{"id":8375,"date":"2012-12-05T04:29:48","date_gmt":"2012-12-05T02:29:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8375"},"modified":"2012-12-05T04:29:48","modified_gmt":"2012-12-05T02:29:48","slug":"vii-r-50-11-zigarettenschmuggel-einbeziehung-der-tabaksteuer-in-die-bemessungsgrundlage-der-einfuhrumsatzsteuer-empfaenger-unzulaessig-verbrachter-tabakwaren-als-steuerschuldner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-50-11-zigarettenschmuggel-einbeziehung-der-tabaksteuer-in-die-bemessungsgrundlage-der-einfuhrumsatzsteuer-empfaenger-unzulaessig-verbrachter-tabakwaren-als-steuerschuldner\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;50\/11 &#8211; Zigarettenschmuggel: Einbeziehung der Tabaksteuer in die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer; &quot;Empf&auml;nger&quot; unzul&auml;ssig verbrachter Tabakwaren als Steuerschuldner"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2012, VII R 50\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zigarettenschmuggel: Einbeziehung der Tabaksteuer in die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer; &quot;Empf&auml;nger&quot; unzul&auml;ssig verbrachter Tabakwaren als Steuerschuldner<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wurden in der Bundesrepublik Deutschland sichergestellte in das Zollgebiet der Union geschmuggelte Zigaretten &uuml;ber einen bestimmten anderen Mitgliedstaat in das deutsche Steuergebiet verbracht, hat die deutsche Zollverwaltung neben dem auf die Tabakwaren entfallenden Zoll und der Tabaksteuer auch die Einfuhrumsatzsteuer festzusetzen, falls die Zollschuld weniger als 5.000 EUR betr&auml;gt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. In diesem Fall ist die deutsche Einfuhrumsatzsteuer erst nach dem unzul&auml;ssigen Verbringen der Tabakwaren in das deutsche Steuergebiet entstanden mit der Folge, dass die entstandene Tabaksteuer der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einfuhrumsatzsteuer hinzuzurechnen ist.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Zur Frage, wer als &quot;Empf&auml;nger&quot; unzul&auml;ssig in das deutsche Steuergebiet verbrachter Tabakwaren anzusehen ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Anl&auml;sslich einer polizeilichen Durchsuchung des Kraftfahrzeugs des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) am 23. Februar 2007 wurden 40&nbsp;Kartons mit je 25&nbsp;Stangen Zigaretten der Marke Marlboro ohne Steuerzeichen gefunden sowie bei der anschlie&szlig;enden Durchsuchung der Wohnung des Kl&auml;gers weitere zehn &#8211;darunter eine angebrochene&#8211; Schachteln Zigaretten dieser Marke, die ebenfalls nicht mit Steuerzeichen versehen waren. Bei seiner Vernehmung vom selben Tag gab der Kl&auml;ger an, er habe die Kartons von einer Person, deren Vornamen (J) er lediglich nannte, mit dem Auftrag erhalten, diese mit seinem Kraftfahrzeug zu einem bestimmten Parkplatz zu bringen, das Fahrzeug dort stehen und den Fahrzeugschl&uuml;ssel auf dem Vorderreifen liegen zu lassen. Im Beisein des J habe er einen Karton ge&ouml;ffnet und dabei entdeckt, dass sich darin nicht &#8211;wie zuvor von J behauptet&#8211; Porzellanwaren, sondern Zigaretten befunden h&auml;tten. Er habe den Transport gleichwohl ausgef&uuml;hrt, weil er im Fall der Weigerung Repressalien bef&uuml;rchtet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einfuhrabgabenbescheid vom 15. Januar 2008 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die auf die Zigaretten entfallenden Einfuhrabgaben (3.920,38&nbsp;EUR Zoll, 7.232,46&nbsp;EUR Einfuhrumsatzsteuer und 27.338,99&nbsp;EUR Tabaksteuer) gegen den Kl&auml;ger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Die Zollschuld sei gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;202 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Zollkodex (ZK) entstanden. In Anbetracht der fehlenden Steuerzeichen an den Zigarettenschachteln sei davon auszugehen, dass die Zigaretten vorschriftswidrig in das Zollgebiet der Union verbracht worden seien. Nach Art.&nbsp;202 Abs.