{"id":8342,"date":"2012-12-05T04:10:04","date_gmt":"2012-12-05T02:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8342"},"modified":"2012-12-05T04:10:04","modified_gmt":"2012-12-05T02:10:04","slug":"xi-r-28-09-keine-abweichende-festsetzung-der-ust-aus-billigkeitsgruenden-wenn-der-organtraeger-von-der-organgesellschaft-keine-mittel-zur-entrichtung-der-steuer-erhalten-hat-organtraeger-und-organgese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-28-09-keine-abweichende-festsetzung-der-ust-aus-billigkeitsgruenden-wenn-der-organtraeger-von-der-organgesellschaft-keine-mittel-zur-entrichtung-der-steuer-erhalten-hat-organtraeger-und-organgese\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;28\/09 &#8211; Keine abweichende Festsetzung der USt aus Billigkeitsgr&uuml;nden, wenn der Organtr&auml;ger von der Organgesellschaft keine Mittel zur Entrichtung der Steuer erhalten hat &#8211; Organtr&auml;ger und Organgesellschaften als ein Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2012, XI R 28\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine abweichende Festsetzung der USt aus Billigkeitsgr&uuml;nden, wenn der Organtr&auml;ger von der Organgesellschaft keine Mittel zur Entrichtung der Steuer erhalten hat &#8211; Organtr&auml;ger und Organgesellschaften als ein Unternehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine im Jahr 1975 von den Gesellschaftern A und B gegr&uuml;ndete, inzwischen aufgel&ouml;ste und ohne Liquidation beendete OHG, als auch der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gingen &uuml;bereinstimmend davon aus, dass zwischen der Kl&auml;gerin als Organtr&auml;gerin und der &quot;A-B GmbH&quot; (GmbH) als Organgesellschaft seit 1991 eine Organschaft i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 4.&nbsp;M&auml;rz 1999 (Streitjahr) beantragte die GmbH wegen Zahlungsunf&auml;higkeit die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens. Noch am selben Tag bestellte das zust&auml;ndige Amtsgericht einen Rechtsanwalt zum vorl&auml;ufigen &#8211;&quot;schwachen&quot;&#8211; Insolvenzverwalter und traf folgende Anordnungen: &quot;Verf&uuml;gungen der Schuldnerin &uuml;ber Gegenst&auml;nde ihres Verm&ouml;gens sind nur noch mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters wirksam (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 InsO). Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter wird erm&auml;chtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH wurde am 1.&nbsp;Mai 1999 er&ouml;ffnet. Mit Kauf- und &Uuml;bernahmevertrag vom 10.&nbsp;Mai 1999 erwarb die Kl&auml;gerin von der insolventen GmbH deren Gesch&auml;ftsbetrieb, den sie sp&auml;ter verpachtete und 2009 schlie&szlig;lich verkaufte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Umsatzsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung folgte das FA den Feststellungen des Pr&uuml;fers, dass &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin&#8211; die Organschaft, von deren Bestand die Beteiligten &uuml;bereinstimmend ausgegangen waren, nicht schon am 4.&nbsp;M&auml;rz 1999 mit der Antragstellung, sondern erst am 1.&nbsp;Mai 1999 mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens geendet habe. Gegen die Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide f&uuml;r Februar bis April 1999 legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr 1999 wurde abweichend von der in 2001 abgegebenen Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung der Kl&auml;gerin mit Umsatzsteuer-Jahresbescheid vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2002 unter Vorbehalt festgesetzt. Der am 7.&nbsp;M&auml;rz 2002 hiergegen eingelegte Einspruch der Kl&auml;gerin blieb ohne Erfolg. Die nach der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Juli 2004 erhobene Klage wurde am 5.&nbsp;August 2009 zur&uuml;ckgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte bereits am 13.