{"id":8446,"date":"2012-12-05T04:04:31","date_gmt":"2012-12-05T02:04:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8446"},"modified":"2012-12-05T04:04:31","modified_gmt":"2012-12-05T02:04:31","slug":"viii-r-27-09-sonn-und-feiertagszuschlaege-eines-gesellschaftergeschaeftsfuehrers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-09-sonn-und-feiertagszuschlaege-eines-gesellschaftergeschaeftsfuehrers\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;27\/09 &#8211; Sonn- und Feiertagszuschl&auml;ge eines Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2012, VIII R 27\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Sonn- und Feiertagszuschl&auml;ge eines Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Im Revisionsverfahren ist nur noch streitig, ob die an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH gezahlten zus&auml;tzlichen Verg&uuml;tungen f&uuml;r Arbeit an Sonn- und Feiertagen zu Recht im Einkommensteuerbescheid als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) ber&uuml;cksichtigt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und wurden in den Streitjahren 1997 bis 1999 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren zu 51 % an der S-GmbH beteiligt, deren alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer er zugleich war. Im Anstellungsvertrag von 1985 war f&uuml;r den Kl&auml;ger neben dem Festgehalt in H&ouml;he von 4.400 DM ein Anspruch auf eine erfolgsabh&auml;ngige Tantieme vereinbart. Die Arbeitszeit wurde nicht konkret geregelt. Im Dezember 1995 beschlossen die Gesellschafter, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r seine T&auml;tigkeit an Sonn- und Feiertagen steuerfreie Zuschl&auml;ge gem&auml;&szlig; &quot;&sect; 3b EStG, Abschn. 30 LStR&quot; erhalten sollte. Ausf&uuml;hrungen zur Berechnung der Zuschl&auml;ge waren in dem Beschluss nicht enthalten. Durch Gesellschafterbeschluss vom April 1997 wurde das Festgehalt des Kl&auml;gers auf 9.500 DM heraufgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war bei der S-GmbH angestellt. In ihrem Anstellungsvertrag waren ein Festgehalt in H&ouml;he von zun&auml;chst 2.700 DM, ab Mai 1997 in H&ouml;he von 3.500 DM f&uuml;r eine konkrete Wochenarbeitszeit, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zuschl&auml;ge f&uuml;r Sonn- und Feiertage vereinbart. Die Kl&auml;gerin war zur Ableistung von regelm&auml;&szlig;igen Bereitschaftsdiensten an Wochenenden und Feiertagen sowie zur &Uuml;bernahme des Bereitschaftsdienstes an jedem Wochenende verpflichtet, wenn der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer urlaubs- oder krankheitsbedingt abwesend war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; f&uuml;r alle Streitjahre im Wesentlichen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;e Erstbescheide ohne den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. Die Kl&auml;ger legten gegen diese Bescheide ebenso wenig Einspruch ein wie gegen die jeweils sp&auml;ter ergangenen ersten &Auml;nderungsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der S-GmbH teilte der Au&szlig;enpr&uuml;fer dem FA durch Kontrollmitteilung u.a. mit, dass der Kl&auml;ger in allen Streitjahren Zuschl&auml;ge f&uuml;r Dienste an Sonn- und Feiertagen von der S-GmbH erhalten habe, die bisher als steuerfreier Arbeitslohn behandelt worden seien. Der Pr&uuml;fer ging davon aus, dass diese Zuschl&auml;ge durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst und damit vGA seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &auml;nderte aufgrund der Kontrollmitteilung des Au&szlig;enpr&uuml;fers und ge&auml;nderter Feststellungsbescheide die bisherigen Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 1997 bis 1999 durch Bescheide vom 14. November 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger legten gegen diese &Auml;nderungsbescheide aus verschiedenen, inzwischen nicht mehr streiterheblichen Gr&uuml;nden Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; am 2. Januar 2007 f&uuml;r die Jahre 1997 bis 1999 erneut ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Kl&auml;ger. In diesen waren die Zuschl&auml;ge des Kl&auml;gers f&uuml;r seine Dienste an Sonn- und Feiertagen als Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 26. M&auml;rz 2007 wies das FA die Einspr&uuml;che der Kl&auml;ger gegen die Einkommensteuerbescheide 1997 bis 1999 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die daraufhin von den Kl&auml;gern erhobene Klage mit dem Ziel, die bisher als vGA erfassten Betr&auml;ge f&uuml;r Sonn- und Feiertagsdienste des Kl&auml;gers als steuerfreien Arbeitslohn zu beurteilen, wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1516 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden im Wesentlichen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie sind der Auffassung, dass die an den Kl&auml;ger gezahlten Zuschl&auml;ge f&uuml;r Dienste an Sonn- und Feiertagen steuerfreier Arbeitslohn seien. Dies ergebe sich aus Art. 3 des Grundgesetzes. Der Kl&auml;ger sei ebenso wie alle Angestellten der S-GmbH verpflichtet gewesen, Dienst an Sonn- und Feiertagen zu verrichten. Er &uuml;be somit die gleiche T&auml;tigkeit aus wie die &uuml;brigen Angestellten und handle in diesem Bereich wie ein &quot;normaler Arbeitnehmer&quot;. Alle Angestellten h&auml;tten jedoch die steuerfreien Zuschl&auml;ge auf Grundlage einer 40-Stunden-Woche erhalten. Das Argument des FG, dass die Dienste des Kl&auml;gers wegen seiner Tantieme bereits abgegolten seien, greife nicht durch. Denn der Kl&auml;ger trage f&uuml;r diese besonderen Dienste gerade kein unternehmerisches Risiko. Die Tantieme des Kl&auml;gers gelte aber nur dieses Risiko und die Mehrverantwortung eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers ab. Keinesfalls sei die Tantieme eine Zusatzverg&uuml;tung f&uuml;r T&auml;tigkeiten, f&uuml;r die andere Angestellte einen steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschlag erhalten w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 1997 bis 1999 dahingehend zu &auml;ndern, dass die bisher als vGA erfassten Zuschl&auml;ge des Kl&auml;gers f&uuml;r Dienste an Sonn- und Feiertagen als Arbeitslohn ber&uuml;cksichtigt werden und gem&auml;&szlig; &sect; 3b des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision der Kl&auml;ger zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht hat das FG entschieden, dass die vom Kl&auml;ger erhaltenen Zuschl&auml;ge f&uuml;r Dienste an Sonn- und Feiertagen als vGA zu beurteilen und damit als Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen zu erfassen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch vGA. Eine vGA einer Kapitalgesellschaft ist gegeben, wenn die Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter au&szlig;erhalb der gesellschaftsrechtlichen Gewinnverteilung einen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet und diese Zuwendung ihren Anlass oder zumindest ihre Mitveranlassung im Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat. Das ist der Fall, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer diesen Vorteil einem Nichtgesellschafter nicht zugewendet h&auml;tte (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Dezember 2006 VIII R 31\/05, BFHE 216, 214, BStBl II 2007, 393, m.w.N.). Zahlt eine GmbH an ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gesonderte Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Ableistung von &Uuml;berstunden, liegt aus steuerrechtlicher Sicht regelm&auml;&szlig;ig eine vGA vor (BFH-Urteil vom 14. Juli 2004 I R 111\/03, BFHE 206, 437, BStBl II 2005, 307, m.w.N.). Dies gilt auch dann, wenn die zus&auml;tzliche Verg&uuml;tung nur f&uuml;r Arbeiten an Sonn- und Feiertagen und zur Nachtzeit gezahlt werden soll, da eine solche Regelung die Annahme rechtfertigt, dass dem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer aus im Gesellschaftsverh&auml;ltnis liegenden Gr&uuml;nden die in &sect; 3b EStG vorgesehene Steuerverg&uuml;nstigung verschafft werden soll. Eine solche Vereinbarung widerspricht dem Gedanken, dass ein Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sich in besonderem Ma&szlig;e mit den Interessen und Belangen der von ihm geleiteten Gesellschaft identifizieren und die notwendigen Arbeiten auch dann erledigen muss, wenn dies einen Einsatz au&szlig;erhalb der &uuml;blichen Arbeitszeiten oder &uuml;ber diese hinaus erfordert. Allerdings kann eine entsprechende Vereinbarung im Einzelfall durch &uuml;berzeugende betriebliche Gr&uuml;nde gerechtfertigt sein, die geeignet sind, die Vermutung f&uuml;r die Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis zu entkr&auml;ften. Dann liegt keine vGA vor. Eine solche betriebliche Veranlassung kann u.a. dann anzunehmen sein, wenn trotz Un&uuml;blichkeit im allgemeinen Wirtschaftsverkehr mit vergleichbaren gesellschaftsfremden Personen &auml;hnliche Vereinbarungen abgeschlossen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob eine Vereinbarung zwischen einer GmbH und ihrem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ausschlie&szlig;lich betrieblich oder durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst ist, muss im gerichtlichen Verfahren in erster Linie das FG anhand aller Umst&auml;nde des konkreten Einzelfalls beurteilen (BFH-Urteil vom 23. Juli 2003 I R 80\/02, BFHE 203, 114, BStBl II 2003, 926, m.w.N.). Dessen W&uuml;rdigung kann im Revisionsverfahren nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob sie in verfahrensfehlerhafter