&nbsp;3 Anstrich&nbsp;3 ZK sei der Kl&auml;ger Zollschuldner. Da es nach dem Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen gegen andere an dem Zigarettenschmuggel beteiligte Personen als gekl&auml;rt angesehen werden k&ouml;nne, dass die aus einem Drittland stammenden Zigaretten zun&auml;chst nach Polen verbracht worden seien, und die Zollschuld weniger als 5.000&nbsp;EUR betrage, gelte sie gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;4 ZK als in Deutschland entstanden. Auf die Einfuhrumsatzsteuer seien diese Vorschriften sinngem&auml;&szlig; anzuwenden. Deren H&ouml;he sei unter Ber&uuml;cksichtigung der Tabaksteuer zu ermitteln. Die Tabaksteuer sei nach &sect;&nbsp;19 des Tabaksteuergesetzes (TabStG) mit dem Verbringen der Zigaretten in das deutsche Steuergebiet entstanden. Der Kl&auml;ger sei Schuldner der Tabaksteuer, da er die Zigaretten als Empf&auml;nger in Besitz genommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der angefochtene Einfuhrabgabenbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Art.&nbsp;202 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a ZK entsteht eine Einfuhrzollschuld, wenn eine einfuhrabgabenpflichtige Ware vorschriftswidrig in das Zollgebiet der Union verbracht wird. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt. Das FG hat aus dem Umstand, dass die in dem Fahrzeug des Kl&auml;gers bzw. in seiner Wohnung gefundenen Zigarettenschachteln keine Steuerzeichen aufwiesen, in rechtlich nicht zu beanstandender Weise geschlossen, die Zigaretten seien aus einem Drittland in das Zollgebiet der Union verbracht worden, ohne sie zu einer Zollstelle zu bef&ouml;rdern und sie dort zu gestellen (Art.&nbsp;202 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;2, Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;40 ZK).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die deutsche Zollverwaltung ist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;217 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;3 ZK berechtigt, den dieser Zollschuld entsprechenden Einfuhrabgabenbetrag buchm&auml;&szlig;ig zu erfassen und festzusetzen, weil die Zollschuld des Streitfalls als in Deutschland entstanden gilt. Nach den Feststellungen des FG, gegen die zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsgr&uuml;nde nicht vorgebracht sind (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), sind die Zigaretten &uuml;ber Polen vorschriftswidrig in das Zollgebiet der Union verbracht worden, weshalb die Zollschuld des Art.&nbsp;202 ZK zwar in Polen entstanden ist, jedoch nach Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;4 ZK gleichwohl als in Deutschland entstanden gilt, weil in Deutschland ihre Entstehung festgestellt wurde und sie weniger als 5.000&nbsp;EUR betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zollschuldner sind (u.a.) gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;202 Abs.&nbsp;3 Anstrich&nbsp;3 ZK die Personen, welche die betreffende Ware erworben oder im Besitz gehabt haben, obwohl sie in dem Zeitpunkt des Erwerbs oder Erhalts der Ware wussten oder vern&uuml;nftigerweise h&auml;tten wissen m&uuml;ssen, dass diese vorschriftswidrig in das Zollgebiet verbracht worden war. Der Kl&auml;ger erf&uuml;llt diese Voraussetzungen, da er die Zigaretten, die sich in seiner Wohnung und seinem Fahrzeug w&auml;hrend des Transports befanden, in Besitz hatte (vgl. insoweit: Senatsurteil vom 20.&nbsp;Januar 1998 VII&nbsp;R&nbsp;57\/97, BFH\/NV 1998, 893). Weshalb die Revision einen die Sachherrschaft des Kl&auml;gers &uuml;ber die Zigaretten tragenden Besitzwillen bezweifelt, erschlie&szlig;t sich nicht und wird von ihr auch nicht weiter begr&uuml;ndet. Nach den vom FG getroffenen Feststellungen hat der Kl&auml;ger auch gewusst, dass die Zigaretten vorschriftswidrig in das Zollgebiet verbracht worden waren. An diese Feststellung, die das FG auf die Aussage des Kl&auml;gers bei seiner Vernehmung gest&uuml;tzt hat, einen der Kartons ge&ouml;ffnet und die darin befindlichen Zigaretten entdeckt zu haben, ist der Senat ebenfalls mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Revisionsgr&uuml;nde gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entsprechendes gilt hinsichtlich der Einfuhrumsatzsteuer, weil f&uuml;r diese nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) die Vorschriften f&uuml;r Z&ouml;lle sinngem&auml;&szlig; gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der erkennende Senat mit Urteil vom 6.