&nbsp;M&auml;rz 2002 den Antrag gestellt, die Umsatzsteuer wegen sachlicher und pers&ouml;nlicher Unbilligkeit nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) herabzusetzen, soweit sie auf Lieferungen und sonstigen Leistungen der GmbH beruhe, die in der Zeit vom 1.&nbsp;Januar bis 30.&nbsp;April 1999 ausgef&uuml;hrt worden seien. Die Billigkeitspr&uuml;fung verlange eine Gesamtbeurteilung aller Normen, die f&uuml;r die Verwirklichung des konkreten Steueranspruchs ma&szlig;geblich seien. Ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;sse daher die umsatzsteuerrechtliche als auch die insolvenzrechtliche Situation. Dem Organtr&auml;ger sei es aus zwingenden insolvenzrechtlichen Gr&uuml;nden verwehrt, &uuml;ber die Mittel zu verf&uuml;gen, die er zur Begleichung der Umsatzsteuer ben&ouml;tige. Der Sicherungszweck verbiete es dem vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter der Organgesellschaft, Zahlungen an den Organtr&auml;ger zum Zwecke der Weiterleitung an die Finanzbeh&ouml;rde zu leisten. Der Organtr&auml;ger m&uuml;sse somit die Umsatzsteuer aus seinem sonstigen Verm&ouml;gen entrichten. Dies widerspreche dem grundlegenden umsatzsteuerrechtlichen Prinzip, dass wirtschaftlich der Kunde die Umsatzsteuer zu tragen habe. Eine abw&auml;lzbare Steuer wie die Umsatzsteuer k&ouml;nne nicht abgew&auml;lzt werden. Der Organtr&auml;ger habe nach Bestellung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters weder die Kenntnisse noch die finanziellen Mittel, um die umsatzsteuerrechtlichen Pflichten zu erf&uuml;llen. Die Buchf&uuml;hrungsunterlagen der GmbH h&auml;tten sich bei dem vom vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter hinzugezogenen Steuerberatungsb&uuml;ro befunden. Auf das vom zur Forderungseinziehung erm&auml;chtigten vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter eingerichtete Treuhandkonto habe sie, die Kl&auml;gerin, nicht zugreifen k&ouml;nnen. Die Umsatzsteuer sei auch aus pers&ouml;nlichen Billigkeitsgr&uuml;nden abweichend niedriger festzusetzen. Die Gesellschafter der Kl&auml;gerin h&auml;tten durch die Insolvenz der GmbH u.a. ihre Altersversorgung zum Gro&szlig;teil verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte diesen Antrag auf abweichende Steuerfestsetzung mit Bescheid vom 10.&nbsp;Dezember 2002 ab. Der hiergegen eingelegte Einspruch, mit dem die Kl&auml;gerin vorbrachte, die Steuerfestsetzung laufe den Wertungen des Gesetzgebers zuwider, weil das UStG davon ausgehe, dass dem Unternehmer die Entgelte f&uuml;r umsatzsteuerpflichtige Lieferungen und Leistungen tats&auml;chlich zufl&ouml;ssen und er aus diesen Mitteln die Umsatzsteuer begleichen k&ouml;nne, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA f&uuml;hrte in der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Juli 2004 aus, der Organkreis, der als umsatzsteuerrechtliche Einheit zu sehen sei, habe die Zahlungen der Kunden in voller H&ouml;he erhalten. Forderungsausf&auml;lle zwischen den beteiligten Unternehmen seien unbeachtlich. Das Umsatzsteuerrecht kenne auch andere Sachverhaltsgestaltungen, bei denen die Umsatzsteuer an das Finanzamt abgef&uuml;hrt werden m&uuml;sse, obwohl die von den Kunden vereinnahmten Zahlungen, wie z.B. bei Diebstahl oder Unterschlagung, nicht mehr zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden. Auch die fehlende Kenntnis von den Besteuerungsgrundlagen lasse keine abweichende Steuerfestsetzung zu. Die Kl&auml;gerin h&auml;tte sich die erforderlichen Kenntnisse vom Insolvenzverwalter verschaffen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen. Die die Gesellschafter der Kl&auml;gerin betreffenden pers&ouml;nlichen Billigkeitsgr&uuml;nde seien bei der Aus&uuml;bung des Entschlie&szlig;ungsermessens &uuml;ber deren Haftungsinanspruchnahme zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) best&auml;tigte das FA in dem sich anschlie&szlig;enden Klageverfahren. Ein &Uuml;berhang des gesetzlichen Tatbestands &uuml;ber die Wertungen des Gesetzgebers sei nicht feststellbar. Organtr&auml;ger