{"id":8449,"date":"2012-12-05T04:07:28","date_gmt":"2012-12-05T02:07:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8449"},"modified":"2012-12-05T04:07:28","modified_gmt":"2012-12-05T02:07:28","slug":"iv-r-18-08-faktisches-abstandnehmen-vom-eintretenlassen-der-folgerungen-eines-realisierten-sachverhalts-als-rueckwirkendes-ereignis-zustimmung-zu-abweichender-gewinnverteilung-bei-kg-durch-duldung-ver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-18-08-faktisches-abstandnehmen-vom-eintretenlassen-der-folgerungen-eines-realisierten-sachverhalts-als-rueckwirkendes-ereignis-zustimmung-zu-abweichender-gewinnverteilung-bei-kg-durch-duldung-ver\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;18\/08 &#8211; Faktisches Abstandnehmen vom Eintretenlassen der Folgerungen eines realisierten Sachverhalts als r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zustimmung zu abweichender Gewinnverteilung bei KG durch Duldung &#8211; Vererblichkeit von Kommanditanteilen &#8211; Klagebefugnis &#8211; Kostenentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.3.2012, IV R 18\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Faktisches Abstandnehmen vom Eintretenlassen der Folgerungen eines realisierten Sachverhalts als r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zustimmung zu abweichender Gewinnverteilung bei KG durch Duldung &#8211; Vererblichkeit von Kommanditanteilen &#8211; Klagebefugnis &#8211; Kostenentscheidung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger X ist Kommanditist der &#8230; KG, der Beigeladenen zu 2. im Klageverfahren und Revisionskl&auml;gerin zu 2. (KG). Die KG war im Jahre 1969 vom Vater des X (V) als pers&ouml;nlich haftendem Gesellschafter sowie der Mutter Y, dem Bruder Z (Beigeladener zu 1. im Klageverfahren und Revisionskl&auml;ger zu 1.) und X als Kommanditisten gegr&uuml;ndet worden. Nach dem Tod des V im Jahre 1979 wurde Z Komplement&auml;r der KG. X schied im Jahre 1982 aus der KG aus. Am &#8230; Dezember 2000 verstarb die Mutter Y und wurde von X und seinem Bruder Z zu gleichen Teilen beerbt. Seitdem ist X wieder Kommanditist der KG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 3 des Gesellschaftsvertrags waren V mit einer Einlage von 80.000 DM, Y mit 30.000 DM sowie Z und X mit je 20.000 DM an der Gesellschaft beteiligt. Nach &sect; 5 Abs. 1 des Vertrags wird f&uuml;r jeden Gesellschafter ein Kapitalkonto gef&uuml;hrt, das seinem Gesellschaftsanteil entspricht. Nach &sect; 5 Abs. 3 des Vertrags ist daneben ein Privatkonto vorhanden, auf dem insbesondere T&auml;tigkeitsverg&uuml;tungen und Gewinne verbucht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 6 Abs. 2 des Vertrags erh&auml;lt der pers&ouml;nlich haftende Gesellschafter &#8211;zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vertrags V&#8211; f&uuml;r seine T&auml;tigkeit eine Verg&uuml;tung von 2.500 DM monatlich. Nach &sect; 8 Abs. 1 des Vertrags sind die Gesellschafter an dem Gewinn und Verlust der Gesellschaft im Verh&auml;ltnis ihrer Kapitalanteile beteiligt. Nach &sect; 11 Abs. 1 des Vertrags wird die Gesellschaft durch den Tod eines Gesellschafters nicht aufgel&ouml;st, sondern zwischen den verbleibenden Gesellschaftern und den Erben oder Verm&auml;chtnisnehmern des verstorbenen Gesellschafters fortgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben der Gewinnverteilung nach Kapitalanteilen wurden Z j&auml;hrlich eine T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung in H&ouml;he von 600.000 DM sowie die von der KG erzielten Provisionen f&uuml;r Handelsvertretert&auml;tigkeit und bestimmte Verg&uuml;tungen f&uuml;r Wareneink&auml;ufe als Vorabgewinn zugewiesen und in den Jahresabschl&uuml;ssen der KG unter Ergebnisverwendung dargestellt. Im Rahmen der Kapitalkontenentwicklung von Z wurde der Zugang als bewegliches Kapital des Komplement&auml;rs abgebildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Z erkl&auml;rte auch diese zus&auml;tzlichen Zuweisungen in den Feststellungserkl&auml;rungen. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm die Gewinnverteilung jeweils erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; vor. Sie wurde auch im Rahmen der laufenden Betriebspr&uuml;fungen, die f&uuml;r alle Streitjahre durchgef&uuml;hrt wurden, nicht beanstandet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung f&uuml;r die Jahre 1991 bis 1999 sind mindestens seit dem 31. Dezember 2004 bestandskr&auml;ftig. Nach Durchf&uuml;hrung der Betriebspr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2002 hob das FA den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung im Feststellungsbescheid 2000 auf. Einspruch wurde hiergegen nicht erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Tod seiner Mutter erwirkte X mehrere Urteile gegen Z, die u.a. die Zuweisung des Vorabgewinns an Z als nicht dem Gesellschaftsvertrag entsprechend beurteilten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zivilgerichte entschieden dahingehend, dass Z weder die Provisionen aus Handelsvertretert&auml;tigkeit oder Verg&uuml;tungen f&uuml;r Wareneink&auml;ufe als Vorabgewinn h&auml;tten zugewiesen werden noch eine h&ouml;here T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung habe angesetzt werden d&uuml;rfen. Eine T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung in H&ouml;he von 300.000 DM gestand X dem Z im Rahmen der zivilgerichtlichen Verfahren zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im November 2006 beantragte Z im Namen der KG, die Gewinnfeststellungsbescheide entsprechend der sich aus den zivilgerichtlichen Urteilen ergebenden Gewinnverteilung zu &auml;ndern. Das FA entsprach diesem Antrag und erlie&szlig; im M&auml;rz 2007 nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderte Bescheide. Die hiergegen gerichteten Einspr&uuml;che des X wies es mit Einspruchsentscheidung vom 10. August 2007 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage wandte sich X gegen die Anwendung des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO. Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Auffassung, die Voraussetzungen des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO l&auml;gen nicht vor, weil die zivilgerichtlichen Urteile den zuvor verwirklichten Sachverhalt nicht nachtr&auml;glich ver&auml;ndert h&auml;tten. Es sei vielmehr lediglich festgestellt worden, wozu die Gesellschafter aufgrund der getroffenen gesellschaftsrechtlichen Vereinbarungen verpflichtet gewesen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen Z und die KG im Wesentlichen die Verletzung von &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 und &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So habe das FG &sect; 41 AO deshalb unrichtig angewandt, weil es zutreffend erkannt habe, dass die Beteiligten so gehandelt h&auml;tten, als ob eine wirksame Gewinnverteilungsabrede vorgelegen h&auml;tte. Damit seien sowohl Z und die KG als auch das FA von zutreffenden steuerlichen Konsequenzen ausgegangen, indem Z seine Eink&uuml;nfte unter Einschluss der ihm zugewiesenen Vorabgewinne und der erh&ouml;hten T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung deklariert und das FA entsprechende Bescheide erlassen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem sei &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO unzutreffend angewandt worden. Das Urteil des Landgerichts (LG) A vom 7. September 2006 enthalte eine Verurteilung zur Zustimmung zu bestimmten Gewinnverwendungsbeschl&uuml;ssen. Dies bedeute, dass es sich um ge&auml;nderte Gesellschafterbeschl&uuml;sse handele. Diese Beschl&uuml;sse f&uuml;hrten auch zu ge&auml;nderten variablen Kapitalkonten. Das Urteil beinhalte die Verurteilung zur Abgabe einer Willenserkl&auml;rung. &sect; 894 der Zivilprozessordnung (ZPO) sehe