{"id":8357,"date":"2012-12-05T04:09:56","date_gmt":"2012-12-05T02:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8357"},"modified":"2012-12-05T04:09:56","modified_gmt":"2012-12-05T02:09:56","slug":"xi-r-2-10-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-unterschiedliche-entscheidungszeitpunkte-fuer-billigkeitsverfahren-und-steuerfestsetzung-kein-vorsteuerabzugsrecht-bei-unzutreffendem-st","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-2-10-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-unterschiedliche-entscheidungszeitpunkte-fuer-billigkeitsverfahren-und-steuerfestsetzung-kein-vorsteuerabzugsrecht-bei-unzutreffendem-st\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;2\/10 &#8211; &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Unterschiedliche Entscheidungszeitpunkte f&uuml;r Billigkeitsverfahren und Steuerfestsetzung &#8211; Kein Vorsteuerabzugsrecht bei unzutreffendem Steuerausweis in der Rechnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2012, XI R 2\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Unterschiedliche Entscheidungszeitpunkte f&uuml;r Billigkeitsverfahren und Steuerfestsetzung &#8211; Kein Vorsteuerabzugsrecht bei unzutreffendem Steuerausweis in der Rechnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Entscheidung des FA dar&uuml;ber, ob im Fall einer irrigen Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid nach &sect; 174 Abs. 4 AO nachtr&auml;glich ge&auml;ndert wird, ist keine Ermessensentscheidung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erwarb mit Vertrag vom 31. Dezember 1994 mit Wirkung zum 1. Januar 1995 einen Caf&eacute;-Betrieb mit s&auml;mtlichen in den Pachtr&auml;umen befindlichen Inventarg&uuml;tern zu einem Gesamtkaufpreis von 400.000 DM. Hier&uuml;ber erteilte der Verk&auml;ufer der Kl&auml;gerin eine Rechnung vom 1. Januar 1995 mit einer Kaufsumme von 400.000 DM zuz&uuml;glich 15 % Umsatzsteuer (= 60.000 DM, Gesamtsumme 460.000 DM) und best&auml;tigte den Erhalt des Betrages. Die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer machte die Kl&auml;gerin in ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1995 in vollem Umfang als Vorsteuer geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stimmte der Umsatzsteuererkl&auml;rung lt. Mitteilung vom 19. August 1998 am 31. Juli 1998 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben an die Kl&auml;gerin vom 26. M&auml;rz 1997 &quot;stornierte&quot; der Verk&auml;ufer seine Rechnung vom 1. Januar 1995 &quot;in vollem Umfang&quot; unter Hinweis darauf, er habe nur einen Betrag von 170.000 DM in bar erhalten. Au&szlig;erdem wies er darauf hin, dass f&uuml;r den Verkauf keine Umsatzsteuer angefallen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin vertrat das FA die Auffassung, der geltend gemachte Vorsteuerbetrag aus dem Verkauf h&auml;tte im Jahr 1995 nicht ber&uuml;cksichtigt werden d&uuml;rfen, weil es sich um eine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung gehandelt habe. Aufgrund der Berichtigung der Rechnung am 26. M&auml;rz 1997 sei die beim Erwerb geltend gemachte Vorsteuer in voller H&ouml;he gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 2 i.V.m. &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) zu berichtigen. Die Vorsteuer sei im Jahr der Rechnungsberichtigung, hier im Jahr 1997, zu korrigieren. Mit &Auml;nderungsbescheid vom 27. Februar 2001 setzte das FA die Umsatzsteuer f&uuml;r 1997 unter Ber&uuml;cksichtigung der Vorsteuerkorrektur um 60.000 DM auf &#8230; DM herauf. Der Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 1. August 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1997 vom 27. Februar 2001 wies das Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 9. November 2005&nbsp;&nbsp;5 K 4359\/02 U (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2006, 1204) als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Revision der Kl&auml;gerin hob der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 6. Dezember 2007 V R 3\/06 (BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203) den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1997 vom 27. Februar 