{"id":8193,"date":"2012-12-05T04:55:22","date_gmt":"2012-12-05T02:55:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8193"},"modified":"2012-12-06T03:08:52","modified_gmt":"2012-12-06T01:08:52","slug":"xi-r-15-08-besteuerung-im-abzugsverfahren-bei-im-ausland-ansaessigem-unternehmer-hier-haftungsvoraussetzungen-fuer-umsatzsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-15-08-besteuerung-im-abzugsverfahren-bei-im-ausland-ansaessigem-unternehmer-hier-haftungsvoraussetzungen-fuer-umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;15\/08 &#8211; Besteuerung im Abzugsverfahren bei im Ausland ans&auml;ssigem Unternehmer, hier Haftungsvoraussetzungen f&uuml;r Umsatzsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2010, XI R 15\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung im Abzugsverfahren bei im Ausland ans&auml;ssigem Unternehmer, hier Haftungsvoraussetzungen f&uuml;r Umsatzsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in der Baubranche t&auml;tige GmbH. Sie bezog in den Streitjahren 1997 und 1998 Werklieferungen der &quot;&#8230;&quot; (I). I war eine Kapitalgesellschaft polnischen Rechts. Ihre Gesch&auml;ftsleitung und Sitz befanden sich in Polen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Generalbevollm&auml;chtigter der I in Deutschland war ein Herr F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Steuerberater der I beantragte Ende des Jahres 1995 beim Bundesamt f&uuml;r Finanzen (BfF), ihre Vorsteuerbetr&auml;ge zu verg&uuml;ten. Das BfF lehnte den Antrag im August 1996 mit der Begr&uuml;ndung ab, dass die Vorsteuer-Verg&uuml;tungen nicht im Verg&uuml;tungsverfahren der &sect;&sect; 59 ff. der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 1993, sondern im allgemeinen Besteuerungsverfahren erfolgen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die I ging daraufhin dazu &uuml;ber, der Kl&auml;gerin &#8211;teilweise im Wege der &Auml;nderung auch r&uuml;ckwirkend&#8211; Rechnungen mit gesondertem Steuerausweis zu erteilen. Ihre Rechnungen enthielten im Kopf neben der Firma oben rechts die ausl&auml;ndische Anschrift mit Telefon- und Faxnummer und darunter eine Anschrift in A (Deutschland), und zwar in der X-stra&szlig;e, obwohl sich die Betriebsst&auml;tte der I nach Aktenlage &#8211;so die Feststellung des Finanzgerichts (FG)&#8211; in der Y-stra&szlig;e befunden haben soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere auch wegen der teilweise ge&auml;nderten Rechnungen mit dem Ausweis von Umsatzsteuer kam es zu erheblichen Nachzahlungen der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der I einerseits und zu entsprechenden Vorsteuererstattungen an die Kl&auml;gerin durch den Beklagten und Revisionsbeklagten (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) andererseits.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I erkl&auml;rte die Ums&auml;tze gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 und 18 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) in der in den Streitjahren geltenden Fassung gegen&uuml;ber dem FA B, das im Rahmen einer Sonderzust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Besteuerung von im Ausland ans&auml;ssigen Werkvertragsunternehmen zust&auml;ndig geworden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bez&uuml;glich der K&ouml;rperschaftsteuer der I bejahte die Finanzverwaltung eine beschr&auml;nkte Steuerpflicht mit der Begr&uuml;ndung, dass diese unabh&auml;ngig vom Vorliegen einer Betriebsst&auml;tte i.S. des &sect; 12 der Abgabenordnung (AO) schon wegen der Anwesenheit des F als des st&auml;ndigen Vertreters der I (&sect; 13 AO) gegeben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss des zust&auml;ndigen Amtsgerichts vom 2. Juni 1999 wurde auf Antrag des FA B das Konkursverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der