vor, dass die Willenserkl&auml;rung als abgegeben gelte, sobald das Urteil Rechtskraft erlangt habe. Entsprechend dieser gesetzlichen Fiktion ersetze das Urteil die Erkl&auml;rung in der f&uuml;r sie erforderlichen Form und seien die ge&auml;nderten Bilanzfeststellungs- und Gewinnverwendungsbeschl&uuml;sse sowie die &Auml;nderung der variablen Gesellschafter-Kapitalkonten erst nach Rechtskraft des Urteils wirksam geworden. Damit handele es sich aber um ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Z und die KG beantragen, das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 4. April 2008 (Az. 18 K 3366\/07 F) aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>X beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er macht geltend, die Revision der KG sei unzul&auml;ssig, weil die angefochtenen &Auml;nderungsbescheide die Verteilung des Gewinns auf die Gesellschafter zum Gegenstand h&auml;tten, sich hingegen nicht auf den Gesamtgewinn auswirkten. In materieller Hinsicht habe das FG die in Streit stehenden Vorschriften zutreffend angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Revision ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit sie durch die KG eingelegt wurde, folgt die Klagebefugnis aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), wonach zur Vertretung berufene Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Klage gegen einen Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen erheben k&ouml;nnen. Hierbei handelt es sich um einen Fall gesetzlicher Prozessstandschaft. Die Personengesellschaft erhebt &#8211;ihrerseits vertreten durch ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung&#8211; als Prozessstandschafterin Klage gegen den Gewinnfeststellungsbescheid, der sich inhaltlich nicht an die Gesellschaft, sondern an die Gesellschafter als Subjekte der Einkommensteuer richtet (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27. Mai 2004 IV R 48\/02, BFHE 206, 211, BStBl II 2004, 964; BFH-Beschluss vom 24. Mai 2005 IV B 233\/03, BFH\/NV 2005, 1831). Daneben k&ouml;nnen einzelne Gesellschafter unter den Voraussetzungen des &sect; 48 Abs. 1 Nrn. 3 bis 5 FGO klagebefugt sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die von X erhobene Klage war zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Streitjahre 1991 bis 1999 sowie den &uuml;berwiegenden Teil des Jahres 2000 erhob X als Rechtsnachfolger der ehemaligen Kommanditistin Y Klage. Rechtsnachfolger der Y waren Z und X als Miterben einer Erbengemeinschaft. Nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO kann, wenn zur Vertretung berufene Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder Klagebevollm&auml;chtigte nicht vorhanden sind, jeder Gesellschafter, Gemeinschafter oder Mitberechtigte Klage erheben. Bei einer Erbengemeinschaft ist grunds&auml;tzlich kein zur Vertretung berufener Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer vorhanden (BFH-Urteil vom 18. Mai 2004 IX R 49\/02, BFHE 206, 168, BStBl II 2004, 929; BFH-Beschluss vom 19. Oktober 2009 VIII B 190\/08, BFH\/NV 2010, 224). Im Streitfall war die Erbengemeinschaft offensichtlich zerstritten und ein Empfangs- oder Klagebevollm&auml;chtigter nicht bestellt worden. Entsprechend konnte jeder Miterbe nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO Klage erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Betreffend die Zeit nach dem Tod von Y am &#8230; Dezember 2000 folgt die Klagebefugnis des X aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 4 FGO. Kommanditanteile sind nach &sect; 177 des Handelsgesetzbuchs (HGB) grunds&auml;tzlich vererblich. Mehrere Erben werden allerdings nicht in Erbengemeinschaft Kommanditisten; vielmehr geht der Kommanditanteil auf den einzelnen Erben im Wege der Sonderrechtsnachfolge in der Weise &uuml;ber, dass er entsprechend seiner Erbquote einen Anteil erwirbt (vgl. z.B. Beschluss des