2001, die Einspruchsentscheidung vom 1. August 2002 und das Urteil der Vorinstanz auf. Der BFH f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass der Kl&auml;gerin aufgrund der Rechnung vom 1. Januar 1995 zwar kein Vorsteuerabzug zustehe, weil darin &uuml;ber eine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung i.S. des &sect; 1 Abs. 1a UStG abgerechnet worden sei. Eine Vorsteuerkorrektur im Jahre 1997 sei aber nicht m&ouml;glich. Die in einer Rechnung offen ausgewiesene Vorsteuer, die der Aussteller lediglich gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 2 UStG schulde, sei seit der &Auml;nderung der Rechtsprechung durch das BFH-Urteil vom 2. April 1998 V R 34\/97 (BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695) vom Leistungsempf&auml;nger nicht mehr als Vorsteuer abziehbar, so dass die Berichtigung der Rechnung f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keine Bedeutung mehr habe. Die Rechnungskorrektur in 1997 rechtfertige demnach keine Vorsteuerkorrektur in diesem Jahr. Es komme nur noch eine &Auml;nderung des Steuerbescheides des Abzugsjahres, in dem die Vorsteuer zu Unrecht ber&uuml;cksichtigt wurde, nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect; 172 ff. der Abgabenordnung (AO) &quot;&#8211;im Streitfall ggf. nach &sect; 174 Abs. 4 AO&#8211;&quot; in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 7. August 2008 &auml;nderte das FA nunmehr den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1995 gem&auml;&szlig; &sect; 174 AO zu Lasten der Kl&auml;gerin und korrigierte den geltend gemachten Vorsteuerabzug von 60.000 DM, weil die Vorsteuer f&uuml;r den Erwerb des Caf&eacute;s zu Unrecht in diesem Jahr ber&uuml;cksichtigt worden sei. Zugleich setzte das FA gem&auml;&szlig; &sect; 233a AO Zinsen gegen die Kl&auml;gerin fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch der Kl&auml;gerin blieb ohne Erfolg. Das FG wies die Klage ab. Seine Entscheidung ist in EFG 2010, 935 ver&ouml;ffentlicht. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt das FG aus, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung nach &sect; 174 Abs. 4 AO erf&uuml;llt seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei zutreffender Beurteilung des dem Streitfall zugrunde liegenden Sachverhalts sei der Vorsteuerabzug f&uuml;r den Erwerb des Caf&eacute;s nicht im Rahmen der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 1997 zu korrigieren, sondern bereits im Rahmen der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Erwerbsjahr 1995 zu versagen. Die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 sei von Anfang an rechtswidrig gewesen, weil der Kl&auml;gerin zu Unrecht der Vorsteuerabzug f&uuml;r den Erwerb des Caf&eacute;s gew&auml;hrt worden sei. Der BFH habe in seiner Entscheidung zur Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1997 in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203 die sp&auml;testens seit dem Urteil in BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695 gewonnene Erkenntnis auf den von der Kl&auml;gerin verwirklichten Sachverhaltskomplex der Jahre 1994 bis 1997 &quot;Erwerb des Caf&eacute;s&quot; im Jahr 1997 angewendet und insoweit auch Ausf&uuml;hrungen zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit des zun&auml;chst gew&auml;hrten Vorsteuerabzugs im Jahr 1995 gemacht. Eine Entscheidung &uuml;ber die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 sei dem BFH seinerzeit im Revisionsverfahren verwehrt gewesen, weil diese Festsetzung nicht Streitgegenstand gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FA irrt&uuml;mlich angenommen habe, der Vorsteuerabzug k&ouml;nne erst nach Korrektur der Rechnung berichtigt werden, habe es &#8211;wissentlich&#8211; den Umsatzsteuerbescheid 1997 ge&auml;ndert. Damit habe das FA sich &uuml;ber den Veranlagungszeitraum geirrt, in dem die umsatzsteuerrechtlichen Folgen aus dem auch nach altem Recht grunds&auml;tzlich nicht zum Vorsteuerabzug berechtigenden Erwerb des Caf&eacute;s h&auml;tten gezogen werden m&uuml;ssen. Der Begriff &quot;irrige Beurteilung eines Sachverhalts&quot; erstrecke sich nicht nur auf einen Irrtum &uuml;ber Tatsachen, sondern auch auf einen solchen &uuml;ber Rechtsfolgen (Hinweis auf den BFH-Beschluss vom 25. Februar 2009 X B 121\/08, BFH\/NV 2009, 890).