I er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat das FA die Auffassung, dass I im Ausland ans&auml;ssig sei. Es erlie&szlig; gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin unter dem Datum des 18. Februar 2002 einen auf &sect; 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 55 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 1993 (UStDV) in der in den Streitjahren geltenden Fassung gest&uuml;tzten Haftungsbescheid wegen von I geschuldeter Umsatzsteuer der Streitjahre 1997 und 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einspruchsentscheidung setzte es die Haftungsschuld herab. Im &Uuml;brigen hatte der Einspruch keinen Erfolg. Das FA war der Ansicht, eine Zweigniederlassung i.S. des &sect; 51 Abs. 3 UStDV liege mangels Eintragung im Handelsregister nicht vor. Es sei nicht einmal ein Antrag auf Eintragung gestellt worden. Dar&uuml;ber hinaus sei unklar, ob die von I angegebenen &Ouml;rtlichkeiten ihr &uuml;berhaupt zuzurechnen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Da sich Sitz und Gesch&auml;ftsleitung der I im Ausland befunden h&auml;tten, sei eine Ans&auml;ssigkeit der I im Inland nur denkbar, wenn sie &uuml;ber eine inl&auml;ndische Zweigniederlassung verf&uuml;gt h&auml;tte. Dies sei aber nicht der Fall. Denn nach &sect; 13 des Handelsgesetzbuchs (HGB) sei die Errichtung einer Zweigniederlassung zur Eintragung in das Handelsregister anzumelden. Zwar k&ouml;nne nach Auffassung des Senats eine Zweigniederlassung i.S. des &sect; 51 UStDV auch ohne Eintragung in das Handelsregister vorliegen. Man werde jedoch f&uuml;r eine Zweigniederlassung in Anlehnung an &sect; 13 HGB zumindest fordern m&uuml;ssen, dass das ernsthafte Bem&uuml;hen um die gesetzlich vorgeschriebene Eintragung festgestellt werden k&ouml;nne. Ein derartiges Bem&uuml;hen sei im Streitfall nicht feststellbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 230 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, I habe im Inland eine Betriebsst&auml;tte unterhalten und die Voraussetzungen einer Zweigniederlassung seien erf&uuml;llt. Au&szlig;erdem sei das beklagte FA nicht zust&auml;ndig gewesen und der Erlass des im Ermessen des FA liegenden Haftungsbescheids damit unwirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil und den Haftungsbescheid aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat bei seiner Entscheidung, I habe keine Zweigstelle im Inland unterhalten, zu Unrecht entscheidend darauf abgestellt, dass die Errichtung einer Zweigstelle nicht im Handelsregister eingetragen gewesen sei und I sich auch nicht um eine Eintragung bem&uuml;ht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 8 Nr. 1 UStG i.V.m. &sect;&sect; 51, 54 UStDV hat der Leistungsempf&auml;nger &#8211;sofern er ein Unternehmer oder eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ist (&sect; 51 Abs. 2 Satz 1 UStDV)&#8211; &quot;f&uuml;r Werklieferungen und sonstige Leistungen eines im Ausland ans&auml;ssigen Unternehmers&quot; die Steuer von der Gegenleistung einzubehalten, anzumelden und an das f&uuml;r ihn zust&auml;ndige FA abzuf&uuml;hren. Nach &sect; 55 UStDV haftet der Leistungsempf&auml;nger f&uuml;r die nach &sect; 54 UStDV anzumeldende und abzuf&uuml;hrende Steuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer ist gem&auml;&szlig; &sect; 51 Abs. 3 Satz 1 UStDV ein Unternehmer, der weder im Inland noch auf der Insel Helgoland oder in einem der in &sect; 1 Abs. 3 UStG bezeichneten Gebiete einen Wohnsitz, seinen Sitz, seine Gesch&auml;ftsleitung oder eine Zweigniederlassung hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Auslegung dieser Vorschriften &#8211;und damit des Begriffs der Ans&auml;ssigkeit&#8211; ist am Unionsrecht auszurichten, da sie auf Art. 21 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern in der in den Streitjahren geltenden Fassung (Richtlinie 77\/388\/EWG) beruhen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Januar 2005 V R 12\/02, BFH\/NV 2005, 1158).