Kammergerichts Berlin vom 30. Mai 2000&nbsp;&nbsp;1 W 931\/99, Der Betrieb 2000, 2011; Baumbach\/Hopt\/Hopt, HGB, 34. Aufl., &sect; 177 Rz 3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des Urteils des FG sowie zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Das FG hat f&uuml;r die Streitjahre zu Unrecht die &Auml;nderbarkeit der Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen der KG nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO ist ein Steuerbescheid zu erlassen, aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit ein Ereignis eintritt, das steuerliche Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit hat (r&uuml;ckwirkendes Ereignis). Das nachtr&auml;glich, d.h. nach Erlass des Steuerbescheids eintretende Ereignis muss zu einer &Auml;nderung des Sachverhalts f&uuml;hren, den die Finanzbeh&ouml;rde bei ihrer Steuerfestsetzung zugrunde gelegt hat. Bei dem Ereignis muss es sich um einen Umstand handeln, den die Finanzbeh&ouml;rde bei der Steuerfestsetzung nicht ber&uuml;cksichtigen konnte, weil er &#8211;insbesondere bei einem k&uuml;nftigen Ereignis&#8211; noch nicht bekannt oder nicht vorhersehbar war. Die Sachverhaltsbezogenheit dieses Merkmals schlie&szlig;t es somit aus, eine &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO vorzunehmen, wenn sich nur die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts ge&auml;ndert hat (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 26. Oktober 1988 II R 55\/86, BFHE 154, 493, BStBl II 1989, 75; vom 19. August 1999 IV R 73\/98, BFHE 190, 5, BStBl II 2000, 18). Das Ereignis muss sich steuerlich vielmehr f&uuml;r die Vergangenheit mit der Folge auswirken, dass der Steuerbescheid, der vor Eintritt des Ereignisses rechtm&auml;&szlig;ig war, durch dessen Eintritt rechtswidrig wird (vgl. BFH-Urteil vom 26. Januar 2006 VI R 2\/03, BFH\/NV 2006, 1045). Zivilgerichtlichen Urteilen kann deshalb R&uuml;ckwirkung i.S. von &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zukommen, wenn der Tatbestand, an den ein Steuergesetz ankn&uuml;pft, r&uuml;ckwirkend ver&auml;ndert wird (BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115\/84, BFH\/NV 1989, 482).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So liegt auch der Streitfall, in welchem die Feststellungsbescheide nach der insoweit ma&szlig;geblichen objektiven Sachlage im Zeitpunkt des Ergehens der zivilrechtlichen Urteile zun&auml;chst rechtm&auml;&szlig;ig waren (dazu aa) und nachtr&auml;glich rechtswidrig wurden (dazu bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat kann es offenlassen, ob die Feststellungsbescheide vor dem Ergehen der zivilrechtlichen Urteile mit Blick auf den objektiv zu verteilenden Gewinn deshalb rechtm&auml;&szlig;ig waren, weil die Gesellschafter nachtr&auml;glich eine vom Gesellschaftsvertrag vom 1. Januar 1969 abweichende Gewinnverteilung vereinbart haben oder weil sie das wirtschaftliche Ergebnis eines unwirksamen Rechtsgesch&auml;fts i.S. des &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO eintreten und bestehen lie&szlig;en. Entsprechend braucht er auch der Frage nicht weiter nachzugehen, ob das FG i.S. des &sect; 118 Abs. 2 FGO bindende Feststellungen dazu getroffen hat, dass keine &uuml;ber die Regelungen des Gesellschaftsvertrags vom 1. Januar 1969 hinausgehenden Vereinbarungen zur Gewinnverteilung zwischen Y und Z getroffen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes sind als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb die Gewinnanteile der Gesellschafter festzustellen. Der Gewinnanteil ist der Anteil am Steuerbilanzgewinn der Gesellschaft, der auf der Grundlage der aus der Handelsbilanz abgeleiteten Steuerbilanz ermittelt und nach dem handelsrechtlichen Gewinnverteilungsschl&uuml;ssel den Gesellschaftern (Mitunternehmern) zugerechnet wird (vgl. z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25. Februar 1991 GrS 