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 durch Bescheid vom 7. August 2008 sei rechtswidrig, weil die Voraussetzungen des &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO nicht gegeben seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung sei schon deshalb unzul&auml;ssig, weil sich der Sachbearbeiter beim FA im Zeitpunkt seiner Entscheidung, die Vorsteuerkorrektur im Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1997 vorzunehmen, nicht in einem Irrtum befunden habe. Zwar sei der Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1997 unter dem Datum 19. August 1998 ergangen und die &Auml;nderung der Rechtsprechung des BFH durch sein Urteil in BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695 sei bereits am 14. August 1998 bekannt gegeben worden, wie der BFH in seinem Urteil in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203, unter II.3.b der Gr&uuml;nde ausgef&uuml;hrt habe. Da aber zwischen der Entscheidung des zust&auml;ndigen Sachbearbeiters zur &Auml;nderung eines Bescheides und dem als Erstellungsdatum auf dem Bescheid vermerkten Zeitpunkt regelm&auml;&szlig;ig ein Zeitraum von etwa 14 Tagen liege, sei dem Sachbearbeiter bei seiner ca. 14 Tage vor der Erstellung des Bescheides vom 19. August 1998 getroffenen Entscheidung die &Auml;nderung der Rechtsprechung noch nicht bekannt gewesen. Der &Auml;nderungsbescheid sei daher nicht aufgrund einer irrigen Beurteilung des Sachverhalts i.S. von &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 durch Bescheid vom 7. August 2008 sei auch deshalb unzul&auml;ssig, weil es sich bei den Umst&auml;nden, die den Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r 1995 und 1997 zugrunde gelegen h&auml;tten, nicht um denselben &quot;bestimmten Sachverhalt&quot; i.S. von &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO gehandelt habe. Denn vorliegend sei mit der &quot;Berichtigung&quot; der Rechnung ein neues, einen eigenen Kausalverlauf in Gang setzendes Ereignis hinzugetreten. Insoweit sei ohne Bedeutung, dass dies nach Auffassung des BFH in seinem Urteil in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203 rechtlich unerheblich sei. Tats&auml;chlich sei die im Jahr 1997 vom Verk&auml;ufer vorgenommene Rechnungsberichtigung seinerzeit Ausl&ouml;ser f&uuml;r die vom FA vorgenommene &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheides f&uuml;r 1997 gewesen. &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO setze voraus, dass es sich um &quot;einen&quot; bestimmten Sachverhalt gehandelt habe; dagegen sei &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO nicht anwendbar, wenn es sich um zwei unterschiedliche Sachverhalte handele. Die &Auml;nderungsvorschrift gelte nicht f&uuml;r sog. &quot;Fernwirkungen&quot;. Die an die Unzul&auml;ssigkeit der Berichtigung im Jahr 1997 nur &auml;u&szlig;erlich (mittelbar) ankn&uuml;pfende Frage nach der Versagung des fr&uuml;heren Vorsteuerabzugs im Jahr 1995 sei daher in diesem Sinne ein neuer Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner sei das FG-Urteil auch deshalb fehlerhaft, weil es keine Ausf&uuml;hrungen i.S. von &sect; 102 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Frage der Ermessensaus&uuml;bung bei der &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 1995 durch das FA enthalte. Da es sich bei &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO um eine sog. &quot;Kannbestimmung&quot; handele, h&auml;tte das FA entsprechende Ermessenserw&auml;gungen anstellen m&uuml;ssen. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) habe in seiner Entscheidung vom 15. M&auml;rz 2007 C-35\/05 &#8211;Reemtsma&#8211; (Slg. 2007, I-2425, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2007, 343) angeordnet, dass das nationale Recht insoweit mindestens Billigkeitsma&szlig;nahmen vorzusehen habe, um eine systemwidrige Belastung eines Unternehmers mit Umsatzsteuer zu vermeiden. Diese Vorgabe bedinge eine Ermessensreduktion auf Null, die nur dahin gehen k&ouml;nne, dass die nach nationalem Recht an sich gebotene &Auml;nderung zu unterbleiben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheides f&uuml;r 1995 widerspreche auch den geltenden europarechtlichen Rechtsgrunds&auml;tzen, die Bestandteil der Gemeinschaftsrechtsordnung seien, insbesondere dem Grundsatz des Vertrauensschutzes und der Rechtssicherheit. Die Kl&auml;gerin habe nach der auf eingehende Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage durch das FA folgenden Erstattung des Vorsteuerbetrages im Mai 1995 darauf vertraut, diesen Betrag auch behalten zu d&uuml;rfen. Der EuGH schreibe in stetiger Rechtsprechung f&uuml;r diesen Fall den Mitgliedstaaten Billigkeitsl&ouml;sungen des Inhalts vor, dass eine Umsatzsteuerbelastung eines Unternehmers im umsatzsteuerrechtlichen Sinne als Rechnungsempf&auml;nger nicht eintreten d&uuml;rfe (EuGH-Urteil in Slg. 2007, I-2425, UR 2007, 343).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA habe &uuml;ber ihre auf &sect; 163 AO und &sect; 227 AO gest&uuml;tzten Antr&auml;ge vom 2. September 2008 nicht zeitgleich entschieden. Der BFH habe in seiner Rechtsprechung klargestellt (Urteil vom 30. April 2009 V R 15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744), dass bei Geltendmachung von Vertrauensschutzgesichtspunkten im Festsetzungsverfahren die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme nach &sect; 163 AO regelm&auml;&szlig;ig mit der Steuerfestsetzung zu verbinden sei. Dem gen&uuml;ge die tats&auml;chliche Verfahrensweise im Streitfall nicht. Im &Uuml;brigen habe der EuGH in der genannten Rechtsprechung klargestellt, dass dem B&uuml;rger insoweit ein Rechtsanspruch zustehe und die Billigkeitsma&szlig;nahme gerade kein &quot;Gnadenakt&quot; sein d&uuml;rfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn die &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheides f&uuml;r 1995 rechtm&auml;&szlig;ig sein sollte, so sei das FG-Urteil jedenfalls hinsichtlich der in diesem Bescheid ebenfalls festgesetzten Zinsen rechtsfehlerhaft, die entsprechend dem Einspruchsschreiben vom 11. August 2008 ausdr&uuml;cklich auch Streitgegenstand gewesen seien. Denn der Zinslauf beginne nach &sect; 233a Abs. 2a AO erst 15 Monate nach dem Ende des Veranlagungszeitraums, in dem die &Auml;nderung erfolgt sei, weil es sich bei der &Auml;nderung um ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect; 175 AO gehandelt habe (vgl. BFH-Urteil vom 13. November 2003 V R 79\/01, BFHE 204, 332, BStBl II 2004, 375). Der Zinslauf habe im Streitfall damit erst am 1. April 2010 begonnen. Das FG-Urteil enthalte indes keinerlei Aussage zur Zinsfestsetzung, so dass es auch insoweit rechtsfehlerhaft sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil sowie den ge&auml;nderten Bescheid f&uuml;r 1995 &uuml;ber Umsatzsteuer und Zinsen vom 7. August 2008 in Gestalt der hierzu ergangenen Einspruchsentscheidung aufzuheben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>sowie hilfsweise, den Fall dem EuGH im Wege eines Vorabentscheidungsersuchens vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt das FG-Urteil f&uuml;r zutreffend. Was die Zinsfestsetzung betreffe, sei diese nicht Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens gewesen, weil der Klageantrag diese nicht umfasst habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erwidert insoweit, das Klageverfahren habe sich auf das Einspruchsverfahren erstreckt, so dass die Zinsfestsetzung auch in das finanzgerichtliche Verfahren einbezogen gewesen sei. Vorsorglich tr&auml;gt sie vor, dass das FG nach &sect; 76 Abs. 2 FGO auf eine entsprechend korrekte Antragstellung h&auml;tte hinwirken m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zu Recht entschieden, dass das FA berechtigt war, die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 mit Bescheid vom 7. August 2008 nach &sect; 174 Abs. 4 AO zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen nach &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheides die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Dies gilt gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 Satz 2 AO auch dann, wenn der