{"id":8448,"date":"2012-12-05T04:07:27","date_gmt":"2012-12-05T02:07:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8448"},"modified":"2012-12-05T04:07:27","modified_gmt":"2012-12-05T02:07:27","slug":"iii-b-94-10-auslegung-eines-zeitlich-nicht-eingeschraenkten-kindergeldantrags-erforderlichkeit-einer-bfh-entscheidung-bei-von-der-bfh-rechtsprechung-abweichender-rechtskraeftiger-divergenzentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-94-10-auslegung-eines-zeitlich-nicht-eingeschraenkten-kindergeldantrags-erforderlichkeit-einer-bfh-entscheidung-bei-von-der-bfh-rechtsprechung-abweichender-rechtskraeftiger-divergenzentscheidung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;94\/10 &#8211; Auslegung eines zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Kindergeldantrags; Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bei von der BFH-Rechtsprechung abweichender rechtskr&auml;ftiger Divergenzentscheidung des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.3.2012, III B 94\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Auslegung eines zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Kindergeldantrags; Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bei von der BFH-Rechtsprechung abweichender rechtskr&auml;ftiger Divergenzentscheidung des FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), die vietnamesische Staatsangeh&ouml;rige ist, reiste 1991 in die Bundesrepublik Deutschland ein. Nachdem sie zun&auml;chst Asyl beantragt hatte, wurde ihr im Mai 2000 eine Aufenthaltsbefugnis erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 13. Oktober 2005 erhielt sie eine unbefristete Niederlassungserlaubnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem am 14. Oktober 2005 bei der Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) eingegangenen Antrag begehrte die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r ihre zwei in den Jahren 1992 und 1998 geborenen Kinder. Nachdem die Kl&auml;gerin die unter Androhung der Antragsablehnung mit Schreiben vom 2. November 2005 geforderten Angaben zu einem etwaigen bisherigen Kindergeldbezug nicht gemacht hatte, setzte die Familienkasse mit Kassenanordnung vom 10. November 2005 zugunsten der Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r die beiden Kinder ab Oktober 2005 fest. Ein schriftlicher Bescheid erging nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem am 4. Juli 2008 bei der Familienkasse eingegangenen Schreiben beantragte die Kl&auml;gerin die r&uuml;ckwirkende Kindergeldgew&auml;hrung von Mai 2000 bis September 2005. Die Familienkasse lehnte diesen Antrag mit Bescheid vom 9. Juli 2008 ab. Der hiergegen gerichtete Einspruch blieb ohne Erfolg. In der Einspruchsentscheidung vom 8. Oktober 2008 f&uuml;hrte die Familienkasse aus, dass f&uuml;r die Kindergeldanspr&uuml;che der Jahre 2000 bis 2003 bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten sei. F&uuml;r den Zeitraum Januar 2004 bis September 2005 habe die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung bereits durch Bescheid vom 11. November 2005 bestandskr&auml;ftig abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der auf Aufhebung des Ablehnungsbescheids vom 9. Juli 2008 und der Einspruchsentscheidung vom 8. Oktober 2008 sowie auf Neuverbescheidung f&uuml;r den Zeitraum von Januar 2001 bis September 2005 gerichteten Klage in vollem Umfang statt. Zur Begr&uuml;ndung verwies es im Wesentlichen darauf, dass der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung durch den Kindergeldantrag vom 14. Oktober 2005 gehemmt gewesen sei. Der Antrag habe sich mangels ausdr&uuml;cklicher zeitlicher Einschr&auml;nkung auch auf die Vergangenheit bezogen. Entgegen der Ansicht der Familienkasse sei durch Verf&uuml;gung vom 11. November 2005 keine bestandskr&auml;ftige Ablehnung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Streitzeitr&auml;ume erfolgt. Soweit in der Kassenanordnung auch eine Ablehnung der Kindergeldfestsetzung liegen sollte, mangele es dieser an der nach &sect; 157 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) erforderlichen Schriftform.