k&ouml;nnten grunds&auml;tzlich nicht &uuml;ber die laufenden Einnahmen der von ihnen beherrschten Organgesellschaft verf&uuml;gen. Der Organtr&auml;ger besitze gegen&uuml;ber seiner Organgesellschaft einen zivilrechtlichen Anspruch auf Ersatz der gegen&uuml;ber ihm vom Fiskus festgesetzten Umsatzsteuer. Es erscheine ausgeschlossen, dass der Gesetzgeber erwogen haben k&ouml;nnte, bei einem eintretenden Ausfall dieser Forderung die aus der umsatzsteuerrechtlichen Organschaft folgenden Rechtswirkungen zu suspendieren. Die Steuerfestsetzung gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin sei auch gemessen an der Einzelfallgerechtigkeit nicht unbillig. Die vertretungsberechtigten Gesellschafter h&auml;tten die Organschaft bereits vor Stellung des Insolvenzantrags beenden k&ouml;nnen, z.B. durch fristlose K&uuml;ndigung des Pachtverh&auml;ltnisses wegen der r&uuml;ckst&auml;ndigen Pachtzinsen. Die Kl&auml;gerin habe ihren Anspruch auf Ersatz der auf die Ums&auml;tze der GmbH entfallenden Umsatzsteuer im Insolvenzverfahren nicht geltend gemacht und somit nicht an der Verteilung der Insolvenzmasse teilgenommen, die zu einer Befriedigung der angemeldeten Forderungen in H&ouml;he von &#8230; % gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 555 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin st&uuml;tzt ihre Revision auf die Verletzung materiellen und formellen Rechts. Sie wiederholt und vertieft ihr Vorbringen, die vom FA vorgenommene Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;hre zu dem systemwidrigen Ergebnis, dass sie die von der GmbH verursachten Umsatzsteuern aus ihrem sonstigen Verm&ouml;gen zu entrichten habe. Dies st&uuml;nde nicht im Einklang damit, dass die Umsatzsteuer nicht vom Unternehmer, sondern vom Verbraucher getragen werden solle. Auch &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG seien Ausdruck des grundlegenden Prinzips, dass die Umsatzsteuerschuld des Unternehmers im Zusammenhang mit den von ihm vereinnahmten Entgelten zu sehen sei. Komme es zu einer Entgeltminderung oder einem Forderungsausfall, sei die Umsatzsteuer entsprechend zu mindern, da die Umsatzsteuer ansonsten wirtschaftlich vom Unternehmer zu tragen w&auml;re. Dem UStG liege somit das Prinzip zugrunde, dass der Unternehmer Umsatzsteuer nur insoweit zu zahlen habe, als er auch die entsprechenden Umsatzerl&ouml;se vereinnahmen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG angestellten Erw&auml;gungen seien nicht geeignet, diese zur sachlichen Unbilligkeit f&uuml;hrende Systemwidrigkeit der Besteuerung im Streitfall zu rechtfertigen. Der Gesetzgeber habe die vorliegende Sachverhaltskonstellation weder gesehen noch ihre umsatzsteuerrechtlichen Folgen bewusst in Kauf genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe ferner seine nach &sect;&nbsp;76 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bestehende Pflicht, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren, verletzt. Soweit das FG seine Entscheidung darauf st&uuml;tze, die Kl&auml;gerin h&auml;tte durch eine fristlose K&uuml;ndigung des Pachtvertrages die Organschaft beenden k&ouml;nnen, ber&uuml;cksichtige es nicht die Grunds&auml;tze der eigenkapitalersetzenden Nutzungs&uuml;berlassung. Die fehlende Sachaufkl&auml;rung, die im finanzgerichtlichen Verfahren nicht h&auml;tte ger&uuml;gt werden k&ouml;nnen und die sich dem FG h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, h&auml;tte ergeben, dass die GmbH im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt weder kredit- noch &uuml;berlassungsw&uuml;rdig im Sinne der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; (z.B. Urteil vom 14.&nbsp;Dezember 1992 II&nbsp;ZR&nbsp;298\/91, BGHZ 121, 31) gewesen sei, so dass eine Beendigung des Nutzungsverh&auml;ltnisses (Pachtverh&auml;ltnisses) nicht m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Im &Uuml;brigen habe sie deshalb keinen Umsatzsteuererstattungsanspruch im Insolvenzverfahren der GmbH angemeldet, weil sie sich nicht als Schuldnerin der von der GmbH verursachten Umsatzsteuer gesehen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>die Vorentscheidung sowie den Ablehnungsbescheid vom 10.