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art. 21 Nr. 1 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmt u.a.:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Wird die steuerpflichtige Lieferung von Gegenst&auml;nden bzw. die steuerpflichtige Dienstleistung von einem nicht im Inland ans&auml;ssigen Steuerpflichtigen bewirkt bzw. erbracht, so k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Regelungen treffen, nach denen die Steuer von einer anderen Person geschuldet wird.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff &quot;ans&auml;ssig&quot; wird in Art. 21 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht definiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Definitionen der Ans&auml;ssigkeit enthalten jedoch Art. 9 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG, Art. 1 der Achten Richtlinie 79\/1072\/EWG des Rates vom 6. Dezember 1979 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Verfahren zur Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Inland ans&auml;ssige Steuerpflichtige und Art. 1 der Dreizehnten Richtlinie 86\/560\/EWG des Rates vom 17. November 1986 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Verfahren der Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Gebiete der Gemeinschaft ans&auml;ssige Steuerpflichtige, auf die Art. 17 Abs. 4 der Richtlinie 77\/388\/EWG verweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesen Bestimmungen wird bei den Ankn&uuml;pfungspunkten f&uuml;r eine Ans&auml;ssigkeit u.a. auch darauf abgestellt, ob der Betreffende &uuml;ber eine &quot;feste Niederlassung&quot; verf&uuml;gt, &quot;von wo aus die Dienstleistung erbracht wird&quot; oder &quot;von wo aus die Ums&auml;tze bewirkt worden sind&quot;. Den in &sect; 51 Abs. 3 Satz 1 UStDV verwendeten Begriff &quot;Zweigniederlassung&quot; enthalten diese Bestimmungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer gefestigten Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) verlangt der Begriff der festen Niederlassung einen hinreichenden Grad an Best&auml;ndigkeit sowie eine Struktur, die von der personellen und technischen Ausstattung her eine autonome Erbringung der betreffenden Dienstleistungen erm&ouml;glicht (vgl. z.B. Urteil vom 28. Juni 2007 Rs. C-73\/06 &#8211;Planzer Luxembourg&#8211;, Slg. 2007, I-5655, BFH\/NV 2007, Beilage 4, 418, Rz 54, m.w.N.). Im Hinblick auf das Transportwesen hat der EuGH zumindest ein B&uuml;ro verlangt, in dem Vertr&auml;ge abgefasst und die Entscheidungen der t&auml;glichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung getroffen werden k&ouml;nnen (Rz 55 des Urteils Planzer Luxembourg).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Vorgaben setzt die Annahme einer festen Niederlassung jedoch nicht voraus, dass eine Eintragung im Handelsregister vorliegt oder zumindest ein entsprechendes Bem&uuml;hen darum nachgewiesen wird (vgl. auch Urteil des FG M&uuml;nchen vom 28. Juni 2006&nbsp;&nbsp;3 K 4109\/04, EFG 2006, 1545, zu &sect; 13b Abs. 4 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da aufgrund der Verpflichtung zur unionsrechtskonformen Auslegung der in &sect; 51 Abs. 3 Satz 1 UStDV verwendete Begriff der &quot;Zweigniederlassung&quot; entsprechend dem Begriff der &quot;festen Niederlassung&quot; zu verstehen ist, hat das FG die Klageabweisung zu Unrecht darauf gest&uuml;tzt, dass die Kl&auml;gerin ein Bem&uuml;hen der I um eine Eintragung ins Handelsregister nicht nachgewiesen habe. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG erlauben dem Senat keine abschlie&szlig;ende Entscheidung dar&uuml;ber, ob I im Inland &uuml;ber eine Zweigstelle im Sinne einer festen Niederlassung verf&uuml;gt hat. Das FG wird dies im zweiten Rechtsgang unter Ber&uuml;cksichtigung derjenigen Merkmale zu kl&auml;ren haben, die der V. Senat in seinen Urteilen vom 22. Mai 2003 V R 97\/01 (BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819) und vom 10. Februar 2005 V R 56\/03 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208) zum Vorliegen einer festen Niederlassung aufgestellt hat. Es wird bei dem Bem&uuml;hen um eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts &#8211;entsprechend dem Schreiben der Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin vom 1. August 2002 an den Beklagten&#8211; eine Vernehmung des Steuerberaters der I und des F als Zeugen zu erw&auml;gen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sollte sich auch im zweiten Rechtsgang nicht feststellen lassen, dass I eine feste Niederlassung im Inland hatte, so dass sie ein im Ausland ans&auml;ssiges Unternehmen war, und war das Vorhandensein einer festen Niederlassung &#8211;auch auf der Grundlage des im zweiten Rechtsgang festgestellten Sachverhalts&#8211; objektiv zweifelhaft (vgl. BFH-Urteil vom 23. Mai 1990 V R 167\/84, BFHE 161, 191, BStBl II 1990, 1095), h&auml;tten die unionsrechtskonform ausgelegten Voraussetzungen der &sect;&sect; 51 und 54 UStDV vorgelegen. In diesem Fall w&auml;re die Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin als Haftungsschuldnerin gem&auml;&szlig; &sect; 55 UStDV und damit als Gesamtschuldnerin (&sect; 44 AO) auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Grunds&auml;tze des BFH-Urteils in BFH\/NV 2005, 1158 zul&auml;ssig. Denn dann w&auml;re die Kl&auml;gerin auch gem&auml;&szlig; Art. 21 der Richtlinie 77\/388\/EWG Steuerschuldnerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Haftungsbescheid w&auml;re in diesem Fall entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auch von dem zust&auml;ndigen FA erlassen worden. Denn dann h&auml;tte die Kl&auml;gerin die Steuer gem&auml;&szlig; &sect; 54 Abs. 1 Satz 1 UStDV bei dem f&uuml;r sie zust&auml;ndigen FA anzumelden und gem&auml;&szlig; Satz 2 dieser Vorschrift an dieses FA abzuf&uuml;hren gehabt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 24 AO ist die Finanzbeh&ouml;rde zust&auml;ndig, in deren Bezirk der Anlass f&uuml;r die Amtshandlung hervortritt, wenn sich die &ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit nicht aus anderen Vorschriften ergibt. Anlass f&uuml;r den Erlass des Haftungsbescheids w&auml;re der Versto&szlig; der Kl&auml;gerin gegen die Verpflichtung zur Anmeldung und Abf&uuml;hrung der Steuer. Dieser Versto&szlig; w&auml;re im Bezirk des f&uuml;r die Kl&auml;gerin zust&auml;ndigen FA aufgetreten (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 2000 VII R 86\/99, BFH\/NV 2001, 742).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2010, XI R 15\/08 Besteuerung im Abzugsverfahren bei im Ausland ans&auml;ssigem Unternehmer, hier Haftungsvoraussetzungen f&uuml;r Umsatzsteuer Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in der Baubranche t&auml;tige GmbH. Sie bezog in den Streitjahren 1997 und 1998 Werklieferungen der &quot;&#8230;&quot; (I). I war eine Kapitalgesellschaft polnischen Rechts. Ihre Gesch&auml;ftsleitung und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-15-08-besteuerung-im-abzugsverfahren-bei-im-ausland-ansaessigem-unternehmer-hier-haftungsvoraussetzungen-fuer-umsatzsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;15\/08 &#8211; Besteuerung im Abzugsverfahren bei im Ausland ans&auml;ssigem Unternehmer, hier Haftungsvoraussetzungen f&uuml;r Umsatzsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8193","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8193\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}