&nbsp;Mai 2008 VII&nbsp;R&nbsp;30\/07 (BFHE 221, 325, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2008, 301) ausgef&uuml;hrt und der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mit Urteil vom 29. April 2010 C-230\/08 (Slg. 2010, I-3799) best&auml;tigt hat, folgt die Befugnis zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer grunds&auml;tzlich der Befugnis zur Erhebung des Zolls. Mit der dementsprechend durch &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 UStG angeordneten sinngem&auml;&szlig;en Anwendung der Zollvorschriften soll sichergestellt werden, dass die bei der Einfuhr zu erhebenden Abgaben von ein und derselben Beh&ouml;rde in einem Bescheid nach dem gleichen Verfahren aufgrund einheitlich getroffener Feststellungen einfach und zweckm&auml;&szlig;ig erhoben werden. Dem entspricht es, auch Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;4 ZK auf die Einfuhrumsatzsteuer anzuwenden (Senatsurteil in BFHE 221, 325, ZfZ 2008, 301) und &#8211;wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat&#8211; in F&auml;llen wie dem vorliegenden die Zollbeh&ouml;rde desjenigen Mitgliedstaats, in dem die Entstehung einer Zollschuld in einem anderen Mitgliedstaat in H&ouml;he von weniger als 5.000&nbsp;EUR festgestellt wurde, auch dann als f&uuml;r die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer zust&auml;ndig anzusehen, wenn die Einfuhrumsatzsteuerschuld diesen Betrag &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat auch zu Recht die auf die Zigaretten entfallende Tabaksteuer bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einfuhrumsatzsteuer (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 UStG) ber&uuml;cksichtigt. Nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 UStG sind die aufgrund der Einfuhr im Zeitpunkt des Entstehens der Einfuhrumsatzsteuer auf den Gegenstand entfallenden Betr&auml;ge an (u.a.) Verbrauchsteuern der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einfuhrumsatzsteuer hinzuzurechnen. Da es sich hierbei um eine Vorschrift zur Bestimmung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die deutsche Einfuhrumsatzsteuer handelt, ist allein der Zeitpunkt des Entstehens der deutschen Einfuhrumsatzsteuer ma&szlig;geblich. Daher kommt nicht der Zeitpunkt der Einfuhr der Zigaretten nach Polen in Betracht (a.A. zu einem entsprechenden Fall: FG M&uuml;nchen, Urteil vom 28.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;335\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berechtigung der deutschen Zollbeh&ouml;rden, f&uuml;r die beim Kl&auml;ger gefundenen unversteuerten Zigaretten die deutsche Einfuhrumsatzsteuer zu erheben, ergibt sich &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; aus Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;3 ZK i.V.m. der Fiktion des in Deutschland liegenden Orts der Zollschuldentstehung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;4 ZK. Der Zeitpunkt des Entstehens der deutschen Einfuhrumsatzsteuer i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 UStG ist somit der Zeitpunkt, in dem die Voraussetzungen des Art.&nbsp;215 Abs.&nbsp;4 ZK erf&uuml;llt waren, mithin der 23.&nbsp;Februar 2007, als die unversteuerten Zigaretten beim Kl&auml;ger entdeckt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zigaretten in das deutsche Steuergebiet eingef&uuml;hrt und damit die Tabaksteuer entstanden (s. dazu im Folgenden 4.&nbsp;a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. a) Die Tabaksteuer ist im Streitfall nach &sect;&nbsp;19 Satz&nbsp;1 TabStG (in der hier ma&szlig;geblichen bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 geltenden Fassung) entstanden, weil die Zigaretten unzul&auml;ssigerweise entgegen &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 TabStG, d.h. ohne Verwendung von Steuerzeichen, aus dem freien Verkehr eines anderen Mitgliedstaats (hier Polen) zu gewerblichen Zwecken in das Steuergebiet verbracht worden sind. Um ein Verbringen zu privaten Zwecken i.S. des &sect;&nbsp;20 TabStG handelt es sich zweifellos nicht und die zun&auml;chst in Polen in das Zollgebiet der Union eingef&uuml;hrten Zigaretten befanden sich dort auch im freien Verkehr, denn nach Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c der (im Streitfall noch anzuwendenden) Richtlinie 92\/12\/EWG (RL 92\/12\/EWG) des Rates vom 25.&nbsp;Februar 1992 &uuml;ber das allgemeine System, den Besitz, die Bef&ouml;rderung und die Kontrolle verbrauchsteuerpflichtiger Waren (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;76\/1) gilt als &Uuml;berf&uuml;hrung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr jede &#8211;auch unrechtm&auml;&szlig;ige&#8211; Einfuhr dieser Waren, sofern sie nicht einem Verfahren der Steueraussetzung unterstellt worden sind (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-3799, Rz&nbsp;75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden &#8211;wie im Streitfall&#8211; verbrauchsteuerpflichtige Waren, die in einem Mitgliedstaat bereits in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;bergef&uuml;hrt worden sind, zu gewerblichen Zwecken in einen anderen Mitgliedstaat verbracht, ist dieser gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 RL 92\/12\/EWG f&uuml;r die Erhebung der Verbrauchsteuer zust&auml;ndig (EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-3799, Rz&nbsp;112-114).