&nbsp;Dezember 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Juli 2004 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die mit Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2002 festgesetzte Umsatzsteuer um &#8230; DM auf &#8230; DM herabzusetzen, hilfsweise, die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tritt dem Vorbringen der Kl&auml;gerin entgegen und f&uuml;hrt u.a. aus, es k&ouml;nne dahinstehen, ob im Gesetzgebungsverfahren die nach Ansicht der Kl&auml;gerin im Billigkeitswege zu regelnde Frage bedacht worden sei, da im Insolvenzverfahren keine Ungleichbehandlung eines Organkreises gegen&uuml;ber einem Steuerpflichtigen ohne Organkreis bestehe. Die zivilrechtlichen Folgen einer m&ouml;glichen Beendigung des Pachtverh&auml;ltnisses und die Grunds&auml;tze der eigenkapitalersetzenden Nutzungs&uuml;berlassung seien vorliegend nicht ma&szlig;gebend gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die zul&auml;ssige Klage auf abweichende Festsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden zu Recht abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne die Steuer erh&ouml;hende Besteuerungsgrundlagen unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach Lage des einzelnen Falls aus sachlichen oder aus pers&ouml;nlichen Gr&uuml;nden unbillig w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach &sect;&nbsp;163 AO zu treffende Billigkeitsentscheidung ist eine Ermessensentscheidung der Finanzbeh&ouml;rde i.S. des &sect;&nbsp;5 AO, die grunds&auml;tzlich nur eingeschr&auml;nkter gerichtlicher Nachpr&uuml;fung unterliegt (&sect;&nbsp;102, &sect;&nbsp;121 FGO). Sie kann im finanzgerichtlichen Verfahren nur dahin gepr&uuml;ft werden, ob der Verwaltungsakt oder die Ablehnung des Verwaltungsakts rechtswidrig ist, weil die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht wurde (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB&nbsp;3\/70, BStBl II 1972, 603; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.&nbsp;Oktober 1994 X&nbsp;R&nbsp;104\/92, BFHE 176, 3, BStBl II 1995, 297; vom 10.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;R&nbsp;52\/00, BFHE 196, 572, BStBl II 2002, 201; vom 7.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFH\/NV 2011, 865; vom 6.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFH\/NV 2012, 269, jeweils m.w.N.). Stellt das Gericht eine Ermessens&uuml;berschreitung oder einen Ermessensfehler fest, ist es grunds&auml;tzlich auf die Aufhebung der angefochtenen Verwaltungsentscheidung beschr&auml;nkt. Nur in den F&auml;llen der sog. Ermessensreduzierung auf Null ist es befugt, seine Entscheidung an die Stelle der Ermessensentscheidung der Verwaltungsbeh&ouml;rde zu setzen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 196, 572, BStBl II 2002, 201; in BFH\/NV 2012, 269, unter II.1., jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Festsetzung einer Steuer ist aus sachlichen Gr&uuml;nden unbillig, wenn sie zwar dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, aber den Wertungen des Gesetzes zuwiderl&auml;uft (vgl. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Juli 1996 V&nbsp;R&nbsp;18\/95, BFHE 180, 524, BStBl II 1997, 259; vom 18.&nbsp;Dezember 2007 VI&nbsp;R&nbsp;13\/05, BFH\/NV 2008, 794; in BFH\/NV 2011, 865). Das setzt voraus, dass der Gesetzgeber die Grundlagen f&uuml;r die Steuerfestsetzung anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt h&auml;tte, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte (vgl. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;September 2007 X&nbsp;B&nbsp;18\/03, BFH\/NV 2008, 102, m.w.N.). Eine f&uuml;r den Steuerpflichtigen ung&uuml;nstige Rechtsfolge, die der Gesetzgeber bewusst angeordnet oder in Kauf genommen hat, rechtfertigt dagegen keine Billigkeitsma&szlig;nahme (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;August 2001 V&nbsp;R&nbsp;72\/00, BFH\/NV 2002, 545; vom 4.