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde macht die Familienkasse die Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung ergebe sich daraus, dass die Rechtsfrage zu kl&auml;ren sei, ob der Antrag eines Ausl&auml;nders auf Kindergeld, der erstmalig zu einem bestimmten Zeitpunkt die Voraussetzungen eines erforderlichen Aufenthaltstitels erf&uuml;llt und im zeitlichen Zusammenhang damit einen entsprechenden Kindergeldantrag stellt, als ein Antrag nur f&uuml;r die Zukunft auszulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sei die Zulassung der Revision erforderlich, weil das FG von dem Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 28. August 2008&nbsp;&nbsp;5 K 1301\/08 abgewichen sei. Das FG Rheinland-Pfalz sei davon ausgegangen, dass einem Antrag auf Kindergeld, der auch f&uuml;r die Vergangenheit gestellt werde, der Hinweis zu entnehmen sein m&uuml;sse, dass f&uuml;r die Vergangenheit Kindergeld begehrt werde. Im Streitfall habe das FG dagegen gefordert, dass eine beabsichtigte zeitliche Einschr&auml;nkung des Antrags ausdr&uuml;cklich erfolgen m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Soweit ihre Begr&uuml;ndung den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, rechtfertigen die vorgebrachten Gr&uuml;nde nicht die Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Auffassung der Familienkasse hat die Rechtssache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Zulassungsgrund ist nur gegeben, wenn die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten erscheinen lassen (vgl. etwa Senatsbeschluss vom 29. August 2011 III B 110\/10, BFH\/NV 2011, 2100). So verh&auml;lt es sich hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse h&auml;lt die Frage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob der Antrag eines Ausl&auml;nders auf Kindergeld, der erstmalig zu einem bestimmten Zeitpunkt die Voraussetzungen eines erforderlichen Aufenthaltstitels erf&uuml;llt und im zeitlichen Zusammenhang damit einen entsprechenden Kindergeldantrag stellt, als ein Antrag nur f&uuml;r die Zukunft auszulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat jedoch die Rechtsgrunds&auml;tze, nach denen die Auslegung eines zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Antrags auf Kindergeld zu erfolgen hat, bereits mit Urteil vom 28. Januar 2004 VIII R 12\/03 (BFH\/NV 2004, 786) dargelegt. Danach ergibt sich aufgrund von &sect; 66 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG), wonach das Kindergeld vom Beginn des Monats an gezahlt wird, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind, bis zum Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen, die Pflicht der Familienkasse, einen Antrag auf Festsetzung von Kindergeld (&sect; 67 EStG), der keine ausdr&uuml;ckliche zeitliche Einschr&auml;nkung enth&auml;lt, umfassend und damit auch f&uuml;r die Vergangenheit zu pr&uuml;fen. Da das Kindergeld bis zur Grenze der Festsetzungsverj&auml;hrung auch r&uuml;ckwirkend beantragt werden kann, entspricht es dem Interesse des Antragstellers, einen Kindergeldantrag, der keine ausdr&uuml;ckliche zeitliche Einschr&auml;nkung enth&auml;lt, seinem objektiven Inhalt nach dahin zu verstehen, dass die Kindergeldfestsetzung auch f&uuml;r die Vergangenheit begehrt wird. Sollte ein Antragsteller abweichend von der regelm&auml;&szlig;igen Interessenlage einen Grund daf&uuml;r haben, zun&auml;chst kein Kindergeld f&uuml;r die Vergangenheit zu beantragen, bleibt es ihm unbenommen, in einem solchen Ausnahmefall einen entsprechenden Antrag ausdr&uuml;cklich nur f&uuml;r die Zukunft zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse hat keine Gr&uuml;nde dargelegt, die gleichwohl eine erneute Befassung des BFH mit dieser Frage erforderlich erscheinen lassen. Ein solcher Grund ergibt sich insbesondere nicht daraus, dass ein bislang im Besitz einer Aufenthaltsbefugnis befindlicher Ausl&auml;nder erstmalig in 2005 in den Besitz eines Aufenthaltstitels gelangt ist, der im Anspruchszeitraum 2005 die Voraussetzungen des &sect; 62 Abs. 2 EStG erf&uuml;llte. Denn durch den zur Parallelvorschrift des &sect; 1 Abs. 3 des Bundeskindergeldgesetzes in der Fassung des Ersten Gesetzes zur Umsetzung des Spar-, Konsolidierungs- und Wachstumsprogramms vom 21. Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2353) ergangenen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juli 2004&nbsp;&nbsp;1 BvL 4\/97 (BVerfGE 111, 160, BFH\/NV 2005, Beilage 2, 114) war gerade f&uuml;r Antragsteller, die nur im Besitz einer Aufenthaltsbefugnis waren, auch im Bereich des &sect; 62 Abs. 2 EStG eine r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderung nicht auszuschlie&szlig;en, die sich auf noch offene F&auml;lle auswirken konnte. Daher entsprach es bei der Antragstellung &#8211;anders als in dem dem Urteil des BFH vom 9. Februar 2012 III R 45\/10 (StE 2012, 293) zugrundeliegenden Fall&#8211; dem Interesse der Kl&auml;gerin, etwaige Kindergeldanspr&uuml;che f&uuml;r die Vergangenheit durch eine den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung hemmende Antragstellung (&sect; 171 Abs. 3 AO) zu wahren. Da somit auch in diesen F&auml;llen nur bei eindeutiger Einschr&auml;nkung des Antragsumfangs auf eine Pr&uuml;fung der bis zur Grenze der Festsetzungsverj&auml;hrung entstandenen Kindergeldanspr&uuml;che verzichtet werden kann, sind keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass eine &Auml;nderung der von dem BFH entwickelten Grunds&auml;tze zur Auslegung von zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Kindergeldantr&auml;gen in Betracht kommen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) zuzulassen, da die Beschwerde insoweit nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO ist die Revision nur zuzulassen, wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH &quot;erfordert&quot;. Die Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bildet neben dem Vorliegen einer Abweichung eine eigenst&auml;ndige Voraussetzung f&uuml;r die Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 79; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 115 FGO Rz 192). Denn das Allgemeininteresse an einer Entscheidung des BFH wird bei vorliegender Divergenz nicht kraft Gesetzes vermutet, sondern ist bei der Entscheidung &uuml;ber die Zulassung gesondert zu pr&uuml;fen (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 65). Macht der Beschwerdef&uuml;hrer geltend, dass die angegriffene FG-Entscheidung von der Entscheidung eines anderen FG abweicht, ist daher im Einzelnen darzulegen, aus welchen Gr&uuml;nden eine Entscheidung des BFH erforderlich ist (Lange in HHSp, &sect; 116 FGO Rz 198).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift nicht. Sie legt zwar dar, dass das FG in der angefochtenen Entscheidung einen von der Entscheidung des FG Rheinland-Pfalz vom 28. August 2008&nbsp;&nbsp;5 K 1301\/08 abweichenden Rechtssatz formuliert habe. Sie setzt sich jedoch nicht mit der Frage auseinander, ob und inwieweit die angefochtene Entscheidung mit der Rechtsprechung des BFH in Einklang steht. Da die angefochtene Entscheidung von den durch die BFH-Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 786) aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tzen ausgeht und die Divergenzentscheidung durch den BFH nicht mehr korrigiert werden kann, h&auml;tte die Familienkasse im Einzelnen darlegen m&uuml;ssen, weshalb gleichwohl eine Entscheidung des BFH zur Sicherung der Rechtseinheit erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.3.2012, III B 94\/10 Auslegung eines zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Kindergeldantrags; Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bei von der BFH-Rechtsprechung abweichender rechtskr&auml;ftiger Divergenzentscheidung des FG Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), die vietnamesische Staatsangeh&ouml;rige ist, reiste 1991 in die Bundesrepublik Deutschland ein. Nachdem sie zun&auml;chst Asyl beantragt hatte, wurde ihr im Mai 2000 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-94-10-auslegung-eines-zeitlich-nicht-eingeschraenkten-kindergeldantrags-erforderlichkeit-einer-bfh-entscheidung-bei-von-der-bfh-rechtsprechung-abweichender-rechtskraeftiger-divergenzentscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;94\/10 &#8211; Auslegung eines zeitlich nicht eingeschr&auml;nkten Kindergeldantrags; Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bei von der BFH-Rechtsprechung abweichender rechtskr&auml;ftiger Divergenzentscheidung des FG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8448\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}