Weise zustande gekommen ist und ob sie gegen Denkgesetze oder gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t (BFH-Urteil in BFHE 206, 437, BStBl II 2005, 307). Ist dies nicht der Fall, so ist der BFH gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO auch dann an die Beurteilung seitens des FG gebunden, wenn eine abweichende W&uuml;rdigung des Veranlassungszusammenhangs gleicherma&szlig;en m&ouml;glich oder naheliegend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG, dass die Leistung der Zuschl&auml;ge f&uuml;r Sonn- und Feiertage von der S-GmbH an den Kl&auml;ger gesellschaftsrechtlich veranlasst war, revisionsrechtlich bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat seine W&uuml;rdigung wie folgt begr&uuml;ndet: Besondere betriebliche Gr&uuml;nde, die f&uuml;r eine arbeitsvertragliche Veranlassung sprechen k&ouml;nnten, l&auml;gen nicht vor. Zum einen gebe es keinen gesellschaftsfernen Angestellten, der eine vergleichbare Verg&uuml;tungsstruktur wie der Kl&auml;ger aufweise. S&auml;mtliche anderen Angestellten der S-GmbH, die die steuerfreien Zusch&uuml;sse erhalten, h&auml;tten in den Streitjahren nicht nur geringere Verg&uuml;tungen bezogen, sondern h&auml;tten auch keinen Anspruch auf eine Tantieme gehabt. Denn die im November an die Angestellten geleisteten Pr&auml;mien seien das arbeitsvertraglich vereinbarte Weihnachtsgeld. Alle anderen Angestellten h&auml;tten im Gegensatz zum Kl&auml;ger fest vereinbarte Wochenarbeitsstunden gehabt. Der deutlich erh&ouml;hte Grundlohn des Kl&auml;gers und der Anspruch auf die Tantieme spr&auml;chen daf&uuml;r, dass damit der besondere Einsatz des Kl&auml;gers auch an Sonn- und Feiertagen sowie au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Arbeitszeiten bereits ber&uuml;cksichtigt worden sei. Von einem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer werde gew&ouml;hnlich ein h&ouml;herer pers&ouml;nlicher Einsatz erwartet, der sich gerade nicht an einer konkreten Wochenarbeitszeit orientiere. Ein ordentlicher Gesch&auml;ftsleiter h&auml;tte mit dem Kl&auml;ger daher kein zus&auml;tzliches Entgelt f&uuml;r die Arbeit an Sonn- und Feiertagen vereinbart. Zudem sei von Anfang an klar gewesen, dass der Kl&auml;ger am Kundengesch&auml;ft mitwirken m&uuml;sse und dies eben auch an Sonn- und Feiertagen. Dies h&auml;tte ein ordentlicher Kaufmann bereits bei der Bemessung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalts ber&uuml;cksichtigt. Aus der Tatsache, dass eine w&ouml;chentliche Arbeitsstundenanzahl nicht vereinbart gewesen sei, gehe hervor, dass die Bezahlung am Arbeitsergebnis und nicht an der Arbeitszeit ausgerichtet gewesen sei. Daher gelte die Vermutung, dass die Vereinbarung nur getroffen worden sei, um dem Kl&auml;ger die Steuerfreiheit des &sect; 3b EStG zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese W&uuml;rdigung des Streitfalls durch das FG bindet den erkennenden Senat als Revisionsgericht gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO. Zu den der Bindung unterliegenden Feststellungen geh&ouml;ren auch die Schlussfolgerungen tats&auml;chlicher Art. Die Schlussfolgerung des FG, dass die Vereinbarung der S-GmbH mit dem Kl&auml;ger &uuml;ber Zuschl&auml;ge f&uuml;r Dienste an Sonn- und Feiertagen gesellschaftsrechtlich veranlasst ist, ist verfahrensrechtlich fehlerfrei zustande gekommen, aufgrund der tats&auml;chlichen Feststellungen m&ouml;glich und in sich widerspruchsfrei. Die Kl&auml;ger haben dagegen auch keine durchgreifenden Revisionsr&uuml;gen vorgebracht, sondern ziehen aus dem festgestellten Sachverhalt lediglich eine andere tats&auml;chliche Schlussfolgerung als das FG. Dadurch wird jedoch die Bindung des Revisionsgerichts gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO nicht aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2012, VIII R 27\/09 Sonn- und Feiertagszuschl&auml;ge eines Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers Tatbestand 1&nbsp; I. Im Revisionsverfahren ist nur noch streitig, ob die an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH gezahlten zus&auml;tzlichen Verg&uuml;tungen f&uuml;r Arbeit an Sonn- und Feiertagen zu Recht im Einkommensteuerbescheid als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) ber&uuml;cksichtigt sind. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-09-sonn-und-feiertagszuschlaege-eines-gesellschaftergeschaeftsfuehrers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;27\/09 &#8211; Sonn- und Feiertagszuschl&auml;ge eines Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8446","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8446"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8446\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}