&nbsp;Februar 2010 II&nbsp;R&nbsp;25\/08, BFHE 228, 130, BStBl II 2010, 663; in BFH\/NV 2011, 865, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Rechtsfehlerfrei hat das FG erkannt, dass das FA die Voraussetzungen der hier allein in Betracht kommenden sachlichen Unbilligkeit zutreffend verneint hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es verst&ouml;&szlig;t nicht gegen die materiell-rechtlichen Wertungen des UStG und rechtfertigt &#8211;wie das FG zu Recht entschieden hat&#8211; keine abweichende Steuerfestsetzung, soweit &#8211;was das FG nicht ausdr&uuml;cklich festgestellt hat&#8211; die Kl&auml;gerin von der GmbH keine finanziellen Mittel erhalten hat, um die Umsatzsteuer entrichten zu k&ouml;nnen, die auf die von der GmbH ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG). Die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit wird nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiernach sind die &#8211;aus Organtr&auml;ger und Organgesellschaften bestehenden&#8211; Unternehmensteile als ein Unternehmer zu behandeln. Die Rechtsfolgen der Organschaft sind nach allgemeiner Auffassung nicht auf Innenleistungen beschr&auml;nkt, sondern f&uuml;hren dazu, dass dem Organtr&auml;ger die Ums&auml;tze seiner Organgesellschaften zugerechnet werden (vgl. z.B. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, unter II.2.d, m.w.N.). Auch die Leistungsbez&uuml;ge der Organgesellschaften f&uuml;r Zwecke des Vorsteuerabzugs sind dem Organtr&auml;ger zuzurechnen; er ist vorsteuerabzugsberechtigt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;April 2003 V&nbsp;R&nbsp;63\/01, BFHE 202, 79, BStBl II 2004, 434, unter II.1., m.w.N.; vom 10.&nbsp;November 2010 XI&nbsp;R&nbsp;25\/08, BFH\/NV 2011, 839, unter II.1.b&nbsp;aa). Allein der Organtr&auml;ger ist Umsatzsteuersubjekt, das die Umsatzsteuer f&uuml;r den Organkreis schuldet (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Juni 2001 V&nbsp;R&nbsp;68\/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.5.a; vom 28.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;7\/10, BFHE 231, 356, BStBl II 2011, 391, unter II.1.a&nbsp;bb; Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;140; Korn in Bunjes\/Geist, UStG, 10.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;138; Meyer in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;2 UStG Rz&nbsp;84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies steht im Einklang mit dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG beruht auf Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, jedoch durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aus&uuml;bung der hiernach f&uuml;r den Mitgliedstaat er&ouml;ffneten Erm&auml;chtigung, Personen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln, f&uuml;hrt zu einer &quot;Verschmelzung zu einem einzigen Steuerpflichtigen[, die] es ausschlie&szlig;t, dass die untergeordneten Personen weiterhin getrennt Mehrwertsteuererkl&auml;rungen abgeben und innerhalb und au&szlig;erhalb ihres Konzerns weiter als Steuerpflichtige angesehen werden, da nur der einzige Steuerpflichtige befugt ist, diese Erkl&auml;rungen abzugeben&quot; (vgl. Urteil des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 22.&nbsp;Mai 2008 C-162\/07 &#8211;Ampliscientifica und Amplifin&#8211;, Slg. 2008, I-4019, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2008, 534, Rz&nbsp;19; BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juli 2011 V&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 234, 548, UR 2011, 943, unter II.1., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit die Kl&auml;gerin darauf verweist, dass die Umsatzsteuer nicht vom Unternehmer, sondern letztlich vom Verbraucher getragen werden solle, geschieht diese Entlastung des Unternehmers von der Umsatzsteuer grunds&auml;tzlich (bereits) durch den Vorsteuerabzug (&sect;&nbsp;15 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH soll durch die Regelung &uuml;ber den Vorsteuerabzug der Unternehmer vollst&auml;ndig von der im Rahmen seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit geschuldeten oder entrichteten Mehrwertsteuer entlastet werden (vgl. z.B. EuGH-Urteile vom 22.