Steuerbescheid durch das Gericht aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Der Ablauf der Festsetzungsfrist ist unbeachtlich, wenn die steuerlichen Folgerungen innerhalb eines Jahres nach Aufhebung oder &Auml;nderung des fehlerhaften Steuerbescheides gezogen werden (&sect; 174 Abs. 4 Satz 3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung bezweckt den Ausgleich einer zu Gunsten des Steuerpflichtigen eingetretenen &Auml;nderung; derjenige, der erfolgreich f&uuml;r seine Rechtsansicht gestritten hat, muss auch die damit verbundenen Nachteile hinnehmen (vgl. BFH-Urteile vom 10. M&auml;rz 1999 XI R 28\/98, BFHE 188, 409, BStBl II 1999, 475, unter II.2.; vom 24. April 2008 IV R 50\/06, BFHE 220, 324, BStBl II 2009, 35, unter II.3.a). Wie der Gro&szlig;e Senat des BFH entschieden hat, regelt die Vorschrift die verfahrensrechtlichen (inhaltlichen) Folgerungen aus einer vorherigen Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheides auf Antrag des Steuerpflichtigen zu dessen Gunsten. Diese Aufhebung oder &Auml;nderung l&ouml;st dann &#8211;&quot;nachtr&auml;glich&quot;&#8211; die Rechtsfolge des &sect; 174 Abs. 4 AO aus, dass ein anderer Bescheid erlassen oder ge&auml;ndert werden kann. Die Vorschrift bezieht somit die verfahrensrechtliche Konsequenz daraus, dass der andere Bescheid nunmehr eine &quot;widerstreitende Steuerfestsetzung&quot; enth&auml;lt, wie sie das Gesetz nach seiner amtlichen &Uuml;berschrift zu &sect; 174 AO voraussetzt (BFH-Beschluss vom 10. November 1997 GrS 1\/96, BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83, und BFH-Urteil in BFHE 220, 324, BStBl II 2009, 35, unter II.3.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass der hier zu beurteilende &quot;bestimmte Sachverhalt&quot; nach &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO den Erwerb des Caf&eacute;s durch die Kl&auml;gerin, die dar&uuml;ber erteilte Rechnung durch den Ver&auml;u&szlig;erer vom 1. Januar 1995 und die Stornierung dieser Rechnung durch das Schreiben des Ver&auml;u&szlig;erers vom 26. M&auml;rz 1997 umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein bestimmter Sachverhalt i.S. des &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO ist keine einzelne Tatsache, sondern jeder einheitliche Lebensvorgang und Sachverhaltskomplex, an den das Gesetz steuerliche Folgen kn&uuml;pft (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18. Februar 1997 VIII R 54\/95, BFHE 183, 6, BStBl II 1997, 647, unter B.1.b; vom 26. Februar 2002 X R 59\/98, BFHE 198, 20, BStBl II 2002, 450, unter II.1.b aa; vom 18. September 2003 X R 152\/97, BFHE 203, 337, BStBl II 2007, 749, unter B.I.1.; BFH-Beschluss vom 24. November 2010 II B 48\/10, BFH\/NV 2011, 408, unter II.1.b; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 174 AO Rz 5; von Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 174 AO Rz 56, 171, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die geschilderten Tatsachen aus dem Jahr 1995 und dem Jahr 1997 bilden im Streitfall den Sachverhaltskomplex, der dem FA im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung vorlag. Dieser war entscheidend f&uuml;r die im Streitfall ma&szlig;gebliche Rechtsfrage, ob &#8211;und ggf. in welchem Zeitraum&#8211; der Kl&auml;gerin aus den Aufwendungen f&uuml;r den Erwerb des Caf&eacute;s ein Vorsteuerabzug zustand und ob &#8211;und ggf. in welchem Zeitraum&#8211; dieser Vorsteuerabzug wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vor diesem Hintergrund greift das Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht durch, es habe sich bei den Umst&auml;nden, die den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheiden f&uuml;r 1995 und 1997 zugrunde gelegen h&auml;tten, nicht um denselben bestimmten Sachverhalt i.S. von &sect; 174 Abs. 4 AO gehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FA hat den Sachverhalt &quot;irrig&quot; i.S. von &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FA korrigierte den in der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 gew&auml;hrten Vorsteuerabzug nach &sect; 14 Abs. 2 i.V.m. &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG in der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1997, weil es unzutreffend annahm, dass insoweit die vom Ver&auml;u&szlig;erer &uuml;bermittelte berichtigte Rechnung ma&szlig;geblich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Handhabung war unzutreffend, wie der BFH mit seiner Entscheidung in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203 gekl&auml;rt hat. Den Gr&uuml;nden der Entscheidung l&auml;sst sich gleicherma&szlig;en entnehmen, dass der Kl&auml;gerin im Jahr 1995 von vornherein kein Vorsteuerabzugsrecht zustand, weil es sich bei dem Erwerb des Caf&eacute;s um eine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen i.S. von &sect; 1 Abs. 1a UStG gehandelt hat (BFH-Urteil in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203, unter II.1.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend hat der BFH mit seiner Entscheidung in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203 zugunsten der Kl&auml;gerin den rechtswidrigen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1997 aufgehoben, in dem das FA aufgrund seiner &quot;irrigen&quot; Beurteilung zu Unrecht den Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin im Hinblick auf den Erwerb des Caf&eacute;s nach &sect; 14 Abs. 2 i.V.m. &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG berichtigt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Annahme der Kl&auml;gerin, der Sachbearbeiter des FA habe sich bei seiner Entscheidung in keinem Irrtum befunden, so dass eine &Auml;nderung nach &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO schon aus diesem Grund unzul&auml;ssig sei, geht fehl.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Kl&auml;gerin stellt in diesem Zusammenhang darauf ab, dass der den Vorsteuerabzug korrigierende Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1997 bereits am 19. August 1998 ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist unrichtig, weil der Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1997 tats&auml;chlich erst am 27. Februar 2001 erstellt wurde, was sich auch aus den Tatbest&auml;nden des BFH-Urteils in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203 und des FG-Urteils (Seite 3) ergibt. Die ge&auml;nderte Rechtsprechung des BFH in dem Urteil in BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695, auf die es seinerzeit ma&szlig;geblich ankam, war hingegen bereits seit dem 14. August 1998 bekannt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203, unter II.3.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FA durfte im Anschluss an diese zugunsten der Kl&auml;gerin ergangene BFH-Entscheidung zur Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1997 gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO nachtr&auml;glich durch &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995 &quot;die richtigen steuerlichen Folgen&quot; ziehen und den urspr&uuml;nglich zu Unrecht gew&auml;hrten Vorsteuerabzug aus den Aufwendungen f&uuml;r den Erwerb des Caf&eacute;s korrigieren. Denn &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO erfasst auch die F&auml;lle, in denen die Finanzbeh&ouml;rde aus &quot;einem bestimmten Sachverhalt&quot; die steuerrechtlichen Folgerungen ziehen will, sich aber dar&uuml;ber irrt, welchen Zeitraum (Veranlagungs- bzw. Erhebungszeitraum) diese Folgerungen betreffen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 26. Oktober 1994 II R 84\/91, BFH\/NV 1995, 476, unter 3.c; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 890).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ferner trifft auch die Annahme des FG zu, dass insoweit noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten war, weil das FA den streitbefangenen Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1995 am 7. August 2008 und damit innerhalb eines Jahres nach Ergehen des BFH-Urteils vom 6. Dezember 2007 (BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203) erlassen hat. Die in &sect; 174 Abs. 4 Satz 3 AO genannte Frist von einem Jahr war damit gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ist das FG-Urteil nicht deshalb rechtswidrig, weil es sich nicht mit fehlenden