7\/89, BFHE 163, 1, BStBl II 1991, 691; BFH-Urteil vom 29. Mai 2001 VIII R 10\/00, BFHE 195, 486, BStBl II 2001, 747). Der handelsrechtlich ma&szlig;gebliche Gewinnverteilungsschl&uuml;ssel ergibt sich entweder aus dem Gesetz (vgl. zur KG &sect; 168 Abs. 1 i.V.m. &sect; 121 Abs. 1 und Abs. 2 HGB) oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; aus gesellschaftsrechtlichen Vereinbarungen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10. November 1980 GrS 1\/79, BFHE 132, 244, BStBl II 1981, 164). Es ist insoweit zwar richtig, dass im Gesellschaftsvertrag vom 1. Januar 1969 eine Beteiligung der Gesellschafter am Gewinn entsprechend ihren Kapitalanteilen vorgesehen wurde und zus&auml;tzlich dem pers&ouml;nlich haftenden Gesellschafter f&uuml;r seine T&auml;tigkeit eine Verg&uuml;tung zu zahlen war. F&uuml;r eine &uuml;ber diesen Umfang hinausgehende Zuweisung von Gewinnen an Z k&ouml;nnte allerdings sprechen, dass Y eine von den Regelungen des Gesellschaftsvertrags abweichende Gewinnverteilung bereits seit 1984 geduldet hat. Zwar hat das LG aus diesem Umstand keine einvernehmliche Feststellung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses feststellen k&ouml;nnen, weil der aufgrund des zivilgerichtlichen Beibringungsgrundsatzes beweisbelastete Revisionskl&auml;ger einen entsprechenden Nachweis schuldig geblieben ist. Unter der Geltung des finanzgerichtlichen Amtsermittlungsgrundsatzes h&auml;tte der Senat aber der Frage von Amts wegen weiter nachzugehen, ob Y nicht durch Duldung einer abweichenden Gewinnverteilung konkludent einer solchen Verteilung zugestimmt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Darauf kommt es indessen nicht an, denn selbst wenn keine abweichende Gewinnverteilung vereinbart worden sein und damit Z die Zuweisung zus&auml;tzlicher Gewinne alleine veranlasst haben sollte, ergibt sich die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der urspr&uuml;nglichen Feststellungsbescheide aus &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO. Danach bleibt ein unwirksames Rechtsgesch&auml;ft f&uuml;r die Besteuerung erheblich, soweit und solange die Beteiligten das wirtschaftliche Ergebnis dieses Rechtsgesch&auml;fts gleichwohl eintreten und bestehen lassen. Die Regelung bringt zum Ausdruck, dass es f&uuml;r Zwecke der Besteuerung auf den tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalt und nicht auf die zivilrechtliche Wirksamkeit der zugrunde liegenden Vereinbarung ankommt, soweit und solange die Beteiligten aus der anf&auml;nglichen oder sp&auml;teren Unwirksamkeit keine Folgerungen ziehen und das wirtschaftliche Ergebnis eintreten und bestehen lassen, den Vollzug also nicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen (BFH-Urteil vom 10. August 2010 VIII R 44\/07, BFH\/NV 2011, 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Im Streitfall waren die Voraussetzungen des &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO &#8211;bezogen auf die Rechtslage bei Erlass der urspr&uuml;nglichen Gewinnfeststellungsbescheide&#8211; erf&uuml;llt. Insoweit machen Z und die KG zu Recht geltend, indem Z ein h&ouml;herer Gewinnanteil zugewiesen worden sei als zun&auml;chst vertraglich vereinbart, h&auml;tten die Gesellschafter so gehandelt, als h&auml;tte eine wirksame ge&auml;nderte Gewinnverteilungsabrede vorgelegen. Dass dies tats&auml;chlich der Fall war, hat zwar das FG nicht festgestellt, es ergibt sich aber zwingend aus dem Umstand, dass Z durch das LG A zur Zustimmung zu Bilanzfeststellungs- und Gewinnverwendungsbeschl&uuml;ssen verurteilt und damit im Ergebnis zur R&uuml;ckzahlung entsprechend &uuml;berh&ouml;hter Gewinnzuweisungen verpflichtet wurde, weil das LG mangels Erweislichkeit einer abweichenden Gewinnverteilungsabrede von der im Gesellschaftsvertrag vom 1. Januar 1969 vereinbarten Gewinnverteilung ausgehen musste. Dies setzt aber notwendig voraus, dass Z