&nbsp;Februar 2001 C-408\/98 &#8211;Abbey National&#8211;, Slg. 2001, I-1361, UR 2001, 164, BFH\/NV Beilage 2001, 48, Rz&nbsp;24; vom 6.&nbsp;Juli 2006 C-439\/04, C-440\/04 &#8211;Kittel und Recolta Recycling&#8211;, Slg. 2006, I-6161, UR 2006, 594, BFH\/NV Beilage 2006, 454, Rz&nbsp;48; vom 16.&nbsp;Februar 2012 C-118\/11 &#8211;Eon Aset Menidjmunt OOD&#8211;, UR 2012, 230, Rz&nbsp;43; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Mai 2009 XI&nbsp;R&nbsp;84\/07, BFHE 225, 282, BStBl II 2009, 868, unter II.3.e; Heidner in Bunjes\/Geist, a.a.O., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend hat das FA in dem gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin erlassenen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2002 auch die Vorsteuerbetr&auml;ge zum Abzug zugelassen, die auf Lieferungen und Leistungen an die GmbH beruhten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Entgegen dem Vorbringen der Kl&auml;gerin widerspricht die im Streitfall erfolgte Steuerfestsetzung nicht dem &quot;grundlegenden Prinzip&quot;, dass der Unternehmer die Umsatzsteuer nur entrichten m&uuml;sse, soweit er sie habe vereinnahmen k&ouml;nnen. Denn die Umsatzsteuer entsteht in der Regel &#8211;n&auml;mlich f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG)&#8211; grunds&auml;tzlich mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgef&uuml;hrt worden sind (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG). Insoweit ist unerheblich, ob und wann der Unternehmer das Entgelt f&uuml;r die von ihm erbrachte Lieferung oder sonstige Leistung vereinnahmt hat. Der Auffassung der Kl&auml;gerin, das von ihr angenommene &quot;grundlegende Prinzip&quot;, dass der Unternehmer Umsatzsteuer nur insoweit zu zahlen habe, als er auch die entsprechenden Umsatzerl&ouml;se habe vereinnahmen k&ouml;nnen, sei hier verletzt, weil sie (die Kl&auml;gerin) die von den Kunden der GmbH f&uuml;r deren Leistungen entrichteten Zahlungen nicht habe vereinnahmen d&uuml;rfen, kann deshalb nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen konnte die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG die Umsatzsteuer entsprechend mindern, wenn das Entgelt f&uuml;r die ihr zuzurechnenden Ums&auml;tze der GmbH gemindert oder uneinbringlich geworden w&auml;re. Umsatzsteuer hat sie nur f&uuml;r die ihr zuzurechnenden, von der GmbH ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze zu entrichten, soweit entsprechende Umsatzerl&ouml;se zu erzielen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Es ist mithin weder systemwidrig noch widerspricht es grundlegenden Wertungen des UStG, die von der GmbH bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung am 1.&nbsp;Mai 1999 verursachte Umsatzsteuer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin, die von den Beteiligten &uuml;bereinstimmend als Organtr&auml;gerin der GmbH betrachtet wurde, selbst dann festzusetzen, wenn sie von der GmbH keine Mittel erhalten hat, um diese Steuer zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Ergebniskorrektur ergibt sich im Streitfall auch nicht aus einer Gesamtbeurteilung umsatzsteuer-, zivil- und insolvenzrechtlicher Regelungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Billigkeitspr&uuml;fung verlangt eine umfassende Ber&uuml;cksichtigung aller relevanten Normen und Umst&auml;nde. Auf diese Weise lassen sich in bestimmten Einzelf&auml;llen Wertungswiderspr&uuml;che aufdecken und im Billigkeitswege beseitigen, die bei isolierter Betrachtungsweise als typischer Nebeneffekt der Anwendung einzelner steuerrechtlicher Normen hinnehmbar erscheinen, insgesamt aber, in ihrem Zusammenwirken in einem atypischen Einzelfall eine Rechtslage herbeif&uuml;hren, welche als sachlich unbillig erscheint (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 176, 3, BStBl II 1995, 297; vom 24.