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den Kl&auml;ger auch zu Recht als Schuldner der Tabaksteuer angesehen. Steuerschuldner ist nach &sect;&nbsp;19 Satz&nbsp;2 TabStG (u.a.) der Empf&auml;nger der Tabakwaren, sobald er Besitz an ihnen erlangt hat. Zutreffend hat das FG insoweit in Anbetracht des Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 RL 92\/12\/EWG sowie unter Ber&uuml;cksichtigung des Urteils des erkennenden Senats vom 10.&nbsp;Oktober 2007 VII&nbsp;R&nbsp;49\/06 (BFHE 218, 469, ZfZ 2008, 85) angenommen, als &quot;Empf&auml;nger&quot; im Sinne dieser Vorschrift sei derjenige anzusehen, der im Steuergebiet unversteuerte Tabakwaren in Empfang nimmt, indem er seine tats&auml;chliche Herrschaft (Sachherrschaft) an ihnen begr&uuml;ndet, denn nach vorgenanntem Senatsurteil geht es bei der Bestimmung des verbrauchsteuerrechtlichen Abgabenschuldners darum, denjenigen in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen, in dessen unmittelbarer Obhut eine verbrauchsteuerpflichtige Ware sich befindet und der deshalb anhand objektiver Umst&auml;nde leicht ausgemacht und zur steuerrechtlichen Verantwortung gezogen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zwar zu &sect;&nbsp;19 Satz&nbsp;2 TabStG die Auffassung vertreten, Schuldner der Tabaksteuer k&ouml;nne nur derjenige &quot;Empf&auml;nger&quot; der Tabakwaren sein, der den Besitz an diesen im Rahmen des Verbringungs- bzw. Versendungsvorgangs selbst erlangt habe, somit nicht derjenige, in dessen Besitz die Tabakwaren erst gelangen, nachdem der Verbringungs- bzw. Versendungsvorgang bereits beendet worden sei (BGH-Urteil vom 2.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;StR&nbsp;635\/09, Neue Zeitschrift f&uuml;r Strafrecht 2010, 644). Ob diese Ansicht des BGH einer richtlinienkonformen Auslegung des &sect;&nbsp;19 Satz&nbsp;2 TabStG unter Heranziehung des Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;2 RL 92\/12\/EWG entspricht, kann im Streitfall offenbleiben, weil der Kl&auml;ger auch bei der vom BGH vertretenen Auslegung des &sect;&nbsp;19 Satz&nbsp;2 TabStG Schuldner der Tabaksteuer w&auml;re. Der Vorgang des Verbringens der Zigaretten in das deutsche Steuergebiet war n&auml;mlich noch nicht beendet, als der Kl&auml;ger sie zum Zweck ihres Weitertransports in sein Fahrzeug umladen lie&szlig;. Nach den vom FG wiedergegebenen Vernehmungsprotokollen sowie der Anklageschrift befanden sich die Zigaretten noch auf ihrem mit einem polnischen Fahrzeug durchgef&uuml;hrten Transport von Polen zu ihrem Empf&auml;nger in Deutschland, der nur unterbrochen worden war, um die Zigaretten auf das vermeintlich unverd&auml;chtige Fahrzeug des Kl&auml;gers mit deutschem Kennzeichen umzuladen. Die Zigaretten waren somit noch nicht &#8211;wie es der BGH formuliert&#8211; &quot;in Sicherheit gebracht&quot; worden und &quot;zur Ruhe gekommen&quot;, als der Kl&auml;ger den Besitz an ihnen erlangte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2012, VII R 50\/11 Zigarettenschmuggel: Einbeziehung der Tabaksteuer in die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer; &quot;Empf&auml;nger&quot; unzul&auml;ssig verbrachter Tabakwaren als Steuerschuldner Leits&auml;tze 1. Wurden in der Bundesrepublik Deutschland sichergestellte in das Zollgebiet der Union geschmuggelte Zigaretten &uuml;ber einen bestimmten anderen Mitgliedstaat in das deutsche Steuergebiet verbracht, hat die deutsche Zollverwaltung neben dem auf die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-50-11-zigarettenschmuggel-einbeziehung-der-tabaksteuer-in-die-bemessungsgrundlage-der-einfuhrumsatzsteuer-empfaenger-unzulaessig-verbrachter-tabakwaren-als-steuerschuldner\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;50\/11 &#8211; Zigarettenschmuggel: Einbeziehung der Tabaksteuer in die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer; &quot;Empf&auml;nger&quot; unzul&auml;ssig verbrachter Tabakwaren als Steuerschuldner<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8375","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8375"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8375\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}