zuvor auch wirklich &#8211;aus Sicht des LG &uuml;berh&ouml;hte&#8211; Gewinne zugewiesen wurden und er die entsprechenden Zahlungen auch erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nichts anderes ergibt sich daraus, dass Z nach den Feststellungen des FG in den Jahresabschl&uuml;ssen der KG unter Ergebnisverwendung sowie im Rahmen der Kapitalkontenentwicklung die streitige T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung und die weiteren als Vorabgewinn behandelten Betr&auml;ge zugewiesen wurden und er alleine die entsprechenden Jahresabschl&uuml;sse und Steuererkl&auml;rungen unterschrieben und beim FA eingereicht hat. Der Anwendung des &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO steht dieser Umstand nicht entgegen. Denn als Mitunternehmerin hatte Y die M&ouml;glichkeit, im Rahmen ihrer Kontrollrechte von der Handhabung in den Jahresabschl&uuml;ssen Kenntnis zu nehmen. Als Kommanditistin standen Y mangels entgegenstehender Regelungen im Gesellschaftsvertrag die Kontrollrechte nach &sect; 166 HGB zu. Diese Rechte vermittelten Mitunternehmerinitiative (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 2. Oktober 1997 IV R 75\/96, BFHE 184, 418, BStBl II 1998, 137; vom 21. Juli 2010 IV R 63\/07, BFH\/NV 2011, 214, m.w.N.) und setzten Y in die Lage, der Ergebnisverwendung zu widersprechen und damit die Wirkung des &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO nicht eintreten zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Durch das Einreichen seiner Klage vor dem LG A hat X als Rechtsnachfolger der Y nach au&szlig;en erkennbar dokumentiert, dass er mit der aus seiner Sicht einseitig von Z vorgenommenen Gewinnverteilung nicht (mehr) einverstanden war. In Bezug auf &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO hat X damit zugleich zum Ausdruck gebracht, dass er nunmehr aus der anf&auml;nglichen oder sp&auml;teren Unwirksamkeit Folgerungen ziehen und das wirtschaftliche Ergebnis gerade nicht mehr eintreten und bestehen lassen wollte. Dieses faktische Abstandnehmen vom Eintreten- bzw. Bestehenlassen der Folgerungen des tats&auml;chlich realisierten Sachverhalts wirkt jedenfalls dann nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zur&uuml;ck, wenn sp&auml;ter durch rechtskr&auml;ftiges Urteil die Unwirksamkeit des zun&auml;chst nach &sect; 41 Abs. 1 Satz 1 AO der Besteuerung zugrunde zu legenden Rechtsgesch&auml;fts best&auml;tigt wird und deshalb der rechtswidrige Zustand nicht mehr fortbesteht. Ob sich eine R&uuml;ckwirkung &uuml;ber diesen Einzelfall hinaus auch aus &sect; 894 Satz 1 ZPO ergeben k&ouml;nnte, braucht der Senat nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen die vom FA auf &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO gest&uuml;tzte &Auml;nderung der Feststellungsbescheide f&uuml;r die Streitjahre zu Unrecht als rechtswidrig angesehen hat, war sein Urteil aufzuheben und die gegen die &Auml;nderung gerichtete Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect; 143 Abs. 1, &sect; 135 Abs. 1 und &sect; 139 Abs. 4 FGO. Es entspricht der Billigkeit, dem Kl&auml;ger auch die au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen aufzuerlegen, weil diese das Revisionsverfahren durch einen umfangreichen Schriftsatz gef&ouml;rdert und durch Stellung eines Antrags ein Kostenrisiko getragen haben (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1997 I R 10\/92, BFHE 184, 212, BStBl II 1998, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.3.2012, IV R 18\/08 Faktisches Abstandnehmen vom Eintretenlassen der Folgerungen eines realisierten Sachverhalts als r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zustimmung zu abweichender Gewinnverteilung bei KG durch Duldung &#8211; Vererblichkeit von Kommanditanteilen &#8211; Klagebefugnis &#8211; Kostenentscheidung Tatbestand 1&nbsp; I. 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