&nbsp;August 2011 I&nbsp;R&nbsp;87\/10, BFH\/NV 2012, 161, unter II.2.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die umsatzsteuerrechtliche Organschaft l&auml;sst die zivilrechtliche Selbst&auml;ndigkeit der eingegliederten juristischen Person unber&uuml;hrt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;November 2011 VII&nbsp;B&nbsp;99\/11, BFH\/NV 2012, 805; Korn in Bunjes\/Geist, a.a.O., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;139), so dass die zivilrechtlichen Beziehungen zwischen den Beteiligten des Organkreises keine Ver&auml;nderung erfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Organtr&auml;ger steht gegen die Organgesellschaft ein zivilrechtlicher Anspruch auf Ausgleich der von der Organgesellschaft verursachten Umsatzsteuer zu (vgl. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;September 2009 VII&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215, unter II.3.b&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu der in diesem Zusammenhang vergleichbaren gewerbesteuerrechtlichen Organschaft hat der BGH erkannt, dass es keine Rechtfertigung daf&uuml;r gebe, die Organgesellschaft auch im Innenverh&auml;ltnis von jeder gewerbesteuerrechtlichen Belastung freizustellen. F&uuml;r das Gegenteil spreche vielmehr der Umstand, dass Ertrag und Kapital der Organgesellschaft in gleicher Weise wie beim Organtr&auml;ger der Gewerbesteuerpflicht &#8211;hier entsprechend die Ums&auml;tze der Organgesellschaft der Umsatzsteuerpflicht&#8211; unterliegen, dass ein Teil der Steuerschuld, f&uuml;r den die Organgesellschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO mithaftet, also allein in ihrem gewerblichen Bereich entstanden sei (vgl. BGH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1992 IX&nbsp;ZR&nbsp;244\/91, BGHZ 120, 50, Neue Juristische Wochenschrift 1993, 585; ferner BGH-Urteil vom 1.&nbsp;Dezember 2003 II&nbsp;ZR&nbsp;202\/01, Deutsches Steuerrecht 2004, 468, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215, unter II.3.b&nbsp;aa, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Organtr&auml;ger hat mit seinem zivilrechtlichen Anspruch auf Ausgleich der von der insolventen Organgesellschaft vor der Verfahrenser&ouml;ffnung verursachten Umsatzsteuer einen zu diesem Zeitpunkt begr&uuml;ndeten Verm&ouml;gensanspruch i.S. des &sect;&nbsp;38 der Insolvenzordnung. Er ist mithin Insolvenzgl&auml;ubiger der Organgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Hiernach stellt sich auch aus dem Zusammenwirken umsatzsteuer-, zivil- und insolvenzrechtlicher Regelungen im Streitfall insgesamt kein atypischer Einzelfall dar, der eine sachlich unbillige Rechtslage herbeif&uuml;hren w&uuml;rde. Es rechtfertigt jedenfalls keine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden, dass der Organtr&auml;ger hinsichtlich seines zivilrechtlichen Anspruchs auf Ausgleich der Umsatzsteuer das Insolvenzrisiko tr&auml;gt. Der Gesetzgeber h&auml;tte daher die Grundlagen f&uuml;r die Steuerfestsetzung im Organkreis nicht anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn dadurch, dass der Gesetzgeber f&uuml;r den Fall der &Uuml;berschuldung oder Zahlungsunf&auml;higkeit einer Organgesellschaft keine Sonderregelung getroffen hat, hat er zum Ausdruck gebracht, dass er an dem Eintritt der gesetzlichen Rechtsfolge, dass nur der Organtr&auml;ger Unternehmer und damit Schuldner der Umsatzsteuer aus den von der verbundenen Gesellschaft bewirkten Ums&auml;tzen ist (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG), ebenso wenig etwas hat &auml;ndern wollen, wie z.B. an der &#8211;im Streitfall ebenfalls in Betracht kommenden&#8211; Haftung des Eigent&uuml;mers von Gegenst&auml;nden nach &sect;&nbsp;74 AO (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2009 