfahrens bis zur f&uuml;r die Gewinnfeststellung notwendigen Durchf&uuml;hrung des einheitlichen und gesonderten Feststellungsverfahrens f&uuml;r ermessensgerecht h&auml;lt oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.5.2010, X B 163\/09 Aussetzung des Verfahrens als Ermessensentscheidung &#8211; Ermessensnichtgebrauch als Verfahrensfehler &#8211; Eigenst&auml;ndigkeit der Gewerbeertragsermittlung &#8211; In G&uuml;tergemeinschaft lebende Ehegatten als Mitunternehmer eines Betriebs Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und die Beigeladene sind nach niederl&auml;ndischem Recht mit dem im Regelfall vereinbarten G&uuml;terstand des sog. Gesamtguts verheiratet. 2&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-163-09-aussetzung-des-verfahrens-als-ermessensentscheidung-ermessensnichtgebrauch-als-verfahrensfehler-eigenstaendigkeit-der-gewerbeertragsermittlung-in-guetergemeinschaft-lebende-ehegatten-als-mi\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;163\/09 &#8211; Aussetzung des Verfahrens als Ermessensentscheidung &#8211; Ermessensnichtgebrauch als Verfahrensfehler &#8211; Eigenst&auml;ndigkeit der Gewerbeertragsermittlung &#8211; In G&uuml;tergemeinschaft lebende Ehegatten als Mitunternehmer eines Betriebs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7972","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7972","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7972"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7972\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7972"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7972"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7972"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}