Ermessenserw&auml;gungen des FA auseinandersetzt. Denn es handelt sich bei der Entscheidung dar&uuml;ber, ob eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO durchgef&uuml;hrt wird, nicht um eine Ermessensentscheidung, die vom FG nach &sect; 102 FGO zu &uuml;berpr&uuml;fen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der Literatur wird im Hinblick darauf, dass es sich nach dem Wortlaut des &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO um eine sog. &quot;Kannbestimmung&quot; handelt (&quot;k&ouml;nnen&quot; die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden), zwar teilweise die Auffassung vertreten, die Korrektur nach &sect; 174 Abs. 4 AO stehe im Ermessen des FA (vgl. z.B. Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 174 Rz 156, 125; a.A. v.Wedelst&auml;dt in Woerner\/Grube, 9. Aufl., Rz 1144; von Groll in HHSp, &sect; 174 AO Rz 255, 211; v.Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect; 174 Rz 114; Pahlke\/Koenig\/Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 174 Rz 72, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect; 174 Abs. 4 AO l&auml;sst indes ebenso wenig wie &sect; 174 Abs. 3 AO Kriterien erkennen, die f&uuml;r eine Ermessensaus&uuml;bung leitend sein k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &#8211;im Rahmen einer Ermessensentscheidung ggf. zu ber&uuml;cksichtigende&#8211; Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes spielt im Rahmen von &sect; 174 Abs. 4 AO keine Rolle, weil die Entscheidung nach dieser Vorschrift &#8211;anders als bei einer Entscheidung gegen&uuml;ber einem Dritten nach &sect; 174 Abs. 4 i.V.m. &sect; 174 Abs. 5 AO&#8211; gegen&uuml;ber demselben Steuerpflichtigen ergeht, der mithin nicht erstmals mit dem betreffenden Sachverhalt befasst wird (vgl. Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 174 AO Rz 40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Lassen sich aber keine Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r einen Ermessensspielraum dahingehend finden, unter welchen Umst&auml;nden von einer durch Tatbestandserf&uuml;llung m&ouml;glichen &#8211;und nach dem unter II.1.a dargelegten Zweck der Vorschrift gebotenen&#8211; &Auml;nderung einer Steuerfestsetzung abgesehen werden kann, so bedeutet &quot;k&ouml;nnen&quot; in &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO ein rechtliches K&ouml;nnen und im Hinblick darauf, dass das FA auf die Erf&uuml;llung des Steueranspruchs nicht verzichten darf, ein &quot;M&uuml;ssen&quot; (vgl. zu &sect; 174 Abs. 3 AO BFH-Urteile vom 13. November 1985 II R 208\/82, BFHE 145, 487, BStBl II 1986, 241, unter 2.b; vom 21. Februar 1989 IX R 67\/84, BFH\/NV 1989, 687; im Ergebnis ebenso zu &sect; 174 Abs. 4 AO von Groll in HHSp, &sect; 174 AO Rz 255; v.Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect; 174 Rz 114; Pahlke\/Koenig\/Koenig, a.a.O., &sect; 174 Rz 72, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die Kl&auml;gerin ferner vortr&auml;gt, trotz Nichtvorliegens der materiell-rechtlichen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs komme eine Billigkeitsma&szlig;nahme nach den &sect;&sect; 163, 227 AO in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, unter II.3.a), ist nach ihrem eigenen Vorbringen ein entsprechendes gesondert gef&uuml;hrtes Verfahren noch anh&auml;ngig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verpflichtung des FA, die gesondert gef&uuml;hrten Verfahren betreffend die Umsatzsteuerfestsetzung und das Billigkeitsverfahren zeitgleich zu entscheiden, besteht entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht. Denn das BFH-Urteil in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744 enth&auml;lt unter II.3.b insoweit keine zwingende Vorgabe, soweit es darin hei&szlig;t, dass die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme &quot;regelm&auml;&szlig;ig mit der Steuerfestsetzung zu verbinden sein&quot; werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem FG ist ferner darin zu folgen, dass der angefochtene Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid vom 7. August 2008 nicht gegen unionsrechtliche Vorgaben durch die Rechtsprechung