XI&nbsp;B&nbsp;66\/08, BFH\/NV 2009, 977, unter 5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch die Verfahrensr&uuml;ge der Kl&auml;gerin hat keinen Erfolg. Der geltend gemachte Verfahrensfehler liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Vorbringen der Kl&auml;gerin habe das FG unterlassen, was sich ihm h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, aufzukl&auml;ren, ob die GmbH im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt kredit- und &uuml;berlassungsw&uuml;rdig gewesen sei, und hierdurch gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat indessen insoweit auf eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts verzichten k&ouml;nnen. Denn nach dem ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Standpunkt des FG (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;29\/07, BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, m.w.N.) kam es hierauf nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat die Klage abgewiesen, weil ein &Uuml;berhang des gesetzlichen Tatbestands &uuml;ber die Wertungen des Gesetzgebers hinsichtlich der Festsetzung der Umsatzsteuer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin als Organtr&auml;gerin unter Einbeziehung der von der Organgesellschaft bis zum 30.&nbsp;April 1999 get&auml;tigten Ums&auml;tze nicht feststellbar sei. Es sieht die Steuerfestsetzung auch gemessen an der Einzelfallgerechtigkeit nicht als unbillig an, weil es den vertretungsberechtigten Gesellschaftern der Kl&auml;gerin nach Auffassung des FG &quot;ein Leichtes gewesen w&auml;re, bereits vor Stellung des Insolvenzantrags die tats&auml;chlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine Beendigung der Organschaft zu schaffen&quot;. Das FG f&uuml;hrt weiter aus, &quot;nahe gelegen h&auml;tte z.B. angesichts der H&ouml;he der r&uuml;ckst&auml;ndigen Pachtzinsen eine fristlose K&uuml;ndigung des Pachtverh&auml;ltnisses&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Verst&ouml;&szlig;t die Steuerfestsetzung nicht gegen die materiell-rechtlichen Wertungen des UStG und erfordert auch eine Gesamtbeurteilung umsatzsteuer-, zivil- und insolvenzrechtlicher Regelungen keine Ergebniskorrektur, kommt es nicht darauf an, ob die aus Sicht der Beteiligten vorgelegene Organschaft durch K&uuml;ndigung des Pachtverh&auml;ltnisses, dem &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; die fehlende Kredit- und &Uuml;berlassungsw&uuml;rdigkeit der GmbH entgegengestanden h&auml;tte, h&auml;tte beendigt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn selbst wenn die zivilrechtlichen Voraussetzungen zur Beendigung des Pachtverh&auml;ltnisses &#8211;die das FG nur beispielhaft f&uuml;r die seiner Ansicht nach m&ouml;gliche (tats&auml;chliche) Beendigung der Organschaft genannt hat&#8211; nicht vorgelegen h&auml;tten, w&auml;re die Vorentscheidung nicht anders ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2012, XI R 28\/09 Keine abweichende Festsetzung der USt aus Billigkeitsgr&uuml;nden, wenn der Organtr&auml;ger von der Organgesellschaft keine Mittel zur Entrichtung der Steuer erhalten hat &#8211; Organtr&auml;ger und Organgesellschaften als ein Unternehmer Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine im Jahr 1975 von den Gesellschaftern A und B gegr&uuml;ndete, inzwischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-28-09-keine-abweichende-festsetzung-der-ust-aus-billigkeitsgruenden-wenn-der-organtraeger-von-der-organgesellschaft-keine-mittel-zur-entrichtung-der-steuer-erhalten-hat-organtraeger-und-organgese\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;28\/09 &#8211; Keine abweichende Festsetzung der USt aus Billigkeitsgr&uuml;nden, wenn der Organtr&auml;ger von der Organgesellschaft keine Mittel zur Entrichtung der Steuer erhalten hat &#8211; Organtr&auml;ger und Organgesellschaften als ein Unternehmer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8342\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}