des EuGH verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der EuGH hat schon mehrfach gekl&auml;rt, dass ein Vorsteuerabzug nur f&uuml;r diejenigen Steuern besteht, die geschuldet wurden, oder die entrichtet worden sind, soweit sie geschuldet wurden. Das Vorsteuerabzugsrecht erstreckt sich demgegen&uuml;ber nicht auf eine Steuer, die geschuldet wird, weil sie in der Rechnung ausgewiesen wird (EuGH-Urteile vom 13. Dezember 1989 C-342\/87 &#8211;Genius&#8211;, Slg. 1989, 4227, Neue Juristische Wochenschrift 1991, 632; vom 19. September 2000 C-454\/98 &#8211;Schmeinck &#038; Cofreth und Strobel&#8211;, Slg. 2000, I-6973, UR 2000, 470, Rz 53; in Slg. 2007, I-2425, UR 2007, 343, Rz 23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Streitfall hat der BFH im Einklang mit dieser Rechtsprechung ausdr&uuml;cklich entschieden, dass der Kl&auml;gerin unabh&auml;ngig vom Vorliegen einer Rechnung kein Vorsteuerabzugsrecht zustand, weil nach &sect; 1 Abs. 1a Satz 1 UStG eine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen vorlag und f&uuml;r diesen Umsatz vom Leistenden keine Steuer geschuldet wurde (Urteil in BFHE 221, 67, BStBl II 2009, 203, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit sich die Kl&auml;gerin auf die Aussage im EuGH-Urteil &#8211;Reemtsma&#8211; beruft, wonach der Grundsatz der Effektivit&auml;t es ausnahmsweise gebietet, dem Dienstleistungsempf&auml;nger zu erm&ouml;glichen, eine Erstattung von zu Unrecht als Mehrwertsteuer gezahlten Betr&auml;gen zu bekommen (Slg. 2007, I-2425, UR 2007, 343, Rz 41), bestehen im Streitfall keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen derartigen Ausnahmefall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da die aufgeworfenen Rechtsfragen somit durch die Rechtsprechung des EuGH hinreichend gekl&auml;rt sind, konnte auch die von der Kl&auml;gerin begehrte Vorlage an den EuGH nach Art. 267 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union unterbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin waren Ausf&uuml;hrungen des FG zu der ausweislich des Einspruchs der Kl&auml;gerin vom 11. August 2008 ebenfalls ausdr&uuml;cklich angegriffenen Zinsfestsetzung nach &sect; 233a AO in dem Bescheid vom 7. August 2008 von vornherein entbehrlich, weil diese kraft ausdr&uuml;cklicher gesetzlicher Anordnung in &sect; 233a Abs. 5 AO insoweit akzessorisch zur ge&auml;nderten Steuerfestsetzung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat die Kl&auml;gerin die Zinsfestsetzung im finanzgerichtlichen Klageverfahren nicht mit einem eigenst&auml;ndigen Sachvortrag angegriffen, so dass f&uuml;r das FG keine besondere Veranlassung bestand, darauf einzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin richtet sich im Streitfall der Beginn des Zinslaufs nicht nach &sect; 233a Abs. 2a AO. Es liegt kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis im Sinne dieser Vorschrift vor, sondern eine &Auml;nderung einer Steuerfestsetzung (Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1995) i.S. des &sect; 233a Abs. 5 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2012, XI R 2\/10 &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Unterschiedliche Entscheidungszeitpunkte f&uuml;r Billigkeitsverfahren und Steuerfestsetzung &#8211; Kein Vorsteuerabzugsrecht bei unzutreffendem Steuerausweis in der Rechnung Leits&auml;tze Die Entscheidung des FA dar&uuml;ber, ob im Fall einer irrigen Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid nach &sect; 174 Abs. 4 AO &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-2-10-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-unterschiedliche-entscheidungszeitpunkte-fuer-billigkeitsverfahren-und-steuerfestsetzung-kein-vorsteuerabzugsrecht-bei-unzutreffendem-st\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;2\/10 &#8211; &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Unterschiedliche Entscheidungszeitpunkte f&uuml;r Billigkeitsverfahren und Steuerfestsetzung &#8211; Kein Vorsteuerabzugsrecht bei unzutreffendem Steuerausweis in der Rechnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8357\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}